JPYUSD – Der Yen Carry Trade gibt den Weg vor

Der folgende kurze Hinweis erschien Mittwoch 12.11.14 09:40 in Hari Live

Treue Leser wissen von meinen diversen Beiträgen, welche zentrale Bedeutung der Carry Trade im japanischen Yen für die weltweiten Aktienmärkte hat. Denn dort wird die additive Liquidität geboren, die dann in die diversen "Risk On" Assets fliesst.

Diesen Mechanismus kann ich Ihnen nun besonders eindrucksvoll zeigen. Gleichzeitig wirft das Chart des Yen in USD aber Fragen auf, ob wir vor einer erneuten Korrekturphase an den Märkten stehen:

JPYUSD 12.11.14

Sie sehen im Chart, wie der Yen durch die Geldflutungspolitik der japanischen Notenbank nach unten geprügelt wurde. Sie sehen aber auch, wie die massive Oktober-Korrektur der Aktienmärkte punktgenau mit einer Phase des starken Yens zusammen fiel. Das ist definitiv *kein* Zufall!

Sie sehen auch, wie der 15.10. nicht nur den Wendepunkt bei JPYUSD, sondern auch in den breiten Aktienmärkten bedeutete.

Und Sie sehen, wie der folgende unwirkliche Anstieg an den Aktienmärkten, eins zu eins mit einem brutalen Abverkauf im Yen korrelierte. Auch das ist kein Zufall, sondern Ergebnis des Carry Trades.

Nun scheint dieser Abwärtsschub aber erst einmal vorbei zu sein und in Japan stehen Neuwahlen an, die zumindest bis zur Wahl, im Markt ein paar Fragezeichen aufwerfen könnten.

Im JPYUSD gibt es zwar noch keine belastbare Wendeformation und in sofern ist es noch zu früh, eine Wende auszurufen. Aber zumindest hat das aktuelle Geschehen grosse Ähnlichkeit mit dem Auslaufen des Abwärtsmomentums im September.

Sicher kann es von hier weiter runter gehen, noch ist JPYUSD ein fallendes Messer. Die Chancen für eine temporäre Wende sind aber da und was das für die Märkte bedeutet, können wir im Oktober bewundern.

Wir tun also gut daran, JPYUSD genau im Auge zu behalten. Wenn sich hier eine Wendeformation formt, ist das ein klares Signal für die Aktienmärkte Risiko heraus zu nehmen und sich auf unruhiges Fahrwasser einzurichten.

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Russland und Osteuropa – Kaufen, wenn die Kanonen donnern ?

Dieser Börsenweisheit wurde schon oft zitiert und beweist doch immer wieder erstaunliche Trefferquote. Nicht kurzfristig, kurzfristig ist die Zukunft unbestimmt und niemand kann politische Volten oder sogar Kriegsverläufe vorher sehen.

Aber langfristig ist an der Regel etwas dran. Und das liegt daran, dass der Markt dazu tendiert, im ersten Schreck einer potentiell kriegerischen Entwicklung, alles Negative sofort einzupreisen. Der Markt übertreibt also am Anfang oft nach unten - "Angst fressen Seele auf" sozusagen. Im weiteren Verlauf reicht dann schon eine durchwachsene Entwicklung aus, die übergrossen Ängste des Marktes wieder zu nehmen und so steigen die Kurse wieder in alte Regionen.

Damit stellt sich bezogen auf Osteuropa und Russland doch die Frage, ob es auch in den dortigen Aktienmärkten, zu so einer Überreaktion gekommen ist, die im Zuge einer langsamen Normalisierung nun langsam abgebaut wird.

Wir verfolgen das Thema im Premium-Bereich schon seit Ende April, seit erste klare Entspannungszeichen aus dem Kreml kamen und die unmittelbare Gefahr eines Einmarsches in der Ukraine zu schwinden schien. Denn der Markt interessiert sich natürlich für einen potentiellen Konflikt zwischen Russland und dem Westen. Und er interessiert sich auch für die Folgen von Wirtschaftssanktionen auf einzelne Unternehmen und den Freihandel generell. Für einen Bürgerkrieg in einem wirtschaftlich irrelevanten Land wie der Ukraine, interessiert sich der Markt aber eigentlich nicht, solange das eine interne Angelegenheit bleibt und eben daraus folgend zu keiner Eiszeit zwischen Russland und Europa kommt.

Insbesondere nach den klaren Aussagen von Putin nach dem Besuch des Vorsitzenden der OSZE und Schweizer Bundespräsidenten Didier Burkhalter in Moskau, scheint das unmittelbare Kriegsrisiko rund um die Ukraine sehr viel kleiner geworden zu sein. Was bleibt ist ein instabiles Land mit potentiellem Bürgerkrieg, was aber die Märkte mangels wirtschaftlicher Relevanz nicht sehr beschäftigen wird.

Und genau diese Lage hat der Markt schon nachvollzogen. Ich schaue dabei als Investmentvehikel gerne auf den , in dem Aktien primär aus Russland, Polen, Tschechien und Ungarn zusammen gefasst sind.

Schauen wir auf das Tageschart:

IQQR 12.05.14

Wir sehen einen potentiellen Doppelboden bzw. eine klassische W-förmige Wendeformation mit höherem zweiten Tief. Und das sind oft attraktive Tradingchancen - beim brasilianischen Index Bovespa, haben wir erst vor wenigen Wochen gesehen, welches Potential so eine Struktur haben kann.

Nun unterliegt dieser Trade natürlich politischem Einfluss und ist daher deutlich wackeliger als der Bovespa-Trade. Niemand kann den weiteren Verlauf rund um die Ukraine wirklich vorher sagen und auch eine plötzliche, erneute Eskalation ist nicht auszuschliessen.

Aber dafür gibt es Stops, die sinnvoll unter dem rechten Tief des potentiellen Doppelbodens liegen. Und der Markt hat schon viele Risiken eingepreist.

Wer also den richtungslosen DAX leid ist, hat nun ein paar Aktienmärkte in Europa, wo wirklich etwas gehen könnte, wenn sich langsam die Vernunft wieder durchsetzt und am Ende die Ukraine zu einer lockeren föderalen Lösung gelangt, die wahrscheinlich Russland wie Europa gleichermassen zufrieden stellen würde.

Eine föderale Lösung, die man schon viel früher hätte haben können, wenn nicht dieses zerrissene Land mit Macht in eine sinnlose "entweder/oder" Entscheidung zwischen Europa und Russland getrieben worden wäre, die zwangsläufig zu so einer Krise führen musste.

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DAX & S&P500 – Das grosse Bild der Märkte – Börsenjahr 2014 mit erhöhten Risiken

Seit dem Start des neuen Börsenjahres sind nun ca. 3 Wochen vergangen und man kann schon heute erste Indikatoren feststellen, die auf einen anderen Verlauf in 2014 als im Vorjahr hindeuten.

So scheint zum Beispiel alles wo "Mine" darauf steht, seit Jahresanfang neue Liebhaber zu finden. Deutlich zu sehen natürlich bei den Gold- und Silberminen, die nun klare Geldzuflüsse verzeichnen und zumindest kurzfristig eine positive Price-Action verzeichnen. Die gestrige Stärke von GDX, GDXJ, SIL und Co. in Anbetracht fallender Preise bei den Metallen selber, war schon beeindruckend und verfolgen wir hier im Premium-Bereich genau.

Aber auch in anderen Bereichen, von Kupfer bis Uran, sind klare Lebenszeichen zu verzeichen. Schauen Sie zum Beispiel mal, was die Kursentwicklung beim Uran Weltmarktführer Cameco (WKN: 882017, CCJ) gerade macht ... beeindruckend! Aber darüber will ich heute nicht schreiben, das tun wir in der Community täglich im Premium-Bereich.

Ich führe diese Fälle nur an, um zu zeigen, dass sich mit dem Jahreswechsel etwas an den Märkten zu verändert haben scheint und die Liquiditätsströme scheinbar neue Flussbette suchen. Gleichzeitig sind die alten Trends und Reflexe aber noch da und keineswegs ausser Kraft gesetzt.

Wunderschön kann man das im Chart mit Stundenkerzen des weltweiten Leitindex S&P500 sehen, der seit Jahresanfang 2014 nicht vom Fleck gekommen ist:

S&P500 22.01.14

Jetzt ist es durchaus möglich, dass das nur eine Konsolidierung vor dem nächsten Schub ist und ich habe eine angedeutete iSKS Wendeformation eingezeichnet, die man mit etwas Phantasie dort erkennen kann. Aber trotzdem ist das eine Veränderung der Situation gegenüber 2013. Trotz guter Gelegenheiten, fehlt den Bullen 3 Wochen lang die Kraft zum Ausbruch - das sollten wir uns in unseren Notizbüchern deutlich markieren.

Im grösseren Bild bis 2012 zurück zeigt uns der S&P500 dann, dass bisher nichts passiert ist. Insofern hat der Aufwärtstrend weiter unser Vertrauen verdient und es wäre töricht, sich dem nun einfach so entgegen zu stellen. Aber klar ist auch, dass wir unbedingt genau definierte Ausstiegspunkte brauchen, um uns schnell mit dem Fallschirm vom Geschehen abzusetzen. Denn wenn der Markt dann mal beliebt nach unten zu laufen, kann das nach so einer Bewegung sehr schnell sehr übel werden.

S&P500 22.01.14 Tag

Besondere Bedeutung räume ich dabei dem Stop 2 im Chart ein, der mit den Tiefpunkten des Kampfes kurz vor Weihnachten 2013 korreliert, bevor der S&P500 dann zur Jahresendrally ansetzte. Wenn diese Zone fallen sollte, werde ich sehr vorsichtig werden !

Übertragen auf den DAX, sieht das Bild natürlich ähnlich aus. Da der DAX in der Mehrzahl von angelsächsischen Investoren dominiert wird, ist er im grossen Bild ein Abbild seines Herrchens, des S&P500. Allerdings läuft er mal etwas vor und bleibt manchmal etwas zurück. Und zuletzt ist der DAX vorgelaufen, wie man eindrucksvoll am langfristigen Chart mit Wochenkerzen sieht:

DAX 22.01.14 Woche

Wir sehen zwei! Trendbeschleunigungen im Anstieg seit 2011 und auch wenn auch hier der Trend unser Freund ist, ist doch auch klar, dass es mit dieser Beschleunigung nicht ewig so weiter gehen kann und die Risiken langsam steigen.

Insofern sollte man auch im DAX dabei bleiben und den Aufwärtstrend respektieren, aber auch hier müssen klare Ausstiegs-Marken her, an die man sich dann auch hält. Das Chart mit Tageskerzen zeigt dabei, wo es ernst werden könnte.

DAX 22.01.14 Tag

Als erstes leichtes Warnsignal betrachte ich, falls die 9700 kurzfristig unterschritten werden. Richtig ernst wird es aber erst in der Zone bei Stop 1 und die bullische Aufwärtsbewegung kommt erst in der Zone bei Stop 2 ernsthaft in Gefahr.

In diesem Sinne bedeuten die Charts nun nicht, dass man nun einfach blind aussteigen muss, nur weil die Märkte schon weit gelaufen sind. Machen Sie sich klar, dass der DAX problemlos über 10.000 und selbst etwas darüber hinaus steigen kann. Und das Trends gerne länger laufen, als wir uns vorstellen können. Oder konnten Sie sich im Herbst 2011 - als diese Bewegung bei 5000 Punkten begann - den Verlauf bis heute im DAX vorstellen ?

Die Wahrscheinlichkeit, dass wir im Laufe von 2014 aber die scharfe Korrektur erleben, die in 2013 fehlte, ist verdammt hoch. So hoch, dass man damit rechnen sollte und dafür immer klar wissen sollte, an welchen Stellen man konsequent seinen Fallschirm auspackt und mit einem Lächeln, das dann trudelnde Flugzeug seinem Schicksal überlässt.

Und das muss gar nicht mal bedeuten, dass der übergeordnete Bullenmarkt schon am Ende ist, so eine Korrektur kann einfach nur mal wieder der frische Wind sein, der nötig ist, um die Aufwärtsbewegung fortsetzen zu können. Aber auch ein Minus von 20% fühlt sich ziemlich übel an, wenn man ungeschützt mitten drin steckt und das können und sollten wir uns ersparen, wenn wir einfach nur schauen, was uns der Markt mit seinen Bewegungen sagt.

Mitnehmen was der Markt hergibt und dabei trotzdem aufmerksam und vorsichtig zu bleiben, ist kein Widerspruch. Es zeichnet vielmehr den erfolgreichen Anleger und Trader aus !

Ihr Hari

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