Orbital Sciences – WKN 881947, ORB – Wie man im All Geld verdient (1)

Sie erinnern sich vielleicht an meinen Artikel zum neuen Wettlauf ins All ? Wenn nicht, sollten Sie -> hier <- unbedingt noch einmal rein schauen.

Am Ende habe ich einen zweiten Teil angekündigt, der sich mit den wirtschaftlichen Möglichkeiten beschäftigt, im Weltall Geld zu verdienen. Beim Durchdenken der ganzen Thematik ist mir bewusst geworden, dass das Thema zu umfangreich und komplex für einen einzelnen Artikel ist. Ich werde es daher in kleinere, schmackhaftere Häppchen aufbrechen. Und heute folgt der erste Teil.

Denn wenn man meinen Artikel liest, dann ist es doch bedauerlich, dass keines dieser Unternehmen wie SpaceX schon börsennotiert ist, wir also als an den Erdball gebundene Anleger bisher nicht am Potential teilhaben können. Deshalb will ich Ihnen heute ein Unternehmen vorstellen, von dem Sie vielleicht noch nie gehört haben. Und trotzdem, dieses Unternehmen schickt seit Jahrzehnten Raketen in die Umlaufbahn und hat mit der NASA auch einen Vertrag zur Versorgung der Raumstation ISS. Es ist die in Dulles, Virginia beheimatete Orbital Sciences Corporation - WKN 881947, Kürzel ORB.

In dem 1982 gegründeten Unternehmen bauen 3800 Mitarbeiter, Launch Systems (Raketen), Raketenabwehrsysteme und Satelliten. Und das Unternehmen hat jede Menge Erfahrung mit Raketenstarts, so hat die "Taurus" Rakete seit 1994 schon 17 Satelliten in die Umlaufbahn gebracht.

Schauen Sie einfach mal ausführlich auf die recht informative Website von

Bei ORB steht nun ein grosser und wichtiger Meilenstein an. Denn nachdem Elon Musk mit SpaceX schon ein Dockingmanöver mit der ISS im Auftrag der NASA hinbekommen hat, ist Orbital Sciences nun der zweite Auftragnehmer, der für die NASA die ISS versorgen soll.

Der Start der neuen Antares Rakete für Nutzlasten bis 6 Tonnen soll Anfang 2013 statt finden, sehen Sie auch .

Für ORB wäre ein Erfolg ein Meilenstein. Er würde nicht nur das Unternehmen bekannter machen, sondern dem Unternehmen auch ganz neue Möglichkeiten über NASA und Pentagon hinaus eröffnen. Denn der private Markt entwickelt sich ja gerade und es gibt weltweit einen riesigen Bedarf für günstige, aber zuverlässige Startsysteme um mit grösseren Lasten die Umlaufbahn zu erreichen. Ein erfolgreicher Start und eine Dockung der Antares mit bis zu 6 Tonnen Nutzlast an der ISS, würde ORB weltweit in eine andere Liga katapultieren.

Insofern ist das Unternehmen nun in einer sehr kritischen Phase, die man auch im Kursverlauf wieder findet. Schauen wir daher doch mal auf den Wochenchart von ORB seit 2008.

Orbital Sciences 14.12.12

Sie sehen, dass da nicht viel passiert ist. Sie sehen aber auch, dass wir eine potentielle inverse Schulter-Kopf-Schulter Formation ausbilden und der RSI relative Stärke signalisiert.

Am Ende signalisiert der Chart damit die oben beschriebene Geschichte. Wenn ORB seinen Antares-Start erfolgreich abschliesst, liegen wohl erheblich höhere Kurse vor uns. Wenn nicht, ist nach unten alles möglich.

Und bei einem Erfolg, könnte ORB auch ganz schnell auf den Übernahme-Radar der ganz Grossen wie Lockheed Martin (WKN 894648) oder Boeing (WKN 850471) geraten. Denn denen knabbern SpaceX und ORB nun das Geschäft weg, wie Sie zum Beispiel nachlesen können.

Sie sehen, hinter Orbital Sciences verbirgt sich eine spannende Geschichte. Halte ich ORB nun aktuell für ein gutes Investment oder einen guten Trade ? Nein, nicht notwendigerweise. Selbst nicht obwohl ORB fundamental nur mit dem Buchwert bewertet wird, die Börse also im Moment kaum Potentialwert zugesteht. Die Firma ist einfach (noch) zu klein und zu abhängig von einem einzelnen Erfolg oder Misserfolg. Ausserdem zu abhängig von der NASA und dem Pentagon. Und mit dem Antares Start, steht das Unternehmen vor einer wichtigen Hürde. Heute Geld in das Unternehmen zu stecken, wäre also mehr ein binärer "Zock" nach dem Motto "Hop oder Flop". Aber zumindest keiner, bei denen Ihnen erst einmal eine Zocker-Plattform Gebühren abknöpft.

Spannend ist das Thema aber allemal. Und wenn man den "Zock" mit sehr kleinem Einsatz aus Spass mitmacht, hat man wenigstens mal wieder Gelegenheit gedanklich den Kopf in den Nacken zu legen, in den Himmel in die Triebwerke der Rakete zu schauen und "Go Go Go !" zu rufen. 😉

Und wer weiss, vielleicht prangt ja in 30 Jahre der Name "Orbital Sciences" an einer ganzen Flotte von Raumfahrzeugen zwischen Erde, Mond und Asteroidengürtel. Dieses Geschäft mit billigen Startmöglichkeiten ins All wird auf jeden Fall massiv boomen, das hat Ihnen hoffentlich mein erster Artikel über Elon Musk klar gemacht. Und ORB ist gut aufgestellt, um sich aus diesem Kuchen etwas heraus zu schneiden.

Und damit habe ich Ihnen auch ein Gefühl für den ersten Bereich gegeben, in dem man vom kommenden Boom der privaten Raumfahrt profitieren kann: mann muss erst einmal ins All kommen, um "da oben" - was auch immer - machen zu können. Und dafür braucht es billige Startkapazität, für die es schon heute auf der ganzen Welt riesigen Bedarf gibt.

Denken Sie daran: Alles ist möglich und die Zukunft ebenso voller Katastrophen, wie voller Wunder. The sky is the limit - das war einmal 😉 !

Ihr Hari

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