Apple und GDX: zweimal Flash Crash und niemanden interessiert es

Was wir davon zu halten haben, wenn von der Politik immer wieder beschworen wird, dass unser Finanzsystem ja durch die diversen regulativen Eingriffe "stabiler" geworden sei, konnten wir diese Woche wieder bewundern. Die Antwort ist nämlich: Nichts!

Schon am Montag gab es bei Apple einen unerklärlichen Flash Crash, bei dem temporär mehr als 40 Milliarden USD in Sekunden vernichtet wurden. Nun hatten wir gestern Abend in der letzten Minute beim Goldminen ETF GDX das ähnliche Spiel. Der GDX brach in der letzten Handelsminute 10% ein, nur um Sekunden später wieder hoch zu schnellen.

Zero Hedge hat die dazu gehörenden Charts schon zusammen gestellt, insofern erspare ich mir, das híer erneut nachzuerzählen. Schauen Sie sich aber unbedingt die Charts im Artikel an!

Das Thema verdient unsere Aufmerksamkeit. Denn in beiden Fällen riecht das für mich geradezu danach, als ob jemand - typischerweise ein Computer - bewusst einen Circuit Braker am Handelsplatz ausgelöst hat.

In der alten Welt würde das keinen Sinn machen, weil wer real den Kurs so drückt, der danach wieder hoch schnellt, würde ja massive Verluste machen. In der schönen neuen Welt des Hochfrequenzhandels (HFT), ist die Lage aber nicht mehr so einfach. Ich kann hier nur spekulieren, mir aber sehr gut Szenarien vorstellen, mit denen man in der Lage ist, einen so grossen Stein ins Wasser zu werfen, dass man danach mit den zwangsläufig folgenden Wellen Geld machen kann.

Auf jeden Fall sind diese Circuit Breaker berechenbares Verhalten und mit berechenbarem Verhalten Dritter, können kluge Marktteilnehmer Geld machen - das war schon immer so. Und wenn dieser Marktteilnehmer in Millisekunden tausende Orders in den Markt geben und direkt danach wieder canceln kann - dann erst recht.

Was aber auch immer konkret dahinter steht, vier Schlussfolgerungen erscheinen mir wichtig:

1) Mit der viel beschworenen Stabilität der Börsen ist es nicht weit her und wirklich gelernt hat niemand.

2) Die Behauptung von HFT, man würde für Liquidität sorgen, wurde erneut als Unsinn enttarnt. Wäre echte, belastbare Liquidität im System, dürfte es bei der liquidesten Aktie der Welt - Apple - so einen Einbruch wie am Montag gar nicht geben.

3) Erschreckend ist für mich das scheinbare Desinteresse der Regulatoren. Wo bitte ist nun die SEC oder interessiert das niemanden mehr, was hier passiert? Da verliert Apple über 40 Milliarden Marktkapitalisierung in Sekunden und die SEC zuckt nicht einmal? Hallo ist da jemand?

4) Für uns Anleger wird damit klar, dass Stops im System nicht mehr tragbar sind. Gleichzeitig führt aber nach wie vor kein Weg an einem verlässlichen Risikomanagement vorbei. Das heisst, dass man mit gedanklichen Stops arbeiten muss, was geht, aber noch höhere Disziplin vom Anleger erfordert, wozu viele emotional nicht wirklich in der Lage sind. Oder man muss mehr mit Positionsgrössen und Hedging operieren, was aber nur bei grösseren Depots wirklich Sinn macht.

Ich finde es auf jeden Fall erschreckend zu sehen, wie traurig nach wie vor die Stabilität der Börsen ist. Und noch erschreckender ist, dass es kaum mehr jemanden aufregt. Solange bis ein ganzer Index mal so abraucht wie Apple und GDX. Dann ist das Jammern und Wehklagen wieder gross.

O Tempora O Mores!

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Sektorenstrategie mit ETFs – eine sinnvoller Weg für normale Anleger

Der folgende Artikel erschien am Freitag 25.07.14 16:00 in Hari Live

Das Wichtigste gleich vorne weg. Ich glaube, dass eine mittelfristige, ETF basierte Sektorenstrategie, für einen durchschnittlich erfahrenen Anleger mit durchschnittlichem Depotvolumen, in diesem Markt des Jahres 2014 die sinnvollste aktive Strategie ist.

Genau deshalb, biete ich Ihnen hier auch immer wieder und immer mehr die Sicht auf ganze Sektoren an, wie gerade heute wieder "Basic Resources" oder gestern "China". Oder meine klaren Aussagen zur Unterperformance des DAX, gegenüber anderen Indizes.

Sektorenstrategie bedeutet dabei, dass man sich als Anleger gar nicht um Einzelaktien kümmert, sondern in seinem Depot nur eine überschaubare Zahl von Sektoren via ETFs spielt. Sektoren können dabei Branchen, aber auch Länder oder Regionen sein.

Ein Anleger-Depot besteht dabei also aus vielleicht 3-10 ETFs, die dedizierte Sektoren repräsentieren und "thats it!"

Bevor ich die Vorteile dieser Strategie für einen normalen Anleger mit seiner beschränkten Zeit erkläre, will ich aber mal einen Blick darauf richten, wie denn Anfänger typischerweise zum Aktienmarkt stossen.

Denn das geschieht dummerweise fast immer über Einzelaktien. Man hat halt mal was gelesen, bekommt einen vermeintlich "heissen" Tip oder findet ein Produkt oder eine Firma ganz toll. Das sind alles ganz konkrete - und nicht abstrakte - Informationen, die uns auch emotional ansprechen. Schnell ist dann die Hoffnung da, aufgrund des eigenen "unermesslichen Ratschlusses" 😉 schnelle Gewinne zu erzielen und man ist Aktionär und eine lange Geschichte beginnt, die den Anleger dann nach einigen Bauchlandungen, hoffentlich irgendwann zu surveybuilder.info.de führt. 😉

Das Dumme ist nur, Einzelaktien sind gerade für Anfänger eigentlich am wenigsten geeignet. Denn da sind die Risiken viel höher, man muss Quartalszahlen beachten, wissen wie sich Dividenden auswirken, man muss Gerüchte werten können und wissen, was eine hohe Short-Quote bewirkt. Und jederzeit kann bei einer Einzelaktie eine Nachricht kommen, die alles verändert und den Titel mal eben um 10% bewegt, selbst bei grossen Konzernen ist das möglich, siehe heute Amazon.

Einzelaktien zu handeln ist also die "ganz harte Tour" und erfordert eine Menge Wissen und Können. Und zu allem Überfluss hat man als privater Anleger hier fast immer ein Informationsdefizit zu den Profis, die direkt mit dem Management und dem Umfeld reden können und in den Calls der CFOs hängen und diese aushorchen. Natürlich sind bei Einzelaktien für die höheren Risiken auch höhere Chancen geboten, aber der Anfänger am Aktienmarkt sieht typischerweise nur die Chancen und überschätzt sein vermeintliches Wissen massiv.

Viele dieser Nachteile sind aber bei Sektoren ETFs nicht vorhanden. Einzelne Quartalszahlen oder Nachrichten zu einzelnen Aktien kann man zwar zur Kenntnis nehmen, sie zu ignorieren ist aber auch nicht schlimm. Auch der Informationsvorsprung der Profis bei ganzen Sektoren ist bestenfalls minimal. Denn ganze Sektoren werden typischerweise durch Makrotrends und die weltweiten Geldströme bewegt. Und die grossen Geldströme setzen sich einfach nicht um 15:43 Uhr in Bewegung, um dann um 16:14 Uhr abzureissen, nein die bauen sich über Wochen auf und bleiben dann von der Tendenz her oft über Monate - und manchmal Jahre - erhalten.

Wer eine reine Sektorenstrategie fährt, muss sich also vor allem um die Geldströme und die grossen weltweiten Makrotrends kümmern und anhand von Vergleichen relativer Performance verschiedener Sektoren heraus bringen, welche Sektoren gerade Zuflüsse haben und welche Abflüsse. Und wenn man das aktuell tun würde, würde man wohl bemerken, dass der DAX gerade nicht angesagt ist, China und Basic Resources aber viel eher.

Diese Sektorenstrategie kann für hartgesottene Seelen mit klarer Strategie sogar einen weiteren Vorteil haben. Man kann unter gewissen Umständen auf Stops verzichten. Statt einer Stop-Strategie braucht man dann eine Umschichtungs-Strategie, was am Ende das Gleiche ist. Aber der Unterschied ist, man ist mit dem Kapital immer im Markt, was sich aber ändert ist in welchen Sektoren.

Wer wie oben darauf verzichtet Cash aufzubauen und immer im Markt ist, muss natürlich bereit sein, ein Ereignis wie 2008, wo alles fällt, dann auch durchzustehen. Aber selbst 2008 konnte man in Sektoren sein, die stark geschlachtet wurden und in Sektoren, die sich bei allen Verlusten noch brauchbar hielten. Ich empfehle so eine "immer voll investiert" Strategie nicht und mache das selber nicht. Aber wer Schwierigkeiten damit hat, mit Stops aus dem Markt zu gehen, fährt mit sinnvollen Umschichtungen zwischen den Sektoren immer noch besser, als mit sturem "Buy and Hold".

Aufgrund dieser Vorteile, erwähne ich hier oft Sektoren ETFs, die gerade "in" sind und gut laufen. Es macht einfach jede Menge Sinn, seine Aktivitäten in den Sektoren zu konzentrieren, in denen die Märkte Liquiditäts-Zuflüsse haben. Denn wie heisst es so schön: die Flut hebt alle Boote. 😉 Und diese Zuflüsse kann man über ETFs auch sehr schön tracken, es gibt Webseiten und Services, die genau diese Kapitalbewegungen rein und raus aus ETFs messen und daraus direktionale Aussagen zu Trends ableiten.

Welchen echten Nachteil hat diese Strategie für normale Anleger? In meinen Augen eigentlich keinen. Nur dass eine solche Strategie natürlich viel langweiliger ist, als die Aufregung und Spannung, einzelne Aktien zu handeln. Und das man mit einer Sektorenstrategie nicht die schnellen Gewinne machen kann, wie wenn man das richtige Biotech-Unternehmen erwischt, das mal eben um 300% steigt. 😉 Man hat aber eben umgedreht auch nicht die schnellen Verluste, die bei so "Hot Stocks" möglich sind.

Auf jeden Fall ist der normale Anleger bei einer Sektorenstrategie viel eher in der Lage, mit den Profis mitzuhalten. Denn was in der Welt los ist, liest man in den Medien und welche Sektoren ans Laufen kommen, kann man recht gut anhand der Charts sehen.

Ihnen müsste doch in den letzten Jahren aufgefallen sein, dass ich bei Einzelaktien natürlich genau so von plötzlichen Wendungen überrascht werden kann, wie jeder Mensch ohne Glaskugel auch. Bei den Sektoren ETFs dagegen, habe ich ein sichtbar gutes Händchen, immer die Sektoren zu identifizieren, in denen gerade etwas geht.

Auch vom Zeithorizont her, passt eine reine, ETF-basierte Sektorenstrategie, sehr gut zu Anlegern, die weniger Zeit haben. Denn solche Sektorentrends drehen sich vielleicht alle paar Monate und manchmal sogar erst nach mehr als einem Jahr. Und im Jahr einen Trade 1-4 mal umschlagen und umschichten, ist eine ideale Frequenz für durchschnittliche Privatanleger, um synchron mit dem Weltgeschehen, ihr Depot aktiv zu verwalten.

Also, denken Sie mal über so eine Strategie nach: konsequent keine einzelnen Aktien und immer eine Hand voll Sektoren, die Sie aktiv nach Verlauf im mittelfristigen Chart und nach den Geldströmen in den ETFs umschichten.

Wie gesagt, in meinen Augen ist das für viele normale Anleger, beim aktuellen Marktverhalten im Jahr 2014, die am besten passende Anlagemethodik, die ich kenne. Und welche Sektoren gerade en Vogue sind und gut laufen, erfahren Sie ja hier auf surveybuilder.info.

Ihr Hari

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JPYUSD oder was der japanische Yen mit der aktuellen Korrektur zu tun hat

Nachdem der Markt seit Jahresanfang nach einer Richtung suchte, haben wir gestern Abend in den US Indizes zum ersten Mal seit langer Zeit echten Abgabedruck erlebt.

Ein Abgabedruck, der auf mich wie ein frischer Regen nach einer zu langen Trockenperiode wirkte. Denn so sehr wir doch alle Sonne mögen, zu viel Sonne ist dann auch nicht gut. 😉

Diese gestrige Schwäche wurde dabei wieder einmal durch den japanischen Yen indiziert, den man sich am besten im Währungspaar JPYUSD zum Dollar anschaut.

Denn der Yen ist seit 2012 in einer strukturellen Schwächephase, die durch die "Abenomics" des japanischen Premierministers Shinzō Abe ausgelöst wurde. Eine Schwächephase die gewollt ist, weil so die japanische Exportwirtschaft gefördert und die Zinsen niedrig gehalten werden sollen.

Auch das Chart mit Tageskerzen zeigt eindrucksvoll den massiven Abwärtstrend in JPYUSD seit 2012. Das massive, monatelang zulaufende Dreieck, hat diesen Trend deutlich untermauert und der Kurs ist dann auch, wie aus dem Lehrbuch, nach unten aus dem Dreieck ausgebrochen und hat neue Tiefststände generiert.

Yen 14.01.14

Allerdings liegt hier auch das Problem. Die Bewegung ist so eindeutig, dass die Yen Schwäche grosser Konsens bei den institutionalen Anlegern ist. Die Herde setzt also auf einen weiteren Verfall des japanischen Yen.

Und damit ist der Yen auch wieder zum Vehikel massiver "Carry Trades" geworden, mit denen Kapital generiert wurde, das dann in andere Märkte - insbesondere in den US Aktienmarkt - investiert wurde.

Ein "Carry Trade" funktioniert dabei so, dass man sich Geld im japanischen Yen zu Minizinsen leiht, um dieses Kapital dann in anderen - höher rentierlichen - Märkten zu investieren. Wenn man Recht hat und der Yen weiter abwertet, generiert man einen zusätzlichen Gewinn, wenn man das geliehene Geld später im dann abgewerteten Yen zurück zahlt.

Solange der Abwärtstrend im Yen andauert, ist so also leichtes Geld zu machen und gleichzeitig wird so die weltweite Anlageliquidität erhöht. Der Carry Trade wirkt also wie ein Boom-Programm für die Finanzmärkte und erzeugt damit mittelbar weitere Kursgewinne in den grossen Indizes

Umgedreht, wenn dieser Carry Trade aufgelöst werden muss weil der Yen anzieht, wird das den Märkten massiv Anlagekapital entziehen. Die Folge sind dann mit hoher Wahrscheinlichkeit fallende Kurse. Denn nach wie vor gilt: Liquidity rules !

So war die vorangegangene Stärke im Yen schon vorgestern ein erstes Warnsignal. Und als gestern der Yen auch die wichtige Zone erreichte und temporär durchschlug, die durch das alte Tief des Dreiecks von Mai 2013 gekennzeichnet ist, setzen dann auch die Abgaben im Aktienmarkt ein. Und heute in der Frühe war auch der japanische Markt logischerweise sehr schwach. Im grösser aufgelösten, obigen Chart wird das Geschehen noch deutlicher:

JPYUSD 14.01.14

Der starke Yen der letzten Tage hat diese Korrektur also indiziert. Und deshalb haben wir hier im Premium-Bereich auch ein Auge auf die weitere Entwicklung. Denn wenn der Yen nun nicht an dieser Widerstandszone dreht, sondern weiter nach oben läuft, dürfte der Carry Trade in Gefahr geraten und ein Schwächeanfall der Weltaktienmärkte ist dann höchst wahrscheinlich.

Umgedreht, wenn der Yen nun doch weiter fällt und den Widerstand nicht überwinden kann, besteht zumindest von dieser Seite weiter grünes Licht für die aktuelle Rally.

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Starker Dollar, schwacher Euro – Gold mit Blick zur 1000 USD Marke

Wie erwartet, haben die gestrigen FOMC Minutes - die Protokolle der letzten FED Sitzung von Ende Oktober - als Katalysator gewirkt und Bewegungen in Gang gesetzt, die das Potential haben, über den Tag hinaus Trends zu begründen.

Während in den breiten Indizes das Urteil noch aussteht und es gut vorstellbar ist, dass die Märkte auch die erneuten Sorgen um ein Tapering verdauen und Anfang Dezember noch einmal zur Jahresendrally antreten, ist die Lage bei der Weltleitwährung Dollar, sowie damit in Korrelation stehenden Assets wie Gold und Öl, viel klarer.

Der Dollar scheint eine Phase neuer Stärke einzuläuten, die man in diversen Charts schon vorher antizipieren konnte und wir haben diese Entwicklung im Premium-Bereich auch schon gestern vorweg genommen. Zum Beispiel im Verhältnis Euro zu Dollar sieht man schön, wie der Euro aus einer deutlich sichtbaren Bärenflagge nun nach unten weggebrochen ist:

EURUSD 21.11.13

Diese Bewegung hat das Potential, den Ton der Märkte bis zum Jahresende zu bestimmen. Das ist ja auch kein Wunder, während die FED über ein Tapering - also eine Rückführung des Stimulus - zumindest nachdenkt, hat die EZB eine Verschärfung der geldpolitischen Massnahmen im Blick, wie zum Beispiel Negativzinsen. Ich sehe die Disparität zwischen einer EZB mit geldpolitischem Nachholbedarf und einer FED, die zumindest über eine Abbremsung diskutiert, eher nicht kurzfristig verschwinden. Weswegen eine Short-Position auf EURUSD, über den Tag hinaus Chancen beinhalten könnte. Gleiches gilt für eine Shortposition auf JPYUSD, also den japanischen Yen versus den Dollar.

Wichtiges passierte in Folge der FOMC Minutes gestern auch bei Gold. Auch diese Entwicklung haben wir schon gestern im Premium-Bereich vorweg genommen, denn die anämische Schwäche von Gold war offensichtlich. Und auch gestern gab es wieder einen , weil eine zu grosse Position auf einen Schlag abgeladen wurde. Die Versuche grosser Marktteilnehmer, den Kurs nach unten zu pressen, dauern also eindeutig an.

In dem Gold gestern das Tief vom 15.10. bei 1251 USD hinter sich gelassen hat, weist die Tendenz nun unzweideutig nach unten. Eine Chance besteht noch, dass das bedeutende Tief vom 28.06. bei 1180 USD hält, allerdings muss man mehr und mehr den Eindruck bekommen, dass Gold noch "unfinished Business" nach unten hat.

Gold 21.11.13

So lange der spekulative Druck an der Comex von grossen Marktteilnehmern erhalten bleibt, sind alle Gegenbewegungen im Sinne Trendfolge zu verkaufen, der übergeordnete Abwärtstrend ist voll intakt. Und genau hier kommt die runde Marke 1000 USD ins Spiel. Es wird zunehmend wahrscheinlich, dass der Markt diese Marke einfach sehen will, die wahrscheinlich auch für die Shorties dann Katalysator wäre zu covern, und den aggressiven Druck auf den Goldpreis einzustellen.

Ich kann auch an dieser Stelle wieder nur gebetsmühlenartig wiederholen: was Sie persönlich glauben oder für fundamental richtig halten, ist ohne Belang für den Markt. Vergessen Sie das nie ! Alles was zählt sind die Kurse die aufgerufen werden, nur die bewegen Ihr Depot.

Vielleicht haben die Gold-Bugs sogar Recht und irgendwann - wenn die Gross-Banken anfangen, die aufgestaute Liquidität in die Realwirtschaft als Kredite auszugeben - wird nicht nur die Asset-Inflation (die schon da ist), sondern auch die Inflation der Warenkörbe massiv anziehen. Die Renditen am Anleihenmarkt werden dann trotz Interventionen der Notenbanken weiter steigen. Als Folge können die Staaten ihre aufgeblasenen Schuldenberge nicht mehr bedienen und der grosse Knall mit dem grossen Reset des Währungssystems kommt, mit Goldpreisen oberhalb 3000 USD - falls ein freie Kutellung bei Gold dann überhaupt noch zugelassen wird, denn auch den Verbot des privaten Besitzes von Gold hatten wir historisch schon.

Vielleicht ist das irgendwann mal so. Vielleicht auch nicht. Aber Gold kann trotzdem vorher noch unter 1000 USD fallen. Es wäre sogar typisch für den fiesen Mr. Market, genau das zu tun und alle noch abzuschütteln, bevor die grosse Rally kommt. Denken Sie also unbedingt an das "Hier und Jetzt", nur das ist real, nicht die Spekulationen, Wünsche und Prognosen. Und im "Hier und Jetzt" zeigt der Trend bei Gold unzweideutig nach unten. Und das sollte man im Depot respektieren. Der Rest sind feuchte Träume.

Ihr Hari

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Kupfer, die Liquidität und der unbesiegbare Markt

Eine kurze Ergänzung habe ich noch zu meinem Artikel von heute Morgen. Eine Ergänzung, die wunderschön zeigt, wie merkwürdig und artifiziell der Markt geworden ist.

Sie wissen ja, dass Kupfer - auch Dr. Copper genannt - ein hervorragender Indikator für die Weltkonjunktur ist. Oder zumindest war.

Nun schauen Sie mal, was Kupfer gestern gemacht hat:

Kupfer 14.11.13

Kupfer ist nun mit Macht aus einer mehrmonatigen Konsolidierung nach unten weggebrochen. Und sendet damit das Signal von deflationären Tendenzen in der Weltwirtschaft. Und gleichzeitig schieben die Märkte aufgrund von Lippenbewegungen der neuen FED Notenbankchefin nach oben.

Da braucht man wirklich eine neue Ökonomie dafür, um das ökonomisch zu verstehen. Blendet man die Ökonomie aber aus und betrachtet nur die notenbankinduzierte Liquidität im Grossbankensystem - die alles wie frischer Schnee im Winter überdeckt - dann ist das alles völlig logisch und keineswegs unsinnig.

Wir sehen hier also erneut: die Liquidität bestimmt die Märkte, weit vor allen anderen Erwägungen. Und deswegen hängen die Märkte auch zu Recht so an den Lippenbewegungen der Notenbanker. Und deshalb haben wir historische Höchststände, während Dr. Copper einbricht.

Bernanke, Yellen, Draghi und Co. haben sich da eine Menge auf die Schultern geladen - genau genommen die ganze Welt - und sich zu den wahren neuen "Masters of the Universe" aufgeschwungen. Ich hoffe nur sehr, dass die wissen was sie tun. Wobei meine Ratio mir sagt, dass die genau so auf Sicht im Nebel fliegen, wie wir alle. Und dieser Gedanke sorgt nicht unbedingt für ruhigen Schlaf.

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S&P500 auf historischem Hoch – Ein gnadenloser Markt auf Steroiden

Naja ... da war die Seitenlinie nicht mal 24 Stunden ein guter Ort. Mal wieder.

Sah es noch am gestrigen frühen Nachmittag sehr danach aus, als würde der Markt in den überfälligen Korrekturmodus wechseln, änderten mal wieder Lippenbewegungen eines Notenbankers mit einem Schlag alles.

Am frühen Nachmittag kamen Gerüchte in den Markt, dass das für heute angesetzte Testimonial der neuen FED Chefin Janet Yellen vor dem US Senat schon draussen sei, einige Marktteilnehmer den Inhalt kennen würden und der Inhalt ein klares Bekenntnis für eine weitere lockere und stimulierende Geldpolitik sei.

Das war das Signal, auf das die Bullen gewartet hatten und mit einem Schlag drehte der Markt die Richtung, die Algos schalteten ein und es ging bis zum Schluß nur noch aufwärts.

Zum Handelsschluss wurde dann auch mit 1782 ein neues All-Time-High im S&P500 erreicht. Und nach Handelsschluss wurde das Gerücht bestätigt, denn wurde vorab veröffentlicht und einige der "Big Boys" kannten es offensichtlich schon. Wer hat je gesagt, dass es am Markt fair zugehen würde ?

Mit diesem neuen All-Time-High ist die eigentlich bedeutende Korrektur von letzten Donnerstag endgültig irrelevant. Und damit ist auch der Boden für die Jahresendrally bereitet. Die 1800 im S&P500 dürften schnell auf der Agenda stehen und auch darüber hinaus, sind die glatten Marken DAX 10.000 und S&P500 2.000 keineswegs aus der Welt und unmöglich. Je näher der Markt diesen Marken kommt, desto stärker werden sie auch ihre magnetische Anziehungswirkung auf die Psychologie und die Kurse entfalten.

Um sich vor Augen zu führen, wie unwirklich das Geschehen dieses Jahres ist, muss man nur feststellen, dass der S&P500 nun ein ganzes Jahr lang - seit November 2012 - deutlich über seiner 200-Tage-Linie liegt, nie eine ernsthafte Korrektur hatte und nun neue historische Hochs erreicht hat. Und das nicht etwa in einem wirtschaftlichen Umfeld, in dem die Weltwirtschaft boomt - nein, sondern bei bestenfalls anämischer Weltkonjunktur und permanenten und berechtigten Ängsten vor einer Deflation.

Da gehört wirklich keine besondere ökonomische Ausbildung dazu, um zu erkennen, dass hier die Notenbanken den Unterschied machen - das diese Rally eine Rally auf monetären "Steroiden" ist und nicht vollständig von den ökonomischen Realitäten getragen wird.

Das macht es auch dieses Jahr für so viele institutionelle Anleger so schwierig, mit dem Markt mitzuhalten oder diesen sogar zu schlagen. Verständnis von ökonomischen Zusammenhängen ist in diesem Markt eher hinderlich um mitzugehen und der Affe, der grinsend einfach seine Wetten erhöht und jeden Dip gnadenlos kauft, weil er nur grün sieht und kein Morgen kennt, hätte die besten Ergebnisse produziert. Denn die berechtigte Vorsicht an den typischen Stellen die nach Korrektur schreien - wie zuletzt in den vergangenen Tagen - wurde dieses Jahr nie belohnt, sondern immer durch eine monetär gedopte Bullenherde bestraft, die alles niedertrampelt, was sich ihr in den Weg stellt.

Sehr viele institutionelle Anlager kämpfen daher dieses Jahr mit dem Markt und können nicht mithalten. Und so pervers das ist, das erhöht die Chancen für eine Fortsetzung der Rally ins Jahresende, denn wenn die ihren Bonus wollen und ihre Kunden behalten wollen, müssen sie um jeden Preis gegenüber dem Markt aufholen. Und das geht nur, in dem jeder Dip einfach gnadenlos gekauft wird.

Gesund muss man das Geschehen nicht finden. Und eine solche Bewegung hinterlässt bei erfahrenen Marktbeobachtern eher ein schlechtes Gefühl auf der Zunge. Im Jahr eins nach einem Einbruch - wie 2009 - ist eine solche Bewegung durchaus normal und kann ohne Hintergedanken mitgegangen werden. Nicht aber im Jahr 5 der Aufwärtsbewegung - da muss man schon Affe sein, um keine Zweifel zu haben.

Trotzdem muss ich dringend davor warnen, sich gegen diesen Markt zu stellen. Das kann so weiter gehen. Ja, das kann sogar in 2014 so weiter gehen. Und wie ich oben schon sagte, sind DAX 10.000 und S&P500 2.000 keineswegs so weit aus der Welt. Stellen Sie sich doch nur mal vor, in diesem Environment würde die Weltkonjunktur nun wirklich mit Macht anziehen und Yellen, Draghi und Co. trotzdem drucken und drucken und weiter Liquidität in das Grossbankensystem schieben.

Insofern muss man immer mit einer gewissen Grundskepsis beobachten, ab wann der Trend gebrochen ist und diese Trendlinien immer im Auge behalten. Aber Handeln darf man nach dieser Skepsis nicht. Solange diese Trendlinien halten - und das tun sie nun schon seit einem Jahr - wird das Geld auf der Long-Seite des Marktes verdient. Und nirgendwo sonst.

Es ist nach wie vor keine schlechte Idee, an der oberen Begrenzung des Trendkanals auch mal auf die Seitenlinie zu treten, auch wenn es dieses mal nicht funktioniert hat. Aber Shorten darf man diesen Markt erst dann, wenn er wirklich einbricht und davon sind wir meilenweit entfernt. Und man darf auf der Seitenlinie auch nie vergessen, die Dips dann wieder konsequent zu kaufen.

Ob wir diesen Markt gut oder schlecht finden, ist ohne Belang. Ob wir uns Sorgen um einen plötzlichen Einbruch machen, auch. Alles was zählt, ist was der Markt real tut. Und das ist immer noch : steigen !

Ihr Hari

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Die Dividende – überschätzt, overhyped, missverstanden – und trotzdem wichtig !

Schaut man auf das Meinungsbild vieler normaler Anleger, wie es in Äusserungen in Blogs, Foren und Medienkommentaren der Finanzpresse zu finden ist, kann man ein immer wiederkehrendes Meinungs-Muster finden, von dem natürlich viele in der Finanzindustrie gut leben und dieses Muster daher medial hegen und pflegen.

Den unerfahrenen Anleger erkennt man unter anderem an dem folgenden Erfolgsmantra :

1. Fundamentaldaten sind das alleine Entscheidende und dafür „analysiert“ man brav öffentliche Bilanz-Daten wie KGV und KBV. Markt- und Chart-Technik ist dagegen Kokolores und unseriös, hart an der Grenze zur Kaffeesatzleserei.

2. Eine „Value-Strategie“ - oder zumindest das, was diese Anleger sich darunter vorstellen - ist die alleine selig machende Methode, weil Warren Buffett macht es ja auch so.

3. „Gefallene Engel“ – ehemals erfolgreiche und nun abgestürzte Bluechips – sind die Aktien, die die heftigsten Kaufreflexe auslösen. Weil da muss ja „Value“ darin liegen.

4. Erste Verlustpositionen werden zu „Investitionen“, die man in weiter fallende Kurse hinein aufstockt. Schön, das man diese „Value-Anlagen“ noch billiger bekommt.

5. Und …. gute Aktien müssen Dividenden zahlen. Und Aktien mit hoher Dividende muss man unbedingt haben.

Erfahrene Anleger werden jetzt schmunzeln. 😉 Aber zu den ersten vier grossen Missverständnissen, will ich heute gar nichts schreiben. Die Mitglieder dieses Blogs kennen diese Themen sowieso und auch im freien Bereich, habe ich einige der Aspekte – Stichwort „Honigfalle“ - schon adressiert.

Aber heute will ich mich mal dem 5. Punkt zuwenden, den vermeintlich so wichtigen Dividenden.

Um das Fazit vorweg zu nehmen:

Dividenden werden vielfach missverstanden und in ihrer Bedeutung gnadenlos überschätzt. Aber trotzdem generiert eine Anlage in dividendenstarke Aktien am Ende für den durchschnittlichen Anleger gute Resulte. Allerdings aus ganz anderen Gründen, als in der Regel geglaubt wird. Es wird bei Dividenden sozusagen oft das Richtige, aus den falschen Gründen getan.

Um das zu verstehen, muss ich Stück für Stück mit Ihnen durch das durchgehen, was Dividenden sind – und was eben nicht. Ich versuche einfach ganz rational die Fakten aufzulisten, aus denen Sie Ihre Schlüsse ziehen können.

(1)
Dividenden sind keine Zinsen und kein Zinsersatz. Dividenden sind ausgeschüttete Unternehmensgewinne, die auf der Ebene des Unternehmens schon mit (im deutschen Fall) Körperschaftssteuer und Gewerbesteuer versteuert wurden – um dann bei Ausschüttung auf Ebene des Anlegers noch einmal mit Abgeltungssteuer versteuert zu werden.

(2)
Eine Dividendenausschüttung verschafft dem Anleger perse keinen Vorteil gegenüber der Situation, in der der Cash im Unternehmen verbleibt und nicht ausgeschüttet wird. Denn genau in der Höhe der Ausschüttung, verringert sich sofort an der Börse der Kurs, der den Börsenwert darstellt. Ist doch auch klar, wenn ein Unternehmen zb 100 Millionen € an versteuertem Gewinn ausschüttet, haben die Anleger nach Abgeltungssteuer 73,625 Millionen € mehr auf dem Konto. Das Unternehmen ist aber 100 Millionen weniger an der Börse wert. Die Differenz von 26,375% ist die Steuer auf Anlegerebene. In Summe auf den ersten Blick keine besonders attraktive Transaktion für den Anleger.

(3)
Nimmt man an, dass der durchschnittliche Anleger mit seinen eigenen Anlagen im Mittel eine Rendite von x % per annum erzielt – hier nehmen wir mal beispielhaft 5% p.a. an – ist eine Ausschüttung als Dividende also nur dann von unmittelbarem Vorteil für den Anleger, wenn das Unternehmen weniger als 5% Rendite auf das im Unternehmen eingesetzte Kapital erzielt. Genau genommen ist die Hürde sogar noch geringer, weil ja die Steuerbelastung der Ausschüttung, die im Unternehmen notwendige Vergleichs-Rendite auf unter 4% drückt.

Ich wiederhole also, weil es so wichtig ist: nur wenn das Unternehmen mit dem in ihm verbleibenden Kapital eine geringere Rendite erzielt, als es der Anleger mit seiner sonstigen Geldanlage selber kann, ist die Ausschüttung für den Anleger unmittelbar wirtschaftlich ein Vorteil. Das ist zum Beispiel dann der Fall, wenn Unternehmen so „in Geld schwimmen“, dass zu befürchten ist, dass das Management dieses freie Kapital für irgendwelche überteuerten Übernahmen verjubelt. Dann ist eine Ausschüttung an den Anleger bestimmt besser, als das Kapital im Unternehmen zu verschwenden.

(4)
Umgedreht aber, wenn ein Unternehmen extrem wächst und daher sehr hohe Kapitalrenditen erzielt, aber auch hohe Kredite benötigt, um sein Wachstum zu finanzieren, wäre eine Ausschüttung völliger Blödsinn. Wozu soll der Anleger auch Kapital aus dem Unternehmen nehmen wollen, dass im Unternehmen mit 20% und mehr „verzinst“ wird ?

Genau deswegen zahlen stark wachsende Unternehmen mit grossen Kuteigerungen eher selten Dividenden. Dividenden kommen dann auf das Tablett, wenn die Unternehmen nicht mehr genügend sinnvolle Ideen für ihr überschiessendes Kapital haben. Es sind also eher die alten, träge werdenden Unternehmen, die hohe Dividenden zahlen – Ausnahmen bestätigen die Regel.

Nehmen Sie Apple als Beispiel. Bis vor kurzem wuchs das Unternehmen und wuchs und wuchs. Und nie wurde eine Dividende gezahlt. Dafür hat sich der Kurs vervielfacht. Nun zahlt Apple eine Dividende, weil ihm scheinbar die Ideen ausgehen, was mit dem Kapital zu machen ist. Und nun frage ich Sie, welche Apple hat Ihrem Depot besser getan – die vor drei Jahren oder die Apple heute ?

(5)
Übrigens hat gerade der von den Dividenden-Jägern so geliebte Warren Buffett und sein Partner Charlie Munger bis zuletzt abgelehnt, trotz riesiger Liquiditäts-Berge bei Berkshire Hathaway Dividenden an die Anleger auszuschütten. Weil die beiden zu Recht argumentieren, dass sie mit dem Kapital bessere Renditen erzielen als die Anleger. Wenn Sie des englischen mächtig sind, lesen Sie zum Beispiel hier:

Oder lesen Sie einfach mal die alten Shareholders Letter von Buffett, die er jedes Jahr heraus gibt. Insbesondere den von diesem Jahr, in dem er das Thema explizit anspricht. Wie passt das mit dem in Deutschland vorhandenen Zerrbild vom „Dividendenliebhaber“ Buffett zusammen ? Buffett nimmt Dividenden ohne jede Frage gerne entgegen, bevor die Unternehmen damit „Kokolores“ anstellen. Das stimmt. Buffett kennt aber natürlich viel besser als wir alle, den im Gegensatz zur Dividende wirklich wichtigen Parameter – den „Cashflow“ – dazu aber unten mehr.

(6)
Gerne liest man dann immer wieder, dass ja fast die Hälfte der DAX Performance aus Dividenden stammt und das dieses der Beweis für die Bedeutung der Ausschüttungen sei. Mit Verlaub, was für eine Bauernfängerei und Verdrehung von Ursache und Wirkung ! Erstens einmal ist der DAX als Performance-Index sowieso eine Sondersituation, weil er Dividenden inkludiert. Andere Indizes wie der S&P500 führen diese nicht im Kursverlauf, ausgeschüttet bekommen die Anleger sie aber trotzdem.

Eher beweist der hohe Anteil an Dividenden am Kursverlauf des DAX also, wie wenig die Unternehmen über die Zeit ihren Wert steigern konnten oder mit anderen Worten, wie unbefriedigend sich der DAX entwickelt hat. Rechnen Sie mal auf den S&P500 noch die Dividenden drauf und erstellen Sie einen Performance-Index. Dann vergleichen Sie den neu konstruierten "S&P500 Performance Index" mit dem DAX in den letzten 10 Jahre - da werden sie aber über das Chart staunen ! Das ist aber gar nicht der wichtige Punkt.

Wichtig ist, dass wenn die DAX Unternehmen diese zb 3% pa nicht ausgeschüttet hätten, diese ja in den Unternehmen verblieben wären und „gearbeitet“ hätten. Und damit sind wir wieder bei der internen Rendite auf das eingesetzte Kapital, die bei vielen guten Unternehmen im DAX hervorragend ist. Am Ende würde der DAX also ohne Ausschüttungen wahrscheinlich viel, viel höher stehen als aktuell, eben weil die Unternehmen weit höhere Gewinne hätten und mit dem freien Kapital sinnvolle Investitionen getätigt hätten.

Einen DAX mit und ohne Dividende einfach so zu vergleichen, ist also ziemliche Bauernfängerei. Dann wäre das Management aller DAX Unternehmen völlig inkompetent, sinnvolle Renditen auf das Eigenkapital zu erzielen. Denn der Vergleich von DAX mit und ohne Dividenden unterstellt damit implizit, dass das ausgeschüttete Kapital unverzinst und ohne Rendite tot in den Unternehmen liegen würde.

So weit zunächst. Ich könnte noch mit einer Reihe von Aspekten weiter machen, das Thema ist noch viel umfangreicher. Und natürlich habe ich oben auch vieles stark vereinfacht, zum Beispiel die Rendite-Thematik. Würde ich es aber nicht tun, würde das hier eher ein Buch als ein Blogbeitrag. Deshalb höre ich nun mit den obigen „Appetizern“ auf, damit der Artikel nicht zu lang wird.

In Summe habe ich Ihnen dargestellt, warum Dividenden keineswegs perse wünschenswert sind und oft eher Ausdruck von wenig wachsenden Unternehmen sind, denen die Liquidität „zu den Ohren heraus kommt“. Das sind aber nicht gerade zwingend die Unternehmen, die ein Depot wirklich voran bringen – wie immer bestätigen Ausnahmen die Regel. Die Telekomindustrie sollte diesen negativen Zusammenhang ja im letzten Jahrzehnt ausreichend bewiesen haben. Nirgendwo waren die Dividenden höher und was hat es den Anlegern gebracht ? Und ein DAX ohne Auschüttungen, hätte den Anlegern dagegen in Summe vielleicht weit höhere Depotstände erzeugt, als einer mit.

Und trotzdem kann eine Dividendenstrategie für normale Anleger brauchbare Ergebnisse erzielen. Und das liegt an einem „Seiteneffekt“ der Dividenden von dem, was wirklich wichtig bei der Unternehmensanalyse ist. Es liegt an der wichtigen Eigenschaft eines „guten“ Unternehmens, hinter der auch Warren Buffett immer hinter her ist. Und das ist ein starker, positiver Cashflow.

Ich kann den Begriff Cashflow hier jetzt nicht tiefer erläutern, das sprengt den Rahmen. Etwas pauschal und „populär“ formuliert, ist es die Fähigkeit des Unternehmens permanent hohe Einnahmen (Cash) zu generieren, die dann durch das Unternehmen fliessen (Flow) und dort arbeiten können. Ein hoher Cashflow ist also Zeichen eines Unternehmens mit starker Marktstellung, die zu permanenten hohen Einnahmen führt.

Solche Unternehmen sind tatsächlich „Buffett-Unternehmen“ und das zu Recht. Und zwar völlig unabhängig davon, ob diese Dividenden ausschütten oder nicht.

Aber umgedreht wird ein Schuh daraus. Um überhaupt Dividenden dauerhaft aussschütten zu können, brauchen die Unternehmen einen hohen Cashflow. Nur „gute“ Unternehmen mit hohem Cashflow können also überhaupt Dividenden ausschütten. Wobei die „guten“ Unternehmen wie eben Berkshire Hathaway mit immensem Cashflow, immer noch besser damit fahren, das Kapital im Unternehmen arbeiten zu lassen, statt es auszuschütten.

Mit einer Dividenden-Strategie selektiert der Anleger also indirekt die Unternehmen, die sich das überhaupt leisten können. Und die haben einen hohen Cashflow. Dabei sollte man weniger auf die Dividendenhöhe, als auf Dauerhaftigkeit und Verlässlichkeit der Dividende Wert legen. Denn von Unternehmen, die mehr ausschütten, als sie Cash generieren, sollte man sowieso die Finger lassen. Wenn unbedarfte Anleger von einer "Sonderdividende" hören und dann sofort zur Börse rennen um diese "mitzunehmen", offenbaren die Anleger damit nur, dass sie die Dividende nicht als das verstanden haben, was sie ist und diese mit einer Zinszahlung gleichsetzen. Diesen Irrglauben konsequent weiter gedacht, wäre es dann ja das Tollste, wenn sich Apple jetzt hypothetisch selber auflöst, alle Patente, alle Produktions- und Entwicklungsstätten an Samsung, Google und Co. verkauft und dann eine gigantische "Sonderdividende" ausschüttet. Die Dividende ist dann ja toll, nur leider der Kurs danach Null und am Ende hat der Anleger eher Depot-Wert verloren, als gewonnen. Wer Sonderdividenden hinterher jagt, hat das offensichtlich nicht verstanden.

Und nur aufgrund dieses Seiteneffektes des Cashflows, erzielen Dividenden-Strategien gute Ergebnisse, weil sie Unternehmen eines bestimmten Typus selektieren. Denn den wirklich wichtigen Cashflow zu berechnen und zu verstehen, überfordert die Fähigkeiten der allermeisten Anleger und erfordert auch sich wirklich im Detail im Unternehmen zu bewegen, wie das ein Buffet tut. Insofern ist die Dividende eine sinnvolle Annäherung an das, was wirklich wichtig ist. Genau genommen liebt Buffett deshalb Dividenden auch nicht, er liebt Cashflow über alles ! Man erkennt Unternehmen mit starkem Cashflow aber eben auch an einer guten, dauerhaften Dividende. So herum wird ein Schuh daraus !

Bleibt noch die Frage offen, warum so viele gute Unternehmen dann Dividenden ausschütten. Die Antwort ist ganz einfach: weil es die Anleger wollen, nicht weil es zwingend sinnvoll ist. Und "die Anleger" sind dabei gar nicht mal nur die privaten Anleger, sondern gerade auch die grossen institutionellen Adressen, um die bemühen sich die Aktienunternehmen nämlich besonders, die wollen sie alle als Aktionäre haben.

Nun verstehen die institutionellen Anleger die obigen Zusammenhänge natürlich sehr gut. Warum wollen sie dann trotzdem unbedingt Dividenden ? Auch ganz einfach, weil die in der Regel nicht das eigene Geld, sondern das Geld Dritter verwalten. Hier agieren Angestellte - nicht Inhaber - im Namen ihrer Auftraggeber. Es handelt sich ja um Family Offices, Stiftungen usw - you name it. Und die alle, die Anleger die den Institutionellen das Geld in die Fonds legen, wollen regelmässige Einnahmen sehen. Zum Beispiel weil sie davon leben. Und deshalb machen es sich auch die Fonds einfach und selektieren Unternehmen mit Dividendenzahlung, worauf sich auch die Unternehmen anpassen und Dividenden ausschütten, um genau diese Anleger bei Stange zu halten. Es handelt sich also um eine Art selbsterfüllende Prophezeiung.

Nur jemand mit dem Rückrat und der Reputation von Warren Buffett kann sich diesem Druck entziehen, er ist ja auch nicht wirklich Angestellter von Berkshire Hathaway, sondern eher Hauptaktionär. Und deshalb zahlt Berkshire keine Dividende. Und viele institutionelle Fonds haben deshalb den Großmeister der Wertsteigerung nicht in ihren Depots, weil ihre Vorschriften ihnen vorgeben, nur in Dividendentitel zu investieren. Selbst schuld, kann ich da nur sagen. 😉

Fassen wir also zusammen:

Eine Dividendenstrategie ist keineswegs die „Königsklasse“ der Geldanlage. Es ist eher die Durchschnittsklasse. Denn ausgezahlte Dividenden sind für den Anleger immer noch besser, als wenn das Management das Kapital für Sinnloses verpulvert oder sich selbst mit Boni in den Rachen schiebt. Sie sind aber schlechter und verhindern eher Rendite im Anleger-Depot, bei Unternehmen, die tatsächlich mit ihren Investitionen eine höhere Rendite als der Anleger erzielen. Wie Buffetts Berkshire Hathaway. Ganz abgesehen davon, dass im Unternehmen verbleibende Gewinne, einer temporären Steuerstundung beim Anleger gleich kommen. Und Steuern wollen wir doch alle sparen, oder ? 😉

Aber zumindest kann man mit einer Dividendenstrategie nicht so schnell komplett daneben liegen. Und auch das ist ein Wert. Und deshalb macht eine Dividendenstrategie für normale Anleger Sinn. Überschätzt und „overhyped“ ist sie aber vor allem in Deutschland trotzdem. Die Dividende vermittelt halt emotional vermeintliche Sicherheit und das verschafft ihr Popularität. Und Sicherheit suchen deutsche Anleger besonders intensiv, obwohl die Börse eher der falsche Ort ist, um mit diesem Kriterium auf Suche zu gehen. 😉

Mit meinem eigenen Geld agiere ich selber entlang der oben beschriebenen Linien. In Sektoren und bei Aktien, die ich intensiv verfolge und auch gut kenne, ist die Frage ob eine Aktie Dividende ausschüttet oder nicht, völlig irrelevant. Und wenn überhaupt, ist das bei zu hohen Ausschüttungen eher Anlass, meine Augenbraue kritisch zu heben und mich zu fragen, warum dem Management eigentlich keine sinnvolleren Investitionsmöglichkeiten einfallen, als alles an den Anleger auszukehren. Bei Aktien und Sektoren aber, wo mir die Kompetenz und das tiefere Verständnis vom Geschäftsmodell fehlt - wie zum Beispiel wenn ich in den Emerging Markets oder in Asien, also in anderen Kulturkreisen, unterwegs bin - greife ich gerne zur Dividende als Vorselektionskriterium. Denn das sind dann wenigstens Unternehmen, die sich eine Dividende "leisten können". Und damit bleibt man in der Regel von den allergrössten "Gurken" verschont.

Ich hoffe, ich konnte etwas Erhellendes zu Ihrem Marktverständnis beitragen.

Ihr Hari.

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Börsenregeln reloaded V : The trend is your friend

Börsenregeln reloaded V : The trend is your friend

Ein Gastkommentar von Tokay

Von den zahlreichen Weisheiten, die unter Börsianern in Umlauf sind, ist die Regel „The trend is your friend“ zweifellos eine derjenigen, die besonders hoch im Kurs stehen. Schon Charles Dow, der Begründer der nach ihm benannten Dow-Theorie und zugleich einer der beiden Väter des Dow-Jones-Index, war auf der Suche nach Regeln, anhand derer man einen Wirtschaftsaufschwung erkennen könne. Mit der „Dow-Theory“, die besagt,, in den Aktienmarkt einzusteigen, wenn der Kursdurchschnitt nach oben tendiert, und auzusteigen, wenn die Kurse nach unten tendieren, ist Dow in die Börsengeschichte eingegangen.

Skeptiker halten dem entgegen, daß häufige Ein-und Ausstiege nur Kommissionen für den Finanzsektor generierten. Die vom Kursdurchschnitt gegebenen Signale seien außerdem vielfach unzuverlässig und deshalb eine Buy-and-Hold Strategie der Market Timing Strategie überlegen.

Wenn wir uns die vergangenen Jahre anschauen, dann sehen wir, dass der DAX war in diesem Zeitraum von höchst unterschiedlichen Trends geprägt war. Ein frühzeitiges Erkennen eines Trendwechsels wäre daher sehr lohnend gewesen:

DAX 02.01.2008 bis 30.04.2013

Machen wir einmal die Probe aufs Exempel und probieren eine trendbasierte Strategie und vergleichen sie mit „Buy and Hold“. Nehmen wir an, ein Investor verfügte am Jahresanfang 2008 über 100.000 Euro. Nehmen wir weiter an, es gäbe den DAX als Aktie, so daß ein DAX-Punkt einem Euro entspräche und daß die Bank pro Transaktion 0,5 Prozent des Transaktionswertes in Rechnung stellen würde.

Nun konstruieren wir zwei Fälle:

Der Investor wäre am Jahresanfang 2008 in den DAX eingestiegen. Nun hätte er gemäß der Dow-Theorie aufmerksam den 200-Tage-Durchschnitt beobachtet. Er hätte „den DAX“ verkauft, wenn der Index unter den 200-Tage-Durchschnitt gefallen wäre. Er hätte zu 100 Prozent Liquidität gehalten, solange „der DAX“ unter dem 200-Tage-Durchschnitt gelegen hätte und er wäre wieder eingestiegen, wenn er wieder über den 200-Tage-Durchschnitt gestiegen wäre. Er hätte außerdem darauf geachtet, nur dann aktiv zu werden, wenn der Index sich mindestens drei Tage hintereinander über oder unter der 200-Tage-Linie gehalten hätte. Darüber hinaus hätte er bei dem 200-Tage-Durchschnitt ein Prozent nach oben bzw. unten zugegeben, um die Anzahl der zufälligen Abweichungen zu verringern. Immerhin werden bei jeder Transaktion Gebühren fällig, die den Ertrag schmälern, was zu ordentlichen Summen führen kann. Auf diese Art und Weise hätte der Investor bis zum 30. April 2013 operiert.

Und im anderen Fall hätte der Investor Anfang 2008 „den DAX“ gekauft und ihn bis Ende April 2013 einfach behalten.

In der nachfolgenden Grafik erkennen wir,was aus den 100.000 Euro geworden wäre. Das Ergebnis ist äußerst beachtlich. Der Buy-and-Hold(BuH)-Investor hätte sein Kapital nicht mehren können, er hätte sogar einen kleinen Teil eingebüsst. Der Market Timer(MT) dagegen hätte bei Befolgung seiner relativ einfachen Kauf- und Verkaufsregeln in den betrachteten Fünf Jahren und drei Monaten über 44 Prozent hinzugewinnen können.

Kapitalkurve

Es lohnt sich, zu analysieren, wie dieser Gewinn zustande gekommen ist. Man erkennt, daß der Abstand vor allem dann gewachsen ist wenn die Kurse stark gesunken sind. In diesem Fall war der BuH-Investor im Markt, während der MT-Investor durch relativ frühzeitiges Erkennen des Abwärtstrends diesen vermeiden konnte. Darüber hinaus konnte der Market Timer mit seinem Kapital zu deutlich tieferen Kursen einsteigen und somit auch grössere Stückzahlen realisieren. Ihm kam außerdem zugute, daß die vorherrschenden Trends so eindeutig waren, daß nur wenige Fehlsignale entstanden. Dies war einmal wegen der insgesamt nicht sehr hohen Volatilität. Und zum anderen war das deswegen möglich, weil der 200-Tage-Durchschnitt statistisch wesentlich stabiler ist als kurzfristige gleitende Durchschnitte. Wenn der Markt effizient ist und die am Markt bekannten Informationen eingepreist sind, dann gilt dies erst recht, wenn man die Preisbewegungen von zweihundert Börsentagen betrachtet. Dies bringt es andererseits aber mit sich, daß Signale häufig erst verspätet erzeugt werden.

Zurück zu unserem Experiment, es wurden folgende Transaktionen getätigt:

Transaktionen

Dabei waren keineswegs alle Trades Gewinntrades; dreimal hat der MT mit Gewinn-, zweimal mit Verlust verkauft. Doch die Verluste hielten sich , wenn sie anfielen, sehr in Grenzen, wohingegen deutliche Zugewinne bei den Gewinntrades realisiert wurden. Diese Zugewinne resultierten außer durch Kurszuwächse pro Aktie auch durch Mengenzuwächse; denn das frühzeitig gesicherte Kapital konnte in diesem Fall aufgrund der stark gesunkenen Kurse für eine höhere Stückzahl eingesetzt werden. Man kann daraus generell ableiten, daß das Halten von Liquidität im Prinzip gleichbedeutend ist mit einer Spekulation auf fallende Kurse. Ein Gewinn entstand 2008-2013 vor allem daraus, wenn diese Spekulation sich bewahrheitete. Volkswirtschaftlich gesehen ist so etwas sehr problematisch; denn wenn die Investoren mehrheitlich weiter fallende Kurse bzw. Gewinne erwarten, dann werden sie auch dann nicht einsteigen, wenn sie ihre Investition günstig finanzieren könnten. Die keynesianische Wirtschaftstheorie bezeichnet dies als „Liquiditätsfalle“,die dann entsteht, wenn eine monetär expansive Entwicklung nicht auf die Realwirtschaft übergreift.

Kann man daraus ableiten, dass Market Timing grundsätzlich erfolgreicher ist als Buy and Hold? Nicht unbedingt. Denn in einer Seitwärtsphase würde das Überschreiten der 200-Tage-Linie zu einem Einstieg führen, aus dem dann leicht ein Verlust wird, wenn die Kurse die Gegenrichtung einschlagen. In sehr volatilen Märkten kommt es außerdem leicht zu Fehlsignalen. Zu Fehlsignalen kommt es auch eher, wenn man kürzerlaufende Trendlinien verwendet, die Verzögerung gegenüber der Marktentwicklung ist bei Kurzfristtrendlinien aber nicht so groß. Es mag banal klingen, aber in Marktphasen, die durch starke Trends gekennzeichnet sind, ist der Trend tatsächlich unser Freund – wenn wir ihn erkennen und befolgen, was er uns sagt.

Tokay

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