Price Action – S&P500, DAX, E.ON, Apple, IBEX35, Salzgitter, Nokia – 20.11.12

Heute möchte ich mit Ihnen vor Eröffnung der Wallstreet eine Rundtour durch verschiedene Aspekte des Marktes machen. Und dabei das Augenmerk auf die Nachrichten legen, die uns Mr. Market mit seiner Price Action selber gibt.

Was ich dagegen nicht tun möchte, ist hier Unternehmenszahlen nacherzählen, die man immer noch am besten beim Unternehmen selber oder den diversen Nachrichtendiensten wie Reuters erfährt. Ich würde auch keinen Mehrwert für meine Leser damit schaffen, mich jetzt hier als oberflächlicher "Bilanzanalyst" zu betätigen.

Denn gerade weil ich aufgrund meiner beruflichen Historie gut in der Lage bin Unternehmenszahlen und Bilanzen wirklich zu verstehen, weiss ich, dass es da draussen jede Menge Profis gibt, die die Unternehmen hauptamtlich beobachten. Und die durch ihre Fokussierung auf das Unternehmen viel besser als ich in der Lage sind, die Zahlen zu durchleuchten. Schlicht weil sie viel mehr Zeit dafür verwenden.

Und deren Wissen und Erkenntnisse sind über die Investitionsvolumina von Big Money schon längst in den Kursen verarbeitet. Denn für Big Money arbeiten diese Profis. Zu glauben, durch oberflächliche Analyse da noch Mehrwert zu produzieren und sich einen "Edge" gegenüber dem Markt zu erarbeiten, würde schon an Naivität grenzen.

Das nur zur Erklärung, warum gerade jemand wie ich, der eigentlich aussergewöhnlich qualifiziert wäre die Fundamentaldaten und Bilanzen unter die Lupe zu nehmen, dafür nur ein eher desinteressiertes Schulterzucken übrig hat. Würde ich mich jetzt hauptberuflich auf ein oder zwei Unternehmen spezialisieren und die permanent begleiten, würde ich mir sogar zutrauen daraus einen Mehrwert zu generieren. Aber nicht mit einer zweistelligen Zahl von Unternehmen in der Watchlist und nicht durch nacherzählen der sowieso öffentlich bekannten Zahlen und Daten.

Statt dessen sollten wir genauer auf das schauen, was uns Mr. Market mit seiner Price-Action sagt. Denn diese Kursbewegungen sind höchst "demokratisch" und egalitär.

Denn erstens sieht Big Money die Kurse genau so schnell wie wir und kein bischen früher, wenn wir mal von dem Sonderfall HFT absehen. Bei Analyse der Kursbewegungen haben wir also eine Chance mit dem grossen Geld gleichzuziehen.

Zweitens basieren die Kursbewegungen auf den echten Absichten der Marktteilnehmer, denn da wo reales Geld eingesetzt wird fängt die Wahrheit an und hört das Gesabbel auf. Geschrieben wird nämlich viel und Papier ist geduldig. Echtes am Markt eingesetztes Geld, ist da ein weit bedeutenderes Testimonial.

Und drittens erleben wir in den Kursen genau die gebündelte Einschätzung des Marktes, was die Zahlen und Daten der Vergangenheit und die daraus resultierende Erwartung der Zukunft angeht. Wer will schon mit Mr. Market argumentieren, der sowieso immer Recht hat. Ich nicht !

Soweit der Einleitung - gehen wir also in medias res:

S&P 500 und DAX:

Der Bounce hat richtig Kraft und viel spricht dafür, dass er bis Ende der Woche laufen kann. Denn im Moment beruht er neben der technischen Überdehnung auf der Annahme, dass die Fiscal Cliff Verhandlungen doch zügig zu einem guten Ende kommen. Da die nächsten Verhandlungen aber erst nächste Woche nach Thanksgiving anstehen, bleibt diese Woche Zeit die Hoffnungsrally zu spielen.

Heute dürfte erst eine leichte Konsolidierung des gestrigen Anstiegs folgen, dann rechne ich mit Wahrscheinlichkeit eher damit, dass der Bounce noch weiter geht und im S&P500 auch die 1400 noch testet. Dann wird es spannend.

Denn niemand sollte vergessen, dass wir uns in einem bestätigen Abwärtstrend befinden und erst ein Closing oberhalb der rechten Schulter der SKS bei 1434 könnte das ändern. Ich persönlich sehe immer noch eine gute Wahrscheinlichkeit, dass wir gerade nur eine weitere Schulter im neuen Abwärtstrend erleben und wir im S&P500 noch in die Zone 1300-1320 laufen werden.

Was den DAX angeht, hat der seine relative Stärke in den letzten zwei Tagen komplett verloren und auch der aktuelle Bounce ist in der Dynamik eher enttäuschend. Auch beim DAX sollte man also das Risiko nicht übersehen, dass der Markt die 7200 nicht mehr nachhaltig überwinden kann und wieder nach unten dreht.

Insofern werde ich nun opportunistisch den Kursen nach oben folgen, gleichzeitig meine Stops aber so mitziehen, dass ich schnell wie der Wind auch wieder draussen bin. Frei nach dem Motto "Das Beste hoffen und sich für das Schlimmste vorbereiten".

E.ON

Ist die aktuelle Kursbewegung eine Übertreibung oder ist sie nun aufgrund der unsicheren Aussichten gerechtfertigt ? Nun in Anbetracht von 12% Minus an einem Tag, war der Gedanke an eine emotionale Übertreibung nach unten ja naheliegend. Auch ich habe diesen Trade ja versucht. Jetzt ein paar Tage später, gibt uns die Price-Action aber die eindeutige Antwort. Nein - das ist keine Übertreibung, sondern in Wertung der Nachrichten gerechtfertigt. Denn glauben Sie mir, wenn all die Profis die E.ON en Detail verfolgen nun auch nur die kleinste Hoffnung hätten, dass die Welt bei E.ON nun zu schwarz gemalt wird, dann wäre E.ON in diesem Bounce um 3-5% nach oben geschossen. Ist die Aktie aber nicht - quod erat demonstrandum.

Apple

Ganz anders bei Apple. Die Dynamik und das in die Aktie strömende Geld im zweistelligen Milliardenvolumen an einem Tag, impliziert bei dieser best analysierten Aktie der Welt für mich persönlich nur eines: wir haben ein temporäres Tief gesehen und es spricht wenig dafür, dass die Bewegung von gestern nur ein "One Day Wonder" war. Ich rechne eher mit noch einigen Tagen Stärke bei Apple und halte es für wahrscheinlich, dass wir die 600 USD wieder testen werden. Erst wenn diese Stärke ausläuft, sehe ich Anlass im Lichte der dann vorhandenen Kursbewegungen, die Frage zu stellen, wie es nun weiter geht. Denn Art und Umfang des ersten schwachen Tages nach dieser aktuellen Rally, wird uns mehr über den weiteren Kursverlauf sagen als jede aktuelle Spekulation.

Spanischer Aktienmarkt IBEX35

Was ich Ihnen -> hier <- nahe gebracht hatte, wurde auch durch die Kursentwicklung der letzten Tage bestätigt. Der spanische Aktienmarkt hält sich stabil oberhalb der 200-Tage-Linie und bildet scheinbar eine Bullenflagge aus. Auch wenn man auf die Geschehnisse unter der Oberfläche schaut, ist in Spanien viel mehr positive Bewegung hin zu mehr Wettbewerbsfähigkeit, als in Italien oder erst recht dem verkrusteten Frankreich. Auf den Turnaround des spanischen Aktienmarktes zu setzen, erscheint mir also weiter als eine gute Idee, zumal man sich damit defacto auch in die südamerikanischen Märkte einkauft, die durch Historie und Sprache mit Spanien verbunden sind.

Rheinmetall

Wie Sie sicher wissen, ist Rheinmetall eine der Aktien, die ich permanent begleite. Das liegt vor allem an dem Rüstungsgeschäft. Denn der Nachteil der Abhängigkeit von öffentlichen Aufträgen, wird durch die Tatsache mehr als aufgewogen, dass die Einstiegshürden in dieses Geschäft sehr hoch sind. Rheinmetall muss also nicht so sehr wie andere Branchen Angst haben, dass neue Mitbewerber für Preisdruck sorgen. Schaut man dann noch auf die Fundamentaldaten von Rheinmetall und die Höhe in der Rüstungsfirmen wie Lockheed Martin oder General Dynamics in den USA bewertet werden, sieht man schnell, dass das Unternehmen aktuell vom Markt höchst attraktiv bewertet wird. Auch ein Übernahmeversuch ist deswegen keineswegs undenkbar.

Der Markt scheint zur gleichen Ansicht gekommen zu sein, anders lässt sich nicht interpretieren, wie aggressiv Rheinmetall gestern von den Tiefs im Bereich 31,x € weggekauft wurde. Kurzfristig sollte man bei der Aktie keine grossen Sprünge erwarten, die durch die Eurokrise bedingte schlechte Auftragslage im Rüstungsgeschäft wird wohl auch weiterhin eine Schleifspur ziehen. Und die Aktie deshalb wahrscheinlich eine zeitlang in der Nähe der 30er Marke herum krebsen, diese vielleicht sogar mal kurz unterschreiten. Aber von einer massiven Rezession abgesehen, sagt uns Mr. Market mit seiner gestrigen Reaktion, dass Rheinmetall bei den aktuellen Kursen langfristig ein attraktives Investment sein könnte.

Salzgitter und Stahlsektor

Wird das Stahlgeschäft in 2013 besser oder nicht ? Ich will mich an dieser Spekulation nicht beteiligen und kann dazu auch keinen Mehrwert liefern. Das wissen die Verantwortlichen in der Branche besser als ich. Aber was als Folge des vollzogenen Machtwechsels für Nachrichten aus China kommen, lässt hoffen. Und der Markt sagt auch: ja, 2013 wird besser. Denn objektiv hat der Kurs nicht in Richtung der Tiefststände gedreht und der Aufwärtstrend bei Salzgitter ist so lange intakt, wie das Tief 28.09. nicht unterschritten wird. Kluge Trader spekulieren nicht über die Zukunft, sondern kaufen Aktien, die den unteren Trendkanal eines Aufwärtstrends testen und sichern sich nicht weit davon entfernt direkt unter dem Trend ab. Das wird auch meine Strategie sein, falls Salzgitter noch etwas zurück kommt. The Trend is your friend - until it ends.

Nokia

Im amerikanischen gibt es den Spruch "Hope is a four letter word" ... so wie einige unfeine Kraftausdrücke, die ich hier lieber nicht niederschreibe. Was so viel bedeuten soll wie, wer sein Handeln nur auf Hoffnung basiert, ist schnell verlassen.

Eine Hoffnungsrally ist aber genau das, was gerade bei Nokia passiert. Denn Nokia hat diesen Winter nach meiner Einschätzung wohl seinen letzten Schuss im Köcher. Wenn auch dieser Winter keine Wende bringt, wäre ich überrascht, wenn es in einem Jahr noch ein unabhängige Nokia gäbe. Mit einer Pleite rechne ich nicht, dafür ist zu viel Substanz - alleine die Patente - im Unternehmen. Aber seine Unabhängigkeit könnte Nokia wohl nicht verteidigen, wenn jetzt nicht echter Erfolg eintritt.

Nun hat Nokia aber mit dem Lumia 920 einen Treffer gelandet. Einfach ein tolles Smartphone mit superben Bewertungen und in vielen Shops erst einmal ausverkauft. Das setzt die Phantasie von Mr. Market nun also in Bewegung. Denn wenn Nokia die Kurve bekommen sollte und wieder Marktanteile gewinnt und Gewinne schreibt, dann sind die aktuellen 2,x € Kurs ein Witz und eine Verdoppelung eher noch eine konservative Schätzung.

Vor diesem Hintergrund ist die aktuelle Stärke zu sehen. Und die dürfte weitergehen, solange die Hoffnung im Raum steht. In dem Moment wo echte Absatzzahlen bekannt werden, dürfte es ernst werden. Wenn die Zahlen dann die nun hoch gefahrenen Erwartungen des Marktes nicht befriedigen sollten, wird ein Schlachtfest folgen. Wenn die Zahlen aber überzeugen, wird der Kurs dann erst so richtig gewaltigen Schub aufnehmen.

Insofern scheint Nokia eine spannende Wette zu sein, die ich aber nur mit entsprechendem Stop eingehe. Alle andere wäre in meinen Augen unverantwortlich. Eine Investition kann eine Nokia im jetzigen Zustand nicht sein, eher eine aggressive Wette auf Hop oder Flop.

Ich wünsche Ihnen viel Erfolg !

Ihr Hari

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23 Gedanken zu “Price Action – S&P500, DAX, E.ON, Apple, IBEX35, Salzgitter, Nokia – 20.11.12

  1. K+S will eventuell doch noch das Tief vom Juni testen, da lege ich mir doch mal einen Notgroschen in Reserve.

  2. @Hari, danke Dir für Deinen Hinweis zu Silver Wheaton. Ich ging ja Ende letzter Woche aggressiv in den Trade. Das sieht echt komisch aus. Allerdings habe ich aufgrund des abnehmenden Umsatzes den Eindruck, dass da nicht unbedingt Verkaufsdruck aufgebaut wird; vielleicht werfen da einige Silver Wheaton mit den Silberminenaktien in einen Korb. Seltsamerweise nämlich auch Hecla und Coeur wieder relativ schwach zum Silberpreis; zumindest gegenüber diesen “beiden Perlen zeigt Silver Wheaton relative Stärke”. 😉

    Apple verstört mich etwas. Bin ja schon kurz nach dem Hoch raus und warte auf eine neue Einstiegsgelegenheit. Dachte sie wäre heute da… aber mich irritierte gestern das gegen Ende der Handelzeit zunehmende Volumen wobei der Kurs kaum mehr nach oben kam (Distribution?). Heute will irgendwie auch so kein richtige Volumen in die Aktien bei anziehenden Kursen? Aber mir fehlt da Deine Erfahrung und ich sprech deshalb mal “frei weg von der Leber” mit der Gefahr falsch zu liegen.

    Vielen Dank auch für Deinen Kommentar zu den Biotechs. Die sind auch für mich eine DER Zukunftsbranchen. Vor ca 2 Wochen war z.B. eine Biogen Idec extrem überverkauft; letzte Woche bereits relative Stärke gegenüber den Techs und jetzt will sie scheinbar gemeinsam mit Alexion Pharma “so schnell wie möglich auf die alten Hochs zurück”. Leider sehe ich bei uns in Deutschland keine Biotechnologiefirmen mit vergleichbaren Potential.

  3. @ Hanna, selbstverständlich ist SAP dabei. Meine Depot hat eine mittlere zweistellige Zahl an Positionen. Meine Watchlist ist 100 Titel gross – die HFH Liste: Haris Famous Hundred. 😉

    Wie kommst Du darauf, dass diese paar Aktien des Artikels alles sind was ich im Auge habe ?

  4. @ Hanna, ich habe mich mit der Frage nicht befasst, wie man von deutschen Direktbanken aus an den IBEX35 kommt, da ich ihn in meinem Handelssystem direkt handeln kann, wie alle anderen Indizes der Welt auch. Womit wir wieder beim Thema des leistungsfähigen Brokers wären. Die 08/15 Direktbanken in Deutschland sind das definitiv nicht. Mit denen ist man auf alles beschränkt, was eine WKN hat. Die Börsen sind aber international und Deutschland in der Börsenwelt eher ein Nebenschauplatz.

    Nur mal als Vergleich: der WKN ETF091 von Commerzbank für die Goldminen hat ein Volumen von ca. 70 Millionen USD. Der GDX als der grösste Goldminen-ETF hat ein Volumen von 6000 Millionen USD = 6 Milliarden USD. Schon ein Unterschied oder ?

    Wenn jemand ein Instrument kennt, den IBEX sinnvoll auch mit WKN zu traden, nur heraus damit als Hilfestellung.

  5. @ Johann, die Schwäche von Hecla und Coeur ist ja nicht unlogisch. Der ganze Minensektor gibt heute wieder etwas von den Gewinnen gestern ab – nicht untypisch.

    Nur Silver Wheaton ist halt keine Mine und hat auch nicht die minentypischen Risiken. Gleichzeitig ist Silber aber recht stabil. Und deshalb finde ich das so komisch.

    Zum Thema Apple finde ich heute ein Prozent Minus als Konsolidierung sehr gesund und glaube eher, dass es noch weiter hoch geht. Ich wäre eher überrascht, wenn wir nach diesem Anschub die 600 USD nicht sehen.

    Was Biotech angeht, glaube ich tatsächlich, dass es der nächste major Bullenmarkt wird. Aber so weit sind wir noch nicht. Im IBB könnte sich im Tageschart sogar eine langfristige SKS Formation bilden mit LS Juli und Head Oktober.

    Aber grundsätzlich ist das Thema ganz heiss und es gibt in den US gewaltige Fortschritte. In Deutschland wird das mangels gesellschaftlicher Unterstützung völlig verkannt. Aber das hatten wir zum Thema IT ja auch schon. Da muss man gar nicht mal nur das berühmte MP3 bemühen.

  6. @Hanna, ich habe den folgenden Schein gefunden: AMUNDI ETF MSCI SPAIN WKN A0REJT. Bildet den IBEX ab und hat ihn sogar noch minimal outperformed. Kann an der Börse gehandelt werden – aber fast kein Umsatz

  7. @Hari, Du hast heute eine Reihe von Aktien wieder mal vorgestellt. Eine, die Du vor längerer Zeit mal erwähntest, und ich ging den Trade nach dem Hammer am 25.10. ist Bijou Brigitte. Ich finde es erstaunlich, wie die Aktie die letzte Woche gemeistert hat und wie sie nun still und unauffällig das 61%FiboRT zurückerobert hat. Und jetzt kommt ja vielleicht noch das Weihnachtsgeschäft 🙂 Danke – auf die Aktie wäre ich nie alleine gestoßen.

  8. Gern geschehen Johann. Und wenn die jetzt das Hoch vom 05. Oktober wieder erobert – wonach es aussieht – haben wir einen wunderschönen neuen Aufwärtstrend. Denk daran, die Aktie ist ein Hebel auf Spanien und Italien. Denn das Geschäft in den Südländern hat die Aktie nach unten gezogen.

  9. Hi hari,

    hätt ne spezifische frage an dich: die mögliche inverse SKS in gold sieht für mich in der rechten schulter wie eine kleinere (mögliche) inverse SKS aus (über die letzte woche hinweg – ich würde dir gerne die kerzenlänge sagen, aber mein brocker bietet für die mobile-app keine beschriftung zur kerzenlänge an, tut mir leid).
    Nun läge die nackenlinie der kleinen inversen SKS ca. 5 Dollar unter der nackenlinie der größeren (die du ja vorgestellt hast)…

    was sagst du als profi zu dieser idee: die kleine inverse SKS mit engerem stop (unter ihrem kopf, was im großen eben der rechten schulter “deiner” SKS entspricht) zu spielen … und somit in dem trade zu sein, bevor die “große” nackenlinie durchbrochen ist

    …es mag nur ein gefühl meinerseits sein, aber mir kommt vor, dass öfter kurz vor dem durchbruch der nackenlinie eine (manchmal enorme) bewegung in die gegenrichtung entsteht und erst danach ein trend in die richtung, die die SKS vorher schon angedeutet hat einsetzt

    danke
    greeZ
    cdo

  10. Ich wundere mich schon die ganze zeit seit veröffentlichung der AM daten über die preisstabilität bei gold und hab das mal als positiv gewertet. Jetzt seh ich deinen gdx kommentar und fühle mich bestätigt

  11. guten abend,

    mich würde interessieren wie die meinung zu intel steht. die negativmeldungen überschlagen sich die tage.
    die aktie läuft das 61,8er retracement im 18,50er bereich an, welches wenn man es so sehen will vom boden 2009 zu dem aktuellen jahreshoch gebildet werden kann ..

  12. Zum Thema Intel, ich bin nicht sicher ob über 3 Jahre die Fibo-RTs noch reale Bedeutung haben, weil ich nicht glaube, dass die real noch getradet werden. Und Linien im Sand wie Fibo-RTs funktionieren nach meiner Ansicht nur dann, wenn jemand anders aufgrund der Linie sein Verhalten ändert. Was bei kurzfristigen Bewegungen aber durch die Algos mehr denn je der Fall ist.

    Ich glaube also weniger, dass das Fibo hier eine grosse Bedeutung hat. Wichtiger finde ich, dass wir die beiden Tiefs von 2011 wieder testen und das bei massiver technischer Überdehnung. Insofern ist ein Bounce da nun nicht unwahrscheinlich.

    Fundamental wird Intel aber so abgestraft, weil der Markt glaubt, dass Intel den Tablet-Zug verpasst hat und gegenüber ARM und Qualcomm an Boden verliert. Erst wenn eine Nachricht in den Markt kommt, die das in Frage stellt, dürfte mehr als ein technischer Bounce drin sein.

    Wäre ich ein “Buy and Hold” Investor, würde ich Intel nun aber in den Augenschein nehmen. Denn selbst wenn die mal zeitweise etwas neben der Spur sind, bei der Marktmacht und Entwicklungskompetenz habe ich wenig Zweifel, dass die demnächst auch wieder einen Treffer landen. Intel abzuschreiben wäre dumm.

  13. ok,
    klare aussage.
    jedoch stehen kurzfristige fibo relationen im zusammenhang mit längerfristigen, oder?

    wie auch immer, sehe den fundamentalen zusammenhang ähnlich.

  14. @ Rauldiblasio, kurzfristige fibo relationen im zusammenhang mit längerfristigen ? Ich verstehe nícht was Du meinst ?

  15. ich möchte nicht allzusehr auf fibos rumreiten, interessiere mich eher für ganzheitliche lösungsansätze.

    nur soviel dazu als du vorhin meintest:” wenn jemand anders aufgrund der Linie sein Verhalten ändert. Was bei kurzfristigen Bewegungen aber durch die Algos mehr denn je der Fall ist.”

    ich wollte nur einwenden, dass wenn die algos im kurzfristigen zeitfenster agieren, was auf der hand liegt, dann leiten sich diese aber auch von bedeutsamen ereignissen wie beispielsweise das 2009 tief ab, oder?

    man kann in deiesem 3-jahres fächer auch kleinere fibo-fächer aufmachen, und weitere bezüge feststellen.

    aber um gotteswillen, das kann nur eine winzige spur sein und würde uns von der ganzheitlichen kultur in diesem blog abbringen.

  16. @ Rauldiblasio. Ah ich verstehe was Du meinst. Oder glaube es zumindest. 😉 Ich glaube da hast Du ein kleines Missverständnis. Wie Du richtig erkennst, kann man die RTs nicht nur auf der Zeitachse 2009-2012 bilden, sondern auch auf diversen kürzeren. So dürften der Fächer zwischen dem 09/11er Tief und heute auch immer wieder beobachtet worden sein.

    Nur haben diese RTs keine Beziehung zu den anderen Zeiträumen. Ist ja auch keine Wunder, die RTs sind doch nur relative Abstände (sozusagen Normbewegungen) zwischen zwei zufälligen Punkten. Sie haben also nur relative Bedeutung und keine über die Beziehung zwischen den zwei Punkten hinaus.

    Mit jedem Fächer auf unterschiedlichen Zeitebenen entstehen also immer mehr Linien im Chart, bis im Extremfall das Chart nur noch von parallelen Linien durchzogen ist, die sich teilweise widersprechen oder knapp nebeneinander liegen. Offensichtlich können nicht alle Bedeutung haben.

    Die entscheidende Frage ist also, auf welchen Fächer schaut der Markt überhaupt ? Nach welchem wird getradet und nur der hat seine psychologische wie algorithmische Anziehung – wie Linien im Sand, die eine an sich völlig gleichmässige Ebene plötzlich in Zonen unterteilen.

    Das Menschen von Linien im Sand die sie sehen können, psychologisch beeinflusst werden, ist offensichtlich. Mach mal ein Experiment an einem echten Strand wo die Leute ihre Strandkörbe aufstellen. Ziehe mitten im Strand eine deutliche Linie, der jeder ansieht, dass sie jemand mit Absicht gezogen hat. Du wirst feststellen, dass keiner seinen Korb auf die Linie setzt, sondern sich jeder für links oder rechts entscheidet und sich im Abstand zur Linie orientiert. Plötzlich hat eine gleichförmige Fläche eine ordnende Struktur bekommen, die zu Verhaltensänderungen führt und im Sinne der selbsterfüllenden Prophezeihung ihre eigene Wirklichkeit schafft. 😉

    Die Frage ist also, schaut der Markt bei Intel wirklich auf den 2009-2012 Fächer ? Nimmt er den als wichtige Linie im Sand wahr ? Meine Erfahrung sagt mir eher nein, weil die Zeitspanne zu gross ist. Weil die, die das grosse Geld bewegen, bei ihren Engagements eher in Tagen, Wochen und Monaten denken, aber weniger in Jahren. Aber das ist nur eine Vermutung und kann falsch sein.

  17. Ok.
    demnächst würde ich gerne wissen, wie du zum optionshandel stehst (keine optionsscheine) .

    aber das wohl eher wenn alle wieder wach sind, es ist ja schon spät 😉

  18. Na wer hätte gedacht, dass Hari Seldon nochmal Inhaber von Nokia-Aktien wird. Fehlt eigentlich nur noch die Coba im Depot 😉

  19. @ Hallo mein lieber Mendelmann, willkommen im Blog. 😉

    Ich kann sehr nachtragend sein. Nokia hat mich ja nie geärgert, die hatten halt einfach Probleme. Insofern kaufe ich die gerne wieder, wenn die einen Treffer landen. Eigentlich mag ich Nokia und fände es toll, wenn in dem Markt ein europäischer Riese überlebt und weiter mitspielt.

    Aber die Coba ? Nicht solange das jetzige Management da rumeiert. Was die sich gegenüber den Altaktionären erlaubt haben, zu denen ich ja mal vor den Kapitalerhöhungsorgien (AUA ;-)) gehört habe, dafür fallen mir nur noch böse Kraftausdrücke ein. Mit dieser Gurkenaktie muss ich meine Zeit nun wirklich nicht vergeuden.

    Witzig ist in diesem Zusammenhang, dass die Coba von Privatanlegern mit zu den meist “geliebten” und spekulierten Aktien gehört. Du musst nur mal bei Finanznachrichten.de die meist gelesenen Nachrichten der letzten 24 Stunden anschauen. Sobald da mal wieder jemand einen sinnentleerten *Pups* zur Coba ablässt, gibt es gleich tausende Klicks. Wirklich interessante Aktien und Themen aber bekommen dann gerade mal 100. Wundert sich da noch jemand, warum Otto Normalanleger permanent an der Börse Geld verliert ?

    Teil dieser zwanghaften Obsession der Privatanleger ist sicher auch, dass die Coba mit ihren 1,x€ optisch billig aussieht. Das die Kurszahl aber keinerlei Bedeutung hat, egal ob 1000 oder 0,8, solange man nicht die dahinter stehende Aktienzahl und den FreeFloat kennt, müssen 90% der Otto Normalanleger aber noch schmerzhaft lernen.

    Fazit: Coba = Igitt 😉

  20. @Hari
    Die Coba war auch nur ein kleiner Scherz. Bei Nokia bin ebenfalls zuversichtlich, dass es weiter bergauf geht (sofern die Verkaufszahlen tatsächlich entsprechend gut sind). Hinzu kommt, dass Samsung sein neues Flagship-Handy S4 wohl doch nicht im Februar präsentieren kann:

  21. Noch ein Nachtrag zu Nokia: Offensichtlich werden die weiter steigenden Kurse durch gute Verkaufszahlen gestützt:

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