Autonome Systeme – Coruscant und Trantor lassen grüssen

Der folgende Artikel erschien schon Montag 12.10.15 10:10 in Hari Live

Heute will ich mal einen Blick in die Zukunft in 20 Jahren wagen, der natürlich nur indirekt mit heutigen Aktien zu tun hat. Ein Blick, der vielleicht mal eine neue Perspektive auf das eröffnet, was sich nun mit Elektroantrieben und autonomem Fahren ankündigen könnte.

Denn in Wirklichkeit geht es ja gar nicht um „Fahren“ im Sinne von Autos, die auf festen Strassen in der zweiten Dimension unterwegs sind. Es geht viel mehr um *Fortbewegung* – die uns sicher, schnell, kostengünstig und energiearm von Tür zu Tür bringt – "egal wie" sozusagen.

Wie der Titel schon sagt, dürfte fast jeder die endlosen Ketten von „Lufttaxis“ auf Coruscant schon gesehen haben, einem Planeten aus dem Star Wars Universum, in dem sich Mobilität auf die dritte Dimension ausgedehnt hat. Bilder und Videos kann ich aufgrund des bekannten Rechte-Irrsinns hier nicht zeigen, obwohl es ja eigentlich nur Werbung wäre. Aber jeder dürfte wissen, was ich meine.

Die Idee zu einer planeten-umspannenden, gigantischen Stadt, die ihre Verkehtröme nur noch in der dritten Dimension abwickeln kann, ist übrigens nicht neu. Das Szenario Coruscant wurde recht eindeutig von Isaac Asimovs aus der Foundation Trilogy inspiriert und Coruscant ist daher nichts weiter, als Trantor auf die Leinwand gebracht. Und mit Trantor sind wir auch ganz schnell bei -> Hari Seldon < - und damit bei diesem Blog - aber das nur am Rande. 😉

Was aber sicher in Erinnerung bleibt ist, wie die Fahrzeuge am Himmel dieser Megastädte wie an einem Faden gezogen an unsichtbaren Strassen verkehren, was natürlich nicht ohne eine autonome Steuerung des Verkehrs möglich wäre. Menschen am Steuer, würden schnell zum Chaos führen.

Damit sind wir auch schon bei den drei Gründen, warum wir auf der Erde uns derzeit nicht in der dritten Dimension fortbewegen und uns statt dessen riesige, logistisch ineffiziente "Dinosaurier-Konstruktionen" bei zentralen Flughäfen und Grossraum-Flugzeugen, wie dem A380 leisten.

Logistisch ineffizient deshalb, weil diese Strukturen die Menschen alle durch ein Nadelöhr pressen und damit riesigen Zeitaufwand für An-/Abfahrt und logistischen Aufwand insbesondere im Bereich Sicherheit erzeugen. Wer heutzutage noch gerne fliegt, muss in meinen Augen entweder Masochist sein, oder hat einen Privatjet. 😉

Die drei Gründe, die bessere Lösungen verhindern, sind erstens die notwendige Steuerung durch menschliche Piloten, zweitens die Frage von Start und Landung und drittens Antriebstechniken, die noch laut und dreckig sind und mit fossilen Energieträgern betrieben werden.

Rein von den Werkstoffen her, wären ja schon heute in Leichtbauweise Flieger möglich, die relativ energiearm Menschen von A nach B transportieren. Segelflugzeuge bleiben ja auch in der Luft, ganz ohne lautes und teures Strahltriebwerk.

Woran es heute also scheitert, ist:

Erstens, dass der Himmel keine Balken hat, keine Streckenpfosten und keine Leitplanken. Wenn man Menschen also in der Zahl von Autofahrern erlauben würde, mit Individualflugzeugen von A nach B zu reisen, wäre das Chaos programmiert. Das geht schlicht nicht, das geht erst, wenn die Steuerung automatisch erfolgt. Womit wir beim autonomen Fahren/Fliegen sind, das kurz vor dem Durchbruch steht und Verkehtröme wie auf Coruscant am „Faden“ ermöglichen würde.

Zweitens scheitert es, an der Start- und Lande-Möglichkeit vor der Haustür. Solange Flugzeuge beschleunigend auf einer Runway starten und landen müssen, braucht es zentrale Flughäfen. Dieses Problem ist schon mit Hubschraubern gelöst, nur kommen wir damit zum dritten Punkt an dem es scheitert.

Drittens scheitert es derzeit noch an zu lauten, knatternden, massiv Sprit verbrauchenden Antriebstechniken. Lautlos „an der Kette“ in 200 Meter Höhe dahingleitende „Coruscant-Taxis“ werden kaum jemanden stören, daran gewöhnt man sich und die merkt man dann gar nicht mehr. Und optisch unattraktiver als ein "Windrad-Spargel" auf dem nächsten Höhenzug, sind sie auch nicht. Nun stellen Sie sich aber mal vor, jeder Nachbar würde mit seinem knatternden Hubschrauber starten und landen. Absurd. 😉

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Der neue Solar Boom – Und was das mit Tesla Motors zu tun hat

Ein neuer Solar Boom ? Ich weiss, aus der vom deutschen EEG verkleisterten Brille, erscheint das eher merkwürdig. Da hat man eher den Niedergang der ganzen Branche vor Augen, vollendet nun durch die aktuellen Geschehnisse um die (für mich) "fetteste aller deutschen Solarkatzen" - Solarworld, ein Unternehmen das nach meiner Ansicht wie fast alle der Branche, primär von einer staatlich verordneten Vermögensumverteilung profitiert hat. Wobei genauer gesagt nicht das Unternehmen wie wir ja nun sehen, sondern primär sein Hauptaktionär.

Denn was dem normalen Stromzahler mit der einen Hand über überhöhte Strompreise aus der Tasche gezogen wurde, wurde via EEG mit der anderen Hand denen in die Tasche gesteckt, die sich ein Solarpanel auf das Dach schrauben konnten. Was aber erstens eine gewisse Kapitalkraft und zweitens eine Immobilie erfordert, beides nicht gerade Zeichen des malochenden Arbeiters. Das EEG ist wirklich mal eine der viel zu oft beschworenen Umverteilungen "von unten nach oben". Denn unter dem EEG leidet in Wirklichkeit der finanziell schwache Mieter und Arbeitnehmer. Profiteure dagegen sind Immobilienbesitzer, die sich so ein Ding aufs Dach schrauben können und dafür staatlich garantierte Rendite einkassieren, die von anderen über den Strompreis finanziert wird.

Und das obwohl der da erzeugte Strom immer noch oft genug nutzlos versickert, weil es im Netz massiv an Speicherkapazität für Strom mangelt. Und wenn man dann mal ein Speicherwerk, wie zuletzt das Pumpspeicherwerk im südlichen Hotzenwald bei Atdorf, bauen will, sind die üblichen Verdächtigen der "ich bin gegen alles" Fraktion natürlich sofort vor Ort.

Sie sehen, ich bin eher kein Freund des EEG und der dahinter stehenden dirigistischen Staatswirtschaft. Dieses Gesetz hat in meinen Augen Innovation eher verhindert und nicht sie befördert. Und es hat Deutschland aus einer Zukunftsbranche eher heraus katapultiert, obwohl die tüftelnde, mittelständische deutsche Industrie eigentlich alle Voraussetzungen hätte, in dieser Branche ganz vorne mit zu spielen.

Das als Sündenbock für den Untergang der deutschen Solarindustrie nun auf die "böse" chinesische Industrie gezeigt wird, fällt für mich dabei eher unter Folklore und das "Haltet den Dieb" Prinzip. Denn auch wenn die Chinesen ohne jede Frage zu aggressiven Preisen agiert haben, die teilweise den Charakter von Dumping hatten und auch wenn dabei staatlicher Rückenwind aus China eine Rolle spielte, ist das doch nur die logische Folge der wahren Ursache: zu grosse, überdimensionierte Futtertröge bar jeder wirtschaftlichen Vernunft. Futtertröge die Innovationskraft nehmen, Fett machen und Dritte (wie die Chinesen) anziehen, die auch an den staatlich umverteilten Gewinnen Teil haben wollen. Abgesehen davon habe andere, nicht subventionierte, Branchen doch den gleichen Wettbewerbsdruck aus China und setzen sich auch dank technologischer Stärke und Innovationskraft der deutschen Industrie durch.

Nein, wären es nicht die Chinesen, wäre es andere geworden, Ursache und Wirkung sind für mich aber eindeutig verteilt. Und Ursache ist für mich ein verfehltes EEG, das verfehlte Anreize setzt. Oder um es etwas harscher zu beschreiben: wenn jemand aus Ihrer Nachbarschaft jeden Tag grosse, prall gefüllte und duftende Wursttöpfe vor die Tür stellt, wer ist dann schuld, dass die Strasse permanent voller kläffender Köter ist, die selbst aus Nachbarorten angelaufen kommen: die Hunde oder der, der permanent die Wursttöpfe vor die Tür stellt ? Auf wen würden Sie als Nachbar Ihre Aggression richten ?

Aber lassen wir das Schimpfen über das EEG. Man könnte ja meinen, ich sei ein Verächter der Solarenergie. Weit gefehlt, ich bin von der Technologie tief überzeugt und bin sicher, diese wird ihren Weg machen. Und zwar ohne staatliche Gängelung, sondern einfach weil die Technologie eine lange Liste sehr überzeugender Vorteile vereint.

Vorteile die aber erst zum Tragen kommen können, wenn man endlich die erzeugte Energie auch lokal speichern kann. Und in einem Land, in dem selbst ruhig und blau schimmernde Pumpspeicherseen schon den Furor diverser Bürgerinitiativen nach dem St. Florians Prinzip auf sich ziehen, in so einem Land ist die beste Lösung einfach die individuelle Batterie im Keller.

Und damit kommen wir zu Tesla Motors. Denn der schnellste und beste Weg um die Batterietechnologie nach vorne zu bringen und Speicherkapazität bezahlbar zu machen, ist ein Erfolg der Elektroautos. Und Tesla Motors ist da ja nun auf bestem Wege.

Denn in der Kombination von Solarpanel auf dem Dach und Stromspeicher im Keller, bekommt die Solarenergie endlich ihren wahren Wert. Sie ermöglich Energie-Autarkie, verringert damit die Belastung der Netze, nimmt den Druck von den grossen Überlandleitungen und stellt sicher, dass der erzeugte Sonnenstrom auch wirklich vor Ort verbraucht wird, statt in überforderten Netzen zu versickern. In Kombination mit einer Speichermöglichkeit, steht der Solarenergie so der echte Durchbruch bevor. Dafür braucht es auch keine staatlichen Subventionen mehr, die Vorteile sind für sich alleine zu überzeugend. Und dafür gebe ich dann mein Dach auch gerne und aus Überzeugung her - lokale Stromerzeugung macht dann Sinn, wenn der Strom auch lokal verbraucht wird.

Insofern sollten alle Fans der Solarenergie nun Tesla Motors ebenso die Daumen drücken, wie den wenigen echten Vorreitern der Elektromobilität in Deutschland, mit BMW an der Spitze. Ein Durchbruch von Elektroautos zieht zwangsläufig die Solarenergie in den nicht subventionierten, weltweiten Massenmarkt. Und das Absatzpotential ist dann gewaltig, gerade in der dritten Welt, denn die bisherige Solarindustrie hat ja bisher nur in den wenigen Ländern eine schwüle Sumpfblüte erlebt, die durch die Subventionen künstlich gestützt wurden.

Auffällig ist in diesem Zusammenhang auch, dass die Musik in der Branche nun wieder ausserhalb Deutschlands spielt, insbesondere in den USA. Faszinierend finde ich dabei Solar City (WKN: A1J6UM) - das dritte Unternehmen in dem Elon Musk wirkt. Faszinierend nicht deshalb, weil die technologisch etwas Besonderes in Petto haben, sondern einfach weil das Unternehmen etwas Offensichtliches tut, worauf aber hierzulande scheinbar niemand so richtig gekommen ist. Denn Solar City produziert keine Panels, es kauft diese auf dem Weltmarkt günstig ein und vermarktet diese in eigenen Lösungen. Und hat damit auch immer Zugriff auf die beste Technologie. Von Solar City bekommt der Kunde alles aus einer Hand, so wie man auch ein Auto kauft, Installation und Service inklusive.

Und jetzt frage ich Sie: wenn Sie ein iPad in der Hand haben, interessiert es Sie dann, wenn die Chips von anderen Herstellern kommen ? Nein, es ist immer noch ein Apple Produkt. In vielen Industrien hat sich dieser Arbeitsteilung zwischen den Basisproduzenten und denen, die darauf basierend die Marken aufbauen und ihre Ingenieurskunst zu Geld machen durchgesetzt. Warum das niemand im Solarmarkt so richtig durchgezogen hat und statt dessen Panelfabrik nach Panelfabrik entstand, entzieht sich meiner Kenntnis. Solar City hat auf jeden Fall ein funktionierendes Geschäftsmodell und profitiert daher von niedrigen Panelpreisen, statt unter diesen zu leiden. Der Durchbruch der Solarindustrie in den USA ist damit gerade in vollem Gange und die Absatzzahlen steigen.

Und natürlich hat auch Mr. Market das längst erkannt. Es gibt eben keinen besseren Frühindikator als Mr. Market himself. Leider gibt es in Deutschland keinen grossen Solar-ETF, an dem man das zeigen könnte. Dafür aber an der Wallstreet den Guggenheim Solar ETF (TAN), in dem alle namhaften Unternehmen vertreten sind, angeführt von First Solar (WKN: A0LEKM). Und nun schauen Sie mit mir mal auf das Tageschart des TAN seit Mitte 2011:

TAN 14.05.13

Klarer bekommt man eine Bodenbildung selten geboten und diese Struktur hat erhebliches Potential nach oben. Das ist die klare Sprache des Marktes, während wir in Deutschland ein Unternehmen nach dem anderen abwickeln.

Fazit:

Die Solarenergie steht vor einer grossen Zukunft, die gerade jetzt beginnt, wo lokale Stromspeicher der Technologie einen Sinn abseits von staatlichen Subventionsorgien geben. Das weltweite Potential ist gewaltig und es ist für neue Branchen durchaus typisch, dass das richtige Geldverdienen erst in der zweiten Phase los geht, nachdem die erste Phase ihre Euphorie und Depression hinter sich gebracht hat.

Es ist schwer voraus zu sehen, welche Unternehmen das Rennen machen werden. In Deutschland muss man sie aktuell eher nicht suchen. Selbst eine SMA Solar hat gegenüber Power-One Boden verloren, weswegen ABB auch Power-One übernommen hat. Wer Zugriff auf einen breit aufgestellten ETF hat, tut also gut daran, diesem den Vorzug vor Einzelaktien zu geben.

Aber ich bin sehr optimistisch, was die langfristige Performance des Sektors in den nächsten Jahren angeht. Das ist ein Thema, was man nun vielleicht wirklich im Sinne "Buy and Hold" ins Depot legen kann und einfach gelassen abwarten, wie sich die Technologie entwickelt. Um die Zukunft der Solarenergie als Technologie ist mir auf jeden Fall nicht bange.

Ihr Hari

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