Procter & Gamble und Johnson & Johnson – Das Ende der Dividende als Anleihen-Ersatz?

Ich weiss nicht, ob Ihnen aufgefallen ist, dass im Rahmen der Sektor-Umschichtungen nach der Wahl Trumps, kleine Nebenwerte, die im Russell 2000 Index zusammen gefasst sind, massiv haussiert haben - wie hier zum Beispiel im ETF IWM zu sehen, der den Russell 2000 abbildet:
(All Charts from )

iwm-21-11-16

Gleichzeitig haben aber einige klassische Dividendentitel und grosse Bluechips, teilweise deutlich korrigiert - ausser sie gehörten zu Sektoren wie dem Industrie-Sektor, die von Trumps absehbarem Infrastruktur-Programm profitieren werden.

Diese Bewegung, hat übrigens schon vor Trumps Wahl begonnen, sie wurde durch seine Wahl nur beschleunigt bzw wieder neu in Gang gesetzt. Hier sind zwei Beispiele solcher Korrekturen von gross kapitalisierten Dividenden-Bluechips:

Procter & Gamble (PG):

pg-21-11-16

Johnson & Johnson (JNJ):

jnj-21-11-16

Damit stellt sich die Frage, was sich hinter dieser Schwäche verbirgt und die Antwort ist recht einfach:

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Betrachtung zu Anleihen: Sind die guten Zeiten vorbei ? (Teil 2)
Die Lage nach der EZB-Entscheidung

Ein Gastkommentar von Tokay

Im ersten Teil dieser Betrachtung ging es darum, ob die gegenwärtige Anleihenrendite Einfluss hat auf die zukünftigen Erträge aus Anleihen. Das Ergebnis war, dass es kurzfristig keinen Zusammenhang gibt, langfristig aber schon. Die künftige Performance von Anleihen hängt mit davon ab, in welche Richtung die Anleihenrenditen tendieren werden. Bei so einer Betrachtung soll es deshalb auch darum gehen, welches die langfristigen Bestimmungsfaktoren der Anleihenrenditen sind. Vier Faktoren sind meines Erachtens wesentlich:

• Die Inflationserwartungen
• Die internationale Zinsentwicklung
• Die Konjunkturerwartungen
• Das Verhalten der Zentralbank (und der Regierungen)

Zum ersten Punkt: Inflationserwartungen sind nicht genau meßbar, allenfalls über die Differenz zwischen Renditen aus herkömmlichen und inflationsgesicherten Anleihen bei gleicher Laufzeit. Die Bundesbank misst außerdem die Inflationserwartungen über ein Expertenpanel, doch das „hard fact“ liefert natürlich die Teuerungsrate selber. Grundsätzlich gibt es ohne Zweifel einen Zusammenhang zwischen Inflation und Anleihezins, in dem Fall der Rendite 10jähriger Bundesanleihen, wie die nachfolgende Grafik zeigt:

Inflation und Anleihezins

Man ersieht, daß ein Anstieg der Inflationsraten in der Vergangenheit gesamthaft auch zu einem Anstieg der Zinsen geführt hat, und daß der Realzins in aller Regel deutlich positiv war. Denn immerhin geht es darum, ob die heutige Kaufkraft erhalten bleibt und das ist nur bei einem in der Zukunft positiven Realzins der Fall, da ein Anstieg der Teuerungsrate ins Kalkül gezogen werden muss. In der Vergangenheit musste der Staat im Durchschnitt drei Prozent mehr als die jeweilige Inflationsrate bieten. Die heutige Situation ist mit einem Kreis eingezeichnet. Derzeit haben wir sowohl eine sehr tiefe Inflationsrate als auch einen sehr tiefen Realzins. Historisch gesehen kann beides nicht noch tiefer fallen, sondern müsste eher wieder steigen.

Der zweite Faktor sind die internationalen Zinsen, und hier sind natürlich die amerikanischen Zinsen maßgeblich. Nachfolgend sieht man den Zusammenhang zwischen dem Zins für den zehnjährigen US Treasury Bond und dem für zehnjährige deutsche Bundesanleihen:

US Anleihezins und DE Anleihezins

Man erkennt leicht anhand des kreisförmig markierten Bereichs, dass sowohl die USA als auch Deutschland historisch gesehen extrem weit im unteren Bereich liegen. Man erkennt den Zusammenhang deutlich und vor allem, daß die deutschen Zinsen immer dann steigen, wenn auch die amerikanischen Zinsen steigen. Sollten also die amerikanischen Zinsen künftig steigen, wie es erwartet wird, dann werden über kurz oder lang auch die deutschen Zinsen wieder steigen. Zumindest werden steigende amerikanische Zinsen einen positiven Einfluß im Sinne eines Anstiegs auf das deutsche Zinsniveau haben.

Der dritte Faktor ist die Konjunkturentwicklung. Der Zusammenhang ist folgender: Ist das Konjunktur- bzw. das Geschäftsklima schwach, wie es überwiegend in Europa der Fall ist, dann ist auch die Nachfrage nach Krediten schwach und sind die Preise niedrig, letzteres auch wegen des gesunkenen Ölpreises. Infolge dessen ist der Kapitalmarktzins seit der Finanzkrise fortwährend zurückgegangen. Ein Anstieg der Kapitalmarktzinsen würde also nur dann begünstigt werden, wenn die konjunkturelle Entwicklung in Euroland wieder anziehen würde. Hier haben wir aber nun die Situation, dass dies in Deutschland bereits geschieht, in den südeuropäischen Ländern aber nicht, so dass der Zins für Euro-Anlagen und damit auch für deutsche Anleger zunächst weiterhin tief bleibt. Wir ersehen die Entwicklung aus der nachfolgender Grafik:

Langfristige Entwicklungen Zinsen

Es ist klar zu erkennen, dass das anämische Wachstum in Europa zu einer relativ geringen Zinsdifferenz zwischen lang- und kurzfristigem Zins führen muss. Bei schwachem Wachstum ist die Nachfrage nach Krediten relativ zum Angebot einfach nicht groß genug. In früheren Rezessionsphasen gab es sogar negative Zinsdifferenzen, weil der kurzfristige Zins relativ zum langfristigen Zins zu hoch war. Anders als heute, wo der Geldzins tief ist, war die Ursache aber immer ein zuvor massiv erhöhter Leit- und damit auch kurzfristiger Zins. Bleibt das Wachstum tief, wird die Zinsdifferenz tief und damit auch der Kapitalmarktzins bzw. der langfristige Zins unten bleiben.

Der vierte und derzeit am weitaus meisten diskutierte Faktor ist das Verhalten der Zentralbank. Und hier hat der EZB-Rat am vergangenen Donnerstag eine weitreichende Entscheidung getroffen, indem er beschlossen hat, ab März bis September 2016 jeden Monat für 60 Milliarden Euro europäische Staatsanleihen zu kaufen(Quantitative Easing/QE). Diese Entscheidung wird in Deutschland von vielen Experten sehr stark kritisiert.

Da die EZB als Nachfrager am Markt auftritt, dürfte weitere Zinssenkungen die Folge sein. Darüber hinaus erhofft man sich eine allgemeine Belebung der Konjunktur. Genau diese Auswirkung wird aber von vielen deutschen Fachleuten angezweifelt. Was sehr wahrscheinlich eintreten wird, und das zeichnet sich jetzt schon sehr deutlich ab, ist eine positive Auswirkung auf den Aktienmarkt in den Euroländern. Darüber hinaus wird der Euro geschwächt, was eine stimulierende Auswirkung auf den Export haben dürfte; jedenfalls scheint man sich das zu erhoffen.

Soweit zumindest sieht es kurzfristig aus. Es ist durchaus denkbar, dass die positiven Auswirkungen auf den Märkten für Vermögenswerte langfristig auch zu positiven Auswirkungen auf den Gütermärkten führen werden. Eine solche Wirkung liesse sich allerdings wesentlich direkter erzielen durch eine Erhöhung der staatlichen Infrastrukturausgaben, und nicht wenige Fachleute sagen, daß ohne eine solche Erhöhung die Maßnahme der EZB nicht viel bringen wird. Hier müsste dann vor allem Herr Juncker ran.

Aber zurück zu den Auswirkungen auf den Zins. Aufgrund von Simulationen, die der Ökonom John Taylor durchgeführt hat, ist bekannt, daß durch expansive Maßnahmen der Notenbank auf kürzere Sicht ohne Zweifel eine stimulierende Wirkung auf die Wirtschaftstätigkeit ausgeübt wird. Es treten aber nach einigen Jahren Auswirkungen auf die Inflationsentwicklung ein, und zwar Auswirkungen, die sich dann verfestigen.

Nun haben wir am Anfang gesagt, dass es einen Zusammenhang zwischen Inflation und Anleihezinsen sowie zwischen den internationalen Zinsen und den Zinsen hierzulande gibt. Da QE nun über sechs Jahre in Amerika betrieben wurde, ist damit zu rechnen, dass die allgemeinen Preise dort in einigen Jahren deutlich steigen werden. Damit werden auch die amerikanischen Zinsen wieder steigen, dies wird dann Druck auch auf die Zinsen bei uns ausüben.

Und zudem hat die EZB mit QE eben erst angefangen, so daß bei uns das gleiche passieren dürfte. Nicht sofort natürlich, aber über eine Reihe von Jahren gesehen schon.

Und was heißt das nun für Anleihebesitzer? Mehrerlei:

  • Kurzfristig kann der Zins aufgrund der expansiven Maßnahmen durchaus noch weiter runtergehen. Sogar die 0 % - Bundesanleihe kann , man glaubt es kaum, eine positive Rendite abwerfen;
  • Langfristig sollten sich die Anleihebesitzer jedoch auf sehr magere Renditen gefasst machen. Denn zum einen sollten die nominalen Renditen so schnell nicht ansteigen, und zum anderen lieferten in den letzten Jahren starke Kursanstiege bei den Anleihen einen immer größeren Beitrag zur gesamten Performance. Diese Kursanstiege werden auf lange Sicht nicht mehr wiederkehren. Die künftige Performance dürfte also aus wieder steigenden Couponzinsen kommen, allerdings sehr wahrscheinlich immer mal wieder durch Kursverluste beeinträchtigt werden. Und Anstiege werden wohl mit einer wieder steigenden Inflation verbunden sein, so daß sie real dadurch zumindest teilweise wieder aufgezehrt werden. Und versteuert werden müssen sie ja auch noch.
  • Einen „Anleihencrash“ müssen Anleihenkäufer aber auch nicht befürchten, außer in sehr extremen Konstellationen. Bei Bundesanleihen ist eine Auszahlung zu 100 Prozent praktisch sicher. Wird die Anleihe bis zum Laufzeitende gehalten, bleibt das Kapital zumindest nominal erhalten. Panik ist daher in jedem Fall unangebracht, wohl aber Sorge darüber, wie es weitergehen wird.

Tokay

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Prokon, die Bundesregierung und warum Risiko gut ist !

Heute muss ich in der Frühe mal wieder einen persönlichen Kommentar zu einem finanzpolitischen Thema los werden. Denn was ich heute in den Medien lese und laut Medien wohl vom neuerdings SPD geführten Justizministerium ausgehen soll, lässt meine Zornesader schwellen:

Jetzt riecht das natürlich auch wieder nach so einer typisch politischen Reaktion, wie sie nach medialer Aufmerksamkeit heischend, auch oft nach publikumswirksamen Gewalttaten kommt. Dann wird gerne von erhöhten Strafen schwadroniert und sobald das Thema von den Schlagzeilen verschwunden ist, kümmert sich keiner mehr so richtig darum.

Hier lese ich persönlich aber aus der politischen Absicht auch eine Geisteshaltung heraus, die ungefähr so lautet: Risiko ist schlecht und muss verboten werden ! Der Bürger muss vor sich selber geschützt werden ! Der liebe Staat weiss schon, was gut für Dich Bürger ist !

Die Gängelung und Bevormundung des Bürgers, tritt für mich damit in eine völlig neue Dimension. Eine Dimension, die wir mündige Bürger nach meiner Ansicht zum Wohle unseres Gemeinwesens nicht mehr so einfach hinnehmen dürfen.

Denn die Wahrheit ist: Risiko ist gut ! Unser Fortschritt, unsere Wirtschaft und damit auch die von Steuereinnahmen finanzierten Gehälter, die diese Damen und Herren in den Ministerien jeden Monat auf ihrem Konto haben, sind das Resultat davon, dass Menschen in der Vergangenheit ins Risiko gegangen sind und geforscht, gegründet und investiert haben !

Alle grossen Erfindungen, jedes neues Medikament, jeder Fortschritt, musste erst einmal finanziert werden. Denn vorher ist es ja noch nicht da. Und um etwas zu finanzieren, braucht es Geldgeber, die ins Risiko gehen. Und die dann - wenn es ein Erfolg wird - zu Recht grosse Gewinne einstreichen können. Und wenn es scheitert, ihre Investition abschreiben müssen. Das nennt man Wirtschaft und Fortschritt !

Wenn Elon Musk vor dem Börsengang von Tesla Motors, im Rahmen einer Beteiligungsgesellschaft mit "Genussrechten" um private Geldgeber geworben hätte, wäre das ohne jede Frage ein hoch riskantes Investment gewesen, das auch hätte schief gehen können. Denn erst hinterher ist man klüger !

Nach der Logik, nach der riskante Finanzprodukte für private Anleger zu verbieten sind, hätte dann aber keine deutsche Privatperson bei Tesla Motors investieren dürfen. Weil das liebe Justizministerium und/oder die Bafin "weiss" ja, dass das riskant ist. Ich lache mich tot ! Mit Verlaub, der ganze Gedankengang ist absurd. Und wenn er wirklich ernst gemeint sein sollte und nicht nur von der Süddeutschen verdreht oder übertrieben dargestellt wurde, müsste man sich ernsthaft die Frage stellen, ob man im Angesicht solcher Verantwortlichen, nicht schnellstens aus diesem Land auswandern sollte.

Richtig ist am Finanzmarkt etwas ganz anderes. Die Verbraucher sind nicht vor Risiko zu schützen, sie sind vor Betrug zu schützen ! Denn Risiko hat seinen Preis und das ist gut so. Wer ein sehr riskantes Investment anbietet, muss für den Erfolgsfall eine viel höhere Rendite anbieten, als jemand mit einer vergleichsweise sicheren Anlageform.

Andernfalls wird er keine Geldgeber finden, ausser die "Dummen", denen man sowieso alles andrehen kann, wenn man es nur lecker genug mit einer Schleife verpackt. Will das Justizministerium jetzt auch Dummheit und mangelnde Bildung verbieten ? Ich meine, ich fände es ja toll, wenn beides vom Erdboden verschwinden würde, aber mit einem Verbot erreicht man das nicht, sondern nur mit dem, worin der Staat aktuell versagt: den jungen Bürgern schon in der Schule wirtschaftliche und finanzielle Grundbildung zu vermitteln !

Die entscheidende Frage ist also nicht, wie riskant eine Anlage ist, sondern ob diese Risiken angemessen und vollständig dargestellt wurden. Und wenn das mit Vorsatz nicht passiert, dann darf man das Wort "Betrug" in den Mund nehmen und davor ist der Bürger tatsächlich zu schützen, nicht aber vor Risiko !

Nur blöderweise gibt es die Gesetze alle schon, die Betrug bei Finanzanlagen unter Strafe stellen und es gibt mehr als genügend Formulare und Regularien, daran mangelt es Deutschland nicht. Darauf zu verweisen, würde aber natürlich keine schöne Schlagzeile in der Süddeutschen generieren. Sicher gibt es in Details Verbesserungsbedarf bei den regulatorischen Anforderungen an solche Beteiligungen, das ist aber immer so und keine Schlagzeile wert.

Woran es aber im Lande in Finanzdingen wirklich strukturell mangelt, ist finanzielle Eigenverantwortung und finanzielle Bildung ! Da steht der Staat in einer Verantwortung in Schulen und sonstigen Bildungseinrichtungen. Denn wer glaubt, man bekäme im aktuellen Finanzumfeld irgendwo ohne jedes Risiko 6, 7 oder sogar 8% Rendite, die sich dann auch noch "gut" und "nachhaltig" anfühlt, ist mit Verlaub ziemlich naiv. Aber das ist ja kein Problem - unser liebes, uns an seine erstickende Mutterbrust drückende Justizministerium - verbietet dann auch Naivität. Wer hier Sarkasmus findet, ist auf dem richtigen Dampfer !

Spannend würde auf jeden Fall zu beobachten sein, welche Finanzprodukte, die in dem Fall nicht zu beneidende Bafin, dann als "zu riskant" für normale Bürger vom Markt nehmen müsste. Fangen wir - mit leichtem Augenzwinkern - doch mal mit drei Kandidaten an:

- Aktien der Commerzbank ? Ich meine "riskant" waren sie, oder ? 😉

- Oder vielleicht eine Beteiligung an Solarworld. Auch die war offensichtlich riskant, oder ? 😉

- Staatsanleihen ? Insbesondere für Mittelmeer-Anrainerstaaten der Eurozone ? Nein, das kann nicht sein, die sind ja total sicher. Oder doch nicht ? Nach welchem Kriterium eigentlich ? 😉

Soll ich weitermachen ? Was glauben Sie, was bei der Prüfung der obigen Anlagen vor Jahren heraus gekommen wäre, wenn die arme Bafin hier hätte prüfen müssen, ob das Finanzprodukt zu riskant ist ?

Ich denke, ich habe meinen Punkt gemacht. Erstaunlich ist nur, dass man so etwas überhaupt schreiben muss und das nicht selbstverständlich ist.

Abschliessen will ich meine Wutrede daher versöhnlich. Denn glücklicherweise gibt es da draussen auch noch Verantwortliche mit Verstand. Und deshalb zitiere ich hier aus dem oben verlinkten Artikel der Süddeutschen, stellvertretend die Präsidentin der Bafin Elke König:

"Jeder Anleger müsse bedenken, dass es einen Zusammenhang zwischen der versprochenen Rendite und dem Ausfallrisiko eines Wertpapiers gebe und dass die Anbieter auf den Finanzmärkten keine Wohltäter seien. Man sollte nur in Produkte investieren, die man versteht, und eine gesunde Skepsis an den Tag legen"

Danke ! Da habe ich überhaupt keinen Widerspruch. So ist es.

Risiko ist gut ! Es muss nur gegenüber dem Anleger angemessen, vollständig und wahrheitsgerecht dargestellt werden, damit dieser eine mündige Entscheidung treffen kann.

Das war aber schon immer so und ist nichts Neues und schon lange gesetzlich verankert.

Und um zum konkreten Fall Prokon zu kommen, hat es an Warnungen und kritischen Kommentaren zum Geschäftsmodell ja nun wirklich nicht gemangelt. Wer sich über diese hinweg gesetzt hat, hat eine eigenverantwortliche Entscheidung getroffen und ist ins Risiko gegangen. Nun muss dieser Anleger die Konsequenzen tragen. Hätte die Anlage zu riesigen Gewinnen geführt, hätte der Anleger diese ja auch alleine vereinnahmen wollen.

Ihr Hari

PS: Sehr passend zum dem Themenkomplex, will ich auch an meinen älteren Artikel -> Die Legende von der bösen Spekulation <- erinnern.

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Die Dividende – überschätzt, overhyped, missverstanden – und trotzdem wichtig !

Schaut man auf das Meinungsbild vieler normaler Anleger, wie es in Äusserungen in Blogs, Foren und Medienkommentaren der Finanzpresse zu finden ist, kann man ein immer wiederkehrendes Meinungs-Muster finden, von dem natürlich viele in der Finanzindustrie gut leben und dieses Muster daher medial hegen und pflegen.

Den unerfahrenen Anleger erkennt man unter anderem an dem folgenden Erfolgsmantra :

1. Fundamentaldaten sind das alleine Entscheidende und dafür „analysiert“ man brav öffentliche Bilanz-Daten wie KGV und KBV. Markt- und Chart-Technik ist dagegen Kokolores und unseriös, hart an der Grenze zur Kaffeesatzleserei.

2. Eine „Value-Strategie“ - oder zumindest das, was diese Anleger sich darunter vorstellen - ist die alleine selig machende Methode, weil Warren Buffett macht es ja auch so.

3. „Gefallene Engel“ – ehemals erfolgreiche und nun abgestürzte Bluechips – sind die Aktien, die die heftigsten Kaufreflexe auslösen. Weil da muss ja „Value“ darin liegen.

4. Erste Verlustpositionen werden zu „Investitionen“, die man in weiter fallende Kurse hinein aufstockt. Schön, das man diese „Value-Anlagen“ noch billiger bekommt.

5. Und …. gute Aktien müssen Dividenden zahlen. Und Aktien mit hoher Dividende muss man unbedingt haben.

Erfahrene Anleger werden jetzt schmunzeln. 😉 Aber zu den ersten vier grossen Missverständnissen, will ich heute gar nichts schreiben. Die Mitglieder dieses Blogs kennen diese Themen sowieso und auch im freien Bereich, habe ich einige der Aspekte – Stichwort „Honigfalle“ - schon adressiert.

Aber heute will ich mich mal dem 5. Punkt zuwenden, den vermeintlich so wichtigen Dividenden.

Um das Fazit vorweg zu nehmen:

Dividenden werden vielfach missverstanden und in ihrer Bedeutung gnadenlos überschätzt. Aber trotzdem generiert eine Anlage in dividendenstarke Aktien am Ende für den durchschnittlichen Anleger gute Resulte. Allerdings aus ganz anderen Gründen, als in der Regel geglaubt wird. Es wird bei Dividenden sozusagen oft das Richtige, aus den falschen Gründen getan.

Um das zu verstehen, muss ich Stück für Stück mit Ihnen durch das durchgehen, was Dividenden sind – und was eben nicht. Ich versuche einfach ganz rational die Fakten aufzulisten, aus denen Sie Ihre Schlüsse ziehen können.

(1)
Dividenden sind keine Zinsen und kein Zinsersatz. Dividenden sind ausgeschüttete Unternehmensgewinne, die auf der Ebene des Unternehmens schon mit (im deutschen Fall) Körperschaftssteuer und Gewerbesteuer versteuert wurden – um dann bei Ausschüttung auf Ebene des Anlegers noch einmal mit Abgeltungssteuer versteuert zu werden.

(2)
Eine Dividendenausschüttung verschafft dem Anleger perse keinen Vorteil gegenüber der Situation, in der der Cash im Unternehmen verbleibt und nicht ausgeschüttet wird. Denn genau in der Höhe der Ausschüttung, verringert sich sofort an der Börse der Kurs, der den Börsenwert darstellt. Ist doch auch klar, wenn ein Unternehmen zb 100 Millionen € an versteuertem Gewinn ausschüttet, haben die Anleger nach Abgeltungssteuer 73,625 Millionen € mehr auf dem Konto. Das Unternehmen ist aber 100 Millionen weniger an der Börse wert. Die Differenz von 26,375% ist die Steuer auf Anlegerebene. In Summe auf den ersten Blick keine besonders attraktive Transaktion für den Anleger.

(3)
Nimmt man an, dass der durchschnittliche Anleger mit seinen eigenen Anlagen im Mittel eine Rendite von x % per annum erzielt – hier nehmen wir mal beispielhaft 5% p.a. an – ist eine Ausschüttung als Dividende also nur dann von unmittelbarem Vorteil für den Anleger, wenn das Unternehmen weniger als 5% Rendite auf das im Unternehmen eingesetzte Kapital erzielt. Genau genommen ist die Hürde sogar noch geringer, weil ja die Steuerbelastung der Ausschüttung, die im Unternehmen notwendige Vergleichs-Rendite auf unter 4% drückt.

Ich wiederhole also, weil es so wichtig ist: nur wenn das Unternehmen mit dem in ihm verbleibenden Kapital eine geringere Rendite erzielt, als es der Anleger mit seiner sonstigen Geldanlage selber kann, ist die Ausschüttung für den Anleger unmittelbar wirtschaftlich ein Vorteil. Das ist zum Beispiel dann der Fall, wenn Unternehmen so „in Geld schwimmen“, dass zu befürchten ist, dass das Management dieses freie Kapital für irgendwelche überteuerten Übernahmen verjubelt. Dann ist eine Ausschüttung an den Anleger bestimmt besser, als das Kapital im Unternehmen zu verschwenden.

(4)
Umgedreht aber, wenn ein Unternehmen extrem wächst und daher sehr hohe Kapitalrenditen erzielt, aber auch hohe Kredite benötigt, um sein Wachstum zu finanzieren, wäre eine Ausschüttung völliger Blödsinn. Wozu soll der Anleger auch Kapital aus dem Unternehmen nehmen wollen, dass im Unternehmen mit 20% und mehr „verzinst“ wird ?

Genau deswegen zahlen stark wachsende Unternehmen mit grossen Kuteigerungen eher selten Dividenden. Dividenden kommen dann auf das Tablett, wenn die Unternehmen nicht mehr genügend sinnvolle Ideen für ihr überschiessendes Kapital haben. Es sind also eher die alten, träge werdenden Unternehmen, die hohe Dividenden zahlen – Ausnahmen bestätigen die Regel.

Nehmen Sie Apple als Beispiel. Bis vor kurzem wuchs das Unternehmen und wuchs und wuchs. Und nie wurde eine Dividende gezahlt. Dafür hat sich der Kurs vervielfacht. Nun zahlt Apple eine Dividende, weil ihm scheinbar die Ideen ausgehen, was mit dem Kapital zu machen ist. Und nun frage ich Sie, welche Apple hat Ihrem Depot besser getan – die vor drei Jahren oder die Apple heute ?

(5)
Übrigens hat gerade der von den Dividenden-Jägern so geliebte Warren Buffett und sein Partner Charlie Munger bis zuletzt abgelehnt, trotz riesiger Liquiditäts-Berge bei Berkshire Hathaway Dividenden an die Anleger auszuschütten. Weil die beiden zu Recht argumentieren, dass sie mit dem Kapital bessere Renditen erzielen als die Anleger. Wenn Sie des englischen mächtig sind, lesen Sie zum Beispiel hier:

Oder lesen Sie einfach mal die alten Shareholders Letter von Buffett, die er jedes Jahr heraus gibt. Insbesondere den von diesem Jahr, in dem er das Thema explizit anspricht. Wie passt das mit dem in Deutschland vorhandenen Zerrbild vom „Dividendenliebhaber“ Buffett zusammen ? Buffett nimmt Dividenden ohne jede Frage gerne entgegen, bevor die Unternehmen damit „Kokolores“ anstellen. Das stimmt. Buffett kennt aber natürlich viel besser als wir alle, den im Gegensatz zur Dividende wirklich wichtigen Parameter – den „Cashflow“ – dazu aber unten mehr.

(6)
Gerne liest man dann immer wieder, dass ja fast die Hälfte der DAX Performance aus Dividenden stammt und das dieses der Beweis für die Bedeutung der Ausschüttungen sei. Mit Verlaub, was für eine Bauernfängerei und Verdrehung von Ursache und Wirkung ! Erstens einmal ist der DAX als Performance-Index sowieso eine Sondersituation, weil er Dividenden inkludiert. Andere Indizes wie der S&P500 führen diese nicht im Kursverlauf, ausgeschüttet bekommen die Anleger sie aber trotzdem.

Eher beweist der hohe Anteil an Dividenden am Kursverlauf des DAX also, wie wenig die Unternehmen über die Zeit ihren Wert steigern konnten oder mit anderen Worten, wie unbefriedigend sich der DAX entwickelt hat. Rechnen Sie mal auf den S&P500 noch die Dividenden drauf und erstellen Sie einen Performance-Index. Dann vergleichen Sie den neu konstruierten "S&P500 Performance Index" mit dem DAX in den letzten 10 Jahre - da werden sie aber über das Chart staunen ! Das ist aber gar nicht der wichtige Punkt.

Wichtig ist, dass wenn die DAX Unternehmen diese zb 3% pa nicht ausgeschüttet hätten, diese ja in den Unternehmen verblieben wären und „gearbeitet“ hätten. Und damit sind wir wieder bei der internen Rendite auf das eingesetzte Kapital, die bei vielen guten Unternehmen im DAX hervorragend ist. Am Ende würde der DAX also ohne Ausschüttungen wahrscheinlich viel, viel höher stehen als aktuell, eben weil die Unternehmen weit höhere Gewinne hätten und mit dem freien Kapital sinnvolle Investitionen getätigt hätten.

Einen DAX mit und ohne Dividende einfach so zu vergleichen, ist also ziemliche Bauernfängerei. Dann wäre das Management aller DAX Unternehmen völlig inkompetent, sinnvolle Renditen auf das Eigenkapital zu erzielen. Denn der Vergleich von DAX mit und ohne Dividenden unterstellt damit implizit, dass das ausgeschüttete Kapital unverzinst und ohne Rendite tot in den Unternehmen liegen würde.

So weit zunächst. Ich könnte noch mit einer Reihe von Aspekten weiter machen, das Thema ist noch viel umfangreicher. Und natürlich habe ich oben auch vieles stark vereinfacht, zum Beispiel die Rendite-Thematik. Würde ich es aber nicht tun, würde das hier eher ein Buch als ein Blogbeitrag. Deshalb höre ich nun mit den obigen „Appetizern“ auf, damit der Artikel nicht zu lang wird.

In Summe habe ich Ihnen dargestellt, warum Dividenden keineswegs perse wünschenswert sind und oft eher Ausdruck von wenig wachsenden Unternehmen sind, denen die Liquidität „zu den Ohren heraus kommt“. Das sind aber nicht gerade zwingend die Unternehmen, die ein Depot wirklich voran bringen – wie immer bestätigen Ausnahmen die Regel. Die Telekomindustrie sollte diesen negativen Zusammenhang ja im letzten Jahrzehnt ausreichend bewiesen haben. Nirgendwo waren die Dividenden höher und was hat es den Anlegern gebracht ? Und ein DAX ohne Auschüttungen, hätte den Anlegern dagegen in Summe vielleicht weit höhere Depotstände erzeugt, als einer mit.

Und trotzdem kann eine Dividendenstrategie für normale Anleger brauchbare Ergebnisse erzielen. Und das liegt an einem „Seiteneffekt“ der Dividenden von dem, was wirklich wichtig bei der Unternehmensanalyse ist. Es liegt an der wichtigen Eigenschaft eines „guten“ Unternehmens, hinter der auch Warren Buffett immer hinter her ist. Und das ist ein starker, positiver Cashflow.

Ich kann den Begriff Cashflow hier jetzt nicht tiefer erläutern, das sprengt den Rahmen. Etwas pauschal und „populär“ formuliert, ist es die Fähigkeit des Unternehmens permanent hohe Einnahmen (Cash) zu generieren, die dann durch das Unternehmen fliessen (Flow) und dort arbeiten können. Ein hoher Cashflow ist also Zeichen eines Unternehmens mit starker Marktstellung, die zu permanenten hohen Einnahmen führt.

Solche Unternehmen sind tatsächlich „Buffett-Unternehmen“ und das zu Recht. Und zwar völlig unabhängig davon, ob diese Dividenden ausschütten oder nicht.

Aber umgedreht wird ein Schuh daraus. Um überhaupt Dividenden dauerhaft aussschütten zu können, brauchen die Unternehmen einen hohen Cashflow. Nur „gute“ Unternehmen mit hohem Cashflow können also überhaupt Dividenden ausschütten. Wobei die „guten“ Unternehmen wie eben Berkshire Hathaway mit immensem Cashflow, immer noch besser damit fahren, das Kapital im Unternehmen arbeiten zu lassen, statt es auszuschütten.

Mit einer Dividenden-Strategie selektiert der Anleger also indirekt die Unternehmen, die sich das überhaupt leisten können. Und die haben einen hohen Cashflow. Dabei sollte man weniger auf die Dividendenhöhe, als auf Dauerhaftigkeit und Verlässlichkeit der Dividende Wert legen. Denn von Unternehmen, die mehr ausschütten, als sie Cash generieren, sollte man sowieso die Finger lassen. Wenn unbedarfte Anleger von einer "Sonderdividende" hören und dann sofort zur Börse rennen um diese "mitzunehmen", offenbaren die Anleger damit nur, dass sie die Dividende nicht als das verstanden haben, was sie ist und diese mit einer Zinszahlung gleichsetzen. Diesen Irrglauben konsequent weiter gedacht, wäre es dann ja das Tollste, wenn sich Apple jetzt hypothetisch selber auflöst, alle Patente, alle Produktions- und Entwicklungsstätten an Samsung, Google und Co. verkauft und dann eine gigantische "Sonderdividende" ausschüttet. Die Dividende ist dann ja toll, nur leider der Kurs danach Null und am Ende hat der Anleger eher Depot-Wert verloren, als gewonnen. Wer Sonderdividenden hinterher jagt, hat das offensichtlich nicht verstanden.

Und nur aufgrund dieses Seiteneffektes des Cashflows, erzielen Dividenden-Strategien gute Ergebnisse, weil sie Unternehmen eines bestimmten Typus selektieren. Denn den wirklich wichtigen Cashflow zu berechnen und zu verstehen, überfordert die Fähigkeiten der allermeisten Anleger und erfordert auch sich wirklich im Detail im Unternehmen zu bewegen, wie das ein Buffet tut. Insofern ist die Dividende eine sinnvolle Annäherung an das, was wirklich wichtig ist. Genau genommen liebt Buffett deshalb Dividenden auch nicht, er liebt Cashflow über alles ! Man erkennt Unternehmen mit starkem Cashflow aber eben auch an einer guten, dauerhaften Dividende. So herum wird ein Schuh daraus !

Bleibt noch die Frage offen, warum so viele gute Unternehmen dann Dividenden ausschütten. Die Antwort ist ganz einfach: weil es die Anleger wollen, nicht weil es zwingend sinnvoll ist. Und "die Anleger" sind dabei gar nicht mal nur die privaten Anleger, sondern gerade auch die grossen institutionellen Adressen, um die bemühen sich die Aktienunternehmen nämlich besonders, die wollen sie alle als Aktionäre haben.

Nun verstehen die institutionellen Anleger die obigen Zusammenhänge natürlich sehr gut. Warum wollen sie dann trotzdem unbedingt Dividenden ? Auch ganz einfach, weil die in der Regel nicht das eigene Geld, sondern das Geld Dritter verwalten. Hier agieren Angestellte - nicht Inhaber - im Namen ihrer Auftraggeber. Es handelt sich ja um Family Offices, Stiftungen usw - you name it. Und die alle, die Anleger die den Institutionellen das Geld in die Fonds legen, wollen regelmässige Einnahmen sehen. Zum Beispiel weil sie davon leben. Und deshalb machen es sich auch die Fonds einfach und selektieren Unternehmen mit Dividendenzahlung, worauf sich auch die Unternehmen anpassen und Dividenden ausschütten, um genau diese Anleger bei Stange zu halten. Es handelt sich also um eine Art selbsterfüllende Prophezeiung.

Nur jemand mit dem Rückrat und der Reputation von Warren Buffett kann sich diesem Druck entziehen, er ist ja auch nicht wirklich Angestellter von Berkshire Hathaway, sondern eher Hauptaktionär. Und deshalb zahlt Berkshire keine Dividende. Und viele institutionelle Fonds haben deshalb den Großmeister der Wertsteigerung nicht in ihren Depots, weil ihre Vorschriften ihnen vorgeben, nur in Dividendentitel zu investieren. Selbst schuld, kann ich da nur sagen. 😉

Fassen wir also zusammen:

Eine Dividendenstrategie ist keineswegs die „Königsklasse“ der Geldanlage. Es ist eher die Durchschnittsklasse. Denn ausgezahlte Dividenden sind für den Anleger immer noch besser, als wenn das Management das Kapital für Sinnloses verpulvert oder sich selbst mit Boni in den Rachen schiebt. Sie sind aber schlechter und verhindern eher Rendite im Anleger-Depot, bei Unternehmen, die tatsächlich mit ihren Investitionen eine höhere Rendite als der Anleger erzielen. Wie Buffetts Berkshire Hathaway. Ganz abgesehen davon, dass im Unternehmen verbleibende Gewinne, einer temporären Steuerstundung beim Anleger gleich kommen. Und Steuern wollen wir doch alle sparen, oder ? 😉

Aber zumindest kann man mit einer Dividendenstrategie nicht so schnell komplett daneben liegen. Und auch das ist ein Wert. Und deshalb macht eine Dividendenstrategie für normale Anleger Sinn. Überschätzt und „overhyped“ ist sie aber vor allem in Deutschland trotzdem. Die Dividende vermittelt halt emotional vermeintliche Sicherheit und das verschafft ihr Popularität. Und Sicherheit suchen deutsche Anleger besonders intensiv, obwohl die Börse eher der falsche Ort ist, um mit diesem Kriterium auf Suche zu gehen. 😉

Mit meinem eigenen Geld agiere ich selber entlang der oben beschriebenen Linien. In Sektoren und bei Aktien, die ich intensiv verfolge und auch gut kenne, ist die Frage ob eine Aktie Dividende ausschüttet oder nicht, völlig irrelevant. Und wenn überhaupt, ist das bei zu hohen Ausschüttungen eher Anlass, meine Augenbraue kritisch zu heben und mich zu fragen, warum dem Management eigentlich keine sinnvolleren Investitionsmöglichkeiten einfallen, als alles an den Anleger auszukehren. Bei Aktien und Sektoren aber, wo mir die Kompetenz und das tiefere Verständnis vom Geschäftsmodell fehlt - wie zum Beispiel wenn ich in den Emerging Markets oder in Asien, also in anderen Kulturkreisen, unterwegs bin - greife ich gerne zur Dividende als Vorselektionskriterium. Denn das sind dann wenigstens Unternehmen, die sich eine Dividende "leisten können". Und damit bleibt man in der Regel von den allergrössten "Gurken" verschont.

Ich hoffe, ich konnte etwas Erhellendes zu Ihrem Marktverständnis beitragen.

Ihr Hari.

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