Die ruhige Hand

Die letzte Woche brachte die erwartete Stärke, besonders beeindruckend war dabei, dass der Technologieindex NASDAQ100 schon wieder zu neuen Hochs ausgebrochen ist:

Der Technologiesektor ist weiter der Ort in dem man sein muss und aus ihm heraus entstehen auch neue Bluechips für das Investment-Depot, wie ich das in -> Langfristige Investments in der kommenden technologischen Revolution <- hier auch im freien Bereich schon beschrieben habe.

Der breitere Leitindex S&P500, hat dagegen noch einen Weg zu den Hochs vor sich, der auch von einigem Widerstand im Bereich 2.820 bis 2.830 geprägt sein dürfte:

Auch hier ist das Bild aber positiv, der März könnte zu einem guten Börsenmonat werden und die Chancen sind weiter positiv, dass der S&P500 im Laufe des Jahres auch die 3.000er Marke erreicht - präferiert in der zweiten Jahreshälfte.

Im ganz großen Bild spricht aber weiter einiges für das hier in -> die erwartete Korrektur <- kommunizierte Modell, nachdem der Bullenmarkt noch viele Jahre zu Laufen hat, aber nun erst einmal eine Pause um 2019 herum einlegt und das weitere Upside zunächst begrenzt ist:

So viel zur schnellen Einordnung. Schon heute kann man aber wieder festhalten, dass es sich erneut gelohnt hat, sich in der Februar-Korrektur nicht verrückt machen zu lassen und eine ruhige Hand zu behalten.

Die Crash-Propheten sind nun auch wieder erst einmal verstummt, die kommen dann wieder aus den Löchern, wenn die Kurse wieder fallen, um sich an der Angst der Anleger zu laben und Klicks zu generieren. So funktioniert das Geschäftsmodell des "Fear-Mongering", im deutschen "Panikmache" genannt.

Wenn Sie langfristig im Markt erfolgreich sein wollen, tun Sie gut daran solche alarmistischen Quellen auszublenden und sich auf gute, wachsende Unternehmen und auf das zu konzentrieren, was der Markt tatsächlich gerade tut.

Ihr Michael Schulte (Hari)

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Wer hat Angst vorm bösen Trump?

Dieser Tage kann man wieder fasziniert beobachten, wie Differenzierung auf der Strecke bleibt, wenn es um die Person Trump geht.

Da hat der Mann nun Strafzölle für Aluminium und Stahl verkündet, etwas was er schon länger angekündigt hatte.

Völlig klar war, dass die deutschen, sogenannten "Mainstream-Medien (MSM)" darauf einschlagen würden. Egal was Trump macht, es wird immer darauf eingeschlagen, weil es in der Person Trump in einem Paket daherkommt, das auch bei Wohlmeinenden eher Abscheu ob dieser hohlen Ansammlung an Ego und Selbstlob hinterlässt.

Und für die Politik ist es eine wohlfeile, bigotte Gelegenheit, sich mal wieder als Verteidiger des Freihandels zu inszenieren, dabei sind genau die gleichen Politiker schnell mit einer Subvention an der Hand, wenn es nur der heimischen Industrie im Wahlkreis dient.

Ist also alles nur deshalb falsch, nur weil es von einer fraglos wenig sympathischen Person gesagt wird?

Aber auch umgedreht können wir die Tage beobachten, dass genau die, die sich zurecht über den moralischen Absolutismus der MSM ärgern, dann manchmal umgedreht in die gleiche Falle gehen und pauschale Urteile fällen.

Ist also alles nur deshalb falsch, weil es von den Mainstream-Medien und der Politik kommt und sich gegen Trump wendet?

Die Antwort ist in beiden Fällen *Nein*.

Wer nun unreflektierte Jubelgesänge auf Trumps Zoll-Politik verfasst - und ich habe da am Wochenende in anderen Blogs so allerlei gelesen - ist keinen Deut besser als die, die er kritisiert. Denn die Antwort zum Thema Handel ist komplex, differenziert, keineswegs einfach und nicht Schwarz/Weiss.

Zunächst einmal sei daran erinnert, dass der weltweite Freihandel ein scheues Reh ist und nur funktionieren kann, wenn alle Beteiligten einen multilateralen, kooperativen Ansatz fahren. Schert nur ein wichtiger Spieler aus, ist es damit vorbei.

Und es sei daran erinnert, dass Handel eben kein Nullsummenspiel ist, sondern vom freien Handel am Ende alle profitieren. Das ist völliger Konsens bei praktisch allen Wirtschaftsfachleuten und Ökonomen, gleich welcher ökonomischer Denkrichtung. Wenige Ausnahmen bestätigen die Regel.

Im Übrigens bestätigen die weltweiten Daten zur Wohlstandsentwicklung seit Fall des eisernen Vorhangs eindrucksvoll diese Sicht. Die Welt ist im Gesamten gesehen durch den Handel erheblich wohlhabender geworden, Armut und Hunger wurden eindrucksvoll zurück gedrängt, wenn auch noch nicht beseitigt. Alle Daten auf Ebene der ganzen Welt, zeigen statistisch in diese Richtung.

Um diesen kooperativen Ansatz am Leben zu erhalten, wurde die World Trade Organisation (WTO) gegründet, deren "Rechtsprechung" sich alle fortgeschrittenen Handelsnationen unterwerfen um den kooperativen Ansatz mit Leben zu füllen. Dabei lassen die Regeln der WTO sehr wohl Zölle und Handelsschranken zu, sie müssen sich aber selektiv als Gegenmaßnahme gegen andere Vertragsverletzungen richten und genau das ist der entscheidende Punkt, der bei Trumps Ansatz zu kritisieren ist.

Kommen wir also zu Trumps Zöllen und der Angst vor einem Handelskrieg, ich will mal versuchen das Ganze aus meiner Sicht rational und ohne Schwarz/Weiss-Denken aufzudröseln. Und ob Trump charakterlich dieses oder das ist, sollte bei einer rationalen Bewertung seiner Politik keine Rolle spielen.

Erstens, ist es richtig, dass China zwar den Freihandel im Munde führt und wie in Davos 2017 auch immer wieder nützliche Idioten in der westlichen Wirtschaft findet, die dieser Propaganda zujubeln, weil sie Dollarzeichen in den Augen haben - faktisch aber ganz harte Macht- und Industriepolitik betreibt, die sich um die Regeln der WTO nur dann kümmert, wenn es dem eigenen Vorteil dient. Man muss nur beispielsweise schauen, wie China die eigenen Branchen mit einer gesetzlich erzwungenen 51% Zwangsmehrheit gegen ausländischen Einfluß schützt, während man sich gleichzeitig in Europa einkauft, wo solche Schutzmauern nicht existieren. Das ist eindeutig asymetrische Industrie-Kriegsführung, die den blauäugigen und kurzfristig profitverliebten westlichen Eliten noch auf die Füße fallen wird.

Zweitens, ist es fraglos richtig, dass die gewaltigen Überkapazitäten die China aus innenpolitischen Gründen in vielen Industriebereichen - wie auch Stahl und Aluminium - am Leben erhält, eigentlich ein Skandal sind und mit Marktwirtschaft rein gar nichts zu tun haben.

Drittens, ist es daher folgerichtig und nicht zu kritisieren, dass sich andere Volkswirtschaften dagegen mit Zöllen abschotten, die WTO lässt das ausdrücklich zu und ein Handelskrieg ist das damit nicht. Europa tut es und wenn Trump nun Zölle nur gegen China wenden würde, wär daran nichts zu kritisieren.

Viertens, ist es fraglos richtig, dass auch in der EU hier und da Doppelmoral in Sachen Handel herrscht, im Großen und Ganzen hält sich die EU aber an die WTO Regeln und betreibt kein weltweites Einfluss-Powerplay damit wie China und die USA.

Fünftens, ist auch das Handelsverhältnis der US zu Europa im Saldo eher von Fairness geprägt. Da Trump Autozölle zum Thema gemacht hat sei daran erinnert, dass die EU 10% Importzölle für US Fahrzeuge nimmt, die US aber nur 2,5% Importzölle für PKW, dafür aber 25% für Vans und Trucks. Im Saldo gleicht sich das wieder aus, was im Handel genau Fairness bedeutet.

Sechtens, wenn dann zwischen EU und US eine Seite einen Überschuß generiert, ist es nicht das Ergebnis unfairer Vorteile, sondern das Ergebnis besserer Produkte. Dass bei Autos die EU durch Deutschland einen klaren Überschuß besitzt, liegt an besseren Autos als sie bisher von Ford und GM produziert wurden. Erst mit Tesla dreht sich das Blatt wieder. Und dass im IT und Internet-Bereich die US-Konzerne im Sinne FAANG den Handel dominieren, liegt an den besseren Produkten des Silicon Valley, die weltweite Marktmacht haben.

Was ist also das Problem an Trumps Zöllen? Warum besteht nun Angst vor einem Handelskrieg?

Weil er eben nicht nur - nach den Regeln der WTO berechtigt und für die US überfällig - China straft. Sondern weil er die Zölle pauschal für alle erheben will, auch die, die sich an faire Regeln halten!

Genau das wäre der Sündenfall und würde gegen WTO-Regeln verstossen. Genau davor haben alle Angst, weil es dann Gegenmaßnahmen auf den Plan bringt und sich daraus ein Handelskrieg entwickeln könnte, in dem alle nur verlieren können.

Selektive Gegenmassnahmen sind absolut akzeptabel. Eine generelle Abschottungspolitik nach Autokraten-Manier, der Trump am Wochenende fatalerweise mit Drohungen in Richtung der deutschen Autobauer Nahrung gegeben hat, ist aber inakzeptabel und schadet als Allererstes Amerika selber, das seine weltweite Dominanz auf Freihandel aufbaute und nicht auf Abschottung.

Und das so zu sehen ist keineswegs "Trump-Bashing", denn:

  • Seine eigenen Wirtschaftsberater Finanzminister Steve Mnuchin und Gary Cohn wenden sich dagegen.
  • Die Republikanische Partei (GOP = Grand Old Party) ist in überwältigender Mehrheit dagegen, die Demokraten sowieso.
  • Praktisch alle Ökonomen gleich welcher Denkschule sind dagegen und das will schon was heißen wenn man weiß, wie "spinnefreind" die sich teilweise sind.

Tja und die deutschen Main-Stream-Medien schießen halt auch dagegen, weswegen die Kritik aber nicht falsch sein muss. Man kann auch aus den falschen Gründen die richtige Meinung haben.

Der Kern des Problems sind also nicht ein paar Prozent bei Stahl, das kann man als nebensächlich abhaken. Der Kern des Problems ist, dass Trump mit seinem Verhalten einen unilateralen Ansatz signalisiert und der kann das zarte, kooperative Pflänzchen des Welthandels schnell kaputt machen. Und am Ende wären wir alle ärmer.

Und geben wir uns keiner Illusion hin, das ist ein Thema, das sich im Gegensatz zu vielen medialen Säuen mal tatsächlich auf die Gewinne der Unternehmen auswirkt. Sollte der Markt also die Meinung entwickeln, dass sich hier ein Handelskrieg entwickelt, werden die Kurse stark fallen und das zurecht!

Im Moment glaubt der Markt das aber noch nicht, er setzt darauf, dass Trump von seinem Umfeld wieder in die Spur gebracht wird und es zu keiner generellen Eskalation kommt. Hoffen wir das der Markt Recht behält, dann kann 2018 noch ein gutes Aktienjahr werden.

Wer dagegen wissen will was Abschottung und Handelskriege bewirken, muss nur in die 30er Jahre des letzten Jahrhunderts schauen. Und was das hervor gebracht hat, wissen wir hoffentlich alle, wenn wir auch nur ein wenig geschichtliche Bildung besitzen.

Ihr Hari

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Bilanzabbau und Quantitative Easing erklärt

Die US Notenbank hat die Gegenrichtung eingeschlagen, die Zeit des immer billigeren Geldes ist erst einmal vorbei. Das hat natürlich Auswirkungen auf alle Märkte, es treibt die Zinsen und erzeugt einen ganz sachten Gegenwind für die Assetmärkte, deren Bäume daher nicht mehr so leicht in den Himmel wachsen werden, wie in den vergangenen Jahren.

Nun können sich aber viele unter Begriffen wie "Bilanzabbau" und "Quantitative Easing" nicht so richtig etwas vorstellen. Daher habe ich am 20.09.17 das mal im Premium-Bereich erklärt und stelle Ihnen diese Erklärung hier nun auch im freien Bereich zur Verfügung.

Das Thema ist immer noch virulent, denn wenn Sie aktuell davon hören, dass in den US die Anleihenrenditen steigen und die Aktienmärkte das sorgenvoll sehen, dann geht es eben auch um den nun erklärten Prozess, der am Ende einen milden Liquiditätsentzug für die Asset-Märkte zur Folge hat. Und Liquidät ist das was die Märkte treibt, denn hohe Liquidität erzeugt Nachfrage und zu geringe Liquidität einen Angebots-Überschuss.

Nur die EZB Mario Draghis hat sich noch nicht bewegt. Das dürfte Draghi seinem Nachfolger 2019 überlassen, der dann das Angerichtete schmerzhaft aufkehren darf. Denn die Südländer, insbesondere Italien, können nach den "segensreichen" Jahren der Negativzinsen nun noch weniger mit höheren Zinsen leben als schon vorher. Mission Accomplished?

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Doch, Sie hat es getan. Die FED hat wie erwartet den Einstieg in den Abbau ihrer überdehnten Bilanz verkündet und zwar 10 Milliarden USD pro Monat.

Für die Mitglieder, die mit dem Wort "Bilanzabbau" nicht viel anfangen können, will ich es kurz - und natürlich stark vereinfacht - erklären. Am Ende geht es nämlich nicht um die Bilanz der FED, sondern um die Liquidität im Markt.

Im Rahmen ihrer diversen Quantitative Easing (QE) Massnahmen nach der Finanzkrise, hat die FED typischerweise Anleihen aufgekauft und in ihre Bilanz genommen.

Wir stellen uns beispielhaft vor, eine Bank gibt eine Anleihe heraus, was bedeutet, die Bank bekommt Geld und zahlt dafür einen Zins an den Gläubiger, zum Beispiel Sie als Privatperson. Am Ende der Laufzeit der Anleihe, zum Beispiel nach 10 Jahren, kauft die Bank die Anleihe zurück, sprich der Gläubiger (Sie) bekommt sein Geld zurück und hat am Ende Geld wieder und Zinsen vorher kassiert. Zumindest ist das der Plan, wenn die Bank aus Griechenland oder Italien wäre, würde ich auf die Rückzahlung nicht wetten. 😉

Nun haben aber die Banken einen schlechten Ruf und müssen daher hohe Zinsen zahlen, damit jemand ihrem Rückzahlungsversprechen glaubt. Diese hohen Zinsen belasten aber ihre Ertragslage und es ist in diesem Umfeld schwierig, genügend Kapital aufzunehmen.

An dieser Stelle kommt die Notenbank ins Spiel. Die drückt nämlich an einem Ihrer Computer bildlich gesprochen auf einen Knopf, "schöpft" ein paar Milliarden Zentralbankgeld und kauft der Bank diese Anleihen ab. Die Bilanz der Notenbank wächst damit, den nun hat sie für mehrere Milliarden Anleihen (Forderungen gegen die Bank) in der Bilanz, deren Rückzahlungswahrscheinlichkeit jedes Jahr bilanziert werden will.

Nun passiert aber etwas Wundersames, die neue Alchemie der modernen Geldpolitik. Weil die Notenbank als Käufer im Markt ist, kann die Bank die Anleihen leicht absetzen, die vorher wie Sauerbier lagen. Die Zinsen sinken also, die für eine neue Anleihe angeboten werden müssen, bzw die Preise alter Anleihen steigen, die schon emittiert wurden.

Und die Notenbank druckt und druckt weiter und kauft und kauft und die Anleihenzinsen sinken und sinken. Genau das ist passiert, genau das ist Quantitative Easing, genau deshalb haben wir aktuell Nullzinsen im Markt.

Wenn man so will, ist es eine massive Unterstützung derer die Schulden haben, auf dem Rücken derer, die Geld zu verleihen haben. Und das mit Mitteln aus der elektronischen Geldschöpfung. Man darf das ruhig "Marktmanipulation" nennen, genau das ist es wohl.

Die Schuldner (Banken und Staaten) profitieren also, der Bürger der Geld anzulegen hat und die Anleihen kaufen würde, verliert. Man kann es auch Umverteilung nennen, vielleicht finden genau deshalb die "Linken" das so gut, weil sie Umverteilung immer so sehr mögen. Diese kapieren halt nur nicht, dass hier genau anders herum umverteilt wird, vom Kleinsparer zu den Assetmärkten. Eigentlich müsste die Linke die aktuelle Notenbankpolitik der EZB also bekämpfen, aber wer will solche fachlichen Petitessen beachten, wenn man per Definitionem auf der guten Seite der Geschichte steht? 😉

Nun gibt es aber einen weiteren interessanten Effekt. Und das ist der, der für die Aktienmärkte so wichtig ist: Liquidität!

Denn die Bank kann nun leicht Schulden aufnehmen und zahlt kaum was dafür. Also tut sie es in Masse und lässt das billige Geld "arbeiten". Zum Beispiel am Aktienmarkt oder mit einem Carry Trade und anderen Spekulationen. Denn faktisch ist das Darlehen, das die Bank nun gegen einen Wisch Papier von der Zentralbank aufnehmen kann, ja eine Liquiditätszufuhr. Wenn die FED also monatlich im QE für 20 Milliarden USD Wertschriften kauft, wird dem Markt faktisch 20 Milliarden Liquidität zugeführt.

Tja und Liquidität ist genau das, was den Markt mehr als alles andere treibt - Wirtschaftsdaten sind da vergleichsweise irrelevant. Wenn viel Geld nach Anlagen sucht, steigen die Preise, egal was die Wirtschaftsdaten sagen. Ein Markt wird primär von Angebot und Nachfrage bewegt und viel Liquidität schafft eben viel Nachfrage.

Deshalb hat das QE der Notenbanken die Asset-Märkte hochgepumpt und gleichzeitig den Kleinsparer geschädigt.

Und nun geht die FED her und will für 10 Milliarden USD pro Monat die Gegenrichtung einschlagen. Bei einem Portfolio im Umfang von 4.200 Milliarden USD ist das ein Nasenwasser, aber es ist auch ein Anfang und einen Liquiditätsentzug ist der Markt nicht mehr gewohnt.

Wie will die FED das machen? Nun sie will ihre Anleihen im Bestand nicht direkt verkaufen. Aber wenn sie auslaufen, wenn das Geld also im Beispiel oben von der Bank zurück fliesst, wird die FED damit nicht mehr neue Anleihen kaufen wie bisher!

Im Saldo ist das ein Liquiditätsentzug von 10 Milliarden pro Monat.

Wie der Markt darauf reagiert ist ungewiss, wir sind in völlig unerforschten Gewässern, weil die Notenbanken uns ohne demokratische Legitimierung in das grösste geldpolitische Experiment der Menschheitsgeschichte gezwungen haben. Ausgang dieses Experiments ungewiss, jeder der anderes behauptet, will uns etwas vormachen - selbstgewisse Draghis ausdrücklich eingeschlossen.

Das ist der Punkt wo wir nun stehen, was in Zukunft daraus wird, werden wir alle erleben.

Ihr Hari

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Die erwartete Korrektur

Was wir in den letzten zwei Wochen erlebt haben, muss man wohl als ideale, erwartete Korrektur bezeichnen. Monatelang haben alle Marktteilnehmer darauf gewartet und dass in 2018 eine 10-20% Korrektur anstehen würde, war wenig überraschend und habe ich mehrfach geschrieben, so auch hier im freien Bereich zum Beispiel in -> Auf ein Neues! <-

Aber noch besser, nicht nur abstrakt war diese Korrektur zu erahnen, auch konkret haben wir sehr früh die Witterung aufgenommen, ein -> gelber Alarm <- am 02.02.18 kündet auch von aussen sichtbar davon, auch wenn dieser Artikel auf den Premium-Bereich begrenzt war.

Dann hatten wir am Freitag 09.02. ja dieses markante und denkwürdige Reversal am späten Abend, das gegen 19:30 Uhr einsetzte. Darauf haben wir schnell reagiert und am folgenden Sonntag 11.02. habe ich den Mitgliedern dann ein Chart für drei weitere Verlaufsszenarien gezeigt, das ich Ihnen hier nun auch im freien Bereich zeigen will und mit einem lila Kreis eingezeichnet habe, wo wir gerade stehen. Der Pfad (1) war dabei von den Wahrscheinlichkeiten her meine Präferenz:

Aber selbst wenn Sie in der Community nicht dabei sind und diese Infos und intensive Begleitung im "Schlachtengetümmel" nicht hatten, waren die letzten 2 Wochen immer noch die wahrscheinlich meist antizipierte und bestens vorbereitete Korrektur der letzten Jahre.

Und trotzdem konnte man wieder erleben, wie viele Anleger davon doch aus der Spur geworfen wurden. Auch im Herbst erlebt man ja immer wieder, wie die Autofahrer von den ersten Schneeflocken "überrascht" sind. Und Marktteilnehmer, die vorher noch davon geredet hatten, wie gerne sie doch zu besseren Kursen nachkaufen wollten, waren verunsichert, als die Kaufkurse dann da waren.

So ist das immer, von einer Korrektur zu reden und Sie zu erleben, sind eben zwei verschiedene paar Schuhe. Ich kann Ihnen nur wärmstens ans Herz legen, dazu meine folgende halbfiktionale Geschichte zu lesen:

Prüfen Sie sich also selber, wie Sie mit dieser Korrektur bisher umgegangen sind. Wenn schon diese sie in Unsicherheit gestürzt hat, haben Sie ein grundlegendes Problem, das Sie lösen müssen. Denn wenn es dann wirklich mal ernst wird und der Rebound nicht gleich kommt, werden sie von ihren Ängsten mit hoher Wahrscheinlichkeit überwältigt werden. Die Lösung dafür, ist eine eigene, belastbare Strategie und dabei kann Ihnen diese Community helfen.

Wie geht es nun weiter?

Folgt man dem alten Erfahrungswissen, wäre ein erneuter Taucher zu den Tiefs im Sinne des Pfades (2) oben nur völlig normal. Dieses alte Erfahrungswissen ist aber durch die mehr und mehr dominanten Algos teilweise obsolet geworden, denn diese Algos sind darauf programmiert genau das Erfahrungswissen abszuschöpfen, was im reflexiven Markt zu verändertem Kursverhalten sorgt.

Ein weiterer Anstieg im Sinne eines "V" in den US-Indizes würde also dem 2017er Muster entsprechen, allerdings bin ich nicht überzeugt, dass der Markt nach oben noch sehr viel Kraft hat und vermute um die 3.000 im S&P500 einen mittelfristigen Deckel, wie auch in erläutert.

In dem Artikel habe ich dieses langfristige Chart des S&P500 gezeigt, das eine langfristige Konsolidierung zeigt, die bei ca. 3.000 einen Deckel bekommt - ein Szenario, das ich mir sehr gut vorstellen kann:

,

Und der DAX? Der ist weiter relativ zu den US Märkten sehr schwach, was mit hoher Wahrscheinlickeit an Abgaben von US Investoren liegt. Man schaue sich nur mal den deutschen Markt aus Sicht eines US ETFs in Dollar an, dann erkennt man wie stark die Abgaben waren, während es kaum zu Aufwärtsvolumen gekommen ist:

Das sieht nicht sehr gut aus und ohne Käufe der dominanten US Investoren kann man sich das ganze Gerede vom "besser als die US Märkte bewerteten DAX" sonst wohin schmieren. Bewertungskennziffern sind kein Timing-Indikator, waren es nie und werden es nie sein, auch wenn permanent anderes geredet wird. Der Markt ist das Ergebnis von Angebot und Nachfrage und wenn keine Nachfrage da ist, ist eben keine da und die Kurse können nicht steigen.

Summa Summarum war die Korrektur bisher ein Weckruf, mehr nicht. Kluge Anlager betrachten diese als Testfall für die eigene Psychologie, wer schon damit nicht gut klargekommen ist, hat dringenden Handlungsbedarf.

Über den aktuell laufenden Rebound hinaus, ist die Frage berechtigt, ob dieser Markt nun noch so furchtbar viel Potential nach oben hat. Ich bezweifele das aktuell und rate daher dazu nun ganz kritisch hinzuschauen, insbesondere wenn der Markt nun seitwärts zu laufen beginnt. Eine temporäre Topbildung in den US Indizes ist nun absolut denkbar und wir wissen, dass Topbildungen Zeit brauchen und von mehrfachen Versuchen geprägt sind, die wieder zu den Hochs führen oder scheitern.

Ob wir so etwas im Sinne Pfad (1) gerade erleben, wird für alle Anleger eine wichtigen Information sein. Nur ein klarer Anstieg über 3.000 hinweg, kann im S&P500 diese grundsätzliche Frage aus dem Spiel nehmen.

Ihr Hari

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Entladung

1 Uhr Nachts, nach einem denkwürdigen Abend davor. Faszinierend, so schnell geht es manchmal an den Börsen.

Gestern noch hatten wir den Beginn einer normalen Korrektur, die man zwar ernst nehmen, aus der man aber kein Ungeheuer machen darf. 24 Stunden später haben wir wirklich eine Situation, die außergewöhnlichen Chrakter hat. Daher auch dieser ungeplante Artikel am sehr späten Abend nach der Geisterstunde.

Wie schnell es ging, sieht man daran, dass ich gestern gegen 18 Uhr den Arbeitstag normal geschlossen habe und mit meiner Familie etwas machen wollte, bis dahin war es ein durchaus erwarteter Tag mit einem schwachen Bounce gewesen, der durchaus Raum für weitere Abgaben schaffte, aber mit nichts einen großen Ausverkauf ankündigte.

Dann aber nahm die Abwärtsbewegung Fahrt auf, weil die Algos statt den Dip zu kaufen wie seit 1,5 Jahren üblich, plötzlich nach unten zu pressen begannen. Vor allem die letzten beiden Handelsstunden waren übel und mit 4% Minus war das zwar noch kein "Crash" im eigentlichen Sinne, aber doch ein schwerer Ausverkauf.

Dass der Tag, an dem die Algos die Seiten wechseln und von BTFD (Buy the f***ing Dip) auf STFB (Sell the f***ing Bounce) wechseln, übel und hoch riskant werden würde, haben wir hier im Blog x-fach immer wieder thematisiert. Nur gekommen ist dieser Tag nie, gestern war er endlich da.

Wie extrem der Tag doch war und auch wie bedeutsam, kann man am Volatilitätsindex VIX sehr schön sehen, der gestern massivst ausgeschlagen hat, weil es auch in den "Short-Vola" Produkten einen Short-Squeeze gab. Ob und wie es aus diesem Short-Squeeze auch Rückkopplungen in den sonstigen Markt gab, kann man bei den vielfältigen Strategien nur vermuten, sollte aber davon ausgehen, dass diese deutlich vorhanden waren.

Was bedeutet das jetzt?

Erstens, die Zeit des volatilitätsarmen Hochschiebens ist eindeutig vorbei. Der "Free Lunch" im Sinne "Short Vola" ist wohl zu einem grausamen Ende gekommen. There is no free lunch.

Zweitens, Bullenmärkte enden so nicht, das Top eines Bullenmarktes ist typischerweise still, leise und heimlich und nicht mit Karacho.

Drittens, was wir erleben ist eine zwangsläufige Entladung, eines Marktes der viel zu weit korrekturlos gelaufen ist, das war hier vielfach Thema, siehe auch -> die Steigung <-.

Viertens, da der Markt in den letzten 2 Jahren in historisch einmaligem Umfang ohne Korrektur nach oben gelaufen ist, ist zu erwarten dass diese Entladung auch besonders scharf und hart ablaufen wird.

Fünftens, da der Markt nun von Algos geprägt ist und sich einem historischen Experiment in der Geldpolitik gegenüber sieht, sind Schlußfolgerungen aus historischen Analogien nur bedingt hilfreich.

Sechtens, sicher kann man aber sagen, dass die allermeisten echten Crashs, wie der Schwarze Montag 1987, aber auch der Flash Crash 2010, immer erst nach "schlimmen" Tagen kamen. Ein Crash kommt eben nicht aus dem Nichts, er folgt "schlimmen" Tagen und gestern war dummerweise ein "schlimmer" Tag.

Siebtens, heisst das konkret, dass die Gefahr eines echten Crashs nun nicht mehr Null ist, wie sie es lange war. Diese 4% Minus gestern können der Vorbote eines noch negativeren Tages sein und dass die Märkte gestern auf den Tiefs geschlossen haben, erhöht dieses Risiko auch. Könnte, nicht muss, aber das Risiko ist nun real, was es jahrelang nicht war, während darüber permanent spekuliert wurde. Zum ersten Mal seit 2015/2016, darf man dieses Wort also zu Recht wieder in den Mund nehmen.

Achtens, hat trotz der Abgaben am Freitag und gestern, der S&P500 immer noch nicht ausreichend korrigiert, um die Überdehnung abzubauen. Es macht also Sinn, von mindestens einem weiteren Tag des Schmerzes auszugehen, vielleich auch mehr. Das gilt umso mehr, falls Morgen ein Rebound kommen sollte. So ein Einbruch ist höchst selten mit nur einer Abwärtsphase erledigt.

Neuntens, gibt es nun auch strukturelle Probleme im Markt, insbesondere im Markt der Volatilitätsprodukte. Da wird wohl noch was nachkommen und wir befinden uns historisch in unerforschten Gewässern.

Zehntens, sehen wir leicht, dass der US Markt in Form des S&P500 noch weiteres Korrekturpotential hat und es immer noch nicht der Weltuntergang ist, sondern vielleicht nur die notwendige und erwartete 10-20% Korrektur, die für 2018 einfach auf der Agenda stand.

So weit so kurz mein nächtlicher Rat vor einem neuen Handelstag. Nach so einem Einbruch kommt in der Regel noch was nach, selbst wenn es erst einmal hoch gehen sollte.

Nehmen wir das Geschehen also ernst, rechnen wir durchaus mit noch tieferen Kursen in der nahen Zukunft, das Ende des Bullenmarktes ist es aber wahrscheinlich nicht, sondern eine ebenso notwendige wie überfällige Entladung.

Gerade wenn wir im Vorfeld in der sichtbaren Überdehnung Gewinne mitgenommen und unseren Cash-Anteil erhöht haben - im Premium-Bereich habe ich letzte Woche "Gelben Alarm" ausgelöst - gibt es keinen Grund für Panik und wir können das nun ablaufende, hektische Geschehen primär als Chance betrachten.

Ihr Hari

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Der Weltuntergang hat begonnen – Achtung Sarkasmus

Im sogenannten "freien" Internet geht es bekanntermassen primär darum, möglichst einfach Klicks zu genieren und dafür legt man in Überschriften gerne schmackhafte Häppchen aus, die die Leser dazu verleiten sollen zu klicken, insbesondere weil die Überschrift den eigenen Bias befriedigt. Denn wir lesen doch einfach besonders gerne, was wir schon immer gewusst zu haben glauben, frei nach dem beliebten Motto: "Siehste"?

Der Markt ist letzte Woche zur überfälligen Korrektur angetreten, die US Indizes sind gegenüber dem Jahresanfang aber immer noch deutlich im Plus und diese Korrektur war ja nicht nur überfällig, sie war unvermeidbar, ich habe mehrfach darüber geschrieben.

Genau genommen ist dieses Jahr sowieso eine echte Korrektur von 10-20% überfällig und vielleicht hat sie gerade begonnen. Schön wärs, denn das würde den Boden bereiten für eine neue Anstiegsphase, denn der übergeordnete Bullenmarkt ist eben noch nicht notwendigerweise zu Ende, Korrekturen gehören zum Geschäft.

Da sollte man doch meinen, dass sich die Mehrzahl nun freut und nach riesigen Gewinnen und 1,5 Jahren Anstieg ohne Pause einfach mal gelassen zur Kenntnis nimmt, dass dieser Markt erfreulicherweise wieder zur Normalität zurück kehrt.

Aber nein, es muss gleich der kommende, finanzpolitische Weltuntergang sein, lesen Sie mal, was unsere Presse dazu verzapft:

Welche "heftigen Börsenturbulenzen" eigentlich? Und was schreiben die, wenn wir wirklich mal welche haben? Im Artikel ist dann allerlei wild zusammen gemixt, was teilweise sogar richtig ist, die Aufgeregtheit der Überschrift ist im Ringen um Aufmerksamkeit im Internet aber symptomatisch.

Genau das ist für mich persönlich "Clickbaiting", bösere Zungen haben so etwas auch schon mal "Börsenpornographie" genannt - Klick-Mich-Jetzt!

Und es funktioniert natürlich, viele die seit 2009 in ihrer fest gefügten Gedankenburg schon immer wussten, dass Börse nur Zockerei ist und der börsentechnische Weltuntergang unmittelbar bevor steht, suhlen sich wohlig im eigenen Saft, ohne zu merken dass sie nur wieder reflexartig auf einen vor die Nase gestellten Trigger reagieren.

Nun denn, lassen wir hier bei surveybuilder.info lieber mal die Realität und Rationalität sprechen. Ich lege auch keinen Wert auf Klicks und Aufmerksamkeit um jeden Preis und das unterscheidet surveybuilder.info ganz zentral von andere Angeboten.

Hier ist der DAX im langfristigen Bild mit Wochenkerzen:

Wir sehen, dass noch gar nichts passiert ist, der langfristige Trend ist intakt, es gibt kein tieferes Tief. Wir sehen aber auch etwas, was vielleicht zu einer Topbildung werden *könnte* - Konjunktiv.

Insofern ist die aktuelle Entwicklung nichts, was man sorglos ignorieren darf, denn das kann sich nun ausweiten, Es ist aber bisher noch davon entfernt, dass man mehr als eine normale Korrektur hinein interpretieren muss.

Noch klarer ist das langfristige Bild im Leitindex S&P500:

Wir sehen einen immer steiler werdenden Trend, der auf keinen Fall so unbegrenzt weiter gehen konnte. Das habe ich selbst hier im freien Bereich mehrfach geschrieben, insbesondere zuletzt am 23.01. in -> Die Steigung <-. Zitat:

Ich denke man erkennt sehr schön, wie die Steigung von einer dauerhaft tragfähigen Neigung in 2017, in 2018 nun auf eine Steilheit gewechselt ist, die der Markt nicht dauerhaft durchhalten kann.

Würde man diese Steigung auf das Jahresende hochrechnen, würde sich der SP500 vervielfachen, was natürlich kompletter Unfug ist.

.....

Gleichzeitig muss dieser kluge Anleger sich aber bewusst machen, dass eine scharfe Korrektur von 20% in 2018 mit dieser steilen Bewegung eher wahrscheinlicher als unwahrscheinlicher geworden ist, die Risiken steigen also deutlich.

Bei allem demütigen Mitgehen, muss man sich also immer wieder die Ausstiegspunkte zurecht legen und sozusagen schon den Fallschirm aufgeschnallt haben, damit man dann nur noch die Reissleine ziehen muss.

Noch Fragen? Was ist an dieser überfälligen Korrektur nun also bis jetzt eine "Börsenturbulenz"?

Wir alle wissen nicht, wie sich das entwickelt. Theoretisch kann hieraus in den nächsten Tagen eine "Börsenturbulenz" werden, das gilt aber grundsätzlich für jeden Minustag an der Börse, theoretisch kann jeder das Top markieren, praktisch ist das Unfug und wer danach handelt wird zu 99% verlieren.

Was wir aber bisher in Realität vor uns haben, ist eine überfällige Korrektur, die erste dieser Art seit Trump Präsident wurde. Eine Korrektur, die sich durchaus auf 10-20% ausdehnen kann, selbst dann aber immer noch notwendig und gesund im Rahmen eines übergeordneten Bullenmarktes wäre.

Mehr wissen wir derzeit nicht und mehr sollte man derzeit daher auch nicht herein interpretieren, wenn man sich ernsthaft mit den Märkten beschäftigen will. Was die Zukunft bringt, ist offen.

Ihr Hari

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Vom Dabeibleiben und der Angst in uns

Im Juli 2013 habe ich -> von Untergangspropheten und Erfolg an den Finanzmärkten <- geschrieben und Sie haben es vielleicht nicht ernst genommen.

Im November 2013 habe ich dieses logarithmische Chart der letzten 100 Jahre gezeigt und gefragt, -> ob ein säkularer Bullenmarkt bevor steht <- und Sie haben es vielleicht ignoriert.

Dow Historisch

Im gleichen November 2013 habe ich -> vom Hier und Jetzt und dem sinnlosen Kampf gegen den Markt <- geschrieben und Sie wollten es vielleicht nicht hören, weil Ihnen die Warnungen der Crash-Propheten die Gedanken vernebelt haben.

Im Juli 2014 habe ich -> vom irgendwann kommenden Crash und der Mutter aller Trendkanäle <- gesprochen und Sie haben es vielleicht erneut nicht ernst genommen.

Im September 2014 habe ich über die Ursache dieser Realitätsverweigung geschrieben und bin in -> unsere Verlustangst und wie man dem Affen Zucker gibt <- zum Kern des Problems vorgestossen, das nämlich hinter unserer Stirnplatte hockt.

Ja und so ging es weiter, ich erspare Ihnen weitere Zitate. Im April 2016 habe ich dann in -> Aktien sind Teufelszeug und die Börse ist eine Zockerbude <- Ihre Ängste und Argumente direkt adressiert und zerlegt. Und Sie haben vielleicht weggeschaut, weil was nicht wahr sein darf, nicht wahr sein kann.

Ich habe Ihnen im August 2016 in den möglichen weiteren, sehr bullischen Verlauf gezeigt, der vom Chart her nun so eingetroffen ist und ich habe Sie im November 2016 als -> der typische Unterinvestierte <- direkt angesprochen.

Vielleicht hat das alles nichts genützt und wenn das der Fall war, halte ich Ihnen hier und heute noch einmal den Spiegel vor. Ich weiss dass das für das Ego schmerzhaft ist, Sie müssen sich schon entscheiden, ob Sie an der Börse Geld verdienen oder nur Ihr Ego pflegen wollen.

Schauen Sie mal auf den Leitindex S&P500 seit 2013:

Autsch! Der ist um 100% gestiegen! Heisst er müsste sich jetzt halbieren, um überhaupt wieder das 2013er Niveau zu erreichen. Was hat Ihnen die permanente Angst um eine 10% Korrektur also eingebracht? Geben Sie sich selber die Antwort.

Und Nein, das hat nichts damit zu tun, dass man hinterher klüger ist. Schauen Sie auf das ganz langfristige Chart oben des Dow Jones. Aktienmärkte steigen halt langfristig und das liegt an dem "Wunder" der Innovation und des freien Unternehmertums. Stagnation gibt es nur in Planwirtschaften. Sicher, wenn man nun noch Inflationsraten berücksichtigt, ist die Steigung nicht mehr so steil, vorhanden ist sie aber immer noch!

Und klar ist der Markt jetzt weit gelaufen und kann und wird in 2018 wohl mal wieder in eine schmerzhaftere Korrektur hinein rennen. vielleicht schon ab Morgen, vielleicht auch erst im Sommer. Aber das ändert nichts am langfristigen Trend und beantwortet auch nicht die Frage, ob wir nicht vielleicht erst noch einmal 10% steigen, bevor wir dann um 10% korrigieren.

Habe ich Sie jetzt endlich erwischt? Ignorieren Sie jetzt nicht mehr und schalten Sie nun mal endlich die Dauerbeschallung mit den ganzen Weltuntergangspropheten ab, denen es sowieso primär um Klicks geht?

Fein, dann sind Sie einen Schritt weiter. Stehen aber vor dem nächsten Abgrund, denn jetzt kommen die zu Ihnen, die Ihnen erklären, dass Sie ja einfach nur "Buy and Hold" machen müssten. Theoretisch ist das auch richtig, das Chart ganz oben beweist es. Und da wir gerade einen Jahresanfang haben, haben Sie einen "guten Vorsatz", nun werden Sie "langfristig investieren". Jaja. 😉

Sie sehen meinen Sarkasmus, denn es wird zu 99% *nicht* funktionieren. Weil das was Sie sich nun als guten Vorsatz zum Jahresstart vornehmen, werden Sie *garantiert nicht durchhalten*, wenn die Kurse in der nächsten Krise mal wieder um 50% fallen. Und das werden sie - irgendwann, vielleicht Morgen, vielleicht erst in 5 Jahren.

Dann wird Sie wieder die Angst packen, im wahrsten Sinne am Schlafittchen und die gleichen Mechanismen die Ihnen nun über Jahre Angst vor der Korrektur eingeflüstert haben, werden Sie dann mitten in der Krise innerlich zerreissen und Sie dazu zwingen, am Tiefpunkt zu verkaufen. Genau am Tiefpunkt, kurz bevor die Kurse wieder steigen!

Ich garantiere Ihnen das, weil unsere Psychologie eben ist, wie sie ist. Gute Vorsätze sind nette Theorie, in der Krise übernehmen archaische Reflexe unser Verhalten.

Dabei ist das "Dabeibleiben" die zentrale Fähigkeit, die jeder wirklich langfristige Investor braucht, das obige langfristige Chart beweist es erneut. Selbst der berühmte Trader Jesse Livermore hat mal gesagt:

„Es waren nie meine Gedanken, die mir viel Geld einbrachten. Es war immer mein Sitzenbleiben. Klar? Mein konsequentes Sitzenbleiben!“

Nur was nützt die Theorie, wenn man es dann unter Druck nicht kann? Wenig.

Weswegen Sie, nachdem Sie den ersten Schritt getan haben und nicht mehr gegen den Markt kämpfen, auch den zweiten Schritt tun müssen und sich eine bewusste Strategie für den Umgang mit der nächsten großen Krise im Vorfeld! überlegen müssen.

Eine sinnvolle Strategie ist zum Beispiel der kontrollierte Ausstieg und Wiedereinsteig nach festen Regel, wie zum Beispiel gleitenden Durchschnitten. Ich habe das Thema erst im September 2017 in -> Doch, Du wirst Angst haben! <-, ausführlich thematisiert. Man steigt dabei nicht dauerhaft aus, man steigt nur temporär aus, damit man langfrstig dabei bleiben kann und sich den massiven emotionalen Druck der großen Krisen erspart.

Aber was auch immer Ihre Strategie ist, setzen Sie *nicht* auf die Stärke ihrer guten Absichten, die werden in der Krise beiseite gewischt. Setzen Sie auf feste Regeln und Mechanismen, die Sie in der Krise einfach stur durchhalten.

Dabei gibt es unzählige Möglichkeiten, von einer oben genannten Strategie mit gleitenden Durchschnitten, bis zum sogenannten DGI (Dividend Growth Investing) Ansatz, der auch an der psychologischen Nahtstelle ansetzt und unsere Erfolgschancen in einer Krise verbessert. Bei all diesen Möglichkeiten, kann Ihnen dieser Blog und diese Community ein Guide sein.

Aber gut, wenn Sie das wieder ignorieren wollen, dann hören Sie weiter auf die, die Ihnen entweder den Weltuntergang weisssagen oder Ihnen erklären wollen, dass das alles ganz einfach sei mit dem "Dabeibleiben".

Nein, es ist verdammt schwer!. Irgendwann kommt eine neue Krise und dann werden unzählige gute Vorsätze fallen. Erfolgreich kann nur sein, wer bis dahin Gewinne gestapelt hat und dann eine Strategie besitzt, mit dem Druck der Krise umzugehen. Ich lade Sie ein, das mit uns gemeinsam zu durchleben.

Ihr Hari

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Die Steigung

Das Jahr 2018 macht da weiter, wo das Jahr 2017 aufgehört hat. Der Anstieg insbesondere der US Indizes ist gnadenlos, immer wieder ergeben sich neue Themen, die die Märkte weiter befeuern. War es gestern noch die US Steuerreform, ist es nun auch das US Infrastruktur-Programm, das auf die Agenda der Trump-Administration kommt.

Daraus ist ein massives Momentum im Markt entstanden, das man wunderbar im Leitindex SP500 mit dieser immer steiler werdenden Steigung darstellen kann:

Ich denke man erkennt sehr schön, wie die Steigung von einer dauerhaft tragfähigen Neigung in 2017, in 2018 nun auf eine Steilheit gewechselt ist, die der Markt nicht dauerhaft durchhalten kann.

Würde man diese Steigung auf das Jahresende hochrechnen, würde sich der SP500 vervielfachen, was natürlich kompletter Unfug ist.

Nun kann ich mir aber gleich vorstellen, wie einigen von Ihnen nun der "Finger juckt" sich dagegen zu stellen und auf fallende Kurse zu wetten.

Ich kann nur davor warnen. Denn derartiges Momentum hat die Tendenz immer viel weiter zu laufen, als wir uns vorstellen können und der Markt muss gar nichts. Mit diesem Momentum kann der problemlos erst einmal ein paar Wochen weiter steigen und die 3.000 erreichen, bevor er ernsthaft zu zucken beginnt.

Zu früh ist am Markt eben auch nur ein anderes Wort für *falsch*, denn die Verluste wären für Shorties auf dem Weg nach oben dann brutal.

Alles was dem klugen Anleger bleibt, ist demütig dem Markt zu folgen und dieses Momentum zu akzeptieren, statt es zu bekämpfen. Also mitzunehmen, was man sich bei geordnetem Risikomanagement zutraut.

Gleichzeitig muss dieser kluge Anleger sich aber bewusst machen, dass eine scharfe Korrektur von 20% in 2018 mit dieser steilen Bewegung eher wahrscheinlicher als unwahrscheinlicher geworden ist, die Risiken steigen also deutlich.

Bei allem demütigen Mitgehen, muss man sich also immer wieder die Ausstiegspunkte zurecht legen und sozusagen schon den Fallschirm aufgeschnallt haben, damit man dann nur noch die Reissleine ziehen muss.

Ich weiss, das ist emotional keine besonders schöne Situation, sich zu zwingen dabei zu bleiben und gleichzeitig dabei auf den Zehenspitzen zu stehen. Viel lieber würde man sich entspannt zurücklehnen und einfach den Anstieg geniessen.

Aber wir haben keine Wahl. Wenn wir vom Momentum etwas mitnehmen wollen und trotzdem bei einer scharfen Korrektur nicht alles wieder verlieren wollen, müssen wir beides tun, so schwer es auch ist.

Übrigens, die US Indizes haben nun das Jahr 1995 als das mit dem längsten Anstieg ohne 5% Korrektur abgelöst. Wir sind also eindeutig in historischen Gewässern.

Ihr Hari

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