Biotech: Qualität und Wachstum

Vor gut drei Monaten, habe ich im Artikel -> Der Biotech-Sektor und die Verantwortungsethik < - ausführlich begründet, warum unter Investitions-Gesichtspunkten, nun ein guter Zeitpunkt sein könnte, sich langfristig im Sektor zu engagieren.

Heute will ich das unterstreichen und mit einem weiteren Argument begründen, das Sie vielleicht überraschen wird: Der Bewertung.

Aber dazu später mehr, zunächst schauen wir uns doch noch einmal den aktuellen Stand der Akkumulationszone an, die ich damals anhand des US Sektor ETFs "iShares NASDAQ Biotechnology Index Fund" (IBB) gezeigt hatte:

IBB 20.07.16

Wie ich schon vor drei Monaten sagte: Die technische Diskussion, ob der IBB schon um die 240 USD einen Boden ausgebildet hat, oder ob der Sektor vor der US Präsidentenwahl noch einen weiteren Schub nach unten Richtung 200 USD generiert, ist aus langfristiger Investmentsicht eher müssig.

Denn die langfristigen Aussichten des Sektors sind ausgezeichnet und es spricht viel dafür, dass Kurse des IBB im Bereich 200-260 USD, langfristig viel Freude machen werden. Und zwar unabhängig davon, ob politische Ängste um Preiskontrollen, den Sektor vor der Präsidentschaftswahl noch einmal nach unten zwingen, oder nicht.

Nun kommt aber ein weiteres Argument für diese Theorie:

Weiterlesen ...Biotech: Qualität und Wachstum

Der Biotech Sektor und die Verantwortungsethik

Es gibt wohl keinen Zweifel daran, dass der Biotech-Sektor langfristig - im Sinne eines Investments gesehen - zu den attraktivsten Sektoren überhaupt gehört.

Der Phase "viel Hype, wenig dahinter", ist der Sektor schon lange entwachsen und mit innovativen Medikamenten lassen sich riesige Margen erzielen. Und der weltweite Bedarf steigt und steigt, gerade im Bereich der Alters-Forschung und Alters-Krankheiten, tun sich riesige Felder auf.

Lange bot der Sektor aber keine sinnvolle Einstiegschance, er stieg und stieg unablässig. Seit Anfang 2015 ist es aber genau die Sorge um die Margen, die zur grössten und ausgedehntesten Korrektur seit Beginn des Bullenmarktes 2009 geführt hat. Diese will ich Ihnen hier anhand des US Sektor ETFs "iShares NASDAQ Biotechnology Index Fund" (IBB) zeigen:

Weiterlesen ...Der Biotech Sektor und die Verantwortungsethik

Mit dem Wind im Rücken zum Markterfolg segeln

Der folgende Beitrag erschien schon vor ca. 5 Monaten am Donnerstag 12.03.15 14:20 in Hari Live und wurde für den freien Bereich nun noch gering angepasst, weil einige Referenzen im Originalartikel nicht frei verfügbar sind.

Da fragen Sie sich sicher, wie kann ein 5 Monate alter Beitrag noch interessant sein?

Die Antwort ist, weil er sehr grundsätzlicher Natur ist und die Entwicklung der letzten Monate sehr präzise gezeigt hat, wie zutreffend er doch ist.

Und er passt gut zu anderen Beiträgen der letzten Monate im freien Bereich, wie -> Kohle - tiefer geht immer und erst bei Null ist Schluss! <-

Hier geht es los:

-------------

Ich habe schon mehrfach über eine -> Sektorenstrategie für normale Anleger <- geschrieben.

Und in Hari Live habe ich unter dem Titel "Das langfristige Megatrend-Depot für den kleinen Geldbeutel" auch darüber geschrieben, warum es für kleine Depots Sinn machen könnte, seine Investments auf die grossen Megatrends zu konzentrieren.

In dem Artikel hatte ich darauf hingewiesen, dass:

  • Zykliker zwar wild hin- und her schwingen, langfristig aber nicht vom Fleck kommen.
  • Rohstoffe oder Gold, in ihren Bewertungen zwar wild schwanken können, aber kein echtes Wachstum durch Innovation in sich tragen.
  • Reine "Cash-Kühe" ohne Wachstum, zwar jede Menge Cash per Dividende ausschütten, am Ende aber langfristig nicht vom Fleck kommen.
  • Niedrige KBVs und KGVs und hohe Ausschüttungen, keine langfristige Sicherheit verschaffen.
  • Sehr langfristig über Jahrzehnte genau die Firmen am "sichersten" sind, die sich neben starken, eigenen Produkten, in einem stark wachsenden Marktumfeld bewegen, denen neue Kunden also sozusagen von alleine zufliegen, weil der sie umgebende Markt einfach wächst

Ich halte diese Aussagen immer noch für grundlegend richtig und wichtig.

Heute will ich mal daran anknüpfen und erklären, warum die Sektorenwahl bei der Frage, welche Aktie in ein Investmentdepot gehört, für mich das erste wichtige Nadelöhr ist, durch das ein potentielles Investment durch muss.

Denn wenn man ein langfristiges Investment tätigt, macht es jede Menge Sinn, das aus einem Sektor zu wählen, der langfristig wächst. Ein Sektor, bei dem der zu verteilende Kuchen also immer grösser wird.

Erfahrene Segler wissen zu Genüge, wie viel einfacher es ist, mit dem Wind im Rücken zu segeln, als gegen den Wind anzukreuzen. Letzteres geht zwar auch, erfordert aber weit höheren Aufwand, um voran zu kommen.

Und was beim Segeln der Wind ist, ist bei der Geldanlage der fundamentale Trend, der für steigende Umsätze und Gewinne sorgt. Unternehmen, die in so einem Markt sind, haben es leicht, den Aktionären Freude zu machen. Warum also, sollten wir bei der Geldanlage freiwillig auf diesen Vorteil verzichten?

Ich bin sowieso ein Fan des "Growth"-Gedankens. Denn Bewertungen, die sich aus der Vergangenheit herleiten, sind genau das: Vergangenheit. Viel wichtiger damit unsere Investmentdepots ergrünen ist aber, dass das Geschäftsmodell in der Zukunft Wachstum zulässt. Denn Wachstum wird langfristig in steigende Kursnotierungen umgesetzt. Und wenn die Grösse des zu verteilenden Kuchens wächst, fällt es Unternehmen leicht, daran Teil zu haben.

Neben der Grösse des zu verteilenden Kuchens, sind dabei aber die Eintrittshürden ebenso wichtig. Denn wenn ein Markt wächst, wollen andere auch daran Teil haben. Je schwerer das ist, je mehr Anlaufinvestitionen das erfordert, desto leichter tun sich die an der Börse notierten Platzhirsche, ihre Margen zu verteidigen.

Der ideale Sektor für ein Investment wäre also einer, der absehbar in den kommenden Jahren wächst und bei dem der Neueintritt neuer Mitbewerber aber aufgrund hoher Eintrittsbarrieren fast ausgeschlossen ist.

Nach dieser Vorrede, will ich daher eine Diskussion mit Ihnen beginnen, welche Sektoren im Sinne eines mehrjährigen Investments zu bevorzugen sind und welche nicht. Treue Leser werden über die Liste nicht überrascht sein, denn natürlich finden sich diese Präferenzen auch in den Einzelaktien wieder, die ich immer wieder mit Ihnen bespreche.

Damit konkret zu den Sektoren. Vorab sei noch gesagt, dass natürlich keine Regel ohne Ausnahme existiert. Auch in starken Sektoren, gibt es schwache Aktien, von denen man die Finger lassen sollte. Und in kritischen Sektoren, gibt es trotzdem starke Aktien, vielleicht gerade weil diese den Sektor so aufmischen, wie eine Tesla Motors die Autoindustrie.

Zunächst einmal die Sektoren, die ich bevorzuge, weil hier nach meiner Erwartung langfristiges Wachstum zu finden ist:

Clean Energy & Clean Tech

Ich denke das "warum", muss ich hier nicht mehr aufführen. Solange nicht als "schwarzer Schwan" eine ganz neue Technologie wie die "kalte Fusion" auftaucht, die alles auf den Kopf stellt, habe ich am langfristigen Erfolg und Wachstum des Sektors keinerlei Zweifel. Kurzfristige Verwirrrungen wie aktuell durch den Einbruch in China, ändern nichts am grossen Bild.

Aerospace & Defense

Natürlich inklusive Raumfahrt. Langfristig ein klarer Wachstumssektur und auch unsere Art uns und unsere Waren zu transportieren, wird bestimmt "dreidimensional" werden, sobald die autonomen Systeme so weit sind, dass "Fahr-Flug-Zeuge" alleine wie an einer Schnur gezogen fliegen können. Coruscant lässt sozusagen grüssen. 😉

Aber das dauert noch ein paar Jahrzehnte. Real ist aber nun die durch die multipolare Welt geförderte Rückkehr der strategischen Konflikte. Russland, China, Japan - überall wird massiv aufgerüstet und die Friedensdividende nach dem Fall des eisernen Vorhangs wieder abgebaut. Der Westen und insbesondere Europa wird nachziehen, das betrachte ich auf Jahre als nahezu sicher. Und die Eintrittsbarrieren im Sektor sind immens hoch. Wachsende Umsätze werden also mit hoher Wahrscheinlichkeit unter den Unternehmen verteilt, die heute schon bekannt sind.

Biotech & Life Sciences

Auch das muss ich wohl nicht weiter begründen, für mich immer noch *der* langfristige Boomsektor des neuen Jahrhunderts.

Agro Tech

Die Betonung liegt dabei auf "Tech", denn die eher profanen Düngemittel verstehe ich nicht darunter. Die fallen eher unter Rohstoffe und sind zyklischer Natur.

Aber alles was durch Innovation dabei hilft, die wachsende Weltbevölkerung trotz schlechter werdender Böden zu ernähren, vom robotergeführten Traktor bis zur intelligenten Bewässerung, wird seinen Weg machen und hat absehbar steigende Geschäftsvolumina vor sich.

Robotics

Eigentlich kein richtiger Sektor und nur der Vollständigkeit halber erwähnt. Denn Robotics ist eigentlich eine Basistechnologie, die sich an ganz unterschiedlichen Stellen auswirken kann. Zum Beispiel in der Medizin bei Intutive Surgical. Oder in der Agrarwirtschaft durch autonome Erntemaschinen. Oder im Rüstungsbereich bei Drohnen. Oder in der Autoindustrie beim autonomen Fahren. Oder bei der Produktion wie bei Kuka. Oder. Oder.

Die verschiedenen Ausprägungen dieser Basistechnologie, stehen aber vor massivem Wachstum, auch davon ist auszugehen.

Software

Wie Robotics ist auch "Software" eine Basistechnologie und man kann nicht pauschal sagen, dass ein Investment in Software per se aussichtsreich sei. Es ist aber an ganz vielen Stellen Software, die den Unterschied macht. Überlegen Sie sich alleine mal, wie die zunehmenden Fähigkeiten von Spracherkennung (Siri und Co.) ganze Industrien umkrempeln werden - "Tea - Earl Grey - Hot!";). Oder denken Sie an das Thema Cyber-Security, auch das ist offensichtlich ein Wachstumsthema.

....

So weit als Beispiele ein paar Sektoren, die ich mag und aus denen ich gerne Aktien für mein Investmentdepot wähle. Es gibt noch andere und keiner der obigen Sektoren sollte sie überraschen. Aber allen diesen Sektoren ist gemein, dass der Wind des Wachstums in den Rücken des Investments bläst. Und es macht jede Menge Sinn, auf diesen Rückenwind zu setzen.

Nun noch kurz und beispielsweise ein paar Sektoren, um die ich in der Regel bei Investments einen Bogen mache und warum.

Versorger

Versorger braucht man immer? Habe ich auch mal gedacht und ist wahrscheinlich falsch. Die Technologie macht zentrale Versorger zwar nicht völlig unnötig, drängt sie aber in den Hintergrund und nimmt damit die Wachstumspotentiale. Dezentraler Energie gehört nach meiner Überzeugung die Zukunft.

Und die etablierten Versorger haben für mich schlicht kein Geschäftsmodell mehr und keine wirklich überzeugende Idee, wie ein neues entstehen soll. Warum da "gegen den Wind" segeln?

Autoindustrie

Von den Paradigmenbrechern wie Tesla abgesehen, ist die Autoindustrie derzeit in einem gesättigten Markt unterwegs. Etwas flapsig gesagt, passen mehr Autos nicht mehr auf diesen Planeten - ausser man geht in die dritte Dimension, siehe oben.

Und die Industrie steht vor einer Zeitenwende voller Risiken und neuer Mitbewerber ala Google und Apple. Sicher, vielleicht setzen sich von den derzeit etablierten Autobauern ein paar durch und starten in das neue Zeitalter der Mobilität. Aber das ist völlig unklar.

Warum also sollte man sich als Investment diese Risiken antun? Hier scheinen mir die Risiken kurzfristig höher als die Chancen.

Öl und Gas

Das Öl- und Gaszeitalter geht zu Ende. Und neue Quellen zu finden, wird immer teurer. Paradoxerweise könnten gerade die aktuell niedrigen Ölpreise diese Entwicklung noch befördern. Denn in dem neue Investitionen unterbleiben, könnte der nächste Preissschub um so stärker ausfallen und den Wechsel von Öl und Gas auf andere Energieformen (siehe oben) befeuern.

Banken

Brauchen wir (traditionelle) Banken in einer modernen Welt überhaupt noch? Als Transmissionsriemen für Kredite funktionieren sie ja schon jetzt nicht mehr richtig. Und um Zahlungen abzuwickeln, braucht man sie bald auch nicht mehr, Paypal und Co. lässt grüssen.

Dann sind die Banken noch völlig undurchsichtig, weil selbst Branchenexperten vor deren Bilanzen kapitulieren. Und Wachstum soll woher kommen? Hallo, ist da jemand?

Wie können solche Aktien also Grundlage eines langfristigen, mehrjährigen Investments sein?

So..... so weit ein paar Beispiele. Nichts davon dürfte Sie überraschen, ich wollte es nur einmal im Zusammenhang darstellen.

Und selbstverständlich habe ich nicht die Weisheit gefressen und wenn es um die Einschätzung der Zukunft geht, kann ich auch nur Vermutungen anstellen, ohne diese zu kennen.

Der wesentliche Punkt den ich hier machen will ist, dass bei einem langfristigen Investment die Sektoren vorzuziehen sind, bei denen der zu verteilende Kuchen absehbar grösser wird - uns also der Wind in den Rücken bläst und uns ganz ohne Anstrengung antreibt.

Es macht in meinen Augen weit mehr Sinn, sich bei Investments über diese Potentiale der Zukunft Gedanken zu machen, als sich in den Zahlen der Vergangenheit zu vergraben.

Und wenn Sie mal genau hinschauen, werden Sie bemerken, dass sich die hohen Dividenden gerade in den Sektoren sammeln, denen das Wachstum fehlt. Das ist auch kein Wunder und habe ich in dem lesenswerten Artikel -> Dididenden - überschätzt, overhyped, missverstanden und trotzdem wichtig <- dargestellt.

Für mein langfristiges Anlageverhalten gilt daher der vielleicht überraschende Satz "Wachstum schafft Sicherheit!". Ich persönlich bin damit über Jahre sehr gut gefahren.

Ihr Hari

*** Bitte beachten Sie bei der Nutzung der Inhalte dieses Beitrages die -> Rechtlichen Hinweise <- ! ***

Das Investment Thermo Fisher Scientific

Der folgende Beitrag erschien schon Freitag 27.03.15 13:45 in Hari Live

Ich habe ja schon mehrfach argumentiert, warum ich im Biotech-Boom die Hersteller der "Schaufeln" so sehr mag. Denn diese Unternehmen profitieren vom Boom, ohne die medikament-spezifischen Risiken der forschenden Unternehmen zu besitzen.

Selbst bei Branchen-Grössen wie Gilead Sciences (885823, GILD), genügt ja eine schlechte Nachricht zum Blockbuster Solvadi, und der Kurs knickt brutal ein.

Hinzu kommt dann noch die generelle Unsicherheit, ob durch den Aufstieg der Biosimilare und der wachsenden Macht der Intermediäre wie Express Scripts (A1JWJL, ESRX), nicht doch die riesigen Margen bald unter Druck geraten.

Einzelne Biotech-Unternehmen - und das gilt selbst für die Branchengrössen - sind daher für einen ruhigen Investmentansatz eher ungeeignet, weil zu volatil. Ein ruhiges Investment im Sektor macht daher nur bei breiter Diversifizierung via individuellem Basket, Fonds oder ETF Sinn.

Ganz anders dagegen ist die Lage bei den Unternehmen, die vor allem an den Tools, Hilfsmitteln, Testverfahren und Methoden verdienen, mit denen die Biotech Unternehmen forschen und ihr Geschäft betreiben.

Ganz analog zu den Herstellern von Schaufeln im Goldrausch des 19. Jahrhunderts, verdienen diese Unternehmen unabhängig davon, ob wirklich Gold gefunden wird. Und auch ein Medikament mit Nebenwirkungen oder eine Forschung, die von der amerikanischen FDA dann keine Genehmigung bekommt, kann die Hersteller der Schaufeln nicht tangieren.

Mein absoluter Favorit was das angeht und für mich *der* Bluechip in diesem Sektor, ist mit einem sehr breit aufgestellten, aussichtsreichen Produktportfolio.

Ich habe über das Unternehmen im Premium-Bereich schon mehrfach geschrieben und will mit diesem Post nun auch im freien Bereich darauf aufmerksam machen.

Denn gerade jetzt, während der Biotech-Sektor korrigiert, kann man im Chart leicht sehen, was die Vorteile eines Herstellers von "Schaufeln" sind, denn die Aktie hat im Vergleich zum Sektor deutlich weniger korrigiert:

TMO 27.03.15

Für mich ist das das Profil einer Aktie, wie ich sie für mein Investment-Depot mag.

Einerseits mit grossem Wachstum und Teil eines Marktes, der massiven Rückenwind hat. Sie wissen ja, ich segele bei Investments gerne mit dem Wind im Rücken und mag es nicht, dagegen ankreuzen zu müssen. Ich erinnere in diesem Zusammenhang an meinen Artikel von Donnerstag 12.03.15 14:20 in Hari Live - "Mit dem Wind im Rücken segeln".

Andererseits ist es aber auch eine Aktie mit eingebauter Diversifizierung, die also nicht so schnell von einem einzelnen Problem aus der Bahn geworfen werden kann. Sicher kann man dadurch keine schnellen 100% Gewinn erwarten. Umgedreht sind aber auch nach unten die Risiken deutlich geringer und die Aktie kann vergleichsweise ruhig ihre Bahn ziehen.

Wenn Sie es nicht schon getan haben, tun Sie sich also den Gefallen und beschäftigen sich mal mit den Produkten von Thermo Fisher Scientific. Für mich ist das ein klarer Fall für mein Investmentdepot - und das nicht erst seit heute, wie treue Leser wissen.

*** Bitte beachten Sie bei der Nutzung der Inhalte dieses Beitrages die -> Rechtlichen Hinweise <- ! ***

Erschöpfungs-Hoch im Biotech Sektor

Der folgende Beitrag erschien schon Montag 23.03.15 16:20 in Hari Live

Wer mal anschaulich sehen will, wie ein (zumindest temporäres) Erschöpfungs-Hoch (Exhaustion-Top) aussieht, braucht nur auf den Biotech Sektor und den ETF IBB zu schauen.

IBB 23.03.15

Wir sehen am Freitag 20.03. ein Eröffnungsgap, das unter Volumen dann über den ganzen Tag massiv abverkauft wird und so diese rote Kerze generiert.

Nun bedeutet diese Wende nicht, dass der IBB nun deswegen zwingend und grundlegend einbrechen muss, obwohl es denkbar ist. Aber zumindest ein temporäres Hoch wurde nun mit hoher Wahrscheinlichkeit generiert und ein Rückgang zumindest zur 50-Tage-Linie wie im Chart eingezeichnet, hat hohe Wahrscheinlichkeit.

Im kurzfristigen 10-Minuten-Chart sieht das dann so aus:

IBB 23.03.15 2

Hier kann man dann schön sehen, wie das Eröffnungsgap sofort zu massiven Abgaben genutzt wurde. So ein Signal bleibt höchst selten ein singuläres Ereignis und insofern war das heutige Down-Gap nur folgerichtig.

*** Bitte beachten Sie bei der Nutzung der Inhalte dieses Beitrages die -> Rechtlichen Hinweise <- ! ***

Unsere Verlustangst oder wie man dem Affen Zucker gibt

Der folgende Beitrag erschien am Donnerstag 16.01.14 11:00 in Hari Live und wurde für die heutige Veröffentlichung im freien Bereich leicht angepasst

Ein Mitglied der Community hat im Forum den folgenden Satz geschrieben:

“Ich habe zum Anfang des Jahres eine kleine Position Barrick bei 12 knapp irgendwas gekauft und sie kürzlich zu 13,11 aufgestockt. Wenn ich schon länger hier dabei wäre, hätte ich das – mit den vernünftigsten Begründungen – vermutlich nicht getan. Trotzdem schlafe ich jetzt besser, weil ich das Gefühl habe, einen Fuß in der Tür zu haben. Psychologischer Hintergrund: ich glaube, ich leide mehr, irgendwo nicht mit dabei zu sein, wo eine Chance lauert, als dabei zu sein, wenn’s bergab geht. Ist das normal? ”

Diese kleine Frage hat wichtigen, grundsätzlichen Charakter und ist unbedingt einen Artikel wert.

Zunächst: ja das ist normal ! Allerdings leiden Anleger nicht bei jeder theoretisch verpassten Chance an Verlust- bzw Verpassens-Angst, sondern nur bei einer, die vorher emotional aufgeladen wurde.

Denn es ist eine in der „Behavioral Finance“ bekannte Tatsache, dass wir Menschen im Durchschnitt Verluste intensiver empfinden als Gewinne. Was wir aber in unserem verfehlten Glauben an unsere „Ratio“ dabei gerne übersehen ist, dass der Massstab von „Verlust“ und „Gewinn“ nicht der objektive Verlust/Gewinn ist, der in Zahlen auf dem Depotauszug zu sehen ist.

Es ist vielmehr die subjektive Wahrnehmung von Bedeutung. Und die ist extrem selektiv und irrational und von massivem Bias geprägt. Wir sehen die Welt mehr durch den Filter der Augen, die etwas sehen wollen, als mit einem objektiven Blick. Sind aber immer zutiefst überzeugt, genau “die Wahrheit” gesehen zu haben. Ich verstehe bis heute nicht, warum in Strafprozessen Menschen mit ihren kognitiven Defiziten als “Zeugen” zugelassen sind und damit das Schicksal anderer bestimmen, aber das ist eine andere Geschichte.

Übrigens, falls Sie das Thema interessiert, empfehle ich den Klassiker von Watzlawick . Darin geht es vor allem um den kommunikativen Aspekt dieser Wahrnehmung von “Wirklichkeit”, das Problem dehnt sich in Realität sogar auf alle unsere Sinne aus. Denn wir sehen nicht die Wirklichkeit der Welt, sondern lauschen den Mustern unseres Gehirns, die dieses aufgrund des Inputs generiert – ein erheblicher Unterschied, da die Muster durch Kultur und Sozialisierung geprägt werden und nicht objektiv sind! Das Buch ist sehr lesenswert.

Warum also haben viele die an Gold interessiert sind, derzeit grosse Angst, den vermeintlich "sicher" kommenden Anstieg zu verpassen und steigen deswegen immer wieder ein ? Die Antwort ist, weil Sie Angst vor dem grossen Verlustgefühl haben, das eintritt, wenn die Kurse dann doch anziehen und man nicht dabei ist.

Warum haben aber die gleichen Anleger kein intensives Verlustgefühl dabei empfunden, wenn Sie in 2013 vielleicht Tesla und Solar und Biotech verpasst haben, all die Sektoren, an denen wir hier gut verdient haben ? Da wird dann aber die Schulter darüber gezuckt, obwohl die “Verluste” an Gelegenheit vielleicht massiv waren. Aber wie sagt das Sprichwort so schön: “Was ich nicht weiss, macht mich nicht heiss.”

Und warum kann der gleiche Anleger, problemlos eine Anlage massiv ins Minus laufen lassen und seine Augen darüber verschliessen ohne schlecht zu schlafen, wenn er nur das Wort „Value“ auf den Titel darauf geklebt hat ? Warum ist die Sehnsucht nach „Value“ deshalb bei vielen Anlegern so unermesslich gross ?

Alle diese „Warums“ haben eine ähnliche Ursache, die mit unserem eigenen Bias, mit unseren Erwartungen und unserer Verlustangst zu tun haben.

Wir haben Angst den Anstieg bei Gold zu verpassen, weil wir einen massiven Bias haben, der uns fälschlicherweise einflüstert, Gold „muss“ ja wieder steigen. Und solange diese Bias da ist, haben wir inneren emotionalen Druck. Nur hat der Bias leider nicht recht, der Markt „muss“ gar nichts.

Wir haben keine schlechten Nächte bei Tesla etwas verpasst zu haben, wenn und weil wir den Titel nicht mit Erwartungen aufgeladen hatten. Schulterzucken.

Wir können eine Aktie ins Minus laufen lassen, wenn wir uns vorgaukeln das sei ja „Value“ und müsste deswegen sowieso wieder steigen. Erneut ein massiver Bias.

Und unsere Sehnsucht nach „Value“ ist so gross, weil uns das eine Sicherheit vorgaukelt, die unsere armen gebeutelten Seelen so dringend ersehnen, die uns aber der fiese Mr. Market sowieso nie geben wird !

Sie sehen schon, worauf ich hinaus will. „Verlust“ und „Gewinn“ empfinden wir nicht anhand objektivem Plus/Minus im Depot, sondern aufgrund höchst irrationaler Emotionen und Erwartungen. Und deshalb ist das alles kein guter Ratgeber.

Nun sind wir aber alle Menschen und haben das Problem alle, dass unsere Ratio dünner ist als wir glauben und wir weit stärker von Reflexen gesteuert werden, die sich der unmittelbaren Gehirnkontrolle entziehen - unser "geliebtes Affenhirn". 😉

Selbsterkenntnis ist zwar der erste Weg zur Besserung und zeitweise können wir diese Reflexe und Emotionen mit unserem Intellekt auch analysieren und so in die richtigen Bahnen lenken. Aber niemand kann das immer, auch ich nicht. Wir sind Menschen und das hat ja auch seine Vorteile. 😉

Es gibt zwei prinzipielle Arten, die Problematik in den Griff zu bekommen. Beide Arten bespreche ich hier immer wieder;

(1)

Wir können uns selber einer Routine bei den Abläufen unterziehen, die unserem „Affengehirn“ Disziplin aufzwingt. Wenn Sie so wollen, bauen wir uns so selber ein Korsett der Handlungen, das uns helfen soll, der Ratio einen Vorteil zu verschaffen und emotionale Adhoc-Aktionen zu erschweren. Das sind alle meine Ratschläge zum Thema Strategie/Disziplin/Methodik und Checkliste, die ich in Hari Live mit Ihnen teile.

(2)

Wir können unser Affengehirn überlisten, in dem wir dem Affen kontrolliert „Zucker geben“. Das sind Techniken, wie ich sie hier auch immer wieder propagiere, dass man zum Beispiel Positionen in Teilen auf- und abbaut, statt immer schwarz/weiss die digitale rein/raus Frage stellen zu müssen. Wir überlisten uns so selber. Auch das kann sinnvoll sein, solange wir nie vergessen, warum wir das tun und wen wir hier überlisten.

Summa Summarum kann ich nur wiederholen, dass diese Problematik absolut zentral für uns alle ist. Wir alle haben das Problem - leicht unterschiedlich, weil wir unterschiedliche Menschen sind - aber wir alle haben es ! Und deshalb müssen wir die Problematik in unser Vorderhirn auf die Bewusstseinsebene heben. Denn wenn wir es nicht tun, sind wir weiter Sklaven unseres „Affenhirns“ und der Markt deckt diese Mängel gnadenlos auf und das Ergebnis sind rote Zahlen im Depot.

Man kann also zum konkreten Fall der obigen Frage in meinen Augen die folgenden Aussagen festhalten:

1. Verlustängste beim „zwangsläufigen“ Rebound von Gold nicht dabei zu sein, sind irrational. „Zwangsläufig“ ist da objektiv gar nichts, diese Sicht gaukelt uns der Pro-Gold Bias vor. Unsere Überzeugungen erdrücken sozusagen unser rationales Handeln.

2. Die Edelmetalle sind aber aktuell zum ersten Mal seit langer Zeit wieder einen Blick wert und könnten tatsächlich vor einer Stärkephase stehen. Zumindest eröffnet das Marktverhalten diese Möglichkeiten. Insofern ist es rational, dem „Affen etwas Zucker“ zu geben und erste Startpositionen zu eröffnen, wenn man sowieso den Pro-Gold Bias hat.

3. Wenn man dem „Affen Zucker“ gibt, muss man sich aber auch zwingen, schon vorher klar zu definieren, unter welchen Umständen man den Zucker wieder entzieht. Denn wenn man das nicht vorher tut, wird einen der Bias dazu treiben, einfach drin zu bleiben und die Verluste aussitzen zu wollen. Genau das, was so vielen Laien bei ihren Anlagen passiert, von denen sie typischerweise immer „überzeugt“ sind.

4. Unser Seelenheil, also unser emotionales Kapital, hat mindestens ebenso grosse Bedeutung für den Börsenerfolg, wie das reale Kapital im Depot. Verschleudern Sie also Ihr emotionales Kapital nicht, in dem Sie endlos mit einer Verlustposition mitleiden. Erleben Sie mal, wie befreiend es sein kann, so einen Verlust zu realisieren und damit wieder den Blick frei zu bekommen. Haben Sie also immer eine Exit-Strategie. Das zumindest sollten Sie von Ihrem Affen fordern, bevor Sie ihm im Gegenzug ein Stück Zucker geben ! 😉

Ihr Hari

Diskutiere diesen Beitrag im Forum

*** Bitte beachten Sie bei der Nutzung der Inhalte dieses Beitrages die -> Rechtlichen Hinweise <- ! ***

Sektorenstrategie mit ETFs – eine sinnvoller Weg für normale Anleger

Der folgende Artikel erschien am Freitag 25.07.14 16:00 in Hari Live

Das Wichtigste gleich vorne weg. Ich glaube, dass eine mittelfristige, ETF basierte Sektorenstrategie, für einen durchschnittlich erfahrenen Anleger mit durchschnittlichem Depotvolumen, in diesem Markt des Jahres 2014 die sinnvollste aktive Strategie ist.

Genau deshalb, biete ich Ihnen hier auch immer wieder und immer mehr die Sicht auf ganze Sektoren an, wie gerade heute wieder "Basic Resources" oder gestern "China". Oder meine klaren Aussagen zur Unterperformance des DAX, gegenüber anderen Indizes.

Sektorenstrategie bedeutet dabei, dass man sich als Anleger gar nicht um Einzelaktien kümmert, sondern in seinem Depot nur eine überschaubare Zahl von Sektoren via ETFs spielt. Sektoren können dabei Branchen, aber auch Länder oder Regionen sein.

Ein Anleger-Depot besteht dabei also aus vielleicht 3-10 ETFs, die dedizierte Sektoren repräsentieren und "thats it!"

Bevor ich die Vorteile dieser Strategie für einen normalen Anleger mit seiner beschränkten Zeit erkläre, will ich aber mal einen Blick darauf richten, wie denn Anfänger typischerweise zum Aktienmarkt stossen.

Denn das geschieht dummerweise fast immer über Einzelaktien. Man hat halt mal was gelesen, bekommt einen vermeintlich "heissen" Tip oder findet ein Produkt oder eine Firma ganz toll. Das sind alles ganz konkrete - und nicht abstrakte - Informationen, die uns auch emotional ansprechen. Schnell ist dann die Hoffnung da, aufgrund des eigenen "unermesslichen Ratschlusses" 😉 schnelle Gewinne zu erzielen und man ist Aktionär und eine lange Geschichte beginnt, die den Anleger dann nach einigen Bauchlandungen, hoffentlich irgendwann zu surveybuilder.info.de führt. 😉

Das Dumme ist nur, Einzelaktien sind gerade für Anfänger eigentlich am wenigsten geeignet. Denn da sind die Risiken viel höher, man muss Quartalszahlen beachten, wissen wie sich Dividenden auswirken, man muss Gerüchte werten können und wissen, was eine hohe Short-Quote bewirkt. Und jederzeit kann bei einer Einzelaktie eine Nachricht kommen, die alles verändert und den Titel mal eben um 10% bewegt, selbst bei grossen Konzernen ist das möglich, siehe heute Amazon.

Einzelaktien zu handeln ist also die "ganz harte Tour" und erfordert eine Menge Wissen und Können. Und zu allem Überfluss hat man als privater Anleger hier fast immer ein Informationsdefizit zu den Profis, die direkt mit dem Management und dem Umfeld reden können und in den Calls der CFOs hängen und diese aushorchen. Natürlich sind bei Einzelaktien für die höheren Risiken auch höhere Chancen geboten, aber der Anfänger am Aktienmarkt sieht typischerweise nur die Chancen und überschätzt sein vermeintliches Wissen massiv.

Viele dieser Nachteile sind aber bei Sektoren ETFs nicht vorhanden. Einzelne Quartalszahlen oder Nachrichten zu einzelnen Aktien kann man zwar zur Kenntnis nehmen, sie zu ignorieren ist aber auch nicht schlimm. Auch der Informationsvorsprung der Profis bei ganzen Sektoren ist bestenfalls minimal. Denn ganze Sektoren werden typischerweise durch Makrotrends und die weltweiten Geldströme bewegt. Und die grossen Geldströme setzen sich einfach nicht um 15:43 Uhr in Bewegung, um dann um 16:14 Uhr abzureissen, nein die bauen sich über Wochen auf und bleiben dann von der Tendenz her oft über Monate - und manchmal Jahre - erhalten.

Wer eine reine Sektorenstrategie fährt, muss sich also vor allem um die Geldströme und die grossen weltweiten Makrotrends kümmern und anhand von Vergleichen relativer Performance verschiedener Sektoren heraus bringen, welche Sektoren gerade Zuflüsse haben und welche Abflüsse. Und wenn man das aktuell tun würde, würde man wohl bemerken, dass der DAX gerade nicht angesagt ist, China und Basic Resources aber viel eher.

Diese Sektorenstrategie kann für hartgesottene Seelen mit klarer Strategie sogar einen weiteren Vorteil haben. Man kann unter gewissen Umständen auf Stops verzichten. Statt einer Stop-Strategie braucht man dann eine Umschichtungs-Strategie, was am Ende das Gleiche ist. Aber der Unterschied ist, man ist mit dem Kapital immer im Markt, was sich aber ändert ist in welchen Sektoren.

Wer wie oben darauf verzichtet Cash aufzubauen und immer im Markt ist, muss natürlich bereit sein, ein Ereignis wie 2008, wo alles fällt, dann auch durchzustehen. Aber selbst 2008 konnte man in Sektoren sein, die stark geschlachtet wurden und in Sektoren, die sich bei allen Verlusten noch brauchbar hielten. Ich empfehle so eine "immer voll investiert" Strategie nicht und mache das selber nicht. Aber wer Schwierigkeiten damit hat, mit Stops aus dem Markt zu gehen, fährt mit sinnvollen Umschichtungen zwischen den Sektoren immer noch besser, als mit sturem "Buy and Hold".

Aufgrund dieser Vorteile, erwähne ich hier oft Sektoren ETFs, die gerade "in" sind und gut laufen. Es macht einfach jede Menge Sinn, seine Aktivitäten in den Sektoren zu konzentrieren, in denen die Märkte Liquiditäts-Zuflüsse haben. Denn wie heisst es so schön: die Flut hebt alle Boote. 😉 Und diese Zuflüsse kann man über ETFs auch sehr schön tracken, es gibt Webseiten und Services, die genau diese Kapitalbewegungen rein und raus aus ETFs messen und daraus direktionale Aussagen zu Trends ableiten.

Welchen echten Nachteil hat diese Strategie für normale Anleger? In meinen Augen eigentlich keinen. Nur dass eine solche Strategie natürlich viel langweiliger ist, als die Aufregung und Spannung, einzelne Aktien zu handeln. Und das man mit einer Sektorenstrategie nicht die schnellen Gewinne machen kann, wie wenn man das richtige Biotech-Unternehmen erwischt, das mal eben um 300% steigt. 😉 Man hat aber eben umgedreht auch nicht die schnellen Verluste, die bei so "Hot Stocks" möglich sind.

Auf jeden Fall ist der normale Anleger bei einer Sektorenstrategie viel eher in der Lage, mit den Profis mitzuhalten. Denn was in der Welt los ist, liest man in den Medien und welche Sektoren ans Laufen kommen, kann man recht gut anhand der Charts sehen.

Ihnen müsste doch in den letzten Jahren aufgefallen sein, dass ich bei Einzelaktien natürlich genau so von plötzlichen Wendungen überrascht werden kann, wie jeder Mensch ohne Glaskugel auch. Bei den Sektoren ETFs dagegen, habe ich ein sichtbar gutes Händchen, immer die Sektoren zu identifizieren, in denen gerade etwas geht.

Auch vom Zeithorizont her, passt eine reine, ETF-basierte Sektorenstrategie, sehr gut zu Anlegern, die weniger Zeit haben. Denn solche Sektorentrends drehen sich vielleicht alle paar Monate und manchmal sogar erst nach mehr als einem Jahr. Und im Jahr einen Trade 1-4 mal umschlagen und umschichten, ist eine ideale Frequenz für durchschnittliche Privatanleger, um synchron mit dem Weltgeschehen, ihr Depot aktiv zu verwalten.

Also, denken Sie mal über so eine Strategie nach: konsequent keine einzelnen Aktien und immer eine Hand voll Sektoren, die Sie aktiv nach Verlauf im mittelfristigen Chart und nach den Geldströmen in den ETFs umschichten.

Wie gesagt, in meinen Augen ist das für viele normale Anleger, beim aktuellen Marktverhalten im Jahr 2014, die am besten passende Anlagemethodik, die ich kenne. Und welche Sektoren gerade en Vogue sind und gut laufen, erfahren Sie ja hier auf surveybuilder.info.

Ihr Hari

Diskutiere diesen Beitrag im Forum

*** Bitte beachten Sie bei der Nutzung der Inhalte dieses Beitrages die -> Rechtlichen Hinweise <- ! ***

Biotech Sektor in fortdauernder Konsolidierung

Der folgende kurze Hinweis, erschien Mittwoch 16.07.14 16:55 in Hari Live.

Zum Thema Biotech wissen Sie ja, dass ich schon länger etwas skeptisch bin, ob die Gegenbewegung nach der Korrektur von März/April diesen Jahres, nun wirklich zu einer Fortsetzung des Aufwärtstrends führt.

Nun sieht es fast so aus, als ob meine Zweifel berechtigt waren, denn wir scheinen nun ein niedrigeres Hoch im Sektor ETF IBB zu haben. Und heute ist der IBB trotz eines starken Gesamtmarktes wieder im Minus. Auch das ein Signal.

Zu allem Überfluss hat ja die gute Janet Yellen gestern ganz konkret Überbewertungen in dem Sektor angemahnt, auch das zieht natürlich Gewinnmitnahmen nach sich.

Schaut man auf das Chart des IBB, muss das nun aber nicht zwingend zu einer zweiten, massiven Korrektur führen. Eher noch wahrscheinlicher finde ich eine fortdauernde Konsolidierung des Sektors, wie ich sie hier im Chart andeute:

IBB 16.07.14

Auf jeden Fall sollten wir im Sektor nun nicht zu optimistisch sein und müssen uns wohl auf einige schwierigere Wochen und Monate einrichten. An der langfristig grundlegend positiven Perspektive, ändert das nach meiner Ansicht aber gar nichts.

Diskutiere diesen Beitrag im Forum

*** Bitte beachten Sie bei der Nutzung der Inhalte dieses Beitrages die -> Rechtlichen Hinweise <- ! ***