Sektorenwahl – Was Archer Daniels Midland, Qualcomm und Biogen gemeinsam haben

Es gibt prinzipiell drei Arten, an die Aktienanlage heran zu gehen.

Man kann ganze Indizes und Märkte kaufen und sich damit nur für die ganz grossen Marktbewegungen interessieren.

Man kann auch einzelne Aktien selektieren und kaufen und sich intensiv mit deren individuellen Chancen und Risiken befassen.

Oder man kann einen Mittelweg gehen und sich auf die Auswahl erfolgsträchtiger Sektoren konzentrieren, die ein bestimmtes Marktsegment definieren.

Ich selber bin Fan dieser Sektorenwahl, denn wenn ein Sektor "en vougue" ist, dann macht die Wahl der einzelnen Aktien selten einen grossen Unterschied - die Flut hebt dann (fast) alle Boote.

Umgedreht aber, kann ein Index lange seitwärts laufen und vermeintlich unbeweglich aussehen, während es unter der Decke des Index massive Bewegungen bei den Sektoren gibt.

Genau das haben wir auch im ganzen letzten Jahr im S&P500 erlebt. An der Oberfläche, scheint der im Bereich um 2.000 Punkte seitwärts zu mäandrieren, unter der Decke aber gab es Sektoren die massivst verprügelt wurden und andere die hervorragend gelaufen sind.

Wer nur den Index wählte, konnte kaum Geld im S&P500 verdienen. Wer die richtigen Sektoren selektierte, hatte dagegen erhebliche Gewinne.

Aus diesem Grund ist die Sektorenauswahl auch immer wieder Thema bei uns im Premium-Bereich und ich will Ihnen heute auch im freien Bereich, mal drei aussichtsreiche Sektoren und darin "Bluechips" als Idee aufzeigen.

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DAX & S&P500 – Das grosse Bild der Märkte – Börsenjahr 2014 mit erhöhten Risiken

Seit dem Start des neuen Börsenjahres sind nun ca. 3 Wochen vergangen und man kann schon heute erste Indikatoren feststellen, die auf einen anderen Verlauf in 2014 als im Vorjahr hindeuten.

So scheint zum Beispiel alles wo "Mine" darauf steht, seit Jahresanfang neue Liebhaber zu finden. Deutlich zu sehen natürlich bei den Gold- und Silberminen, die nun klare Geldzuflüsse verzeichnen und zumindest kurzfristig eine positive Price-Action verzeichnen. Die gestrige Stärke von GDX, GDXJ, SIL und Co. in Anbetracht fallender Preise bei den Metallen selber, war schon beeindruckend und verfolgen wir hier im Premium-Bereich genau.

Aber auch in anderen Bereichen, von Kupfer bis Uran, sind klare Lebenszeichen zu verzeichen. Schauen Sie zum Beispiel mal, was die Kursentwicklung beim Uran Weltmarktführer Cameco (WKN: 882017, CCJ) gerade macht ... beeindruckend! Aber darüber will ich heute nicht schreiben, das tun wir in der Community täglich im Premium-Bereich.

Ich führe diese Fälle nur an, um zu zeigen, dass sich mit dem Jahreswechsel etwas an den Märkten zu verändert haben scheint und die Liquiditätsströme scheinbar neue Flussbette suchen. Gleichzeitig sind die alten Trends und Reflexe aber noch da und keineswegs ausser Kraft gesetzt.

Wunderschön kann man das im Chart mit Stundenkerzen des weltweiten Leitindex S&P500 sehen, der seit Jahresanfang 2014 nicht vom Fleck gekommen ist:

S&P500 22.01.14

Jetzt ist es durchaus möglich, dass das nur eine Konsolidierung vor dem nächsten Schub ist und ich habe eine angedeutete iSKS Wendeformation eingezeichnet, die man mit etwas Phantasie dort erkennen kann. Aber trotzdem ist das eine Veränderung der Situation gegenüber 2013. Trotz guter Gelegenheiten, fehlt den Bullen 3 Wochen lang die Kraft zum Ausbruch - das sollten wir uns in unseren Notizbüchern deutlich markieren.

Im grösseren Bild bis 2012 zurück zeigt uns der S&P500 dann, dass bisher nichts passiert ist. Insofern hat der Aufwärtstrend weiter unser Vertrauen verdient und es wäre töricht, sich dem nun einfach so entgegen zu stellen. Aber klar ist auch, dass wir unbedingt genau definierte Ausstiegspunkte brauchen, um uns schnell mit dem Fallschirm vom Geschehen abzusetzen. Denn wenn der Markt dann mal beliebt nach unten zu laufen, kann das nach so einer Bewegung sehr schnell sehr übel werden.

S&P500 22.01.14 Tag

Besondere Bedeutung räume ich dabei dem Stop 2 im Chart ein, der mit den Tiefpunkten des Kampfes kurz vor Weihnachten 2013 korreliert, bevor der S&P500 dann zur Jahresendrally ansetzte. Wenn diese Zone fallen sollte, werde ich sehr vorsichtig werden !

Übertragen auf den DAX, sieht das Bild natürlich ähnlich aus. Da der DAX in der Mehrzahl von angelsächsischen Investoren dominiert wird, ist er im grossen Bild ein Abbild seines Herrchens, des S&P500. Allerdings läuft er mal etwas vor und bleibt manchmal etwas zurück. Und zuletzt ist der DAX vorgelaufen, wie man eindrucksvoll am langfristigen Chart mit Wochenkerzen sieht:

DAX 22.01.14 Woche

Wir sehen zwei! Trendbeschleunigungen im Anstieg seit 2011 und auch wenn auch hier der Trend unser Freund ist, ist doch auch klar, dass es mit dieser Beschleunigung nicht ewig so weiter gehen kann und die Risiken langsam steigen.

Insofern sollte man auch im DAX dabei bleiben und den Aufwärtstrend respektieren, aber auch hier müssen klare Ausstiegs-Marken her, an die man sich dann auch hält. Das Chart mit Tageskerzen zeigt dabei, wo es ernst werden könnte.

DAX 22.01.14 Tag

Als erstes leichtes Warnsignal betrachte ich, falls die 9700 kurzfristig unterschritten werden. Richtig ernst wird es aber erst in der Zone bei Stop 1 und die bullische Aufwärtsbewegung kommt erst in der Zone bei Stop 2 ernsthaft in Gefahr.

In diesem Sinne bedeuten die Charts nun nicht, dass man nun einfach blind aussteigen muss, nur weil die Märkte schon weit gelaufen sind. Machen Sie sich klar, dass der DAX problemlos über 10.000 und selbst etwas darüber hinaus steigen kann. Und das Trends gerne länger laufen, als wir uns vorstellen können. Oder konnten Sie sich im Herbst 2011 - als diese Bewegung bei 5000 Punkten begann - den Verlauf bis heute im DAX vorstellen ?

Die Wahrscheinlichkeit, dass wir im Laufe von 2014 aber die scharfe Korrektur erleben, die in 2013 fehlte, ist verdammt hoch. So hoch, dass man damit rechnen sollte und dafür immer klar wissen sollte, an welchen Stellen man konsequent seinen Fallschirm auspackt und mit einem Lächeln, das dann trudelnde Flugzeug seinem Schicksal überlässt.

Und das muss gar nicht mal bedeuten, dass der übergeordnete Bullenmarkt schon am Ende ist, so eine Korrektur kann einfach nur mal wieder der frische Wind sein, der nötig ist, um die Aufwärtsbewegung fortsetzen zu können. Aber auch ein Minus von 20% fühlt sich ziemlich übel an, wenn man ungeschützt mitten drin steckt und das können und sollten wir uns ersparen, wenn wir einfach nur schauen, was uns der Markt mit seinen Bewegungen sagt.

Mitnehmen was der Markt hergibt und dabei trotzdem aufmerksam und vorsichtig zu bleiben, ist kein Widerspruch. Es zeichnet vielmehr den erfolgreichen Anleger und Trader aus !

Ihr Hari

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Hari Live – Archiv 25.08.13 – 31.08.13

Premium gross

Hari Live - Archiv 25.08.13 - 31.08.13

Samstag - 31.08.13 09:05 - Gold, Goldman Sachs und wir: die Muppets

Sie erinnern sich doch sicher an diesen Tag im zweiten Quartal, als Gold durch 1500 USD nach unten weg brach und sich damit die massive Korrektur in Gang setzte ?

Sie erinnern sich auch, dass Goldman Sachs kurz davor eine vielfach beachtete "Sell-Empfehlung" in den Markt gab, die ich damals hier schon spöttisch kommentiert hatte ?

Sie erinnern sich auch, dass direkt nach dieser Sell-Empfehlung an der COMEX Verkaufsorders in gigantischem Volumen in den Markt kamen, einem Volumen dass überhaupt keinen Sinn machte, weil jemand der wirklich einen guten Preis erzielen wollte, hätte das gestückelt. So - in einem Stück - konnte das nur zum Einbruch des Marktes führen, zumal direkt unter 1500 Unmengen an Stops lauerten. Auch das habe ich damals kommentiert.

Nun lesen Sie hier. Und ja, manchmal kommt man sich im realen Leben wie in einem B-Movie vor:

Damit kann man heute als fast gesichert festhalten, was ich damals schon hier vermutet und diskutiert habe:

Der Einsturz bei Gold war "engineered" und zwar von grossen Spielern, die den sowieso an der Klippe befindlichen Markt bewusst zum Einsturz gebracht haben, um sich in das dann ansteigende Volumen hinein massiv einzudecken. Diese Spieler haben erstens Ihre Bestände nun massiv verbilligt, weil teurer verkauft und billiger unten wieder von denen eingesammelt, die in Panik aus dem Markt sprangen. Und haben zweitens wahrscheinlich für ein paar Tage auf der Short-Seite massiv Gewinn gemacht.

Ich habe ja schon oft gesagt, dass Spielfeld des Marktes ist weder eben noch fair. Wir kleinen harmlosen Goldfische versuchen uns in Gewässern etwas Seetang zu erhaschen, in denen auch grosse Haie schwimmen. Und das beste was wir Goldfische tun können, um in Ruhe an unserem Seetang zu knabbern, ist genau zu verfolgen, was die Hai - auch "Big Money" genannt - so machen.

War das also Manipulation ? Jein, der Begriff ist schief, Manipulation wäre für mich, wenn eine staatliche Institution wie die Notenbanken den Kurs bewusst in eine Richtung drückt und zwar aus Erwägungen, die nicht direkt mit dem Markt zu tun haben. Dafür habe ich aber keine Indikationen und ich finde diese Thesen auch sehr unwahrscheinlich bis unlogisch.

Was wir hier erlebt haben, war eher einfach "der Markt" und ein grosser Walfisch kann, wenn er will, halt so hohe Wellen schlagen, dass er damit einen Teil des Meeres zeitweise in Turbulenzen bringt. Ist das moralisch in Ordnung ? Mit Sicherheit nicht und es ist der wahre Skandal, dass sich die Aufsichtsbehörden, insbesondere in Deutschland, um allerlei sinnlose bürokratische Formulare für den Kleinanleger bemühen, hier aber völlig blind sind. Denn in meinen Augen ist so etwas strafbares Handeln und eine besondere Form von Insidergeschäften - sozusagen mit sich selber.

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Goldminen, Silberminen, GDX, SIL, Barrick Gold – Die grosse Chance ?

Für Positionstrader - und das sind die meisten von uns - gibt es nur wenige Momente im Jahr, an denen man die Chance hat, den Beginn einer grundlegenden Bewegung eines ganzen Sektors mitzunehmen. Und dann über Monate den Trend zu geniessen.

Den Unterschied zwischen langfristigem Erfolg und Misserfolg macht dabei, frühzeitig zu erkennen wie sich die Ströme der Gezeiten ändern und dann konsequent, wenn auch das "Big Money" auf diese Wende setzt, ohne falsche Furcht einzusteigen. Natürlich gut nach unten abgesichert, aber trotzdem mit gesunder Aggressivität. Denn wenn man eine klare Chance vor sich hat, muss man auch beherzt zupacken.

Sie wissen ja, dass ich für das Trading gerne die Metapher des Jägers und Fährtenlesers benutze und wenn das Wild, nachdem man die ganze Nacht gewartet hat, dann endlich vor einem aus den Büschen bricht, genau dann ist der Zeitpunkt zum Handeln gekommen !

Der letzte derartige Punkt war der 17.11.12, genau der Zeitpunkt an dem ab 14.11. die Liquidität der FED aus QE3 endlich den Markt erreichte. Und was war in den Medien vorher alles an prozyklischem Text produziert worden, das die Massnahmen der FED keine Wirkung mehr hätten. Alles nicht das Papier wert, auf dem es geschrieben wurde.

Wie treue Leser wissen, hatte ich das Thema des 14.11.12 hier explizit und im deutschen Sprachraum nahezu exklusiv schon vorher thematisiert und ich empfehle noch einmal, sich diesen rückblickenden Artikel -> Dont fight the Fed <- anzuschauen. Denn im nachhinein muss man sich ja die Frage stellen, warum hat man selber diesen Punkt nicht gesehen und ist nicht aggressiv in die Märkte eingestiegen ? Was darauf nun 6 Monate lang folgte, haben wir ja alle erlebt. Und nur wenn man daraus lernt, kann man es das nächste Mal besser machen.

So eine grundlegende Chance könnte nun erneut - und zwar bei den Gold- und Silberminen - vor uns liegen.

Ich habe ja zum Sektor einiges geschrieben und schon vor 10 Tagen hier gegen den Mediendruck auch den potentiellen -> Doppelboden bei Gold <- thematisiert. Für die extrem verprügelten Minen war die Zeit aber bisher nie reif. Alle Gegenbewegungen waren von schwächlicher Natur und wurden eindeutig nicht von "Big Money" getragen.

Sicher, man konnte die extreme Überdehnung nach unten sehen und wir haben das hier auch besprochen. Aber Zeit für den Einstieg ist erst, wenn auch "Big Money" mitzieht. Und dieser Punkt könnte endlich gestern erreicht worden sein.

Warum und woran man das erkennt ? Dieses und auch welche Chancen und Risiken in diesem Trade liegen, das will ich Ihnen im Folgenden im Detail zeigen und erklären.

Schauen wir als erstes mal auf den 10-Minuten-Chart der letzten Woche im grossen Goldminen-ETF GDX, dem ETF in dem sich auch die grossen Namen wie Soros & Co. tummeln:

GDX 31.05.13 kurz

Das Chart dürfte weitgehend selbsterklärend sein. Es zeigt Ihnen exemplarisch, wie sich am Vortag sichtbares Momentum aufbaut, das sich auch in einem starken Closing zeigt. Dann am Folgetag der Gap-Up kommt und die Kurse nie mehr zurück schauen. Mitten im Tag dann eine klassische Konsolidierung als Bullenflagge, die zum Handelsschluss erneut gekauft wird und damit weitere Stärke indiziert. Und das alles mit einem brutalen Aufwärtsvolumen.

Jetzt macht eine Schwalbe ja noch keinen Sommer und ein Aufwärtstag noch keinen Trend. Das stimmt. Die Kunst ist aber, abseits der reinen Prozentzahlen die "besonderen" Tage zu erkennen. Und das dieser Tag auch im grossen Kontext "besonders" war, zeigt Ihnen höchst eindrucksvoll der Blick auf das Volumen im Tageschart, das hier einen Zeitraum von einem guten Jahr umfasst:

GDX 31.05.13 lang

Beeindruckend oder ? Sie erkennen im roten Kreis im April eindeutig das Kapitulationsvolumen. Klarer geht eine Kapitulation nicht mehr. Und Sie haben zur Referenz den Volumenschub, der vor einem Jahr die dreimonatige Aufwärtsbewegung des Sektors bis in den September hinein ankündigte. Und nun schauen Sie auf dieses aussergewöhnliche "Monster-Volumen" und wie es sich aufgebaut hat. Gestern war etwas Besonderes. Dieses Bild macht es deutlich.

Was schliessen wir daraus ?

Ganz einfach, dass "Big Money" nun in den Sektor einsteigt und die beiden letzten Tage die erste Welle neuen Momentums sind. Und glauben Sie nicht, dass diese Bewegungen den Algos verborgen bleiben. Momentum zieht Momentum nach sich, in Zeiten der Algos sowieso. Und sollte der Markt nun zur Gezeitenwende ansetzen erst recht. Denn das Geld, das aus den bisherigen Favoriten dann heraus fliesst, muss ja irgendwo hin. Und dieses "heisse Geld" wird auf der Suche nach dem nächsten Momentum-Trade sein.

Verbunden mit der fundamentalen Überdehnung, hoher Short-Quote und dem negativen Sentiment zum Sektor - alles Dinge die wir hier, insbesondere im Premium-Bereich, regelmässig besprechen - haben wir hier also ein sehr gutes Chance-Risiko-Verhältnis.

Das ist natürlich keine Garantie, dass dieser Trade funktionieren wird, absolute Garantien gibt es im Markt nicht. Wer hier einsteigen will, muss also unbedingt mit Stops operieren, spätestens wenn die alten Tiefs im GDX vom 20.05. bei 26,25 USD nachhaltig gebrochen werden, muss man raus.

Das Schöne ist aber, diese Tiefs sind nicht sehr weit weg, was das Verlustrisiko einer Long-Position damit doch sehr minimiert. Auf jeden Fall ist das Potential nach oben erheblich grösser und eine klareres Setup für eine Wende als derzeit, bietet der Markt selten. Ein Restrisiko bleibt immer.

Wie es nun weiter geht ? Dafür ist vielleicht eine gute Lehre, wie das damals vor einem Jahr im GDX war, sehen Sie selbst:

GDX 2012

Sie sehen diesen ganz typischen Moment, in dem eine neue Bewegung noch einmal getestet wird. Und erst wenn dieser Test erfolgreich ist und aggressiv gekauft wird, dann ist nach oben "Feuer frei". Dann hätten wir im aktuellen Chart des GDX auch eine klassische Umkehrformation in Form einer inversen Schulter-Kopf Formation.

Insofern haben wir auch eine gute Wahrscheinlichkeit, dass es diesen erneuten Test in den kommenden Tagen noch geben wird und der GDX dabei auch wieder in Richtung der Tiefs gedrückt wird. Und dann eine iSKS Formation ausbildet.

Wer nun also in den Sektor einsteigen will, sollte sich schon im Vorfeld klar machen, wie er damit umgehen wird, um dann nicht zu den "Dummen" zu gehören, die genau in diesem Moment das Falsche tun. Wer dagegen mit seinem Einstieg auf diesen erneuten Test warten will, sollte sich aber darüber im Klaren sein, dass dieser Test zwar wahrscheinlich, aber nicht sicher ist. Und das Volumen, dass nun in den Sektor fliesst, ist aktuell so gross, dass auch ein "Gap and Go" keineswegs unmöglich ist, sprich die Kurse vielleicht nie mehr zurück schauen.

Fazit:

Der Sektor der Gold- und Silberminen scheint eine attraktive Chance zu bieten, wie sie in dieser Klarheit nur selten im Jahr auftaucht. Eine Garantie ist das nicht, Garantien gibt es nicht. Wer hier also einsteigen will, muss unbedingt auch wissen wo und wann die Reissleine gezogen wird. Und bei aller Überdehnung der Minen nach unten, wenn Gold und Silber erneut einbrechen und die Tiefs durchschlagen, werden auch die Minen erneut einbrechen, das ist sicher. Die bullischen Szenarien oben basieren also alle zwingend auf einem zumindest stabilen Preis des Basismetalls.

Natürlich kann man auch die einzelnen Unternehmen wie Barrick Gold traden, Barrick ist gestern alleine über 7% gestiegen. Allerdings sollte man sich bewusst sein, dass die Wenigsten unter uns in der Lage sind, wirkliches Wissen über diese Unternehmen aufzubauen, das dann auch einen Edge generiert. Und wenn man keinen Edge hat, weil man das Unternehmen besonders gut versteht, gibt es auch keinen Grund sich dem erhöhten Einzelrisiko auszusetzen. Und denken Sie daran, einen Artikel in einem Magazin zu einem Unternehmen gelesen zu haben, ist *kein* Edge, im Gegenteil. 😉

Für die Meisten sind Sektor-ETFs dafür also die bessere Wahl. Wer Zugang zur Wallstreet hat wählt GDX, GDXJ oder den SIL für die Silberminen. Das sind die hoch liquiden und massiv kapitalisierten ETFs, in denen sich auch das "Big Money" tummelt. Anleger mit deutschen Direktbanken können dagegen beispielsweise die ETFs WKN:ETF091 von Comstage und WKN: A1JS9D von iShares benutzen.

Ich wünsche gute Entscheidungen ! Ach ja, und "For the Record": Ich selber bin nun im Sektor voll Long investiert. Genau nach den oben beschriebenen Prinzipien. Und im Premium-Bereich werden wir die Entwicklung des Sektors nun intensiv verfolgen.

Ihr Hari

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Gold und Goldminen (ETF GDX) – Phönix aus der Asche ? – 07.03.13

Oh je Goldminen und der GDX. Die Gurken des letzten halben Jahres !

Ja, gerade bei Gurken sollte man mal schauen, ob sie dann nicht doch zur Ernte reif sind. 😉 Denn es gibt zwei Arten von schlecht laufenden Aktien oder Sektoren:

Die einen sind die, denen das Geschäftsmodell wegbricht. So wie zuletzt dem Solarsektor in Deutschland. Bei diesen Aktien gilt einfach nur "Finger weg". Gegen ein fundamental kaputtes Geschäftsmodell hilft auch keine Markttechnik und keine Zyklen. Ganz anders aber bei Aktien und Sektoren, die sich in einem zyklischen Tief befinden und ansonsten aber ein dauerhaft tragfähiges Geschäftsmodell haben. So unter anderem bei den Gold- und Silberminen.

Schon vor 6 Wochen hatte ich ja in -> diesem <- Artikel mal geschaut, ob sich da die Zeit der Ernte anbahnt. Das war aber noch zu früh, die Gurken waren noch nicht richtig grün und das Dreieck wurde schmerzhaft nach unten aufgelöst.

Nun zeigt der Markt aber weitere Signale, die eine mögliche Wende indizieren. Wir haben:

  • Einen Goldpreis, den die Bären scheinbar nicht mehr so richtig nach unten bringen, obwohl im Markt "Risk On" Modus herrscht. Bei Gold besteht die Chance eines Doppelboden.
  • Zum ersten Mal seit Herbst 2012 klare "Buying on Weakness" Käufe für den GLD.
  • Ein Management der Goldminen, das nun den Hebel zu mehr Profitabilität statt maximalem Output umgelegt hat und rigoros unprofitable Projekte zusammen streicht. Und damit in den kommenden Jahren die Profitabilität und Kostenstruktur deutlich verbessern wird, bei gleichzeitiger Verknappung des Angebotes.
  • Gestern den grössten Hub im GDX seit Oktober 2012 - und niemand nimmt davon Notiz !
  • Einen Hub im GDX, ohne dass sich der Goldpreis relevant bewegte.
  • Zuletzt deutlich höheres Volumen im GDX an den starken Tagen als umgekehrt.
  • Ein extrem negatives Sentiment, unter anderem sichtbar in einem Blees Rating (abgleitet aus dem COT Report) von 100.
  • Eine Minen/Gold Ratio auf historisch niedrigen Extremen !

Und von all dem will nun niemand mehr so richtig Notiz nehmen. Zu oft und schmerzhaft wurde reine Hoffnung in den letzten Monaten enttäuscht. Dieses Verhalten ist ganz typisch und in der menschlichen Psychologie begründet. Wenn ein Sektor so viel Schmerzen verursacht hat, dass es keiner mehr aushalten kann, beginnen sich die Menschen abzuwenden und nicht mehr hinzuschauen. Und bemerken dann nicht mehr, wenn die Wende doch einsetzt. Ein Rally stirbt in der Euphorie, sie beginnt aber in der Ignoranz und Ablehnung !

Schauen wir doch mal auf das grosse Bild, den GDX im Wochenchart seit 2008:

GDX Wochenchart 07.03.13

  • Sie sehen die gigantische Top-Formation in Form eines "rounded Top".
  • Sie sehen die gigantische Schulter-Mehrfachkopf-Schulter Formation mit einer Nackenlinie die nun durchschlagen wurde und ein Kursziel bei den historischen Tiefstständen bei 20 USD von 2008 impliziert.
  • Sie sehen auch den perfekten Doppelboden von letztem Sommer, der ein wunscherschönes Umkehr-W produzierte und die Vermutung einer Bullenflagge im Herbst 2012 sehr wahrscheinlich machte, was dann ja übel negiert wurde.
  • Sie sehen aber auch, dass wir nun extrem nach unten überdehnt sind und so überverkauft, wie zuletzt 2008 !
  • Sie sehen, dass wir nun auf dem Niveau der Nackenlinie der Umkehrformation von 2008 notieren.
  • Und sie sehen, dass wir die Nackenlinie der gigantischen SKS zwar durchschlagen haben, aber noch nicht so weit entfernt sind, dass ein Fehlsignal unmöglich wäre. Im Gegenteil, aus der grösseren Perspektive ist das gerade der perfekte Punkt, um den Big Money einen Titel gerne unter wesentliche Marken treibt um alle Stops abzufischen und dann sehr böse zu drehen.

Was ist also nun richtig ? Fundamental hatte ich schon im letzten Artikel darauf hingewiesen, dass die im Moment überall wiederholte Geschichte von den immer weiter überproportional steigenden Förderkosten der Minen Unfug ist, weil viel zu statisch gedacht. Ich zitiere:

--> "Dort wird mit zweidimensionaler Primitiv-Logik einfach die Vergangenheit in die Zukunft fortgeschrieben. Nicht verstanden wird, dass die Förderkosten vor allem deshalb im Schnitt stiegen, weil die Minen immer mehr Projekte um jeden Preis eröffneten, auch eher unprofitable mit geringem Goldgehalt oder schwierigen geologischen Verhältnissen. Die Förderkosten der bestehenden Minen steigen zwar auch, aber lange nicht in dem Umfang wie das dargestellt wird. Der Mix über alle Projekte hinweg ist aber stark gestiegen, weil eben immer mehr unprofitable Projekte begonnen wurden.

Das ist das typische Verhalten eines zyklischen Sektors im Schweinezyklus und hat seinen Höhepunkt schon überschritten. CEOs wurden entlassen, Projekte wurden und werden eingemottet. Die Minen schwenken von einem Fokus auf Output um jeden Preis, hin zu einem Fokus auf Profitabilität. Und das wird zwei wichtige Dinge bewirken:

Erstens werden damit die Förderkosten wieder sinken oder sich zumindest normalisieren, weil der Mix der Projekte wieder stimmt. Zweitens wird aber damit der Output an Gold sinken. Und das bewirkt eine Verknappung beim Edelmetall. Die Folge davon ist ein höherer Goldpreis und davon die Folge sind weit höhere Gewinne bei den Minen. Dieser Mechnismus ist auch wieder typisch für den Schweinezyklus, nur dieses mal in die aufsteigende Richtung." <-- Fundamental spricht also viel dafür, dass eine Wende nahe ist. Schauen wir daher nun mal auf das kürzerfristige Stundenchart des GDX seit Jahresanfang, vielleicht macht uns das ja klüger: GDX Stundechart 07.03.13

Sie sehen, dass wir gestern den grössten Hub des betrachteten Zeitraumes hatten. Genau genommen war es sogar der grösste Hub seit Oktober 2012. Viel wichtiger ist aber zu sehen, wie sich der Charakter des Marktes geändert hat. Die grossen Volumina kommen nun an den Tagen, an denen der GDX steigt. Das ist klares Signal für Distribution und typisches Anzeichen einer bevorstehenden Wende.

Alles in allem genügend rational vernünftige Argument, um da nun ganz genau hinzuschauen.

Steige ich nun sofort wieder voll in den Sektor ein ? Nein bestimmt nicht und das ist auch nicht zu raten. Eine Trendwende ist noch nicht vollzogen und ich habe hier oft genug gepredigt, dass man nicht gegen einen Trend spekulieren sollte, sondern abwarten, bis er wirklich gedreht hat. Auch Gold und der GDX können durchaus erneut die Signale für eine Wende missachten und erneut nach unten wegbrechen. Ein Trend ist mächtig und der Abwärtstrend ist voll intakt. Und die durchbrochene Nackenlinie indiziert eine relevante Wahrscheinlichkeit dafür, dass es nun massiv weiter nach unten geht und wir die Ziel-Zone der SKS um 20USD herum noch erreichen.

Im übrigen habe ich ja oft genug gesagt, wie wichtig eine Bestätigung ist. Der gestrige Tag ist vielversprechend. Aber erst wenn sich heute erneut ein starker, positiver Tag im GDX anschliesst, kann man beginnen einen "Change of Character" im Sektor zu konstantieren.

Mit diesem Artikel will ich Sie aber aufmerksam machen. Wenden Sie den Blick nicht ab, sondern beobachten Sie nun genau. Denn wenn dieses Baby tatsächlich nach oben dreht, dann können wir uns auf ein Feuerwerk gefasst machen. Phönix aus der Asche eben. Und wenn Sie nun genau hinschauen, haben Sie dann die Chance mit dem Phönix mitzufliegen, bevor die bekannten Magazine dann auch wieder dafür trommeln und ein gutes Stück des Kuchens schon verfrühstückt wurde.

Ein gewichtiger Indikator den ich ernst nehme wird sein, wenn der GDX die Nackenlinie der riesigen SKS wieder von unten durchschlagen sollte. Dann dürfte das "Abfisch-Szenario" für jedermann sichtbar werden und sich eine dynamische Bewegung nach oben anschliessen.

Aufmerksamkeit und Wachsamkeit ist nun in meinen Augen angesagt. Für Handlungen ist es (noch) zu früh.

Ich wünsche Ihnen gute Entscheidungen.

Ihr Hari

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Börsenjahr 2013 – 02.01.2013 – Beobachtungen zum Jahresanfang – Teil 2

Hier um 17.30 Uhr der zweite Teil meiner Beobachtungen zum Anfang des Börsenjahr 2013:

Wenig Favoritenwechsel im DAX

Schaue ich insbesondere heute auf den DAX, sehe ich im aktuellen Handel die alten "Gurken" wie E.ON und Metro bestenfalls mit dem breiten Markt mitlaufend. Auch die in 2012 schwache K+S "röchelt" weiter vor sich hin. Von einem Favoritenwechsel ist da (bisher) nicht viel zu merken.

Auffällig ist die relative Schwäche bei Bayer, die Aktie ist aber auch 2012 sehr gut gelaufen und steckt voller positiver Erwartungen. Es kann daher gut sein, dass diese Schwäche am Ersten des Jahres ein Signal ist. Auch eine Aktie die mir in 2012 zu gut gelaufen ist und die nun in meinen Augen nach einer Korrektur schreit ist Beiersdorf.

Ebenso auffällig und bemerkenswert ist der Intraday Abverkauf von Linde von 134,7 EUR bis 130,9 EUR oder Intraday fast 3%. Ich kenne die Ursache noch nicht, aber dass mus man unbedingt beobachten. Denn auch wenn ich bei Linde weiter von einer guten Geschäftsentwicklung und sogar einem Schub durch die Lincare Übernahme ausgehe, birgt das Chart schon das Potential einer grösseren Top-Bildung in sich.

Apple, Rohstoffe und Gold- und Silberminen riechen nach Rally.

Betrachtet man, was schon an Silvester bei den Firmen rund um Apple wie Broadcom oder Qualcomm, bei den Rohstoffwerten rund um Rio Tinto & Co. und den Gold- und Silberminen passierte - alles Werte die im 4. Quartal lange sehr schwach waren - ist es bemerkenswert, wie diese Stärke am heutigen Jahresanfang massiv bestätigt wurde. Es kann gut sein, dass wir es in diesen Fällen mit einer neuen Tendenz zu tun haben.

Hier scheint frisches Geld in aus Sicht des Marktes unterbewertete Assets hinein zu fliessen und alle genannten Sektoren haben eine Menge Potential.

Südeuropa hat nach wie vor eine Menge Aufholpotential

Bemerkenswert auch, wie das schöne Plus im DAX erneut durch ein Plus von mehr als 3% im IBEX35 und MIB40 getoppt wurde. Die -> hier <- und -> hier <- vorgestellten Trades sind weiter hoch aktuell, die Bullenflaggen haben sich wie erwartet nach oben aufgelöst und es gibt noch jede Menge Luft für Gewinne in 2013.

Der Stahlsektor scheint mitten im Rebound zu stehen

Passend zur positiven Entwicklung in China, setzt sich der Rebound bei den unter anderem -> hier <- am 05.12.12 besprochenen Klöckner und Salzgitter weiter nach Lehrbuch fort. Insbesondere Klöckner hat perfekt sein Ausbruchsniveau bei ca. 8,9€ gestestet und dreht nun weiter nach oben.

Am stärksten ist heute Thyssenkrupp, was aber kein Wunder ist, da die Aktie auch mit Abstand am schlechtesten gelaufen ist. Ich fasse die Aktie aus den hier mehrfach besprochenen Gründen aber weiterhin nicht an. Wer einen Sektor sucht, in dem er in den kommenden Wochen und Monaten den Markt deutlich schlagen kann - eine weitere Erholung von China und der Eurozone voraus gesetzt - ist hier vielleicht gar nicht schlecht aufgehoben. Die notwendigen Stops für Klöckner und Salzgitter sind auf jeden Fall nun klar durch die Tiefs vom 21.12. bzw 28.12. definiert und erlauben einen gut abgesicherten Longtrade.

iRobot und die riesigen Gaps

Es gibt eine Reihe kleinerer Aktien, die ich wie 3D Systems (WKN 888346, DDD) aufgrund ihrer besonderen technologischen Position auf meinem Radar habe. Dazu zählt der Roboterspezialist iRobot (WKN A0F5CC, IRBT), auf den ich mit dem folgenden Tageschart und dem Blick auf die beiden riesigen Gaps aufmerksam machen will.

Zumindest das kleinere Gap von Oktober 2012 bei 22,4 USD scheint die Aktie mit aktuell 8% Plus nun in Angriff zu nehmen. Auslöser der Gaps waren Verzögerungen bei den militärischen Aufträgen im Verteidigungsbereich (Minenräumung etc.), diese sind aber nun eingepreist. Das private Geschäft läuft dagegen gut und das Potential des Marktsegmentes ist ähnlich wie beim 3D Druck gewaltig.

Und um mal ganz wild herum zu spekulieren: Wenn es irgendwo ein Segment gibt, das wie weiland die Musikplayer durch das iPod danach schreit, durch einfache und schicke Lösungen einem Massenmarkt geöffnet zu werden - dann sind es die Haushaltsroboter, die schon weit mehr können, als Otto Normalverbraucher ahnt und durchaus das Potential haben auch unter der Überschrift "schick und hipp" wahrgenommen zu werden. Wer will denn keinen R2D2 haben, der ihm Teile der lästigen Hausarbeit abnimmt ? Oder steht hier jemand auf Staubsaugen ? 😉

Da finde ich den Namen iRobot im Sinne Apple vielleicht schon prophetisch. Vielleicht verleibt sich ja mal ein Grosser iRobot ein, wer weiss.

iRobot 02.01.13

Das warme Wetter und der US Gaspreis

Das in den USA sehr warme Winterwetter macht den -> hier <- vorgestellten Trade auf den ETF UNG zu nichte. Wer den Stop knapp unter der 200-Tage-Linie beachtete, wurde nach einem grossen Gap heute ausgestoppt. Die letzte Verteidigungslinie ist nun das Tief vom 28.08.12 bei 17,69 USD. Solange das hält, ist der Aufwärtstrend seit April 2012 noch intakt. Fällt auch dieses Tief, sollte man vom UNG wohl weiten Abstand halten.

So weit erst einmal meine ersten Eindrücke zum Anfang des Jahres. Ich wünsche Ihnen einen guten Start ins Börsenjahr 2013 !

Ihr Hari

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