Was gute, technische Analyse (immer noch) leistet

Die wirklich wichtigen Dinge wollen immer wiederholt werden und es gibt wohl kaum einen Bereich, bei dem es so viel Missverständnisse gibt und so viel mit Halbwissen operiert wird, wie bei der technischen Analyse. Auch der Ruf der technischen Analyse ist daher nicht immer der Allerbeste, "Hokuspokus" ist da noch eine der "netteren" Charakterisierungen von denen, die technische Analyse nicht wirklich verstanden haben.

Das ist auch nicht völlig grundlos so, denn tatsächlich wird mit Charts auch allerhand Unfug verbreitet, was daran liegt, dass jeder schnell mal ein paar bunte Linien zeichnen kann, ohne überhaupt begriffen zu haben, worum es bei der technischen Analyse geht und worum gerade nicht.

Die wirkliche Leistung die gute Markttechniker erbringen, sind nämlich nicht eine Vielzahl bunter Linien, sondern die Interpretation des aktuellen Marktzustandes aus den vorhandenen Daten. Interpretation der Gegenwart statt "Prognosiritis", ist also das Motto.

Aber zurück zu den Missverständnissen. Da haben wir zunächst den weit verbreiteten Irrglauben, dass technische Analyse - wie zum Beispiel ein Chart - den Verlauf des Marktes in der Zukunft indizieren würde. Wenn man so will werden Charts also als eine Form von "Glaskugel" interpretiert, mit denen man in die Zukunft schauen kann.

Was für ein Blödsinn! Und dass das allüberall nachgeplappert wird und auch Volkswirtschafts-Professoren sich dann in langen Abhandlungen daran abarbeiten, ist einfach nur lächerlich. Denn was genau sagt es über Autoren, wenn sie den Gegenbeweis zu etwas zu führen versuchen, was nie ernsthaft behauptet wurde? Eben, dass sie auch nicht begriffen haben, worum es geht.

Also zum Mitschreiben: Gute Technische Analyse bildet den Marktzustand in der Gegenwart, im "Hier und Jetzt" ab. Und sie kann typische Entwicklungen der Vergangenheit heraus arbeiten.

Gute technische Analyse kennt aber ebensowenig die Zukunft, wie jede andere Methodik auch, inklusive volkswirtschaftlicher Prognosemodelle übrigens!

Wenn man aber den Marktzustand im "Hier und Jetzt" wirklich durchdrungen hat, kann man daraus sehr wohl Annahmen und Wahrscheinlichkeiten ableiten. Denn der selbstreferentielle Markt, der aus Erwartungen von Millionen Marktteilnehmer besteht, ist keineswegs so sprunghaft, dass er seine Moden, Tendenzen und Strukturen alle 2 Stunden wie eine Unterhose wechselt. Es ist sehr wohl möglich, aus dem Verständnis des Marktzustandes des "Hier und Jetzt", Chancen und Risiken für die Zukunft abzuleiten. Das sind aber immer nur Wahrscheinlichkeiten und nie Gewissheiten - niemand kennt die Zukunft, niemand!

Das ist worum es bei guter technischer Analyse geht. Übrigens auch fundamentale Daten und Analysen verschaffen keine Glaskugel in die Zukunft, außer man erfährt wirklich Insiderwissen, dessen kursbedeutende Kenntnis eigentlich ein Straftatbestand ist und nicht hätte weitergegeben werden dürfen. Denn alles was öffentlich an fundamentalen Daten bekannt ist, ist eben öffentlich und wurde auch schon von anderen gesehen und ist daher Teil der Erwartungen und damit der Kursentwicklung geworden.

Gute technische Analyse, versucht also den Puls des Marktes im "Hier und Jetzt" zu untersuchen, um daraus Tendenzen und Szenarien für zukünftige Entwicklungen abzuleiten. Das wohl wissend, dass auch die beste technische Ausgangslage nur Wahrscheinlichkeiten produziert, denn jederzeit kann eine neue, bisher unbekannte Nachricht oder Entwicklung das Gesamtbild verändern.

Das erscheint auf den ersten Blick nicht viel zu sein, aber es ist mehr als ein normaler Anleger bei der fundamentalen Analyse als Vorsprung erzielen kann, denn diese ist so aufwändig, dass ein normaler Anleger da völlig chancenlos ist, sich einen Edge zum Markt zu erarbeiten. In -> Vom Zerrbild des Value-Investing <- habe ich das dargestellt.

Nun ist es ja leicht und wohlfeil, einfach Behauptungen aufzustellen, schwieriger ist es, diese zu verifizieren. Da passt es doch gut, dass ich die obige Argumentation in noch mehr Detail vor fast zwei Jahren am 09.06.16 im folgenden Artikel schon geführt habe:
-> Die Märkte vor dem Sprung - Was gute technische Analyse leitet <-

Und in dem Artikel habe ich den damaligen Markt betrachtet und dazu Aussagen gemacht, Aussagen die man damals über den Marktzustand machen konnte und Begründungen warum man diese Aussagen machen konnte. Bitte tun Sie sich den Gefallen und lesen Sie diesen Artikel noch einmal 2 Jahre später, er erklärt mit dem Bild eines springenden Tigers sehr schön, was technische Analyse leisten kann und was nicht.

Und jetzt schauen wir, was daraus geworden ist. Das ist das gleiche Chart von 2002 bis heute, das ich Ihnen im Artikel vor 2 Jahren gezeigt habe, der damalige Artikel ist mit blauem Pfeil markiert:

Wenn Sie nun den alten Artikel gelesen haben, werden Sie sehen was man mit technischer Analyse erkennen kann. Dass "der Tiger" kurz vor dem Sprung war, war damals deutlich zu sehen, nur die Richtung und Sprunghöhe nicht, wobei die Struktur schon eine Präferenz nach oben generierte.

Wäre es damals im Juni 2016 nicht ein erheblicher Vorteil gewesen, diesen Verlauf schon als wahrscheinliches Szenario "zu kennen"? Wissen Sie noch, wie damals alle noch in Angst und Schrecken blockiert waren, im Markt auch Chancen zu sehen?

Gute technische Analyse versorgt uns also mit einem objektiven Blick auf den Marktzustand im Hier und Jetzt und daraus lassen sich für die Zukunft Wahrscheinlichkeiten und Szenarien ableiten. Nicht mehr, aber auch nicht weniger. Im extrem kompetitiven Markt ist das aber schon eine ganze Menge.

Ihr Michael Schulte (Hari)

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Die Lage Anfang Mai

Wenigstens einmal im Monat, will ich mich hier im freien Bereich auch zur Marktlage äussern.

Erinnern wir uns:

In -> Die Steigung <- hatte ich Ihnen Ende Januar die zunehmende Steigung im Leitindex S&P500 gezeigt, die dauerhaft so nicht durchzuhalten ist.

Anfang Februar, nahe am Tiefpunkt der Februar-Korrektur, habe ich Ihnen in -> Der Weltuntergang hat begonnen - Achtung Sarkasmus <- klar gemacht:

Genau genommen ist dieses Jahr sowieso eine echte Korrektur von 10-20% überfällig und vielleicht hat sie gerade begonnen. Schön wärs, denn das würde den Boden bereiten für eine neue Anstiegsphase, denn der übergeordnete Bullenmarkt ist eben noch nicht notwendigerweise zu Ende, Korrekturen gehören zum Geschäft.

Da sollte man doch meinen, dass sich die Mehrzahl nun freut und nach riesigen Gewinnen und 1,5 Jahren Anstieg ohne Pause einfach mal gelassen zur Kenntnis nimmt, dass dieser Markt erfreulicherweise wieder zur Normalität zurück kehrt.

Aber nein, es muss gleich der kommende, finanzpolitische Weltuntergang sein ......

Einen Handelstag später, genau einen Handelstag vor dem Tiefpunkt Anfang Februar, habe ich Ihnen in -> Entladung <- geschrieben:

Nehmen wir das Geschehen also ernst, rechnen wir durchaus mit noch tieferen Kursen in der nahen Zukunft, das Ende des Bullenmarktes ist es aber wahrscheinlich nicht, sondern eine ebenso notwendige wie überfällige Entladung.

Zwei Wochen später, habe ich in -> die erwartete Korrektur <- das Geschehen in ein großes Bild eingeordnet. Das Bild einer Schaukel- und Konsolidierungsphase, bei der in 2018 bei S&P500 3.000 nach oben bald Schluß ist und die nächsten Monate eher volatil seitwärts laufen.

Mitte März habe ich in -> die ruhige Hand <- noch einmal darauf hingewiesen, wie wichtig es ist sich nicht von den Panikmachern anstecken zu lassen, die immer dann medial aus den Löchern kommen, wenn die Kurse schon fallen:

Schon heute kann man aber wieder festhalten, dass es sich erneut gelohnt hat, sich in der Februar-Korrektur nicht verrückt machen zu lassen und eine ruhige Hand zu behalten.

Die Crash-Propheten sind nun auch wieder erst einmal verstummt, die kommen dann wieder aus den Löchern, wenn die Kurse wieder fallen, um sich an der Angst der Anleger zu laben und Klicks zu generieren. So funktioniert das Geschäftsmodell des "Fear-Mongering", im deutschen "Panikmache" genannt.

Anfang April habe ich in -> Zwischen Baum und Borke <- den Hinweis gegeben, dass die Lage gar nicht so schlecht aussieht und die Frage gestellt:

Wie wäre es in so einer Gemengelage denn, selektiv und vorsichtig mal ein wenig zu kaufen und direkt abzusichern? Heißt Sie überlegen sich im Vorfeld den "Preis", den Sie für die Chance zu zahlen bereit sind. Dieser "Preis" ist dann die Differenz zwischen Ihrem Einstieg und dem von Ihnen definierten Punkt, an dem Sie die Reißleine ziehen, weil der Markt eben doch nach unten rausfällt.

Und nun Anfang Mai?

Nun hat der S&P500 zum dritten Mal die Trendlinie und 200-Tage-Linie erfolgreich getestet und ist wieder unter Volumen nach oben abgeprallt. Das sieht gar nicht so schlecht aus:

Der DAX hat eine Wendestruktur nach oben getriggert und hat Chancen nach oben in Bewegung zu kommen:

Und im ganz großen Bild bleibt es dabei, wir sind in einer Seitwärts-Bewegung im ersten Halbjahr, die im zweiten Halbjahr dann gut S&P500 3.000 erreichen könnte. Das alles aber eingebettet in eine ganz normale, größere Konsolidierung, die die immensen Gewinne seit Anfang 2016 erst verarbeiten muss, bevor es weiter hoch gehen kann.

Das ist mehr oder weniger das Bild, das ich seit Jahresanfang vertrete. Und was hat es nun gebracht, den ganzen Säuen hinterher zu laufen, die die Bären seit Jahrenanfang durchs Anlagedorf treiben? All den "tollen", medial so wunderbar klickbaren Geschichten, warum der Markt gerade jetzt zusammen brechen "muss"?

Ich sage es erneut, der Markt muss gar nichts und ein Trend ist ein Trend. Das nennt man eine ruhige Hand.

Und klar, irgendwann wird eine der Säue den Trog umwerfen und der Markt wird wirklich fallen. Er wird definitiv irgendwann markant fallen, denn jeder bullische Zyklus endet - auch dieser.

Die ganze Energie die aber darauf verwendet wird, im Vorfeld herum zu raten, ob *gerade jetzt* die Wende ansteht, ist eher sinnlos. Denn die Kurse werden in der Regel sowieso die Ersten sein die fallen, die Fundamentaldaten kommen dann nach. Es gibt keine Frühindikatoren, die noch sensitiver als der Markt selber zukünftige Entwicklungen erahnen.

Darauf reagiert man dann sinnvollerweise, nachdem es das eine Mal aus 10 Fällen passiert ist und die Kurse wirklich durch Unterstützungen durchfallen. In den 9/10 anderen Fällen aber, in denen nichts passiert, hält man einfach Kurs.

Denn wer sich verrückt machen lässt, wird von der Volatilität zerrieben. Und wenn man schaut, warum Anleger so viel schlechter als der Markt abschneiden, liegt es oft an unnötigem Gezappel und der Verunsicherung, der von dem medialen Clickbaiting ausgeht.

Vielleicht arbeitet dieser Markt gerade an einer Topbildung, unmöglich ist gar nichts. Aber solange diese nicht wirklich da ist, tun wir gut daran beim langfristigen Trend zu bleiben. Und der zeigt weiter hoch, so einfach, auch wenn es über den Sommer sicher rumpelig bleiben könnte.

Ihr Hari

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Was Sie auf surveybuilder.info erwartet

In der Welt des "kostenlosen" Internets, in der aber wie bei Facebook zu oft der Kunde zum Produkt gemacht wird, ist es schwierig wirklich unabhängige Informationen hinter Bezahlschranken zu verstecken. Denn wie sollen die da draußen denn mitbekommen, was alles geboten wird?

Auch für mich ist das immer wieder ein Dilemma. Der freie Bereich dieses Blogs dient ein wenig als "Guckloch" in die wirklichen Inhalte, aber da gibt es bei Finanzinformationen noch die besondere Problematik, dass viele Informationen nur im Kontext und mit ausreichender Erfahrung sinnvoll zu interpretieren sind.

Obwohl im Premium-Bereich Aktuelles und konkrete Setups einen großen Raum einnehmen, halte ich mich im freien Bereich bewusst damit zurück, weil ich keine Lust habe, hinter ein aggressives Setup immer diverse "Disclaimer" setzen zu müssen - Disclaimer nach denen es ja auch anders kommen könnte und man ein Risikomanagement braucht.

Einen aggressiven Trade ohne lange Erklärungen einfach jemandem anzubieten, der den Kontext nicht versteht und keine Erfahrung mit so "heissen Reifen" hat, ist für mich indiskutabel, weil ich eine Verantwortung spüre.

So bleibt die Situation, dass die spärlichen Artikel im freien Bereich, keinen wirklich Eindruck dessen vermitteln, was Sie an Menge und Tiefe im Premium-Bereich erwartet. Wobei es mir so herum lieber ist, dass neue Mitglieder erst einmal beeindruckt und erschlagen sind, wenn sie die Menge an Informationen im Premium-Bereich sehen, als anders herum. Mehr Sein als Schein ist mir da der sympathischere Ansatz.

Denn mein Ziel ist nach wie vor, hier nicht um jeden Preis schnelle Neumitglieder anzulocken, sondern mit langem Atem die beste Börsencommunity des deutschsprachigen Raums aufzubauen. Was auch bedeutet, dass Mitglieder auf Jahre dauerhaft dabei bleiben und hier auf surveybuilder.info ihre persönliche "Börsenheimat" finden. Nicht wenige der Mitglieder sind übrigens der Meinung, dass das Ziel der "besten deutschsprachigen Börsencommunity" schon erreicht wurde. Auch die -> Testimonials <- legen davon Zeugnis ab.

Trotzdem ist es immer mal wieder nötig, das "Guckloch" zu erweitern und das will ich heute für Sie tun und ein paar Premium-Inhalte für Sie beispielhaft freischalten.

Die Freischaltung gilt allerdings nur für eingeloggte, registrierte Mitglieder. Wenigstens die kostenlose Registrierung, sollten sie also durchgeführt haben, so halte ich weiter die "Bots" und reinen "Vorbeiklicker" draußen.

Was erwartet Sie also Stand April 2018 als Mitglied bei surveybuilder.info?

(1) Ein Wochenausblick typischerweise am Sonntag

Der letzte Wochenausblick vom gestrigen Sonntag 22.04.18 ist besonders als Beispiel geeignet, weil er absolut durchschnittlich und ohne Besonderheiten ist. So sieht das aus, was Sie in der Regel Sonntag bekommen, oft - in besonders kritischen Situationen - ist es aber auch umfangreicher:

-> Wochenausblick KW17 - freigeschaltet nach Registrierung <-

(2) Jeden Börsentag ein Morgenbericht

Dieser Morgenbericht erscheint typischerweise zwischen 09 und 10 Uhr und streift das Geschehen der vergangenen Nacht bzw des späten Wallstreet-Handels vom Vortag. Insbesondere auch Quartalszahlen die nach US Handelsschluss herein kamen, werden im Morgenbericht behandelt.

Typischerweise konzentriere ich mich im Morgenbericht aber auch auf die Indizes um einen Überblick zu geben, streue aber auch finanzpolitische oder sogar politische Themen ein, so diese eine Beziehung zur Börse haben.

(3) Jeden Börsentag ein Wallstreet-Stream

Der Wallstreet-Stream ist eine Besonderheit, er ist "Hari Live" pur. Er beginnt typischerweise gegen 15 Uhr und endet gegen 18 Uhr, wobei er an besonderen Tag wie FED-Tagen auch mal bis Abends bis Handelsschluss gehen kann.

In diesem Stream, stelle ich Beobachtungen *sofort Live* mit Timestamp ein. Das ermöglicht eine hohe Interaktivität und Aktualität und ist gerade in schwierigen Börsenphasen als Hilfestellung sehr beliebt. Wenn Sie also schon immer die Marktreaktionen nach EZB oder FED "live-kommentiert" erleben wollten, hier können Sie es.

Ich habe Ihnen mal einen typischen, ganz durchschnittlichen Stream der letzten Woche heraus gesucht, damit Sie einen Eindruck gewinnen könnne, was da jeden Tag kommt. Schauen Sie selbst:

-> Wallstreet Stream 19.04.18 - freigeschaltet nach Registrierung <-

(4) Grundsatzartikel

Ein bis zweimal pro Woche, schreibe ich auch einen Grundsatz- oder Grundlagen-Artikel zu diversen Themen der Geldanlage. Wie diese aussehen, können Sie auch als Leser des freien Bereiches gut nachvollziehen, wenn Sie einfach durch das gehen, was ich Ihnen selbst im freien Bereich schon alles zur Verfügung gestellt habe:

-> Wissenswertes im freien Bereich <-

(5) Videos

Neu hinzu gekommen sind auch Videos, in denen ich entweder Prinzipien erkläre oder Aktuelles behandele. Derzeit erscheint ca einmal pro Woche ein Video, das als Ergänzung der sonstigen Inhalte dient.

Ich habe Ihnen als Beispiel mal ein Video freigeschaltet, dass sich mit meinem "Beuteschema" bei langfristigen Investments beschäftigt. Da können Sie nicht nur sehen, wie so Videos aussehen, sondern auch nachvollziehen, worauf ich achte, wenn Aktien langfristig ins Depot wandern:

-> Video - Solides, beständiges Wachstum - freigeschaltet nach Registrierung <-

(6) Kolumnen

Sechs Kolumnisten sind mittlerweile bei surveybuilder.info aktiv, deren Kurzprofil Sie -> hier <- anschauen können.

Jeder der Kolumnisten hat seine speziellen Themen und schreibt frei nach Gusto, wann immer ihm der Sinn danach steht. Von einmal pro Woche bis einmal pro Monat reicht ungefähr die Bandbreite der Präsenz der Kolumnen.

(7) Das Forum

Die große Besonderheit von surveybuilder.info ist das aktive, moderierte Forum, in dem man nicht nur diskutieren, sondern auch Fragen stellen kann und in der Regel kompetente Antwort bekommt.

Seit wir das Forum Ende 2015 auf eine neue Software umgestellt haben - schon vorher gab es ein sehr aktives Forum mit einer fünfstelligen Zahl an Beiträgen - sind Stand 22.04.18:

29770 Beiträge in 3220 Themen in 46 Unterforen geschrieben worden.

Die Zahl zeigt wie aktiv die Community ist, die gleichzeitig von Freundlichkeit, Hilfsbereitschaft und Offenheit geprägt ist. Das Forum ist moderiert und sie werden hier weder die typischen Trolle, noch die typische Besserwisserei, noch die Aufschneiderei finden, die für Börsenforen so typisch ist.

Die Bezahlschranke und der konsequente Verzicht auf Werbung entfaltet hier eine segensreiche Wirkung - wer sein Ego pflegen und sich nur produzieren statt lernen will, findet in den bekannten öffentlichen Börsenforen genügend Spielfläche und muss surveybuilder.info nicht bevölkern.

(8) Die Community

Direkt mit dem Forum verknüpft, ist natürlich die Community.

Auch hier entfaltet die Selektion über die Mitgliedschaftsgebühr eine segensreiche Wirkung. Denn wer bei einem wichtigen Börsendienst wegen ein paar Euro hin und her überlegt, wird seine Entscheidungen an der Börse kaum rationaler treffen.

Entweder surveybuilder.info überzeugt einen, dann ist es letztlich egal ob das 190, 290 oder 390€ im Jahr kostet, weil die Summe in jedem Fall klein ist gegenüber den Auswirkungen, die die Inhalte auf den eigenen Anlageerfolg haben. Oder surveybuilder.info überzeugt einen nicht, dann ist es doch auch in Ordnung, dann ist diese Entscheidung aber auch nicht von "Rabatten" abhängig. Weswegen ich hier auch keine Rabatt-Aktionen mache, weil diese die falschen Anreize setzen. Wie sagte "Yoda" so schön: "Tu es oder tu es nicht. Es gibt kein Versuchen." 😉

Mitglieder die hier dabei sind, haben diese Hürde überwunden und sich auf das Wesentliche konzentriert - ihren Erfolg und das lebenslange Lernen. Die Mehrheit der Mitglieder ist seit vielen Jahren dauerhaft dabei, viele sogar seit den Anfängen von vor 6 Jahren. Aber natürlich gibt es auch Abgänge, wenn auch viel geringer als die Zugänge und nicht für jeden sind die Inhalte letztlich das, was man sich erhofft hat. Gerade Anleger die sich "heisse Anlagetips" erhoffen, die sie dann nur nachhandeln müssen um "reich" zu werden, werden mit surveybuilder.info nicht glücklich werden. Aber für diese Anleger gibt es ja genügend Angebote mit dieser Verheissung, ob die dann eingehalten wird, ist eine andere Frage.

Die Community zeichnet sich also durch durchweg gebildete, typischerweise akademisch geprägte Mitglieder aus, die in verschiedensten herausfordernden Berufen tätig sind und so schon eine Menge an Lebens- und Berufserfahrung einbringen. Auch eine ganze Reihe von "Profis", also Fondsmanager, Profitrader, Vermögensverwalter etc sind Mitglied und es gibt hier vom Daytrader bis zum ruhigen, langfristigen Investor fast alles an Anlagestilen. Die "Frauenquote" der Mitglieder liegt wie bei den meisten Börsendiensten bei nur 5-10% - warum es nicht mehr ist, ist eine interessante Frage, hier aber dafür nicht der richtige Rahmen.

Das Forum ist der zentrale Ort, in dem sich Community zwar anonym aber doch verbindlich begegnet. Es gibt aber auch echte Treffen, in bestimmten Städten haben sich schon "Stammtische" etabliert, in denen die Mitglieder sich direkt treffen und selbst eine gemeinsame Bergwanderung gibt es diesen Mai.

So .....

..... das ist also, was Sie hier bei surveybuilder.info erwartet. Schauen Sie mal durch die Links, die ich Ihnen angeboten habe, dann sollten Sie einen guten Eindruck haben.

Und wenn Sie jetzt interessiert sind, stossen Sie über -> diese Anmeldung <- einfach zu uns dazu.

Ihr Hari

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Die Macht der Innovation und die Brutalität der disruptiven Umbrüche

Stellen wir uns ein theoretisches Parallel-Universum vor, voll mit Milliarden an Galaxien, die wiederum Milliarden an Sternen mit Planeten besitzen.

Theoretisch könnte sich auf jedem Planeten Leben entwickeln, aber Leben ist im Bauplan dieses Universums eigentlich nicht vorgesehen, es ist eine Anomalie, eine Verunreinigung und die Gesetze dieses Universums sprechen eigentlich dagegen.

Trotzdem, in einer zufälligen Versuchsanordnung mit Milliarden von Milliarden von Gelegenheiten, wird es wie beim Lottogewinn vielleicht den einen Planeten geben, in dem zufällig alle Parameter so perfekt zueinander passen, dass sich doch Leben entwickelt - die Ausnahme von der Regel eben, die Anomalie.

Das Leben erhebt sich dort aus den Urmeeren, es entwickelt Intelligenz und eine Zivilisation und irgendwann schaut ein Wissenschaftler hoch zu den Sternen, erkennt die unfassbare Kette an Zufällen, die das Leben überhaupt erst ermöglicht haben und schliesst daraus, dass das ja der Gottesbeweis sein muss. Denn nur ein wohlmeinender Gott mit seinem kreativen Design kann diesen extremen Zufall bewusst herbeigeführt haben, dass alle Dinge so perfekt am richtigen Platze sind - solche Zufälle gibt es doch nicht!

Leider hat die Kausalkette einen massiven Denkfehler, den man in der Astronomie das nennt. Denn nur weil der Zufall so zugeschlagen hat, kann der Wissenschaftler da stehen, zu den Sternen schauen und den Zufall bewundern und als göttliches Handeln einordnen - in allen anderen Fällen wäre er gar nicht da! Wir können das Universum also nur deshalb bewundern, weil die Bedingungen für unsere Existenz vorhanden sind und wir stehen nur deshalb auf einem so für uns "perfekten" Planeten wie der Erde, weil nur hier unsere Existenz Realität werden konnte.

Nun fragen Sie sich sicher, was das mit Börse zu tun hat?

Sehr viel, denn ein ähnlicher Denkfehler wird bei der Geldanlage bei vermeintlich "sicheren" Aktien gemacht, die schon 100 Jahre überdauert haben. Daraus wird dann gerne abgeleitet, dass diese ja auch weitere 100 Jahre existieren werden, also "sicher" sein sollten.

Das ist ein schwerer Fehler, der die Brutalität der technologischen Umbrüche unterschätzt. Und es ist ein Gedankenfehler ähnlich dem Anthropischen Prinzip. Denn die Unternehmen die wir heute dafür bewundern, dass sie 100 Jahre überdauert haben, sind das Selektionsergebnis aus vielen anderen Unternehmen, die vorher untergegangen sind, die wir aber schon vergessen haben.

Die Tatsache dass ein Unternehmen alt ist, beweist also gar nichts. Die einzige wirkliche Frage ist, ob das Geschäftsmodell auch in die Zukunft hinein trägt. Nur dieses Wissen verschafft Sicherheit.

Wie schnell das gehen kann, bekommen wir gerade heute wieder real vorgeführt. Da gab es doch mal eine riesige, weltweite Kette an Läden um Videos und CDs zu leihen - Blockbuster. Und nun gibt es aber Netflix (NFLX) und Streaming.

Gestern hat Netflix (NFLX) erneut geliefert und wird heute deutlicher höher eröffnen:

Gleichzeitig . Vor 10 Jahren war das noch ganz anders herum, ein wirklich brachialer Umbruch.

Wir sehen daran, dass wir nie die Macht des technologischen Fortschritts unterschätzen sollten. Wer sich dem entgegen stellen will, kann gleich eine Dampfwalze mit dem eigenen Körper aufhalten wollen. Und 100 Jahre alte Geschäftsmodelle mit permanenter Dividendenzahlung nützen auch herzlich wenig, wenn ihre Zeit gekommen ist und das Bessere der Feind des Guten ist.

Eine andere Branche die diese Erfahrung zuletzt gemacht hat, bekommt nun eine kurze Verschnaufpause. Wir haben gesehen, wie solide Apothekenketten wie CVS Health (CVS) in den Boden gerammt wurden, weil Amazon seinen überdimensionalen Fuß in den Markt gesetzt hat:

Nun gibt es eine Verschnaufpause, denn , weil es Probleme bei den Verhandlungen mit den Krankenhäusern beim Umgang mit sensiblen Medikamenten gibt.

CVS steigt deswegen gestern 4%, ist das die Wende? Nun für eine ausgedehnte Erholungsbewegung ist die Nachricht vielleicht gut, das grundlegende Problem geht aber nicht weg und wird nur verzögert. Die zu grossen Margen (die berühmten Apothekerpreise) sind nun offensichtlich und Amazon - oder jemand anders - wird diese immer wieder angreifen und am Ende obsiegen. Die Margen einer CVS werden also unter Druck bleiben, so oder so. Aufgeschoben ist nicht aufgehoben und wie der Markt gestern die Hälfte des "Pops" schon wieder abverkauft hat zeigt, dass das einige diese skeptische Sicht teilen.

Beides sind ganz tagesaktuelle Beispiele für Disruption. Beispiele dafür, wie hoch erfolgreiche Geschäftsmodelle durch Innovation und Technologie plötzlich in Frage gestellt werden und dann verschwinden. Auch der mit fossilen Quellen befeuerte Motor wird sicher früher oder später den Weg alles Vergänglichen gehen und mit ihm eine Reihe von Unternehmen, die zu lange daran festgehalten haben.

Die Botschaft dieses Artikels ist also, dass es keine Sicherheit gibt, die sich aus einer langen Vergangenheit herleiten lässt. Die Zukunft muss vielmehr jeden Tag wieder neu erobert werden, nicht nur im Leben, sondern auch an der Börse. "Sicher" sind Aktien mit Geschäftsmodellen, die absehbar auch die nächsten 10 Jahre tragen werden, blind verlassen, kann man sich aber auf gar nichts und muss immer am Ball bleiben.

Wer glaubt, man könne eine heute noch so sicher und stabil aussehende Aktie einfach 30 Jahre weglegen und gar nicht beachten, spielt russisches Roulett mit seinem Depot. Die Geschwindigkeit der technologischen Entwicklung hat sich so immens beschleunigt, dass die Welt in 30 Jahren eine völlig andere sein wird. Und selbst dass immer gegessen wird, kann man wiewohl wahrscheinlich, doch nicht als 100% sicher betrachten, denn was wissen wir schon, was mit Implantaten in Zukunft alles möglich sein wird?

Nehmen wir die Zukunft Schritt für Schritt und schauen auch bei "soliden" Aktien wenigstens einmal im Jahr darauf, ob deren Geschäftsmodell noch trägt. Das ist mein Rat in einer sich wandelnden Welt.

Ihr Hari

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Zwischen Baum und Borke

Eine der perfekten und praktisch immer stimmenden Bauernregeln des Marktes ist, dass Anleger die sich eine Korrektur wünschen, um günstiger in den Markt einsteigen zu können, es genau dann nicht können, wenn diese Korrektur dann da ist.

Das liegt daran, dass in einer Korrektur die Unsicherheit stark steigt und genau diese Unsicherheit verleitet dann dazu, doch wieder zuzuwarten. Wenn die Kurse dann aber schon wieder gestiegen sind, sind sie diesem Anleger schon wieder zu teuer, weswegen dieser Typus Anleger nie einen sauberen Einstieg findet und statt dessen irgendwann entnervt irgendeine suboptimale Übersprungshandlung vollzieht.

Machen wir uns bitte klar, dass aufgrund des Marktgesetzes der Reflexivität, der Moment der größten Chance immer der Moment der höchsten Unsicherheit sein *muss*. Denn wenn keine Unsicherheit da wäre und ein Wiederanstieg klar wäre, könnten das auch andere sehen und die Kurse wären also schon oben und nicht mehr unten!

Machen wir aber bitte auch nicht den Fehler, diese Logik umzudrehen. Der Moment der größten Chance ist zwangsläufig der Moment der größten Unsicherheit, was aber nicht im Umkehrschluß heisst, dass jeder Moment der Unsicherheit eine große Chance ist. Denn erst hinterher kennen wir den Punkt der größten Unsicherheit, es geht eben immer noch schlimmer.

Als Timing-Indikator ist die Regel also nicht hilfreich, aber es ist trotzdem wichtig diese zu verstehen, denn es macht uns klar, dass wir gute Entscheidungen am Markt immer im Zustand der Unsicherheit treffen müssen. Wenn wir auf Sicherheit warten, werden es keine guten Entscheidungen mehr sein.

Gerade derzeit sehen wir das wieder in Perfektion. Seit Anfang Februar läuft eine Korrekturwelle durch den Markt, die im Leitindex S&P500 den Bereich von rund 10% erreicht und an einem potentiellen Boden arbeitet.

Die Auslöser für die Korrektur haben dabei gewechselt, während in der ersten Abwärtsphase marktinterne Verzerrungen rund um den "Short-Vola-Trade" großen Einfluß hatten, ist der Markt nun von exogenen Nachrichten getriggert, insbesondere der nicht völlig unberechtigten Sorge vor einem eskalierenden Handelskonflikt zwischen den US und China.

Damit stellt sich die Frage an Sie: Haben Sie nun die Korrektur zu Käufen genutzt? Immerhin sind viele Aktien nun 10% und mehr "billiger" als noch im Januar?

Schauen wir doch mal, was das Chart des Leitindex S&P500 sagt:

Wir sehen die letzten 2 Wochen eine massive Schaukelzone oberhalb des Tiefs vom 09.02. und im Bereich der 200-Tage-Linie, die Ausdruck großer Unsicherheit ist. Da haben wir es also: "Große Unsicherheit!"

Heisst wir haben eine notwendige Bedingung für profitable Käufe erreicht - hohe Unsicherheit!

Und woher rührt die Unsicherheit? Aus der Sorge, dass der Markt von hier nicht nach oben zieht und einen groß angelegten Doppelboden vollendet, sondern nach unten durchfällt und erst richtig in einen Bärenmarkt wechselt. Und der potentielle Katalysator dafür wäre eine Eskalation des Handelskonfliktes.

Genau das ist also so eine typische Situation, wie sie entscheidende Wendepunkte immer auszeichnet. Nun werden die unter Ihnen, die die Worte oben nicht akzeptieren können, sich erneut mit der Suche nach Sicherheit quälen. Diese Suche ist aber völlig sinnlos, denn ausdrücklich *niemand* kennt die Zukunft. Und wenn Sie sich nun danach richten, was Ihnen irgendein Markt-Wahrsager mitteilt, haben Sie deswegen nicht wirklich eine bessere Entscheidung getroffen.

Was man aber aktuell sagen kann ist, dass der Markt aus sich heraus wohl für einen temporären Wiederanstieg reif ist, wobei man nach oben nicht mehr viel erwarten sollte. Heisst wenn jetzt mal keine Twitter-Tiraden Richtung Amazon mehr kommen, kein Eskalations-Ping-Pong mit China in Handelsfragen und kein neuer Krieg irgendwo auf der Welt, wird dieser Markt eher wieder steigen, weil er wohl steigen will.

Heißt der Markt hat aus sich heraus genug korrigiert, hat aber auch nicht mehr die Kraft richtig nach oben durchzuziehen. Heisst aber auch mit anderen Worten, dass es nun einen exogenen Katalysator braucht, um ihn zum Zusammenbruch zu bringen. Das könnte eine sehr schlechte, gerade anlaufende Quartalssaison sein - wonach es im Vorfeld aber nicht aussieht - und könnte eben ein Handelskrieg sein.

Ein echter Handelskrieg ist zwar nicht wahrscheinlich, aber eben nicht auszuschliessen und hätte starke Kursauswirkungen, gerade weil der Markt die Tiraden derzeit noch eher als Theaterdonner zwecks Verhandlungs-Poker einstuft. In dem Moment in dem der Markt das Thema also ernst nimmt und nicht mehr nur als rhetorischen Poker betrachtet, dürfte es abwärts gehen, denn ein Handelskrieg hat substantielle Auswirkungen auf die Gewinne der Unternehmen, in einer vernetzten Weltwirtschaft auch gerne mal um drei Ecken herum und auch da, wo man es gar nicht erwarten würde.

Ob diese Katalysator kommt, der den Markt überwältigt, kann ich Ihnen nicht sagen und kann Ihnen niemand sagen. Solange man an die Vernunft glaubt, macht es Sinn davon auszugehen dass es nur Poker ist, weil sich doch niemand freiwillig in den Fuß schiessen will - sollte man meinen. 😉 Mit dieser Unsicherheit müssen wir einfach leben und wenn wir das nicht können, haben wir im Markt nichts verloren.

Denken Sie also noch einmal darüber nach, wann Ihnen ein Einstieg "sicher genug" ist und machen Sie sich klar, dass in dem Moment in dem vermeintlich hohe Sicherheit am Markt existiert, die Kurse nicht mehr attraktiv sein können, weil alle anderen das dann auch erkennen und schon gekauft haben.

Wir müssen eben -> die Unsicherheit lieben lernen <-, daran führt kein Weg vorbei.

Wie wäre es in so einer Gemengelage denn, selektiv und vorsichtig mal ein wenig zu kaufen und direkt abzusichern? Heißt Sie überlegen sich im Vorfeld den "Preis", den Sie für die Chance zu zahlen bereit sind. Dieser "Preis" ist dann die Differenz zwischen Ihrem Einstieg und dem von Ihnen definierten Punkt, an dem Sie die Reißleine ziehen, weil der Markt eben doch nach unten rausfällt.

Ohne Risiko aber keine Chance, no Risk no Fun. Der grosse Vorteil der aktuellen Situation ist, dass man das Risiko nach unten insofern begrenzen kann, weil man weiss wo man "abzuschneiden" hat. Und Aktien mit einem 10% "Rabatt" zu kaufen, ist sicher sinnvoller, als sie letzten Dezember oder Januar zu kaufen, auch wenn wir nie wissen werden, ob wir nicht bald noch einen "20% Rabatt" bekommen. Eine echte "Sicherheit" wird es am Markt nie geben, machen wir uns das klar.

Ihr Hari

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Vom Draufschauen

Es gibt ja ganz viele, für die sind Charts nur Ansammlungen von bunten Linien. Das stimmt aus deren Sicht auch, mehr können die wirklich nicht sehen.

Es gibt aber auch ganz viele, für die sehen die Gesichter von Japanern irgendwie alle gleich aus. Das stimmt aus deren Sicht auch, Unterschiede können die wirklich nicht erkennen.

Ich würde diese beiden Sätze bestimmt nicht ohne Grund untereinander schreiben. Und so ist es auch. Der Grund ist die menschliche Mustererkennung, über die ich heute schreiben will. Denn die wird von vielen nicht verstanden, man macht sich einfach keine Gedanken darüber, warum man das eine erkennt und das andere nicht. Und man macht sich nicht klar, wie entscheidend unsere menschliche Mustererkennung mit Training, mit Übung zu tun hat.

Um das zu verstehen, müssen viele erst einmal eine Art "Reset" der Denkstrukturen vollführen. Besonders schwer haben es dabei besonders oft Menschen in Berufen wie Ingenieur, Unternehmensberater, Juristen - also alle die im Job die Wirklichkeit mit analytischen Ansatz in viele kleine Fitzel zu zerlegen versuchen und über diese Fitzel rationalisieren. Diese Denkstrukturen färben dann auch gerne ins Private ab, sie legen sich über unser Verhalten im Leben.

Wenn Sie zu diesen Menschen gehören, habe ich eine Aufgabe für Sie. Beschreiben Sie mal exakt und im Detail, so wie Sie vielleicht auch einen Schriftsatz fürs Gericht aufbauen oder die Funktionsweise eines Motors erklären, woran Sie im täglichen Leben ein freundliches Gesicht erkennen.

Versuchen Sie es mal! Schreiben Sie es mal auf!

Ich verspreche Ihnen, Sie werden ganz schnell an Ihre Grenzen stossen. Vielleicht schreiben Sie noch was von hochgezogenen Mundwinkeln und Grübchen in den Augenwinkeln auf und dann endet Ihr Versuch zu 99,9% schon.

Und dann komme ich daher und sage Ihnen, dass auch der "Joker" in Batman hochgezogene Mundwinkel und Grübchen in den Augenwinkeln hat. Und dass schon Kleinkinder mit 3 Jahren vor dem Angst haben und ihn nicht freundlich finden. Und dann sind Sie mit Ihrem Versuch das aufzuschreiben auch schon gescheitert. 😉

Sie können es schlicht nicht. Sie können nicht im Detail begründen, warum ein Gesicht freundlich ist. Das ist ein Faktum. Aber Sie wissen sofort wenn Sie einer freundlich anlächelt, das ist ganz unzweifelhaft. Wie kann dieser krasse Widerspruch sein? Sie wissen etwas instinktiv, das sie nicht herleiten können!

Und natürlich brauchen Sie gar nicht erst versuchen es aufzuschreiben, denn die klügsten KI Spezialisten des Planeten plagen sich gerade damit ab, genau diese Gesichtserkennung Computern beizubringen und sind dabei, es unter großem technologischem und sensorischem Aufwand für ein rein statisches Bild hinzukriegen. Eine Mimik fliessend im Gespräch zu lesen, das was schon unsere Kleinkinder können, davon sind die Maschinen aber immer noch weit entfernt.

Sie müssen also zwangsläufig dabei scheitern, das Erkennen eines freundlichen Gesichts mit den Methoden eines Ingenieurs, Juristen oder Unternehmensberaters aufzuschreiben. Denn was es so schwer macht, ist der bottom-up Ansatz der vom Detail das grosse Ganze herleiten will, der also den Wald über die Bäume definiert. Die Vermessung des Krümmungsgrades des Mundwinkels hilft Ihnen hier nicht weiter.

Gute menschliche Mustererkennung sieht aber einfach den Wald, die Bäume interessieren nicht und darin sind wir Menschen den Maschinen weiter unendlich überlegen. Das menschliche Gehirn erreicht das, in dem es keine Präzision sucht, sondern mit einer 90% Erkennung zufrieden ist und die Fehlsignale in Kauf nimmt.

Wenn man so will "rät" unser Gehirn also permanent, weil es sichtbare Strukturen mit erlernten Mustern abgleicht, was aber auch dazu führt, dass man unser Gehirn mit kleinen Abweichungen hinters Licht führen kann, weil es diese gar nicht wahrnimmt. Wer gut liest kennt doch auch, dass man einzelne falsche Buchstaben in Wörtern einfach überliest, wenn der Satz ansonsten Sinn macht.

Der Grund ist eben, dass wir als gute Leser die Wörter nicht mehr aus Buchstaben zusammensetzen, sondern die Worte als Ganzes aus dem Kontext heraus erfassen. Das ist Mustererkennung, die wir in Millisekunden permanent ausführen. Das ist das Ergebnis von ganz viel Üben, Üben, Üben.

Und nun frage ich Sie nochmal: Wie hat ein Kleinkind gelernt, freundliche von gefährlichen Gesichtern zu trennen? Durch verkopfte Detailanalysen des Krümmungsgrades der Mundwinkel? Wirklich? 😛

Und genau so ist es auch mit den Mustern in Charts. Letztlich sind Charts nichts anderes als eine spezielle Form von Lesen. Ein geübtes Auge erkennt sofort in einer Zehntelsekunde bestimmte Strukturen im Ringen von Angebot und Nachfrage und leitet daraus in Spiegelung an vergangenem Verhalten Schlussfolgerungen ab.

Wie bei Gesichtern ist das aber keine exakte Wissenschaft, es ist eine intelligente Annäherung, der Abgleich mit bekannten Mustern eben. Wenn dann am Markt etwas ganz Neues passiert, kann man es ebensonwenig gleich erkennen, wie das Gesicht eines fremden Menschen.

Und wie kann man diesen Blick lernen? Ganz einfach, wie auch Kinder lernen. Nicht in verkopften, theoretischen Abhandlungen, sondern in dem Sie sich Tonnen von Charts anschauen, jeden Tag. Mit Fleiss und Disziplin - Training eben.

Und wie ein Sportler hat man dabei idealerweise einen Trainer, der einem Hinweise gibt, wo man besonders darauf achten soll. Genau das liefert surveybuilder.info im Premium-Bereich jeden Tag. Jeden Tag bestimmt 10-20 Charts mit einer Interpretation der Chartstruktur, das Wesentliche mit wenigen Linien heraus gearbeitet. Die Details dabei? Irrelevant - auf den Wald kommt es an, nicht auf die Bäume!

Wer also lernen will Muster im Markt zu erkennen, sollte 2 Dinge tun.

Erstens sich mal die theoretischen Grundstrukturen reinziehen. Es schadet ja nicht zu wissen, was es alles so gibt. Dazu gab es hier Links die völlig ausreichend sind.

Zweitens dann Üben, Üben, Üben. Praxis, Praxis, Praxis. Sich eine Watchlist anlegen und jeden Tag die Charts darin verfolgen. Jeden Tag diszipliniert, ein Jahr lang! Dann auf die Muster schauen, die jeden Tag im Premium-Bereich geliefert werden, um die Wiedererkennung zu steigern.

So einfach ist das. Nun werden genau die, die diese Worte am Dringendsten ernst nehmen sollten, sich dagegen innerlich sträuben. Es "muss doch" eine abstrakte, saubere Erklärung geben, wie das ideale Muster aussieht und worauf man achten muss! Wo ist der Kurs in dem ich das am Wochenende lernen kann?

Nein gibt es nicht. Die Frage beinhaltet das Problem. Und selbst wenn es ein ideales Muster gäbe, das man detailliert beschreiben kann und so eine Handlungsanweisung zu Einstieg und Ausstieg formulieren, die universell gültig ist, würde es die Reflexivität zerstören, weil der Markt sich wandelt wenn alle das Gleiche machen. Die Frage ist ebenso sinnlos wie der der Versuch, ein freundliches Gesicht im Details zu beschreiben.

Ein Muster erkennt man oder nicht. Wenn man anfangen muss es mühsam herzuleiten, hat man schon verloren. Menschliche Mustererkennung ist ein Wunder, wir sollten unseren Blick auf den Wald nutzen und uns nicht zwischen einzelnen Bäumen verirren.

Ihr Hari

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Renditen und Dividenden im Wettbewerb

Mitte Februar habe ich mit den Mitglieder im Premium-Bereich im Artikel -> Temporäre Zeitenwende <- besprochen, wie sich die Zinswende in den US deutlich spürbar auf Aktien auswirkt.

Denn über viele Jahre wurden die Indizes von den gross kapitalisierten, dividendenstarken Werten nach oben katapultiert, während die SmallCaps eher hinterher gehangen haben. Bekannte Namen dieses Kalibers sind McDonalds (MCD) und Johnson&Johnson (JNJ) und viele andere.

Nun haben im Zuge der Zinspolitik der FED aber die Renditen der US Staatsanleihen zu steigen begonnen und nähern sich bei den 10-jährigen nun der 3% Marke an. Das macht aber Wettbewerbsdruck auf Aktien, die primär als Zinsersatz gekauft wurden, gerade also auf die klassischen Dividenden-Werte, die in den letzten Wochen fast durchweg relativ gesehen schwach gelaufen sind.

Im ETF IEF, der die 10-jährigen US Anleihen vereint, sehen wir eine potentielle, veritable Topbildung. Und steigende Renditen bedeuten bei Anleihen eben fallende Kurse:

Damit trennt sich nun die Spreu vom Weizen. Technologie-Titel mit zweifelsfreiem Wachstumspotential werden weiter gekauft, auch andere Bluechips mit zweifelsfreien Aussichten wie im Aerospace & Defense-Sektor sehen weiter gut aus und notieren schon auf Jahreshochs.

Aber ganz viele dieser weniger wachstumsstarken, "soliden" Bluechips gerade im Retail-Bereich - also die klassischen "Witwen und Waisenpapiere" nach dem Motto "gegessen wird immer" - tun sich nun sehr schwer und das hat eben auch mit den steigenden Anleihenrenditen zu tun. Auch, natürlich spielen auch individuelle Probleme herein, aber diese werden vom Druck steigender Renditen überlagert bzw verstärkt.

Ich will Ihnen hier daher nur zwei Charts langfristiger, potentieller Topbildungen bei solchen "Witwen- und Waisenpapieren" zeigen und zwar Henkel und den Tabakkonzern Altria (MO):

In beiden Fällen spielt der Druck der steigenden Renditen *auch* eine Rolle, neben jeweils individuellen, operativen Problemen. Die Charts sehen aber langfristig nun fragwürdig aus.

Noch ist aber Polen nicht verloren, bei Altria ist die Topbildung noch nicht einmal vollendet und selbst Henkel hat noch Chancen das wieder gerade zu biegen. Es sollen auch nur Beispiele sein, dass Anleger dieser Dividenden-Papiere nun die Zinsentwicklung im Auge behalten sollten.

Denn die exorbitant gute Entwicklung dieser Aktien im letzten Jahrzehnt hat eben *auch* mit dem durch die Notenbanken nach unten verzerrten Zinsniveau zu tun - da sollte sich keiner einer Illusion hingeben.

*Auch*, weil es sind immer noch gute Aktien, die immer noch in ein langfristiges Depot gehören. Sollte sich aber dieser Bonus der Nullzinsen nun wieder abbauen, werden auch langfristig gute Aktien nun mittelfristig temporäre Schwäche zeigen und das sollte dann niemanden überraschen.

Wer dem aus dem Wege gehen will, muss seinen Fokus auf Wachstum legen, Wachstumsaktien sind weit weniger von steigenden Renditen betroffen als Werte, die wenig bieten ausser einer hohen Dividende als Anleihenersatz.

Und glücklicherweise gibt es ja auch Aktien, die beides miteinander verbinden, Wachstum *und* beständig steigenden Ausschüttungen.

Wir hier bei surveybuilder.info fokussieren uns auf solche Werte und in Artikeln wie -> Langfristige Investments in der kommenden technologischen Revolution <- habe ich Ihnen solche Aktien auch schon im freien Bereich in Beispielen nahegebracht.

Solche Aktien werden von einer Zinswende weniger betroffen sein, bei reinen Dividendwerten ohne relevantes Wachstum, sollte man in einer Phase steigender Zinsen aber vorsichtiger agieren.

Im Saldo muss die Anfangsphase steigender Zinsen für Aktienmärkte nicht negativ sein, weil diese in der Regel mit einer boomenden Konjunktur einher geht. Aber einzelne Sektoren sind eben doch betroffen.

Ihr Hari

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