Von Finanzblogs und Preisverleihungen

Heute erreichte mich die erfreuliche Nachricht, dass surveybuilder.info.de Finanzblog beim Smava Finance Blog of the Year 2012 Award den 3. Platz erreicht hat !

Ich danke allen Lesern herzlich, die an der Abstimmung teilgenommen haben. Und das unabhängig davon, für wen Sie gestimmt haben. Denn dabei sein ist alles und solche Awards können uns Bloggern ohne Verlagsapparat im Hintergrund sehr helfen, den Bekanntheitsgrad zu steigern.

Und ich gratuliere Christian Drastil und Lars Röhrig herzlich zu Ihrem Erfolg ! Aber auch viele andere Blogs aus der Selektion der Smava Jury hatten eine Auszeichnung verdient und ich verneige mich in Hochachtung vor dem altruistischen Engagement, das viele Blogbetreiber hier jeden Tag wieder aufs Neue zeigen !

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Eine weitere erfreuliche Nachricht bekam ich gestern. surveybuilder.info wurde im Rahmen des Comdirect Finanzblog Award 2012 durch die Jury in den Kreis der 11 deutschsprachigen Finanzblogs aufgenommen, die für einen Preis nominiert wurden !

Hier ist die Liste der von der Jury Nominierten:

Michael Schulte: surveybuilder.info

Interessant sind in diesem Zusammenhang die verschiedenen Ansätze der Juroren, denn da fallen zwischen Smava und Comdirect schon deutliche Unterschiede auf.

Die Jury des Smava Awards hat nach meiner Einschätzung tendentiell "freie" Finanzblogs ausgewählt, die typischerweise von engagierten Einzelkämpfern oder kleineren Gruppen auf eigene Rechnung betrieben werden.

Die Jury des Comdirect Awards scheint für mich dagegen eher medienwissenschaftlich an das Thema heran gegangen zu sein, denn bei den 11 Nominierten finden sich:

1. Blogs engagierter Einzelkämpfer wie Dirk Elsners "Blick Log".

2. Professionelle Plattformen wie "Finews.ch", nach Selbstdarstellung "Das Intranet der Schweizer Finanzbranche".

3. Ableger der grossen Medien wie FAZ und Handelsblatt, die eine Plattform für Blogger zur Verfügung stellen.

Insofern erscheint mir die Auswahl der Comdirect Jury medienwissenschaftlich als ein guter Überblick über die verschiedenen Formen, in denen heutzutage qualifizierte Meinung und Informationen zu Finanzthemen der Öffentlichkeit angedient werden. Und die Breite zeigt auch, welch positive Entwicklung die Finanzblog-Szene im letzten Jahr genommen hat. Ob diese Breite eine Vergleichbarkeit und Reihenfolge im Rahmen eines Awards einfacher macht, ist aber sicherlich kontrovers diskutierbar. Glücklicherweise muss ich diese Frage nicht beantworten, das obliegt der qualifizierten Jury, die im Gegensatz zum Smava Award hier das letzte Wort hat.

Aber wie auch immer, jeder Ansatz der Auswahl hat seine völlige Berechtigung und ich freue mich daher um so mehr, dass surveybuilder.info.de bei beiden Ansätzen in den engen Kreis der Auserwählten gekommen ist.

Mein Dank gilt nochmals Smava und der Comdirect als Initiatoren dieser Awards, denn für Einzelkämpfer ohne die Infrastruktur der Verlage im Rücken, bedeuten diese Awards eine grossartige Gelegenheit, die Reichweite zu vergrössern !

10 Gedanken zu “Von Finanzblogs und Preisverleihungen

  1. Hallo Hari, bin wieder “im Lande”, dennoch auf der “Durchreise”, daher ganz kurz zu den beiden Neuigkeiten. Ich gratuliere Dir zu beidem ganz herzlich, einmal zum 3. Platz bei smava, und zum zweiten zum Erreichen des Finales bei comdirect. Eine tolle Leistung!

    Daß Du es bei smava ganz weit nach vorne schaffen könntest, hielt ich von Anfang an für möglich, nicht zuletzt aufgrund der begeisterten Resonanz hier, und so ist es auch gekommen. Den Blog von Christian Drastil kannte ich ehrlich gesagt gar nicht, den muß ich mir noch etwas näher anschauen. Ganz Wiener, gibt er auch noch seine musikalischen Vorlieben preis…sehr vielseitig also offenbar. Ja und Lars, das war ja eh klar….;-).

    Wie der Comdirect Wettbewerb ausgeht, kann ich nur schwer einschätzen, auch deswegen, weil ich nicht genau weiss, was für Maßstäbe dort angelegt werden. Wenn man die Qualität der journalistischen Präsentation zum Maßstab nimmt, so werden die Profis wohl schon ein bisschen im Vorteil sein. Bereits die Tatsache aber, daß Du in die Endausscheidung gelangt bist, kannst Du als Indiz dafür nehmen, daß man die Qualität Deines Blogs als sehr hoch einschätzt. Und diese Einschätzung ist angesichts der inhaltlichen Substanz gerechtfertigt. Insofern kannst Du dem gelassen entgegen sehen.

    Von diesen beiden Entscheidungen geht eine klare Botschaft aus:

    Weiter so.

    Viele Grüße

    Tokay

  2. Tokay, vielen Dank und ja, es ist in meinen Augen etwas schwierig, eine reine Blogplattform die einfach auf einer vorhandenen professionellen Infrastruktur aufsetzt ala Fazit, mit den Ergebnissen von Alleinkämpfern zu vergleichen, die wie Dirk Elsner oder ich, jeden – aber wirklich jeden – Schritt und Klick selber machen müssen – von Technik über Medienrecht, Haftungsfragen bis Layout und Content. Zum Beispiel würde meinem Blog sicher auch mal das eine oder andere Bild zur Auflockerung gut tun, nur finde ich bisher keine Zeit, mich mit den rechtlichen Fallstricken vorab zu beschäftigen.

    Auch bei der Preisverleihung am 02.05.12 im Rahmen der re:publica 12 in Berlin sieht man das Problem. Die Gewinner werden wohl vorher nicht kommuniziert, weil man scheinbar wie selbstverständlich davon ausgeht, dass alle sowieso kommen. Für die angestellten Redakteure aus den grossen Medien ist das sicher auch richtig, für die ist das einfach eine normale Dienstreise auf Kosten des Arbeitgebers und Teil ihres Jobs, auf der re:publica zu sein.

    Für uns Einzelkämpfer ist es aber nicht nur mit dreistelligen Kosten verbunden, sondern vor allem auch mit viel Zeit, insbesondere wenn man wie ich aus der Nähe der Alpen anreisen muss. Ausserdem gehen die meisten der Blogger doch neben ihren Aktivitäten im Blog einem Beruf nach, der auch sein Recht fordert.,

    Ich denke da muss die Comdirect mal darüber nachdenken und ich werde das auch die nächsten Tage zum Thema machen.

  3. Hari, mein Abendtermin ist unverhofft kürzer ausgefallen als gedacht, daher kurze Rückmeldung nochmal. Du hast recht, das ist schon ein bisschen ein ungleicher Kampf, Amateurblogger(im Sinne der monetären Abgeltung) gegen Profis. Ein Blog, habe ich gesehen, wird betrieben von altgedienten “Börse Online”-Journalisten, u.a. dem früheren Chefredakteur; das sind teilweise schon sehr renommierte Journalisten. Ich kenne die Namen noch aus jungen Jahren, als ich meine ersten Kröten an der Börse angelegt und jede Woche die “Börse Online” verschlungen habe.

    Letztes Jahr bekam der Blog “Ökonomenstimme” dort einen Sonderpreis. Der Sonderpreis war es zu recht, denn auf dieser website publizieren einige der renommiertesten Ökonomen des deutschsprachigen Raums, damit kann Otto Normalblogger – wenn ich es flapsig ausdrücken darf – nicht ernstlich konkurrieren. Ich würde es gut finden, wenn die Jury solche Umstände bei ihrer Entscheidung berücksichtigen würde. Und es stimmt, es sind verschiedene Kategorien von Blogs. Woody Allen hat mal geschrieben, daß Preisverleihungen bei Filmwettbewerben eigentlich nur dann Sinn machen würden, wenn alle den gleichen Film drehen würden. Wer die “Ökonommenstimme” ansteuert, der ist wohl meistens auf der Suche nach neueren Erkenntnissen in der Wirtschaftstheorie. Wer Deinen Blog ansteuert, der will normalerweise wissen und verstehen, warum die Börse so läuft, wie sie läuft, wohin sie sich wohl entwickeln wird, und welche Papiere sich zum Kauf oder Verkauf anbieten. Dies sind also zwei völlig unterschiedliche Fragestellungen, und es fällt sicher nicht leicht, solches miteinander zu vergleichen.

    Also Du kannst es wirklich in jedem Fall als sehr großen Erfolg werten, daß comdirect Dich für die Endausscheidung berücksichtigt hat, egal wie die Jury am Ende entscheidet. Falls sie sich für andere Blogs entscheiden, sollte für Dich deswegen die Welt nicht untergehen. Wie heißt es bei Udo Lindenberg: Ich mach mein Ding….

  4. Tokay, die Entscheidung der Jury ist nicht mein Problem – ich sehe das so wie Du schreibst, egal was die entscheiden, ich mache sowieso mein Ding und das ich nominiert wurde, empfinde ich als Ansporn und Bestätigung. Aber letztlich weiss ich was ich will und das genügt, egal wie jemand anders darüber denkt.

    Sicher fände ich es sinnvoller, wenn es 2 oder 3 Kategorien gäbe, die gibt es bei den Oscars ja auch, die Du als Vergleich anführst. Das würde der Vergleichbarkeit und damit dem Preis als Ganzes sicher helfen, ohne bei der Breite der Blogs auf etwas zu verzichten.

    Mein Problem ist aber eher die Logistik, die auf die Einzelkämpfer wenig Rücksicht nimmt. Auch Lars war übrigens letztes Jahr nicht bei der Preisverleihung, soweit ich weiss aus genau dem Grund. Wenn die Comdirect auch diese Blogs wirklich dabei haben will, sollte auch das Setup der Preisverleihung die Bedürfnisse dieser Nominierten im Auge haben. Aber wie gesagt, ich werde das “offline” thematisieren.

  5. InvestorInside und Mr. Market unter den Top 3 geht für mich in Ordnung,
    Aber statt Christian Drastil hätte Ich eher Tim Schäfer vorne gesehen. Alleine schon vom Layout her.
    Aber gut das ist wohl Geschmacksache 😉
    Der Herr Drastil schreibt ja in seinem Blog dazu auch dass es zum Schluss wohl auf das “Mobilisieren” angekommen
    wäre und das könne er wohl aus Erfahrung sehr gut 🙂

  6. Glückwunsch auch von meiner Seite! Nach so kurzer Zeit ist das ein beachtlicher Erfolg. Ein Wort zu Christian Drastil – er titelt selbst “überraschender Sieg” – dem ist m. E. nichts hinzuzufügen.

  7. Hallo nochmal, habe mir vorhin die websites der smava-Blogs angeschaut. Also ich bleibe bei meiner ursprünglichen Meinung… ;-).

  8. Kleine Anekdote am Rande, ich hatte gerade einen Blog-Besucher aus “Suva” auf den Fidschi-Inseln im Pazifik – am anderen Ende der Welt, da wo die Leute kopfüber mit den Füssen an der Weltkugel hängen 😉

    Ich gehe ja von einem Fehlklick aus, hoffe aber es war einer der treuen Leser – gönnen würde ich Ihnen solch einen Urlaub allemal, mir würde er auch gut tun …..

  9. Hallo Hari,

    Gratulation. Gut gemacht. 2 Mal mit dabei – das spricht für sich!

    Danke Lightblue für die lobenden Worte. Die anderen sollen auch ruhig aufs Treppchen. Das ist gut so.

    Die Blog-Wettkämpfe sind alles in allem eine feine Sache. Da kommt bestimmt noch viel Bewegung in die Sache.

  10. Danke Tim,

    ja diese Wettbewerbe helfen die Blogs bekannter zu machen und sind insofern eine schöne Sache – auch wenn sich der Initiator wie im Falle Smava damit eher selber hilft. Aber wenn es eine Win-Win Situation ist, was sollte man dagegen haben ?

    Was die “Platzierung” und “Reihenfolge” angeht, würde ich aber nicht zuviel hinein interpretieren. Die Mobilisierungs-Reichweite ala Smava ist bestimmt kein ernsthaftes Kriterium, zumal die Zahlen wohl recht klein waren. Lars hat die sich mal besorgt und die Zahlen waren insofern erschreckend, als von den hunderten und tausenden die auf unseren Seiten der Kostenlos-Kultur fröhnen, ein hoher Prozentsatz noch nicht einmal bereit ist 3 Sekunden zu investieren, um irgendwo drauf klicken. Das zu sehen ist schon erschreckend.

    Und das Jury-System der Comdirect hat auch seine Probleme, denn da sorgt der Konsens-Zwang in einer “repräsentativ” besetzten Jury dafür, dass man es bei der Auswahl allen irgendwie Recht machen will.

    Aber wie auch immer, ich will damit die Wettbewerbe nicht kritisieren, die sind eine schöne Sache und ich bin den Initiatoren dankbar. Ich will damit nur sagen, man sollte in die Platzierung nicht zu viel hinein interpretieren. Denn jedes Auswahlsystem hat zwangsläufig seine Ecken und Kanten.

    Das für uns Blogger Entscheidende ist in den Listen dabei zu sein, die an die Presse gehen. Denn das hilft bei der Reichweite und nur darum geht es in meinen Augen.

    Gruss, Hari

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