Renditen und Dividenden im Wettbewerb

Mitte Februar habe ich mit den Mitglieder im Premium-Bereich im Artikel -> Temporäre Zeitenwende <- besprochen, wie sich die Zinswende in den US deutlich spürbar auf Aktien auswirkt.

Denn über viele Jahre wurden die Indizes von den gross kapitalisierten, dividendenstarken Werten nach oben katapultiert, während die SmallCaps eher hinterher gehangen haben. Bekannte Namen dieses Kalibers sind McDonalds (MCD) und Johnson&Johnson (JNJ) und viele andere.

Nun haben im Zuge der Zinspolitik der FED aber die Renditen der US Staatsanleihen zu steigen begonnen und nähern sich bei den 10-jährigen nun der 3% Marke an. Das macht aber Wettbewerbsdruck auf Aktien, die primär als Zinsersatz gekauft wurden, gerade also auf die klassischen Dividenden-Werte, die in den letzten Wochen fast durchweg relativ gesehen schwach gelaufen sind.

Im ETF IEF, der die 10-jährigen US Anleihen vereint, sehen wir eine potentielle, veritable Topbildung. Und steigende Renditen bedeuten bei Anleihen eben fallende Kurse:

Damit trennt sich nun die Spreu vom Weizen. Technologie-Titel mit zweifelsfreiem Wachstumspotential werden weiter gekauft, auch andere Bluechips mit zweifelsfreien Aussichten wie im Aerospace & Defense-Sektor sehen weiter gut aus und notieren schon auf Jahreshochs.

Aber ganz viele dieser weniger wachstumsstarken, "soliden" Bluechips gerade im Retail-Bereich - also die klassischen "Witwen und Waisenpapiere" nach dem Motto "gegessen wird immer" - tun sich nun sehr schwer und das hat eben auch mit den steigenden Anleihenrenditen zu tun. Auch, natürlich spielen auch individuelle Probleme herein, aber diese werden vom Druck steigender Renditen überlagert bzw verstärkt.

Ich will Ihnen hier daher nur zwei Charts langfristiger, potentieller Topbildungen bei solchen "Witwen- und Waisenpapieren" zeigen und zwar Henkel und den Tabakkonzern Altria (MO):

In beiden Fällen spielt der Druck der steigenden Renditen *auch* eine Rolle, neben jeweils individuellen, operativen Problemen. Die Charts sehen aber langfristig nun fragwürdig aus.

Noch ist aber Polen nicht verloren, bei Altria ist die Topbildung noch nicht einmal vollendet und selbst Henkel hat noch Chancen das wieder gerade zu biegen. Es sollen auch nur Beispiele sein, dass Anleger dieser Dividenden-Papiere nun die Zinsentwicklung im Auge behalten sollten.

Denn die exorbitant gute Entwicklung dieser Aktien im letzten Jahrzehnt hat eben *auch* mit dem durch die Notenbanken nach unten verzerrten Zinsniveau zu tun - da sollte sich keiner einer Illusion hingeben.

*Auch*, weil es sind immer noch gute Aktien, die immer noch in ein langfristiges Depot gehören. Sollte sich aber dieser Bonus der Nullzinsen nun wieder abbauen, werden auch langfristig gute Aktien nun mittelfristig temporäre Schwäche zeigen und das sollte dann niemanden überraschen.

Wer dem aus dem Wege gehen will, muss seinen Fokus auf Wachstum legen, Wachstumsaktien sind weit weniger von steigenden Renditen betroffen als Werte, die wenig bieten ausser einer hohen Dividende als Anleihenersatz.

Und glücklicherweise gibt es ja auch Aktien, die beides miteinander verbinden, Wachstum *und* beständig steigenden Ausschüttungen.

Wir hier bei surveybuilder.info fokussieren uns auf solche Werte und in Artikeln wie -> Langfristige Investments in der kommenden technologischen Revolution <- habe ich Ihnen solche Aktien auch schon im freien Bereich in Beispielen nahegebracht.

Solche Aktien werden von einer Zinswende weniger betroffen sein, bei reinen Dividendwerten ohne relevantes Wachstum, sollte man in einer Phase steigender Zinsen aber vorsichtiger agieren.

Im Saldo muss die Anfangsphase steigender Zinsen für Aktienmärkte nicht negativ sein, weil diese in der Regel mit einer boomenden Konjunktur einher geht. Aber einzelne Sektoren sind eben doch betroffen.

Ihr Hari

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Allianz Aktie – Wohin geht die Reise?

Der folgende Beitrag erschien schon Mittwoch 06.05.15 12:30 in Hari Live

Die Allianz hat heute überraschend gute Zahlen geliefert und der bisherige

Da lohnt sich doch mal wieder ein Blick auf das Chart zu werfen, um zu schauen, was das zur Lage sagt. Dieses zumal die Allianz-Aktie ja über Monate zu meinen Favoriten gehörte und ich auch den Einbruch durch den Abgang von Gross bei Pimco, für übertrieben gehalten habe. Im Nachhinein war das ja auch eine geniale Kaufgelegenheit:

Allianz 06.05.15

Was wir sehen, ist erst einmal ein Chart, das danach schreit, dass es nun von 150€ erst einmal wieder hoch geht. Zu klar ist die Unterstützung und zu überverkauft die Lage. Die guten Zahlen sind nun ein Katalysator, der eine Wendeformation in Gang setzen sollte.

Berücksichtigen Sie aber bei der Betrachtung bitte den morgigen, massiven Dividendenabschlag, der dieses Chart-Bild optisch zerstören wird, ohne dass dem Einbruch ein wirklicher Vermögensverlust gegenüber steht. Nehmen Sie also bitte nicht 150€ als Stop. 😉

Nur wohin geht die Reise, nach dem dieser initiale Schub nach den Zahlen dann ausgelaufen ist? Dabei bin ich nun erst einmal latent skeptisch und kann mir einen Verlauf wie eingezeichnet gut vorstellen, der aber natürlich nur ein Szenario unter vielen ist.

Zwei Faktoren sind dabei dominant:

Erstens wäre die Allianz wohl eine der Hauptleidtragenden, falls sich der beginnende Anstieg der Renditen der Staatsanleihen weiter fortsetzt. Die Allianz ist durch regulatorische Anforderungen, wie andere europäische Versicherer, bis zur Halskrause mit Staatsanleihen voll geladen. Bis letzten Monat konnten diese Anleihen durch die sinkenden Zinsen Buchgewinne erzielen, nur was passiert in der Gegenrichtung? Und wie sind diese Buchgewinne bilanziert?

Denn die Interessen der Lebensversicherungskunden und der Aktionäre der Allianz sind nicht gleich gerichtet. Die extrem gefallenen Renditen sind gefährlich für die bestehenden Lebensversicherungsverträge, deren dauerhafte Tragfähigkeit in Frage gestellt werden könnte, wenn die Nullzinsphase lange andauern sollte. Für die Bewertung der riesigen Bestände an Staatsanleihen bei den Versicherern aber, waren die fallenden Renditen aber kurzfristig erst einmal positiv und das tat den Aktionären gut.

Langfristig werfen die Niedrigzinsen aber auch für die Aktionäre Fragen auf, denn wenn der temporäre Effekt der Buchgewinne ausgelaufen ist bleibt die Frage, wo denn die Erträge her kommen sollen. Das bei wieder steigenden Anleihen-Renditen auf die Versicherungskonzerne aber bilanzielle Fragezeichen zukommen, die die Börsen dann nicht kalt lassen werden, erscheint mir zumindest wahrscheinlich.

Aber auch ein zweiter Faktor ist am Werk und dass ist die Tatsache, dass der langjährige Chef Michael Diekmann nun seinen Abschied genommen hat und natürlich mit einer guten Zahlenbilanz. Es ist eine reine Vermutung meinerseits, aber es wäre nicht der erste Fall, bei dem zu so einer Abschlussbilanz dann allerlei "optimiert" wird, um das Bild zum Abschluss besonders gut aussehen zu lassen. Natürlich nur im legalen Gestaltungsrahmen, der ist aber im Bereich IFRS erheblich und gibt grossen Spielraum. Lesen Sie im Zweifel -> hier <-.

Und neue Chefs machen - wenn sie klug sind - dann am Anfang sowieso erst einmal ein bilanzielles "Grossreinemachen", weil sie bei den ersten Quartalen dafür noch nicht in persönliche Haftung genommen werden.

Beide Faktoren zusammen gemahnen in meinen Augen zur Vorsicht und das Risiko ist daher für mich da, dass wir am 13.04. bei 170€ bei der Allianz ein zumindest mittelfristiges Hoch gesehen haben.

Deswegen muss man nun nicht ins andere Extrem kippen und die Allianz zu einem Short erklären, dafür sehe ich keine Grundlage. Aber für mich ist die Allianz nun also kein zwingender Favorit mehr, sondern ich rechne eher damit, dass die Aktie dem Markt in den kommenden Monaten vielleicht sogar hinter hinken wird.

Wer in der Aktie drin ist, sollte den absehbaren Anstieg nach den guten Zahlen, nun also vielleicht kritisch beobachten.

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DAX 20.000 in diesem Jahrzehnt. Und was das mit dem DAX – Kursindex zu tun hat.

Wer meinen gestrigen Lunchtalk mit der Wirtschaftwoche gesehen hat, hat auch bemerkt, wie viel Spass wir dabei hatten DAX 10.000 und 20.000 auszurufen. Und wer nicht, kann das nachholen.

Diese Prognosiritis - übrigens eine ansteckende, geistige Virus-Krankheit 😉 - ist ja eine beliebte Methode, um sich später als Guru feiern lassen zu können. Man macht das so wie ein Fischer, der sein Netz aufwirft. Man hat zwar ebenso wie alle anderen keinerlei Ahnung was die Zukunft bringt, macht aber immer mal wieder eine ebenso wahllose, wie "mutige" Prognose abseits der Norm. Crash-Weissagungen sind dafür ebenso gut geeignet, wie markante Kursmarken weit über den aktuellen Kursen.

Und dann ist es ganz einfach. Irgendwann fängt dieses Netz mal einen Fisch, in der Form, dass die Realität zufällig mit einer der Prognosen überein stimmt. Und dann ruft man laut: "Ich habe es vorher gesagt, ich habe es vorher gesagt !" Und lässt sich feiern. Und wird zum "Gottweissnichtwas" ernannt oder wie auch immer diese lächerlichen Pseudo-Titel lauten. Man wird herum gereicht, darf Interviews geben, taucht auf Magazinen auf und der gemeine Anleger hält einen für einen ganz Schlauen. Dabei ist man einfach nur ein guter Fischer. Und das Spiel funktioniert, weil man zuverlässig auf die Vergesslichkeit der Menschen setzen kann. Denn all die Weissagen und Prognosen in denen man grottig falsch lag, über die redet man einfach nicht und das Publikum vergisst sie schnell.

So läuft die Methode, die man auch immer wieder in Werbe-Bannern bewundern kann, wo irgendwelche selbsternannten Gurus Sie natürlich unbedingt "reich" machen wollen und Ihnen entweder wahlweise "den grossen Crash" oder "DAX irgendwas" versprechen. Hauptsache ist aber, dass Sie natürlich vorher ein Abo abschliessen. 😉 Ich bekomme da per Mail auch immer wieder so Angebote, wo mir jemand den ich gar nicht kenne, in schlechtem Englisch unbedingt eine Erbschaft anbieten will. Natürlich muss ich vorher einen "geringen" Betrag von ein paar tausend Kröten ins Ausland zahlen, aber das sind ja "Peanuts", in Anbetracht der grossen Zahlung, die ja auch gaaanz sicher bei mir eintreffen wird. 😉

Soviel also zu der Virus Krankheit der Prognosiritis. Und trotzdem steckt in DAX 10.000 und DAX 20.000 ein wahrer Kern, auch wenn niemand weiss, ob das in 6 Monaten oder 16 Jahren erst erreicht werden wird. Und ich wiederhole deshalb hier laut und deutlich für die Nachwelt:

DAX 10.000 kommt ! Und DAX 20.000 auch !

Warum will ich Ihnen nun erklären, denn es hat mit dem DAX Performance-Index und seinem kaum bekannten Gegenpart dem DAX Kurs-Index zu tun.

Was ist der Unterschied ? Im DAX Performance Index werden die ausgeschütteten Dividenden von derzeit 2-3% per Annum inkludiert. Damit unterscheidet sich der DAX, den Sie alle kennen, von nahezu allen anderen Indizes der Welt. Egal ob S&P500 oder Eurostoxx, das sind alles Kursindizes, in denen die ausgeschütteten Dividenden nicht hinein gerechnet werden.

Der DAX ist also die Ausnahme und er ist sozusagen im Vergleich aufgepumpt. Denn auch in den anderen Indizes erhalten die Anleger ja Dividenden und nicht zu knapp. Nur tauchen die im Kurs der Indizes nicht auf. Womit ein direkter Vergleich der Performance von DAX und S&P500 in die Irre führt und den DAX besser aussehen lässt, als er ist.

Übrigens, will ich an dieser Stelle auch gleich mit einem Missverständnis aufräumen, das bei vielen auftritt, die im ersten Schritt den Unterschied zwischen den beiden Index-Formen schon verstanden haben. Die Dividenden werden bei der Berechnung des DAX Performance-Index eben nicht als Sockel mitgeführt, was dazu führen würde, dass der DAX gar nicht mehr unter einen bestimmten Wert fallen könnte. Nein, die Dividenden werden in die Aktien rechnerisch "re-investiert", was bedeutet, dass wenn alle Aktien auf Null fallen, auch die reinvestierten Dividenden bei Null sind. Der DAX kann also rein theoretisch und rechnerisch sehr wohl auf Null fallen.

Das aber nur am Rande. Der Punkt ist: der DAX steigt jedes Jahr sowieso um 2-3%, auch wenn sich die darin enthaltenen Aktien nicht bewegen und deren Börsenbewertung gleich bleibt, weil sich am Geschäft gar nichts ändert. Und deshalb wird der Ihnen bekannte DAX definitiv auf 10.000 steigen. Und auch auf 20.000. Meine Prognose wird also eintreten und ist keineswegs "mutig". Fragt sich nur, wie lange das dauert.

Jetzt kann man lange theoretische Diskussionen darüber führen, was die "richtige" Berechnung eines Index ist. Da gibt es keine objektive Antwort, aber ich bin der Meinung egal welche Methode man wählt, sollten die Berechnungen vergleichbar sein. Und insofern ist der DAX "falsch" und gaukelt eine Stärke vor, die gar nicht vorhanden ist.

Denn die meisten anderen Indizes stellen einfach die Marktkapitalisierung der darin enthaltenen Unternehmen dar. Also exakt den Wert, den die Börse den Unternehmen in genau diesem Moment beimisst. Beim DAX (Performanceindex) ist das nicht der Fall, der schleppt auch die Vergangenheit in Form der alten Ausschüttungen mit. Nur die haben eigentlich nichts mit der aktuellen Bewertung der Unternehmen zu einem Zeitpunkt zu tun.

Welche Auswirkungen das hat und warum DAX 20.000 in diesem Jahrzehnt gar nicht so unwahrscheinlich ist, will ich Ihnen nun zeigen. Schauen wir zunächst auf den klassischen, allgemein bekannten DAX (Performance-Index) mit Monatskerzen seit 1995:

DAX monatlich 25.09.13

Ein Chartist würde nun sagen: WoW ! Ausbruch ! Und so sieht es aus. Grosse Stärke, die nun endlich oben den langjährigen Deckel weggehauen hat. Und DAX 10.000 sind nicht mehr weit. Ein bedeutender Moment also. Dumm nur, das es gar nicht stimmt mit dem bedeutenden Moment. Denn die im DAX enthaltenen Unternehmen sind kein bisschen mehr wert, als sie es schon 1997 oder 2006 waren. Und das zeigt uns der DAX Kursindex, der wirklich mit einem S&P500 zu vergleichen wäre.

Ich habe dieses Chart, das bis zur Begründung des DAX im Jahr 1988 zurück reicht, mit Daten der Bundesbank erstellt, die Sie selber nachvollziehen können, wenn Sie wollen.

DAX Kursindex 1988-2013

Dieses Chart spricht eine ganz andere Sprache. Und diese Sprache ist viel aussagekräftiger. Die deutschen Aktien befinden sich in dem, was man ein zulaufendes Dreieck nennt. Seit nun fast 14 Jahren gab es bei der Bewertung deutscher Aktien nicht wirklich viel zu gewinnen, ausser man tradete diese Hochs und Tiefs aktiv. Für Trader war das eine schöne Zeit, für Buy & Hold Anleger eher grausam. Nur die Dividenden von im Mittel 2-3% gab es sicher.

Nur bekam man ja für andere Anlagen wie Staatsanleihen im Mittel auch solche Renditen. Diese 2-3% sind nichts Besonderes, sondern einfach die Basisrendite jeder halbwegs vernünftigen Anlage und insofern nichts, was Aktien langfristig besonders auszeichnet. Zumal man bei Ihnen ja auch grössseren Schwankungen ausgesetzt ist, die eigentlich eine höhere Rendite als andere Anlagen erfordern, um die Anlage attraktiv zu machen.

Einen Mehrwert bei Buy & Hold generieren Aktien nur dann jenseits dieser Basisrendite aus Dividenden, wenn die Firmenbewertungen selber steigen, weil die Firmen wirklich "mehr wert" werden. Das war in den letzten 14 Jahren nicht der Fall und ist auch kein Wunder. Denn "mehr Wert" können Firmen nur werden, wenn echte Innovation auftritt, die die Wertschöpfung massiv erhöht.

Eine solche Phase - einen echten Bullenmarkt - hatten wir in den 90ern durch die Veränderung der Welt durch den Aufstieg der Computer, verbunden mit der Friedensdividende des fallenden eisernen Vorhangs und des damit verbundenen Eintritts von Milliarden Menschen in die Weltwirtschaft. Das hat die Produktivität und Wertschöpfung weltweit massiv erhöht. Und damit waren die Firmen wirklich und zu recht "mehr wert". Und auch wenn es dann in 2000 eine Übertreibung nach oben gab, ist das Ergebnis dieses Produktivitätsschubs immer noch erhalten, das zeigt auch der Kursverlauf des DAX Kursindex.

Seit 2000 aber, gab es keine umwälzenden Änderungen mehr in der Welt, keine neue Phase der Produktivitätssteigerung, die prinzipiell eine höhere Bewertung von Firmen rechtfertigen würde. Aber - auch die langfristige Wirtschaft beliebt in Zyklen zu schwingen - dieses Chart mit seinem zulaufenden Dreieck deutet etwas an. Irgendwann wird dieses Dreieck enden und nach dieser jahrzentelangen Kompression und Seitwärtsbewegung, werden die Bewertungen dann wirklich nach oben ausbrechen. Und zwar massiv. Denn dann wird ein neuer bullischer Zyklus aus der Asche dieser Seitwärtsbewegung geboren.

Und der Katalysator dafür werden nicht irgendwelche Notenbank-Aktionen sein. Nein, die schaden eher und führen nur zu diesen sinnlosen Schwingungen, wie wir sie hier sehen. Boom & Bust. Echte Innovation entsteht eben nicht aus fiskalischen Spielereien und dem Bedrucken von Baumwollpapier, um Geldscheine zu produzieren. Nein, der nächste Zyklus wird durch das "nächste grosse Ding", die nächste Innovation induziert, die die Welt erneut so umkrempelt, wie zuletzt die Computer. Vielleicht wird es der Biotech Bereich sein, im Sinne "Human Engineering" - das ist mein "heisser" Tip für das "nächste grosse Ding". Oder es wird aus dem entstehen, was wir heute 3D Druck nennen, um am Ende die industrielle "Replikation aller Dinge" darzustellen. Oder es wird etwas ganz anderes, das wir noch nicht auf dem Radar haben.

Der Punkt ist: Der bedeutende Ausbruch ist nicht das, was wir heute im verzerrenden DAX Performance Index sehen. Der grosse Ausbruch kommt dann, dann aber richtig, wenn der DAX Kursindex mit Macht diese Konsolidierung seit 2000 verlässt. Denn dann ziehen die Bewertungen der Unternehmen wieder wirklich an. Und dann, wenn der Kursindex das tut, dann wird der DAX Performance-Index auch ganz schnell bei 20.000 stehen. Das ist dann einfach nur noch simple Mathematik.

Insofern sind DAX 20.000 noch in diesem Jahrzehnt keineswegs völlig unwahrscheinlich. Es braucht nur das "nächste grosse Ding", das die Welt in einen neue Phase der Produktivitätsgewinne katapultiert. Und wenn der Fall in diesem Jahrzehnt noch eintritt, bitte ich doch herzlich darum, dass ich dann auch den Titel "Mr. 20000" bekomme und bitte auch durch Fernsehen und Magazine herum gereicht werde. 😉

Ihnen einen schönen Tag !

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Charts des Sommer – US Staatsanleihen, Volatilität und US Oil

Schauen wir heute früh mal wieder auf die wichtigen Entwicklungen an den Anleihen und Rohstoffmärkten, die den Aktienmarkt massiv beeinflussen und hohe Aufmerksamkeit erfordern.

Zunächst erneut ein Blick auf die langlaufenden US Staatsanleihen, hier dargestellt anhand des ETFs TLT. Sie sehen, dass die Renditen weiter steigen (=Kurse fallen) und das schafft zwei grosse Probleme. Erstens dämpft es durch höhere Zinsen die gerade angelaufene wirtschaftliche Erholung und zweitens verteuert es mittelfristig den Zinsaufwand des sowieso überschuldeten Staates, wenn auslaufende Anleihen refinanziert werden müssen.

Bernanke ist es also trotz seiner Rede als "Taube" im Juli nicht gelungen, denn Aufwärtstrend bei den Renditen zu stoppen. Das wird in der FED für erhebliches Kopfkratzen sorgen und erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass die FED eher noch mehr Geld auf den Markt wirft, als das sie wirklich zur Reduktion (Tapering) der Anleihekäufe schreitet. Wie abhängig der Markt geworden ist, können Sie sich klar machen, wenn Sie sich vorstellen was passieren würde, wenn die FED nun ihre Käufe einstellen würde. Dieses Chart würde dann wohl zu einem Gemetzel werden !

TLT 06.08.13

Als zweites schauen wir auf die Volatilität in Form des VIX seit 2008, die nun nahezu historische Tiefststände erreicht hat. Haben Sie nicht auch den Eindruck einer geradezu unwirklichen Ruhe am Aktienmarkt ? Dieses Chart beweist es.

Gäbe es eine einfache Möglichkeit für Privatanleger, sinnvoll den VIX (oder VDAX) abseits von Futures Long zu gehen, wäre das wohl mit Horizont von 6 Monaten ein nahezu sicherer Trade. Nur gibt es diese Möglichkeit genau aus diesem Grund nicht, denn um im VIX Long zu gehen, bräuchte es ja eine Gegenpartei - in der Regel eine Bank. Und warum sollte die das tun ? Es gibt zwar Zertifikate auf die Volatilität, aber die haben einen massiven "Decay" und so hohe interne Kosten die der Absicherung der Bank dienen, dass eine Investition keinen Sinn macht und nur Verlust produziert, ausser man erwischt wirklich exakt den Tag bevor der VIX nach oben springt. Das kann aber niemand und wäre reines Glück.

VIX 06.08.13

Und zum Schluss erneut ein Blick auf Öl, hier US Light Crude Oil, das neben Gold einer der besten Indikatoren für Inflationserwartungen ist. Diesen Chart habe ich schon mehrfach gezeigt und Sie sehen nun, dass der Ausbruch bestätigt zu werden scheint. Die Konsolidierung oberhalb der Ausbruchszone deutet kurzfristig auf weiter steigende Preise hin. Gleichzeitig hat US Oil aber einen guten Trackrecord um bedeutende Market Tops zu indizieren, oft lief ein Peak bei Öl einem Market Top ein paar Monate voraus. So war es zuletzt 2008 und 2011.

US Oil 06.08.13

Und warum ist das alles nun so wichtig werden Sie fragen ?

Ganz einfach. Wenn die Anleihenrenditen (und damit Finanzierungskosten für Unternehmen) weiter steigen und wenn die Grundstoffe wie Öl wieder teurer werden, dann wird das einem US Aktienmarkt der sowieso schon nach oben überdehnt ist und auf historischen Höchstständen notiert, die Luft für weitere Anstiege abschneiden. Dann erhöht das ganz massiv die Wahrscheinlichkeit, dass wir in den Indizes gerade das "letzte Hurrah" einer lange andauernden Aufwärtsbewegung erleben.

Und weil dieser Zusammenhang existiert, ist es so wichtig auf diese Charts zu schauen.

Ihr Hari

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Charts des Sommers – Zeitenwende am Bondmarkt ?

Von privaten Anlegern wird dem Bondmarkt viel zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt, obwohl ja eine direkte Beziehung zu den Aktienmärkten existiert, denn ein Investitions-Euro oder Dollar kann ja nur einmal ausgegeben werden.

Jahrelang musste man auch nicht besonders auf den Bondmarkt schauen, denn der hatte nur eine Richtung: Dank der Notenbanken fielen die Renditen und die Kurse stiegen.

Nun aber könnte seit Anfang 2013 eine bedeutende Zeitenwende am Bondmarkt im Gange zu sein. Und das trotz der Notenbanken, die nach wie vor dagegen halten. Man kann dazu diverse Charts zeigen, ich möchte Sie hier aber überhaupt einmal auf die Geschehnisse aufmerksam machen und dafür sensibilisieren.

Mit dem heutigen Tag beginnt damit hier auf surveybuilder.info.de auch eine Serie der "Charts des Sommers", in denen ich Sie ohne viele Worte auf bestimmte, wichtige Entwicklungen aufmerksam machen möchte. Entwicklungen die unter der Dauerberieselung mit Spekulationen zu Commerzbank, Solarworld und Co. leider medial viel zu kurz kommen, obwohl sie eine viele höhere Bedeutung für uns alle haben.

Der erste Chart zeigt in Tagessicht den ETF iShares Euro High Yield Corporate Bond (WKN A1C8QT) seit 2010. Darin sind Unternehmensanleihen von Unternehmen unterhalb des "Investmentgrade" enthalten, also von so "Erfolgsunternehmen" wie Commerzbank, Thyssenkrupp, RBS oder Fiat. Siehe .

Der Chart spricht für sich selbst:

EUNW A1C8QT 15.07.13

Und nun das umgedrehte Bild. Sie sehen einen der wenigen in Deutschland verfügbaren Short-ETFs auf Staatsanleihen, hier den ETF db X-Trackers Short Sovereigns Eurozone (WKN: DBX0AW) seit 2011. Darin sind europäische Staatsanleihen enthalten, primär also aus Italien, Frankreich, Deutschland. Siehe .

Auch dieser Chart spricht für sich selbst:

DBX0AW 15.07.13

Im Premium-Bereich besprechen wir diese Entwicklungen und ihre Bedeutungen auch im Detail und betrachten, welche Konsequenzen daraus erwachsen und wie man diese Entwicklungen traden kann.

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