Jens Rabe trifft Michael Schulte



Jens Rabe von - der auch hier bei surveybuilder.info Mitglied ist - hat mit mir Ende Juli in Zwickau ein Interview geführt.

2 Teile davon konnten Sie schon in seinem sehen.

Nun ist hier das komplette Video am Stück, inklusive neuer Teile, die bisher noch nicht zu sehen waren.

Darin unter anderem eine Darstellung, wie ich 2008 den Lehman-Crash erlebt habe, ein Gespräch über unsere Emotionen und unser "Affenhirn", sowie eine ausführliche Sicht auf Tesla und warum ich denke, dass die Bullen und Bären da aneinander vorbei reden.

Wichtig ist noch der Hinweis, dass wir das Video ohne jegliche inhaltliche Vorbereitung einfach adhoc abgedreht haben. Nichts war abgesprochen und ich wusste nicht, was Jens Rabe mich konkret fragen würden. Sie hören hier also "O-Ton frei Schnauze", so wie ich halt rede, wenn man mich fragt. 😉

Ich danke Dir Jens für einen schönen Tag in Zwickau und Ihnen wünsche ich viel Spass beim Anschauen!

Ihr Hari

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Aktien sind Teufelszeug und die Börse ist eine Zockerbude!

Dieser Artikel richtet sich an alle, die normalerweise *nicht* auf surveybuilder.info landen würden. Nämlich an alle, die Aktien für "Teufelszeug" halten und die Börse für eine einzige "Zockerbude".

Deshalb auch dieser Titel, vielleicht konnte ich Sie ja über eine Suchmaschine hier her "locken", weil Sie Ihr Anlage-Mantra eingegeben haben und Gleichgesinnte suchen. Dann wartet nun eine Überraschung auf Sie. 😀

Wenn nicht und wenn Sie schon an Aktien interessiert sind, werden Sie nun wenig Neues lesen, aber schaden kann es bestimmt auch nicht, das dann noch einmal zu lesen. Zumal ich auch 20 konkrete Aktien nenne. 😉

Denn ich bedauere Ihnen sagen zu müssen, Ihre Haltung, die Aktien als "Teufelszeug" und die Börse als "Zockerbude" betrachtet, schadet einer Person ganz massiv: Ihnen! Und Ihrem Vermögen!

Man muss sich doch fragen, worauf Sie noch warten wollen. Schauen wir doch mal, wie es um die Geldanlage derzeit wirklich aussieht, Notenbanken und Politik sei Dank:

Weiterlesen ...Aktien sind Teufelszeug und die Börse ist eine Zockerbude!

Warum wir die Unsicherheit lieben lernen müssen

Der folgende Artikel basiert auf einem Text, der schon Mittwoch 06.05.15 09:30 in Hari Live erschienen ist. Für den freien Bereich wurde er leicht überarbeitet und gekürzt.

Der Sachverhalt selber hat aber grosse und grundsätzliche Bedeutung. Wer an den Märkten Erfolg haben will, gleichzeitig aber zu grosse Angst davor hat, Verluste zu erleiden, wird gerade deswegen scheitern.

Im amerikanischen gibt es dafür ein Sprichwort und das lautet "Fearfull Money doesn´t make Money", zu Deutsch: "Ängstliches Geld kann kein Geld machen". Und darum geht es im folgenden Artikel.

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Heute früh, will ich ein ganz grundsätzliches Thema mit Ihnen besprechen, das durch die "zappelige" Aktualität der letzten Wochen, seine erneute Bedeutung bekommt.

Es geht um die inhärente Unsicherheit, die immer im Markt steckt und mit der wir lernen müssen zu leben, oder noch besser: sie zu lieben und als Chance zu begreifen.

Eine Chance ist es nämlich schon alleine deshalb, weil nicht nur wir diese Unsicherheit verspüren, sondern alle anderen Marktteilnehmer ja auch. Und der Markt ist die Summe der Handlungen und Erwartungen aller Marktteilnehmer. Wenn wir die Unsicherheit also besser verdauen als die anderen, haben wir einen klaren Vorteil (Edge).

Als Menschen plagt uns diese Unsicherheit aber emotional sehr und wir würden uns mehr Stabilität und Verlässlichkeit in den Märkten wünschen. So eine stabile Aufwärtsbewegung wie im ersten Quartal diesen Jahres, ist aber die grosse Ausnahme, das Gezappel und die Volatilität, die wir aktuell erleben, ist dagegen die Regel.

In diesen Phasen kann ich dann immer schon die Uhr danach stellen, dass Marktteilnehmer frustriert beschliessen, nun "nur noch langfristig anzulegen", weil es ja vermeintlich nichts bringt, sich dem kurzfristigen "Gezappel" hinzugeben.

Ich reagiere darauf immer mit einem leichten Schmunzeln, denn diese Reaktionen sind auch nicht wirklich rational, sondern emotionale Ausweichreaktionen, weil man mit der permanenten Unsicherheit nicht mehr umgehen kann. Man gaukelt sich dann vor, das "langfristig" ja höhere Sicherheit verschaffen würde, was aber ein fataler Trugschluss ist. Ein Trugschluss, der fatalerweise aber erst nach langer Zeit erkannt werden kann, wenn das Kind dann schon ganz tief in den Brunnen gefallen ist.

Und nein, das hat nichts mit dem Zeithorizont der Geldanlage zu tun und ich spreche hier auch nicht gegen langfristige und passive Strategien, ich setze solche Strategien doch selber ein und habe doch selber jede Menge langfristige Positionen! Selbstverständlich funktioniert langfristige Geldanlage - wenn man sie richtig macht - ebenso wie kurzfristig taktisches Handeln. Egal ob Daytrader in Währungen, SwingTrader mit Aktien, langfristige Anlage mit ETFs oder mit Fonds - das kann alles funktionieren.

Nur um die Unsicherheit kommt man nicht herum - das ist hier der Punkt!

Der fatale Trugschluss ist also nur, dass man mit langfristiger Geldanlage der Unsicherheit aus dem Weg gehen würde, weil man glaubt, die Unsicherheit wäre nur kurzfristig da und langfristig wäre doch alles klar. Das stimmt aber nicht, der Unterschied ist nur, dass man sich bei taktischem Verhalten der Unsicherheit jeden Tag stellt und bei langfristiger Anlage je nach Horizont vielleicht nur alle paar Wochen, Monate oder vielleicht sogar nur einmal pro Jahr.

Und so ist der Friedhof der "Anleger-Leichen" gepflastert mit Anlegern, die

  1. Sich vor der unerträglichen Unsicherheit der Märkte in eine "langfristig, solide" Anlage geflüchtet haben, ohne sich um ein Risikomanagement Gedanken zu machen.
  2. Sich damit auch lange - über Monate und Jahre - gut gefühlt haben, solange die Märkte nicht einbrachen. Und überall in ihrer Umgebung die Geschichte verbreitet haben, dass das mit der Börsenhektik ja "Quatsch" wäre und man nur eine ruhige Hand und "gute" Unternehmen bräuchte.
  3. Als der Markt dann zu einem neuen 2000er oder 2008er Event ansetzte, sich nach den ersten 10% Verlust beruhigt und selbstgewiss nach hinten gelehnt haben.
  4. Nach 20% Verlust nachgekauft haben, weil ihre Anlagen ja "solide" seien.
  5. Nach 30% Verlust nervös wurden.
  6. Nach 40% Verlust nicht mehr hinschauen konnten.
  7. Nach 50% Verlust ihrer Frau nichts mehr gesagt haben und am Stammtisch dem Thema ausgewichen sind.
  8. Nach 60% Verlust verzweifelt verkauft haben und nie wieder über Börse nachdenken oder reden wollen. "Börse ist Scheisse" lautet von da an das Credo.
  9. Und deshalb auch nicht sehen, dass es nun wieder hoch geht und der Markt Jahre später neue Höchststände generiert.

Ich kenne diese "Anleger-Karrieren" aus dem EffEff und deshalb muss ich immer schmunzeln, wenn ich merke dass Anleger, die mit der Unsicherheit nicht umgehen können, in "langfristige" Anlagen flüchten, weil sie sich einbilden, dort sei die Unsicherheit geringer.

Die Unsicherheit ist einfach inhärenter Teil des Marktes. Es könnte einen Markt gar nicht geben ohne diese Unsicherheit. Versuchen Sie sich mal vorzustellen, wie Kurse entstehen sollen, wenn alle wissen was passiert! Denken Sie dabei an die -> Reflexivität <-.

Und glauben Sie ja nicht, dass in langfristiger Perspektive irgend etwas weniger unsicher wäre! Es sieht auf den langfristigen Charts nur im Nachhinein immer so klar aus, aber Hinterher lässt sich halt immer gut "schwätzen". 😉

Der Punkt ist also, der Markt ist die personifizierte Unsicherheit und es sind die am Erfolgreichsten, die diese Unsicherheit akzeptieren, in sich aufnehmen und ja sogar lieben lernen können. Wer diese Unsicherheit bekämpft, reibt sich auf.

Erneut, damit das ja niemand falsch versteht: langfristige Strategien können hervorragend funktionieren und machen jede Menge Sinn! Und es gibt viele gute Gründe, eine langfristige und eher passive Strategie zu wählen: Zeitaufwand, Nerven und Lebensumstände gehören zu den legitimen Gründen, die für eine langfristige Strategie sprechen. Nur sollten wir nicht glauben, dass wir damit der Unsicherheit ein Schnippchen schlagen, der müssen wir uns *immer* stellen. Immer!

Nein, bei langfristigen Strategien hat man nur das Privileg, diese grundlegenden Entscheidungen in Unsicherheit nicht permanent zu treffen, sondern nur in grösseren Abständen. Dafür hat man dann aber auch weniger Übung und die Entscheidungen werden gewichtiger und bedeutender.

Es ist eben eine kleinere Hürde, sich jeden Tag zu fragen, ob man sich bei einer Teilposition mit 2% Verlust ausstoppen lässt, oder sich nach Monaten und 20% Verlust zu fragen, ob man komplett aus einem Markt geht, weil man fürchtet, dass der auch 50% fallen könnte!

Wir haben also die Wahl, uns täglich in Unsicherheit zu üben und dabei viele kleine Entscheidungen zu treffen, oder uns nur nach langer Zeit der Unsicherheit zu stellen, dafür aber weit schwergewichtigere Entscheidungen treffen zu müssen.

Der Unsicherheit stellen müssen wir uns aber so oder so!

Welcher Weg individuell der Richtige ist, kann nur jeder für sich entscheiden. Klar ist, dass wer keine Zeit hat dem Markt in seinen Schwingungen zu folgen oder wem die Nerven dafür fehlen, auf jeden Fall einen längerfristigen Ansatz wählen sollte. Nur darf man sich nicht einbilden, dass man damit der Unsicherheit verschwinden würde und man die Anlagen einfach gedankenlos liegen lassen kann!

Wobei, eine Alternative gibt es schon, in der wir uns der Unsicherheit gar nicht stellen müssen. Und das ist die Methode des langfristigen Vermögensaufbaus, in dem man einfach stur jeden Monat etwas in den Aktienmarkt gibt, mit dem "Cost-Average-Effekt" ein gutes Gefühl vermittelt bekommt und sich überhaupt nicht dafür interessiert, wo der Markt steht.

Theoretisch kann man so garantiert und ohne Stress die langfristige Performance der Aktienmärkte nachbilden. Nur wer schafft das in Realität? Denn dann muss man sich alle Augen und Ohren zu halten, wenn medial die nächste Krise über einem zusammen schlägt und man bei der Bank um die Ecke die Schlangen vor den Schaltern sieht, die panisch ihr Geld abheben wollen. Wer kann das also schon? Ich behaupte: fast keiner, auch wenn es vorher fast jeder glaubt.

Und selbst wenn man es kann, kommt die Zeit näher, in der man dann im Ruhestand die Anlagen entnehmen will und natürlich fängt dieser verfluchte Markt genau ein Jahr vor dem Ruhestand an zu fallen. Was tut man nun? Übung um in Unsicherheit zu überleben, hat man dann keine.

Und auch die Unsicherheit des Marktes an einen Vermögensberater oder einen Fundmanager zu delegieren, verlagert die Unsicherheit nur. Man muss sich nicht mehr mit dem Markt auseinander setzen und das ist ja erst einmal ein Wert an sich. Die Unsicherheit des Marktes, wird aber dann durch die Unsicherheit ersetzt, ob der Vermögensberater "es kann" und auch das kann man erst dann heraus finden, wenn das Kind schon weit in den Brunnen gefallen ist. Man braucht also schon immenses Urvertrauen in den Berater, um auf diesem Weg die Unsicherheit zu begrenzen.

Fazit:

Die Unsicherheit ist inhärenter Bestandteil des Marktes, einen freien Markt ohne permanente Unsicherheit gibt es nicht, egal ob kurz- oder langfristig. Und das ist gut so!

Wir Menschen hassen diese Unsicherheit aber emotional und sind deshalb auch so empfänglich für alle Angebote und Gurus, die uns Sicherheit verkaufen wollen.

Das ist aber alles Illusion, es gibt keinen Weg die grossen Entscheidungen in Unsicherheit zu vermeiden. Wir können aber üben, mit Unsicherheit umgehen zu können und darin sogar die Chancen zu erkennen. Und das ist die grundlegende Basis des Erfolgs am Markt.

Und deshalb lesen Sie hier von mir auch nur, wie der Markt real ist und keine fabulierenden Prognosen, wie ich mir den Markt gerne wünschen würde. Wenn der Markt unsicher schwankt, dann schwankt er halt und niemand kennt dann die Richtung. Und ich bin der kalte und rationale Beobachter dieser Situation und das zu können ist eine Qualität.

Die Grundvoraussetzung für Erfolg an den Märkten ist aber, dass wir die Unsicherheit nicht bekämpfen und aufhören, ein reiner "Sicherheitssucher" zu sein, denn da gibt es keine. Sicherheit verschaffen uns nur die eingeübten Fähigkeiten, mit denen wir uns aus jeder Situation wieder heraus retten können. Das nennt man als Überbegriff "Risikomanagement" und dahinter verbergen sich verschiedenste Techniken, deren Einsatz sehr individuell ist.

Aber wenn wir es nicht schaffen, die Unsicherheit zu lieben und als Chance zu sehen, müssen wir zumindest lernen sie zu akzeptieren, ohne uns daran aufzureiben. Andernfalls haben wir keine Chance gegen Mr. Market.

Ihr Hari

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Welches Börsenjahr reimt sich auf 2015?

Das grosse Rätselraten ist im Gange - mal wieder. 😉 Ist das nun eine Kaufgelegenheit oder steht uns noch weiteres Ungemach an den Märkten bevor?

Letztlich ist dieses Rätselraten sinnlos und wird medial von Leuten beherrscht, die ihre Meinung mit besonderer Verve zu Markte tragen. Erfahrene Anleger - und Trader sowieso - wissen aber, dass der dauerhafte Erfolg am Markt sich umgekehrt reziprok zur Lautstärke der Prognosen einstellt und vor allem mit Beobachtungsgabe, Strategie und Disziplin zu tun hat.

Denn die Zukunft ist unbestimmt und nur aufmerksame Beobachtung der Signale des Marktes erlaubt uns, diesem zu folgen oder ihn sogar manchmal zu antizipieren. Eine Kristallkugel zur zuverlässigen Vorhersage der Zukunft hat aber niemand.

Bei der Frage, wie es nun an den Märkten weiter geht, sind einfach zu viele noch unbestimmte Variablen im Spiel. So hat die FED in Person des FED Vize Stanley Fisher, gerade wieder auf der Notenbanktagung in Jackson Hole mit eigenen Worten bewiesen, dass sie selber noch nicht weiss, ob der erste, lang erwartete Zinsschritt nun im September kommt oder nicht.

Und Fisher hat die US Arbeitsmarktdaten vom kommenden Freitag zum entscheidenden Kriterium gemacht. Wir können uns also schon wieder auf eine massive, inverse Reaktion des Marktes am Freitag einrichten. Sprich zu gute Daten werden schlecht sein und umgedreht. In dieser inversen Logik haben wir ja nun jahrelange Übung. 😉

Der Punkt ist, wenn die FED als wichtiger Marktfaktor selber noch nicht weiss, ob sie nun Taube oder Falke sein will, wie sollen wir das dann wissen? Und welchen Sinn haben dann zu überzeugte Prognosen mit "Egowelle", ausser um sich selbst im medialen Wettbewerb mit Kompetenzanmutung zu verkaufen?

Auch heute haben wir durch schlechte chinesische Daten ja wieder einen unberechenbaren Einflussfaktor, der initiale Schwäche an den Märkten generiert. Auch da fragt man sich aber eher, wie schlimm es denn nun wirklich ist, wenn solche Werte überhaupt zugelassen werden. Denn nachdem sogar Journalisten lächerlicherweise für den Kuturz verantwortlich gemacht werden, dürfte dem Letzten klar sein, dass den offiziellen chinesischen Daten sowieso nicht zu trauen ist.

Und am Donnerstag kommt die EZB und es wurde von Seiten der EZB ja schon darüber spekuliert, dass auch eine Ausweitung des Kaufprogramms im Rahmen des QE denkbar ist.

Aber trotz all dieser unberechenbaren Einflussfaktoren, sind wir trotzdem nicht blind. Im Gegenteil. Es gibt unzählige Faktoren und Indikatoren, die uns seriös etwas über den Marktzustand sagen und die ein komplexes Gesamtbild formen.

Es ist unmöglich im Rahmen so eines Beitrages im freien Bereich diese Faktoren alle zu betrachten, das tun wir im Premium-Bereich täglich und haben damit in den letzten 2 Wochen fast auf den Punkt den beginnenden Einbruch und vor allem sehr profitabel, den Rebound ab Montag letzter Woche getroffen.

Diese Faktoren und Marktdaten schaffen aber auch keine absolute Sicherheit, Sicherheit gibt es am Markt nicht. Sie definieren aber Wahrscheinlichkeiten. Es gibt einfach Szenarien, die jetzt wahrscheinlicher sind als andere und das aus guten Gründen. Das ist keine absolute Sicherheit, aber es ist eine Menge mehr, als blindes und panisches Herumraten.

Besondere Bedeutung kommt dabei dem Verhalten des Marktes zu, wenn der im Rebound in die wichtigen Widerstandszonen bei 2.040 - 2.050 im S&P500 und bei 10.6xx im DAX hinein läuft. Und diese Zonen haben wir noch nicht heute erreicht, noch hat der Rebound Luft nach oben.

Wie es von da weiter geht, ist die Frage, für die uns die intensive Marktbeobachtung Wahrscheinlichkeiten liefert.

Statt Ihnen nun aber unzählige Wenns und Abers und Szenarien zu zeigen, will ich als Kunstgriff statt dessen die Vergangenheit bemühen. Denn Geschichte wiederholt sich zwar nicht, sie reimt sich aber und das gerade an der Börse. Alles schon einmal da gewesen, sozusagen. 😉

Schauen wir also auf 4 mögliche Vorlagen für 2015 und versuchen die Frage zu beantworten, welches Jahr sich am ehesten auf 2015 reimt:

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So sah es 2008 aus. Wir wären dann gerade im ersten Rebound nach dem ersten Einbruch, dem sich damals schweres Ungemach angeschlossen hat:

S&P500 2008

Das Szenario ist denkbar, erscheint mir in Würdigung der Gesamtumstände derzeit als Analogie aber eher unwahrscheinlich.

Nun aber schauen wir auf den gnadenlosen Rebound im Herbst letzten Jahres:

S&P500 2014

Aber auch hier gilt für mich nach Sichtung aller Daten, dass das zwar etwas wahrscheinlicher als die 2008er Analogie, aber auch eher unwahrscheinlicher ist als das, was nun folgt.

Weit besser passt mir da die 2011er Analogie ins aktuelle Bild, die übrigens auch im August den Einbruch begann. Hier markierte zwar der erste Einbruch fast das Tief, aber es folgten eben 2 Monate markanter Swings, die mit einem marginal tieferen Tief im Oktober endeten, bevor es zum Jahresende wieder hoch ging:

S&P500 2011

Das reimt sich auf die aktuellen Rahmenbedingungen schon viel besser und erscheint im Gesamtbild eine gut vorstellbare Vorlage für das aktuelle Geschehen.

Aber es gibt noch eine, zunehmend vergessene Parallele, die mir noch einen Tick besser gefällt. Und das ist 1998, woran sich noch 2 Jahre harte Rally anschlossen, bevor dann im Jahr 2.000 eine echte Blase platzte:

S&P500 1998

Diese Struktur eines Doppelbodens passt sehr gut zu einem Ablauf, in dem die Indizes nun noch bin zu den genannten Widerstandszonen laufen, dann im Zuge einer Erwartung der Zinserhöhung der FED in die FED Sitzung hinein fallen und nach dem die Kuh endlich vom Eis ist und klar wird, dass nach der ersten pro-forma Erhöhung sowieso nichts nachkommt, dann zum Jahresende hin wieder in den Rallymodus gehen.

Alles Spekulation? Stimmt, das betone ich ja immer. Aber es spricht viel dafür, dass die 2011er und 1998er Analogie näher an den Realitäten der Gegenwart ist, als die extremen Crash- und Rebound-Szenarien, die man von den grossen -> Crashpropheten und Gesundbetern <- nun mal wieder lesen kann.

Für die Anleger bedeutet das, nicht zu schnell das ganze Pulver zu verschiessen und sich auf weitere, wilde Volatilität einzurichten - aber Schwäche trotzdem Zug um Zug zu nutzen, um langfristige Posititionen wieder aufzubauen, die aufmerksame Markt-Beobachter Anfang August abgebaut haben.

Und woran erkennt man, dass wir doch in 2008 sind und man doch schnell raus muss? Wenn das Tief vom letzten Montag nicht nur kurz für ein oder zwei Tage marginal unterschritten, sondern nachhaltig nach unten verloren wird. Dann hätten wir Alarmstufe Rot an den Märkten, aber da sind wir noch nicht.

Am Ende ist es aber alleine die Price-Action die für uns Relevanz haben sollte. Wir dürfen uns deshalb auch nicht in obige Vorlagen verbeissen, vielleicht hat 2015 sein ganz eigenes Muster, das noch nicht geschrieben ist.

Aber eine grobe Orientierung können die alten Verläufe schon geben und solche Szenarien erlauben uns, das reale Geschehen dann auch schneller einzuordnen. Und das ist eine Menge wert, nur verheiraten und verlieben dürfen wir uns in diese Analogien eben nicht. Es sind gedankliche Krücken, nicht mehr, aber auch nicht weniger.

Ihr Hari

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Börsenerfolg: Worauf warten Sie noch?

Pfingsten rückt näher und die Börsen notieren nahe der Höchststände. Das ist doch ein guter Zeitpunkt für uns alle, um uns einmal zurück zu lehnen und die Frage zu stellen, ob wir mit unserem Börsenerfolg zufrieden sind?

Ich bin sicher, bei einigen von Ihnen ist das nicht der Fall. Aber wie kann das sein, Sie sind doch intelligent, gebildet und die Märkte steigen und steigen seit Jahren, als ob es kein Morgen mehr geben würde. Wie kann das also bei diesen Voraussetzungen sein?

Die harte, aber trotzdem wohl wahre Antwort ist: das liegt wohl an Ihnen. Ja, an Ihnen! Das Problem starrt sie sozusagen im Spiegel an. 😉

Es bleibt ja auch niemand anderes übrig. Ich weiss, das ist nichts, was man gerne liest und ich mache mir damit nicht notwendigerweise Freunde. Aber es ist trotzdem wahr. Denn die Märkte sind objektiv jahrelang gestiegen und auch ein Affe hätte durch den Kauf ein paar zufälliger ETFs seit 2012 mit Sicherheit ein paar sehr gute Gewinne produziert!

Aber vielleicht sind ja die "Tips" schuld, denen Sie gefolgt sind? Sagen wir es mal so, das kann insofern schon sein, als viel geschrieben wird, wenn der Tag lang ist. Und nicht alles hat wirklich Qualität und Substanz.

Aber auch diesen Schuh, müssen Sie sich irgendwie wieder selber anziehen, ich kann Ihnen das nicht ersparen. Denn Sie haben sich Ihre Quellen ja ausgesucht.

Damit sind wir schon beim ersten grossen Irrtum. Klar, das Internet ist voller vordergründig kostenloser Informationen, auch zum Finanzmarkt und man kann sich endlos verklicken und kein Ende finden. Aber von ein paar lobenswerten Altruisten abgesehen, haben diese Informationen einen Zweck. Und meistens einen Wirtschaftlichen! Und deshalb mag das Herumklicken unterhaltsam sein, profitabel ist es nicht.

So verdienen einige Seiten Geld mit den Klicks, die Sie auf die Artikel machen. Glauben Sie ernsthaft dann tief schürfende Artikel zu bekommen? Nein, dann kommt es für den Betreiber eher darauf an, die Schlagzeilen möglichst "knackig" zu machen, damit der "Klick" ausgelöst wird. Auf den Inhalt kommt es dann weniger an. Wie überall gibt es lobenswerte Ausnahmen, aber man findet es oft, dass zwischen dem reisserischen Titel und dem dünnen Inhalt, eine massive Diskrepanz existiert.

Andere verdienen Geld mit -> Auftragsartikeln <-, die aber nicht als solche gekennzeichnet sind. Früher nannte man das "Schleichwerbung". Sie glauben doch nicht ernsthaft, sich an der Börse einen Vorsprung zu erarbeiten, in dem sie so etwas lesen?

Ich könnte lange so weiter machen. Und damit sind wir bei dem ersten von zwei Themen, die Sie nun mal endlich angehen sollten, wenn Sie nicht zu der Minderheit gehören, die das schon getan hat. Weil diese beiden Themen einfach unerlässlich für den Börsenerfolg sind. Das erste ist:

Achten Sie auf die richtigen Informationsquellen, aus denen Sie Ihre Kenntnisse beziehen!

Machen Sie sich bitte unbedingt klar, dass der Finanzmarkt der wettbewerbsintensivste der ganzen Welt ist! Es gibt nach meiner Überzeugung kein Spiel, keinen Sport und keinen Wirtschaftsbereich, in dem der Wettbewerb noch intensiver und aggressiver ist, als beim Versuch, sich am Finanzmarkt einen Vorteil zu verschaffen.

Und denken Sie daran, dass Sie wenn Sie eine Aktie kaufen oder verkaufen, diese ja nicht "von der Börse" kaufen, sondern von einem anderen Marktteilnehmer, der genau die Gegenposition einnimmt. Der Ihnen also verkauft, was Sie kaufen, und kauft, was Sie verkaufen.

Jede Ihrer Handlungen am Markt ist also sozusagen ein intellektueller Wettbewerb mit dem "auf der anderen Seite", der aber für Sie unsichtbar bleibt.

Und dabei treten Sie gegen einige der intelligentesten Köpfe des Planeten, gegen die schnellsten Computer und besten Algorithmen an, die man programmieren kann. Denn hier geht es um mehr als um eine Medaille oder Ruhm, hier geht es um hartes Geld im Milliardenvolumen!

Das ist der Wettbewerb, in dem Sie mitspielen wollen, machen Sie sich das klar! Und das ist der Wettbewerb, in dem wir mitspielen müssen, da es kaum mehr andere Wege gibt, für sein Kapital eine sinnvolle Rendite zu erzielen. Und das Tolle ist, wir können in diesem Wettbewerb tatsächlich mithalten, zeigen Sie mir einen Sport, in dem Sie mit den Weltbesten ihre Kräfte messen können?

Aber jetzt schauen Sie sich doch bitte mal im Spiegel an und fragen sich, ob es in Anbetracht dieser Gegner Sinn macht, in diesen Wettbewerb ohne hervorragende Informationsquellen zu gehen und Ihr Kapital zu riskieren?

Wohl kaum. Es ist eher die Bereitschaft, sich freiwillig zur Schlachtbank zu begeben und nicht ohne Grund scheitern so viele, sich selbst überschätzende Privatanleger an der Börse, die im sonstigen Leben durchaus erfolgreich sind.

Es ist also völlig illusorisch von Börsenerfolg zu träumen, wenn man ziellos und immer nur wenn man Lust und Laune hat, herum klickt. Auf der sinnlosen Suche nach dem "heissen Tip".

Selektieren Sie statt dessen wenige, aber kompetente Quellen, die Sie regelmässig verfolgen. Quellen, bei denen Sie wissen, wie die sich finanzieren und die damit auch offen umgehen. Quellen, die konsistent und über einen längeren Zeitraum wertvolle Informationen bereit stellen und bei denen Sie auch Kontextinformationen erhalten und nicht nur das irrelevante "Kauf mich jetzt" der Marktschreier.

Und klar, natürlich halte ich neben anderen, auch surveybuilder.info.de für so eine Quelle. Und ich will Sie natürlich mit diesem Beitrag motivieren, nun mal endlich flapsig gesagt "ihren Hintern hoch zu bekommen" und ihren Börsenerfolg strukturiert und diszipliniert anzugehen. Und dafür hier Mitglied zu werden, denn viele Angebote dieser Art, gibt es im deutschen Sprachraum nach meinem Eindruck wirklich nicht.

Ich merke ja auch, dass es viele Leser da draussen gibt, die sozusagen Hin- und Her überlegen, ob sie denn Mitglied werden sollen. Und den im Vergleich zur gebotenen Leistung wirklich sehr geringen Jahresbeitrag als Hürde empfinden, obwohl sie etwas provokant gesagt, problemlos das Zehnfache für farblich abgestimmte Lack- oder Holzintarsien im neuen Auto ausgeben würden. Beziehungsweise Jüngere schnell den gleichen Betrag für "Ingame-Schwerter und Rüstungen" in Online-Rollenspielen, also für digitale Pixel ausgeben. 😉

Was ich Ihnen hier aber eindringlich vermitteln will ist: Wenn Sie Ihre Informationsquellen nicht professionalisieren, haben sie sowieso keine Chance am Markt. Und es fragt sich, warum Sie so Ihr wertvolles Kapital riskieren.

Denn die entscheidende Ware am Finanzmarkt ist *Information*.

Erfolg beruht immer auf einem Informationsvorsprung gegenüber der "Herde" und den muss man sich hart erarbeiten, der wird einem nicht geschenkt. Zugriff auf gute Quellen, die einem dabei helfen und Informationen geeignet aufbereiten, sind die zwingend notwendige Grundlage, ohne die es nicht geht.

Warum wohl investieren Hedgefonds Millionen für kleine Informationsschnipsel, die sie minimal schneller, besser, intelligenter als anderen machen? Eben weil Information die entscheidende Ware am Finanzmarkt ist! Und Sie wollen mit Ihrem sauer verdienten Vermögen, gegen diese Gegner antreten, während Sie zögern, überhaupt mal minimal etwas in gute Information zu investieren? Da kann ich nur sarkastisch und ironisch "viel Erfolg" wünschen. 😉

Eine einzige falsche Entscheidung, ein einziger dieser sinnlosen, aber kostenlosen "heissen Tips", der Sie mal wieder "in die Grütze" reitet und schon ist mehr verloren, als der Zugang zu seriösen Informationen kostet. Seien Sie doch froh, dass Sie seriöse und werthaltige Informationen daran erkennen können, dass diese eben nicht marktschreierisch feil geboten werden! Also, wählen Sie Ihre Informationsquellen in Börsenfragen sorgfältig. Das ist sozusagen die halbe Miete beim Börsenerfolg.

Gute Informationen alleine sind aber umgedreht keine Garantie für Erfolg, das gehört noch eine Menge mehr dazu und viel davon hat mit Psychologie und Selbsterkenntnis zu tun. Aber gute Informationen verhindern wenigstens, dass Sie von vorne herein einen so massiven Nachteil gegenüber den anderen haben, dass Sie sowieso keine Chance hätten! Und das ist ja auch schon ein Fortschritt!

Die andere Hälfte die zwingend nötig ist, hat mit einem Thema zu tun, das Ihnen vielleicht auch bekannt vorkommt: Disziplin!

Denn es gibt keine einfachen und anstrengungslosen Weg, der zu Erfolg an der Börse führt - dafür ist der Wettbewerb viel zu stark. Gäbe es ihn, würden die anderen den ja auch kennen und der Kurs des Assets wäre schon viel höher und der Weg könnte deshalb nicht mehr funktionieren. Denn wir sind nicht klüger als der Markt - kein bisschen. Und wenn wir unsere Informationen per Zufall von irgendwelchen Seiten beziehen, deren wirtschaftliche Absichten im Dunkel liegen, müssen wir uns über gar nichts wundern.

Was einfach nötig ist, ist Disziplin, Fleiss und Standfestigkeit. Sie müssen das Thema Börsenerfolg wie ein Projekt angehen: überlegt, mit Strategie, konsequent und jeden Tag diszipliniert.

Viele sagen jetzt, ihnen fehlt dafür die Zeit neben der Arbeit. Das mag sein und ist auch in Ordnung. Dann sollten Sie aber auch nicht in Selbstüberschätzung glauben, mit eigenen, unkoordinierten und zufälligen Anlageentscheidungen, etwas Positives für Ihr Depot zu erreichen! Dann sollten Sie Ihr Geld besser in -> kompetente Hände <- geben.

Ich sage hier ganz eindeutig: Erfolg am Finanzmarkt ist möglich, auch für uns. Eine ebenso gute und kluge Entscheidung ist aber zu erkennen, dass man diesen Weg selber nicht gehen kann und will und sein Kapital daher in kompetente Hände zu geben. Was dagegen irrational ist, ist sich mit untauglichen Mitteln und ohne Strategie in die wettbewerbintensivste Löwengrube dieses Planeten zu begeben!

Abgesehen davon, stimmt das mit der fehlenden Zeit für die meisten Menschen ja nicht, es ist vielmehr in der Regel einfach eine Frage von Prioritäten. Auch wenn man viel arbeitet, kann man oft eine knappe Stunde am späten Abend oder wenigstens eine Stunde jedes Wochenende für die Börse reservieren. Es kommt dann eben entscheidend darauf an, dass man die Informationsquellen und die eigene Strategie auch an den zeitlichen Möglichkeiten ausrichtet.

Wer nur eine Stunde am Tag am späten Abend hat, muss halt zum Beispiel eine Technik wählen, wie ich sie im Artikel -> Tradingsystem für Berufstätige <- beispielhaft skizziert habe. Und sollte die Finger von allen Anlagen lassen, die mit dem Zeitaufwand nicht sinnvoll zu handeln sind - womit wir wieder beim Thema "Disziplin" sind.

Und dann brauchen Sie unbedingt auch noch die Möglichkeit, sich in einem vertrauenswürdigen Umfeld mit kompetenten Gleichgesinnten auszutauschen und sich gegenseitig zu helfen und auf Ideen zu bringen. Denn alleine bekommt man das nicht hin, man beginnt sich dann im Kopf im Kreis zu drehen. Wir sind soziale Wesen und brauchen Input von aussen. Wichtig ist halt darauf zu achten, dass der Input von Menschen kommt, die kompetent sind und etwas zu sagen haben. Womit wir wieder bei der bewussten Auswahl unserer Börsenmedien sind.

All das bietet Ihnen surveybuilder.info.de. Und dieser Blog ist nicht die einzige derartige Quelle, aber es sind nach meinem eigenen Eindruck nicht viele im deutschsprachigen Raum, die alle Kriterien erfüllen, in den US ist die Börsenkultur eine andere.

Also frage ich Sie erneut: Worauf warten Sie noch?

Dass der Reichtum durch Ihr "goldenes Händchen", anstrengungslos in Ihr Depot hinein rollt? Ernsthaft? Hat es denn bisher geklappt? 😉

Was Sie als Grundlage brauchen, sind die richtigen Informationsquellen und dann Fleiss, Disziplin und die Bereitschaft an sich zu arbeiten!

Das ist keine Garantie für Erfolg, aber es eröffnet eine echte Chance. Und selbst wenn nicht alle Träume in Erfüllung gehen, ermöglicht es sich weiter zu entwickeln und es macht ja auch schlicht Spass, sich diesem intellektuellen Wettbewerb der Marktteilnehmer zu stellen, der jeden Tag immer wieder am Finanzmarkt ausgetragen wird.

Klar ist auf jeden Fall, hier bei surveybuilder.info ist ein Ort, der Ihnen eine kompetente und verlässliche Informationsgrundlage geben will. Hier gibt es keine Werbung, keine Rabatte, keinen Abschlussdruck und keine Vertriebsaktionen. Denn wenn Sie sich von solchen Methoden treiben lassen würden, würde ihnen sowieso die Grundlage fehlen, um gegen Mr. Market bestehen zu können.

Denn der zieht psychologisch alle Register und nur wer sich der eigenen Psyche und den eigenen, fehlgeleiteten Reflexen stellt, hat dauerhaft eine Chance. Das ist ohne Frage schwierig, aber es lohnt sich. Und genau auf diesem Weg soll Ihnen hier geholfen werden.

Also: Worauf warten Sie noch?

Wenn Sie nicht zu surveybuilder.info.de wollen, ist das doch in Ordnung. Dann suchen Sie sich andere, seriöse Quellen. Die gibt es.

Aber vor allem: Tun Sie es endlich! Strukturieren und professionalisieren Sie Ihre Informationsquellen! Zu Ihrem eigenen Wohl!

Ihr Hari

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Gedanken zum langfristigen Vermögensaufbau und zum Zerrbild des Value-Investing

Der folgende Artikel entstand aus der Kombination eines am 29.01.14 in Hari Live erschienenen Artikels, sowie eines Forenkommentar zum Thema "Value Investing" vom 13.04.14.

Womit beginnt man denn eigentlich den langfristigen Vermögensaufbau ?

Dazu kann man Bücher schreiben, ich will deshalb nur einen kleinen Teilaspekt heraus greifen. Wer hier im Blog ist, hat dann bestimmt auch erkannt, dass zu einem langfristigen Vermögensaufbau die Beteiligung an Produktivkapital gehört und der nicht nur mit Tagesgeld erreicht werden kann. Denn sonst wären Sie wohl nicht hier. 😉

Ich betone auch ausdrücklich, es macht für jeden Anleger jede Menge Sinn, ein Basisdepot zu haben, dass er unter langfristigen Aspekten verwaltet und damit bei geringen Risiken einen langfristigen Aufbau erzielen kann. Wenn man dieses Depot hat, dann kann man sich auch mal mit einem kleineren Teil an eigene Anlagen wagen und dabei auch mal höhere Risiken eingehen.

Aber diese ruhige, stabile Basis ist für jeden privaten Anleger ganz wichtig, davon bin ich überzeugt. Wer als junger Mensch versucht, diesen Schritt zu überspringen und sozusagen mit den ersten 10.000€ im Sparstrumpf versucht, gleich durch Trading "reich" zu werden, wird zu 99,99% scheitern. Und die 0,01% sind dann halt echte Genies. Die soll es geben. 😉

Auch ich lebe diese Zweiteilung. Ich besitze ein ruhiges, langfristig orientiertes Investmentdepot und ein weit aggressiver verwaltetes Trading-Depot, mit dem ich eine Überrendite erziele.

Beginnen Sie also - gerade als junger Mensch - mit einer guten, langfristigen Basis in Ihrem Depot. Und dann, wenn Sie diese haben, beginnen Sie selber mehr zu wagen und Ihre Fähigkeiten zu testen. Und dazu will ich Ihnen heute einen vielleicht überraschenden Rat geben.

Denn wenn wir über diese Basis reden, stellt sich ja gleich die Frage: welche Aktien sollten Sie für so ein Basis-Depot wählen ?

Die Antwort ist offensichtlich und dazu gibt es unzählige sinnvolle Darstellungen. Es sind natürlich die grossen Bluechips mit positivem Cashflow, die auch Generationen überdauern, weil sie ein Geschäftsmodell haben, das immer trägt. Es sind Namen wie Nestle, Unilever, Roche, Novartis, General Electric, Siemens und so weiter und so fort.

Sie können jetzt längliche Diskussionen darüber führen, ob als Industrietitel im Moment ABB, Siemens oder GE die bessere Wahl wäre. Oder als Pharmatitel Roche, Novartis oder doch Sanofi. Sie werden dazu viele Meinungen lesen und wenn Sie zu viel Zeit haben, können Sie auch anfangen, die gigantischen Geschäftsberichte dieser Unternehmen zu lesen, im Irrglauben, daraus einen Vorteil für Ihre Anlage ziehen zu können.

Für den Trader sind diese Unterschiede auch sehr wichtig, weil der richtige Moment und die richtige Aktie mit der richtigen Markttechnik macht auf der mittleren Zeitebene schnell mal 10% Gewinn aus, die die andere Aktie dann nicht hat.

Für Sie, der Sie mit diesen Aktien einen langfristigen Vermögensaufbau betreiben wollen, sind diese Unterschiede aber nicht ganz so wichtig. In 2 Jahren hat vielleicht das Management gewechselt und dann ist sowieso alles anders. Als Lesestoff sind diese Geschäftsberichte ja interessant und es schadet nicht, wenn ein Aktionär weiss, was in seinem Unternehmen los ist. Als Entscheidungsgrundlage für die langfristige Auswahl können Sie das aber eher vergessen. Zumal die Qualität der Bilanzzahlen in den Zeiten des IFRS sowieso teilweise fragwürdig ist.

Und an dieser Stelle greift deshalb auch mein Rat. Ich kann nicht sehen, dass Sie für Ihr langfristiges Depot einen grossen Vorteil damit erzielen, dass Sie sich nun um die Aktienselektion dieser Bluechips für Ihren langfristigen Vermögensaufbau intensiv bemühen. Wie gesagt, es schadet auch nicht, aber es wird bei der Performance keinen grossen Unterschied machen.

Warum ? Ganz einfach, weil hunderte, ja tausende - in der Regel besser als Sie qualifizierte Vermögensberater und Fondmanager - sich genau diese Gedanken für ihre Fonds machen. Denn diese Titel sind in hunderten und tausenden Fonds und ETFs enthalten. Glauben Sie wirklich, dass Sie diese Selektion besser als diese Profis vornehmen können ? Was bringt es Ihnen, den Geschäftsbericht auch noch zu lesen, wenn die Profis es alle schon getan haben und deren Reaktion darauf, schon im Kursverlauf verarbeitet ist ?

Ich kann das Dilemma perfekt am Grossmeister der Geldanlage Warren Buffett festmachen. Den kennen Sie ja bestimmt und bewundern oder schätzen ihn. Nun wäre es für Sie ja ein Leichtes, Ihr kleines Vermögen von "Warren himself" verwalten zu lassen. Sie müssen dafür nur seine Beteiligungsholding Berkshire Hathaway (WKN: A0YjQ2) an der Börse kaufen. Und schon wird Ihr Geld vom grossen Warren verwaltet und Sie haben indirekt Wells Fargo, Coca Cola und Co. im Depot.

Warum also glauben Sie, bei der Auswahl von Aktien im Bereich dieser Bluechips auch noch Warren Buffett schlagen zu können ? Klar ich weiss, man ist als privater Anleger agiler, Buffett wird ja durch die Grösse des Riesentankers Berkshire sehr eingeschränkt und da ist ja auch noch das Fragezeichen, wie es mit Berkshire weiter geht, wenn er mal nicht mehr ist.

Ich will mit Berkshire ja auch nur einen Punkt machen. Es gibt auch in Deutschland richtig gute Fonds und Vermögensverwalter, die wissen was sie tun. Und denen Sie ihr Geld anvertrauen können und wissen, dass es dort professionell verwaltet wird. Und sich in Ihrem Depot genau die Art von Aktien finden, die ich oben beispielhaft erwähnt habe. Und Sie haben auch als Kleinanleger Zugang zu diesen Vermögensverwaltern, weil die in der Regel an der Börse notierte Fonds haben. Ich will hier keine konkrete Werbung machen, aber einige der guten Adressen wurden hier im Forum schon besprochen. Oder eben Sie gehen zu dem grossen Buffett selber, um Ihr Geld verwalten zu lassen.

Mein Punkt und Rat ist:

Geben Sie den langfristigen Vermögensaufbau in gute Hände. Wählen Sie eine Handvoll guter Fonds von seriösen Top-Leuten aus, die genau in die Aktien investieren, die für einen langfristigen Vermögensaufbau geeignet sind.

Oder - wenn Sie in Ihrer Börsen-Erfahrung etwas weiter sind - wählen Sie selber gezielt grosse ETFs aus, die voll replizierend die oben genannten Aktien kaufen. Und mischen Sie vielleicht noch Warren Buffet direkt bei. 😉 Und dann sparen Sie da an und lassen diese Positionen langsam akkumulieren.

Das ist dann Ihre ruhige Basis im Depot und die brauchen Sie, wenn Sie einen langfristigen Vermögensaufbau erreichen wollen. Und investieren Sie darüber hinaus in Ihr Wissen und Können rund um die Märkte. Und genau dafür, hat diese Community für Sie ein attraktives Angebot.

Konzentrieren Sie aber Ihre eigene Energie nicht darauf, besser als Warren Buffett sein zu wollen. Lassen Sie sich nicht von einem trivialisierten Zerrbild des "Value-Investing" blenden, das gerade in Deutschland allenthalben herum gereicht wird, weil es sich für die Anleger so gut anfühlt. Die Unmöglichkeit für Sie, mit Buffett zu konkurrieren, liegt gar nicht mal daran, dass Buffett so "einmalig" ist. Das man ihn heute nicht mehr 1zu1 kopieren kann, liegt auch daran, dass er seine grossen Erfolge in einer ganz anderen Zeit mit anderen Voraussetzungen hatte. Er würde heute selber grösste Probleme haben, sich selbst zu kopieren, weil viele seiner Aktionen damals (wie die Übernahme der Textilfabrik Berkshire) heute viel stärker beobachtet würden. Damals lief er damit noch weitgehend unter dem Radar, von der Lokalpresse mal abgesehen.

Und über Benjamin Grahams Ansatz ist sowieso die Zeit hinweg gegangen, weil viele Daten mit deren Ermittlung er sich noch einen Edge erarbeiten konnte, heute in der Welt des Internets als "Common Sense" mit einem Klick ablesbar sind. Von der Verbiegung ehedem verlässlicher Bilanzkennzahlen durch das IFRS mal ganz abgesehen. Die Welt ist halt anders geworden. Grahams Grundideen vom "Intelligent Investor" sind zeitlos und immer noch gültig. Und es ist deshalb immer noch eines der wichtigsten Bücher zum Investieren überhaupt. Aber so wie er damals, kann man das heute einfach nicht mehr 1zu1 umsetzen. Und Graham wäre mit seiner Intelligenz der Erste, der das begreifen würde.

Aber es gibt auch heute - unter anderen Rahmenbedingungen - richtig gute Value-Investoren, die durchaus in einer Liga mit dem früheren Buffett spielen, nur halt mit etwas anderer Methodik. Und insofern ist Buffett so einmalig nicht.

Mein Punkt dreht sich also nicht um Value-Investing an sich, das funktioniert durchaus, sondern um die Illusion vieler Privatanleger, es mit geringem Aufwand selbst tun zu können. Denn dieser Investmentansatz ist von allen, der mit den höchsten Anforderungen an fachliche Fähigkeiten, zeitlichen Einsatz und Kapitalkraft.

Nehmen wir mich selber als Rohmodell. Ich war Vorstandschef einer AG und auch im M&A Bereich tätig. Und war im M&A Umfeld mittendrin, wo börsennotierte Unternehmen zerlegt und veräussert wurden. Ich verstehe also, wie Investoren eine Firmenbewertung vornehmen und bin dazu selber in der Lage. Ich habe also die fachlichen und erfahrungstechnischen Voraussetzungen, um eine Safety Margin überhaupt kompetent identifizieren zu können.

Weiterhin arbeite ich Fulltime an den Märkten, habe also auch theoretisch die Zeit dazu, diese anspruchsvollen Bewertungsfragen vorzunehmen und mich inhaltlich mit den Geschäftsmodellen auseinander zu setzen. Ich habe also wahrscheinlich eher als 99,9% der privaten Anleger, die fachlichen und zeitlichen Voraussetzungen dafür, Value-Investing zu betreiben.

Und trotzdem versuche ich es nicht, weil mir bewusst ist, dass mir ein entscheidender Baustein fehlt, um es erfolgreich umsetzen zu können. Mir fehlt die Kapitalkraft hinter mir, damit ich direkten Zugang zu den Unternehmen und zum Management bekomme.

Und ohne diesen Zugang geht es nicht. Eine seriöse Firmenbewertung ohne Kenntnis des Managements vorzunehmen, ist fast unmöglich. Buffet hat es meines Wissens nie in seinem Leben ohne diesen Zugang getan. Und kein einziger Finanzinvestor der Welt, wird einen Cent in ein Unternehmen stecken, wenn er nicht vorher einen Eindruck vom Management hat. Nur einem direkten Mitbewerber kann das egal sein, weil die wirft er einfach raus. Aber selbst in dem Fall, ist das hoch riskant und wird von den übernehmenden Unternehmen vermieden.

Ich könnte also trotz meiner fachlichen Qualifikation nur dann einen Value-Investing Ansatz verfolgen, wenn ich zumindest Fonds-Manager wäre oder einem grossen Family-Office vorstehe, so dass mich die Firmen als Gesprächspartner empfangen und ernst nehmen. Ich habe diese Voraussetzung nicht. Und "Max Müller" auf der Strasse schon gar nicht. Value-Investing alleine vom Bürostuhl aus mit dem passiven Studieren von Bilanzkennziffern auszuüben, ist ein Zerrbild - Buffett ist so definitiv nicht reich geworden.

Wenn man sich das klar macht, wie jemand mit meinem Background das Thema sieht, kann man wirklich nur schmunzeln, wenn private Anleger mit normalem Beruf, am Feierabend dann ihre in der Grundschule erworbene Fähigkeit des Lesens von Zahlen einsetzen, um Werte wie KBV abzulesen, nach dem Motto "kleiner 1 ist gut" einzuordnen und sich dann als Value-Investor zu fühlen. Das ist schlicht absurd. Statt dieser Illusion aufzusitzen, wären sie besser beraten, ihr Kapital in einen Fonds eines echten Value-Investors zu stecken. Oder eben das Vermögen auf passive, voll replizierende ETFs zu verteilen. Man muss halt erst einmal von einer Sache etwas verstehen, um dann überhaupt zu wissen, was man nicht weiss. 😉

Value-Investing funktioniert also. Aber nur für Profis mit Kapital im Rücken, Fleiss, Zeit und fachlichen Fähigkeiten bei der Firmenbewertung. Die übergrosse Mehrheit der Anleger hat diese Voraussetzungen nicht.

Und deshalb sollten Sie sich - wenn Sie über Ihre Basisanlagen hinaus einen eigenen Mehrwert erzielen wollen - auf die Stellen konzentrieren, an denen Sie als Privatanleger tatsächlich in der Lage sind, sich mit vertretbarem Zeitaufwand und Wissen einen kleinen Edge zu erarbeiten.

Und das sind die Techniken der Markttechnik und insbesondere Trendfolge, die wir hier im Blog immer wieder thematisieren.

Durchaus auch bei den gleichen Titeln wie oben, aber eben aus einem ganz anderen Blickwinkel, dem Markttiming mit den Mitteln der Markttechnik. Und dabei das zu lernen, will Ihnen dieser Blog und seine Community helfen.

Schaffen Sie sich also eine Basis in Ihrem Vermögen, über die Sie sich keine Gedanken machen brauchen, weil das Vermögen in guten Händen ist. Und konzentrieren Sie sich dann als Ergänzung mit Ihrer Energie auf die Bereiche, in denen Sie eine realistische Chance haben, überdurchschnittliche Erfolge zu erzielen. Als 2 millionster Leser des Geschäftsberichts von Nestle ist das eher unwahrscheinlich. Lassen Sie den Geschäftsbericht von Ihren Fondsmanagern lesen. 😉

Ihr Hari

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Ist Börse für Sie Entertainment ? Oder wollen Sie doch lieber Geld verdienen ?

Ich kenne Sie. Ja, genau Sie !

Sie sind doch dieser Anleger, für den Börse furchtbar unterhaltend ist. Denn in jedem Artikel, den man in den Medien aufschnappen kann, liegt ja auch die Chance für schnelle Gewinne - die potentielle Kursrakete eben. Das ist ein bischen wie bei der Schatzsuche, oder wie Warren Buffett manchmal sagt: man fühlt sich wie ein Kind im Süsswarenladen.

Und so lesen Sie diesen schönen Artikel in dem bekannten Anlegermagazin. Da ist eine Aktie, die gefällt Ihnen einfach emotional. Zum Beispiel weil sie Produkte herstellt, die Sie mögen oder weil Sie zu den "nachhaltigen" Aktien gehört und man sich einfach als guter Mensch dabei fühlen kann, in diese Aktie zu investieren.

Und dann werden in diesem Artikel ausschliesslich allerlei Argumente für diese Aktie aufgelistet. Natürlich im Konjunktiv mit "könnte", "würde" und "sollte", aber was ist schon der Konjunktiv - den kann man doch überlesen. 🙂

Und auch ein kurzer Blick auf Bewertungsparameter, lässt die Aktie auf den ersten Blick als fair bewertet erscheinen. Besonders attraktiv scheint die Aktie zu sein, weil sie furchtbar am Boden liegt und so eine "gute", "solide" Aktie, die muss doch einfach steigen. Oder ?

Das ist alles sehr unterhaltend und vor allem lässt es in Ihnen emotional etwas anklingen. Sie mögen diese Aktie einfach und Sie mögen den Gedanken, diese im Depot zu haben. Sie sehen schon die grossen Gewinne vor sich, die Sie dann auch noch mit "nachhaltig" gutem Gewissen einstreichen können. Das Ganze ist ein richtiges "Wohlfühl-Investment".

Und deshalb muss es jetzt schnell gehen. Sie müssen nun schnell kaufen, bevor es die anderen tun. Schliesslich habe Sie ja diesen Trüffel entdeckt. Nur Sie ! Das es in einem Magazin steht, das auch hunderttausend andere Leser lesen und einige auch vorab bekommen haben - geschenkt. Das ist Ihr Schatz ! Mein Schatz !! 😉

Und siehe da, die Aktie ist heute schon 1% im Plus ! Verflixt, die Gelegenheit läuft Ihnen weg ! Nun aber schnell rein, bevor die grosse Rally losgeht .....

So werden Sie Aktionär dieser Aktie. Und fühlen sich genau einen Tag gut dabei und wurden toll unterhalten. Genau einen Tag. Was danach kommt, ist eine ganz andere Geschichte. Am Ende werden Sie aber nicht reich geworden sein und die Aktie wird Sie enttäuscht haben. Sie sehen, ich kenne Sie. 😉

Was Sie aber nicht getan haben, sind all die Dinge, die nicht unterhaltend wären, sondern bittere Fleissarbeit und Zeitaufwand bedeuten würden.

  • Sie haben nicht nach all den negativen Argumenten gesucht, die es zu jeder Aktie gibt und die im Artikel ausgelassen wurden, um eine schön unterhaltende, konsistente Story zu produzieren.
  • Sie haben sich nicht mit der Branche als Ganzes beschäftigt und auch nicht Mitbewerber ins Auge genommen.
  • Sie haben sich nicht das Chart auf verschiedenen Zeitebene betrachtet und damit die Timing-Frage gestellt, ob unabhängig von dem prinzipiellen "Mögen" der Aktie, nun der richtige Zeitpunkt zum Einstieg ist.
  • Sie haben sich nicht bemüht, die Risiken zu bewerten und sich auch nicht schon vor dem Einstieg die Frage beantwortet, ab wann Sie denn die Reissleine ziehen würden.
  • Sie haben noch nicht einmal ernsthaft die Möglichkeit erwogen, dass es ja doch anders kommen könnte, als im Artikel hoffnungsvoll dargestellt.
  • Sie haben nicht in Fleissarbeit alle in der nahen Zukunft liegenden Termine identifiziert, die unmittelbaren Einfluss auf die Kursentwicklung nehmen werden.
  • Sie haben nicht diese oberflächlichen Parameter wie KGV und KBV hinterfragt und sich darum bemüht zu verstehen, welchen Trackrecord das Management des Unternehmens eigentlich hat.
  • Sie haben auch nicht geschaut, ob das Management nun selber als Insider Aktien gekauft oder verkauft hat und vor allem wann das Management dieses getan hat.

Ich könnte noch lange weiter machen, aber jetzt ist es gut.

Nein, Sie haben sich einfach unterhalten lassen, wurden von dem Artikel emotional positiv berührt und haben dem Zwang nachgegeben, hier schnell einsteigen zu müssen - ohne dafür einen echten Plan über den Moment hinaus zu haben. Ich sagte ja, ich kenne Sie. 🙂

Nach dieser Vorrede dürfte Ihnen klar sein, dass aus so einer Geldanlage nur mit grossem Glück etwas werden kann und in der Vergangenheit ist bei Ihnen aus diesen Anlagen auch höchst selten etwas geworden. Aber diese neue Aktie, die wird es reissen, davon sind Sie überzeugt. Dieses mal wird alles anders.....

Wirklich ?

Alles anders wird erst, wenn Sie anfangen zu verstehen, dass Börsenerfolg nichts mit Entertainment zu tun hat. Es ist harte Arbeit, erfordert Intellekt, Zeit und viel Disziplin. Man muss immer wieder diszipliniert Dinge tun, die keineswegs "Fun" sind, sondern Knochenarbeit am Detail. Wäre es anders, könnten es ja alle.

Dabei sagt niemand, dass Börse nicht "auch" unterhaltend sein darf. Doch das ist sie, Börse ist auch unterhaltend - sehr sogar. Dabei liegt aber die Betonung auf dem Wörtchen "auch". Erst die Arbeit und dann das Vergnügen, lautet das Motto !

Wenn Sie weiter wie eine Biene summend und naschend von Blüte zu Blüte fliegen wollen, ohne sich mal ernsthaft zu setzen und nachzudenken, dann tun Sie das, wenn es Sie glücklich macht. Dann ist aber der Premium-Bereich von surveybuilder.info für Sie der falsche Ort.

Wenn Ihnen aber der Gewinn im Depot wichtger als das Entertainment ist und Sie bereit sind, dafür auch Zeit und Energie aufzuwenden, dann suchen Sie sich einen Ort, an dem die Substanz im Vordergrund steht und nicht der mediale Schein.

Sagen Sie mir aber hinterher nie, ich hätte Ihnen etwas anderes als "Blut, Schweiss und Tränen" versprochen. 😉

Denn Börsenerfolg ist das Ergebnis von viel gedanklichem Schweiss, jeder Menge Disziplin und der Beschäftigung mit der eigenen Psychologie. Alles andere ist Entertainment. Entertainment ist toll, es füllt aber nicht das Depot.

Ihr Hari

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Comdirect Finanzblog Award 2014 – Mitmachen ist Pflicht !

Die Comdirect hat auch 2014 wieder den Finanzblog Award ausgelobt, in dem 2013 surveybuilder.info bei der ersten Teilnahme den zweiten Preis gewinnen konnte.

Ich freue mich über das Engagement der Comdirect in dieser Sache, denn es ist eine der wenigen Gelegenheiten, in denen privat betriebene Finanzblogs - ohne grossen Redaktionsapparat im Rücken - breite Aufmerksamkeit über ihre kleine Nische hinweg bekommen können.

Die Besonderheit diesen Jahres ist, dass es zum ersten Mal auch einen Publikumspreis gibt, bei dem alleine die Leser (und nicht die Jury) entscheiden, wer die meisten Stimmen bekommt:

Und daher bitte ich Sie nun, bei der Abstimmung mit zu machen. Bedenken Sie bitte, welches Engagement hinter vielen dieser Blogs steht. Bedenken Sie auch, dass Sie als Leser sich letztlich die Qualität der Inhalte im Internet selber machen.

Denn wenn Sie die wenigen guten Finanzblogs mit frei lesbaren Inhalten, nicht wenigstens mit ein paar Klicks unterstützen wollen, müssen Sie sich auch nicht wundern, wenn die Qualität dessen, was Sie frei zur Börse lesen können, eher dürftig ist.

Auch ein noch so engagierter privater Blogbetreiber, will irgend etwas für sein Engagement wiederbekommen und sei es nur das Lob und die Anerkennung der Leser. Und wenn er das nicht erhält, wird er entweder sein Engagement einstellen oder zu Methoden der Finanzierung greifen, die eher fragwürdig sind.

Und so blinken einen im freien Internet gerne allerlei eher peinliche Banner an. Oder es werden - für mich noch schlimmer und gegen den journalistischen Ethos - bezahlte Artikel ungekennzeichnet als vermeintlicher Bloginhalt eingestellt, die aber nichts weiter als verkappte Werbung sind.

Der Blogbetreiber hält damit nach hinten die Hand auf und tut nach vorne zu seinen Lesern so, als wäre es unabhängiger Inhalt, der da unter seinem Namen veröffentlicht wird. Diese Unsitte greift immer mehr um sich und ich bekomme andauernd solche Angebote von den üblichen Verdächtigen, wie Pennystocks-Pushern, Online-Kasinos oder von sogenannten "Binary-Options-Brokern" - irgendwo zwischen Cayman-Inseln und Zypern.

Ich kann es mir glücklicherweise erlauben, das alles rigoros abzulehnen, weil surveybuilder.info die extrem seltene Ausnahme mit einem erfolgreichen Mitgliedschaftsmodell ist, das den Blog finanziert. Wobei genau genommen lehne ich das gar nicht pauschal ab, weil wenn der Inhalt annehmbar ist, kann jeder hier einen bezahlten Artikel veröffentlichen, der der Kundenacquise dient. Warum auch nicht, Werbung ist ja nichts perse Unzüchtiges. Nur wenn ich dann als Bedingung aufstelle, dass der Artikel aber klar als "Sponsored Content" gekennzeichnet wird und auch der Autor mit Namen und Firma kenntlich gemacht wird, dann höre ich - bis auf die wenigen wirklich seriösen Interessenten wie zuletzt die ING oder die IG - nichts mehr. 😉

Von einer Finanzierung über ein Mitgliedschaftsmodell können aber die meisten Blogs nur träumen und müssen dann zwangsläufig zu anderen Formen der Finanzierung greifen. Machen Sie sich als Leser also bitte bewusst, dass Sie selber mit ihrem Lese- und Klick-Verhalten einen erheblichen Beitrag zur Kultur oder Unkultur im Bereich der Finanzmedien beitragen.

Und deswegen wäre es jetzt nur fair, wenn Sie sich nun am Publikumspreis der Comdirect beteiligen und Ihre Stimme für einen der Blogs abgeben. Und falls Sie sich nicht für surveybuilder.info als besten Finanzblog entscheiden können, dann eben für einen anderen. Hauptsache, Sie machen mit ! Denn Sie verschaffen den beteiligten Blogs damit Aufmerksamkeit.

Vielen Dank im Voraus. Und nach dieser Vorrede, geht es hier zur Abstimmung:

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