Aktien sind Teufelszeug und die Börse ist eine Zockerbude!

Dieser Artikel richtet sich an alle, die normalerweise *nicht* auf surveybuilder.info landen würden. Nämlich an alle, die Aktien für "Teufelszeug" halten und die Börse für eine einzige "Zockerbude".

Deshalb auch dieser Titel, vielleicht konnte ich Sie ja über eine Suchmaschine hier her "locken", weil Sie Ihr Anlage-Mantra eingegeben haben und Gleichgesinnte suchen. Dann wartet nun eine Überraschung auf Sie. 😀

Wenn nicht und wenn Sie schon an Aktien interessiert sind, werden Sie nun wenig Neues lesen, aber schaden kann es bestimmt auch nicht, das dann noch einmal zu lesen. Zumal ich auch 20 konkrete Aktien nenne. 😉

Denn ich bedauere Ihnen sagen zu müssen, Ihre Haltung, die Aktien als "Teufelszeug" und die Börse als "Zockerbude" betrachtet, schadet einer Person ganz massiv: Ihnen! Und Ihrem Vermögen!

Man muss sich doch fragen, worauf Sie noch warten wollen. Schauen wir doch mal, wie es um die Geldanlage derzeit wirklich aussieht, Notenbanken und Politik sei Dank:

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Finanzielle Repression und Aktien – was wirklich alternativlos ist !

Wenn man sich wie ich jeden Tag mit den Finanzmärkten beschäftigt, läuft man auch Gefahr, so etwas wie einen Tunnelblick zu entwickeln. Man grübelt über Lippenbewegungen weisshaariger FED-Frauen, interpretiert die Markttechnik, verfolgt die Nachrichten und passt seine Aufstellung permanent der eigenen Strategie und dem Risikomanagement an. Es gibt immer etwas zu tun, der Markt lässt einem keine Ruhe.

Wenn man so in den Details vergraben ist wie ich, tut es manchmal gut, wenn man durch eine dritte Person mal wieder an das grosse Ganze erinnert wird. Und das ist bei mir Anfang dieser Woche passiert.

Da rief mich eine sehr, sehr gute, alte Freundin an. Wir hatten uns etwas aus den Augen verloren, wie das Leben halt so spielt, wenn man weit entfernt (Berlin <–> Südbayern) wohnt und sein eigenes Leben und seine eigene Familie hat.

Nachdem wir uns in über einer Stunde erst einmal wieder auf den neuesten Stand unseres Lebens gebracht haben, begannen wir intensiv über ihren eigentlichen Wunsch zu sprechen. Sie suchte Rat zur Geldanlage.

Nun arbeite ich nicht als Vermögensberater, aber gegenüber wirklich guten Freunden, zu denen man hohes Vertrauen hat, macht man mal eine Ausnahme und gibt einen privaten Rat. Zumal Ihre Ausgangslage so klassisch war für viele wohlhabende Bürger, die schon eine Karriere hinter sich haben.

Sie hatte eine nicht unerhebliche Menge freien Kapitals auf den Konten rumliegen und suchte nun nach einer profitablen Anlageform, die einerseits „sicher“ sei und um die sie sich andererseits nicht intensiv kümmern müsste. Wer will das nicht, in diesen Tagen der finanziellen Repression ? 😉

Natürlich konnte ich ihr die Frage nicht ersparen, warum Sie diesen Wunsch nicht 2009 geäussert hatte. Und nicht 2010. Nicht 2011, nicht 2012 und nicht 2013. Aber so geht es derzeit vielen Bürgern, die erst jetzt anfangen sich für die Geldanlage zu interessieren, wo die Märkte halt wieder nahe der Höchststände notieren.

Nachdem sie mir Ihre Rahmenparameter nannte, hatten wir schnell Einigkeit über das Thema Diversifizierung und gingen durch alle möglichen Anlageformen durch.

Immobilien ? Eine selbst bewohnte hat sie und das ist gut so. Von weiteren vermieteten Immobilien habe ich aber eher abgeraten. Die Preise sind im Verhältnis zu den Mieten an vielen Standorten zu hoch und die finanziellen Risiken durch Mietnomaden, gesetzliche Pflichten und ähnlichem werden nicht angemessen bezahlt. Von so einem Ungetüm wie der „Mietpreisbremse“ ganz zu schweigen. Ausserdem würde das neben der selbst bewohnte Immobilie ein Klumpenrisiko im Vermögen erzeugen.

Ackerland oder Wald ? Kann Sinn machen, aber nur bei grösseren Vermögen, bei denen man dann auch gleich die Bewirtschaftung einer grösseren Fläche mitorganisieren kann. Oder wenn man selber aus der Agrarbranche kommt. Denn um Land das man besitzt, muss man sich auch kümmern.

Edelmetalle ? Als Notgelt in begrenztem Umfang sinnvoll und notwendig. Aber über diesen begrenzten Umfang hinaus, sind Gold und Silber keine „Investments“. Diese werfen nichts ab und produzieren nichts. Es ist „totes Metall“, das auch langfristig keinen Wertgewinn erzielt. Aber es erzielt auch keinen Wertverlust, es erhält einfach den Wert über lange Zeit. Diese Eigenschaft macht es als Notgeld sehr sinnvoll. Aber das ist keine Grundlage für eine Anlagestrategie. Das ist nur ein Grund für eine beschränkte Beimischung.

Ausserbörsliche Beteiligungen ? Eigentlich die beste Anlageform, wenn man sich am Produktivkapital beteiligen will. Aber nur dann, wenn es die eigene Firma ist oder man zumindest den Inhaber sehr gut kennt und ein Vertrauensverhältnis hat. Ich bin fest davon überzeugt, wer „reich“ werden will, schafft das am ehesten mit dem eigenen Unternehmen und da ist Kapital auch unbedingt gut investiert. Unternehmertum bewegt die Welt und schafft auch privaten Reichtum. Aber eine eigene Firma hatte Sie schon, insofern war diese Möglichkeit abgedeckt.

Und sonstige ausserbörsliche Beteiligungen über Fonds wie Solar, Flugzeuge etc. sind nach meiner Erfahrung zu oft das Geld nicht wert. Daran verdienen vor allem die Emittenten und Vertriebskanäle und der Anleger muss mehr oder weniger rechtlos zuschauen, wie eine Fehlentscheidung nach der anderen im Fond getroffen wird. Klar kann man auch hier mit einem Fond Glück haben, aber ich habe schon zu viel „Mist“ in diesem Segment erlebt – von Immobilien bis Schiffen - als das ich jemandem zu Investitionen in geschlossene Fonds raten könnte.

Anleihen und sonstige Schuldverschreibungen ? Das ich nicht lache ! Deutsche Staatsanleihen mit effektiver Negativrendite ? Griechenland mit 5% ? Tut mir leid – nein Danke ! Das ist nicht risikoloser Ertrag, sondern ertragloses Risiko !

Rentenversicherungen und Lebensversicherungen ? Wie die Staatsanleihen zu sehen – kein Wunder, denn die liegen ja in den Büchern der Versicherungen. Die Renditen sind mickerig und warum soll man für so mickrige Renditen sein Kapital langfristig binden ? Wenn man noch eine alte Lebensversicherung mit Garantiezins 3 oder 4% hat: unbedingt halten und auf keinen Fall vorzeitig aussteigen ! Aber heute eine Neue abschliessen ? Eher nein.

Riester ? *Hust* *Hust* Nächste Frage bitte !

Tagesgeld ? Vergessen wir das mal - von in der Höhe begrenzten Lockvogelangeboten abgesehen, ist das nur mit negativer Rendite nach Inflation und Steuern versehen. Garantiert ist da nur der Wertverlust !

Diverse Garantie-Zertifikate mit blumigen Namen die Sicherheit vorgaukeln ? Ebenso vergessen. Was als Finanzprodukt beworben werden muss, ist in der Regel Mist, den die Profis selber nicht anfassen würden. Gute Geldanlage braucht keine Werbung, sondern geht unter der Hand bei den Wissenden weg. Diese Produkte dienen eher den Emittenten und sind doch nur aus den Basics wie Anleihen, Aktien und Optionen aufgebaut, die man sich billiger und ohne marketingtechnische Girlanden, auch selber ins Depot legen kann.

Kunst, Oldtimer und Co. ? Macht jede Menge Sinn. Aber erstens ist das Segment schon extrem gut gelaufen und zweitens macht es nur Sinn, wenn man sich auch wirklich sehr gut auskennt, so dass man nicht über den Tisch gezogen werden kann. Da sie kein derartiges Hobby hat, kommen diese Bereiche nicht in Frage.

So und nun ? Was bleibt ?

Alles was bleibt sind Aktien - also Anteile am Produktivvermögen, die liquide an Börsen handelbar sind. Und zwar gleichermassen direkt, wie in einem replizierenden ETF oder in einem gut gemanagten Fond.

Hier findet man noch Weltunternehmen, wie die von mir zuletzt erwähnte General Electric, die einem 3-4% Dividende zahlen und trotzdem noch Chancen auf Kuteigerungen haben. Das hört sich doch besser an, als renditeloses Risiko, oder ?

Womit wir bei der „sicheren“ Geldanlage sind. Viele Bürger assoziieren mit Aktien Unsicherheit, weil diese kurzfristig stark schwanken können. Das ist aber für ein Investment eine verfehlte Risikowahrnehmung. Denn was gibt es langfristig „sichereres“, als eine General Electric, eine Nestle, eine Berkshire Hathaway ?

Wenn ich heute gezwungen wäre, mein Vermögen 50 Jahre in die Zukunft zu schicken, damit meine Enkel davon profitieren können. Was würde ich schicken, wenn es auch in 50 Jahren noch guten Wert haben und bis dahin vielleicht sogar im Wert gestiegen sein soll ?

Von allen obigen Punkten wäre es eindeutig eine Aktie, die ich als erstes schicken würde. Wie zum Beispiel General Electric oder Nestle. Und danach vielleicht ein wenig Gold.

Und deshalb – der finanziellen Repression „sei Dank“ – sind Aktien heute einfach alternativlos. Und so habe ich meiner guten Freundin geholfen, ein sinnvolles ETF und Fonds-Depot zusammen zu stellen, das sie relativ ruhig laufen lassen kann. Und das obwohl nun auch Sie weiss, dass es 2014 ist und nicht 2009 und die Risiken einer bevorstehenden Korrektur an den Aktienmärkten ganz real vorhanden sind. Aber das kann man überwinden, in dem man nicht alles gleich auf einen Schlag investiert, sondern sich zwingt, bei jeder Korrektur Stück für Stück nachzukaufen.

Wichtig ist aber, das grosse Bild nicht zu übersehen. Denn weil die Anlage in Produktivkapital so alternativlos ist, können wir auch davon ausgehen, dass eine längst überfällige Korrektur von 10-20% auch wieder aggressiv gekauft werden wird.

Denn wohin will man denn ansonsten sinnvoll mit seinem Kapital ? Dieses Problem haben nicht nur wir Privatanleger, sondern die grossen institutionellen Anleger ganz genau so. Und deshalb dürften die Aktienmärkte gut unterstützt bleiben, solange die finanzielle Repression andauert.

Aktien sind derzeit alternativlos. Bei allen Schwankungen sollte man das nie vergessen.

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Der DAX, sein Momentum und der 200er Durchschnitt

Will man den ganzen Wald sehen, muss man aus ihm heraus treten und ihn von einem nahe gelegenen Hügel betrachten. Andernfalls würde man den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr sehen.

Will man den Charakter eines Marktes verstehen, helfen viele bunte Linien und Details eher wenig. Das grosse Bild erschliesst sich eher aus der Ferne und in der Beschränkung auf das Wesentliche.

Schauen wir auf das grosse Bild des DAX im Chart seit 2009 mit Wochenkerzen, sehen wir einige klare Aussagen:

DAX 30.10.13

1.

Das Momentum ist gewaltig und hat historische Ausmasse angenommen. Das diese Entwicklung mit den Notenbanken zusammen hängt, ist für Marktbeobachter offensichtlich und kann man auch nachweisen, wenn man die Effekte der Notenbankpolitik im Detail analysiert.

Wir sind Zeitzeugen eines historisch einmaligen Experiments. Und offensichtlich ist, dass in den Asset-Märkten - im Gegensatz zu den Waren-Märkten - die Inflation schon längst angekommen ist.

2.

Der DAX hat sich nun so weit vom 200-Wochen-Durchschnitt entfernt, wie nie in den letzten Jahren. Damit steigen auch die Risiken immer weiter. Aber - ein Markt auf Steroiden kann das Gummiband noch viel weiter dehnen, als wir uns alle vorstellen können und unser Depot aushält, wenn wir auf der falschen Seite des Marktes stehen.

Vielmehr ist es so, dass derartiges Momentum immer wieder neue Käuferscharen anzieht, die wiederum die Kurse treiben. Dieser Feedback-Zyklus geht so lange, bis der letzte potentielle Käufer eingestiegen ist und dann gibt es ein böses Erwachen.

Aber nichts in diesem Chart gibt das zwingende Signal, das dieser Zeitpunkt nun da ist. Nein, der DAX kann durchaus zum Jahresende/Jahresanfang 2014 bis 10.000 steigen. Das ist nicht sicher und ungesichert darauf zu wetten, ist keine gute Idee. Aber es ist auch keineswegs unmöglich.

3.

Da das Risiko immer weiter steigt, gleichzeitig aber die Tendenz des Marktes klar nach oben zeigt, bleibt uns als Anleger keine Wahl. Wir müssen auf dieser Party tanzen, um mit der Performance der Indizes mitzuhalten. Wir müssen aber gleichzeitig den Notausgang jederzeit im Blick haben. Denn wenn die Wende kommt, wird sie schnell und schmerzhaft sein.

Nehmen Sie sich den Verlauf im August 2011 als warnendes Vorbild. Da ist der Markt im wahrsten Sinne des Wortes "über die Klippe" gegangen. Nur weiss niemand, ob dieser Tag schon heute, morgen oder erst in 2014 oder noch später kommt.

4.

Ein Markt auf Steroiden geht und geht und geht und geht ....... bis er plötzlich mit Herzinfarkt umkippt. Normale Mechanismen von Angebot und Nachfrage wirken hier nicht mehr, wie man es gewohnt ist. Weswegen normale Analysemethoden auch falsche Signale generieren. Schauen Sie im Chart alleine mal, wo sich der RSI seit einem Jahr bewegt. Das ist beeindruckende Stärke, während die reale Welt-Wirtschaft bestenfalls so "lala" vor sich hin dümpelt.

So weit zum grossen Bild des Waldes.

Heute Abend um 19 Uhr kommt das FED Statement. Und der Markt geht ganz fest davon aus, dass ein "Tapering" in 2013 nicht mehr stattfinden wird. Davon abweichende Aussagen könnten ein Katalysator für eine Wende sein. Und "FED-Days" haben sowieso einen Trackrecord, für bedeutende Marktwenden gut zu sein.

Darauf wetten würde ich aber nicht. Die FED ist in Ihrer eigenen Politik gefangen und auch ich rechne nicht damit, dass wir so bald eine Reduktion des Stimulus erleben, wenn überhaupt.

Aber - "you never know" - und deshalb kann es sicher nicht schaden, rund um das FED Statement etwas mehr Vorsicht walten zu lassen. Zu enge Stops machen heute auf jeden Fall keinen Sinn, denn die Volatilität dürfte heute Abend wieder hoch sein.

Ansonsten denken Sie bitte daran, dass es keinen Sinn macht, sich mit seinem Depot vor eine Dampfwalze zu stellen. Man wird platt gewalzt. Und ja, ich kenne all die Argumente genau, die dafür sprechen, dass mit einer baldigen Korrektur zu rechnen ist.

Aber diese Argumente sind offensichtlich und das Offensichtliche macht Mr. Market ungern. Und selbst wenn die Korrektur genau heute kommen sollte, ist es früh genug auf die andere Seite des Marktes zu wechseln, wenn die ersten Einschläge sichtbar werden. Jetzt aber blind gegen einen Markt mit so einem Aufwärts-Momentum zu wetten, macht eher keinen Sinn. Geld kann man nur mit dem Markt verdienen und nicht gegen ihn. Und schon gar nicht, in dem man sich einbildet, klüger als all die anderen Marktteilnehmer zu sein.

Ihr Hari

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Holz und Wald wird immer teurer – Ein langfristiger Aufwärtstrend

Heute möchte ich Ihren Blick auf den Rohstoff Holz und die Assetklasse Wald richten, die sich nach meiner Einschätzung in einem langfristigen Aufwärtstrend befindet und damit eine sinnvolle Beimischung in einem langfristig aufgestellten Depot sein könnte.

Holz war schon immer weltweit die Wärmequelle Nummer 1, ein "Bollerofen" ist ja auch schnell aufgestellt. Und Holz ist es in weiten Teilen der dritten Welt, insbesondere in China, auch immer noch. Erst mit steigendem Wohlstand wird dann auf andere Energieträger wie Kohle, Öl und Gas umgestellt, die eine höhere Energieausbeute erlauben.

Interessant ist, dass Holz im Zuge des "Ökobooms" in den postindustriellen Kulturkreisen - zum Beispiel hier in Mitteleuropa - eine Renaissance erlebt. Holz gilt als "Bio" und "Öko" und damit perse als gut - unter anderem auch weil es unbestreitbar ein nachwachsender Rohstoff ist.

Trotzdem erscheint mir diese Einteilung in "gut" und "böse" eher romantischer als rationaler Natur zu sein, denn Öl, Gas und Kohle sind genau so "natürlich" wie Holz. Mehr "Bio" und "Öko" als Öl und Gas geht eigentlich gar nicht, denn Sie wissen ja sicher woraus Öl im Erdinneren gepresst wird und dass das ein völlig natürlicher Vorgang ist. Alle diese Energiearten "wachsen" also auf oder in Mutter Erde aufgrund natürlicher Mechanismen und selbst Öl, Gas und Kohle sind nachwachsende Rohstoffe, nur kann es ein Mensch in seiner kurzen Lebensspanne nicht erleben, da wir hier über geologische Zeiträume reden.

Wenn überhaupt können nur die Energieausbeute, die Emissionen und systembedingte Risiken rationale Argumente für oder gegen eine Energieart sein. Bei der Energieausbeute liegt Holz sowieso hoffnungslos hinter den anderen Energiequellen zurück und ist deshalb auch für industrielle Zwecke eher ungeeignet. Auch ein Grund warum nur vorindustrielle Kulturen diesen Rohstoff zu Energiegewinnung nutzen und erst postindustrielle Kulturen wieder zu ihm zurück kehren.

Und was die Emissionen angeht, erleben wir aufgrund zunehmender Holzheizungen in unserer Umgebung nun wieder den beissenden November-Smog, der sich bei Inversionslagen einstellt und Menschen mit angegriffenen Atemwegen sehr zu schaffen macht. So kehren wir wieder zu einer Luft wie weiland im Ruhrpott zurück, aber weil ja gut sein muss was sich "Öko" nennt, sollten wir dafür dankbar sein. 😉

Sie bemerken sicher meinen beissenden Spot auf eine gewissen Typus von Öko-Romantik, der die Welt mit ideologischen Scheuklappen in "gut" und "böse" einteilt. Der Slogan "Heizen mit Holz schont die Umwelt" ist zwar scheinbar zum nicht mehr hinterfragten Glaubensmantra geworden, das auch durch Teile der Politik verbreitet wird, wahrer wird es für mich durch penetrante Wiederholung aber nicht. Der Slogan dient aber den Interessen der damit verbundenen Industrie und lässt die Menschen sich in einem emotionalen Ablasshandel gut weil "nachhaltig" fühlen.

Aber wie auch immer, mein Sarkasmus hält mich nicht davon ab, die wirtschaftlichen Chancen im Thema Wald und Holz zu sehen. Insbesondere die folgenden Meldung macht mich aufmerksam, die absehbar steigende Holzpreise in Mitteleuropa in der nahen Zukunft induziert:

Erstens einmal gefällt es mir natürlich zu sehen, dass auch "Öko" von den Realitäten von Angebot und Nachfrage eingeholt wird. So wird das Thema irgendwann am eigenen Erfolg zu Grunde gehen, weil als Energiequelle zu teuer. Bis dahin können die Preis aber noch lange steigen, was für Waldbesitzer schöne Gewinne produziert.

Und ich halte diese Preisanstiege für einen langfristigen Trend, denn der Wald ist nicht beliebig vermehrbar und Transport aus fernen Weltregionen (wie aus Sibirien) ist eher unwirtschaftlich, weil das Energievolumen pro qbm Laderaum geringer als bei Öl und Gas ist und damit der Transport viel teurer wird. Abgesehen davon, tut der Run der Vermögenden auf "Assets" aller Art sein Übriges, denn nur so kann man Barvermögen vor Entwertung schützen. Wälder sind zu einer begehrten Anlageklasse geworden.

An den absehbar steigenden Holzpreisen in Mitteleuropa über die Börse zu profitieren, stellt sich allerdings schwierig bis unmöglich dar, da Wald in Mitteleuropa weitgehend im Privatbesitz ist und nur selten von grösseren Unternehmen bewirtschaftet wird. Eine der wenigen Möglichkeiten wäre die schwedische Papierfabrik Holmen (WKN 856389), die riesige Ländereien voller Wald besitzt, deren Wert sich derzeit nicht ausreichend im Kurs niederschlägt.

Holz wird aber nicht nur als Wärmequelle verheizt, sondern weit sinnvoller und für mich auch rational nachvollziehbar als natürlicher Baustoff benutzt. Gerade in den USA und Kanada sind auch hochwertige Häuser fast durchweg aus Holz, es besteht also eine direkte Beziehung zwischen US Häusermarkt und dem Holzpreis. Und auch dieser zeigt nach oben, weil der US Häusermarkt wieder anzieht.

Im Gegensatz zu Mitteleuropa ist es aber weit einfacher, an der Börse von der wieder anziehenden Häuserkonjunktur in den USA zu profitieren. Der in Deutschland zugelassene ETF iShares S&P Global Timber & Forestry (WKN A0NA0H) beinhaltet die weltweit grössten Wald- und Holz-Unternehmen der Welt, von denen viele in den USA oder Kanada sitzen und vom US Häusermarkt profitieren.

Schauen Sie mit mir auf den Wochenchart des iShares S&P Global Timber & Forestry seit 2009:

iShares Timber Wald Holz 29.01.13

Sie sehen den langfristigen Aufwärtstrend und es spricht viel dafür, dass wir bald auch die Höchststände aus Anfang 2011 wieder sehen. Kurzfristig riecht es allerdings nach einer Korrektur, weswegen ich keine Not sehe in den ETF sofort hinein zu springen. Sobald sich das nächste Tief ausgebildet hat, könnte das aber eine interessante Gelegenheit für ein langfristiges Investment in eine attraktive Assetklasse sein.

Und übrigens, falls es jemanden interessiert, wir heizen mit einer Wärmepumpe mit Erdsonde. Mutter Erde versorgt uns also völlig emissionsfrei und ohne jeden Rohstoffverbrauch mit Wärme. Das finden wir ziemlich "Öko" und "Bio". 😉 Und steigende Rohstoffpreise - egal ob Holz, Öl, Gas oder Kohle - interessieren uns Privat nun nicht mehr. Alleine der Strompreis bleibt eine Abhängigkeit.

Ich wünsche Ihnen gute Entscheidungen !

Ihr Hari

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