Chart Rodeo ohne Worte – Siemens, Gold, Öl, S&P500, DAX und McDonalds



Heute gibt es im freien Bereich mal etwas Ungewöhnliches. Normalerweise, finden Sie von mir hier ja immer viele Worte der Erklärung.

Heute aber, stelle ich sozusage "ohne Worte", einfach ein paar Charts ein, die ich gestern Abend und heute früh vor Handelsstart, zusammen mit Erklärungen und anderen Themen, im Premium-Bereich eingestellt habe.

Hier im freien Bereich, sind Sie heute mal "selber dran", daraus Schlüsse zu ziehen. Gerade wie man solche Schlüsse zieht und wie so Charts "zu lesen" sind, ist immer wieder wesentlicher Inhalt hier im Blog.

Viel Spass:

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Gurkenaktien des 4. Quartals 2012 – Endstand 31.12.12

Bis zum 03. Oktober haben wir -> hier <- gemeinsam die "Gurkenaktien" zum Jahresende definiert. Jeder registrierte Leser durfte bei Interesse eine Short-Position einmelden. Ziel war es, die Aktie zu finden, die zum Jahresende 2012 sicher im Minus stehen wird.

Die 3 Monate bis 31.12.12 waren eine Pflichthaltedauer, ohne Chance auszusteigen. Es ging ja auch um die Aktie die sicher am Jahresende im Minus stehen würde, nicht um die mit dem grössten Minus.

Nun ist das vierte Quartal abgelaufen und ist es heute Zeit, den Endstand anzuschauen. Ich danke unserem Leser "Jacky" für die Aufbereitung der Daten:

Während wir in den vorherigen Quartalen noch den Markt jeweils deutlich schlagen konnten, hat uns die Rally einiger weniger Titel im letzten Monat das Ergebnis völlig kaputt gemacht und wir haben in Summe leicht schlechter (=besser) als der Markt abgeschnitten.

Das "Gurkenportfolio" hat seit Oktober ein Plus von 2,7% erzielt. Demgegenüber stiegen die Indizes im Mittel nur um 1,1%. DAX 7322,08 -> 77612,39 = +4,0%, S&P500 1450,99 -> 1426,19 = -1,7%

Letztlich hat das Portfolio im Dezember den Preis der bewusst gewählten starren Struktur von fest 3 Monaten gezahlt, denn wenn Aktien massiv drehen, muss man eigentlich sofort raus. Die fest gewählten 3 Monate - sozusagen "Buy and Hold" - haben den Vorteil der weitgehend gut gewählten und 2 Monate lang sich in die richtige Richtung bewegenden Positionen also weitgehend wieder zunichte gemacht.

Das ist auch die alles entscheidende Lehre die wir aus dieser Übung ziehen sollten und auf der ich ja schon lange herumreite. Und damit Sie sehen, dass ich schon lange darauf herumreite, kopiere ich hier den folgenden Text vom Zwischenstand von vor einem Monat wieder:

"Die erste Lehre ... ist damit auch offensichtlich. Wenn man einen Trade auf stark trendende Aktien fährt, dann ist ein Stop ... unerlässlich. Denn wir wissen ja, Trends dauern lange und sind sehr mächtig. Und wir folgen einem Trend so lange wir können. Aber nur bis er bricht ! Dann muss man kompromisslos raus, denn wenn ein Trend bricht, ist die Gegenbewegung meistens sehr dynamisch.

Ich weiss, dass viele ein Problem mit Stops haben, weil sie schmerzhaft erleben, wie sie zu schnell in "Fake-Outs" ausgestoppt werden. Das ist auch richtig, insbesondere wenn man mit zu engen Stops agiert, die nur dazu dienen sollen Gewinne abzusichern. Man darf deswegen aber nicht das Kind mit dem Bade ausschütten. Denn wenn man starke technische Strukturen hat, wie eben eine langfristige Trendlinie oder zum Beispiel das Tief eines Swing-Lows, dann sind Stops unerlässlich, um nicht in massive Verluste zu rutschen."

Nuff said 😉

Hier nun das Ergebnis im Detail:

1. A123 Systems (WKN: A0Q8FY) 0.28 USD -> 0.12 USD; gain: -57.1%
2. Praktiker (WKN: A0F6MD) 1.56 € -> 1.15 €; gain: -26.3%
3. Solarworld (WKN: 510840) 1.4 € -> 1.06 €; gain: -24.3%
4. Sino AG (WKN: 576550) 2.76 € -> 2.18 €; gain: -21.5%
5. Gigaset (WKN: 515600) 1.22 € -> 0.97 €; gain: -20.5%
6. Vestas (WKN: 913769) 5.11 € -> 4.38 €; gain: -14.3%
7. Aixtron (WKN: A0WMPJ) 10.24 € -> 8.88 €; gain: -13.3%
8. Peugeot (WKN: 852363) 6.14 € -> 5.44 €; gain: -11.4%
9. Microsoft (WKN: 870747) 29.86 USD -> 26.71 USD; gain: -10.5%
10. Magforce (WKN: A0HGQF) 2.8 € -> 2,54 €; gain: -9.3%
11. Intel (WKN: 855681) 22.55 USD -> 20.62 USD; gain: -8.6%
12. Hewlett-Packard (WKN: 851301) 14.91 USD -> 14.25 USD; gain: -4.4%
13. McDonalds (WKN: 856958) 90.35 USD -> 88.21 USD; gain: -2.4%

---- Bis Position 13 haben die Shorts den Markt geschlagen und auch die gestellte Aufgabe erfüllt ----

14. Wacker Chemie (WKN: WCH888) 48.87 € -> 49.65 €; gain: 1.6%
15. Thyssen-Krupp (WKN: 750000) 16.99 € -> 17.76 €; gain: 4.5%
16. Boeing (WKN: 850471) 69.86 USD -> 75.36 USD; gain: 7.9%
17. Daimler (WKN: 710000) 38.06 € -> 41.32 €; gain: 8.6%
18. Wienerberger (WKN: 852894) 6.27 € -> 7.00 €; gain: 11.6%
19. Talanx AG (WKN: TLX100) 18.75 € -> 21.48 €; gain: 14.6%
20. Tesla Motors (WKN: A1CX3T) 29.3 USD -> 33.87 USD; gain: 15.6%
21. Kontron (WKN: 605395) 3.46 € -> 4.11 €; gain: 18,8%
22. Facebook (WKN: A1JWVX) 21.83 USD -> 26,62 USD; gain: 21.9%
23. Infineon (WKN: 623100) 5.01 € -> 6.13 €; gain: 22.4%
24. Alcatel-Lucent (WKN: 873102) 0.81 € -> 1.01 €; gain: 24.7%
25. Sky (WKN: SKYD00) 3.25 € -> 4.13 €; gain: 27,1%
26. Salzgitter (WKN: 620200) 30.72 € -> 39.42 €; gain: 28.3%
27. Nokia (WKN: 870737) 2.05 € -> 2.95 €; gain: 43.9%
28. Research in Motion (WKN: 909607) 8.06 USD -> 11.87 USD; gain: 47.3%

Für diejenigen, die immer noch nicht an die Bedeutung von Trends, Trendbrüchen und Stops glauben, habe ich noch eine kleine Variante parat.

Ich nehme nun theoretisch an, wir hätten für genau 3 Aktien aus 28 - die mit den grössten Gewinnen, also Salzgitter, Nokia und RIM - einen Stop durchführen dürfen, der bei Trendbruch gezogen hätte. Um nicht mit Trendlinien zu operieren, die oft Geschmackssache sind, definiere ich als Trendbruch dabei den Zeitpunkt nach Ablauf des ersten höheren Hochs und ersten höheren Tiefs im Tageschart.

Das wären über den Daumen gewesen:

Bei Nokia der 29.11. mit ca. 2,59€ = 26,3% gain statt 43,9%.
Bei RIM der 09.11. mit ca. 8,54USD = 5,9% gain statt 47,3%.
Bei Salzgitter schwierig, weil die Aktie schon von Anfang an im neuen Aufwärtstrend war, ich habe mal über den Daumen den 30.10. gewählt bei ca. 33,97€ = 9,7% gain statt 28,3%.

Nun tausche ich die Performance dieser drei Aktien mit Stop aus und Voila, die Gesamtperformance des Depots beträgt plötzlich -0,01%. Es hätte leicht im Minus geschlossen, den Markt geschlagen und die Aufgabe erfüllt.

Alleine 3 Stops aus 28 Aktien, Stops bei den grössten Trendbrüchen, hätten den Unterschied gemacht. Wie Sie wissen, hatten wir aber bei viel mehr Aktien starke Reversals, so zum Beispiel auch bei Facebook, Wacker Chemie, Alcatel usw. Wären alle Positionen mit Stops bei den Trendbrüchen ausgestattet gewesen, hätte einer starken Performance des Portfolios absolut nichts im Wege gestanden !

Ich hoffe ich konnte meinen Punkt deutlich machen. 🙂

Nachdem wir nun zweimal in diesen Übungen die Bedeutung von Trends und von Stops eindrücklich erleben konnten - zumindest hoffe ich, das es eindrücklich war - werde ich im Januar eine dritte Übung der Community starten, bei der wir uns dieses mal auf komplette Trades mit Einstieg, Stop und Zielkurs konzentrieren werden.

Eine entsprechende gemeinsame Übung startet für alle interessierten und registrierten Leser in den kommenden Tagen.

Ihr Hari

*** Bitte beachten Sie bei der Nutzung der Inhalte dieses Beitrages die -> Rechtlichen Hinweise <- ! ***

Gurkenaktien des 4. Quartals 2012 – Zwischenstand 01.12.12 – Nokia, RIM, Facebook

Bis zum 03. Oktober haben wir -> hier <- gemeinsam die "Gurkenaktien" zum Jahresende definiert. Ziel war es, die Aktie zu finden, die zum Jahresende 2012 sicher im Minus stehen wird.

Nach zwei abgelaufenen Monaten ist es heute Zeit, den Zwischenstand anzuschauen. Hier das Ergebnis für den Zeitraum 03.10.12 bis 31.11.12 (jeweils Schlusskurse). Ich danke unserem Leser "Jacky" für die Aufbereitung der Daten:

Wir haben mit unserem "Gurkenportfolio" seit Oktober ein Minus von -4,3% erreicht. Gratulation !
Demgegenüber fielen die Indizes im Mittel nur um -0,6%. DAX 7322,08 -> 7405,50 = +1,1%, S&P500 1450,92 -> 1416,18 = -2,4%

Unsere Überperformance als "Shorties" setzt sich also fort. Der deutliche Vorsprung vor der Marktperformance ist um so bemerkenswerter, als im letzten Monaten drei der "Gurken" eine gewaltige Trendwende hingelegt und zu einer Rally mit erheblichen Gewinnen angesetzt haben.

Es handelt sich dabei um Nokia, Research in Motion (RIM) und Facebook, die nun alle weit über 20% im Plus stehen. Die erste Lehre dieses Monats ist damit auch offensichtlich. Wenn man einen Trade auf stark trendende Aktien fährt - wie hier auf die Abwärtstrends von Nokia, RIM und Facebook - dann ist ein Stop oberhalb der oberen Trendlinie unerlässlich. Denn wir wissen ja, Trends dauern lange und sind sehr mächtig. Und wir folgen einem Trend so lange wir können. Aber nur bis er bricht ! Dann muss man kompromisslos raus, denn wenn ein Trend bricht, ist die Gegenbewegung meistens sehr dynamisch.

Ich weiss, dass viele ein Problem mit Stops haben, weil sie schmerzhaft erleben, wie sie zu schnell in "Fake-Outs" ausgestoppt werden. Das ist auch richtig, insbesondere wenn man mit zu engen Stops agiert, die nur dazu dienen sollen Gewinne abzusichern. Man darf deswegen aber nicht das Kind mit dem Bade ausschütten. Denn wenn man starke technische Strukturen hat, wie eben eine langfristige Trendlinie oder zum Beispiel das Tief eines Swing-Lows, dann sind Stops unerlässlich, um nicht in massive Verluste zu rutschen.

Natürlich brauchen auch diese Stops Luft zum Atmen und dürfen nicht zu nahe an der entscheidenden Marke sein. Aber schauen Sie doch einfach auf diese drei Aktien. Wäre es nicht immer noch sehr sinnvoll gewesen, sich nach 5% ausstoppen zu lassen ? Und selbst wenn man vorher mal ein paar Prozent bei ein paar unglücklichen Stops verloren hat, einen derartigen Verlust von 20, 30 oder 40% zu vermeiden hätte sich immer noch gelohnt ! Und seien Sie mal ehrlich. Hätten Sie den Stop nicht gehabt, hätten Sie dann wirklich bei 5% auf "Verkaufen" der Short-Position gedrückt oder wären Sie nicht in fester Überzeugung des "Gurkenstatus" der Aktien einfach im Trade geblieben, in der Hoffnung das er wieder dreht ?

Soviel zum Thema "Stops", kommen wir damit zur der Lage bei Facebook, Nokia und RIM.

Wenn Sie mich jetzt fragen, was ich inhaltlich von dieser Trendwende bei den drei Aktien halte, muss man die Antwort nach dem Zeithorizont unterscheiden. Bei allen drei Aktien, vor allem aber bei Nokia und RIM, handelt es sich um eine Hoffnungsrally. Und diese kann durchaus nur ein "Dead Cat Bounce" sein.

Da aber die wirkliche Nagelprobe der Hoffnung bei Nokia frühestens im Januar (auf Basis realer Zahlen) und bei RIM noch später nach Launch des Blackberry 10 erfolgt, spricht viel dafür, dass die Hoffnung im Dezember weiter in die Höhe fliegt und es nun gar nicht mal unwahrscheinlich ist, dass alle drei Aktien bis Jahresende weiter deutlich zulegen. Und trotz schon 20-40% Gewinn sind inbesondere bei Nokia und RIM durchaus ähnliche Gewinne für den Dezember vorstellbar. Nicht sicher, aber vorstellbar !

Aber, betrachte ich die Aktien von einer fundamentalen und strategischen Sicht, besteht in meinen Augen eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass wir hier nur einen temporären "Dead Cat Bounce" sehen. Die höchste Wahrscheinlichkeit in drei Jahren noch als selbstständiges Unternehmen auf dem Kurszettel zu stehen, hat in meinen Augen Facebook. Hier befindet sich der Markt einfach im Prozess den "richtigen" Wert für das neue Geschäftsmodell zu finden. Aber das mit dem Geschäftsmodell Geld zu verdienen ist und dort eine Menge Potential existiert, ist höchst wahrscheinlich.

Anders die Lage bei Nokia und RIM. Beide sind in meinen Augen strategisch gesehen "Tote Katzen".

Hohe Margen werden in diesem Geschäft nur gemacht, wenn man das komplette Ökosystem von Hardware, Software und Apps - inklusive der Vermarktungsketten - in der Hand behält. Das hat Apple bewiesen und hätte Apple nicht alles unter Kontrolle, wären die aktuellen gigantischen Margen völlig illusorisch.

Genau dieses Potential hat Nokia aber mit der Hinwendung zu Microsoft und Windows Mobile aus der Hand gegeben. Nokia ist damit nur noch ein besserer Hardwarehersteller und Systemdesigner. Die wahren Fäden hält Microsoft in der Hand und letztlich bestimmt damit auch Microsoft über die Margen und die Existenz von Nokia. Selbst wenn Nokia jetzt tolle Absatzzahlen liefert, wie wollte sich denn eine Nokia wehren, wenn Microsoft einfach die Lizenzgebühren für Windows Mobile nach oben schraubt ? Oder Nokia Geschäftsmöglichkeiten abschneidet, weil Microsoft bestimmte Dienste einfach ins Betriebssystem integriert ?

Auf dem Desktop hat Microsoft doch vorgemacht, wie man durch Integration ins Betriebssystem die ganzen Anbieter drum herum langsam aussaugt. Ich habe zum Beispiel keinen eigenen Virenscanner mehr, Security Essentials reicht völlig. Es gibt halt genügend HTCs und reine Hardwaredesigner können ausgetauscht werden, das zugrunde liegende Ökosystem rund um das Betriebssystem aber nicht so einfach. Ich persönlich kann im Moment nicht sehen, wo das Geschäftsmodell bei Nokia ist, mit dem langfristig attraktive Margen erwirtschaftet werden können.

Gleichzeitig hat die Marke und die Patente aber so viel Wert, dass ich damit rechne, dass Nokia früher oder später übernommen wird und damit defacto vom Kurszettel verschwindet. Das muss für die Aktionäre kein schlechter Deal sein, auf eine neue Zukunft Nokias auf eigenen Beinen würde ich aber nicht wetten wollen.

Bei RIM ist die Lage etwas anders, im Ergebnis aber nicht besser als bei Nokia. RIM hat das ganze Ökosystem rund um den Blackberry noch in der Hand, könnte sich also theoretisch wieder zu hohen Margen aufschwingen. Nur ist das realistisch ? Ich glaube nein, der Zug ist einfach abgefahren.

RIM hatte fast ein Monopol als "Manager-PDA" und konnte deswegen hohe Preise und damit hohe Margen erzielen. Noch vor ein paar Jahren war es doch so, dass es entweder buntes, blinkendes Spielzeug von Samsung und Co. gab oder seriöse Businessgeräte von RIM oder Nokia.

Alles vorbei. Auch die grossen Firmen gehen immer mehr von einer einheitlichen Ausrüstungspolitik weg und erlauben den Mitarbeiter sich ihre Smartphones selber zu wählen, solange ein paar Regeln eingehalten werden. Damit bekommen Moden und was "hip" ist, aber auch im Business-Segment höhere Bedeutung. Das Blackberry Prinzip ist einfach aus der Mode. Wie bei allen ehemaligen Trends gibt es noch eine Fangemeinde, die die Stange hält, das verlängert aber nur das Siechtum, das frische, der Marke zufliegende Blut fehlt. Jetzt hat es auch in der Vergangenheit durchaus mal Beispiele gegeben, wo das Revival einer Marke gelungen ist, insofern nichts ist unmöglich. Das sind aber seltene Ausnahmen, auf die ich nicht wetten wollte.

Wirkliche Zukunft kann eine RIM nur dann gewinnen, wenn sie einen neuen USP findet, der die Smartphone-Nutzer zum Blackberry treibt. Den sehe ich aber zumindest derzeit (noch) nicht und Moden die vergangen sind, kommen nicht so einfach wieder. "Yet another Smartphone" braucht die Welt auch nicht mehr.

Abgesehen davon hat RIM nun ein massives Skalenproblem. Nicht nur im Einkauf, sondern auch bei der Entwicklungskapazität sind die Mittel einfach zu gering, um mit den sich abzeichnenden vier "Gorillas" - Apple, Google/Motorola, Samsung, Microsoft - mithalten zu können. Selbst wenn das BB10 ein Erfolg wird, reicht ein einziger verhunzter Produktzyklus bei der Grösse und Finanzkraft die RIM nun hat, um der Firma den Todesstoss zu geben.

Das tolle Produkte auch nichts nützen, wenn der Zug mal abgefahren ist, kann man an Psion oder Palm bewundern. Erinnert sich jemand an diese tollen und sehr teuren Minicomputer ? Auch Psion hatte hohe Margen und eine zahlungskräftige Kundschaft. Auch Psion wurde durch Apple, Samsung und Co. des Geschäftsmodells beraubt und auch Psion hatte nicht die Grösse und Skaleneffekte um gegenzuhalten. Psion ist heute Teil von Motorola und die wiederum Teil von Google. Die grossen Fische fressen die kleinen.

Auch bei RIM haben aber Marke und Patente Wert und wie bei Nokia rechne ich daher eher mit einer Übernahme. Auch hier muss das für die Aktionäre kein schlechter Deal sein. An eine langfristige Zukunft auf eigenen Beinen glaube ich aber bei RIM eben so wenig wie bei Nokia. Diese Chance auf die eigene, selbstbestimmte Zukunft ist von den drei "Gurkenaktien" wohl bei Facebook am grössten.

Aber noch einmal, diese langfristig strategische Sicht hilft nicht bei der Frage, ob die Rally noch ein, zwei oder drei Monate weitergeht und ob eine Nokia oder RIM nicht noch einmal 20, 30, 40 oder sogar 50% Gewinn produzieren, bevor der "Dead Cat Bounce" dann zum Erliegen kommt oder alternativ ein Käufer auf den Plan tritt und die Aktie vom Kurszettel verschwindet.

Insbesondere bei RIM darf man nicht vergessen, dass der Aktienkurs praktisch ins "Nichts" geprügelt wurde. Es braucht also nicht viel um starke Kurs-Gewinne zu produzieren, ein bisschen Hoffnung und halbwegs brauchbare Umsätze mit dem Blackberry10 Smartphone reichen schon, um den völlig verprügelten Kurs nach oben schnellen zu lassen. Einer neuen Zukunft ist RIM damit aber nicht notwendigerweise näher gekommen, kurzfristige Gewinne für spekulative Anleger sind aber weiterhin möglich.

So weit meine persönliche Sicht auf diese drei "Gurkenaktien". Hier nun das Ergebnis im Detail:

1. A123 Systems (WKN: A0Q8FY) 0.28 USD -> 0.12 USD; gain: -57.1%
2. Solarworld (WKN: 510840) 1.4 € -> 0.99 €; gain: -29.3%
3. Magforce (WKN: A0HGQF) 2.8 € -> 2 €; gain: -28.6%
4. Vestas (WKN: 913769) 5.11 € -> 3.7 €; gain: -27.6%
5. Praktiker (WKN: A0F6MD) 1.56 € -> 1.19 €; gain: -23.7%
6. Sino AG (WKN: 576550) 2.76 € -> 2.11 €; gain: -23.6%
7. Peugeot (WKN: 852363) 6.14 € -> 4.77 €; gain: -22.3%
8. Gigaset (WKN: 515600) 1.22 € -> 0.95 €; gain: -22.1%
9. Wacker Chemie (WKN: WCH888) 48.87 € -> 41.86 €; gain: -14.3%
10. Intel (WKN: 855681) 22.55 USD -> 19.57 USD; gain: -13.2%
11. Hewlett-Packard (WKN: 851301) 14.91 USD -> 12.99 USD; gain: -12.9%
12. Microsoft (WKN: 870747) 29.86 USD -> 26.62 USD; gain: -10.9%
13. Thyssen-Krupp (WKN: 750000) 16.99 € -> 15.57 €; gain: -8.4%
14. Aixtron (WKN: A0WMPJ) 10.24 € -> 9.61 €; gain: -6.2%
15. McDonalds (WKN: 856958) 90.35 USD -> 87.04 USD; gain: -3.7%
16. Daimler (WKN: 710000) 38.06 € -> 37.98 €; gain: -0.2%
17. Wienerberger (WKN: 852894) 6.27 € -> 6.26 €; gain: -0.2%
18. Kontron (WKN: 605395) 3.46 € -> 3.52 €; gain: 1.7%
19. Alcatel-Lucent (WKN: 873102) 0.81 € -> 0.85 €; gain: 4.9%
20. Talanx AG (WKN: TLX100) 18.75 € -> 19.91 €; gain: 6.2%
21. Boeing (WKN: 850471) 69.86 USD -> 74.28 USD; gain: 6.3%
22. Salzgitter (WKN: 620200) 30.72 € -> 35.45 €; gain: 15.4%
23. Tesla Motors (WKN: A1CX3T) 29.3 USD -> 33.82 USD; gain: 15.4%
24. Sky (WKN: SKYD00) 3.25 € -> 3.82 €; gain: 17.5%
25. Infineon (WKN: 623100) 5.01 € -> 5.9 €; gain: 17.8%
26. Nokia (WKN: 870737) 2.05 € -> 2.57 €; gain: 25.4%
27. Facebook (WKN: A1JWVX) 21.83 USD -> 28 USD; gain: 28.3%
28. Research in Motion (WKN: 909607) 8.06 USD -> 11.6 USD; gain: 43.9%

* Bitte beachten Sie bei der Wertung der Inhalte dieses Beitrages den -> Haftungsausschluss <- und unsere Gedanken zur -> Fairness <- ! *

Gurkenaktien des 4. Quartals 2012 – Zwischenstand zum 01.11.12

Bis zum 03. Oktober haben wir -> hier <- gemeinsam die "Gurkenaktien" zum Jahresende definiert. Ziel war es, die Aktie zu finden, die zum Jahresende 2012 sicher im Minus stehen wird.

Heute ist es Zeit, uns nach einem Monat den Zwischenstand anzuschauen. Hier das Ergebnis für den Zeitraum 03.10.12 bis 31.10.12 (jeweils Schlusskurse):

Wir haben mit unserem "Gurkenportfolio" im Oktober ein Minus von -5,3% erreicht. Gratulation !
Demgegenüber fielen die Indizes im Mittel nur um -1,6%. DAX 7324,56 -> 7268,53 = -0,7%, S&P500 1450,92 -> 1412,72 = -2,6%

Wir haben den Markt also klar geschlagen und als "Shorties" einen guten Job gemacht. Schaut man darauf woran das lag, ist sehr leicht zu erkennen, dass das Herumreiten auf dem Prinzip der Trendfolge bei der letzten Übung nun scheinbar Früchte getragen hat. Es wurden sehr viele Aktien gemeldet, die schon vorher schlecht liefen und sich in etablierten Abwärtstrends befanden. Das positive Ergebnis der Trendfolge können wir nun beobachten. Passend dazu ist auch, dass die Aktie die im Sinne unserer Übung am "schlechtesten" lief - die also den grössten Gewinn produzierte - mit Salzgitter genau die Aktie ist, die Anfang Oktober schon klar ihren langen Abwärtstrend gebrochen hatte.

Nehmen wir also aus dem ersten Monat unserer Übung mit, dass billig aussehende Aktien in der Regel noch billiger werden. Oder etwas flapsiger: "besch...... Aktien bleiben besch...... Aktien" ! 😉

Hier nun das Ergebnis im Detail:

1. A123 Systems (WKN: A0Q8FY) 0.28 USD -> 0.14 USD; gain: -50.0%
2. Peugeot (WKN: 852363) 6.14 € -> 4.91 €; gain: -20.0%
3. Magforce (WKN: A0HGQF) 2.8 € -> 2.39 €; gain: -14.6%
4. Vestas (WKN: 913769) 5.11 € -> 4.39 €; gain: -14.1%
5. Gigaset (WKN: 515600) 1.22 € -> 1.07 €; gain: -12.3%
6. Wacker Chemie (WKN: WCH888) 48.87 € -> 43.58 €; gain: -10.8%
7. Wienerberger (WKN: 852894) 6.22 € -> 5.6 €; gain: -10.0%
8. Praktiker (WKN: A0F6MD) 1.56 € -> 1.44 €; gain: -7.6%
9. Hewlett-Packard (WKN: 851301) 14.91 USD -> 13.85 USD; gain: -7.1%
10. Daimler (WKN: 710000) 38.06 € -> 36.03 €; gain: -5.3%
11. Intel (WKN: 855681) 22.55 USD -> 21.63 USD; gain: -4.6%
12. Microsoft (WKN: 870747) 29.86 USD -> 28.54 USD; gain: -4.4%
13. Solarworld (WKN: 510840) 1.40 € -> 1.34 €; gain: -4.3%
14. Tesla Motors (WKN: A1CX3T) 29.30 USD -> 28.13 USD; gain: -4.0%
15. McDonalds (WKN: 856958) 90.35 USD -> 86.8 USD; gain: -3.9%
16. Facebook (WKN: A1JWVX) 21.83 USD -> 21.11 USD; gain: -3.3%
17. Sino AG (WKN: 576550) 2.76 € -> 2.71 €; gain: -1.8%
18. Research in Motion (WKN: 909607) 8.06 USD -> 7.93 USD; gain: -1.6%
19. Aixtron (WKN: A0WMPJ) 10.24 € -> 10.16 €; gain: -0.8%
20. Alcatel-Lucent (WKN: 873102) 0.81 € -> 0.81 €; gain: 0.0%
21. Boeing (WKN: 850471) 69.86 USD -> 70.44 USD; gain: 0.8%
22. Nokia (WKN: 870737) 2.05 € -> 2.07 €; gain: 1.0%
23. Thyssen-Krupp (WKN: 750000) 16.99 € -> 17.56 €; gain: 3.3%
24. Sky (WKN: SKYD00) 3.25 € -> 3.36 €; gain: 3.4%
25. Talanx AG (WKN: TLX100) 18.75 € -> 19.5 €; gain: 4.0%
26. Infineon (WKN: 623100) 5.01 € -> 5.25 €; gain: 4.8%
27. Kontron (WKN: 605395) 3.46 € -> 3.63 €; gain: 4.9%
28. Salzgitter (WKN: 620200) 30.72 € -> 33.38 €; gain: 8.6%

* Bitte beachten Sie bei der Wertung der Inhalte dieses Beitrages den -> Haftungsausschluss <- und unsere Gedanken zur -> Fairness <- ! *

surveybuilder.info Community Sommer Aktien – Die Auswertung und die ersten Lehren !

Sie erinnern sich vielleicht, dass wir in einer -> Umfrage hier vom 13.07.12 <- nach Aktien gesucht haben, die mit Sicherheit 3 Monate später, am 30.09.12, einen höheren Kurs haben.

Gesucht war also nicht die beste Performance, sondern die grösste Wahrscheinlichkeit mit der Aktie Geld zu verdienen. Und wie Sie ja wissen, habe ich diese Umfrage mit einem Hintergedanken gemacht, weil ich daran ein paar Lehren bzw Weisheiten zum Markt knüpfen wollte.

Nun ist also Zeit erste Bilanz zu ziehen, ich danke unserem Leser "Jacky" für die Mühe, die Daten zusammen zu stellen:

Kurse der surveybuilder.info Community Aktien vom 28.09.12, sowie deren Veränderung seit dem 13.07.2012

1. Aareal Bank (WKN 540811): 13.25 € -> 15.96 €; gain: 20.5%
2. Deutsche Bank (WKN 514000): 25.6 € -> 30.83 €; gain: 20.4%
3. Barrick Gold (WKN 870450): 34.84 USD -> 41.81 USD; gain: 20%
4. BASF (WKN BASF11): 55.96 € -> 65.75 €; gain: 17.5%
5. SAP (WKN 716460): 48.9 € -> 55.24 €; gain: 13%
6. Commerzbank (WKN 803200): 1.24 € -> 1.39 €; gain: 12.1%
7. Apple (WKN 865985): 604.97 USD -> 669 USD; gain: 10.6%
8. Sanofi (WKN 920657): 60.56 € -> 66.65 €; gain: 10.1%
9. Sandridge Energy (WKN A0M1JP): 6.41 USD -> 6.98 USD; gain: 8.9%
10. Pfizer (WKN 852009): 22.81 USD -> 24.84 USD; gain: 8,9%
11. Total (WKN 850727): 36.03 € -> 38.6 €; gain: 7.1%
12. Deutsche Post> (WKN 555200): 14.34 € -> 15.21 €; gain: 6.1%
13. Andritz (WKN 632305): 41.6 € -> 43.62 €; gain: 4.9%
14. Berkshire Hathaway B (WKN A0YJQ2): 84.48 USD -> 88.32 USD; gain: 4.5%
15. Qiagen (WKN 901626): 13.74 € -> 14.32 €; gain: 4.2%
16. Kraft Foods (WKN 655910): 39.71 USD -> 41.33 USD; gain: 4.1%
17. Merck & Co. (WKN A0YD8Q): 43.47 USD -> 45.09 USD; gain: 3.7%
18. Volkswagen VZ. (WKN 766403): 137.1 € -> 142.2 €; gain: 3.7%
19. Daimler (WKN 710000): 36.4 € -> 37.72 €; gain: 3.6%
20. Biogen Idec (WKN 789617): 144.61 € -> 149.48 €; gain: 3.4%
21. Wells Fargo (WKN 857949): 33.91 USD -> 34.76 USD; gain: 2.5%
22. McDonald’s (WKN 856958): 92.29 USD -> 93.27 USD; gain: 1.1%
23. Gesco (WKN A1K020): 64.97 € -> 65 €; gain: 0%
24. 3D Systems (WKN 888346): 33.02 USD -> 32.95 USD; gain: -0.2%
25. Salzgitter (WKN 620200): 30.17 € -> 30.02 €; gain: -0.5%
26. Elringklinger (WKN 785602): 20.8 € -> 20.61 €; gain: -0.9%
27. Peabody Energy (WKN 675266): 22.51 USD -> 22.28 USD; gain: -1%
28. BMW (WKN 519000): 57.77 € -> 57 €; gain: -1.3%
29. Coca-Cola (WKN 850663): 38.64 USD -> 38.04 USD; gain: -1.6%
30. Dialog Semiconductor (WKN 927200): 15.57 € -> 15.17 €; gain: -2.6%
31. Royal Dutch Shell (WKN A0D94M): 28.05 € -> 26.9 €; gain: -4.1%
32. SGL Carbon (WKN 723520): 32.69 € -> 31.1 €; gain: -4.9%
33. Boeing (WKN 850471): 73.51 USD -> 69.75 USD; gain: -5.1%
34. Altria Group (WKN 200417): 35.62 USD -> 33.42 USD; gain: -6.2%
35. Tesla Motors (WKN A1CX3T): 34.25 USD -> 28.49 USD; gain: -16.8%

Durchschnittlicher Aktienanstieg des Portfolios: 4.2%

Vergleich mit den Indizes im gleichen Zeitraum:
1. Dax : 6557.1 points -> 7216.15 points; gain: 10.1%
2. S&P500 : 1356.78 points -> 1440.67 points; gain: 6.2%

Das Fazit lautet also, dass wir als "Team" in zweifacher Hinsicht das Ziel verfehlt haben - keine gute Performance, kann man da nur sagen !

Erstens haben die Indizes einen mittleren Anstieg von 8,2% von ganz alleine hingelegt. Unser Portfolio war gerade mal für 4,2% gut. Das ist unbefriedigend. Um es etwas überspitzt zu sagen: Hätten wir also unsere Finger aus dieser Aktiendiskussion gelassen und hätten uns mit einem Index ETF an den Strand gelegt, wären wir besser gefahren. 🙂

Natürlich gibt es dafür Gründe, es liegt daran, dass aufgrund der Aufgabenstellung des "sicheren" Gewinns, sehr viele klassische Value-Aktien wie Altria, Pfizer, Mc Donalds etc ausgewählt wurden. Nur leider waren die zum Zeitpunkt Anfang Juli teilweise schon (zu) weit gelaufen. Es zeigt, dass der Zeithorizont eine entscheidende Bedeutung hat. Wer seine Anlagen im Mittel alle 3 Monate umschichtet, tut sich also scheinbar keinen Gefallen zu viel über "Value" nachzugrübeln, der muss ganz andere Dinge verstehen. Das ist eine erste kleine, aber wichtige Lehre aus dieser Übung !

Zweitens haben wir auch bei der eigentlichen Aufgabe, Aktien zu finden die sicher steigen, das Ziel verfehlt. Denn in Anbetracht von Indizes die um 8% zulegen, ist eine Quote von 13/35 von Aktien die sogar im Minus stehen - also ca. 37% im Minus - eine ziemlich dürftige Performance.

So, das waren harte, aber zutreffende Worte. Als "Fondmanager" würde diese Community nun also von den Grossanlegern böse Briefe bekommen mit dem Tenor, bald das Kapital aus dem Fond abzuziehen, wenn wir im 4. Quartal nicht schnell besser werden. Das ist übrigens einer der Gründe für "Performance Anxiety" und "End of Quarter Window Dressing", nur diesmal von der anderen Seite des Tisches erlebt.

Eigentlich merkwürdig das Ergebnis, dabei war doch jeder von uns der Meinung, dass er nun besonders gut Aktien herauspicken kann ... oder etwa nicht ? 😉

Hier haben die ersten Leser in Kommentaren schon mit Demut auf das Ergebnis reagiert und das finde ich eine gute Selbstreflexion, denn diese Erkenntnis bringt uns weiter !

So viel zum Ergebnis. Nun zu eigentlichen Wertung und den beiden Lehren, die ich bei Aufsetzen dieser Übung damit transportieren wollte, meine verborgene Absicht sozusagen:

Lehre 1: Es ist *sehr* schwer den Index zu schlagen !

Diese Lehre wollte ich mit der Übung transportieren und ich denke die Botschaft ist angekommen.

Ganz konkret sollten Sie sich also wirklich die Frage stellen, ob es für Ihr Portfolio nicht besser wäre, sich auf Trendfolge bei Indizes (via ETF) zu beschränken. Dann folgen Sie dem DAX, vielleicht dem GDX und einem anderen Index und das wars dann.

Denn machen Sie sich nichts vor, Spekulation in einzelne Aktien verschafft nur dann einen Vorteil, wenn Sie für sich einen klaren "Edge" benennen können. Bedeutet, Sie sollten etwas über die Aktie verstehen oder verstehen zu glauben, was die Mehrheit nicht versteht. Ein Beispiel für einen Edge wäre die spezielle Sicht auf Windows 8, die ich bei Microsoft schon im Frühjahr hatte und zum Beispiel -> hier <- thematisiert habe.

Sie sollten aber nicht glauben, dass das Studium eines allgemeinen Artikels der von längst bekannten Dingen handelt, oder der Blick auf KGV, KBV, Dividendenrendite etc Ihnen irgend einen Edge verschafft. Trotzdem glauben viele, inspiriert von einem Artikel, dass sie nun ganz tolle Stockpicker seinen. Das Dumme ist nur, das ist alles schon im Kurs und daher wertlos. 😉

Mein persönliches Fazit ist daher: für private Anleger mit begrenzter Zeit macht die Anlage mit einzelnen Aktien nur selten Sinn. Dieser Anleger konzentriert Sie sich lieber auf die grossen Trends in breiten Segmenten und Indizes. Er folgt einfach dem grossen Geld. Das was "Big Money" tut, kann für ihn nicht schlecht sein. Das Stockpicking überlassen Sie besser denen, die dafür die Zeit und das Hintergrundwissen haben, sich einen echten Edge zu erarbeiten.

Lehre 2: The Trend ist your friend oder "besch...eidene Aktien bleiben besch...eidene Aktien" !

Auch diese Weisheit wollte ich Ihnen nahebringen, genau deswegen habe ich auch Apple ausgewählt, als die einfachste, bekannteste und am besten verstandene Aktie der Welt, mit perfektem positiven Trend. Sozusagen die Mutter aller Trendfolgen ;-). Diese Wette ist ja mit gut 10% Plus auch aufgegangen.

Leider (im Sinne des beabsichtigen Lerneffekts) hat mir dann aber das singuläre Event des "Draghi Puts" in die Suppe gespuckt, das einen "Game-Changer" darstellte. Nur deshalb sind auch die Bankaktien so weit oben. Denn wäre der Draghi-Put nicht gekommen, wären diese Aktien wohl erneut am Ende der Liste. Im Endeffekt sind ja auch die 12-20% Plus der Banken alles andere als berauschend, wenn man sich anschaut welche Mengen an Geld da letztlich zur Stabilisierung des Finanzsystems eingesetzt werden. Da muss es in meinen Augen eher heissen: trotz Multimilliarden zur Stützung der Finanzsystems und trotz ausgebombtem Kurs *nur* 12-20%.

Schauen wir aber auf Aktien, die nicht so massiv durch den Draghi-Put beeinflusst wurden, sondern die sich im Rahmen ihres Geschäfts "normal" bewegten, kann man schon erkennen, dass sich Trends länger fortsetzen als man denkt. Oder wer war sich sicher, dass eine Apple garantiert besser abschneidet als eine Salzgitter ? Oder eine SAP besser als eine Peabody Energy ? Das ist die Gegenüberstellung des Modells Trendfolge versus Turnaround-Wette.

Insofern ist meine Botschaft sichtbar, aber nicht so prägnant ins Auge springend, wie noch vor dem Dragh-Put: Man setze besser auf die erfolgreichen, vom Markt geliebten Aktien, als sich einzubilden, man könnte den Zeitpunkt eines Turnaround vorher sehen !

So weit zu meinen Absichten bei Auflage dieser Übung, die ich nur teilweise deutlich machen konnte. Im Ergebnis stecken aber sicher noch mehr Lehren in der Übung, ich setze nun auf Sie, dieser heraus zu arbeiten !

Zum Thema Trend wird es übrigens voraussichtlich Morgen früh einen schönen Gastkommentar unseres Leser "Jacky" geben, der auch empirisch unterstreicht, wie wichtig die Trendfolge für Erfolg ist !

So weit so schnell ein erstes Fazit. Jetzt hoffe ich auf Ihre rege Diskussion und lade Sie ein, auch andere Aspekte dieser Übung ins Rampenlicht zu bringen.

Ich hoffe es hat Spass gemacht ! Heute folgt noch eine Einladung zu einer noch schwierigeren Aufgabe zum Jahresende. 😉

Wir lesen uns bald ! Ihr Hari !

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