Warum das „Smart Money“ mehr groß als „smart“ ist


Der folgende Grundlagen-Artikel erschien Anfang diesen Jahres im Premium-Bereich. Für die Lesbarkeit im freien Bereich, wurde er bei Referenzen und Links leicht überarbeitet

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In diesem Artikel, möchte ich für Sie einordnen, was sich hinter dem Begriff "Smart Money" verbirgt, für den es auch andere Begriffe gibt wie das "Big Money" oder die "Markt-Elefanten".

Und auch der "Composite-Operator" der sogenannten beschreibt die gleiche Gruppe, der Begriff ist eine abstrakte Metapher für die Gruppe im Markt, die alleine durch Größe und Wissen, die Richtung des Marktes ganz wesentlich beeinflussen kann.

Auch ich spreche oft flapsig vom "Smart Money" oder von den "Marktelefanten" und meine damit die gleiche Gruppe, die mit dem Begriff "Composite Operator" in ein eingängiges Bild gefasst wird. Womit sich vielleicht doch mal die Frage anschliesst, wer damit überhaupt gemeint ist und ob das "Smart Money" wirklich so smart ist?

Vor allem, wir lesen und erleben doch immer wieder, dass Hedgefunds zu Hunderten auch 2018 Pleite gegangen sind, dass Fondsmanager sich 2018 durchweg nicht mit Ruhm bekleckert haben und im tiefen Minus mit ihren Fonds hängen und selbst "Helden" wie David Eichhorn, der in der Reihe der genannt wird, in 2018 mal eben .

Wie "smart" ist dieses "Smart Money" also eigentlich und stehen hinter dem "Composite Operator" konkrete Namen mit besonderem Insiderwissen?

Die wichtige Antwort drauf ist Nein! Alle kochen nur mit Wasser, auch die Einhorns dieser Welt! Und es gibt dieses "Smart Money" und diesen "Composite Operator" gar nicht als dedizierte Personen oder Gruppen, das ist eine Fiktion. Es sind einfach abstrakte Konzepte, die einen Sinn haben.

Bevor ich zum Sinn komme sei gesagt, dass es natürlich echtes Insiderwissen im Markt gibt. Wir erleben das immer wieder bei Einzelaktien, wenn schon Stunden oder einen Tag vor einer wichtigen Nachricht, die Kurse in die (im nachhinein) richtige Richtung zu laufen beginnen. Da wissen dann schon welche was, die gleicher als gleich sind und starten faktische Insidertrades, die in der Regel unentdeckt bleiben.

Nur das sind keineswegs immer die gleichen Personen und es ist vor allem spezifisches Wissen zu einem Ereignis oder einem Unternehmen - was den ganzen Markt angeht, ist das weit schwieriger bis unmöglich.

Schauen wir doch die letzten Wochen des Jahres 2018 an. FED-Chef Jerome Powell hat mit seiner Kommunikation schwer überrascht, wahrscheinlich er sich auch selber, weil ihm gar nicht klar war, welche Lawine des Missvergnügens er da vor Weihnachten in Gang setzen würde. Und Trump kaspert mit Chinas Xi herum und selbst seine eigenen Berater die um ihn sind wie Larry Kudlow, werden immer wieder von seiner nächsten Volte überrascht, siehe seine überraschende Entscheidung im Telefonat mit Erdogan aus Syrien abzuziehen.

Und dabei sind die beiden Themen FED und Handelskonflikt, die großen Sorgen die den Markt gerade bewegen und ich garantiere Ihnen, das "Smart Money" bzw der "Composite Operator" rätselt genau so über Trump wie wir. Wie will ein Dritter auch etwas wissen, das Powell nicht bewusst ist und Trump nicht mit seinen Beratern bespricht, bevor er es verkündet?

Ja, vielleicht bekommen die mal was von Kudlow gesteckt, der es wieder seinem alten Partner Jim Cramer steckt, wer weiss das schon? Und die haben die besseren Daten zu dem was im Markt passiert, als wir kleinen "Blindfische". Aber trotzdem, wirklich etwas "wissen" tun sie nicht und ökonomische Daten sind auch mehrdeutig und so besonders "smart" können sie dann auch nicht sein, wenn man sich - siehe oben - die Ergebnisse vor Augen führt.

Wie passt das dann denn überhaupt alles zusammnen?

Eigentlich gibt es also kein konsistentes Smart-Money und doch funktionieren Konzepte, bei denen man genau schaut, was diese Markt-Elefanten treiben und diese Konzepte führen zu besseren Anlageentscheidungen.

Es lohnt sich also den Handlungen der "Markt-Elefanten", des "Composite Operators" zu folgen und gleichzeitig ist der aber meistens gar nicht so smart und weiss nicht viel mehr als wir.

Erneut, wie passt das zusammen?

Meine Antwort ist einfach und elegant und sie ist absolut faszinierend, weil es mal wieder die -> Reflexivität <- ist, die hier den entscheidenden Faktor ausmacht.

Die Antwort ist verkürzt gesagt:

Die Markt-Elefanten bestimmen den Markt, weil sie Elefanten sind. Weil sie Elefanten sind, können sie von dieser Dominanz aber nicht immer profitieren.

Denn das "Smart Money" ist gar nicht besonders "smart", es ist aufgrund seiner schieren Feuerkaft aber trotzdem marktbestimmend.

Stellen Sie sich eine Kugelpyramide vor und nun will einer seine Kugel heraus ziehen, eine Kugel die so groß ist, dass die Statik der Pyramide davon abhängt. Wenn diese Kugel gezogen wird, fällt die ganze Pyramide zusammen.

Die Pyramide fällt aber nicht zusammen, weil der so "smart" war und das vorher geahnt hat. Sie fällt zusammen, weil die Kugel zu gross und wichtig war, um auf sie in der Pyramide zu verzichten.

Die großen Adressen bestimmen also wesentlich den Markt, aber nicht weil sie - von Ausnahmen abgesehen - die Zukunft besser kennen als wir, sondern ganz profan, weil sie der Markt sind!

Es ist also eine selbsterfüllende Prophezeihung, ein Markt erreicht sein Top dann, wenn die großen Adressen denken, dass er sein Top erreicht hat und deshalb zu verkaufen beginnen. Genau das haben wir diesen Oktober beobachtet, als der Markt fiel, obwohl es dafür keinen harten Anlass in den Wirtschaftsdaten gab.

Und noch schlimmer, diese großen Adressen können davon selber auch nur begrenzt profitieren, weil sie eben so groß sind, dass sie ihre Verkäufe über einen langen Zeitraum verteilen müssen, weil sie ansonsten sich durch einen zusammenbrechenden Markt selber ins Knie schiessen würden.

Genau das nennt man die Distributionsphase, genau das ist das Wirken des "Composite Operators". Und dahinter verbirgt sich kein konkreter, besonders "smarter" Mensch, sondern dahinter verbirgt sich einfach das große Volumen, das den Markt bestimmt und lange braucht, um sein Geld abzuziehen oder wieder zu investieren.

Es gibt also genau genommen gar kein "Smart Money", von Ausnahmen echten Insiderwissens abgesehen. Es ist im reflexiven Markt einfach so, dass das große Geld "der Markt ist" und wenn das verkauft, wird der Markt fallen - einen Grund braucht es dafür dann nicht, den liefern die Medien nach.

Dieses "große Geld", dieser "Composite Operator", sieht also smart aus, weil er Bewegungen auslöst, er weiss aber eigentlich gar nicht so viel, er reisst eher den Markt durch seine schiere Größe nach unten.

Deswegen sind die abstrakten Konzepte der "Markt Elefanten" und des "Composite-Operators" wichtig, weil wenn wir lernen zu erkennen, was die großen Institutionen machen, wir auch wissen wohin der Markt will. Denn die sind der Markt - mehr als wir auf jeden Fall!

Wirklich "smart" sind die aber auch nur in Ausnahmefällen, wenn sie wirklich Insiderwissen haben, ansonsten kochen die genauso mit Wasser wie wir.

Konkret gesagt, gib theoretisch einem Affen 20% der Marktkapitalisierung einer Aktie und lass ihn Stück für Stück verkaufen. Der Affe wird im Nachhinein unglaublich "smart" aussehen, weil er im Wesentlichen ab dem Hochpunkt des Kurses zu Verkaufen begonnen hat und danach ist der Markt nur noch gefallen.

Genau das ist aber die Reflexivität, das ist ein selbstreferentieller Markt. Der Affe war gar nicht "smart", er war einfach nur "gross". 😉

Ich hoffe das hilft ein wenig, diese Begriffe besser einzuordnen. Es gibt kein pauschales "Smart Money" und doch ist es für uns wichtig, seinen Bewegungen zu folgen. Ein vermeintlicher Widerspruch, den die Reflexivität auflöst.

Und die beste Methode das Verhalten des großen Geldes zu erkennen, ist auf die Preisstrukturen des Marktes zu schauen und dabei immer das Volumen im Auge zu behalten. Denn zum Ein- wie Ausstieg wird am Markt nicht geklingelt, der Erste der davon weiß, ist in der Regel der Kurs selber. Erst dann fangen andere an, darüber zu schreiben.

Ihr Hari

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