Gurkenaktien des 4. Quartals 2012 – Zwischenstand 01.12.12 – Nokia, RIM, Facebook

Bis zum 03. Oktober haben wir -> hier <- gemeinsam die "Gurkenaktien" zum Jahresende definiert. Ziel war es, die Aktie zu finden, die zum Jahresende 2012 sicher im Minus stehen wird.

Nach zwei abgelaufenen Monaten ist es heute Zeit, den Zwischenstand anzuschauen. Hier das Ergebnis für den Zeitraum 03.10.12 bis 31.11.12 (jeweils Schlusskurse). Ich danke unserem Leser "Jacky" für die Aufbereitung der Daten:

Wir haben mit unserem "Gurkenportfolio" seit Oktober ein Minus von -4,3% erreicht. Gratulation !
Demgegenüber fielen die Indizes im Mittel nur um -0,6%. DAX 7322,08 -> 7405,50 = +1,1%, S&P500 1450,92 -> 1416,18 = -2,4%

Unsere Überperformance als "Shorties" setzt sich also fort. Der deutliche Vorsprung vor der Marktperformance ist um so bemerkenswerter, als im letzten Monaten drei der "Gurken" eine gewaltige Trendwende hingelegt und zu einer Rally mit erheblichen Gewinnen angesetzt haben.

Es handelt sich dabei um Nokia, Research in Motion (RIM) und Facebook, die nun alle weit über 20% im Plus stehen. Die erste Lehre dieses Monats ist damit auch offensichtlich. Wenn man einen Trade auf stark trendende Aktien fährt - wie hier auf die Abwärtstrends von Nokia, RIM und Facebook - dann ist ein Stop oberhalb der oberen Trendlinie unerlässlich. Denn wir wissen ja, Trends dauern lange und sind sehr mächtig. Und wir folgen einem Trend so lange wir können. Aber nur bis er bricht ! Dann muss man kompromisslos raus, denn wenn ein Trend bricht, ist die Gegenbewegung meistens sehr dynamisch.

Ich weiss, dass viele ein Problem mit Stops haben, weil sie schmerzhaft erleben, wie sie zu schnell in "Fake-Outs" ausgestoppt werden. Das ist auch richtig, insbesondere wenn man mit zu engen Stops agiert, die nur dazu dienen sollen Gewinne abzusichern. Man darf deswegen aber nicht das Kind mit dem Bade ausschütten. Denn wenn man starke technische Strukturen hat, wie eben eine langfristige Trendlinie oder zum Beispiel das Tief eines Swing-Lows, dann sind Stops unerlässlich, um nicht in massive Verluste zu rutschen.

Natürlich brauchen auch diese Stops Luft zum Atmen und dürfen nicht zu nahe an der entscheidenden Marke sein. Aber schauen Sie doch einfach auf diese drei Aktien. Wäre es nicht immer noch sehr sinnvoll gewesen, sich nach 5% ausstoppen zu lassen ? Und selbst wenn man vorher mal ein paar Prozent bei ein paar unglücklichen Stops verloren hat, einen derartigen Verlust von 20, 30 oder 40% zu vermeiden hätte sich immer noch gelohnt ! Und seien Sie mal ehrlich. Hätten Sie den Stop nicht gehabt, hätten Sie dann wirklich bei 5% auf "Verkaufen" der Short-Position gedrückt oder wären Sie nicht in fester Überzeugung des "Gurkenstatus" der Aktien einfach im Trade geblieben, in der Hoffnung das er wieder dreht ?

Soviel zum Thema "Stops", kommen wir damit zur der Lage bei Facebook, Nokia und RIM.

Wenn Sie mich jetzt fragen, was ich inhaltlich von dieser Trendwende bei den drei Aktien halte, muss man die Antwort nach dem Zeithorizont unterscheiden. Bei allen drei Aktien, vor allem aber bei Nokia und RIM, handelt es sich um eine Hoffnungsrally. Und diese kann durchaus nur ein "Dead Cat Bounce" sein.

Da aber die wirkliche Nagelprobe der Hoffnung bei Nokia frühestens im Januar (auf Basis realer Zahlen) und bei RIM noch später nach Launch des Blackberry 10 erfolgt, spricht viel dafür, dass die Hoffnung im Dezember weiter in die Höhe fliegt und es nun gar nicht mal unwahrscheinlich ist, dass alle drei Aktien bis Jahresende weiter deutlich zulegen. Und trotz schon 20-40% Gewinn sind inbesondere bei Nokia und RIM durchaus ähnliche Gewinne für den Dezember vorstellbar. Nicht sicher, aber vorstellbar !

Aber, betrachte ich die Aktien von einer fundamentalen und strategischen Sicht, besteht in meinen Augen eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass wir hier nur einen temporären "Dead Cat Bounce" sehen. Die höchste Wahrscheinlichkeit in drei Jahren noch als selbstständiges Unternehmen auf dem Kurszettel zu stehen, hat in meinen Augen Facebook. Hier befindet sich der Markt einfach im Prozess den "richtigen" Wert für das neue Geschäftsmodell zu finden. Aber das mit dem Geschäftsmodell Geld zu verdienen ist und dort eine Menge Potential existiert, ist höchst wahrscheinlich.

Anders die Lage bei Nokia und RIM. Beide sind in meinen Augen strategisch gesehen "Tote Katzen".

Hohe Margen werden in diesem Geschäft nur gemacht, wenn man das komplette Ökosystem von Hardware, Software und Apps - inklusive der Vermarktungsketten - in der Hand behält. Das hat Apple bewiesen und hätte Apple nicht alles unter Kontrolle, wären die aktuellen gigantischen Margen völlig illusorisch.

Genau dieses Potential hat Nokia aber mit der Hinwendung zu Microsoft und Windows Mobile aus der Hand gegeben. Nokia ist damit nur noch ein besserer Hardwarehersteller und Systemdesigner. Die wahren Fäden hält Microsoft in der Hand und letztlich bestimmt damit auch Microsoft über die Margen und die Existenz von Nokia. Selbst wenn Nokia jetzt tolle Absatzzahlen liefert, wie wollte sich denn eine Nokia wehren, wenn Microsoft einfach die Lizenzgebühren für Windows Mobile nach oben schraubt ? Oder Nokia Geschäftsmöglichkeiten abschneidet, weil Microsoft bestimmte Dienste einfach ins Betriebssystem integriert ?

Auf dem Desktop hat Microsoft doch vorgemacht, wie man durch Integration ins Betriebssystem die ganzen Anbieter drum herum langsam aussaugt. Ich habe zum Beispiel keinen eigenen Virenscanner mehr, Security Essentials reicht völlig. Es gibt halt genügend HTCs und reine Hardwaredesigner können ausgetauscht werden, das zugrunde liegende Ökosystem rund um das Betriebssystem aber nicht so einfach. Ich persönlich kann im Moment nicht sehen, wo das Geschäftsmodell bei Nokia ist, mit dem langfristig attraktive Margen erwirtschaftet werden können.

Gleichzeitig hat die Marke und die Patente aber so viel Wert, dass ich damit rechne, dass Nokia früher oder später übernommen wird und damit defacto vom Kurszettel verschwindet. Das muss für die Aktionäre kein schlechter Deal sein, auf eine neue Zukunft Nokias auf eigenen Beinen würde ich aber nicht wetten wollen.

Bei RIM ist die Lage etwas anders, im Ergebnis aber nicht besser als bei Nokia. RIM hat das ganze Ökosystem rund um den Blackberry noch in der Hand, könnte sich also theoretisch wieder zu hohen Margen aufschwingen. Nur ist das realistisch ? Ich glaube nein, der Zug ist einfach abgefahren.

RIM hatte fast ein Monopol als "Manager-PDA" und konnte deswegen hohe Preise und damit hohe Margen erzielen. Noch vor ein paar Jahren war es doch so, dass es entweder buntes, blinkendes Spielzeug von Samsung und Co. gab oder seriöse Businessgeräte von RIM oder Nokia.

Alles vorbei. Auch die grossen Firmen gehen immer mehr von einer einheitlichen Ausrüstungspolitik weg und erlauben den Mitarbeiter sich ihre Smartphones selber zu wählen, solange ein paar Regeln eingehalten werden. Damit bekommen Moden und was "hip" ist, aber auch im Business-Segment höhere Bedeutung. Das Blackberry Prinzip ist einfach aus der Mode. Wie bei allen ehemaligen Trends gibt es noch eine Fangemeinde, die die Stange hält, das verlängert aber nur das Siechtum, das frische, der Marke zufliegende Blut fehlt. Jetzt hat es auch in der Vergangenheit durchaus mal Beispiele gegeben, wo das Revival einer Marke gelungen ist, insofern nichts ist unmöglich. Das sind aber seltene Ausnahmen, auf die ich nicht wetten wollte.

Wirkliche Zukunft kann eine RIM nur dann gewinnen, wenn sie einen neuen USP findet, der die Smartphone-Nutzer zum Blackberry treibt. Den sehe ich aber zumindest derzeit (noch) nicht und Moden die vergangen sind, kommen nicht so einfach wieder. "Yet another Smartphone" braucht die Welt auch nicht mehr.

Abgesehen davon hat RIM nun ein massives Skalenproblem. Nicht nur im Einkauf, sondern auch bei der Entwicklungskapazität sind die Mittel einfach zu gering, um mit den sich abzeichnenden vier "Gorillas" - Apple, Google/Motorola, Samsung, Microsoft - mithalten zu können. Selbst wenn das BB10 ein Erfolg wird, reicht ein einziger verhunzter Produktzyklus bei der Grösse und Finanzkraft die RIM nun hat, um der Firma den Todesstoss zu geben.

Das tolle Produkte auch nichts nützen, wenn der Zug mal abgefahren ist, kann man an Psion oder Palm bewundern. Erinnert sich jemand an diese tollen und sehr teuren Minicomputer ? Auch Psion hatte hohe Margen und eine zahlungskräftige Kundschaft. Auch Psion wurde durch Apple, Samsung und Co. des Geschäftsmodells beraubt und auch Psion hatte nicht die Grösse und Skaleneffekte um gegenzuhalten. Psion ist heute Teil von Motorola und die wiederum Teil von Google. Die grossen Fische fressen die kleinen.

Auch bei RIM haben aber Marke und Patente Wert und wie bei Nokia rechne ich daher eher mit einer Übernahme. Auch hier muss das für die Aktionäre kein schlechter Deal sein. An eine langfristige Zukunft auf eigenen Beinen glaube ich aber bei RIM eben so wenig wie bei Nokia. Diese Chance auf die eigene, selbstbestimmte Zukunft ist von den drei "Gurkenaktien" wohl bei Facebook am grössten.

Aber noch einmal, diese langfristig strategische Sicht hilft nicht bei der Frage, ob die Rally noch ein, zwei oder drei Monate weitergeht und ob eine Nokia oder RIM nicht noch einmal 20, 30, 40 oder sogar 50% Gewinn produzieren, bevor der "Dead Cat Bounce" dann zum Erliegen kommt oder alternativ ein Käufer auf den Plan tritt und die Aktie vom Kurszettel verschwindet.

Insbesondere bei RIM darf man nicht vergessen, dass der Aktienkurs praktisch ins "Nichts" geprügelt wurde. Es braucht also nicht viel um starke Kurs-Gewinne zu produzieren, ein bisschen Hoffnung und halbwegs brauchbare Umsätze mit dem Blackberry10 Smartphone reichen schon, um den völlig verprügelten Kurs nach oben schnellen zu lassen. Einer neuen Zukunft ist RIM damit aber nicht notwendigerweise näher gekommen, kurzfristige Gewinne für spekulative Anleger sind aber weiterhin möglich.

So weit meine persönliche Sicht auf diese drei "Gurkenaktien". Hier nun das Ergebnis im Detail:

1. A123 Systems (WKN: A0Q8FY) 0.28 USD -> 0.12 USD; gain: -57.1%
2. Solarworld (WKN: 510840) 1.4 € -> 0.99 €; gain: -29.3%
3. Magforce (WKN: A0HGQF) 2.8 € -> 2 €; gain: -28.6%
4. Vestas (WKN: 913769) 5.11 € -> 3.7 €; gain: -27.6%
5. Praktiker (WKN: A0F6MD) 1.56 € -> 1.19 €; gain: -23.7%
6. Sino AG (WKN: 576550) 2.76 € -> 2.11 €; gain: -23.6%
7. Peugeot (WKN: 852363) 6.14 € -> 4.77 €; gain: -22.3%
8. Gigaset (WKN: 515600) 1.22 € -> 0.95 €; gain: -22.1%
9. Wacker Chemie (WKN: WCH888) 48.87 € -> 41.86 €; gain: -14.3%
10. Intel (WKN: 855681) 22.55 USD -> 19.57 USD; gain: -13.2%
11. Hewlett-Packard (WKN: 851301) 14.91 USD -> 12.99 USD; gain: -12.9%
12. Microsoft (WKN: 870747) 29.86 USD -> 26.62 USD; gain: -10.9%
13. Thyssen-Krupp (WKN: 750000) 16.99 € -> 15.57 €; gain: -8.4%
14. Aixtron (WKN: A0WMPJ) 10.24 € -> 9.61 €; gain: -6.2%
15. McDonalds (WKN: 856958) 90.35 USD -> 87.04 USD; gain: -3.7%
16. Daimler (WKN: 710000) 38.06 € -> 37.98 €; gain: -0.2%
17. Wienerberger (WKN: 852894) 6.27 € -> 6.26 €; gain: -0.2%
18. Kontron (WKN: 605395) 3.46 € -> 3.52 €; gain: 1.7%
19. Alcatel-Lucent (WKN: 873102) 0.81 € -> 0.85 €; gain: 4.9%
20. Talanx AG (WKN: TLX100) 18.75 € -> 19.91 €; gain: 6.2%
21. Boeing (WKN: 850471) 69.86 USD -> 74.28 USD; gain: 6.3%
22. Salzgitter (WKN: 620200) 30.72 € -> 35.45 €; gain: 15.4%
23. Tesla Motors (WKN: A1CX3T) 29.3 USD -> 33.82 USD; gain: 15.4%
24. Sky (WKN: SKYD00) 3.25 € -> 3.82 €; gain: 17.5%
25. Infineon (WKN: 623100) 5.01 € -> 5.9 €; gain: 17.8%
26. Nokia (WKN: 870737) 2.05 € -> 2.57 €; gain: 25.4%
27. Facebook (WKN: A1JWVX) 21.83 USD -> 28 USD; gain: 28.3%
28. Research in Motion (WKN: 909607) 8.06 USD -> 11.6 USD; gain: 43.9%

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10 Gedanken zu “Gurkenaktien des 4. Quartals 2012 – Zwischenstand 01.12.12 – Nokia, RIM, Facebook

  1. haha, da hat ja mein vorschlag ja voll eingeschlagen (RIM)! vielleicht sollte man ja bei der nächsten liste über eine mindergewichtung meines vorschlags nachdenken 😉

    ein anderer kandidat von der liste hat natürlich auch noch potential ins zu drehen, zu der hattest du ja schon vor kurzem geschrieben – wacker chemie (WKN: WCH888):
    heute schon über 3% im und gleichzeitig nur noch wenige cents von mehreren tageshochs der letzten woche entfernt,
    da könnte sich eine schöne kettenreaktion entwickeln sobald das erste bricht. dann wären wir schon relativ knapp am auslösen, der von dir vorgestellten, inversen SKS im größeren zeitfenster.

    und hari, eine frage: wenn du eine aktie schon in deinem investment-depot hast, schließt du die dann von deinem kurzfristigen trading-depot aus? stichwort klumpenrisiko – oder achtest zB darauf, dass die zeiteinheiten zumindest weit auseinander liegen, damit man “quasi” einen unabhängigen trade hat?

    danke
    greez

  2. @ CDO, das eine hat mit dem anderen bei mir nicht zu tun, da es unterschiedliche Zeitebenen und unterschiedliche Absicherungsmechanismen sind. Es kann also durchaus sein – ist aber wenn überhaupt sehr selten – dass ein und die selbe Aktie auf beiden Zeitebenen für mich interessant ist.

  3. Hallo Hari,

    Ich weiss nicht wo Ichs hinposten soll. Du hast hier ein paar mal Linde Und Herrn Reitzle erwähnt. Gestern hat er auf Phönix eines seiner wenigen Interviews gegeben. . Falls Du es nicht gesehen hast,es ist meiner Meinung nach exzellent und sehr sehenswert….

    Wolfgang Reitzle – “Oder Deutschland tritt aus dem Euro aus”

    Gruss
    Lb

  4. Danke Lightblue, etwas von Reitzle darfst Du immer egal wohin kopieren. 😉 Einer der besten Manager dir wir haben und wenn er den Mund aufmacht, sollte man zuhören.

    PS: Ich packe es in die Tips damit es nicht übersehen wird. Danke nochmal !

  5. Gerne Hari

    Das Video startet direkt beim Thema Eurokrise.Wer sich auch für Linde interessiert kann es von Anfang anschauen. Die erste
    halbe Stunde geht es um das Unternehmen.

    Gruss
    Lb.

  6. Heute ein stakes Plus bei Rheinmetall, was zum späten Handel zu großen Teilen wieder verkauft wurde.
    Hari, wertest du die Nachrichtenlage um Rheinmetall auch als positiv, obwohl das Thema Waffenexporte nun wieder breit durch die Medien getrieben wird? MfG Dan

  7. Herzlichen Glückwunsch an uns 🙂
    Man sieht aber deutlich, dass der Hang bei unseren Short-Positionen sehr zu Hopp oder Flopp neigt. Die Streuung ist sehr gross und wir können fast froh sein, mehr Aktien zu genommen zu haben, die Ihren Abwärtstrend fortgesetzt haben. Derjenige, der dieses Depot managen würde, braucht bei dieser Volatilität gute Nerven!

    Ich finde, Hari hat übrigens wieder einmal einen sehr wichtigen Punkt des Stopp-Systems angesprochen, d.h. Absicherungen und einhergehendes aktives Depotmanagement sind eben sehr wichtig.
    Mein negativ Beispiel der letzten Zeit bei dem ich mich nicht daran hielt: ich wollte nicht einsehen (trotz viele Hinweise auch in diesem Blog), dass der Kurs von Apple fiel und fiel, was bei mir in einem munteren Kauf- und Verkauf Epos endete. Jedesmal wenn ein SMA/EMA unterschritten wurde, habe ich verkauft und etwas tiefer bei der vermeindlich nächsten Unterstützung wieder gekauft. Dies wurde zum Schluss zum Glück einen Nullsummenspiel, da ich meine Positonsgrössen sukzessive verkleinerte und dann bei der Wende stärker long ging (als mit grossem Volumen um den 20.11. gekauft wurde), aber Nerven hat es trotzdem gekostet. Meine Lehre: Trendkanäle gelten auch für Unternehmen von denen ich überzeugt bin und darauf sollte ich mehr hören 🙂

    Noch ein kleiner Beitrag bezüglich der Technologiekonzerne und Ihrer eventuellen Zukunftspläne: im dies-wöchigen Economist gibt einen schönen Artikel über die Internetkonzerne Apple, Amazon, Google und Facebook und Ihre Versuche Monopolstellungen mit Technologievorsprung auszubauen (Technology giants at war – Another game of thrones):

  8. hi hari,

    in bezug auf den buffet artikel bin ich ein bisschen verloren, ich finde mindestens 3 (teils gegensätzliche) konklusionen:

    1. warren investiert in spanien, das tief liegt hinter uns (in spanien). (gegen diese argumentation spricht punkt 2, welcher mir auch lieber ist)
    -> kaufen

    2. die spanischen banken sind bald hinüber, wenn sie dem guten warren eine rendite von über 30% bieten müssen – denn lebensversicherungen klingt jetzt nicht soooo riskant, oder hat sich die lebenserwartung in spanien drastisch verkürzt?
    -> verkaufen

    2.1 und wenn die spanischen banken schon so hinüber sind, dann bekommen sie von uns soooo viel geld wie eben nötig ist…
    -> kaufen

    3. es geht an den börsen bald wieder so steil bergab wie 2011 – (frei aus dem kopf) “cashbestand nahe allzeithoch bei birkshire, juni 2011”
    -> verkaufen

    (4.) wenn man viele investments mit 30% rendite findet, kann man nur reich werden 😉

    hilfst du mir mal?

  9. @CDO,

    Buffet rückversichert Lebensversicherungen einer der spanischen Problembanken (Caixa). Das bedeutet er ist der Meinung, dass das reale Risiko kleiner ist, als das was er als Prämie für die Rückversicherung kassiert.

    Würde er das reale Risiko eines Totalausfalls sehen, würde er diesen Schritt wohl kaum vollziehen.

    Daraus kann man den Schluss ziehen, dass er das Schlimmste der Eurokrise hinter uns sieht und Vertrauen darin hat, dass die Eurozone die spanischen Banken nicht fallen lässt. Man kann es auch anders formulieren, er ist sich sicher, dass wir (Deutschland) den Spass finanzieren werden, denn ohne uns geht es ja nicht. Und wer will da mit Warren diskutieren, ich nicht. 😉

    Denn ja …. wir krampfen, machen und tun und zahlen und finanzieren damit den überzogenen Lebensstil der PIGS, siehe Reitzle Interview. Und der einzíge Weg wenigstens ein bischen von dem deutschen Volksvermögen wiederzubekommen, dass da verschenkt wird, ist sich auf die andere Seite zu stellen und zu den Profiteuren zu gehören.

    Das ist die traurige Wahrheit des Jahres 2012, wie ich sie sehe.

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