Daimler im Visier der Investmentbanken

15 Uhr

Als Spekulation sehr spannend, finde ich nach wie vor die hier schon mehrfach besprochene Daimler (WKN 710000). Die Aktie ist in meinen Augen fundamental sauber bewertet und im Vergleich leicht günstiger zu haben als BMW oder Volkswagen. Das alleine wäre aber kein Grund, Daimler gegenüber den anderen Autobauern vorzuziehen, den der leichte Abschlag war ja in der Vergangenheit auch gerechtfertigt, die operative Performance von BMW oder Volkswagen war einfach besser.

Der Grund warum ich mit so viel Spannung gerade auf Daimler schaue ist, dass sich grosse namhaften Investmentbanken mit Call-Optionen auf Daimler eingedeckt haben !

So hält die Deutsche Bank laut Stimmrechtsmitteilung derzeit Call-Optionen auf Daimler, die wohl einem Stimmrechtsanteil von ca. 18% entsprechen. Goldman Sachs von geschätzt ca. 10-15%, der Anteil ist bei Goldman nicht ganz klar, da einige der in der Stimmrechtsmitteilung vom 19.03. gemeldeten Call-Optionen bzw CFDs mittlerweile schon ausgelaufen sind. Und nun, nach der allerneuesten Information, hält auch Morgan Stanley Call-Optionen im Wert von ca. 10% !

Die Daten habe ich von der offiziellen Daimler Investor Relations Seite und können Sie selber bei "Stimmrechtsmitteilungen" nachlesen und werten.

Ich finde diesen Gleichklang der grossen Investmentbanken äusserst bemerkenswert ! Ebenso bemerkenswert ist, dass das bisher kaum öffentliches Thema wurde, scheinbar hat kaum jemand diese Einzelinformationen zusammen gesetzt.

Natürlich weiss ich auch nicht was dahinter steckt, aber logisch wäre, wenn da jemand - zum Beispiel einer der arabischen Aktionäre wie Abu Dhabi - einen grösseren Anteil an Daimler übernehmen will und die namhaften Investmentbanken beauftragt hat, das abzuwickeln. Der ganz grosse Knaller wäre natürlich, wenn sich einer der weltweiten Autokonzerne in die deutschen Premiumanbieter einkaufen will. Denn Daimler ist im Gegensatz zu BMW oder Volkswagen nicht durch einen Ankeraktionär geschützt und der Wert von Daimler für einen aufkaufenden Autokonzern ist sicher höher, als die derzeitige Marktkapitalisierung von ca. 44 Milliarden €. Eine andere Erklärung fällt mir persönlich nicht ein, ich kann mir nicht vorstellen, dass die grossen Namen der Investmentbanken alle in die gleiche Richtung auf eigene Rechnung spekulieren, zumal der Eigenhandel bei den US Banken ja nun stark eingeschränkt ist.

Aber Vorsicht, nicht immer realisieren sich solche Spekulationen und mehr als eine Spekulation sind die obigen Gedanken nicht. Insofern sind die Call-Optionen keine Garantie für gar nichts ! Aber da Daimler auch ohne diese Spekulation in meinen Augen bei ca. 41€ fair bewertet ist, finde ich das eine interessante Wette mit nettem "Sahnehäubchen" in Form von Übernahmephantasie und bin Long bei Daimler.

7 Gedanken zu “Daimler im Visier der Investmentbanken”

  1. Bin leider nicht wirklich informiert über diese Sache, aber kann es nicht sein, dass sich so ein hoher Anteil (u.a.) aus der Tätigkeit im Options-/Zertifikate-/Futuregeschäft ergibt? Zudem besagt dieser §21 WpHG nicht, dass man den Bestand von Verkaufsoptionen melden muss… eigentlich eine interessante Möglichkeit die Meldepflicht für Kursmanipulation auszunutzen 😉

    Auf der anderen Seite müsste sich so eine Meldung ja dann für viele Firmen ergeben…

  2. @ Felix, in dieser Höhe (in Summe fast 40% der Stimmrechte) und zufällig zeitgleich bei den drei namhaftesten Investmentbanken – das dürfte mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nichts mit normalem Derivate-Geschäft zu tun haben. Wäre es anders, müsste man solche Szenarien auch bei anderen Aktien immer wieder erleben – das ist aber nicht der Fall.

  3. Hey Hari,
    wie bewertest du in dieser Hinsicht die Spekulationen über den Verkauf der arabischen Anteile?
    Was ich noch nicht herausfinden konnte ist, wann das gro der erwähnten Optionen fällig wird.

    VG
    Wastl

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