Die Macht der Innovation und die Brutalität der disruptiven Umbrüche

Stellen wir uns ein theoretisches Parallel-Universum vor, voll mit Milliarden an Galaxien, die wiederum Milliarden an Sternen mit Planeten besitzen.

Theoretisch könnte sich auf jedem Planeten Leben entwickeln, aber Leben ist im Bauplan dieses Universums eigentlich nicht vorgesehen, es ist eine Anomalie, eine Verunreinigung und die Gesetze dieses Universums sprechen eigentlich dagegen.

Trotzdem, in einer zufälligen Versuchsanordnung mit Milliarden von Milliarden von Gelegenheiten, wird es wie beim Lottogewinn vielleicht den einen Planeten geben, in dem zufällig alle Parameter so perfekt zueinander passen, dass sich doch Leben entwickelt - die Ausnahme von der Regel eben, die Anomalie.

Das Leben erhebt sich dort aus den Urmeeren, es entwickelt Intelligenz und eine Zivilisation und irgendwann schaut ein Wissenschaftler hoch zu den Sternen, erkennt die unfassbare Kette an Zufällen, die das Leben überhaupt erst ermöglicht haben und schliesst daraus, dass das ja der Gottesbeweis sein muss. Denn nur ein wohlmeinender Gott mit seinem kreativen Design kann diesen extremen Zufall bewusst herbeigeführt haben, dass alle Dinge so perfekt am richtigen Platze sind - solche Zufälle gibt es doch nicht!

Leider hat die Kausalkette einen massiven Denkfehler, den man in der Astronomie das nennt. Denn nur weil der Zufall so zugeschlagen hat, kann der Wissenschaftler da stehen, zu den Sternen schauen und den Zufall bewundern und als göttliches Handeln einordnen - in allen anderen Fällen wäre er gar nicht da! Wir können das Universum also nur deshalb bewundern, weil die Bedingungen für unsere Existenz vorhanden sind und wir stehen nur deshalb auf einem so für uns "perfekten" Planeten wie der Erde, weil nur hier unsere Existenz Realität werden konnte.

Nun fragen Sie sich sicher, was das mit Börse zu tun hat?

Sehr viel, denn ein ähnlicher Denkfehler wird bei der Geldanlage bei vermeintlich "sicheren" Aktien gemacht, die schon 100 Jahre überdauert haben. Daraus wird dann gerne abgeleitet, dass diese ja auch weitere 100 Jahre existieren werden, also "sicher" sein sollten.

Das ist ein schwerer Fehler, der die Brutalität der technologischen Umbrüche unterschätzt. Und es ist ein Gedankenfehler ähnlich dem Anthropischen Prinzip. Denn die Unternehmen die wir heute dafür bewundern, dass sie 100 Jahre überdauert haben, sind das Selektionsergebnis aus vielen anderen Unternehmen, die vorher untergegangen sind, die wir aber schon vergessen haben.

Die Tatsache dass ein Unternehmen alt ist, beweist also gar nichts. Die einzige wirkliche Frage ist, ob das Geschäftsmodell auch in die Zukunft hinein trägt. Nur dieses Wissen verschafft Sicherheit.

Wie schnell das gehen kann, bekommen wir gerade heute wieder real vorgeführt. Da gab es doch mal eine riesige, weltweite Kette an Läden um Videos und CDs zu leihen - Blockbuster. Und nun gibt es aber Netflix (NFLX) und Streaming.

Gestern hat Netflix (NFLX) erneut geliefert und wird heute deutlicher höher eröffnen:

Gleichzeitig . Vor 10 Jahren war das noch ganz anders herum, ein wirklich brachialer Umbruch.

Wir sehen daran, dass wir nie die Macht des technologischen Fortschritts unterschätzen sollten. Wer sich dem entgegen stellen will, kann gleich eine Dampfwalze mit dem eigenen Körper aufhalten wollen. Und 100 Jahre alte Geschäftsmodelle mit permanenter Dividendenzahlung nützen auch herzlich wenig, wenn ihre Zeit gekommen ist und das Bessere der Feind des Guten ist.

Eine andere Branche die diese Erfahrung zuletzt gemacht hat, bekommt nun eine kurze Verschnaufpause. Wir haben gesehen, wie solide Apothekenketten wie CVS Health (CVS) in den Boden gerammt wurden, weil Amazon seinen überdimensionalen Fuß in den Markt gesetzt hat:

Nun gibt es eine Verschnaufpause, denn , weil es Probleme bei den Verhandlungen mit den Krankenhäusern beim Umgang mit sensiblen Medikamenten gibt.

CVS steigt deswegen gestern 4%, ist das die Wende? Nun für eine ausgedehnte Erholungsbewegung ist die Nachricht vielleicht gut, das grundlegende Problem geht aber nicht weg und wird nur verzögert. Die zu grossen Margen (die berühmten Apothekerpreise) sind nun offensichtlich und Amazon - oder jemand anders - wird diese immer wieder angreifen und am Ende obsiegen. Die Margen einer CVS werden also unter Druck bleiben, so oder so. Aufgeschoben ist nicht aufgehoben und wie der Markt gestern die Hälfte des "Pops" schon wieder abverkauft hat zeigt, dass das einige diese skeptische Sicht teilen.

Beides sind ganz tagesaktuelle Beispiele für Disruption. Beispiele dafür, wie hoch erfolgreiche Geschäftsmodelle durch Innovation und Technologie plötzlich in Frage gestellt werden und dann verschwinden. Auch der mit fossilen Quellen befeuerte Motor wird sicher früher oder später den Weg alles Vergänglichen gehen und mit ihm eine Reihe von Unternehmen, die zu lange daran festgehalten haben.

Die Botschaft dieses Artikels ist also, dass es keine Sicherheit gibt, die sich aus einer langen Vergangenheit herleiten lässt. Die Zukunft muss vielmehr jeden Tag wieder neu erobert werden, nicht nur im Leben, sondern auch an der Börse. "Sicher" sind Aktien mit Geschäftsmodellen, die absehbar auch die nächsten 10 Jahre tragen werden, blind verlassen, kann man sich aber auf gar nichts und muss immer am Ball bleiben.

Wer glaubt, man könne eine heute noch so sicher und stabil aussehende Aktie einfach 30 Jahre weglegen und gar nicht beachten, spielt russisches Roulett mit seinem Depot. Die Geschwindigkeit der technologischen Entwicklung hat sich so immens beschleunigt, dass die Welt in 30 Jahren eine völlig andere sein wird. Und selbst dass immer gegessen wird, kann man wiewohl wahrscheinlich, doch nicht als 100% sicher betrachten, denn was wissen wir schon, was mit Implantaten in Zukunft alles möglich sein wird?

Nehmen wir die Zukunft Schritt für Schritt und schauen auch bei "soliden" Aktien wenigstens einmal im Jahr darauf, ob deren Geschäftsmodell noch trägt. Das ist mein Rat in einer sich wandelnden Welt.

Ihr Hari

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FAAMG und das Blasengefasel

Das Gefasel über "Blasen" ist ja in den letzten Jahren zur Manie der Medien geworden. Jeder der glaubt, etwas zum Markt verzapfen zu müssen, hüllt sich in gewichtiges Raunen und identifiziert irgendwo eine neue "Blase" und natürlich den bald folgenden Crash gleich mit dazu.

Damit ist ihm das wohlgefällige Kopfnicken aller sicher, die schon immer wussten, dass Börsen nur Zockerbuden sind und Aktien viel zu riskant. Man kann sich damit auch den Habitus des erfahrenen Marktbeobachters geben, wer von 2000 reden kann, muss ja scheinbar schon einige Erfahrung haben, auch wenn man damals in Realität noch die Schulbank drückte und Amazon für einen neuen Ego-Shooter hielt.

Natürlich sind nicht alle Gedanken zu "Blasen" völliger Unfug, natürlich gibt es in einigen Bereichen bedenkliche Entwicklungen, die zu thematisieren sind. So zum Beispiel zu den , die ich auch schon mehrfach, so auch bei Tichy in thematisiert habe.

Aber die Penetranz und Persistenz des aktuellen Blasen-Geredes, offenbart den medialen Zweck des wohligen, den Click befördernden Schauders, der auch bei Horrorfilmen das Publikum in die Kinos lockt.

Und es offenbart eine gedankliche Fixierung auf die Vergangenheit, die mal wieder den Blick auf die Möglichkeiten der Zukunft verstellt. Wer diesem Gerede folgt und sich davon anfixen lässt, hat garantiert seit 2009 keinen Erfolg im Markt.

Besonders schön sichtbar wurde das Muster die letzten Wochen, als vermehrt wieder Vergleiche des NASDAQ mit dem Jahr 2000 laut wurden und die grossen Bluechips, die man als FAAMG (Facebook, Amazon, Apple, Microsoft, Google) zusammen fassen kann, neue Kurshöhen erklommen.

Um es ganz deutlich zu sagen, diese Vergleiche der FAAMG Kurse mit der 2000er New Economy/Internet Blase sind grober Unfug. Und wer sich davon beeinflussen lässt, ist selber schuld und sollte dringend seine Medienwahl hinterfragen.

Ich will Ihnen das ganz unzweideutig beweisen. Hier ist das Chart des NASDAQ Composite über 20 Jahre, von 1997 bis 2017. Sie können das Chart anklicken und vergrössern, wenn Sie wollen:

Wir sehen die 2000er Internet-Blase. Und wir sehen, dass der NASDAQ 15 Jahre brauchte, bis er diese Niveaus wieder erreichte, dann 2 Jahre konsolidierte und zögerte und nun nach 17 Jahren nach oben über die alten Niveaus hinwegzieht.

Nun muss man wissen, dass die gross kapitalisierten FAAMG Aktien einen erklecklichen Teil der NASDAQ Kapitalisierung ausmachen. Schauen wir doch also mal, wie die sich entwickelt haben am Beispiel Apple und Google. Sie können aber auch gerne die anderen Namen nehmen und kommen zu ähnlichen Ergebnissen.

Wir sehen schnell, dass diese Unternehmen ihre Umsätze und Gewinne um zwei und dreistellige Faktoren erhöht haben. Waren diese Unternehmen in 2000 noch jenseits von Gut und Böse bewertet und nahmen viel zu viel Zukunft vorweg, sind sie nun sauber in die Bewertungen hinein gewachsen.

Sie können auch andere Indikatoren der Gegenwart nehmen und werden schnell erkennen, dass die FAAMG Aktien bezogen auf ihre Gewinnqualität und ihr weiteres Wachstum im Vergleich zu anderen Bluechips derzeit zwar hoch, aber noch angemessen bewertet sind.

Der ganze Markt hat eben derzeit ein erhöhtes Bewertungsniveau, nicht nur FAAMG, das hat aber in Breite mit der Niedrigzinspolitik der Notenbanken zu tun und rein gar nichts mit einer "Tech-Blase".

Und die FAAMG Aktien waren in den letzten Monaten auch etwas zu schnell zu weit gelaufen, wie ich Ihnen das ja vor 3 Wochen in -> Liebesaffäre mit Big Tech <- hier geschrieben habe. Die Korrektur der vorletzten Woche war also logisch und erwartbar und es kann auch sein, dass noch einmal 5-10% Korrektur über den Sommer drin sind. Und auch eine schärfere Korrektur ist theoretisch immer drin, dann aber aus anderen Faktoren die wir heute noch nicht kennen.

Ein grundlegende "Blase" bei den Bewertungen dieser FAAMG Aktien aber, ist schlicht dummes Zeug - man muss sich fragen was die, die davon reden, eigentlich geraucht haben.

Richtig ist etwas ganz Anderes, das wir im Premium-Bereich schon letzten Sommer unter ->Apple, Google und Co - Die neuen Nestles? <- thematisiert haben:

Diese grossen Techkonzerne sind die Wegbereiter eines grundlegenden Wandels der Art wie wir wirtschaften, es sind die neuen Dominatoren und sie haben eine Dominanz erreicht, wie sie IBM Anfang der 80er Jahre hatte.

Sicher kann man sich fragen, ob diese Dominanz lange zu halten ist, bei IBM war das damals nicht der Fall. Aber eine Blase? Ich bitte Sie, das ist als Argument derzeit nicht mal satisfaktionsfähig.

Man kann dem Markt viel vorwerfen, auch Verzerrungen, Überbewertungen und Schieflagen. Aber in einer Blase sind FAAMG nicht, die sind so gut und gewinnstark, wie es die Kurse ausdrücken.

Und wenn man der Markttechnik folgt, ist dieser Ausbruch von 2017 über die alten Hochs im NASDAQ eher der Beginn einer grösseren Bewegung, als eine Überdehnung am Ende. Zu den disruptiven Veränderungen unserer Welt, unter anderem durch die Digitalisierung, würde es passen.

Wenn man so will, war der Markt in 2000 übertrieben visionär, es wird erst jetzt das Realität, was damals in die Kurse hineingeträumt wurde.

Und Blasen werden sich an der Börse auch wieder bilden oder haben sich schon gebildet, aber genau da, wo niemand darüber fabuliert. Eine medial beackerte Blase ist, bevor diese geplatzt ist, eigentlich ein Widerspruch in sich.

Ihr Hari

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Liebesaffäre mit Big-Tech

Ich will heute noch eine kurze Botschaft loswerden.

Egal ob Sie privater Anleger, Vermögensverwalter oder Fondsmanager sind, wenn Sie ein breit gestreutes, wohl selektiertes Depot besitzen, werden Sie in diesem Jahr mit hoher Wahrscheinlichkeit deutlich hinter den US Indizes hinterher hinken.

Machen Sie sich nichts daraus, Sie haben nichts falsch gemacht.

Der Grund ist vielmehr im Markt begründet, der mal wieder einen zu starken Herdentrieb zeigt. Denn während der breite Markt schon seit Wochen eigentlich konsolidiert, werden die Indizes primär von wenigen grossen Aktien wie beispielsweise den FAANG-Aktien oben gehalten, konkret also Facebook, Amazon, Apple, Netflix, Google (Alphabet). Aber auch Microsoft oder NVidia steigen und steigen, man kann einfach sagen, der Markt hat eine Liebesaffäre mit diesen "Big-Tech" Aktien entwickelt.

Wie auf alle Liebesaffären, wird aber auch hier eine Phase der Ernüchterung folgen und wenn man aktuell bei Blomberg liest, wie , dann dürfte der Zeitpunkt der maximalen Begeisterung nicht mehr so weit entfernt sein. Nicht heute oder morgen, wohl aber vielleicht über den Sommer.

Und dieser Zeitpunkt der maximalen Begeisterung, wenn alle die kaufen wollten gekauft haben, ist auch der Punkt an dem die Kurse den temporären Höhepunkt erreichen und zu konsolidieren beginnen. Wie extrem die Indizes auf diesen wenigen Aktien basieren, zeigt auch dieses Chart von Bespoke eindrücklich:

Machen Sie sich also nichts daraus, wenn Ihre Depots seit Wochen Wasser treten, während S&P500 und Nasdaq steigen und steigen. Sie sind in guter Gesellschaft fast aller professioneller Anleger die Aktien bewusst selektieren - ausser denen eben, die schon länger primär auf FAANG alleine setzen.

Wenn Sie wissen wollen, wie lange das noch so weiter geht, weiss ich es natürlich auch nicht. Ich weiss aber auch, dass das Window-Dressing zum Quartalsende immer ein Thema ist. Bis Ende Juni könnte dieser Trade also durchaus weiter unterstützt sein, weil alle auch noch dabei sein wollen, denn wer nicht dabei ist, hängt in der Performance hinterher und muss sich am Quartalsende Fragen stellen, warum er zu blöd war diesen offensichtlichen Trade zu sehen.

Ab Juli ist dann aber ein neues Spiel, dann gilt wieder der kluge Satz, dass wenn alle das Gleiche denken, niemand richtig denkt.

Ich bitte das aber nicht als generelle Skepsis diesen Aktien gegenüber zu verstehen. Im Gegenteil, ich habe diese Aktien schon letzten Sommer im Premium-Bereich zu den "neuen Nestles" erklärt und dazu geraten, aus langfristigen Gesichtspunkten nun auf diese umzuschichten: -> Apple, Google und Co. - Die neuen Nestles? <-. Wer das damals getan hat, hat immense Gewinne generiert.

Aber was zu schnell zu viel ist, ist zu viel. Und es scheint, als ob dieser Trade nun in die Phase der öffentlichen Wahrnehmung eintritt, ab der er noch ein paar Wochen hat und dann wird ein temporärer Höhepunkt erreicht.

Danach haben alle Stockpicker dann auch wieder die Chance die Indizes zu schlagen. 😉

Und die grossen Tech-Aktien bleiben weiter gute Investments - nach einem Rücksetzer.

Ihr Hari

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Amazon – der Beweis für die Klugheit des Marktes

Amazon und seine Kursentwicklung, ist eine hoch faszinierende Geschichte, weil sie zeigt, wie unglaublich klug der Markt bei seiner Einschätzung ist. Über mehr als ein Jahrzehnt, hat Jeff Bezos mit Amazon investiert, investiert, investiert und immer Gewinne in der Zukunft versprochen, die dann kommen sollten, wenn die gewünschte Marktstellung erreicht ist.

Amazon wurde in der ganzen Zeit mit gigantischen P/Es von 80 und höher bewertet. Auch heute ist das noch der Fall. Anleger, die naiverweise glaubten, man könnte solche Wachstumsaktien mit KGVs von E.ON und Co. vergleichen, haben den Kopf geschüttelt, "völlig überdreht" gesagt, sich abgewendet und RWE gekauft - die waren ja "billig". 😉

Der Markt hat Bezos aber geglaubt und das offensichtlich nicht, weil der Markt naiv war, sondern weil Bezos glaubwürdig war und der Markt ganz genau hingeschaut hat, um das zu verifizieren. Und seit 2015 kommen die Gewinne nun mit Macht und aus dem Cash-Burner Amazon wird langsam eine Cash-Cow.

amzn-19-10-16

Faszinierend!

Warum ist das aber so bemerkenswert? Weil ich mir erlaube, in den Januar 2013 zurück zu gehen, es macht doch Sinn sich auch immer mal wieder "das Geschwätz von Gestern" vor Augen zu führen.

Lesen Sie bitte unbedingt den Artikel -> Amazon, die Mutter aller Trends < - vom Januar 2013 noch einmal!

Bitte tun Sie es, selbst wenn Sie ein "alter Hase" hier sind und sich erinnern. Es ist gerade deshalb so eindrucksvoll, weil der Kurs sich von 268 USD damals auf nun ca. 820 USD heute, in gut 3 Jahren verdreifacht hat!

Und übrigens, Amazon *hat* damals dann Ende April die Trendlinie bei 246 USD wieder getestet. 😉

Dieses Prinzip, das dahinter steht und das ich damals schon eindrücklich erklärt habe, ist so unendlich wichtig, das ich heute noch einmal einen Artikel daraus mache.

Lesen Sie auch mal bitte unbedingt die Kommentare und Argumentationen des damaligen Artikels, zum Beispiel den dritten Kommentar und meine Antworten darauf.

Leser:
.... Wenn es sich hier jedoch nicht um eine Übertreibung handelt, dann weiß ich auch nicht mehr ....

Hari:
.... Du argumentierst mit Mr. Market, was selten eine gute Idee ist ....

Das sind die Botschaften, die ich Ihnen hier erneut am Fall Amazon in aller Deutlichkeit geben will:

Weiterlesen ...Amazon – der Beweis für die Klugheit des Marktes

Kinder Morgan und Deutsche Post – Bullenmarkt oder Bärenmarkt?

Die breiten Indizes von S&P500 bis DAX, haben nun zum bisher besten Rebound-Versuch des Jahres angesetzt. Drei Tage hintereinander, ist der S&P500 nun gestiegen und auch der DAX hat mit der 9.300er Marke, einen ersten wichtigen Widerstand zurück erobert.

Natürlich kommen dann - das ist wie beim Murmeltier, das täglich grüsst - gleich die "grossen" Prognostiker aus ihren Ecken, die dann die "grossen Wende" ausrufen und wieder "Kaufkurse" schreien, wie sie das ja schon am Anfang des Jahres so treffend und punktgenau getan haben. Wer hier Sarkasmus findet, kann ihn behalten. 😉

Oder andere, die Permabären, sind sich so etwas von sicher, dass es es immer weiter runter gehen *muss*, dass sie diesen ersten ernst zu nehmenden Rebound des Jahres, nun schon wieder Shorten, weil das "Endspiel" ja zwangsläufig begonnen hat und wir sowieso schon bald vor einer Währungsreform stehen.

Das kann alles sein und ich schliesse nichts aus, es hilft uns aber herzlich wenig. Und wer sich zu stark und verbohrt mit einer vermeintlich "sicheren" Zukunft verheiratet, hat nur eines garantiert: dass er im Markt keinen Erfolg haben kann. Denn der Markt ist immer in Bewegung und per Definitionem wetterwendisch.

Eine besonders absurde Form des Drangs etwas statisch zu definieren, was in Realität immmer in Bewegung ist, ist dabei der Versuch, einen Bullen- oder Bärenmarkt über absolute Prozentzahlen zu definieren.

Weiterlesen ...Kinder Morgan und Deutsche Post – Bullenmarkt oder Bärenmarkt?

Die Roboter kommen ! Von iRobot, Amazon, Google und Co.

Wir fragen uns ja alle immer, was denn die neuen grossen Trends sein könnten, mit denen man über Jahre dicke Gewinne an der Börse einstreichen kann.

Und wir würden gerne wissen, was in 2014 so ein heisses Thema werden könnte, wie in 2013 der Rebound im Solarmarkt. Denn bei den Solaraktien konnte man in 2013 sein Kapital verdoppeln und mehr.

Nun, ich glaube es gibt einen heissen Kandidaten für einen Megatrend, der nun massiv in das öffentliche Bewusstsein tritt. Und das ist der Einsatz von Robotern in allen Teilen der Wertschöpfung und bei lästigen oder gefährlichen Arbeiten.

Bisher waren Roboter im Wesentlichen auf die industrielle Produktion beschränkt und Unternehmen wie Kuka (WKN: 620440) oder die japanische haben damit gutes Geld verdient.

Das erste Unternehmen, das ausserhalb der industriellen Fertigung mit seinen Robotern weltweit bekannt und an der Börse erfolgreich wurde, war dann iRobot (WKN: A0F5CC, IRBT) mit Spezialrobotern im Bereich Militär und Zivilschutz - zB bei der Bombenentschärfung - aber vor allem mit seiner "Roomba" Linie der Staubsauger-Roboter, von denen auch einer bei uns im Haushalt seine Runden dreht und den wir als unseren kleinen "R2D2" nicht missen wollen.

Mit der Aktie von iRobot, haben wir hier auf surveybuilder.info.de schon 2013 viel Freude gehabt und schöne Gewinne generiert. Und heute springt die Aktie um aktuell (stand 16:00 Uhr) 17% nach oben !

Einfluss auf diesen Satz nach oben, dürfte dabei der überraschende durch Google haben. Ein Kauf, der sich in eine Reihe von voran gegangenen Käufen Googles im Bereich Robotics einreiht und eine dahinter stehende Strategie vermuten lässt.

Nehmen Sie jetzt noch die Gedanken von Amazon und auch der Deutschen Post zu "Paket-Drohnen" dazu, die weltweit für Aufmerksamkeit sorgen und nach meiner Ansicht keineswegs so "daher" gesagt sind, sondern eher einen Testballon zur Akzeptanz darstellen. Vergessen Sie dann weiter nicht, dass Flugzeuge bald autonom gesteuert werden und der menschliche Pilot nur noch als Backup an Bord sitzt und denken Sie am Ende an die Bemühungen der Auto-Industrie um autonomes Fahren - dann zeigen alle diese Entwicklungen eindeutig in die gleiche Richtung:

Es entwickelt sich ein massiver Weltmarkt für autonome Systeme mit begrenzter künstlicher Intelligenz, die lästige oder gefährliche Aufgaben der Menschen übernehmen und sich durch ihre Sensoren frei in der Welt bewegen können. Gemeinhin auch "Roboter" genannt. Auch bei Bauern muss man früher oder später die Frage stellen, ob es wirklich das Gehirn eines Menschen braucht, um stundenlang bei einem Traktor "auf dem Bock" zu sitzen und riesige Felder abzuernten.

Wenn Sie mal genau darüber nachdenken, werden sie unzählige Anwendungsformen für "robotische, autonome Systeme" finden und die Technologie und Sensorik ist langsam reif. Vieles scheiterte in der Vergangenheit dabei noch an der mangelnden Leistungsfähigkeit von Batteriesystemen. Aber auch da tut sich ja durch Tesla Motors und Co. einiges und auch diese technologischen Hürden werden gerade weggeräumt. Und damit dürfte sich ein gewaltiger Weltmarkt entwickeln, der die Welt über Jahrzehnte nachhaltig umkrempeln wird.

Es dürfte also für Anleger auf Jahre äusserst lukrativ sein, sich intensiv mit diesem neuen Segment zu beschäftigen. Konsequenterweise, ist an der Wallstreet auch schon unter dem Kürzel der erste ETF auf den Markt gekommen, der sich auf Robotics und Automation spezialisiert. In diesem überwiegen natürlicherweise noch Aktien der Kategorie "Automation", weil es eben noch nicht so viele börsennotierte reine Roboterfirmen gibt. Deshalb sind auch Firmen wie 3D Systems (WKN: 888346, DDD) im ETF enthalten, deren innovative 3D Drucker, eher dem Bereich "industrielle Automation" zuzurechnen sind.

Aber auch wenn das Angebot an Aktien im Segment Robotics noch dünn ist, wir haben es mit ganz grosser Wahrscheinlichkeit mit einem Megatrend der nächsten Jahrzehnte zu tun. Und wer auf der Suche nach grossen Chancen ist, muss unbedingt das Feld der "Robotics" an der Börse im Auge behalten.

Die Pop-Gruppe "Kraftwerk" hat es schon in den 70er Jahren des vorigen Jahrhunderts gewusst: 😉

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Amazon – Die Mutter aller Trends und was wir davon lernen – 30.01.13

Ich kenne da ein Unternehmen mit dem Namen "Amazon"......

Die Aktie des Unternehmens (WKN 906866) notiert aktuell bei einem 2013er KGV von ..... halten Sie sich fest ..... 164 und das Kursbuchwert - Verhältnis (KBV) bei 15,6 ! Viel zu teuer ? Gleich shorten ? HALT !

Denn das Unternehmen wächst und wächst und die Aktie steigt und steigt und zeigt seit 2008 die Mutter aller Trends. Auch 2008 war das Unternehmen schon so hoch bewertet und hat sich seitdem mehr als versiebenfacht ! Kennen Sie einen anderen Bluechip, der das zu bieten hat ? Selbst Apple kann da nicht ganz mithalten.

Schauen Sie auf den Wochenchart seit 2008 und staunen Sie über die Mutter aller Trends :

Amazon Mutter aller Trends 30.01.13

Gestern nach Handelsschluss lieferte das Unternehmen Quartalszahlen und nachbörslich stieg der Kurs um mehr als 8% ! Da fällt die Kinnlade runter und der Mund öffnet sich, oder ? 😉

Und nun frage ich Sie, waren Sie dabei ? Haben Sie von dieser unglaublichen Erfolgsgeschichte profitiert ? Wohl kaum, denn Amazon war ja nach KGV und KBV schon immer so "teuer". Wir sollten den Fall Amazon daher exemplarisch nutzen, um uns ein paar schmerzhafte Wahrheiten ins Gedächtnis zu rufen, die so gar nicht den vermeintlichen "Weisheiten" entsprechen, mit denen private Anleger in diversen Publikationen gerne penetriert werden:

(1)
Die wirklich grossen Gewinne werden nicht mit vermeintlich "saubilligen" Aktien gemacht, sondern mit Aktie deren Geschäft wächst und wächst und wächst ! "Growth" ist immer noch die Selektion der Wahl, wenn man wirklich hohe Gewinne an der Börse erzielen will.

(2)
Es ist gar nicht so schwierig diese Aktien zu identifizieren, wenn man nur mit offenen Augen durchs Leben geht. Wie Amazon weltweit den Einzelhandel aufrollt, ist doch offensichtlich.

(3)
Die viel zitierten KGV und KBV haben bei der Beurteilung solcher Aktien keinen Wert und führen einen eher auf die falsche Fährte. Das sind Erfolgsverhinderer und keine Erfolgsgaranten. Am Thema -> Zykliker <- habe ich ja schon einmal deutlich gemacht, wie einen das KGV in die Irre führt.

(4)
Trends sind sehr mächtig und es lohnt sich ihnen einfach zu folgen !

(5)
Der Markt hat immer Recht. Wenn er einer Aktie über lange Zeit ein KGV von 80 und mehr zubilligt, gibt es Gründe dafür. Und wenn Sie die Bewertung für überzogen halten, liegt das viel wahrscheinlicher daran, dass Sie nicht verstehen was Mr. Market versteht, als dass Sie klüger als der Markt wären.

Ich kenne keine Aktie, die das Prinzip "The Trend is your friend" deutlicher machen könnte als Amazon. Und jetzt können wir uns alle eine Kerze anzünden und darüber nachdenken, warum wir eine solche Erfolgsgeschichte und die Versiebenfachung unseres Kapitals verpasst haben, obwohl diese Erfolgsgeschichte direkt vor unserer Nase stattfand.

Und wenn wir das verstanden haben, haben wir viel über unsere Denkstrukturen und unsere Fehler gelernt, die wir im Angesicht von Mr. Market immer wieder machen.

Ihr Hari

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