Lehrer Bömmel und die Kreditkrise

In einer lockeren Reihe von Artikeln - nach "Lehrer Bömmel" aus der Feuerzangenbowle benannt - erkläre ich im Premium-Bereich immer wieder wichtige Zusammenhänge der Finanzmärkte.

Bei den Erklärungen geht es dabei nicht um "wissenschaftliche Exaktheit", sondern darum, Lesern die sich bisher nicht ausreichend mit den Themen befasst haben oder sie nie richtig verstanden haben, auf unterhaltsame Art und Weise ein Gefühl dafür zu vermitteln, worum es wirklich geht. Wer dann tiefer einsteigen will, kann das ja im Nachgang selber tun, Quellen gibt es genug.

Daher orientiere ich die Erklärungen auch immer wieder an konkreten, aktuellen Sachverhalten, so dass sich auch ein konkreter Erkenntnisgewinn damit verbinden kann, der zu besseren Anlageergebnissen führt.

Im freien Bereich hatte ich vor 1,5 Jahren schon beispielhaft einen Artikel aus dieser Reihe. Und zwar die Erklärung, wie "Shorten" eigentlich funktioniert und was eigentlich ein Leerverkauf ist. Lesen Sie hier, falls Sie den Artikel übersehen haben. Der Artikel war der Beginn einer Artikelreihe zum Thema "Shorten".

-> Grundlagen des Shortens - Wat is en Dampfmaschin? < -

Heute nun will ich Sie an einem weiteren Artikel teil haben lassen, der erst gestern im Premium-Bereich erschienen ist. Er adressiert die Frage, wie Aktien sich in einer Kreditkrise verhalten und warum das so riskant ist.

Ich wünsche gute Erkenntnisse!

Ihr Hari

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Kohle, Aixtron und Goldminen – Tiefer geht immer

Am 23.04.15 hatte ich im Artikel -> Tiefer geht immer und erst bei Null ist Schluss <- am Beispiel Kohle deutlich erklärt, warum so viele Anleger immer wieder und immer wieder völlig sinnlos ihre Zeit mit tief gefallenen Aktien vergeuden.

Ich zitiere noch einmal, weil es so wichtig ist:

Und trotzdem, trotz all der Börsenregeln und Wiederholungen, wird dieser Fehler immer wieder und immer wieder begangen - einfach weil sich Menschen für klüger als der Markt halten. Und weil etwas, das sehr tief gefallen ist, auf den ersten Blick "billig" erscheint und bei unbedarften Anlegern laut "kauf mich" schreit.

Dahinter steht eine ebenso menschlich instinktive, wie grottenfalsche Interpretation von dem, was Kurse sind. Bei breiten Indizes kann man sehr wohl davon ausgehen, dass diese im Sinne "Mean Reversion" irgendwann von einem Extrem wieder auf einen Mittelwert zurück schwingen. Zumindest solange die Welt nicht untergeht. Aber auch bei Indizes kann das Jahre und manchmal ein Jahrzehnt dauern und insofern ist es auch da riskant, darauf blind zu wetten.

Bei einzelnen Aktien und selbst ganzen Sektoren, kann man aber selbst davon nicht ausgehen und es verschwinden weit mehr Unternehmen und auch Sektoren im Vergessen und fallen ins Bodenlose, als wir in der oberflächlichen Wahrnehmung glauben. Ich könnte endlose Beispiele dafür anführen und mit dem Thema Kohle bringe ich gleich auch noch einen prägnanten Fall.

Achten Sie übrigens mal darauf, was in den Medien, die die privaten Anleger bedienen, immer die beliebtesten Spekulationen sind. Es sind ganz oft die "gefallenen Engel" des letzten Börsen-Zyklus, die so vermeintlich "billig" erscheinen. Dummerweise ist es erstaunlich selten so, dass die Favoriten des letzten Zyklus sich dann im folgenden Zyklus komplett erholen. Viel erfolgsträchtiger ist es dagegen, in einem neuen, typischerweise mehrjährigen Börsenzyklus, die neuen Favoriten zu identifizieren und auf die zu setzen, statt mit den alten Favoriten am Boden herum zu "gründeln" und auf den nie so richtig kommenden Rebound zu warten.

Dieses Verhalten beruht auf dem schon oben im genannten Artikel besprochenen "Referenzeffekt" in unseren Hirnen. Wir empfinden einen Kurs mit einer weit höheren Referenz in der Vergangenheit, instinktiv als "sicherer" und "chancenreicher", als einen Kurs, der auf Höchstständen notiert, weil er Teil eines starken Aufwärtstrends ist. Dabei ist das eine völlige Fehlinterpretation von dem was Kurse sind und es ist zu oft in der Realtität genau anders herum!

Wie stark diese völlig fehl geleiteten Reflexe bei vielen Anlegern sind, kann man auch aktuell wieder wunderbar am Fall Aixtron sehen. Was tanzen Anleger derzeit um die Aktie herum, die in den letzten Jahren nur durch eine Enttäuschung nach der anderen aufgefallen ist. Schaut man auf Nachrichtendienste und Börsenmedien, scheint Aixtron zu den am meisten diskutierten Aktien zu gehören. Warum aber gerade so eine -> "Honigfalle" <-, bei der eher wenig zu holen ist?

Warum nicht statt dessen die unzähligen, super starken Momentum-Aktien, die seit Jahren nur steigen? Wir haben in der Community in unserem letzten Teamprojekt "Sicherheit durch Wachstum" alleine 70! Aktien identifiziert, von denen jede attraktiver und aussichtsreicher erscheint, als Aixtron aktuell.

Und schon vor über 3 Jahren, habe ich in Artikeln wie -> Aixtron - ein Management im Blindflug <- oder -> Die Lage im LED Anlagenbau <- die Aktie im wahrsten Sinne des Wortes für mich "abgehakt" und dann nie mehr beachtet. Und das war mehr als gerechtfertigt, wenn man sich die folgende Entwicklung anschaut. Es sage also niemand, die eher traurige Kurs-Entwicklung sei nicht absehbar gewesen.

Was also macht Aixtron nun derzeit für Anleger interessant? Objektiv kann ich persönlich dafür keinen Grund erkennen. Nur eben, wie oben beschrieben, den völlig fehlgeleiteten psychologische Ankereffekt, der einem einflüstert, dass etwas das stark gefallen ist, ja auch wieder steigen "muss".

Was für ein Quatsch! Steigen "muss" am Markt gar nichts und der Markt ist klüger als wir und wenn eine Aktie so tief steht, hat das in der Regel gute Gründe.

Schauen wir doch noch einmal auf Kohle. Wer mir im April nicht geglaubt hat und Peabody Energy bei 4,87USD nun "billig" fand, findet sich nun 3 Monate später ca. 75% tiefer bei 1,13 USD wieder. AUA!

BTU 21.07.15

Und wohin das am Ende führen kann, hat gerade erst die lange für solide erachtete Walter Energy vorgemacht, die nun in die Insolvenz geht und für die Aktionäre wohl wertlos verfallen wird. Exitus!

Ach ja, dann haben wir ja gerade noch so ein Thema. Gold und die Goldminen. Ob die nun "billig" sind, ist auch offen und klar ist auch, dass es im Sektor wohl auch bald einige Pleiten geben wird.

Nun werden nicht alle Goldminen vom Markt verschwinden und insofern werden die, die dieses Armageddon überleben, am Ende auch wieder nach oben ziehen. Nur wer überlebt, das ist die grosse Frage, die man von aussen nicht beantworten kann.

Und bevor sich diese Frage stellt, muss es wohl erst noch schlimmer kommen, bevor es besser kommen kann und Gold im dreistelligen Bereich ist zumindest temporär zu erwarten. Warum also soll man nun mit so einem Sektor seine Zeit vergeuden, wo andere Sektoren parallel boomen? Die Antwort steht wieder oben im Zitat, nur im Spiegel sich selber erkennen, das muss man schon selber.

Wer also wissen will, warum so viele Privatanleger an der Börse auf keinen grünen Zweig kommen, finden in der Selbstüberschätzung, mit völlig untauglichen Mitteln klüger als der Markt sein zu wollen, einen ganz wesentlichen Grund.

Und so stellt sich die Frage, ob so ein Chart wie das von Yamana Gold (AUY) nun "billig" ist:

AUY 21.07.15

Meine klare Antwort darauf ist erneut: Tiefer geht immer und erst bei Null ist Schluss!

Sicher, vielleicht dreht die Aktie bald und setzt ihren Weg ins Nirwana nicht fort. Aber gäbe es aktuell dafür ein Indiz, würde man das am Kurs sehen, denn der Markt weiss mehr als wir und reagiert darauf schneller als wir. Und sicher, der Sektor ist extrem überverkauft und nun für eine scharfe Gegenbewegung überreif. Aber überverkauft ist Peabody Energy schon lange und was nützt es?

Warum also, sollte man sich nun mit so Aktien abgeben? Und warum bilden sich immer wieder Anleger ein, hier eine Glaskugel zu besitzen?

Wer erfolgreich ist, konzentriert sich statt dessen am Markt auf die Dinge, die schlicht funktionieren. Wer dagegen immer klüger als der Markt sein will und meint es besser zu wissen, fühlt sich zwar eine Zeit lang als "toller Hecht", wird aber am Ende scheitern.

Das eigene Ego pinseln oder demütig dem Markt folgen und Erfolg haben - das sind die Alternativen, die zur Auswahl stehen.

Wählen Sie!

Ihr Hari

PS: Hier findet sich ein aktuelles Interview mit mir:

*** Bitte beachten Sie bei der Nutzung der Inhalte dieses Beitrages die -> Rechtlichen Hinweise <- ! ***

Marktupdate – 07.11.12 – Gedanken zum Markt nach der US Wahl

Zum Handelsstart in Europa, ein Marktupdate im Nachgang der US Präsidentenwahl:

(1)

Der Sieg Obamas hat den Status Quo einfach fortgeführt, denn im Repräsentantenhaus haben sich die Mehrheitsverhältnisse nicht geändert. Damit bleibt das Blockadepotential der Republikaner erhalten. Echte Klarheit sieht anders aus. Trotzdem dürfte das für die Märkte zunächst eine Erleichterung sein, weil zumindest die Angst vor unklarem Gewürge nach der Wahl nun weggefallen ist.

(2)

Die Rally die gestern an der Wallstreet schon vor der Wahl einsetze, war offensichtlich der Versuch diverser Hedgefonds (Hot Money) diese absehbare Entwicklung schon vorher mitzunehmen. Offensichtlich hatte auch das "Hot Money" die Erwartung, die ich gestern im Artikel formulierte, dass jede Form von Klarheit für eine Rally sorgen würde.

(3)

Ob diese Rally - die seit gestern läuft und heute weiter zu gehen scheint - dann nachhaltig wird und auch den heutigen Nachmittag überlebt, ist aber noch nicht zu beantworten. Denn nun richtet sich der Blick spätestens heute Nachmittag auf das "Fiscal Cliff".

Und durch die weiter gegensätzlichen Mehrheitsverhältnisse in Senat und Repräsentantenhaus, wird das Geschacher nun weiter gehen. Allerdings kann man nun hoffen, dass die Republikaner nun etwas gemässigter auftreten, denn die Blockade-Politik der Tea-Party hat ja nun nicht zum Sieg verholfen. Und hätte Romney auf diese Extremisten weniger Rücksicht nehmen müssen, hätte er wohl eine Chance zum Sieg gehabt, denn auch in den US werden die Wahlen in der Mitte entschieden und Obama war mehr als angeschlagen.

Es ist allerdings auch gut möglich, dass die Republikaner daher erst einmal in interne Richtungskämpfe geraten. Denn obige Analyse wird die Tea-Party-Fraktion sicher nicht teilen wollen. Ob die absehbaren internen Probleme der Republikaner einer schnellen Klärung der mit dem "Fiscal Cliff" verbundenen Fragen helfen oder diese eher verhindern, vermag ich nicht zu prognostizieren.

Aber das wird definitiv nun das Hauptthema sein, um das sich die Wallstreet gedanklich drehen wird. Und von dieser Einschätzung wird nach meiner Erwartung abhängen, ob wir nun nur eine kurze Erleichterungsrally oder den Beginn der umfangreichen Jahresendrally sehen. In diesem Zusammenhang erinnere ich noch einmal an die Übersicht von gestern, die die Sorgen der Wallstreet aufzeigt:

(4)

Mit dem Sieg Obamas bleibt auch "Helikopter-Ben" weiter auf seinem Posten und wird die bisherige Politik der Geldschwemme fortsetzen. Die Reaktion bei Gold liess nicht lange auf sich warten. Nun spricht sehr viel dafür, dass der Absturz vom 02.11. eine üble Bärenfalle war, in der "Smart Money" die Stops der schon auf die Wende setzenden Trader überrannte. Jetzt sind wir technisch in einer ganz einfachen Ausgangslage. Regelmässigen Lesern von surveybuilder.info.de dürfte nun sonnenklar sein, wo Stops bei Gold hinzulegen sind. Darüber hinaus kann man nun gelassen abwarten. Wenn sich das Szenario realisiert, dass ich immer noch für das deutlich wahrscheinlichste halte, steht uns nun eine schöne Rally zum Jahresende bevor, die das Potential hat Gold bis 1900 USD zu treiben. Und wenn nicht, dann halt nicht. Dann kann man mit den nun definierten Tiefs aber auch nicht viel verlieren. Gelassenheit und Geduld ist nun also in meinen Augen im Sektor gefragt.

(5)

Bei den Silberminen, insbesondere bei Hecla Mining (WKN 854693) und Coeur dAlene (WKN A0RNL2), gab es gestern üble Enttäuschungsreaktionen auf die Quartalszahlen, die auch den ETF SIL unter Druck gesetzt haben. In beiden Fällen waren Vergangenheitszahlen zum abgelaufenen Quartal der Auslöser und in beiden Fällen gebe ich der negativen Reaktion persönlich nur eine geringe Halbwertzeit. Denn es könnte gut sein, dass wir hier eine Parallelität zu den Ereignissen bei Salzgitter vorgestern haben.

Denn der Markt hat die ganze Zeit nur auf die zukünftigen Gewinne der Minen gestarrt, weswegen die Titel trotz vorangegangener Rally auch nicht abgegeben haben, obwohl der Silberpreis seit über einem Monat fällt und konsolidiert. Nun wurde die Vergangenheit mit einem Schlag in Erinnerung gerufen und der Markt reagiert "erstaunt", wie jemand der aus einem langen Schlaf aufwacht. Schon bald wird aber nach meiner Erfahrung wieder nur die zukünftige Entwicklung zählen.

Insofern kommt es für mich nun einfach darauf an, wie sich der Silberpreis zum Jahresende entwickelt. Und der wird sich erfahrungsgemäss ähnlich wie Gold entwickeln, siehe Punkt (4). Wenn Silber nun also weiter nach oben dreht, könnte die aktuelle Korrektur eine hervorragende Kaufgelegenheit sein. Insbesondere bei Hecla ist positiv zu vermerken, dass nun auch offiziell der erneute Produkionsanlauf der "Lucky Friday" Mine für das erste Quartal 2013 absehbar ist.

Vergessen sollte aber niemand, dass Silber-Minen extrem volatil sind und zwar in beide Richtungen. Erst gestern konnten wir das beobachten. Wenn man da mit Stops operiert, müssen diese sehr weit sein und man muss bereit sein auch signifikante Verluste in Kauf zu nehmen. Im Zweifel ist in meinen Augen der ETF SIL vorzuziehen, der sozusagen das Analog zum GDX bei Goldminen ist und einen von den volatilen Bewegungen der einzelnen Titel unabhängig macht.

(6)

Auch die Sektoren Stahl und Kohle, wenn Sie so wollen darüber hinaus die ganze Schwer- und Grundstoffindustrie, produziert nun Charts die auf eine Trendwende hindeuten. Eine Trendwende die nicht nur von der Geldpolitik der Notenbanken, sondern auch von China befeuert werden könnte. Aktienmärkte sind bekanntlich Vorlauf-Indikatoren und die chinesischen Bluechips sind seit September in Bewegung geraten, leicht zu erkennen an ETFs wie dem "iShares China Offshore 50" (WKN A0F5UE).

Ein perfektes Beispiel ist dafür sicher auch die Kursentwicklung bei Salzgitter (WKN 620200) mit einem klaren Aufwärtstrend, aber auch die Zahlen von Klöckner (WKN KC0100) von heute empfinde ich als konstruktiv. Es scheint als ob das Unternehmen die Lage im Griff hat und sogar von seiner Akquisition in den US profitiert. Damit könnte nun möglicherweise ein Kursniveau erreicht sein, von dem aus die Chancen deutlich grösser als die Risiken sind.

Um sich den Kohlesektor vorzunehmen, hat eine Aktie wie Peabody Energy (WKN 675266) als Beispiel, nun auch einen klaren, neuen Aufwärtstrend definiert, auch wenn kurzfristig ein Rücksetzer zur 200-Tage-Linie nicht ungewöhnlich wäre.

Die oben genannten Sektoren sind sicher nicht ohne Risiken und Stops sind nach wie vor zwingend. Aber ähnlich wie bei Gold hat die Abwärtsbewegung für mich nun klare Stopniveaus definiert, von denen ausgehend ich durchaus bereit bin, eine Spekulation auf den Turnaround zu wagen. Sie wissen wie sehr ich davor warne, einfach so ins fallende Messer hinein auf einen Turnaround zu wetten. Hier haben wir nun aber neu etablierte Aufwärtstrends und einen klaren Bruch der alten Abwärtstrends. Es spricht also viel dafür, dass das Messer nun schon so tief gefallen ist, wie es fallen konnte. Und bei der immer vorhandenen Restunsicherheit, dass es eben doch anders kommt, schützen mich Stops vor zu starken Schmerzen und monetären Wunden.

Ich wünsche Ihnen viel Erfolg !

Ihr Hari

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Marktupdate – 18.10.12 – DAX und S&P500 weiter auf Messers Schneide.

09:30 Uhr

Zwei Tage nach meinem Artikel zur Bedeutung der 7410 im DAX, hat sich an der Lage nichts Grundsätzliches geändert. Heute früh lief der DAX kurz über 7400, nur um dann aber Stand 09.30 Uhr sofort wieder zurück zu fallen.

Wir balancieren weiter auf der Schneide eines Durchbruches nach oben zu neuen Höchstständen und einem erneuten Rücksetzer, der uns wieder in den unteren Bereich des Trendkanals führen würde.

Ich habe Ihnen heute zur Anschauung mal den S&P 500 mit seinem Trendkanal mitgebracht, der seit 14.09. bisher ein ganz ähnliches Bild immer niedriger Hochs generiert. Das Hoch lag am 14.09. bei 1474,51 und das sollten wir besser bald überschreiten.

Zur Lage gibt es also immer noch nichts Neues. Ich bereite mich auf beide Szenarien vor und warte ab. Denn beide Szenaríen sind gut möglich und es gibt für mich aktuell keine Indikatoren, die eine eindeutige Tendenz in die eine oder andere Richtung begründen würden.

Und ich bin mir bewusst, dass eine deutliche Abwärtsbewegung jetzt wahrscheinlich so viel Momentum entfaltet, dass der Trendkanal im S&P500 gebrochen würde und wir eher bis 1400 herunter laufen. Im DAX wäre das wohl ein kurzzeitiger Taucher unter 7000.

Abseits der grossen Indizes gibt es aber doch eine Reihe von Entwicklungen, die man im Auge behalten sollte und durch die man möglicherweise gut profitieren kann:

(1)

Die Stärke in den Kohle- und Stahlaktien ist offensichtlich und hat nun zu echten Aufwärtstrends gefüht. Egal ob Arch Coal (WKN 908011), Peabody Energy (WKN 675266) oder Salzgitter (620200), ich studiere diese Charts ganz genau. Denn falls die Schwerindustrie wieder anzieht, dann liegen in diesen Sektoren ganz erhebliche Kurs-Chancen, die zu verpassen sehr schade wäre.

Um Ihnen die Lage und das Potential optisch zu verdeutlichen, habe ich Ihnen heute beispielhaft den Tageschart von Peabody Energy seit 2010 mitgebracht. Enjoy:

(2)

Die Entwicklung beim Gold und Silberpreis ist noch undurchsichtig. So sicher ich mir persönlich bin, das wir in überschaubarer Zeit höhere Kurse sehen, so unsicher bin ich mir, ob wir kurzfristig nicht doch noch die 1700 USD im Gold noch einmal testen. Hier ist genaue Beobachtung gefragt. Unabhängig von dieser Frage, halten sich die Minen in Form von GDX und GDXJ aber immer noch sehr gut. Das spricht für eine Menge an Potential nach oben in den kommenden Wochen.

Ich wünsche Ihnen viel Erfolg !

Ihr Hari

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Marktupdate – 05.10.12 – Gedanken zum Markt

15:00 Uhr

Der gestrige Tag brachte die Bullen im S&P500 weiter nach vorne, einen eindeutigen Sieg können sie aber noch nicht ausrufen. Trotzdem ist bemerkenswert, wie wenig Kraft die Bären haben, was für weiter steigende Kurse im Verlauf des 4. Quartals spricht. Der heute überraschend positive Arbeitsmarktbericht, dürfte das Leben der Bären nicht gerade leichter machen. Wobei der Markt ja eine Historie hat, gerade an solchen Tagen überraschend zu drehen, aber wir werden sehen. 😉

Die nächste Hürde dürfte nun die Berichtssaison für das 3. Quartal werden. Allerdings sind die Erwartungen hier sehr gering und die Analysten haben einen guten Job gemacht, die Gewinnprognosen nach unten zu schrauben. Daher erwarte ich eigentlich wieder das Spiel der "übertrifft Erwartungen" Meldungen. Und auch wenn die Erwartungen erst eine Woche vorher genau zu diesem Zweck gesenkt wurden, wird es dem Markt doch helfen.

Grund für mich, mal vor der Handelseröffnung der Wallstreet ein paar lose Gedanken zu verschiedenen Aktien bzw. Sektoren des Marktes mit Ihnen zu teilen:

Linde (WKN 648300)

Von den drei Aktien, die ich am 10.07.12 -> hier <- als interessant besprochen habe und die sich seit dem alle drei herausragend entwickelt haben, hat Linde nun das tückischte Chart. Wenn ich auch fundamental dafür bei Linde keinen Anlass sehe, könnten wir aus Chartsicht gerade ein Doppeltop zwischen dem März und Septemberhoch ausbilden. Es kann aber auch nur ein kurze Konsolidierung vor dem nächsten Schub nach oben sein. Einen klaren Hinweis für die Richtung sehe ich aktuell nicht.

Deshalb werde ich sehr stark die langfristige Trendlinie seit dem Juli Tief beachten. Diese läuft – je nachdem wie man sie zeichnet – derzeit im Bereich um 130€. Sollte Linde darunter fallen, steigt das Risiko eines Doppeltops erheblich und dann nehme ich meine guten Gewinne sofort mit. Bis dahin lasse ich aber laufen.

Salzgitter (WKN 620200)

Die Stärke heute, die auch deutlich vor dem Sektor liegt, ist beeindruckend. Es scheint so, als ob das dritte höhere Tief seit dem Tiefpunkt bei 27,02 € am 26.07.12 hinter uns liegt. Um einen neuen Aufwärtstrend zu bestätigen, muss Salzgitter nun das Verlaufshoch bei 35,15€ vom 14.09.12 hinter sich lassen und idealerweise in diesem Zyklus die 200-Tage-Linie bei dann knapp unter 37 € testen. Ich habe auf jeden Fall schon schlechter aussehende Charts gesehen, als Salzgitter aktuell.

Peabody Energy und Kohlesektor (WKN 675266)

Auch hier könnte (Konjunktiv!) eine Trendwende im Gange sein. Peabody hatte nach dem Tiefpunkt am 26.07. bei 18,78 USD in Folge ein höheres Tief am 05.09. und ein erneut höheres am 26.09. Dazwischen lagen zwei Hochs am 21.08. und 14.09. Nun würde ich gerne sehen, dass beim nächsten Hoch das alte Verlaufshoch vom 06.07. bei 26,60 USD überstiegen wird. Ideal steigt die Aktie beim nächsten Hoch bis zur 200-Tage-Linie, die dann bei ca. 27,6 USD sein sollte. Wenn das passiert, steigt die Wahrscheinlichkeit einer Trendwende enorm. Im Moment ist es möglich, aber nicht sicher. Andere Aktien des Kohlesektors sehen sehr ähnlich aus.

US Oil (ETF USO)

Bei Öl warte ich schon seit einigen Tagen auf den Tiefpunkt des Zyklus und warte auf ein SwingLow. Nun könnte es mit der Price-Action vom 03. und 04. Oktober endlich da sein. Denn nach meiner Erwartung haben wir bei Öl im Juni ein langfristiges Tief gesehen und ich warte nun auf das erste bedeutende höhere Tief des neuen langfristigen Aufwärtstrends. Schauen Sie mal auf den Tageschart des ETF USO.

Wenn diese Einschätzung richtig ist, sollte für den ganzen Ölsektor nun ein interessantes Einstiegsniveau vorliegen. Meine Favoriten sind dabei unter anderem die Öl Dienstleister Halliburton (WKN 853986) und Schlumberger (WKN 853390). Daneben die bekannten Statoil (WKN 675213), Suncor Energy (A0NJU2) & Co. Und ein Stop ist auch einfach, der Kurs von USO darf nun nicht mehr unter das Tief vom 03.10.12 bei 32,53 USD fallen.

US Dollar (EURUSD)

Sie erinnern sich sicher an meinen -> Artikel vom 26.09.12 <- in dem ich die Bedeutung der USD Schwäche als Indikator für eine "Risk-On" Rally besprochen habe. Nun schauen Sie mit mir mal auf den EURUSD Tageschart:

Dieses Bild spricht Bände ! Denn es sagt ganz klar: typische Konsolidierung nach einer technischen Überdehnung oberhalb der 200-Tage-Linie. Nun nimmt EURUSD aber scheinbar wieder Fahrt nach oben auf ! Sollte das so kommen wie es gerade aussieht, dürfte das für alle "Risk-On" Asset Klassen, also insbesondere Rohstoffe aber auch die breiten Indizes, das Signal für weitere Kursgewinne sein.

3D Systems (WKN: 888346)

Wer es etwas exotischer mag, einen spannend aussehenden Chart hat nun auch unser Wachstumswert 3D Systems. Schauen Sie mal mit mir drauf:

Sie sehen den klaren Aufwärtstrend mit immer höheren Tiefs, der bisher nicht beschädigt wurde. Es könnte (Konjunktiv!) gut sein, dass wir gerade zum nächsten Hoch aufbrechen, dass dann mindestens 30% über den heutigen Kursen liegen würde. Sicher ist das keineswegs, aber das letzte Tief gewährt uns ein sauberes Stopniveau und ich bin damit schon vor 3 Tagen eine erneute Wette auf 3D Systems eingegangen.

Gold und Goldminen (ETF GDX)

Gold hat auf den sehr positiven Arbeitsmarktbericht negativ reagiert, frei nach dem altbekannten Motto, dass zu gute Wirtschaftsdaten das Gelddrucken der FED bremsen könnten. Ich halte diese Reaktion für nur temporär, da sich Bernanke eindeutig aus dem Fenster gelehnt hat. Insofern ist jede Korrektur im GDX (wie voraussichtlich heute) für mich Gelegenheit meine Positionen aufzustocken und die Stops unter das Niveau der letzten Korrektur nachzuziehen. Mehr Neues gibt es zum Sektor im Moment nicht zu sagen. Für mich spricht weiter viel für steigende Kurse in den nächsten Wochen. Trotzdem wird es volatil bleiben und wer vom Goldbullen nicht dumm abgeworfen werden will, sollte nicht mit zu engen Stops operieren.

Ich wünsche Ihnen heute viel Erfolg und schon jetzt ein schönes Wochenende.

Ihr Hari

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surveybuilder.info Community Sommer Aktien – Die Auswertung und die ersten Lehren !

Sie erinnern sich vielleicht, dass wir in einer -> Umfrage hier vom 13.07.12 <- nach Aktien gesucht haben, die mit Sicherheit 3 Monate später, am 30.09.12, einen höheren Kurs haben.

Gesucht war also nicht die beste Performance, sondern die grösste Wahrscheinlichkeit mit der Aktie Geld zu verdienen. Und wie Sie ja wissen, habe ich diese Umfrage mit einem Hintergedanken gemacht, weil ich daran ein paar Lehren bzw Weisheiten zum Markt knüpfen wollte.

Nun ist also Zeit erste Bilanz zu ziehen, ich danke unserem Leser "Jacky" für die Mühe, die Daten zusammen zu stellen:

Kurse der surveybuilder.info Community Aktien vom 28.09.12, sowie deren Veränderung seit dem 13.07.2012

1. Aareal Bank (WKN 540811): 13.25 € -> 15.96 €; gain: 20.5%
2. Deutsche Bank (WKN 514000): 25.6 € -> 30.83 €; gain: 20.4%
3. Barrick Gold (WKN 870450): 34.84 USD -> 41.81 USD; gain: 20%
4. BASF (WKN BASF11): 55.96 € -> 65.75 €; gain: 17.5%
5. SAP (WKN 716460): 48.9 € -> 55.24 €; gain: 13%
6. Commerzbank (WKN 803200): 1.24 € -> 1.39 €; gain: 12.1%
7. Apple (WKN 865985): 604.97 USD -> 669 USD; gain: 10.6%
8. Sanofi (WKN 920657): 60.56 € -> 66.65 €; gain: 10.1%
9. Sandridge Energy (WKN A0M1JP): 6.41 USD -> 6.98 USD; gain: 8.9%
10. Pfizer (WKN 852009): 22.81 USD -> 24.84 USD; gain: 8,9%
11. Total (WKN 850727): 36.03 € -> 38.6 €; gain: 7.1%
12. Deutsche Post> (WKN 555200): 14.34 € -> 15.21 €; gain: 6.1%
13. Andritz (WKN 632305): 41.6 € -> 43.62 €; gain: 4.9%
14. Berkshire Hathaway B (WKN A0YJQ2): 84.48 USD -> 88.32 USD; gain: 4.5%
15. Qiagen (WKN 901626): 13.74 € -> 14.32 €; gain: 4.2%
16. Kraft Foods (WKN 655910): 39.71 USD -> 41.33 USD; gain: 4.1%
17. Merck & Co. (WKN A0YD8Q): 43.47 USD -> 45.09 USD; gain: 3.7%
18. Volkswagen VZ. (WKN 766403): 137.1 € -> 142.2 €; gain: 3.7%
19. Daimler (WKN 710000): 36.4 € -> 37.72 €; gain: 3.6%
20. Biogen Idec (WKN 789617): 144.61 € -> 149.48 €; gain: 3.4%
21. Wells Fargo (WKN 857949): 33.91 USD -> 34.76 USD; gain: 2.5%
22. McDonald’s (WKN 856958): 92.29 USD -> 93.27 USD; gain: 1.1%
23. Gesco (WKN A1K020): 64.97 € -> 65 €; gain: 0%
24. 3D Systems (WKN 888346): 33.02 USD -> 32.95 USD; gain: -0.2%
25. Salzgitter (WKN 620200): 30.17 € -> 30.02 €; gain: -0.5%
26. Elringklinger (WKN 785602): 20.8 € -> 20.61 €; gain: -0.9%
27. Peabody Energy (WKN 675266): 22.51 USD -> 22.28 USD; gain: -1%
28. BMW (WKN 519000): 57.77 € -> 57 €; gain: -1.3%
29. Coca-Cola (WKN 850663): 38.64 USD -> 38.04 USD; gain: -1.6%
30. Dialog Semiconductor (WKN 927200): 15.57 € -> 15.17 €; gain: -2.6%
31. Royal Dutch Shell (WKN A0D94M): 28.05 € -> 26.9 €; gain: -4.1%
32. SGL Carbon (WKN 723520): 32.69 € -> 31.1 €; gain: -4.9%
33. Boeing (WKN 850471): 73.51 USD -> 69.75 USD; gain: -5.1%
34. Altria Group (WKN 200417): 35.62 USD -> 33.42 USD; gain: -6.2%
35. Tesla Motors (WKN A1CX3T): 34.25 USD -> 28.49 USD; gain: -16.8%

Durchschnittlicher Aktienanstieg des Portfolios: 4.2%

Vergleich mit den Indizes im gleichen Zeitraum:
1. Dax : 6557.1 points -> 7216.15 points; gain: 10.1%
2. S&P500 : 1356.78 points -> 1440.67 points; gain: 6.2%

Das Fazit lautet also, dass wir als "Team" in zweifacher Hinsicht das Ziel verfehlt haben - keine gute Performance, kann man da nur sagen !

Erstens haben die Indizes einen mittleren Anstieg von 8,2% von ganz alleine hingelegt. Unser Portfolio war gerade mal für 4,2% gut. Das ist unbefriedigend. Um es etwas überspitzt zu sagen: Hätten wir also unsere Finger aus dieser Aktiendiskussion gelassen und hätten uns mit einem Index ETF an den Strand gelegt, wären wir besser gefahren. 🙂

Natürlich gibt es dafür Gründe, es liegt daran, dass aufgrund der Aufgabenstellung des "sicheren" Gewinns, sehr viele klassische Value-Aktien wie Altria, Pfizer, Mc Donalds etc ausgewählt wurden. Nur leider waren die zum Zeitpunkt Anfang Juli teilweise schon (zu) weit gelaufen. Es zeigt, dass der Zeithorizont eine entscheidende Bedeutung hat. Wer seine Anlagen im Mittel alle 3 Monate umschichtet, tut sich also scheinbar keinen Gefallen zu viel über "Value" nachzugrübeln, der muss ganz andere Dinge verstehen. Das ist eine erste kleine, aber wichtige Lehre aus dieser Übung !

Zweitens haben wir auch bei der eigentlichen Aufgabe, Aktien zu finden die sicher steigen, das Ziel verfehlt. Denn in Anbetracht von Indizes die um 8% zulegen, ist eine Quote von 13/35 von Aktien die sogar im Minus stehen - also ca. 37% im Minus - eine ziemlich dürftige Performance.

So, das waren harte, aber zutreffende Worte. Als "Fondmanager" würde diese Community nun also von den Grossanlegern böse Briefe bekommen mit dem Tenor, bald das Kapital aus dem Fond abzuziehen, wenn wir im 4. Quartal nicht schnell besser werden. Das ist übrigens einer der Gründe für "Performance Anxiety" und "End of Quarter Window Dressing", nur diesmal von der anderen Seite des Tisches erlebt.

Eigentlich merkwürdig das Ergebnis, dabei war doch jeder von uns der Meinung, dass er nun besonders gut Aktien herauspicken kann ... oder etwa nicht ? 😉

Hier haben die ersten Leser in Kommentaren schon mit Demut auf das Ergebnis reagiert und das finde ich eine gute Selbstreflexion, denn diese Erkenntnis bringt uns weiter !

So viel zum Ergebnis. Nun zu eigentlichen Wertung und den beiden Lehren, die ich bei Aufsetzen dieser Übung damit transportieren wollte, meine verborgene Absicht sozusagen:

Lehre 1: Es ist *sehr* schwer den Index zu schlagen !

Diese Lehre wollte ich mit der Übung transportieren und ich denke die Botschaft ist angekommen.

Ganz konkret sollten Sie sich also wirklich die Frage stellen, ob es für Ihr Portfolio nicht besser wäre, sich auf Trendfolge bei Indizes (via ETF) zu beschränken. Dann folgen Sie dem DAX, vielleicht dem GDX und einem anderen Index und das wars dann.

Denn machen Sie sich nichts vor, Spekulation in einzelne Aktien verschafft nur dann einen Vorteil, wenn Sie für sich einen klaren "Edge" benennen können. Bedeutet, Sie sollten etwas über die Aktie verstehen oder verstehen zu glauben, was die Mehrheit nicht versteht. Ein Beispiel für einen Edge wäre die spezielle Sicht auf Windows 8, die ich bei Microsoft schon im Frühjahr hatte und zum Beispiel -> hier <- thematisiert habe.

Sie sollten aber nicht glauben, dass das Studium eines allgemeinen Artikels der von längst bekannten Dingen handelt, oder der Blick auf KGV, KBV, Dividendenrendite etc Ihnen irgend einen Edge verschafft. Trotzdem glauben viele, inspiriert von einem Artikel, dass sie nun ganz tolle Stockpicker seinen. Das Dumme ist nur, das ist alles schon im Kurs und daher wertlos. 😉

Mein persönliches Fazit ist daher: für private Anleger mit begrenzter Zeit macht die Anlage mit einzelnen Aktien nur selten Sinn. Dieser Anleger konzentriert Sie sich lieber auf die grossen Trends in breiten Segmenten und Indizes. Er folgt einfach dem grossen Geld. Das was "Big Money" tut, kann für ihn nicht schlecht sein. Das Stockpicking überlassen Sie besser denen, die dafür die Zeit und das Hintergrundwissen haben, sich einen echten Edge zu erarbeiten.

Lehre 2: The Trend ist your friend oder "besch...eidene Aktien bleiben besch...eidene Aktien" !

Auch diese Weisheit wollte ich Ihnen nahebringen, genau deswegen habe ich auch Apple ausgewählt, als die einfachste, bekannteste und am besten verstandene Aktie der Welt, mit perfektem positiven Trend. Sozusagen die Mutter aller Trendfolgen ;-). Diese Wette ist ja mit gut 10% Plus auch aufgegangen.

Leider (im Sinne des beabsichtigen Lerneffekts) hat mir dann aber das singuläre Event des "Draghi Puts" in die Suppe gespuckt, das einen "Game-Changer" darstellte. Nur deshalb sind auch die Bankaktien so weit oben. Denn wäre der Draghi-Put nicht gekommen, wären diese Aktien wohl erneut am Ende der Liste. Im Endeffekt sind ja auch die 12-20% Plus der Banken alles andere als berauschend, wenn man sich anschaut welche Mengen an Geld da letztlich zur Stabilisierung des Finanzsystems eingesetzt werden. Da muss es in meinen Augen eher heissen: trotz Multimilliarden zur Stützung der Finanzsystems und trotz ausgebombtem Kurs *nur* 12-20%.

Schauen wir aber auf Aktien, die nicht so massiv durch den Draghi-Put beeinflusst wurden, sondern die sich im Rahmen ihres Geschäfts "normal" bewegten, kann man schon erkennen, dass sich Trends länger fortsetzen als man denkt. Oder wer war sich sicher, dass eine Apple garantiert besser abschneidet als eine Salzgitter ? Oder eine SAP besser als eine Peabody Energy ? Das ist die Gegenüberstellung des Modells Trendfolge versus Turnaround-Wette.

Insofern ist meine Botschaft sichtbar, aber nicht so prägnant ins Auge springend, wie noch vor dem Dragh-Put: Man setze besser auf die erfolgreichen, vom Markt geliebten Aktien, als sich einzubilden, man könnte den Zeitpunkt eines Turnaround vorher sehen !

So weit zu meinen Absichten bei Auflage dieser Übung, die ich nur teilweise deutlich machen konnte. Im Ergebnis stecken aber sicher noch mehr Lehren in der Übung, ich setze nun auf Sie, dieser heraus zu arbeiten !

Zum Thema Trend wird es übrigens voraussichtlich Morgen früh einen schönen Gastkommentar unseres Leser "Jacky" geben, der auch empirisch unterstreicht, wie wichtig die Trendfolge für Erfolg ist !

So weit so schnell ein erstes Fazit. Jetzt hoffe ich auf Ihre rege Diskussion und lade Sie ein, auch andere Aspekte dieser Übung ins Rampenlicht zu bringen.

Ich hoffe es hat Spass gemacht ! Heute folgt noch eine Einladung zu einer noch schwierigeren Aufgabe zum Jahresende. 😉

Wir lesen uns bald ! Ihr Hari !

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US Kohlesektor – 02.07.12 – Monatelanger Abwärtstrend bald durchbrochen ?

17:00 Uhr

Wir haben hier in der Vergangenheit oft über das Elend des US Kohlesektors gesprochen. Ich habe schon viel erlebt, aber einen derart verprügelten Sektor habe ich selten gesehen. Und mehrfach in den letzten Wochen konnte man meinen, dass eine Wende nahe ist und jedesmal ging es doch weiter runter.

Nun schauen Sie aber auf zwei Charts als Beispiele für den Sektor. Beide signalisieren, dass der Abwärtstrend nun vielleicht bald gebrochen sein könnte. Ich betone dabei aber den Konjunktiv, noch ist es nicht endgültig bestätigt. Ziehen Sie Ihre eigenen Schlüsse. Ein bischen eigenes Research kann auch nicht schaden, wenn Sie sich für den Sektor interessieren. Und Ihre Erkenntnisse hier mit den Lesern zu teilen, wäre dann besonders lobenswert. 😉

Arch Coal (WKN 908011) im Tageschart.

Peabody Energy (WKN 675266) im Stundenchart.

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Hari´s Märkte am Abend – 22.05.12 – Wende oder Bullenfalle ?

22 Uhr - Handelsschluss

Mit dem heutigen Tag wurde im DAX der kurzfristige Abwärtstrend gebrochen und zwar egal, wie man die Trendlinie zieht. Sehen Sie hier auf dem Stundenchart:

Ein Bruch der Trendlinie bedeutet aber keineswegs, dass es nun einfach weiter nach oben geht. Man muss das wie eine Tür sehen, die nun geöffnet wurde, unser Blick kann sich nun auch wieder nach oben richten. Das ist schon einmal eine wesentliche Veränderung gegenüber der Lage in der letzten Woche. Aber ob Mr. Market wirklich durch diese offene Tür geht, ist keineswegs sicher !

Positiv war heute sicherlich, dass auch die schwer verprügelten Werte wie Klöckner (WKN KC0100) ansprangen, 5% Plus haben wir bei dem Titel schon lange nicht mehr gesehen. Ähnliches galt heute auch für eine ST Microelectronics (WKN 893438), die mit 8% haussierte. Auch bei einer Reihe weiterer Werte, die in den letzten Wochen besonders abverkauft wurden, sahen wir heute einen gewissen Nachholeffekt. Positiv ist sicher auch, dass der DAX zum Schlusskurs die 6400 zurück erobern konnte.

Trotzdem bleibe ich in Summe vorsichtig und dem Bounce skeptisch gegenüber eingestellt. Denn nichts von dem was wir in den letzten beiden Tagen gesehen haben, ging über eine technisch fast zwingende Gegenbewegung hinaus. Und wenn man sich anschaut, wie stark bestimmte Aktien in der letzten Woche verloren haben, ist die Gegenbewegung keineswegs von besonders Stärke und Überzeugung geprägt. Die Schwäche im späten Handel der Wallstreet war heute auch kein besonders gutes Zeichen.

So weit ich das einschätzen kann, wird dieser Bounce bisher aus überdehnter Markttechnik und der Hoffnung auf den EU Sondergipfel gespeist. Die überdehnte Markttechnik ist aber mit dem heutigen Tag als Katalysator schon wieder teilweise abgebaut. Bleibt die Hoffnung auf den EU Sondergipfel und da hat der Markt nun schon etwas an positiver Erwartung eingepreist, was Raum für Enttäuschungen bietet. Insofern kommt der wirklich Test erst morgen bzw am Donnerstag, je nachdem wie lange der Gipfel dauert und ob belastbare Ergebnisse schon morgen während der Handelszeit durchsickern.

Wir sind also mal wieder in der Hand der Politik und darauf zu wetten ist ein Lotteriespiel ohne Edge für uns - ein Spiel an dem ich deshalb nur ungern teilnehme. Ich habe daher meine Aufstellung bisher nicht geändert und bleibe im Imvestmentdepot weitgehend aus dem Markt mit nur geringem Long-Exposure. Den Bounce heute habe ich primär kurzfristig im Handelssystem gespielt. Sollte mich Morgen eine gewaltige Rally überraschen, habe ich halt Pech gehabt und verpasse diese teilweise, weil ich erst verspätet aufspringe. Das ist mir aber das geringere Risiko, als mich zu früh in eine potentielle Bullenfalle einzukaufen und mit frischen Long-Positionen wie ein Mühlstein um den Hals wieder unter Wasser gedrückt zu werden.

Wenn man mich zwingen würde mich heute für eine Seite zu entscheiden, hätte ich eine leichte Präferenz zur Aussage, dass wir am Freitag wieder tiefer stehen als heute. Glücklicherweise muss ich diese Entscheidung aber nicht treffen, zumal meine Präferenz für die Short-Seite auch nur gering ist, sozusagen 55:45. Warten wir also einfach ergeben ab, was beim EU-Sondergipfel passiert.

Bei den US Kohleaktien gibt es nun wirklich jeden Tag massive Bewegungen. War eine Arch Coal (WKN 908011) gestern noch 7% im Plus, ging es heute wieder um einen ähnlichen Betrag nach unten. Auslöser war dabei wohl Patriot Coal (WKN A0M5QB), die heute mit über 30% wie ein Stein fielen ! Ich kenne die Ursache nicht und kann nur Vermutungen anstellen. Für mich sieht das aber so aus, als ob bei Patriot Coal nun eine mögliche Pleite eingepreist wird. Patriot ist einfach nicht gross genug und hat wohl nicht genügend finanzielle Muskelkraft, um diese historisch niedrigen Kohlepreise lange durchzustehen. Als Folge wurden natürlich alle Aktien des Sektors mitgerissen.

So verrückt sich das anhört, bei so einem brutalen Schweinezyklus wie derzeit bei US Kohle gehören Pleiten aber einfach dazu und sind für den Markt positiv zu werten. Denn so würde Angebot vom Markt genommen und das Spielfeld bereinigt. Grosse, finanzstarke Konzerne dürften von den Pleiten der aggressiven Kleinen also eher profitieren. Wie Sie wissen bin ich im Sektor nur bei Arch Coal und Peabody Energy (WKN 675266) mit jeweils kleinen Basispositionen im Markt. In beiden Fällen mache ich mir um die finanzielle Überlebensfähigkeit aktuell keine Sorgen. Einen Anlass meine Positionen aufzustocken sehe ich aber noch nicht, auch wenn das Hin- und Her eher für eine volatile Bodenbildung spricht, möchte ich erst den Beginn eines nachhaltigen Aufwärtstrends sehen, bevor ich mich im Sektor weiter exponiere.

Und einen historischen Moment gibt es heute zu berichten, der an der deutschen Presse mal wieder weitgehend vorbei geht:

SpaceX hat heute den ersten kommerziellen Flug in der Geschichte der Raumfahrt zur International Space Station (ISS) erfolgreich gestartet. Lesen Sie !

Mein Glückwunsch gilt Elon Musk ! Ja genau, genau der Elon Musk, der auch CEO von Tesla Motors (WKN A1CX3T) ist und sicher zu den mutigsten Entrepreneuren dieses Planeten gehört. Während ich mich hier mühe meine Familie und mein Trading mit dem Blog in Einklang zu bringen, führt er "mal eben" SpaceX und Tesla in wahrlich historische Umbrüche. Chapeau ! Nebenbei bemerkt war Tesla Motors heute 7% im Plus. Das könnte durchaus mit dem Flug von SpaceX zu tun haben, weil es erneut zeigt, dass Elon Musk kein Spinner ist, sondern sehr genau weiss was er tut. Und wenn er auch bei Tesla den Launch (hier des Model S) sauber hinbekommt, könnte der Kurs bald höher stehen.

Übrigens, gerade weil die deutsche Presse schläft, das Thema der kommerziellen Raumfahrt ist auch aus Börsensicht hoch spannend. Da ist im Stillen eine wirklich Revolution im Gange, an der nicht nur ein Elon Musk, sondern auch Jeff Bezos (Amazon) mit Blue Origin, Robert Bigelow (Hotel Milliardär) mit Bigelow Aerospace, Richard Branson (Virgin) mit Virgin Galactic oder Larry Page und Eric Schmidt (Google) mit Planetary Resources mitwirken. Eine Revolution die das Potential hat die Welt in den nächsten Jahrzehnten zu verändern. Alle diese bekannten Unternehmer haben teilweise schon gewaltige Summen in ihre Firmen investiert und wer meint, dass diese Leute es nicht verstehen würden wie man profitable Geschäfte aufbaut, der sollte lieber mal seine Brille putzen und seine Arroganz herunter schlucken.

Ich werde das zum Anlass nehmen, demnächst ein ausführliches "Special" zu diesem spannenden Thema zu verfassen. Denn dieses Thema an der Börse zu verpassen, wäre in meinen Augen ein grosser Fehler. Alles was ich für dieses "Special" brauche ist Zeit und Ruhe, ein Gut das mir in den letzten Wochen fehlte. Vielleicht schaffe ich es in einem Kurzurlaub Ende Juni.

Manchmal bedauere ich sehr, dass uns Deutschen - die wir mit Namen wie Oberth oder von Braun die wahren Väter der Raumfahrt sind - der Mut zur historischen Tat seit dem Einschnitt des zweiten Weltkriegs irgendwie aus der Volksseele heraus operiert wurde. Unsere Milliardäre verstecken (bis auf löbliche Ausnahmen wie Plattner/Hopp) ihr Vermögen. Amerikanische Milliardäre investieren es dagegen in derartige Projekte oder spenden es ala Gates oder Buffet. Da muss ich nicht lange überlegen, wo meine Sympathien liegen.

Etwas Verständnis habe ich für die deutschen Milliardäre aber schon, denn würden einige namhafte Personen so ein Projekt starten, wären ihnen Neid und Spott sicher und das Feuilleton würde in Empörung über diese "Geldverschwendung" überquellen. Wahrscheinlich verstehen die deutschen Milliardäre das instinktiv und halten daher lieber die Füsse still. Und wie negativ Deutschland auf Warren Buffet reagierte, der mehr als 90% seines Vermögens der Gates Foundation zur Verfügung stellte, war vielen wohl auch eine eindrückliche Lehre. In der Logik des deutschen Mainstreams ist Hilfe die von einer privaten Gates-Foundation ausgeht perse schlecht, weil das sind ja nur "Almosen" aus den Händen eines "bösen Kapitalisten". Das gleich Geld aber gnädig vom Amtsvorsteher verteilt, ist dann aber "sozial" und "gerecht". Sehr merkwürdig und vielsagend das alles.

Ich wünsche Ihnen einen schönen Abend !

Ihr Hari

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