Einen Schritt weiter

Wir haben Sonntag Mittag und die Nachrichten vom G20 Gipfel vom sind noch nicht alt.

Letzte Woche Montag habe ich Ihnen hier unter dem Titel -> Jetzt oder Nie <- dargestellt, dass der US Markt an der Klippe zu einem mittelfristigen Bärenmarkt stand. Es hätte nicht viel gefehlt diesen abstürzen zu lassen und für die Bullen war es eine Situation, in der sie entweder in den Ring steigen mussten oder sozusagen für immer schweigen.

Es gibt ja den netten Spruch "Gestern standen wir am Abgrund, heute sind wir einen Schritt weiter" und genau so ist es gekommen, nur dass die Bullen eine 180 Grad Wende vom Abgrund weg erzwungen haben, auf den letzten Drücker sozusagen.

Ja, die Bullen sind in den Ring gestiegen und das massiv, sie hatten aber auch eine Menge Feuerunterstützung. Letzte Woche Montag und Dienstag hat der Markt sich schon aus eigener Kraft hoch gerobbt, aber eine Rede des FED Chefs am Mittwoch Abend um 18 Uhr MEZ stand aus, die wir hier in der Community auch aufmerksam erwartet haben. Schon wenige Minuten danach, das Redemanuskript war verteilt, war klar was das bedeutete, eine massive Rally nämlich.

Denn Powell hatte seine Aussagen von Anfang Oktober wieder eingefangen, die damals deutlich am Einbruch mitgewirkt hatte. Damals sagte er: "long way below neutral." was das Niveau der Zinsen anging. Das musste man als einen steilen Zinspfad interpretieren, der Markt hatte damit für 2019 3 Erhöhungen eingepreist und hatte Sorgen entwickelt, dass die FED eine heran kriechende Rezession übersieht und überzieht.

Mit dem "just below neutral" von Mittwoch 18 Uhr, veränderte Powell den Ton erheblich und es gibt für den Markt nichts Mächtigeres, als eine Notenbank die auf die Taubenseite wechselt. Denn "neutral" heisst die Zinsen sind fast OK und den Rest sieht man dann "data dependent".

Das löste eine deutliche Rally in den US Indizes aus, die Donnerstag und Freitag bestätigt wurde. Und nun haben wir ein zweites Positivum, der obige, temporäre Waffenstillstand stellt das Optimum dar, das man realistisch erwarten konnte.

Niemand mit Verstand hat eine echte Einigung erwartet, das geht bei dem komplexen und vielschichtigen Thema schlicht nicht. Auf den Pfad des Dialogs zurück zu kehren und die Ultimaten abzuschwächen und mehr Zeit zu kaufen, ist daher das Beste was man vom Gipfel erwarten konnte.

Wir können davon ausgehen, dass der Markt das am Montag wohlwollend aufnehmen wird, denn der hatte durchaus noch Angst vor einer Eskalation. Wirklich gelöst ist durch die Verschiebung aber auch nichts, auch das wird der Markt verstehen, aber ein versöhnlicher Jahresabschluss in den US Märkten scheint nun sehr wahrscheinlich.

Im S&P500 können wir damit rechnen, dass die hier gezeigte, altuelle Ausgangslage, nach oben aufgelöst wird und am Montag der untere Lila Pfeil erobert, sowie der obere Lila Pfeil angelaufen wird:

Ich hatte Ihnen dazu schon am Freitag geschrieben:

So, direkt unter dem 200er SMA, sieht ein Index aus, der sich auf eine Party mit Tanz vorbereitet, aber noch nicht sicher ist, ob er nicht doch schnell zum Notausgang muss, weil der Tanzpartner zu hässlich ist.

Diese Sorge um einen hässlichen Tanzpartner dürfte nun weg sein, eine Auflösung nach oben in der kommenden Woche wahrscheinlich. Wahrscheinlich ist am Montag eine Bewegung bis zum zweiten Lila Pfeil, der Nackenlinie - und danach sieht man weiter.

Und falls der unwahrscheinliche Fall eintritt und der Markt diese Vorlage nun nicht zur Rally nutzen kann, sollte man das als tiefrotes Alarmsignal betrachten, denn ein Markt der nicht tut was er sollte, ist ein gefährlicher.

Wenn Sie genauer wissen wollen was das alles bedeutet, denn die kommende Woche ist voller Ereignisse, sollten Sie zu uns dazu stossen. Hier im freien Bereich biete ich Ihnen bewusst nur einen oberflächlichen Teaser, denn ich gehöre nicht zur Fraktion die Klicks hinterher jagt, ich schreibe für Menschen, denen surveybuilder.info etwas wert ist.

Die kommende Woche bietet die für den DAX wichtige Sitzung der deutschen Autobauer bei Trump, sie bietet allerlei Notenbankreden und am Ende die wichtigen US Arbeitsmarktdaten. Insofern wird es auch nachdem der Markt den G20 Gipfel verarbeitet hat, diese Woche genügend spannende Entwicklungen geben. Und wir werden eine Menge Aktien besprechen, die in der Korrektur besonders vom Handelskonflikt und den Sorgen um China betroffen waren und daher nun besondere Chancen bieten.

Denn auch wenn wir immer noch nicht wissen, ob der Bullenmarkt sich mittel- und langfristig noch fortsetzt, oder wir nun schon in einer Topbildung sind, die mit einem niedrigeren Hoch als Ergebnis dieses Rebounds auslaufen wird, für uns ist jetzt einfach wichtig, dass die kommenden Wochen bis zum Jahresende kurzfristige Chancen bieten, alles weitere sieht man dann, einen Schritt nach dem anderen.

Achja, bevor ich es vergesse, wir bekommen durch den Tod des 41. Präsidenten George H. W. Bush am Mittwoch überraschend einen handelsfreien Tag in den US, der allerlei Termine durcheinander werfen wird.

Ihr Michael Schulte (Hari)

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Divide et Impera!

Vor uns liegt die große Woche des medialen Rauschens, die von geopolitischen und finanzpolitischen Themen geprägt sein wird.

Begonnen hat es schon gestern, mit dem G7 Desasters im Sinne .

Wird das überhaupt Auswirkungen auf die Märkte haben? Selektiv ja, wir sehen es heute früh ja schon an den Autowerten, die Trump direkt attackiert. Global gesehen aber eher nein, denn auf den G7 als Format zu verzichten, macht die Welt nicht schlechter und verringert den Gewinn keines Unternehmens auch nur um einen Cent. Genau genommen hat Trump meine Sympathie den zweiten Tag zu "schwänzen", denn diese Themen mit allgemeinen Absichtserklärungen sind genau das, was diese Gipfel zu so einer lächerlichen Ansammlung von Formelkompromissen macht.

Problematischer ist da langfristig schon der Mangel an Verbindlichkeit der aus Trump spricht, der den gleichen Menschen gerade noch zum Himmel loben und kurz danach via Twitter verdammen kann. Mangelnde Verbindlichkeit ist Gift für Beziehungen und Vertrauen und auf Vertrauen in Berechenbarkeit, beruht letztlich auch jede Investition und damit die Weltwirtschaft.

Gleichzeitig ist genau das im Sinne "divide et impera" aber Trumps Machtmittel, das er schon in seiner Zeit als Immobilien-Mogul immer wieder angewandt hat. Wenn man Stimmen aus seinem Umfeld folgt, fühlt er sich wohl mit etwas Chaos um ihn herum, weil das verhindert, dass echter Widerstand entsteht und er dann um so leichter seiner Eingebung folgen kann. Insofern ist das Bild das Merkel Pressekorps zum Gipfel veröffentlich hat wirklich treffend. Aber nicht so wie es sich das Pressekorps wünschte, sondern in dem es zeigt wie Trump grinsend sitzt, während die anderen diskutieren. Divide et Impera!

Kurzfristig für ein paar Jahre funktioniert diese Methode auch ganz hervorragend. Langfristig wird sie für die Welt und auch die Weltwirtschaft sehr gefährlich sein. Denn Verbindlichkeit - und nicht Chaos - ist das zentrale Fundament auf dem Investitionen blühen - oder nicht. Man nennt das auch das "Investitionsumfeld".

Der G7 war ja aber nur Ouvertüre, wir haben am Dienstag das Treffen Trump-Kim, das auf den Markt dann eine Auswirkung haben würde, wenn es im Dissenz und mit Beschimpfungen enden würde.

Wenn ich das Treffen Trump-Kim aus der Perspektive des Sentiments betrachte, dann hat es in meinen Augen einen optimistischen Überhang. Es sind hohe Erwartungen damit verknüpft und es ist keineswegs sicher, dass das so kommt. Alleine das Treffen selber ist für Kim ein riesiger Erfolg, selbst wenn er nach einer Minute "empört" wieder abreisen würde. Kim hat also wenig zu verlieren und deswegen ist das Risiko einer Enttäuschung in meinen Augen durchaus vorhanden. Wenn es zu einem Erfolg führt, dürfte es daher nur eine geringe Reaktion der Märkte geben, wenn es scheitert, eine stärkere.

Dann haben wir am Mittwoch die FED, die den Markt schon auf eine weitere Zinserhöhung vorbereitet hat und am Donnerstag die EZB, die beginnt den Markt auf ein Ende des Anleihenkauf-Programms einzustimmen. Es wird spannend sein zu sehen, wie Draghi das mit der einen Hand tut und versuchen wird, es mit der anderen Hand zum Wohle der Zinsentwicklung in Italien wieder einzufangen. Von beiden Notenbank-Events dürfte der EZB-Termin der deutlich spannendere sein.

Wir haben diese Woche aber auch noch die Bank of Japan (BoJ) und eine Unmenge wichtiger ökonomischer Daten, Inflationsdaten, Retail Sales und Industrie-Produktion.

In Summe ist unglaublich viel los und das trifft auf einen zuletzt wieder sehr resilienten Markt, der zum für ihn auch wichtigen Thema "Handel" bisher zum Schluß gekommen ist, dass das ein Thema ist das Sorgen rechtfertigt, aber "not yet", außer in selektiven Fällen wie den deutschen Autobauern, aber selbst diese Reaktion ist noch verhalten. "It doesn´t matter until it matters".

Vor allem ist aber diese Woche in kurzer Folge zu viel los, um den Verlauf zu antizipieren. Die Auswirkungen auf die Kurse vorher sagen zu wollen, ist daher sinnlos und vermessen und deswegen sollten wie es gar nicht erst versuchen.

Wichtig ist aber sich an die Resilienz des Marktes zu erinnern und daran zu erinnern, das dieser immer noch im "it doesn´t matter" Modus ist. Wir tun also gut daran, den medialen Nachrichten nicht zu viel Bedeutung beizumessen und auf den Markt selber zu schauen.

Und ich wäre keineswegs überrascht, wenn am Ende der Woche in den Kursen gar nicht so viel passiert wäre. Zumindest ist das das Muster der letzten 2 Jahre.

Was ich Ihnen -> zur Lage Anfang Mai <- geschrieben habe, ist also immer noch gültig:

Und im ganz großen Bild bleibt es dabei, wir sind in einer Seitwärts-Bewegung im ersten Halbjahr, die im zweiten Halbjahr dann gut S&P500 3.000 erreichen könnte. Das alles aber eingebettet in eine ganz normale, größere Konsolidierung, die die immensen Gewinne seit Anfang 2016 erst verarbeiten muss, bevor es weiter hoch gehen kann.

Und das Chart des Leitindex S&P500 sieht immer noch so aus und die Konjunkturdaten der US weisen nach oben, während sich in Europa eine leichte konjunkturelle Delle andeutet:

Ist das ein Grund Panik zu schieben? Nein.

Ist das ein Grund dem medialen Rauschen als Investor große Aufmerksamkeit zu schenken? Nein.

Wir sollten besser dem Markt selber Aufmerksamkeit schenken. Wenn etwas passiert, dass dessen Erwartungen schwer enttäuscht und dieses Bild verändert, werden wir es schnell in den Kursen sehen und genau dann ist der Zeitpunkt darauf zu reagieren.

Kluge Anleger raten nicht im Vorfeld herum, weil sie dann in 9/10 Fällen zu früh reagieren. Sie reagieren statt dessen im einen 1/10 Fall zügig im Sinne eines vorher durchdachten Plans, wenn sich etwas Relevantes in Bewegung setzt. So sollten wir auch an diese Woche des medialen Rauschens heran gehen.

Ihr Hari

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Wer hat Angst vorm bösen Trump?

Dieser Tage kann man wieder fasziniert beobachten, wie Differenzierung auf der Strecke bleibt, wenn es um die Person Trump geht.

Da hat der Mann nun Strafzölle für Aluminium und Stahl verkündet, etwas was er schon länger angekündigt hatte.

Völlig klar war, dass die deutschen, sogenannten "Mainstream-Medien (MSM)" darauf einschlagen würden. Egal was Trump macht, es wird immer darauf eingeschlagen, weil es in der Person Trump in einem Paket daherkommt, das auch bei Wohlmeinenden eher Abscheu ob dieser hohlen Ansammlung an Ego und Selbstlob hinterlässt.

Und für die Politik ist es eine wohlfeile, bigotte Gelegenheit, sich mal wieder als Verteidiger des Freihandels zu inszenieren, dabei sind genau die gleichen Politiker schnell mit einer Subvention an der Hand, wenn es nur der heimischen Industrie im Wahlkreis dient.

Ist also alles nur deshalb falsch, nur weil es von einer fraglos wenig sympathischen Person gesagt wird?

Aber auch umgedreht können wir die Tage beobachten, dass genau die, die sich zurecht über den moralischen Absolutismus der MSM ärgern, dann manchmal umgedreht in die gleiche Falle gehen und pauschale Urteile fällen.

Ist also alles nur deshalb falsch, weil es von den Mainstream-Medien und der Politik kommt und sich gegen Trump wendet?

Die Antwort ist in beiden Fällen *Nein*.

Wer nun unreflektierte Jubelgesänge auf Trumps Zoll-Politik verfasst - und ich habe da am Wochenende in anderen Blogs so allerlei gelesen - ist keinen Deut besser als die, die er kritisiert. Denn die Antwort zum Thema Handel ist komplex, differenziert, keineswegs einfach und nicht Schwarz/Weiss.

Zunächst einmal sei daran erinnert, dass der weltweite Freihandel ein scheues Reh ist und nur funktionieren kann, wenn alle Beteiligten einen multilateralen, kooperativen Ansatz fahren. Schert nur ein wichtiger Spieler aus, ist es damit vorbei.

Und es sei daran erinnert, dass Handel eben kein Nullsummenspiel ist, sondern vom freien Handel am Ende alle profitieren. Das ist völliger Konsens bei praktisch allen Wirtschaftsfachleuten und Ökonomen, gleich welcher ökonomischer Denkrichtung. Wenige Ausnahmen bestätigen die Regel.

Im Übrigens bestätigen die weltweiten Daten zur Wohlstandsentwicklung seit Fall des eisernen Vorhangs eindrucksvoll diese Sicht. Die Welt ist im Gesamten gesehen durch den Handel erheblich wohlhabender geworden, Armut und Hunger wurden eindrucksvoll zurück gedrängt, wenn auch noch nicht beseitigt. Alle Daten auf Ebene der ganzen Welt, zeigen statistisch in diese Richtung.

Um diesen kooperativen Ansatz am Leben zu erhalten, wurde die World Trade Organisation (WTO) gegründet, deren "Rechtsprechung" sich alle fortgeschrittenen Handelsnationen unterwerfen um den kooperativen Ansatz mit Leben zu füllen. Dabei lassen die Regeln der WTO sehr wohl Zölle und Handelsschranken zu, sie müssen sich aber selektiv als Gegenmaßnahme gegen andere Vertragsverletzungen richten und genau das ist der entscheidende Punkt, der bei Trumps Ansatz zu kritisieren ist.

Kommen wir also zu Trumps Zöllen und der Angst vor einem Handelskrieg, ich will mal versuchen das Ganze aus meiner Sicht rational und ohne Schwarz/Weiss-Denken aufzudröseln. Und ob Trump charakterlich dieses oder das ist, sollte bei einer rationalen Bewertung seiner Politik keine Rolle spielen.

Erstens, ist es richtig, dass China zwar den Freihandel im Munde führt und wie in Davos 2017 auch immer wieder nützliche Idioten in der westlichen Wirtschaft findet, die dieser Propaganda zujubeln, weil sie Dollarzeichen in den Augen haben - faktisch aber ganz harte Macht- und Industriepolitik betreibt, die sich um die Regeln der WTO nur dann kümmert, wenn es dem eigenen Vorteil dient. Man muss nur beispielsweise schauen, wie China die eigenen Branchen mit einer gesetzlich erzwungenen 51% Zwangsmehrheit gegen ausländischen Einfluß schützt, während man sich gleichzeitig in Europa einkauft, wo solche Schutzmauern nicht existieren. Das ist eindeutig asymetrische Industrie-Kriegsführung, die den blauäugigen und kurzfristig profitverliebten westlichen Eliten noch auf die Füße fallen wird.

Zweitens, ist es fraglos richtig, dass die gewaltigen Überkapazitäten die China aus innenpolitischen Gründen in vielen Industriebereichen - wie auch Stahl und Aluminium - am Leben erhält, eigentlich ein Skandal sind und mit Marktwirtschaft rein gar nichts zu tun haben.

Drittens, ist es daher folgerichtig und nicht zu kritisieren, dass sich andere Volkswirtschaften dagegen mit Zöllen abschotten, die WTO lässt das ausdrücklich zu und ein Handelskrieg ist das damit nicht. Europa tut es und wenn Trump nun Zölle nur gegen China wenden würde, wär daran nichts zu kritisieren.

Viertens, ist es fraglos richtig, dass auch in der EU hier und da Doppelmoral in Sachen Handel herrscht, im Großen und Ganzen hält sich die EU aber an die WTO Regeln und betreibt kein weltweites Einfluss-Powerplay damit wie China und die USA.

Fünftens, ist auch das Handelsverhältnis der US zu Europa im Saldo eher von Fairness geprägt. Da Trump Autozölle zum Thema gemacht hat sei daran erinnert, dass die EU 10% Importzölle für US Fahrzeuge nimmt, die US aber nur 2,5% Importzölle für PKW, dafür aber 25% für Vans und Trucks. Im Saldo gleicht sich das wieder aus, was im Handel genau Fairness bedeutet.

Sechtens, wenn dann zwischen EU und US eine Seite einen Überschuß generiert, ist es nicht das Ergebnis unfairer Vorteile, sondern das Ergebnis besserer Produkte. Dass bei Autos die EU durch Deutschland einen klaren Überschuß besitzt, liegt an besseren Autos als sie bisher von Ford und GM produziert wurden. Erst mit Tesla dreht sich das Blatt wieder. Und dass im IT und Internet-Bereich die US-Konzerne im Sinne FAANG den Handel dominieren, liegt an den besseren Produkten des Silicon Valley, die weltweite Marktmacht haben.

Was ist also das Problem an Trumps Zöllen? Warum besteht nun Angst vor einem Handelskrieg?

Weil er eben nicht nur - nach den Regeln der WTO berechtigt und für die US überfällig - China straft. Sondern weil er die Zölle pauschal für alle erheben will, auch die, die sich an faire Regeln halten!

Genau das wäre der Sündenfall und würde gegen WTO-Regeln verstossen. Genau davor haben alle Angst, weil es dann Gegenmaßnahmen auf den Plan bringt und sich daraus ein Handelskrieg entwickeln könnte, in dem alle nur verlieren können.

Selektive Gegenmassnahmen sind absolut akzeptabel. Eine generelle Abschottungspolitik nach Autokraten-Manier, der Trump am Wochenende fatalerweise mit Drohungen in Richtung der deutschen Autobauer Nahrung gegeben hat, ist aber inakzeptabel und schadet als Allererstes Amerika selber, das seine weltweite Dominanz auf Freihandel aufbaute und nicht auf Abschottung.

Und das so zu sehen ist keineswegs "Trump-Bashing", denn:

  • Seine eigenen Wirtschaftsberater Finanzminister Steve Mnuchin und Gary Cohn wenden sich dagegen.
  • Die Republikanische Partei (GOP = Grand Old Party) ist in überwältigender Mehrheit dagegen, die Demokraten sowieso.
  • Praktisch alle Ökonomen gleich welcher Denkschule sind dagegen und das will schon was heißen wenn man weiß, wie "spinnefreind" die sich teilweise sind.

Tja und die deutschen Main-Stream-Medien schießen halt auch dagegen, weswegen die Kritik aber nicht falsch sein muss. Man kann auch aus den falschen Gründen die richtige Meinung haben.

Der Kern des Problems sind also nicht ein paar Prozent bei Stahl, das kann man als nebensächlich abhaken. Der Kern des Problems ist, dass Trump mit seinem Verhalten einen unilateralen Ansatz signalisiert und der kann das zarte, kooperative Pflänzchen des Welthandels schnell kaputt machen. Und am Ende wären wir alle ärmer.

Und geben wir uns keiner Illusion hin, das ist ein Thema, das sich im Gegensatz zu vielen medialen Säuen mal tatsächlich auf die Gewinne der Unternehmen auswirkt. Sollte der Markt also die Meinung entwickeln, dass sich hier ein Handelskrieg entwickelt, werden die Kurse stark fallen und das zurecht!

Im Moment glaubt der Markt das aber noch nicht, er setzt darauf, dass Trump von seinem Umfeld wieder in die Spur gebracht wird und es zu keiner generellen Eskalation kommt. Hoffen wir das der Markt Recht behält, dann kann 2018 noch ein gutes Aktienjahr werden.

Wer dagegen wissen will was Abschottung und Handelskriege bewirken, muss nur in die 30er Jahre des letzten Jahrhunderts schauen. Und was das hervor gebracht hat, wissen wir hoffentlich alle, wenn wir auch nur ein wenig geschichtliche Bildung besitzen.

Ihr Hari

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Assa Abloy, Schneider Electric, Bouygues, die surveybuilder.info Mitgliedschaft und der Nutzwert

Ich gestehe, ich habe hier mit dem freien Bereich einen kleinen Zielkonflikt. Letztlich dient der freie Bereich ja als "Schaufenster" in den Premium-Bereich, ich möchte Ihnen hier ein Bild davon vermitteln, was Sie im Premium-Bereich erwartet.

Wenn Sie schon länger von aussen um surveybuilder.info "herumstreichen", wissen Sie ja aber auch, dass ich dieses "Schaufenster" auf ungewöhnliche Art und Weise betreibe.

Keine Werbung, keine Banner, keine Lockvogelangebote mit Rabatten, keine Advertorials, keine reisserischen Versprechungen und schon gar kein permanentes Brüsten mit "eingetroffenen Prognosen" und "erfolgreichen Tips". Wenn Sie hier schon länger lesen, wissen Sie schon wie ich über die -> Prognosiritis < - denke.

Diese bewusste Reduktion auf viel Text und den Verzicht auf jegliche Schaueffekte hat auch einen Grund: Ich will eindeutig nicht *jeden* als Mitglied der Community. Mir geht es defintiv *nicht* darum, hier eine möglichst hohe Anzahl Leser um jeden Preis zu haben. Vielmehr soll der freie Bereich zu einer gesunden Selektion derer führen, die wirklich reif für die tiefergehenden Inhalte dieses Blogs sind. Auch die Notwendigkeit zu zahlen, ist dann eine Selektion, die die ernsthaft Interessierten, von der Menge der "Vorbeiklicker" separiert.

Das wichtige Wort ist dabei "um jeden Preis". Selbstverständlich freue ich mich über neue Mitglieder, alleine schon weil die immer weiter wachsende Community ja Ausweis des Erfolges ist. Sie zeigt sozusagen, dass ich meine Zeit und Energie nicht sinnlos verschleudere.

Und natürlich ist auch der damit verbundene Umsatz wichtig, weil er Ausdruck der Wertschätzung ist und überhaupt legitimiert, wie sehr ich mich bemühe. Sie wissen, ich halte von der Umsonst-Kultur des Internets herzlich wenig. Sie hat die Medien erst zu diesem traurigen Zustand gebracht, den wir jetzt vorfinden. Es existiert eben doch ein Zusammenhang zwischen der Qualität und Substanz von Artikeln und der Not, über reisserische Überschriften und Texte um Leser zu heischen. Beides steht im Widerspruch und da auch Redakteure und Blogger ja ihre Familie ernähren müssen, wird das Geld dann "hintenrum" eingenommen. "Kostenlos" ist im Internet nur die Fassade für alle, die sich davon blenden lassen wollen.

Lange Rede kurzer Sinn, ich möchte schon möglichst viele Mitglieder und diese Community soll immer weiter wachsen und damit auch bedeutender in ihrer Stimme werden, so wie das die letzten 4 Jahre ja gelungen ist. Ich will aber nur Mitglieder, die anlagetechnisch "reif" für surveybuilder.info sind und auch an sich arbeiten wollen, damit diese Community weiter befruchtet wird. Und das ist idealerweise dann der Fall, wenn etwas Erfahrung vorhanden ist und man schon mal selber am Markt auf die Nase gefallen ist.

Wenn man so will, wenn ein wenig Demut und Selbsterkenntnis in die Anleger gekrochen ist. Denn ohne diese, kommt man mit differenzierten Texten noch nicht gegen die schnellen Verheissungen der "heissen Tips" und "sicheren Gewinne" an, mit denen die diversen Verkäufer da draussen auf Kundenfang gehen. Ich könnte es auch mit Yoda formulieren auf die Frage, ob die Verheissungen der "dunklen Anlage-Seite" stärker seien: "Nein, Nein, Nein! Schneller, leichter, verführerischer". 😉

Deshalb mache ich es Ihnen hier im freien Bereich nicht einfach. Ich spreche hier kaum über einzelne Chancen und Opportunitäten, ich mache Ihnen den Mund nicht mit Chancen wässrig. Sondern ich lege Wert darauf, das Grundsätzliche herüber zu bringen. Wer aber permanent den unmittelbaren, leicht verdaulichen "Nutzwert" sucht, wird damit eher abgestossen. Und das ist gut so und so gewollt, denn es gibt keinen einfachen und schnellen Weg zum Markterfolg und wer diese Erkenntnis noch nicht hat, ist noch nicht reif.

Trotzdem ist dieser "Nutzwert" ja tagtäglich massiv vorhanden. Ca. 2/3 der Themen und Artikel im Premium-Bereich, drehen sich jeden Tag um Aktualität, Chancen und Gelegenheiten, die uns der Markt bietet und zwar von langfristigen Investments bis kurzfristigen Intraday-Trades.

Es kann ja auch gar nicht anders sein, bei ca. 3 Artikeln pro Tag alleine von mir, kann man ja das grundsätzliche Rad des Marktes nicht jeden Tag wieder neu erfinden, vielmehr nutze ich die Aktualität, um die grundsätzlichen Themen immer wieder am konkreten Fall zu vermitteln.

Heute will ich Ihnen daher mal auch mal zeigen, was an konkreten Ideen auch permanent hier generiert wird. Und besonders schön ist das ja immer, wenn man mal in die Vergangenheit schaut. Hier ist also ein Artikel von Mitte März zu europäischen Opportunitäten, ein Thema, das ja diese Woche besonders virulent ist.

Viel Spass dabei. Und stellen Sie sich mal die Frage, ob Sie nicht doch etwas Energie in den Erfolg ihres Depots investieren wollen. Ohne Schweiss kein Preiss, diese Wahrheit war schon vor Yoda bekannt. 😉

Ihr Hari

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Nehmen wir mal an - Drei europäische Ideen

Artikel vom 16.03.17 im Premium Bereich

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Das 2. Quartal – Sechs klare Thesen



Das 2. Quartal liegt vor uns und damit auch wie immer die Frage, wie es an der Börse weiter gehen wird.

Nun habe ich, wie Sie wissen, im Gegensatz zu den "Crash-Propheten" und anderen Grossmeistern der Zukunftsvorhersage, immer noch keine Glaskugel. Insofern lassen wir konkrete Zukunftsprognosen hier weiter mal sein. Wenn Sie Derartiges suchen, finden Sie vielfältige Angebote im Web und sind hier eher falsch.

Warum jemand der die Zukunft kennt, nicht schon längst an der Börse zum Milliardär geworden ist, verstehe ich zwar immer noch nicht, aber wahrscheinlich sind das einfach alles ganz herzensgute, altruistische Menschen, die für ihre Mitmenschen völlig selbstlos nur das Beste wollen. 😉

Aber lassen wir mal den Sarkasmus, hier sind für Sie sechs klare Statements bzw Thesen zum Nachdenken, die ich zum 2. Quartal mal in den Raum stelle - dann können Sie damit machen, was immer Sie wollen:

(1) Trump oder Konjunktur? Beides!

Seit dem Wahlsieg Trumps befindet sich der Markt in einer eindrucksvollen Aufwärtsbewegung. Da lag und liegt es doch nahe, diese Bewegung mit Erwartungen an Trumps Politik in Verbindung zu setzen, insbesondere zum Thema Steuerreform, Infrastrukturprogramm und Deregulierung des Finanzsektors.

Da ist auch was dran und insbesondere der erste Schub im November/Dezember letzten Jahres, dürfte stark damit korreliert sein. Auch heute ist dieser Faktor sicher noch im Spiel.

Aber - ein dickes Aber - an der aktuellen, fortdauernden Stärke dürfte in zunehmendem Masse auch die konjunkturelle Entwicklung beteiligt sein. Denn die Konjunktur-Signale sehen zunehmend positiv aus, selbst im bisher anämischen Europa.

Diese Rally als reine Hoffnungsrally abzutun und ihr einen Zusammenbruch zu prophezeihen, sobald die Hoffnung der Realität weicht, ist also viel zu kurz gedacht. Diese Rally hat eine fundamentale Unterlegung, auch wenn sie schon von recht hohen Kursniveaus aus erfolgt.

(2) Sell in May?

Im letzten Jahr habe ich mich in -> Sommerstarre statt Sell in May < - klar gegen den Sell in May Effekt ausgesprochen und so ist es dann auch gekommen.

Dieses Jahr dürften diese Art Prognosen daher spärlicher werden, gleichzeitig hat der Markt aber nach dem starken Anstieg bis in den April hinein durchaus Raum für eine Pause. Insofern sind die Chancen eines "Sell in May" Events dieses Jahr ungleich höher als letztes Jahr.

(3) Überschätztes politisches Risiko Europa?

Für die Kurse ist nicht nur wichtig, was wird. Wichtig ist vor allem die Differenz zwischen der in den Kursen enthaltenen Erwartung und dem was wird.

Und was die Erwartung angeht, ist der Markt in Europa mit diversen Katastrophenszenarien ins neue Jahr gegangen, die von einem Zerfall der EU bis zum Auseinanderbrechen des Euros reichen. All das war also schon in den Kursen und hat Europas Aktienmärkte gegenüber den US Indizes zurück fallen lassen.

Und nun bricht sich langsam eine realistischere Sicht Bahn, die man mit "not yet!" umschreiben könnte. Was bedeutet, dass die Sorgen zwar berechtigt sind und die strukturellen Mängel von EU und Euro ja objektiv da sind, diese aber wohl noch nicht in 2017 zur Eskalation führen werden.

Das politische Risiko in Europa wird also eher überschätzt und diese Anpassung der Erwartung treibt aktuell die Kurse und könnte sie weiter treiben.

(4) Überschätztes Risiko einer Zinswende?

Auch die in den US durch die FED laufende Zinswende, wird gerne als Grund für eine Wende an den Aktienmärkten argumentativ missbraucht. Und selbst die EZB beginnt ja ganz leicht zu zucken und der Markt beginnt ein Ende der Negativzinsphase in Europa zu antizipieren.

Auf den ersten Blick hört es sich ja auch logisch an, wenn Bonds höhere Renditen abwerfen, erzeugt das Druck auf die um das Anlagegeld konkurrierenden Aktienmärkte. Diese Logik dürfe aber überschätzt und übertrieben sein.

Denn erstens gibt es keinen historischen Automatismus, nachdem die Zinswenden schlecht für die Kurse waren. Erst viel später im Prozess, wenn die Zinsen sich wieder attraktiven Niveaus wie 3 oder 4% annähern, wird das zunehmend zum Problem, davon sind wir aber noch Jahre entfernt, wenn es dazu überhaupt je wieder kommt.

Und zweitens haben wir durch die von den Notenbanken induzierte Blase bei den Bonds sowieso eine historisch völlig einmalige Situation, in der Bonds auch bei marginal erhöhten Renditen weiter skeptisch gesehen werden dürften. An Aktien als Produktivvermögen führt weiter kein Weg vorbei und deshalb ist die Zinswende kein guter Grund für Sorgen.

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Der eine grosse Schuss der Bären

Montag 27.03.17 08:50 Uhr kurz vor Handelsstart.

Letzten Mittwoch habe ich Ihnen in -> es zählt nicht bis es zählt <- den Ablauf einer "erfrischenden" 5-10% Korrektur gezeigt.

Nachdem Trump nun letzten Freitag seine Unerfahrenheit im Umgang mit der "Schlangengrube" Washington gezeigt hat, haben die Bären diese Woche die grosse Chance, endlich mal ihre Krallen zu wetzen und er Welt zu zeigen, dass sich doch nicht völlig kastriert wurden.

Denn es gibt grossen Konsens, dass zumindest ein Teil der Trump-Rally auf positiven Erwartungen an seine Politik beruhte, die teilweise schon im Vorfeld eingepreist wurden.

Dabei geht es dem Markt nicht um die Gesundheitsreform, es geht primär um die grosse Steuerreforn und nachgelagert, aber auch wichtig, um die Infrastruktur-Programme und die Deregulierung im Finanz-Sektor.

Auch wenn diese politischen Absichten am Freitag nicht auf der Agenda standen und Trump weiter voll hinter diesen steht, haben die Erwartungen doch einen Dämpfer bekommen. Denn nun dürfte endgültig klar sein, dass im dysfunktionalen Washington die gesetzgeberischen Blütenträume nicht so schnell umzusetzen sind, wie ein Tweet abzusetzen ist.

Wir sehen heute früh in den Futures schon die Enttäuschungs-Reaktion und die US Futures sind damit *unter* den Werten des Einbruchs von Dienstag - die Definition eines neues Abwärtstrends.

Da ist sie also, die grosse Chance der Bären. Diese dürfen sie aber nicht erneut vergeigen und müssen nun nachsetzen. Denn wenn der Markt trotz dieser Ausgangslage erneut nicht ernsthaft korrigieren kann, kann man das mit einer Totalkapitulation der Bären gleichsetzen.

Gleichzeitig aber, ist es abseits solcher kurzfristig-taktischer Erwägungen für uns wichtig uns bewusst zu machen, dass diese aktuelle Rally eben nicht nur auf hoch geschossenen Erwartungen, sondern auch auf real guten Konjunkturdaten beruht. Auch ist die Skepsis bei den Profis aktuell schon hoch, alle erwarten diese Korrektur, die die Bären diese Woche endlich in Angriff nehmen könnten.

Und weil das so ist und so viele darauf warten in den Markt einsteigen zu können und weil "hope springs eternal" - sprich schon bald wieder neue Erwartungen an die Steuerreform geschürt werden dürften, bleibe ich bei meinem Chart von letzten Mittwoch als wahrscheinlichem Verlauf. Hier ist es erneut:

Wir haben nun also ein paar Prozent Luft nach unten, im S&P500 bis ca. 2.200, dann sollten wir damit rechnen, dass die "Schnäppchenjäger" schon wieder massiv unterwegs sind und der übergeordnete Aufwärtstrend uns doch erhalten bleibt.

Das ist ein Szenario unter mehreren, aber das in meinen Augen nach wie vor wahrscheinlichste.

Ihr Hari

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Meistgehasster Bullenmarkt

Sie glauben immer noch, dass man nur die Weltnachrichten verfolgen muss, sich dazu eine Meinung bilden und man dann antizipieren könnte, was die Börse machen wird?

Na gut, schauen wir uns mal die aktuelle Lage an:

  • Wir hatten ein eher desaströses Treffen Trump-Merkel, aus dem hervor ging, wie wenig die Beiden sich zu sagen haben.
  • Wir hatten ein G20 Treffen der Finanzminister, bei dem man sich noch nicht einmal darauf einigen konnte, sich gegen "Protektionismus" auszusprechen.
  • Wir haben massive, positive Erwartungen an Infrastruktur- und Steuer-Gesetze Trumps im Markt, die mit Sicherheit nicht alle gleichzeitig so wie erhofft Realität werden können.
  • Wir haben einen Markt nahe der Höchststände der massivst überkauft ist und nach einer überfälligen Korrektur schreit.
  • Wir haben diverse Marktinternas wie die Marktbreite, die klare Warnsignale senden.
  • Wir haben diverse Potentaten, die wahlweise mit Religions- oder Atomkriegen drohen.
  • Wir haben ........ Sie dürfen hier selber anfügen, Ihnen wird sicher allerlei einfallen.

All das ist die Realität um uns, auf der basierend sich am Markt Preise für Risikoassets wie Firmen entwickeln.

Mit Sicherheit dürfte im Angesicht dieser riskanten Kombination von hohen Kursen und hohen Risiken, auch meine Oma seelig eine Korrektur erwarten, die nun wahrlich keinerlei Zugang zur Börse hatte.

Diese kritische Lagebeurteilung ist also totaler Konsens und wer aktuell eine Korrektur erwartet, ist kein "Contrarian" sondern Teil einer riesigen, blökenden Herde.

Deshalb haben wir auch so eine vergleichsweise kritische und uneuphorische Stimmung im Markt, trotz Kursen nahe der Höchststände.

Und genau da liegt das Problem. Denn der Markt ist selbstreferentiell und was alle erwarten, ist schon in den Kursen und kann schwerlich zu einer Überraschung führen.

Genau das nennt man eine "Wall of Worry" und die klettern wir gerade. Wir haben wohl einen der meistgehassten Bullenmärkte der Geschichte vor uns.

Kluge Anleger respektieren das. Sie sind zwar vorsichtig und sichern sich nach unten ab, denn die Risiken sind immens. Sie stellen sich aber auch nicht gegen den Markt und diskutieren nicht mit ihm.

Ist das einfach? Nein bestimmt nicht. Aber es ist die Grundvoraussetzung, um am Markt erfolgreich zu sein. Denn wenn sich Geldanlagen zu wohlig anfühlen, kann an ihnen etwas nicht mehr stimmen. Das muss so sein, weil der Markt eben -> reflexiv <- ist.

Ob uns das gefällt ist ohne jede Relevanz. Es ist so und wir arrangieren uns besser damit, oder tragen die Konsequenzen im Depot.

Ihr Hari

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Mediale Schlagzeilen und die Börse

Wenn man nach den absehbaren Terminen und Ereignissen geht, gehört diese Woche wohl zu den ereignisreichsten des Jahres. Es wäre aber ein grober Fehler, von der medialen Welle mit der Ereignisse kommentiert werden, unmittelbar auf die Bedeutung für die Börsen zu schliessen.

Hier ist also für Sie die "Vorschau" die Ihnen sagt, was in meinen Augen diese Woche wirklich für die Märkte wichtig ist:

Options Expiration (OpEx) am Freitag: geringe Bedeutung

Die OpEx wird von manchen "Börsenexperten" immer gerne wie eine geheimnisvolle Monstranz vor sich her getragen, deren Verständnis die "Logenmitglieder" von den "Uneingeweihten" unterscheidet. Dabei ist die Wirklichkeit viel profaner, die OpEx entfaltet ihre Wirkung vor allem mit zunehmender zeitlicher Nähe, weil sie Kurse bei bestimmten Marken "festtackert" bzw wenn diese Marken nachgeben, dann eine Bewegung verstärkt. Ich vergleich das gerne mit magnetischer Kraft, in der Nähe der OpEx werden Kurse an den wichtigen Marken gehalten, wenn sie sich aber entfernen, dann mit einem "Schnappen" wenn der Magnet sich löst. Diesen Vorgang gibt es aber jeden Monat bzw jedes Quartal und insofern ist die OpEx nicht unwichtig, aber doch business as usual.

Türkei: geringe bis keine Bedeutung

Was da an präpotentem Gehabe abläuft, erspare ich mir zu kommentieren. Der Markt sieht das aber auch so, die Türkei ist wirtschaftlich ein Nebenthema und mit dem aktuellen wirtschaftlichen Absturz, wird sie bald selbst das nicht mehr sein. Politisch und kulturell ist das Geschehen von hoher Bedeutung. Aber die Märkte interessiert das bestenfalls am Rande und langfristige gesellschaftliche Entwicklungen werden an den Märkten eher nicht bewertet.

Die FED Sitzung am Mittwoch: mittlere Bedeutung

Eigentlich hat die FED Sitzung eine sehr hohe Bedeutung, nur ist dieses Mal ja schon weitgehend klar, dass die FED eine Zinserhöhung vollziehen wird und das ist auch schon in den Kursen. Überraschend wäre nur, wenn es zu keiner Zinserhöhung kommt. Insofern liegt das Augenmerk wieder auf den Formulierungen und vor allem dem weiteren Ausblick und das kennen wir ja schon und hat mittlere Bedeutung.

Eine Menge wichtiger Wirtschaftsdaten wie den ZEW oder den Philly Fed: mittlere Bedeutung

Auch das ist ja "Business as usual" und kennen wir. Die Daten haben einige Bedeutung, weil daraus ja Schlussfolgerungen für die Aktivitäten der Marktteilnehmer gezogen werden. Da derzeit viele Daten aber recht konsistent auf eine anziehende Weltkonjunktur hinweisen, werden die Daten nur dann richtig Wirkung entfalten, wenn sie von der Erwartung abweichen.

Beginn des Brexit: mittlere Bedeutung

Nach Vermutungen und die Erwartungen wie dieser Brexit sich dann real gestalten wird, haben hohe Bedeutung für die Märkte. Nicht dass der Brexit kommt, das ist natürlich in den Kursen, aber die feinen Hinweise wie der Hase dann in den kommenden 2 Jahren laufen wird, haben erhebliche Konsequenzen und die Märkte reagieren sensibel darauf.

Notenbanksitzungen der Bank of Japan (BoJ), der Bank of England (BoE) und der Schweizer Nationalbank (SNB) am Donnerstag: mittlere Bedeutung.

Pauschale Aussagen sind hier schwer, die Sitzung der BoE möglicherweise nach einem beschlossenen Brexit, wird natürlich besondere Aufmerksamkeit ziehen. Aber im Saldo kann man auch hier eher "Business as usual" erwarten.

Wahl in den Niederlanden am Mittwoch: mittlere Bedeutung

Die Wahl selber hätte - selbst wenn Geert Wilders gewinnen würde - aufgrund des Wahlsystems eher mässige Bedeutung für die Märkte. Aber die politischen Implikationen für Frankreich sind hoch und dort dürfte sich im Mai erst einmal das Schicksal des Euros entscheiden und das interessiert die Märkte natürlich immens.

Merkels Besuch bei Trump am Dienstag: hohe Bedeutung

Für die Märkte potentiell das zentrale Ereignis der Woche. Und das nicht weil da zwei Politiker reden, sondern wegen der Implikationen. Merkels Besuch wird der Lackmustest für die neue Handelspolitik der Trump-Administration sein, zumindest wird der Markt das unter dieser Überschrift beäugen.

Besonders schwierig einzuschätzen ist dabei die Lage wohl auch, weil in Trumps Administration selber wohl ein zur Handelspolitik ausgebrochen ist, in dem sich die Goldmänner als Vertreter des freien Welthandels und Protektionisten wie Navarro und Bannon gegenüber stehen. Wo der Präsident steht, ist unbekannt.

Die Bedeutung dieses Ausgangs für die Börsen, kann man gar nicht hoch genug hängen und der Verlauf des Besuchs von Merkel wird dafür Indiz sein. Denn mit dieser grundlegenden Machtfrage stehen und fallen dann Handelsbeschränkungen und Konflikte, oder eben ein eher ruhiges Umsteuern und Neuverhandeln der Handelsbeziehungen im Konsens. Bisher hat der Markt einseitig darauf gesetzt, dass "schon alles gut werden wird". Falls das eine Fehleinschätzung ist, dürfte die Reaktion der Börsen sehr harsch sein. Ein sehr freundlicher und konsensualer Termin, kann aber gerade deutschen Aktien noch einmal zu einem Schub verhelfen.

So sehe ich persönlich die börsentechnische Bedeutung der absehbaren Ereignisse dieser Woche. Möge es Ihnen bei Ihren Entscheidungen helfen.

Ihr Hari

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