Solar Sektor – Signale stehen auf Grün!

Der folgende Artikel erschien schon Donnerstag 02.04.15 16:05 in Hari Live

Die einfachsten Dinge sind oft die Profitabelsten und deshalb sollte man sie auch immer wieder wiederholen, auch wenn es aus medialer Sicht manchmal penetrant werden könnte.

Aber wir verdienen unser Geld an der Börse ja nicht mit Unterhaltung, sondern damit, aus dem was uns der Markt gibt, so viel wie möglich heraus zu holen. Und dazu gehört Disziplin und Wiederholung, Wiederholung, Wiederholung!

So ein Sektor der "Wiederholung" ist der Solarsektor. Ich habe darüber in Hari Live seit Jahresanfang immer wieder und immer wieder im gleichen Tenor geschrieben. Und auch heute will ich es wieder tun, denn der Sektor sieht von der Markttechnik her einfach gut aus.

Die relative Stärke habe ich erst gestern wieder thematisiert, heute schauen wir mal wieder auf die langfristigen Charts mit Wochenkerzen.

Nun ist Charttechnik auf der Basis von "Pattern" ja keine exakte Wissenschaft, man kann eine Situation immer so oder so zeichnen. Und manchmal widersprechen sich die Muster dann auch, was Ausdruck einer unklaren Marktlage ist.

Beim an der Wallstreet notierenden Guggenheim Branchen-ETF TAN aber, kann ich auf das Wochenchart schauen wie ich will, ich sehe immer bullische Muster. Zunächst einmal betrachten wir die Struktur der 2014er Konsolidierung:

TAN 02.04.15 2

Und wir können die Begrenzung auf unterschiedliche Arten und Weisen zeichnen, mal mit den maximalen Spitzen als Begrenzung (schwarz) und mal unter Abschneiden von Fakeouts sozusagen die zentrale Struktur (lila) heraus arbeiten. Aber egal wie wir es machen, wir bekommen im grossen Bild immer einen bullischen Ausbruch aus der Flagge (blau).

Nun können wir uns statt der Flagge aber auch die Wendestrukturen heraus arbeiten und dann bekommen wir so ein Chart, das ein wenig nach einer bullischen Cup´n Handle Struktur aussieht:

TAN 02.04.15 3

Alle technischen Betrachtungsweisen deuten also auf Chancen nach oben. Und das erst recht, wenn es der TAN mittelfristig schaffen sollte, die umkämpfte 4xer Zone zu verlassen, die beim ein Jahr alten Hoch vom 07.03.2014 bei 51,07 USD ihre obere Begrenzung findet.

Sollte der Deckel dort wegfliegen, sind mit guter Wahrscheinlichkeit 70 USD als nächstes Ziel, aber durchaus auch 90 USD denkbar. Ja, ich meine 90 USD, die Marktechnik gibt das im Sinne eines "Measured Moves" durchaus her. 70 USD erscheinen dann aber recht realistisch.

Fundamental gesehen, stehen die Signale sowieso auf Grün, der Sektor segelt sozusagen mit politischem Rückenwind. Was in China passiert, haben wir ja mitbekommen und auch in den US ist der politische Rückenwind da, lesen Sie zum Beispiel hier:
.

Nun wissen wir ja, dass nichts am Markt völlig sicher ist und gerade die Dinge, die "sicher" aussehen, sind am gefährlichsten. Wo könnte also beim Solar-Thema das Problem um die Ecke kommen, das wir heute nicht sehen?

Nun, niedrige Öl-Preise als Konkurrenz-Energie, können es nicht sein, wir erleben ja gerade, wie gut sich der Sektor trotzdem hält und auch das ist sehr bullisch zu werten.

Was einschlagen würde, wäre ohne Frage eine neue, saubere Energieform mit hohem Wirkungsgrad ala "kalter Fusion". Aber wer will schon ins Blaue hinein auf solche Science Fiction wetten?

Nein, mir fällt im Moment nichts ein, was da um die Ecke kommen könnte. Wenn überhaupt dann ein neues, massives Überangebot, so dass zwar der Sektor als Ganzes vom Umsatz her boomt, die Firmen aber kaum Gewinne machen. Das ist für mich noch das am ehesten realistische, negative Szenario.

Aber wie auch immer, wir dürfen auch nicht überinterpretieren und alles in Frage stellen, nur um es in Frage zu stellen. Wir müssen aber aufmerksam sein und dürfen nichts als gegeben hinnehmen, auch nicht die positive Zukunft des Solar-Sektors.

Von dieser berechtigten Aufmerksamkeit für neue Entwicklungen abgesehen, sieht aber der Sektor derzeit positiv aus und ich predige ja immer, dass wir handeln sollen, was wir sehen und nicht was wir sehen wollen.

Was wir aber sehen, ist eine bullische Markttechnik. Der TAN könnte sehr wohl im Sinne des Charts oben noch einmal einen "Henkel" bilden und die 40 USD erneut testen - kurzfristig ist auch im TAN eine Korrektur gut vorstellbar.

Mittelfristig sind die Börsensignale des Sektors aber für mich klar auf Grün!

Ihr Hari

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Solar Sektor und First Solar weiter im Aufwind – Elon Musk plant wieder Grosses

Ich habe hier in den letzten beiden Jahren oft über den Solarsektor geschrieben, dessen sensationelle Aufwärtsbewegung in 2013 wir hier voll mitgenommen haben.

Heute will ich Ihnen in der Kombination von zwei gestrigen Kurzposts aus Hari Live zeigen, dass der Sektor nach wie vor attraktiv aussieht und gerade die Aktie von First Solar, sich in einem nahezu perfekten Aufwärtstrends befindet.

Zunächst zum gesamten Sektor, für den es leider im Euro-Raum immer noch keinen brauchbaren ETF gibt, der alleine den Solarsektor fokussiert. So müssen wir uns den Sektor nun anhand des US ETFs TAN (Guggenheim Solar Energy Index ETF) anschauen:

TAN 17.06.14 2

Wir sehen hier ein sauberes Signal im Sinne der Trendfolge. Nach dem der Sektor die gewaltigen Gewinne des letzten Jahres seit März in sehr gesunder Weise konsolidiert hat, ist nun der Boden für eine weitere Aufwärtsbewegung gegeben.

Noch besser als der TAN, sieht vom Trendgedanken her aber die Aktie von First Solar (A0LEKM, FSLR) aus. Ich zeige Ihnen hier das langfristige Wochenchart, mit einem in Perfektion nach oben schwingenden langfristigen Aufwärtstrend, der sich vor 2 Jahren im Q2 2012 etabliert hat:

FSLR 17.06.14

Beim letzten Trendhoch im März, war das 38er Fibonacci Retracement noch zu viel gewesen. Nun aber spricht sehr viel dafür, dass dieses Retracement im aktuellen Aufwärtszyklus fällt.

Bei First Solar ist die Strategie also herzlich einfach: im Sinne der Trendfolge dabei bleiben. 🙂

Was übrigens nach meiner Ansicht für den gesamten Sektor gilt. Gerade in den USA, gewinnt die Solar Thematik nun so richtig Fahrt. Die gestrigen 17% Plus bei Solar City (A1J6UM, SCTY) - einem Unternehmen im Dunstkreis von Elon Musk - sprechen eine klare Sprache. Lesen Sie unter dem Titel , was da gerade los ist.

Die Aussichten des Sektors sind auf jeden Fall mittel- und langfristig weiter sehr gut. Einzelne Unternehmen in so einem Wachstumsmarkt laufen aber immer Gefahr, den Anschluss zu verlieren und unter die Räder zu kommen. Auch die IT Welt hat eine extrem positive Entwicklung genommen und trotzdem sind viele grosse Unternehmen der 70er und 80er Jahre nun vom Erdboden verschwunden.

Weswegen ich herzlich wenig davon halte, als deutschsprachiger Privatanleger ohne Zugang zum chinesischen Markt, nun mit Unternehmen wie Jinko Solar und JA Solar herum zu jonglieren, von denen man kompetente Informationen aus erster Hand, mangels Sprachkenntnis gar nicht bekommen kann. Und wenn, dann mit erheblicher Verspätung und medial verkürzt. Ich verweise auf meinen -> Beitrag zum Thema <- vor wenigen Tagen.

Für den Sektor als Ganzes gibt es dieses Risiko aber eher weniger. Und wenn es unbedingt Einzelaktien sein sollen, dann grosse, gut beobachtete Unternehmen wie First Solar aus dem eigenen Kulturkreis. Bei denen hat man wenigstens die Chance direkt mitzubekommen, wenn sich etwas Bedeutendes tut.

Anleger, die aber mit ruhiger Hand im Euro-Raum über einen ETF am Sektor partizipieren wollen, können das sehr gut mit dem tun. Der ETF beinhaltet zwar auch Wind- und Wasserkraft-Aktien, der Solarsektor hat aber einen hohen Anteil. Uns hier im Premium-Bereich, hat dieser ETF im letzten Jahr sehr viel Freude gemacht und wird das wohl mit guter Wahrscheinlichkeit auch in Zukunft tun.

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Marktupdate Solar Sektor aus mittel- und langfristiger Sicht

Ich habe hier im freien Bereich zuletzt am 07.01.14 unter dem Titel -> Solar Sektor 2014 mit guten Chancen <- über den Solarsektor als Ganzes und damit auch über den ETF TAN geschrieben. Seit Beginn des 4. Quartals 2013, gab es aber keinen Grund, von kurzfristig bevorstehenden höheren Kursen auszugehen.

Diese Pause des bullischen Aufwärtstrends seit ein paar Monaten, hat auch einen guten Grund. Sie erinnern sich ja, dass ich letztes Jahr das Kursziel 40 USD ausgerufen hatte und als das erreicht wurde, klar war, dass nun eine Phase der Konsolidierung anstehen könnte. Insofern gab es seitdem wenig zu schreiben, solange diese Konsolidierung lief. Noch in dem obigen Artikel bin ich davon ausgegangen, dass die Korrektur noch nicht vorbei ist.

Nun ist erneut mehr als ein weiterer Monat vergangen und leider hat uns der TAN nicht den Gefallen getan, noch einmal bis 30 USD herunter zukommen. Der Sektor schwankt nun seit Monaten unter 40 USD hin und her und kommt nicht richtig in Bewegung. Würde man nur die kurzfristigen Schwankungen betrachten, könnte man da sogar frustriert werden. Was aber ein grosser Fehler wäre, denn Börse läuft fast nie wie ein Strich nach oben, nach langen Anstiegsphasen gehören mehrmonatige Konsolidierungen einfach dazu.

Nun aber sollten wir uns doch mal wieder das langfristige Chart mit Wochenkerzen anschauen und was wir da sehen, ist ebenso beeindruckend wie klar bullisch. Es könnte sein, dass die Phase der Konsolidierung bald vorbei geht und ein erneuter Schub nach oben ansteht.

TAN 13.02.14

Erstens haben wir eine eindeutige, grosse Umkehrstruktur, die seit dem Tief Ende 2012 noch zu keinem Moment ernsthaft in Gefahr geraten ist. Wir haben eine klare Abfolge neuer Verlaufs-Hochs und Tiefs, die einen klaren Trend definieren.

Zweitens sehen wir die Konsolidierung unter 40 USD nach Lehrbuch und diese hat nun eine Struktur im Sinne einer inversen Schulter-Kopf-Schulter Formation (iSKS) eingebettet, die man im Tageschart noch besser sehen kann. Schauen Sie mal selber darauf !

Drittens liegt der TAN wieder über der 50-Tage-Linie und über der 200-Tage-Linie sowieso. Und die 200-Wochen-Linie steht kurz davor geknackt zu werden.

Und Viertens - und sehr bemerkenswert, weil selten - haben wir eine glasklare positive Divergenz beim On-Balance-Volumen, die ich Ihnen im Chart mit einem blauen Kreis eingezeichnet habe. Im TAN wird also weiter akkumuliert, daran gibt es wenig Zweifel.

Jetzt kann an der Börse natürlich immer alles anders kommen, das ist ein Restrisiko, das wir immer haben, weil eine politische Entwicklung oder Nachricht die Börsenwelt verändern kann. Es lohnt aber nicht, sein Handeln nach theoretischen Risiken zu richten. Dafür haben wir Risikomanagement und Stops. Und wenn wir nichts haben, um unsere Risiken nach unten zu begrenzen, haben wir an der Börse nichts verloren, auf jeden Fall nichts in so "heissen" Sektoren wie dem Solarsektor. Ein Stop gehört also unter das Tief der Konsolidierung vom Dezember 2013 oder unter 30 USD, dort wo das 23,6er Fibonacci Retracement und die 50-Wochen-Linie aktuell liegt.

Was wir hier aber objektiv sehen, ist ein Chart, das auf Ebene von Wochenkerzen ganz eindeutig bullisch für den mittelfristigen Zeithorizont ist. Und das stellt das aktuelle Gezappel des TAN in den nötigen zeitlichen Kontext.

Zu den dahinter stehenden Trends bitte ich meinen Artikel vom 07.01.14 noch einmal zu lesen, die dort getätigten Aussagen halte ich nach wir vor für gültig.

Als Hinweis noch für neue Leser: der als breites Abbild des Solarsektors, ist leider nur für Anleger mit Zugang zur Wallstreet sinnvoll handelbar. Kunden deutscher Direktbanken müssen sich in der Regel mit Zertifikaten auf den Sektor begnügen, da mir bisher kein in Deutschland zum Vertrieb zugelassener ETF rein auf den weltweiten Solarsektor bekannt ist. Sobald ein Leser da eine sinnvolle Alternative entdeckt, wären viele für einen Hinweis dankbar. Man muss befürchten, dass die deutsche Fond- und ETF-Industrie erst dann wieder auf das Thema aufmerksam wird, wenn an der Börse das leichte Geld schon gemacht ist.

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Solar Sektor 2014 mit guten Chancen

Wenn Sie mich zum Anfang des neuen Jahres fragen, in welchen Sektoren ich für 2014 ein gutes Chance-Risiko-Verhältnis sehe, ist die Antwort ganz klar: Solar !

Im Sektor passt nach meinem Eindruck einfach alles. Erstens sind die fundamentalen Treiber nicht nur weiter aktiv, sie zünden überhaupt jetzt erst weltweit so richtig. Zweitens ist das Sentiment noch keineswegs euphorisch, erst seit letztem Herbst ist der breite Markt so richtig auf den Sektor aufmerksam geworden. Und Drittens hat der Sektor schon einen Teil einer notwendigen Korrektur zum Ende 2013 vollzogen und damit auch etwas Luft aus einer überkauften Markttechnik abgelassen.

Ich habe hier auch schon öfter thematisiert, dass Solar bisher eine Nischentechnologie war, die eigentlich zu teuer und wirtschaftlich fragwürdig war, ausser dort, wo mit massiven steuerlichen Umverteilungsorgien nachgeholfen und damit der normale Energiemarkt ausser Kraft gesetzt wurde.

Das Hauptproblem von Solar waren dabei nicht nur die Erzeugungskosten der Kilowattstunde, sondern vor allem das völlige Fehlen sinnvoller Speichertechnologien. Denn ohne Stromspeicher, hat Solar nun einmal die dumme Eigenschaft, nicht immer dann Strom zu erzeugen, wenn er gebraucht wird. Und so produzieren unsere über das EEG subventionierten Solardächer alle fröhlich Strom, der aber bisher zu grossen Teilen wirkungslos verpufft, weil er nicht gespeichert und abgenommen werden kann. Strom, von dem der lokale Hausbesitzer in der Regel auch nichts hat, ausser eben den wirtschaftlichen Gewinn durch die überhöhten Einspeisesätze, die er aber "hintenrum" - über den Strompreis - dann wieder bezahlt.

Was wiederum auch die Umweltbilanz viel negativer macht, als man uns allenthalben glauben machen will, denn bei der Produktion der Solarzellen, werden ja teure Materialien verbraucht, Abfälle und eben auch Stromverbrauch produziert. Alles Aufwendungen, die sich erst später durch gewonnene Kilowattstunden amortisieren müssen. Und zwar nicht nur von den reinen Kosten, sondern auch von der Umweltbilanz her.

Genau dieses Kernproblem der "vergeudeten Kilowattstunden", wird nun aber in den kommenden Jahren verschwinden, denn dafür sorgt das Aufkommen der Elektromobilität und damit die Produktion günstigerer Stromspeichertechnologien, die früher oder später in Grossserie produziert und zu stark fallenden Preisen für die gespeicherte Kilowattstunde führen werden.

Wenn aber die Solarenergie mit einer effektiven Speichertechnologie verknüpft wird, wird sie zur idealen, geradezu perfekten Energieform. Eine Energie, die ohne Emissionen, vollständige Autarkie von Stromnetzen ermöglicht und damit auch Anwendungen ermöglicht, an die man heute noch gar nicht denken mag. Denn bisher war die moderne Zivilisation an die Nähe zur zivilisatorischen Infrastruktur gebunden und dehnte sich daher langsam wie ein Netzwerk aus. Mit völliger Energieautarkie ist Zivilisation im Prinzip überall möglich, selbst auf dem Mond und Mars. Neben dem Vorkommen von Wasser ist Energie das zweite "Grundnahrungsmittel" der Zivilisation. Die meisten anderen Dinge kann man mehr oder weniger erzeugen und produzieren, wenn Wasser und Energie im Überfluss vorhanden sind. Der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt.

Und die Autarkie ist ein so hohes Gut, dass auch die Preisfrage in den Hintergrund tritt, solange der so erzeugte Strompreis nur um überschaubare Prozentwerte vom "Netzstrom" abweicht. Für mich wäre es zum Beispiel ein Traum, in meinem Haus die Verbindung zum Stromnetz kappen zu können und ich weiss von vielen anderen, die genau so denken. Und wenn ich einmal autark bin, interessiert mich der theoretische Preis der erzeugten Kilowattstunde auch nicht mehr. Ich denke dann eher in klassischen Investitionszyklen, genau wie beim Auto, wo man beim Kauf sich in der Regel auch keine Gedanken darum macht, ob der Fahrtkilometer hinterher über die Lebenszeit 0,96 oder 1,14€ kosten wird, sondern eher die einmalige Investition im Blick hat.

Und für die Emerging Markets, wie für das chinesische Riesenreich oder Sibirien, Australien oder Kanada, wäre es ein Traum, die grossen Landflächen mit einer autarken Energieform zuverlässig versorgen zu können.

Deswegen halte ich die Solarenergie für die primäre Profiteurin der Elektromobilität, beide Technologien gehen Hand in Hand und Elon Musk sorgt nicht ohne Grund für Nähe zwischen Tesla Motors (WKN: A1CX3T) und Solar City (WKN: A1J6UM). Und das Aufkommen günstiger Speichertechnologien für Strom, wird den Verkauf der Solarenergie weltweit massiv befeuern. Und das ganz ohne staatliche Subventionen, einfach weil diese Kombination die perfekte Energieversorgung ist.

Und deswegen hat der weltweite Siegeszug der Solar-Energie nach meinem Eindruck gerade erst begonnen und wenn es nicht durch staatliche Eingriffe verhindert wird, steht dem Sektor wohl ein goldenes Jahrzehnt bevor.

Ich sage dabei bewusst "dem Sektor", denn bei einzelnen Unternehmen kann es ganz anders ausssehen. Wie bei allen modernen Technologien durchlaufen diese Innovationszyklen und ich bin keineswegs überzeugt, dass die Silizium basierten, starren Dachpanels wirklich noch das Bild der Solarenergie in 10 Jahren prägen werden. Auch in der Computerindustrie stehen die heutigen Grössen wie Apple, Microsoft, Google & Co. auf den Leichen unzähliger börsennotierter Gesellschaften, die irgendwann die falsche technologische Abzweigung genommen haben.

Deswegen ist es grundsätzlich gefährlich, in diesem Sektor einzelne Unternehmen langfristig zu spielen. Und dass der ganze Sektor vor einer grossen Zukunft steht, bedeutet im Umkehrschluss nicht, dass das ebenso für jedes einzelne Unternehmen gilt.

Glücklicherweise haben alle mit professionellem Börsenzugang zur Wallstreet, ja aber Zugriff auf die beiden grossen ETFs des Solarsektors und "KWT". Und diese ETFs sind in meinen Augen auch die idealen Vehikel, um den Aufstieg des Sektors langfristig zu spielen.

Schauen wir auf das Chart des TAN mit Wochenkerzen, sehen wir die perfekte Wendeformation mit der brillianten Performance von 2013:

TAN 06.01.14

Das Schöne dabei ist, dass der TAN Ende 2013 schon etwas korrigiert hat, allerdings fehlt mir noch etwas bei der Bewegung und ich wäre nicht überrascht, wenn der Tan im Verlauf des ersten Halbjahres auch die 30 USD noch einmal näherungsweise erreicht. Insbesondere auch, weil der Sektor ja erst im September/Oktober des letzten Herbst in die Aufmerksamkeit der weltweiten Öffentlichkeit getreten ist, wie man gut am Volumen erkennen kann. Und diese schwachen Hände müssen nun erst einmal raus aus dem Sektor und ich bin nicht sicher, ob die Korrektur bis zum Jahreswechsel dafür schon ausreichend war.

Umgekehrt bestehen aber gute Chancen für eine langfristige Fortsetzung der fundamentalen Aufwärtsbewegung, die den TAN bis Ende 2014 durchaus bis in die Region um 70 USD führen könnte. Zwischen diesen beiden Polen von 30 und 70 USD, mag sich nun jeder seinen eigenen Kursverlauf ausdenken, ich habe keine Ahnung und auch keine Glaskugel und ich nehme die Kurse wie sie kommen.

Ich habe deshalb lange überlegt, ob ich diesen möglichen Verlauf einzeichne, weil so etwas ja sofort als Prognose interpretiert wird. Und Sie wissen ja, was ich von Prognosen halte: Nichts !

Ich habe mich dann doch dafür entschieden, weil dieser mögliche Verlauf den Tenor meines Textes visualisiert: Ein Sektor, der im klaren Aufwärtstrend ist. Ein Trend, der sich in 2014 mit Wahrscheinlichkeit fortsetzen wird. Aber auch ein Sektor, der die grossen Gewinne von 2013, vielleicht noch nicht ausreichend konsolidiert hat.

Insofern hoffe ich, dass Sie als treue Leser den Unterschied zwischen einer (sinnlosen) konkreten Prognose und einer Visualisierung eines Gedankens nicht übersehen, denn der konkrete Kursverlauf des TAN ist unbestimmt und bleibt es, wie die Zukunft. Aber was ich beispielhaft im Chart eingezeichnet habe, wäre für mich auf jeden Fall 2014 nicht so überraschend und ich glaube, wir täten alle gut daran, uns gedanklich mit der inhärent darin steckenden Volatilität vertraut zu machen, wenn wir im Sektor investieren wollen.

Ihr Hari

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Solar Sektor auf dem Weg zur Kaufgelegenheit ?

Der Solar Sektor korrigiert nun deutlich. Ein Sektor, der uns hier auf surveybuilder.info dieses Jahr viel Freude machte und über den ich hier oft geschrieben habe. Diese temporäre Topbildung deutete sich im US Branchen-ETF schon vor Wochen mit Erreichen der 40 USD Marke an und kommt nicht überraschend.

Fundamentale Auslöser dieser Korrektur sind kaum zu bemerken. Es gab hier und da bei einigen Unternehmen nicht ganz so berauschende Quartalszahlen, die grundlegend sehr positiven Aussichten des Sektors in der Welt, sind aber nach meiner Einschätzung völlig unverändert.

Insofern kann man mit hoher Wahrscheinlichkeit davon ausgehen, dass hier Gewinnmitnahmen zum Jahresende eine Rolle spielen, denn die Gewinne, die man dieses Jahr im Sektor machen konnte, waren dreistellig und sehr beeindruckend.

Deshalb könnte diese laufende Korrektur nun möglicherweise auch eine attraktive Kaufgelegenheit für das Jahr 2014 schaffen. Schaut man auf das langfristige Chart des TAN mit Wochenkerzen, sieht man die perfekte Umkehrformation und die ausserordentlich bullische Struktur.

Solar TAN Woche 10.12.13

Schaue ich auf Art, Umfang und Dynamik der laufenden Korrektur, erscheint mir eine Bewegung herab bis etwas über 30 USD - zum 23,6er Fibonacci Retracement - durchaus logisch und denkbar. Aber auch dort wäre der Aufwärtstrend völlig ungefährdet und dort könnte sich möglicherweise dann auch eine schöne Kaufgelegenheit auftun.

Sollte der TAN aber schon früher ein deutliches SwingLow hinlegen, könnte auch das schon ein Kaufsignal sein. Die Stops wären dann jeweils unter das SwingLow zu legen.

Summa Summarum dürfte der Sektor nach meiner Einschätzung eher am Anfang eines mehrjährigen Booms stehen, denn die Nutzung der Solarenergie wird in sonnenreichen Weltregionen immer wirtschaftlicher, auch ohne Subventionsorgien ala EEG. Auch China drückt massiv auf das Tempo, denn mit billiger werdender Batteriespeicher-Technologie, wird die Solarenergie auch zur idealen, autonomen Energieform für Infrastruktur, fernab der grossen Überlandleitungen. Und von solchen Orten hat die Welt noch mehr als genug.

Der Hauptschub des Marktes kommt nun aber aus den USA und China. Und diese Entwicklung steht eher am Anfang, als am Ende. Um die langfristigen Aussichten des Sektors muss einem also voraussichtlich nicht Bange sein. Einzelne Unternehmen können immer durch Missmanagement in eine Pleite rutschen und auch Technologiesprünge werden immer wieder einen Generationswechsel bei den führenden Unternehmen erzwingen. Der Sektor als Ganzes aber, steht nach meiner Einschätzung vor eher "sonnigen" Aussichten in den kommenden Jahren.

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Vorsicht versus Handeln: Rising Wedge im S&P500

Ende letzter Woche, habe ich Ihnen ja -> hier <- noch einmal den wichtigen Unterschied zwischen Vorsicht und Handeln dargestellt. Nun möchte ich diesen Unterschied auch an einem konkreten und aktuellen Beispiel deutlich machen.

Der Leitindex S&P500 befindet sich nun am Ende eines ziemlich eindeutigen "Rising Wedge" - zu deutsch "steigender, zulaufender Keil". Eine solche Formation im Aufwärtstrend ist tendentiell bärisch - ausser in einer sehr starken, bullischen Bewegung wie aktuell, deren Momentum noch nicht nachlässt. In so Fällen ist sogar eine erneute Beschleunigung nach oben denkbar - so verrückt sich das anhört. Wie hatten aber erst vor ein paar Wochen im Solar ETF "TAN" so einen Fall, wo aus so einem "Rising Wedge" eine weitere Beschleunigung resultierte. Auch dort war das unterliegende Bid im Markt aber extrem stark, wie auch aktuell im S&P500. Weswegen so eine Ausnahme auch nun wieder denkbar ist.

S&P500 Rising Wedge 02.12.13

Aber selbst in so einer dynamischen Bewegung wie aktuell, generiert so eine Formation bei Markttechnikern trotzdem jede Menge Warnsignale - und das völlig zu Recht. Da stellen sich einem sozusagen die "Nackenhaare auf". Auf der anderen Seite, hat der Markt dieses Jahr ja oft bewiesen, dass die Einflüsse der Notenbanken die natürlichen Schwankungen verzerren. Insofern ist eine solche Formation Anlass zur Vorsicht, aber eben (noch) nicht zum Handeln !

Noch ist der Aufwärtstrend voll intakt und hat unser Vertrauen verdient. Insofern wäre Handeln - nur weil man so einen "Rising Wedge" sieht - zunächst verfehlt. Der Zeitpunkt zum Handeln kommt aber dann, wenn diese Formation klar gebrochen wird. Und dafür habe ich Ihnen die beiden naheliegenden Stopmarken eingezeichnet, die jeweils mit Tiefs im Aufwärtstrend korrelieren.

Mein eigenes Risikomanagement funktioniert dabei so, dass ich bei Erreichen der ersten Stopzone eine Reduktion des Exposures vornehme. Und erst bei der zweiten - bedeutenderen - Stopzone endgültig aussteige.

Bitte beachten Sie dabei aber auch, dass sich die Aussage oben nur auf den Zeithorizont der Trendbeschleunigung bezieht, die seit Mitte Oktober im S&P500 eingesetzt hat. Wer mit einem grösseren Zeithorizont agiert, muss noch gar nichts machen, denn der übergeordnete Aufwärtstrend ist völlig intakt, wie das Chart seit Ende 2012 eindeutig zeigt.

S&P500 Aufwärtstrend 021213

Sie erkennen an dem von mir eingezeichneten, theoretischen Verlauf auch leicht, dass ein möglicher Bruch des "Rising Wedge" nichts weiter sein könnte, als eine schon längst fällige Korrektur im bestehenden Aufwärtstrend, die diesen aber gar nicht in Frage stellt.

Bitte achten Sie bei Ihrem Agieren an den Märkten also unbedingt darauf, dass Sie.

(1) Vorsicht und Handeln auseinander halten

Die Formation, die ich Ihnen oben gezeigt habe, erzwingt Vorsicht - aber noch kein Handeln. Gehandelt wird erst, wenn der Markt real fällt und das erkennt man daran, dass wichtige Tiefs unterschritten werden.

(2) Den Zeithorizont Ihrer Geldanlage im Auge haben

Und Ihr Handeln mit Ihrem Zeithorizont in Einklang bringen. Denn ob ein Bruch einer solchen Struktur für Sie Bedeutung hat, ergibt sich erst aus Ihrem Anlagehorizont. Ein Ausstiegssignal auf einer niedrigeren Zeitebene muss kein Ausstiegssignal auf einer übergeordneten Zeitebene sein.

Das mangelnde Bewusstsein über den eigenen Zeithorizont, ist übrigens eine der grössten Fallen, in die Laien bei der Aktienanlage gerne gehen. Beim Einstieg fühlen sich viele gerne wie "Warren Buffet" und reden von "Value" und langfristiger Anlage. Wenige Wochen danach steht die Aktie vielleicht ein paar Prozent im Minus, während sich das mediale Grundrauschen ins Negative dreht. Und in diesem Moment verliert der vermeintliche Langfristanleger dann seine Geduld und verkauft aufgrund von kurzfristigen Schwankungen, die aber mit der eigentlichen Strategie der Anlage wenig zu tun haben.

Machen Sie sich also unbedingt vorher Ihren Zeithorizont klar und definieren Sie für sich im Vorfeld klare Ausstiegspunkte, die für diesen Zeithorizont logische Marken sind.

Wer also aktuell - mit Sicht auf Tagen und Wochen - versucht von dieser Rally noch zum Jahresende möglichst viel mitzunehmen, der sollte aufmerksam auf diesen "Rising Wedge" im S&P500 schauen. Denn wenn der richtig bricht, könnte das für alle Aktienindizes Bedeutung haben.

Wer dagegen langfristig den Aufwärtstrend im S&P500 spielen will, hat seine Stops viel tiefer und achtet vor allem auf den übergeordneten Aufwärtstrend. Ein Bruch des "Rising Wedge" wäre auf dieser Zeitebene vielleicht Anlass, das Exposure im Markt leicht zu reduzieren. Ein Ausstiegssignal käme auf dieser Zeitebene aber erst viel tiefer.

Ihr Hari

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Was die drei Buchstaben TAN mit dem neuen Solar Boom und First Solar zu tun haben

Seit wir hier auf surveybuilder.info.de im Frühjahr 2013 auf den anfahrenden Solar Zug aufgesprungen sind, tauchen immer wieder die drei Buchstaben "TAN" auf. Und schon mehrfach wurde ich gefragt, was es damit auf sich hat.

Ganz einfach, es ist der Guggenheim Solar ETF speziell für den weltweiten Solarsektor und zwar mit dem Wallstreet Kürzel "TAN". Sehen Sie hier die aktuellen des ETFs, bei denen die aktuell nach oben schiessende First Solar (WKN: A0LEKM) eine der grössten Positionen ist.

Dieser ETF gibt einen guten Überblick über die weltweite Solarindustrie, der dringend nötig ist, da uns in Deutschland zu diesem Thema der Blick durch die diversen Pleitekandidaten verschleiert wird und wir so die grossen Chancen in der weiten Welt oft gar nicht erst wahrnehmen. Ausser Sie waren dieses Jahr hier auf surveybuilder.info dabei.

Neben dem TAN gibt es dann noch den "KWT" mit ähnlicher Zusammensetzung, aber es gibt in Deutschland - also als ETF zum Vertrieb in Deutschland zugelassen - meines Wissens keinen einzigen ETF, der den Solarsektor komplett abbildet. Zumindest kenne ich keinen, wenn es doch einen ETF gibt, bitte ich um Nachricht.

Das ist ein Trauerspiel und typisch, die Finanzindustrie hier hat nach meiner persönlichen Wahrnehmung ein Händchen dafür, strukturierte Produkte immer erst dann auf den Markt zu werfen, wenn "der Käs" schon weitgehend gegessen ist und die Privatanleger noch ein paar abgenagte Knochen in die Hand bekommen.

Wie tragisch das ist, will ich Ihnen an der Entwicklung des TAN in US Dollar im Chart mit Wochenkerzen seit 2010 zeigen:

TAN 01.11.13

Sie sehen eine der perfektesten Umkehrformationen, die ich in meiner 25-jährigen Börsenkarriere je gesehen habe. Vom Tief im November 2012 bei 12,60 USD bis zum Hoch im Oktober diesen Jahres bei 41,16 USD, betrug der Hub innerhalb eines knappen Jahres sensationelle 226% ! Und das nicht bei einer einzelnen Aktie, sondern einem ganzen Sektor.

Und Sie sehen die Volumenexplosion ab September, dem Zeitpunkt wo breite Anlegerschichten aufmerksam wurden. Seit dem kann man auch in Deutschland allerlei zum Thema lesen, der Anfang der Bewegung ist das aber bei weitem nicht.

Warum es nach einer zwangsläufigen Korrektur durchaus weiter gehen kann und was da schon alles verpasst wurde, habe ich ausführlich -> hier <- in einem Artikel dargestellt und will ich nicht wiederholen.

Ich will Ihnen statt dessen die Frage beantworten, wie Sie den TAN denn kaufen können, denn einige Leser wollen sicher gerne am ganzen Solar-Sektor teilhaben. Das macht ja auch für normale Anleger mehr Sinn, als sich mit einzelnen Aktien wie Yingli , Trina oder Yinko Solar herum zu plagen, die man als durchschnittlicher Anleger sowieso nicht sinnvoll von Deutschland aus verfolgen kann.

Die traurige Antwort ist, von einer normalen deutschen Direktbank aus, geht es nach meiner Erfahrung bei US-ETFs oft gar nicht sinnvoll. Denn was Sie hier als Anleger kaufen können, ist auf das Universum begrenzt, das eine WKN hat. Eine WKN ist aber eine rein deutsche Veranstaltung und schon wenn Sie über die schweizer Grenze gehen, interessiert sich niemand mehr für dieses Kürzel, dort ist es der "Valor" und in den US eben das Kürzel wie der "TAN" oder der "GDX" oder "TLT".

ETFs wie der TAN, die in Deutschland nicht aktiv vermarktet werden, haben hier auch keinen Market Maker. Sprich selbst wenn Sie eine WKN bekommen, haben Sie noch lange keine zuverlässigen Kurse. So gibt es für den TAN sogar eine WKN, meines Wissens ist das die A1JT66. Und meines Wissens stellen ein paar Nebenbörsen auch Kurse, so zum Beispiel Tradegate.

Nur wie zuverlässig diese Kutellung ist, kann ich Ihnen nicht sagen. Eben so wenig, wie hoch der Spread ist. Und vergessen dürfen Sie bei Auslandsfonds auch den steuerlichen Aspekt nicht. Da lauern manchmal allerlei Fallen, die man sich nicht bewusst macht, wenn man einfach nur brav von der Bank die Abgeltungssteuer abführen lässt, ohne das zu hinterfragen - Stichwort thesaurierende Auslandsfonds.

Während Profis und erfahrene Privatanleger sowieso mit leistungsfähigen, international aufgestellten Brokern agieren und daher direkten Zugang zur Wallstreet und damit auch zu ETFs wie dem TAN haben, bleibt für den normalen deutschen Anleger bedauerlicherweise wohl nur, auf einzelne Aktien im Sektor auszuweichen, obwohl damit das Risiko leider gegenüber einem Sektor-ETF steigt.

Natürlich gibt es auch das eine oder andere Derivat, wie ein Zertifikat zum Solar Sektor - dergleichen betrachten wir hier bei surveybuilder.info aber sowieso nicht. Wenn wir investieren, dann in der Regel in die Aktien direkt oder in voll replizierende ETFs und eben nicht in Schuldverschreibungen von Banken.

Bleibt für die deutschen Anleger zu hoffen, dass entweder mal iShares und Co. einen Solar ETF auch für Deutschland auflegen, oder Guggenheim auch den deutschen Markt aktiv angeht. Bis das passiert, dürfte der "Kas" im Sektor aber wahrscheinlich wirklich weitgehend gegessen sein.

Hier in Deutschland sitzen wir halt börsentechnisch in der dritten Reihe.

:Sarkasmus on:
Das ist ja auch angemessen, wir sind ja sowieso alle nur "böse Zocker" (im Gegensatz zum "guten" Lottospieler) und insofern ist das ja die angemessene Bestrafung für unser "skandalöses" Tun, bei der Unternehmensfinanzierung als Aktionär aktiv mitzuwirken und so einen volkswirtschaftlichen Beitrag zu leisten. 😉
:Sarkasmus off:

Ihr Hari

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Vom Affengehirn am Beispiel Tesla Motors – Wie die Angst unsere Chancen auffrisst

Ein für surveybuilder.info Leser grossartiges Börsenjahr geht langsam in die Schlussrunde. Grossartig war dieses Jahr, weil wir hier eine ganze Reihe richtig massiver Gewinnsträhnen frühzeitig erkannt haben, lange bevor breite Anlegerschichten auch auf den Zug aufgesprungen sind.

Wer hatte denn schon im Frühjahr den weltweiten Solarsektor so auf der Rechnung und konnte damals einen Branchen-ETF wie den TAN buchstabieren ? Seitdem ist der Sektor in einen massiven Rallymodus eingetreten und hat denen grosse Gewinne generiert, die von Anfang an dabei waren. Und der Sektor steht nach meiner Ansicht immer noch eher am Anfang eines weltweiten neuen Booms, als am Ende - auch wenn jetzt eine Korrektur mal überfällig ist. Wer hatte denn schon im Frühjahr den europäischen Telekomsektor auf der Rechnung, der nun auch massiv zum Leben erwacht ist und den Anlegern dicke zweistellige Gewinne generiert. Wer wusste denn am Anfang des Jahres etwas mit Aktien wie iRobot anzufangen ? Ich könnte lange so weiter machen. Und auch ein paar "Gurken" wie K+S waren dabei, die aber im Vergleich kaum mehr ins Gewicht fallen, zumal wir die Verluste dort konsequent begrenzt haben und nicht in die Falle gegangen sind, die neue Welt der Kali-Preise zu negieren und uns schön zu reden, wie die, die sich gedanklich nicht schnell genug von einer überholten Bewertungslogik lösen können.

Und trotzdem bin ich sicher, dass einige der Leser mit ihren Depots nicht zufrieden sind und dem Markt hinterher hinken, möglicherweise überhaupt mit der Nulllinie kämpfen. Wie kann das sein, wenn so grosse Gewinnkracher mit teilweise dreistelligen Prozentgewinnen dabei waren, von denen jeder locker fünf negative Anlagen kompensieren könnte, wenn man Verluste konsequent begrenzt ?

Die Antwort auf diese Frage ist wie immer individuell und hat vor allem mit uns selbst zu tun. Ich glaube aber, ich kenne zumindest einen Teil der Antwort, denn diese hat mit unserem "Affengehirn" zu tun, das uns bei der Geldanlage eher im Wege steht, als hilfreich zu sein. Mit dem prägnanten Begriff "Affengehirn" meine ich dabei keinen medizinischen Fachbegriff, sondern die evolutionären und damit auch emotionalen Reflexe, die der Menschheit beim Überleben in der Savanne dienlich waren, aber nicht für reflexive Märkte der Gegenwart geeignet sind. Mit der exponentiellen Entwicklung der Wissensgesellschaft, kommt aber die biologische Evolution zeitlich einfach nicht mehr mit, wir gehen sozusagen als biologischer Urmensch in die komplexe Zukunft.

Und dieses Affengehirn leitet uns an der Börse oft in die falschen Geldanlagen, weil es uns in den falschen Momenten Ängste vermittelt, während es uns in den ebenso falschen Momenten wohl und sicher fühlen lässt.

Und wo könnte ich das Problem deutlicher machen, als bei unserem grössen "Kracher" in diesem Jahr: Tesla Motors (WKN: A1CX3T). Sie wissen ja, wir waren am Thema schon seit Frühjahr 2012 intensiv dran. Und so sassen wir sozusagen in der ersten Reihe, als der Kurs dann im April diesen Jahres abzuheben begann.

Werfen wir einen Blick zurück auf den 30.04. und meinen Artikel -> Tesla Motors, eine Ohrfeige für Winterkorn, Piech, Zetsche und Co. <-.

In diesem Artikel war das folgende Chart enthalten:

Tesla 29.04.13

Und nun sage ich uns auf den Kopf zu, was viele von uns zu diesem Zeitpunkt gedacht haben und warum viele damals wohl nicht eingestiegen sind. Nicht eingestiegen, obwohl ich in dem Artikel nun wirklich eine Lobeshymne auf Elon Musk und Tesla losgelassen habe.

Die Gründe dürften sein, dass denen der Kurs schon zu weit weggelaufen war. Zu so einem Zeitpunkt noch bei einem wackeligen "Startup" einsteigen, über das viele schreiben, dass es den Sprung zum Autobauer sowieso nicht schaffen kann ? Und dann noch angeführt von einem "Verrückten" mit "Visionen", bei denen man laut Altbundeskanzler Schmidt lieber zum Arzt gehen sollte ? Nein - die Angst war zu gross, hier in Verluste zu laufen. Viele hatten Verlustaversion im Anblick eines Kurses, der gerade in den Himmel schoss. Und haben sich nicht getraut auch noch einzusteigen. Und wer doch drin war, hat schnell wieder Angst bekommen, die kleinen Gewinne abzugeben und hat diese lieber gesichert.

Soweit so gut. Und nun kann ich uns das Chart von Tesla Motors Stand heute nicht ersparen:

Tesla 28.10.13

Sie sehen nun den Zeitpunkt, an dem die Verlustaversion kam. Es war der dümmste Zeitpunkt, den man sich nur vorstellen kann. Denn mein Artikel erschien exakt genau vor dem grossen Schub, an dem der breite Markt in das Thema eingestiegen ist, wunderbar am Volumen zu erkennen. Seit dem hat sich der Kurs fast vervierfacht - wenn man am 29.04.13 eingestiegen wäre. Wir hatten also alle einen Elfmeter auf dem Punkt liegen, bei dem der Torwart sozusagen nicht im Tor stand. Und viele haben sich trotzdem nicht getraut zu schiessen. Wenn Sie dazu gehörten, stellen Sie sich unbedingt die Frage warum !

Fairerweise muss man feststellen, das es fast unmöglich ist, solche Bewegungen vollständig mitzugehen und dann auf dem Hochpunkt auszusteigen. Auch ich bin im Nachhinein zu früh ausgestiegen, weil mir die Bewertung nun zu phantastisch wurde. Aber ich war immerhin von Anfang an dabei und habe dicke dreistellige Prozentgewinne mitgenommen und das hätten Sie auch können !

Um Ihnen zu helfen das Problem unseres "Affengehirns" zu verstehen, sollten wir uns daher mal die Gegenseite betrachten. Ich will Sie nicht weiter mit Charts beladen, aber stellen Sie sich einfach nur die allseits "geliebte" Commerzbank vor. Da war die emotionale Haltung ganz anders. Der Chart sah grauselig aus. Es ging runter und runter. Aber das war ja vermeintlich eine stabile Grossbank, die in der Vergangenheit mehr Wert war. Da war ja die Bundesregierung auch drin und der Chart war so weit gefallen, die "musste" ja wieder steigen. In der Commerzbank haben viele die Verluste leicht ertragen und diese als Kaufgelegenheiten betrachtet. Und das Web war voll von sogenannten "Analysen", in den Autoren versuchten eine Bankbilanz zu bewerten, die selbst Bilanz-Profis nicht bewerten können. Aber immerhin sind die Profis so qualifiziert zu wissen, was sie nicht wissen.

Finden Sie nicht auch ? Es ist doch eigentlich absurd, sich bei Verlusten in der Commerzbank wohl zu fühlen und aber vor einem Einstieg bei Tesla zu fürchten. Aber genau so funktioniert unser Affengehirn - "Angst fressen Chancen auf". Und wer sich das nicht bewusst macht, hat letztlich keine Chance am Markt.

Fassen wir also zusammen:

Uns Menschen fällt es typischerweise leichter, eine Verlustposition einfach zu halten und den Verlusten zuzusehen, als in eine potentiell gewinnträchtige Position einzusteigen, die mit Risiken versehen ist. Das ist so, weil die Verlustposition eine Vergangenheit der Stärke hat, an der man sich emotional wärmen kann. Die "muss" ja wieder steigen sozusagen, weil sie vorher höher stand. Anders dagegen bei dem "Hot Stock" mit neuem Geschäftsmodell. Da hier die Vergleichsdaten der Vergangenheit fehlen, erscheint uns das weit riskanter.

Auslöser dieser massiven Fehleinschätzung ist tatsächlich unser "Affengehirn", das den Erfahrungen der nahen Vergangenheit eine höhere Bedeutung einräumt. So lässt sich das Minus bei einer Aktie leicht ertragen, die man für "substantiell" hält und dabei orientiert man sich an vergangenen Werten. Etwas Neues dagegen wird zunächst mit Misstrauen betrachtet, wir bleiben instinktiv lieber beim Bewährten.

Das sind reflexartige Mechanismen in unseren Köpfen, die wir auf der bewussten Ebene gar nicht wahrnehmen. Sie bestimmen aber massiv unser Handeln. Und für die Wildnis da draussen in der Savanne, ist die Aversion vor neuen, unbekannten Risiken auch ein hervorragender Reflex, der unser Überleben sichert. Einen Pilz den man nicht kennt, sollte man auch nicht einfach in den Mund stecken. Nur funktioniert Börse eben anders, Börse bewertet Potentiale der Zukunft. Vielleicht wird aus diesem Giftpilz ja später eine tolle Medizin, darüber machen sich die Märkte Gedanken. Und deshalb ist der Giftpilz als Anlage vielleicht durchaus interessant. Diese evolutionären Reflexe stehen uns als Anleger massiv im Weg.

Deshalb ist es auch so wichtig, sich mit Stops und Absicherung zu beschäftigen. Denn natürlich liegen in so "Hot Stocks" wie Tesla auch massive Risiken. Was hoch steigt, kann auch tief fallen und ein Kursverlauf wie oben ist ja nicht garantiert, hinterher ist man immer klüger. Aber die Chancen sind so immens, das man diese ergreifen sollte. Aber eben nicht blind, sondern gut überlegt und abgesichert.

Richtig wäre es also eher gewesen, die grosse Chance bei Tesla zu ergreifen. Gleichzeitig einen Stop zu setzen der einiges nach unten entfernt ist und nur zur Absicherung eines Desasters dient. Man geht in so einer Denkstruktur also bewusst ein vielleicht 10% Verlustrisiko ein. Und tut das, um die weit grössere Chance überhaupt zu eröffnen. Wir nennen das hier ein "Setup" und besprechen diese intensiv im Premium-Bereich.

Umgedreht, bei einem gefallenen Engel ala Commerzbank, darf es für Anleger überhaupt keinen Spielraum für Verlusttoleranz geben. Solange der Kurs nach unten geht, geht er nach unten und man hat in der Aktie nichts verloren. Und dass das Unternehmen mal in der Vergangenheit weit höher bewertet war, hat ebenso wenig Relevanz wie die Tatsache, dass es Tesla vor 10 Jahren noch gar nicht auf dem Kurszettel gab.

Vergangenheit zählt nicht an der Börse, nur die Erwartungen an die Zukunft. Die Mechanismen unseres Affengehirns leiten uns aber genau in die falsche Richtung. Sie leiten das warme Gefühl von "Sicherheit" aus Erfahrungen der Vergangenheit ab. Und lassen uns daher bei Verlusten in einer Commerzbank-Position sicherer fühlen, als bei einem Einstieg in eine Zukunftshoffnung wie Tesla Motors. Was für ein Treppenwitz eigentlich, da es doch leicht ist, mit Stops einen Kursverlust zu begrenzen. Auch die Telekom war mal bei 100 EUR und niemand wurde gezwungen, den Weg bis 10 EUR mitzugehen. Und viele haben es trotzdem getan, weil "die ist doch voller Substanz, die muss doch wieder steigen". 😉 So etwas sind üble "Wohlfühlreflexe", die unsere Taschen als Anleger aber leer machen.

Mein Rat also:

Achten Sie auf Ihre Gefühle bei der Geldanlage, denn darin zeigt sich unser Affengehirn. Wenn Sie sich in einer Position "wohl fühlen" und auch bei ersten Verlusten ganz entspannt da sitzen, sollten Sie eigentlich aufspringen und sich selber eine Schlag auf den Hinterkopf geben. Denn wahrscheinlich denkt der nicht richtig. Verlustpositionen in denen man sich "wohl fühlt", sind oft sehr gefährlich für unser Depot.

Umgedreht, wenn ein Kurs signifikant zu steigen beginnt und Sie trauen sich nicht einzusteigen, brauchen Sie unbedingt den Tritt in den Allerwertesten um zumindest mal genau hinzuschauen. Denn gerade weil Sie sich nicht trauen, werden sich auch viele andere nicht trauen. Denn warum sollen die anderen Marktteilnehmer denn anders fühlen als Sie ? Man nennt das die "Wall of Worry" und die sorgt dafür, dass Kurse weiter steigen - und nicht fallen. Diese Kurse fallen erst, wenn auch der Letzte eingestiegen ist. In dem Sie sich diesen inneren Tritt schon frühzeitig geben, sind Sie bei den "Letzten" nicht dabei, vielmehr verkaufen Sie irgendwann Ihre Aktien den "Letzten" mit Gewinn.

Und nutzen Sie die Möglichkeit, mit Absicherung zu agieren. Mit einer klug gesetzten Absicherung definieren Sie im Vorfeld selber, wie viel Verlust Sie bereit sind theoretisch einzusetzen, um die Chance zu ergreifen. Dieser potentielle Verlust ist also wie eine Investition zu sehen, um die Chance überhaupt zu eröffnen. Verwechseln Sie aber eine gut entfernte Absicherung um ein Desaster zu verhindern, nicht mit dem fehlgeleiteten Versuch, erste Gewinne gleich zu sichern. Letzteres funktioniert nicht und führt nur dazu, dass Sie im falschen Moment ausgestoppt werden. Nicht jeder Stop ist sinnvoll, manche sind kontraproduktiv.

Lassen Sie unbedingt in so Situationen Ihre Gefühle Revue passieren. Dann werden Sie selber merken, wie unsere Ängste die echten Chancen auffressen. Und uns gleichzeitig dort eine Sicherheit vorgaukeln, wo das Kurs-Desaster gerade erst begonnen hat. Genau deshalb ist es so schwierig das zu tun, was theoretisch ganz leicht eine gute Depotperformance sichert: Verluste begrenzen und Gewinne laufen lassen !

Merke: Die Börse ist nicht die Savanne ! 😉

Ihr Hari

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