Jahr der Entscheidungen

Ein neues Börsenjahr liegt vor uns und es hat so begonnen, wie wir das im alten Jahr schon erwartet haben: ruhig und mit bullischem Unterton.

Schon seit November sage ich, dass bis zur Amtseinführung Trumps am 20.01.17, der Markt noch in seinem "Buy the Rumor" Wohlgefühl verharren kann. Wobei man das nicht auf den Tag genau verstehen sollte, sondern eher im Sinne "um die Amtseinführung herum", der Markt neigt dazu, Dinge schon vorher in Gang zu setzen.

Erst danach, muss aus Twitter-Zeilen dann echte Politik werden, was erhebliches Enttäuschungspotential beinhaltet. Das bedeutet aber nicht, dass daraus zwingend eine Enttäuschung werden muss, diese Zukunft ist noch nicht geschrieben und liegt im Wesentlichen in der Hand des grössten Donald aller Zeiten. 😉

Mit den Wahlen in Frankreich im Mai und in Deutschland im Herbst, dürfte dann auch die vor sich hin schwärende Frage nach der Zukunft Europas und des Euros, endlich einer Entscheidung zugeführt werden.

Gerade Frankreich ist dabei von immenser Bedeutung, während es in Deutschland ja wahrscheinlich mal wieder "alternativlos" weiter geht. Der Wahlkampf hat ja offensichtlich in diesen Tagen schon begonnen, wenn man sieht, wie sich Parteien aller Coleur, nun seit Jahresanfang unisono einer klaren Sprache bedienen, für die man noch vor 15 Monaten im berüchtigten Herbst 2015, als Rechtsextremist beschimpft worden wäre.

Was davon zu halten ist, dürfte jedem halbwegs klar denkenden Menschen offensichtlich sein: Wahlkampf eben und was interessiert mich mein Geschwätz von Gestern? Egal woran wir politisch glauben, wir sollten bei der Wahl die Parteien nach ihrem Handeln beurteilen und nicht nach ihren wohlfeilen Worten.

Frankreich aber, dürfte schon im Mai der grosse Wendepunkt sein. Ein jeder Potenz beraubtes "weiter so" im Stile Hollandes, dürfte wohl nicht auf der Agenda stehen. Eher sind es zwei Alternativen, die wohl zur Wahl anstehen. Auf der einen Seite das Modell eines Europas der kulturellen Identität, dass den vielfältigen Regionen und Nationalitäten wieder Raum gewährt und diese als Stärke achtet, statt sie als Verstoss gegen die "EU-Norm" wegregulieren zu wollen. Andererseits das klare Ende des bekannten Europas und damit auch des Euros, mit unabsehbaren Konsequenzen und hoher Volatilität.

Wie das ausgeht und vor allem wie die Börse darauf reagieren wird, ist heute aber unmöglich vorher zu sehen, ebenso wenig wie im Oktober letzten Jahres, der Ausgang der US Wahl. Insofern sind alle Jahresprognosen mal wieder nicht das Papier wert, auf dem sie geschrieben wurden.

Uns hier bei surveybuilder.info, tangiert das bei unseren Börsenaktivitäten aber auch gar nicht, die grossen Prognosen überlassen wir denen, die ihr Geld mit Klicks verdienen.

Wir nehmen den Markt und das Geschehen in der Welt auch dieses Jahr wieder Schritt für Schritt und erzielen unsere Vorteil dadurch, dass wir uns schnell anpassen und von den Bewegungen profitieren, wohin sie uns auch immer führen mögen.

Als Staatsbürger aber, als Mütter und Väter von Kindern, denen wir eine positive, chancenreiche Welt hinterlassen wollen, ist 2017 wohl das Jahr der Entscheidungen, in dem wir unser ganzes Gewicht in die Waagschale werfen sollten, um dieses Land und diese Welt für unsere Kinder ein klein wenig zu einem besseren Ort zu machen.

Und schon heute will ich deutlich sagen und werde das wiederholen, bis es allen zu den Ohren heraus kommt, dass am Herbst zur Wahl zu gehen, das absolut Mindeste ist, was von jedem Staatsbürger der diesen Namen verdienen will, zu erwarten ist.

Denn wer nicht wählt, wählt auch und zwar alles gleichzeitig und damit den Status Quo und den Stillstand. Sich im Lichte der grossen Fragen der Gegenwart so zu verhalten, wäre geschichtsvergessen, für mich dümmlich und einfach nur eine Schande. Wer sich mit keiner der Parteien wirklich anfreunden kann, was ja gut zu verstehen ist, wählt eben das kleinere Übel, was immer noch weit besser ist, als auf dieses Staatsbürgerrecht gerade dann zu verzichten, wenn die Ausübung mal wirklich wichtig ist.

2017 ist das Jahr der Entscheidungen und wir haben die Wahl, daran teilzuhaben - nicht nur an der Börse. Denn nichts ist "alternativlos", nichts und niemand, wir haben immer die Wahl, solange wir atmen.

Machen wir also davon Gebrauch, die Freiheit der Wahl unterscheidet uns als aufgeklärte Menschen von Verblendeten, die tagein und tagaus nur damit verbringen, ihre eingeübten Litaneien nachzubeten.

Und machen wir an der Börse das Beste aus den Möglichkeiten, die uns das Schicksal bietet. Genau diese Offenheit den Chancen gegenüber, ist wesentliche Grundlage des Erfolges.

In diesem Sinne rufe ich Ihnen mit diesen wenigen Zeilen nun zu:

Auf ein gutes 2017!

Ihr Hari

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