Trendfortsetzung bei Wacker Chemie (WCH888) ?

Vor Handelseröffnung im Xetra eine kurze, summarische Stellungnahme zum Spezialchemie-Unternehmen Wacker Chemie (WKN: WCH888), ohne auf Details einzugehen. Wacker hatte uns ja im Juli -> eine Menge Freude <- gemacht.

Wacker Chemie hat heute durchwachsene Zahlen mit Umsatz- und Gewinnrückgang geliefert, aber die Jahresprognose bestätigt. Unter dem starken Euro werden wahrscheinlich noch viele Unternehmen der deutschen Exportindustrie leiden und das wird sich auch in negativen Kursüberraschungen auswirken.

Alles in allem betrachte ich die Zahlen persönlich aber nicht als besonders überraschend. Die Auswirkungen des EURUSD Kurses waren klar absehbar. Und auch der Markt hat das im Fall Wacker Chemie schon vorher begriffen und uns mit der Bildung eines im August und September schon früh mitgeteilt, dass man bei der Aktie nun etwas vorsichtiger werden muss. Wir haben diese Chartstruktur hier schon vor einiger Zeit besprochen, die besonders deutlich im Chart mit Tageskerzen zu sehen ist:

Wacker Chemie 31.10.13

Heute dürfte es dann zunächst einige Abgaben aus Enttäuschung geben. Genau diese Abgaben bergen aber die Chance für einen Einstieg im Sinne der Trendfolge in sich. Das Chart zeigt klar, dass im Bereich ab 65EUR nach unten, eine gute Chance für eine Trendfortsetzung besteht. Genau dort liegt auch die 200-Tage-Linie. Betrachten Sie so eine Trendlinie dabei bitte nicht als "exakte" Linie. Das ist sie nicht. Sie definiert aber eine Zone, in der eine Wende Logik hat, was auch durch den RSI unterstrichen wird.

Im längerfristigen Chart mit Wochenkerzen sieht man noch besser, warum die Trendfortsetzung in diesem Bereich Logik hat:

Wacker Chemie 31.10.13 Wochen

Es wird aber auch anders herum ein Schuh daraus. Wenn der Kurs weiter fällt und die Trendfortsetzung nicht statt findet, muss man konsequent an die Seitenlinie treten bzw. dort bleiben. Und zwar spätestens unter 60 EUR, wenn auch die Nackenlinie des Ausbruchs von Juli den Rückgang nicht begrenzt. Denn eine derartige Reaktion in Anbetracht einer bestätigten Jahresprognose, würde darauf hindeuten, dass der Markt mehr weiss, als es an der Oberfläche den Anschein hat.

Ich werde auf jeden Fall nun genau hinschauen, ob überhaupt und wo Wacker Chemie nach den heute absehbaren Verlusten eine Wende hinlegt. Und wenn diese Wende kommt, werde ich über einen Wiedereinstieg nachdenken. Dabei agiere ich persönlich erst nach der Wende, wenn sie denn kommt. Ich habe weniger Angst davor ein paar Prozent nach oben zu verpassen, als durch verfrühtes Herumraten in einen bösen Abwärtsrutsch zu geraten. Und eine durchaus denkbare, nachhaltige Bewegung unter 60 EUR würde die positiven Szenarien der Trendfolge sowieso grundlegend zerstören.

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Wacker Chemie (WKN: WCH888) – Setzt der Ausbruch über 60€ ein ?

Heute früh, vor Eröffnung des Handels in Frankfurt, möchte ich Ihr Augenmerk auf die Aktie von Wacker Chemie (WKN: WCH888) richten.

Die Aktie hat nun eine Chartformation ausgebildet, die man am besten als "mit den Hufen scharren" beschreiben könnte und die wirklich als mustergültig zu bezeichnen ist.

Sie sehen im Tageschart ein deutliches "W" mit einem Doppelboden, perfekt unterstützt durch einen seit Anfang Mai ansteigenden Trend mit höheren Tiefs. Auch in der Korrektur der letzten Tage zeigte die Aktie relative Stärke, was das bullische Setup unterstreicht.

Wacker Chemie 01.07.13

Der entscheidende Bereich ist dabei die Nackenlinie, die ziemlich genau auf der runden 60€ Marke liegt und grob mit dem 38er Fibonacci-Retracement der grossen Aufwärtsbewegung von Anfang des Jahres korreliert. Ein nachhaltiger Bruch dieser Nackenlinie nach oben, sollte eine Reihe von Folgekäufen und damit eine dynamische Bewegung nach oben auslösen.

Wie so oft passt dabei das Chartbild überhaupt nicht zu dem, was die Analysten sagen, die überwiegend eher verhalten bis negativ sind. Merryl Lynch hat Wacker auf Neutral mit 59€, JP Morgan sogar auf Underweight mit 44€. Leser von surveybuilder.info wissen aber, dass eine sich zu einige Analystenzunft keineswegs zwingend als negativ zu interpretieren ist, im Gegenteil.

Denn was aus dem europäischen Blickwinkel auf den Solarsektor im Moment übersehen wird ist, dass der US amerikanische Solarmarkt in einen neuen Bullenmarkt einzutreten scheint, Aktien wie Solar City (WKN: A1J6UM) sind dafür das deutliche Signal. Und die stark ansteigenden Installationszahlen im amerikanischen Markt, werden natürlich mittelfristig auch die weltweiten Polysilizium Preise stützen und heben auch schon heute die Kurse der chinesischen Solarunternehmen. Das in Deutschland noch das grosse "Solar-Elend" herrscht, hat dagegen nach meiner Ansicht eher mit selbst verschuldeten Faktoren wie den negativen Effekten des EEG auf die Innovationsstärke und Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Solarindustrie zu tun. Wer einmal sehen will, was im Solarmarkt ausserhalb Deutschlands so passiert, dem empfehle ich einen Blick auf den an der Wallstreet gehandelten Branchen-ETF TAN, um einen Eindruck vom bullischen Momentum im Sektor zu bekommen.

Nun besteht das Geschäft von Wacker Chemie ja nicht nur aus Polysilizium, sondern es ist ein breit aufgestelltes Chemieunternehmen mit Kunden in diversen zyklischen Bereichen, auch der Textil- oder der Auto-Industrie. Und insofern ist Wacker Chemie vor allem von der Konjunktur in Europa abhängig. Hier haben wir gestern ja aber auch positive Signale bekommen, die darauf hin deuten, dass sich in Südeuropa eine Wende abzeichnet. So ist zum Beispiel der PMI in Spanien zum ersten Mal seit 2001 mit über 50 im expansiven Bereich angekommen. Auch von dieser Front ist also eine positive Entwicklung möglich.

Am Ende sind aber all diese Spekulationen um fundamentale Entwicklungen für uns letztlich irrelevant und machen das Depot nicht fett, der Markt preist diese schneller ein, als wir "Piep" sagen können. Ich füge diese hier im freien Bereich nur zum Verständnis an, weil nicht jeder der freien Leser mit der surveybuilder.info Methode vertraut ist und versteht, dass das Handeln nach öffentlichen Nachrichten keinen Edge am Markt generieren kann. Am Ende wird uns der Chart viel schneller signalisieren, wie es mit Wacker Chemie weitergeht, als wir fundamentale Daten überhaupt werten können. Und dieser Chart riecht eher nach Ausbruch.

Wichtig ist in diesem Zusammenhang aber, dass ein Ausbruch erst dann real ist, wenn die Nackenlinie auch wirklich gebrochen wurde. Wer sich schon vorher exponieren will, sollte sich daher unbedingt einen Stop unter der rechten Trendlinie zurecht legen. Denn die Aktie ist sehr volatil und eine überraschende Nachricht kann das Bild schnell auf den Kopf stellen. Alleine eine Nachricht, nach der es doch zu einem Handelskrieg rund um Solar zwischen der EU und China kommt, dürfte dieses Setup negieren und den Kurs von Wacker nach unten weg kippen lassen, darüber sollte sich jeder bewusst sein. Und wenn der Ausbruch erfolgreich in Gang gekommen sein sollte, gehört deshalb ein Stop unter die Nackenlinie. Handeln Sie also getreu dem Motto "Gewinne laufen lassen und Verluste begrenzen".

Wenn Wacker also über 60€ ausbricht, kann man dem Kurs Raum zur Bewegung geben, 70€ sind dann schnell drin und auch mein mittelfristiges Kursziel von 90€ ist nicht aus der Welt. Wenn der Kurs diese Bewegung aber nicht vollziehen will, die Trendlinie bricht und am Ende ein tieferes Tief ausbildet, dann muss man erst einmal konsequent und zügig raus. Die letzte Verteidigungslinie sollte dabei das 50er Fibonacci-Retracement bei ca. 55,8 sein, das exakt dem Korrekturtief vom 25.06. entspricht und daher besondere Bedeutung hat. Darunter ist dieses hier besprochene Setup erst einmal negiert. Das bedeutet dann ja nicht, dass Wacker nicht später erneut und dann erfolgreich nach oben in Bewegung gerät, es bedeutet dann nur, dass dieses konkrete Setup nicht funktioniert und man zur Sicherheit erst einmal auf die Seitenlinie tritt.

Niemand kennt die Zukunft und auch ob Wacker Chemie den Ausbruch so vollzieht ist keineswegs sicher. Sicher ist am Markt gar nichts. Aber die Wahrscheinlichkeiten sehen für mich positiv aus und mehr als Wahrscheinlichkeiten haben wir im Markt sowieso nicht. Weswegen man auch konsequent wieder aussteigen muss, wenn eine Position gegen einen läuft. Nur Anfänger definieren eine Verlustposition dann in ein "Investment" um. Dieses Verhalten ist klares Zeichen einer fehlenden Strategie und ohne klare Strategie sollte sich niemand dem schizoiden Mr. Market aussetzen, das kostet am Ende nur Geld.

Ihr Hari

For the Record: Ich selber "lauere" exakt nach der oben beschriebenen Logik auch auf diesen Ausbruch. Ich weiss aber auch, dass es bei diesen Mustern "Fakeouts" gibt und verzichte daher lieber auf die ersten 1 oder 2 Prozent der Bewegung bzw. warte einen Tag, um dadurch sicher zu gehen, dass der Ausbruch auch real wird und vor allem hält. In allen starken Trends wird das sichere Geld eher in der Mitte der Bewegung gemacht und die Zahl der Fakeouts hat gegenüber früher durch den Einfluss der Algos deutlich zugenommen.

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Gedanken zum Markt: Wacker Chemie, Klöckner, Französische Staatsanleihen

Der Markt scheint wieder Fahrt nach oben aufzunehmen, die Korrektur scheint vorbei und die alten Trends sind bereit, erneut ein gutes Stück weiter zu laufen.

Daher heute ein paar Gedanken zu drei Themen: Wacker Chemie, Klöckner und französischen Staatsanleihen:

Wacker Chemie und Klöckner

Beide Aktien zeigen aktuell deutliches Momentum nach oben und haben gleichzeitig in den letzten Wochen eine schwierige, unklare Chartstruktur ausgebildet. Und bei beiden Aktien dürfte diese unklare Struktur durch den Einfluss exogener Nachrichten hervor gerufen worden sein, da diese Nachrichten das natürlich Verhalten von Angebot und Nachfrage überlagert haben.

Wacker Chemie (WKN: WCH888) ist eigentlich reif für eine massive Erholung, nachdem der Solarsektor in den US zu boomen begonnen hat und auch die chinesischen Unternehmen Signale senden, dass der Tiefpunkt hinter uns liegen könnte. Diese Erholung wurde bei Wacker aber durch diese unsägliche Diskussion um einen Handelskrieg mit China überlagert und konterkariert - eine Diskussion die wir absurderweise zu einem guten Teil Solarworld zu verdanken haben.

Die Angst vor diesem Handelskrieg liess zuletzt den Kurs der Wacker Aktie wieder absacken, denn Wacker wäre als Lieferant von Polysilizium an viele Hersteller besonders betroffen. Mit jeder Meldung, die einen derartigen Handelskrieg aber unwahrscheinlicher macht, merkt man wie der Kurs wie ein angeleintes Rennpferd nach oben zerrt.

Wenn man bedenkt, dass der Boom im US Solarmarkt real und dauerhaft zu sein scheint, ist es möglicherweise nur eine Frage der Zeit, bis die Preise für Polysilizium wieder anziehen und auch Wacker wieder weit höher notiert.

Wacker Chemie 28.05.13

Im Chart ist das bullische "W" auffällig, dass im Widerspruch zu der massiven Schulter-Kopf Formation steht. Da diese Formation aber durch die zweimal von 50€ ausgehenden Gegenbewegungen in ihrer Bedeutung geschwächt wurde, gebe ich dem bullischen "W" nun mehr Aussagekraft.

Wenn man hier einen Trade wagt, darf der Doppelboden des "W" nicht mehr unterschritten werden. Darunter wäre ein Stop also sinnvoll platziert.

Klöckner (WKN: KC0100) ist ähnlich wie Wacker durch exogene Nachrichten beeinflusst, hier durch die Konsequenzen aus der Beteiligung des neuen Grossaktionärs Knauf. Auch bei Klöckner bin ich mittelfristig optimistisch. Die Stahlkonjunktur wird wieder kommen, es fragt sich nur wann. Klöckner restrukturiert und verringert derzeit seine Kostenbasis, während sich gleichzeitig der Geschäftsanteil in den konjunkturell besser dastehenden USA durch die Übernahme der Macsteel den 50% annähert - ein Sachverhalt der vielen noch nicht bekannt ist.

Es scheint mir möglich, dass der Markt das mittelfristige Potential aus dieser Mischung unterschätzt, eine leichte Verbesserung der Stahlkonjunktur würde auf jeden Fall schon genügen, um den Kurs erheblich nach oben hebeln. Eine starke Unterstützung bei 8,9€, ein Buchwert von um die 16€ pro Aktie, sowie die strategische Beteiligung von Knauf, machen das Abwärtspotential dagegen wohl eher überschaubar. Für alle Fälle kann ein Stop unter die 8,9€ nicht schaden.

Französische Staatsanleihen

Eine der Absurditäten der Politik der Notenbanken ist, dass der wahre kranke Mann Europas - Frankreich - sich zu absurd niedrigen Renditen refinanzieren kann. Bis zur Bundestagswahl rechne ich auch mit keiner Änderung, da die EZB und Eurozone alles dafür tun werden, dass solange "Ruhe im Karton" herrscht. Auch die Politik der BoJ stützt diese Politik, da mit den Geldern in einer Art "Carry Trade" unter anderem Staatsanleihen der Eurozone gekauft werden.

Nach der Wahl steht aber ein Renditenanstieg für Frankreich auf der Agenda, denn der Markt wird nicht ewig diese absurd niedrigen Renditen akzeptieren. Deswegen könnte es sich lohnen, sich schon heute dafür einen Short ETF zurecht zu legen, mit dem man auf steigende Renditen in der Eurozone, primär aber in Frankreich wetten kann.

Ein brauchbares Vehikel dafür könnte der ETF der Deutschen Bank: Short iBoxx € Sovereigns Eurozone Daily (WKN: DBX0AW) sein, der mit jeweils 24% die grösste Position in französischen und italienischen Staatsanleihen abbildet. Der ETF hat noch keine Wende vollzogen und der Abwärtstrend ist noch voll aktiv. Insofern ist es zu früh zum Einstieg. Aber beobachten kann man ihn nun intensiv, denn die Wende dürfte nicht mehr all zu weit entfernt sein.

Hier das eindrucksvolle Trendchart seit Anfang 2012, das eine absurde Fehlbewertung von Risiko deutlich macht, für die die Notenbanken die primäre Verantwortung tragen. Man könnte meinen, Herr Hollande hätte eine brilliante Wirtschaftspolitik betrieben, die ein erhöhtes Vertrauen in die Stabilität Frankreichs rechtfertigt. Wenn man irgendwo exemplarisch sehen will, wie die Notenbanken den Markt verzerren, dann kann man das hier.

DXSV 28.05.13

Sie sehen der Trend ist nicht gebrochen, ein Einstieg steht also noch nicht an. Wenn der Trend aber bricht, könnte sich hier ein interessantes Setup aufbauen. Und das Schöne dabei ist, dieser Trade funktioniert inhärent dann auch als Absicherung gegen ein erneutes Aufflammen der Eurokrise. Ein netter Nebeneffekt bei der Balancierung eines grösseren Depots.

Bedenken Sie bei so Short ETFs aber auch, dass diese in der Regel einige Prozent per Annum innerer Kosten für die Short-Struktur haben. Diese inversen ETFs machen also als langfristige Wette in der Regel keinen Sinn, in Seitwärtsmärkten verliert man damit nur Geld. Man sollte diese also nur dann einsetzen, wenn ein klarer Trend in die richtige Richtung etabliert ist. Hier heisst es also abwarten und beobachten.

Und bedenken Sie auch, dass Sie in der dominanten politischen Logik - und damit auch für Otto Normalbürger - ein "böser Zocker" sind, wenn Sie Zweifel an Frankreichs Schuldentragfähigkeit haben und auf fallende Staatsanleihen setzen. Denn Staatsanleihen ist immer und jederzeit zu vertrauen. Amen !

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Wacker Chemie (WKN: WCH888) – Steht der nächste Aufwärtsschub bevor ?

Sie erinnern sich vielleicht gut an meine bisher drei Artikel zu Wacker Chemie (WKN: WCH888)
am 30.11.12: -> Wacker Chemie vor der Wende ? <-,
am 04.02.13: -> Wacker Chemie – Der Turnaround Kandidat, der Solarworld nicht ist ? <- und
am 12.02.13: -> Wacker Chemie – Im Aufwärtstrend – Kurs bald 50% höher bei 90 Euro ? <-,
mit denen wir dem Aufwärtstrend der Aktie seit November letzten Jahres schön gefolgt sind und grosse Profite mitnehmen konnten.

Seit dem letzten Artikel sind nun wieder 5 Wochen vergangen, der Kurs überstieg zeitweilig 70€, bevor er zu einer Korrektur im Aufwärtstrend ansetzte, die sich nun möglicherweise dem Ende nähert. Grund genug also, uns den Chart und die Entwicklung der Aktie erneut genauer anzuschauen.

Schauen wir also zunächst einmal auf das detaillierte Tageschart, um die Lage besser einschätzen zu können:

Wacker Chemie 19.03.13

Sie sehen in dem Chart die typische, hin und her schwingende Struktur eines Aufwärtstrends. Die über 70€ waren eindeutig zu viel zu schnell, was man unschwer an den technischen Parametern erkennen und für sich nutzen konnte. Die darauf folgende Gegenbewegung war daher nur konsequent und hat eine Menge der überschiessenden Erwartung nun wieder aus dem Markt genommen.

Nun hatten wir gestern einen schönen Intraday-Swing, den man im Chart als deutliche grüne Fahne bewundern kann. Und dieser Swing fand unter steigendem Volumen statt, ein wichtiges Indiz dafür, dass dieser Swing nun Bedeutung hat.

Gleichzeitig sind wir nun nicht mehr weit vom 50er Fibonacci Retracement entfernt und es ist einfach ganz typisch, dass im Aufwärtstrend ein Anstieg dann um 50% wieder abgegeben wird.

Es scheint also der Zeitpunkt gekommen, wo man einem Wiedereinstieg bei Wacker Chemie gedanklich mit gutem Chance-Risiko-Verhältnis (CRV) nahe treten könnte. Fundamental gibt es nicht viel Neues zu berichten. Positiv sehe ich, dass die Insolvenz beim grossen chinesischen Solarhersteller Suntech nun Faktum zu sein scheint. Damit schreitet die Marktbereinigung voran, die zwingende Voraussetzung dafür ist, dass die Preise im Solarmarkt - und damit für Polysilizium - wieder anziehen können.

Trotz des gestrigen klaren Swings ist keineswegs sicher, dass das schon der Tiefpunkt war. Es ist auch gut vorstellbar, dass der Kurs noch einmal bis 55€ zurück kommt, bevor die wirkliche Wende ansteht. Aber wenn man von einer Fortdauer des neues Aufwärtstrends ausgeht - und ich tue das - dann haben wir vielleicht schon heute wieder ein brauchbares Setup, um wieder einen ersten Fuss in die Aktie zu setzen.

Nach unten liegt die für mich entscheidende Marke beim Tief vom 31.01.13 bei 52,29€, das gleichzeitig mit dem 62 Fibo Retracement korreliert und in dessen Nähe sich die 200-Tage-Linie befindet. Diese Marke ist "do or die" für den Trend. Wenn Wacker Chemie diese Marke mit Schlusskurs unterschreitet, ist der Aufwärtstrend gebrochen und ich würde kompromisslos aussteigen. Ich rechne eher weniger damit und geben einer Trendfortsetzung die grössere Wahrscheinlichkeit. Möglich ist es aber und man sollte darauf vorbereitet sein.

Sollte Wacker Chemie den Aufwärtstrend jetzt aber wieder aufnehmen, bleibt mein Kursziel von 90€ aus dem Artikel vom 12.02.13 weiterhin bestehen.

Übrigens, zum Thema Fibonacci-Retracements. Schauen Sie mal wo Wacker am 25.02.13 drehte, bei 71,13€ im Maximum. Und dann lesen Sie den Artikel vom 12.02.13 noch einmal, in dem ich die Retracements des gesamten Absturzes von Wacker Chemie im Wochenchart dargestellt habe. Und schauen Sie mal, wo das 23er Fibo-RT liegt. Lustig oder ? 😉

Ich wünsche Ihnen gute Entscheidungen.

Ihr Hari

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Wacker Chemie (WCH888) – Im Aufwärtstrend – Kurs bald 50% höher bei 90 Euro ?

Sie erinnern sich ja sicher an den Artikel vor einer guten Woche, in dem ich die Wahrscheinlichkeit einer Fortsetzung der Rally bei Wacker Chemie (WKN WCH888) hoch eingeschätzt hatte: -> Geht der Turnaround weiter ? <-

Nun ging eine entscheidende Meldung über den Ticker, nämlich das Ende der Kurzarbeit im Polysilizium-Bereich. Genau dieser Bereich mit seiner durch das Elend der Solarindustrie hervorgerufenen Abnahmeschwäche, war massgeblich für die grosse Schwäche im Kurs der Wacker Chemie verantwortlich.

Kein Wunder also, dass die Börse in kürzester Zeit mit einem Plus von mehr als 10% reagiert hat und Wacker Chemie wieder oberhalb 60 EUR notiert. Wichtig ist es nun, diese Rally in eine grössere Perspektive zu stellen, damit man nicht zu früh aus dieser Bewegung aussteigt. Nach über 50% Plus seit den Tiefstständen im November 2012 könnte man ja meinen, das Beste läge schon hinter uns.

In meinen Augen ist das vielleicht eine Fehleinschätzung, der Kurs von Wacker Chemie ist noch weit von einer Normalisierung entfernt. Selbst wenn man realistisch davon ausgeht, dass die glorreichen Zeiten der boomenden Solarindustrie so schnell nicht wieder kommen, kann der Kurs bis zu einer ersten Normalisierung problemlos noch einmal um 50% steigen. Aber auch fundamental ist diese Sicht untermauert, ein Buchwert von gut 50 EUR und ein Kurs-Cashflow Verhältnis (KCV) von unter 5 in 2013, sprechen eine deutliche Sprache, dass wir weit von einer Normalisierung des Kurses entfernt sind.

Am einprägsamsten ist aber wie immer ein Chartbild, schauen Sie mit mir daher auf den langfristigen Wochenchart von Wacker Chemie seit 2007:

Wacker Chemie 12.02.13

Sie sehen schnell, warum der Bereich um 90 EUR ein sinnvolles Ziel für eine erste Normalisierung des Polysiliziumgeschäftes ist. Erstens liegt dort das 38er Fibonacci-Retracement der Abwärtsbewegung. Zweitens liegt oberhalb der 200er Moving Average, Drittens liegt genau dort das Hoch vom letzten Spike am 06.02.12 vor einem Jahr und Viertens ist das genau die Zone, die beim Tief von 2009 die Ausbruchszone der Umkehrformation darstellte.

Der Chart zeigt Ihnen auch eindeutig, dass 90 EUR für Wacker einfach nur eine Normalisierung ist, das historische Hoch lag bei 200 EUR in 2007. Die aktuellen 60 EUR sind also bestimmt nicht das Ende der Fahnenstange, falls das Polysilizium-Geschäft nun endlich weiter anzieht.

Da sich Wacker Chemie nun in einem bestätigten, neue Aufwärtstrend befindet, spielt man diese Bewegung am besten, in dem man genau diesem Trend verfolgt. Das bedeutet, das letzte bedeutende Tief (im Moment liegt das bei 52,29 EUR vom 28.01.13) stellt immer das Niveau dar, unter das man - mit gebührendem Abstand - seinen Stop legt.

Und natürlich geht es jetzt nicht mit einem Strich weiter nach oben. Das typische eines Aufwärtstrends ist, dass die Bewegung in einer Abfolge von Hochs und Tiefs langsam nach oben schwingt. Entscheidend ist, dass sich immer wieder höhere Tiefs ausbilden. Und genau danach sieht es im Moment bei Wacker Chemie aus !

Ihr Hari

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Wacker Chemie – Der Turnaround Kandidat, der Solarworld nicht ist ?

Es gibt einen typischen Verlauf bei sogenannten Turnaround Aktien und Wacker Chemie (WKN WCH888) ist ein klassisches Beispiel.

Zunächst einmal sind die idealen Turnaround Kandidaten Unternehmen mit grosser Substanz und einem etablierten, profitablen Geschäftsmodell. Das ist wichtig, weil das garantiert, dass der Turnaround wirklich irgendwann kommt, er also nur eine Frage der Zeit ist. Alleine darauf kompromisslos zu achten, verschafft einem schon einen erheblichen Vorteil, denn es gibt wohl nichts Schlimmeres, als auf den Turnaround einer Aktie zu setzen, die dann langsam und schmerzhaft Richtung Null fällt - so wie gerade bei Solarworld zu beobachten.

Wirklich verwunderlich ist das Geschehen bei Solarworld für mich persönlich aber nicht, denn Solarworlds temporärer Erfolg beruht nach meiner persönlichen Ansicht indirekt auf durch das EEG erzwungenen Subventionsgeldern, die bei Ihnen und mir über Jahre via Stromrechnung einkassiert wurden und letztlich die Taschen von Unternehmern wie Herrn Asbeck füllten. Laut Wirtschaftswoche übrigens die Herr Asbeck verdient hat. Wenn Sie so wollen für mich also eine staatliche organisierte Umverteilung "von unten nach oben" aus den Brieftaschen Otto Normalverbrauchers in die Taschen der Solarindustrie. Mittlerweile ist ja auch in der Politik angekommen, dass das zu dramatischen Entwicklungen beim Strompreis führt und das Schwarze-Peter-Spiel hat schon begonnen.

Herr Asbeck von Solarworld dürfte diese meine persönliche Einschätzung wahrscheinlich nicht teilen, zumindest nicht wenn man seinen letzten Einlassungen folgt, nach denen am Niedergang von Solarworld & Co. ja vor allem die bösen Chinesen mit ihren Dumpingpreisen schuld sind. Jetzt ist es auch unbestreitbar, dass der Wettbewerbsdruck hoch ist und die Chinesen mit weit geringeren Kosten operieren können und sich auch nicht schämen, Wissen und Technologie auf nach westlichen Massstäben rechtlich fragwürdige Art und Weise an sich zu bringen. Insofern hat Herr Asbeck ja auch nicht völlig unrecht.

Nur würde ich gerne mal wissen, in welcher Branche das anders ist ? Überall konkurrieren deutsche Mittelständler mit China und überall haben sie mit Kostennachteilen, Industriespionage und Dumpingangeboten zu kämpfen. Und trotzdem halten diese Mittelständler die Nase oben und behaupten sich aus eigener Kraft durch Innovationskraft. Nur die Solarindustrie kann das nicht, warum wohl ?

Meine ebenso harte wie persönliche Meinung ist: weil es diese aufgeblähte Industrie ohne die Subventionen des EEG nie gegeben hätte und Unternehmer wie Herr Asbeck nun nicht Multimillionäre wären. Wir hätten heute eine andere Solarindustrie, kleiner, härter, innovativer, besser organisiert. Eine Solarindustrie die wie andere Branchen aus eigener Kraft gegen China bestehen könnnte. Denn Subventionen machen fett und lahm, sich dem harten Wettbewerb stellen zu müssen macht dagegen fit und innovativ, wie weite Teile des deutschen Mittelstands immer wieder aufs Neue beweisen.

Aber wie auch immer, zurück zum Thema Turnaround Aktien. Was ich mit dem Ausflug zu Solarworld sagen will ist, dass es sehr wichtig ist nur bei solchen Aktien auf einen Turnaround zu setzen, die ein etabliertes, eigenständiges und profitables Geschäftsmodell haben und nur temporär unter exogenen Faktoren leiden.

So ein Unternehmen ist für mich Wacker Chemie (WKN WCH888) - Ein Unternehmen der Spezialchemie, das im Bereich Polysilizium auch unter dem "Solardesaster" leidet, dadurch aber nicht in der Existenz in Frage gestellt wird.

Aber selbst wenn man so ein Unternehmen identifiziert hat, ist der typische Ablauf bei derartigen Situationen immer ähnlich. Der Kurs fängt schon zu einem Zeitpunkt an zu fallen, wo die Mehrheit die grundlegenden Probleme noch nicht sehen kann. Dann notiert der Kurs 20% unter Höchstkurs und die ersten "Schnäppchenjäger" kaufen wieder. Der Kurs fällt aber weiter. Bald notiert er 40% tiefer und jetzt ist die Aktie wirklich "saubillig" - nur der Kurs fällt trotzdem weiter. 😉

Und so geht es schmerzhaft weiter. Der Kurs fällt und fällt und immer wieder verbrennen sich Anleger die Finger, weil sie die Aktie nach den alten Massstäben für billig halten. Der Fehler den die Anleger machen, ist die Aktie immer noch aus der alten Brille zu betrachten und zu übersehen, dass es schon längst ein "New Normal" gibt. Und so geht es schmerzhaft weiter, über Monate und Jahre, bis irgendwann niemand mehr ein Pfennig darauf setzen will, dass diese Aktie je wieder dreht.

Dann, genau an diesem Tag, hat der Kurs seinen Tiefpunkt erreicht und setzt aus dem "Nichts" und ohne Nachricht zu einer Rally an. Alle Anleger, die vorher immer wieder ins fallende Messer griffen, sind nicht mehr dabei und haben die Aktie frustriert beiseite gelegt.

Nun haussiert der Kurs, ausgehend von den tiefen Niveaus im hohen zweistelligen Prozentbereich, obwohl diese Bewegung aus langfristiger Sicht nicht mehr als ein "Zacken" im langfristigen Abwärtstrend ist. Nachdem die Aktie über Tage und Wochen hochgelaufen ist, werden nun auch die ersten der alten Anleger wieder aufmerksam und trauen sich - angeregt durch die gute Stimmung in den Medien - einen ersten Fuss in die Aktie zu stellen.

Genau das ist der Tag, an dem die Aufwärtsbewegung ausläuft und die Aktie zu einer bösen Korrektur ansetzt. Eine Korrektur, die typischerweise ca. die Hälfte des ursprünglichen Anstiegs wieder auslöscht und die Anleger endgültig aus der Aktie vertreibt.

Dann erst ist die Situation so bereinigt, dass die Aktie bereit für eine dauerhafte Aufwärtsbewegung ist - der nächste mehrjährige Anstieg kann kommen. 🙂

Schauen wir auf Wacker Chemie, könnte es gut sein, dass sich die Aktie im Moment genau an diesem Punkt der auslaufenden ersten 50% Korrektur befindet. Schauen Sie selbst auf die Charts und ziehen Sie Ihre eigenen Schlüsse.

Erstens das 4-Stunden-Chart seit Oktober 2012 mit dem zulaufenden Dreieck, dass sich mit statistisch höherer Wahrscheinlichkeit nach oben auflöst:

Wacker Chemie Turnaround 04.02.13

Zweitens das Wochenchart seit 2007, das die Korrektur und Gegenbewegung in eine grössere Perspektive stellt. Sie sehen, die potentielle Cup&Handle Umkehrformation und Sie sehen auch, wie der Abgabedruck ausläuft und Raum für eine potentielle grosse Wendeformation bietet:

Wacker Chemie Umkehrformation 04.02.13

Wie immer kann alles ganz anders kommen und ein Stop dürfte auch hier sinnvoll sein. Aber selbst wenn Wacker Chemie doch wieder nach unten dreht und neue Tiefs generiert: ich sehe im Moment nichts, was gegen ein dauerhaftes Überleben von Wacker Chemie sprechen würde und dann dürfte aus langfristiger Perspektive der Tiefpunkt nicht mehr allzu weit entfernt sein.

Ich wünsche Ihnen gute Entscheidungen !

Ihr Hari

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Kurztipp – 30.11.12 – Wacker Chemie (WKN WCH888) vor der Wende ?

Sagen Sie, beschleicht Sie beim Betrachten des Tagescharts von Wacker Chemie (WKN WCH888) nicht auch das Gefühl, dass der Titel an einer massiven Wende arbeitet ?

Schauen Sie mit mir doch mal auf das Tageschart:

Wacker Chemie Chart

Sie sehen die massive bullische Divergenz im RSI der Wacker Chemie Aktie. Und Sie sehen auch die angedeutete inverse Schulter-Kopf-Schulter Formation. Und es gibt noch ein Argument, die Aktie ist etwas vom Radar, der ganzen "heissen Tips" in den Medien verschwunden, die Begeisterung der Anleger für Wacker Chemie hält sich nach endlosen Enttäuschungen mit dieser Aktie scheinbar langsam in Grenzen. Erfahrungsgemäss genau das Sentiment, das eine Aktie braucht, um dann tatsächlich einen Boden auszubilden.

Warum ich nichts zur fundamentalen Situation sage, werden Sie fragen ? Natürlich, ich könnte jetzt in mehreren Absätzen die letzten Zahlen abschreiben, oder mich über die Entwicklung der Polysilizium-Preise auslassen. Oder ich könnte auch über die Entwicklung in China spekulieren oder versuchen, in die Aussagen von CEO Dr. Rudolf Staudigl zwischen den Zeilen etwas hinein zu interpretieren. Das sähe bestimmt auch furchtbar kompetent aus und würde den Artikel füllen.

Das Problem ist nur, das ist doch alles nur rauf und runter hecheln der Vergangenheit und das Wissen haben doch die anderen Marktteilnehmer auch. Es gibt genug Quasi-Insider im Markt, die objektiv näher an der Aktie und dem Management dran sind als normale Journalisten wie ich. All dieses Wissen ist also schon im Kurs drin, weswegen er sich gerade so bewegt, wie er sich bewegt. Was habe ich also davon, mir eine vermeintliche fundamentale Gewissheit vorzugaukeln, die sowieso nicht existiert ? Ausser natürlich, um bei meinem Publikum auf "besonders kompetent" zu machen ? 😉

Nein, hier kann man es sich einfacher machen und einfach nur den Kursen folgen. Es gibt nun ein offensichtliches, klares Stop-Limit, falls es sich tatsächlich um eine Umkehrformation handelt. Nach unten ist das Risiko begrenzt, wenn man den Stop respektiert. Und nach oben existiert jede Menge Potential. Und seien Sie sicher, wenn der Kurs jetzt tatsächlich weiter steigen sollte, dann kommen die "guten Nachrichten" mit Zeitverzug von ein paar Tagen nach. So ist es immer, Mr. Market riecht den Braten in der Regel schon vorher. Über diese Nachrichten sollen dann aber andere schreiben.

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