Gastkommentar – DAX mit “Runaway Move”

[Redaktionelle Anmerkung Hari: Wer den Begriff des "Runaway Move" nicht kennt, findet -> hier <- Erklärung und Beispiel.]

Ein Gastartikel von Tokay

DAX mit "Runaway Move"

Die seit Mitte September laufende Konsolidierungsbewegung ABCD wurde Ende November mit einem „fake out“ aufgelöst und wir befinden uns seither in der vielzitierten Jahresendrally, markiert durch die Linie DE. Diese Rally trägt die Züge eines „runaway move“, denn es fand in dieser Bewegung keinerlei Konsolidierung statt. Wer die Bewegung verpasste und darauf hoffte, die Schwäche zu kaufen, der hoffte vergeblich.

Die mittelfristige Aufwärtsbewegung seit Sommer wird gestützt durch die Basis FG und liegt bei etwa 6800/6850 Punkten. Es kann also theoretisch eine Konsolidierung bis zu dieser Linie erfolgen, ohne dass die Aufwärtsbewegung in Frage gestellt wäre.

The runaway move

Der „runaway move“ ist offenbar auf die bullische Grundstimmung vieler Marktteilnehmer zurückzuführen, aber wohl auch auf das Bestreben, die Jahresbilanz etwas aufzuhübschen. Die Nachrichtenlage insbesondere bezüglich USA und Italien hat aber das Potenzial, die allgemeine Risikowahrnehmung zu erhöhen. Eine reibungslose Fortsetzung der kurzfristigen Aufwärtsbewegung ist damit gefährdet. Das mittel- und langfristige Aufwärtspotenzial indes bleibt weiter intakt. Die Politik rettet wieder einmal, was ohne sie womöglich gar nicht gerettet werden müsste.

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Gastkommentar – DAX Betrachtung: Langfristig hui – kurzfristig pfui

DAX Betrachtung: Langfristig hui – kurzfristig pfui - Ein Gastartikel von Tokay

In den vergangenen Handelstagen ist Bewegung in den DAX gekommen - nur leider nicht in die Richtung, in die es sich die meisten gewünscht hätten. Die zahlreichen Gewinnrevisionen deutscher Unternehmen haben ihre Spuren hinterlassen, neue Großtaten der EZB stehen nicht in Aussicht. Auch in Deutschland läuft die Konjunktur schlechter – die Einschläge kommen näher. Und die für Europa und Deutschland richtungweisenden Märkte in den USA zeigen deutlich nach unten. Wie könnte es weitergehen? Dies wollen wir uns auf drei Zeitebenen anschauen.

DAX kurzfristig

a) kurzfristig

Der Trend der Sommerrally (Strecke ABD) wurde im September gebrochen, und wir tasteten uns seither durch den Herbstnebel(Strecke CEF). Man muss klar sehen, dass die Parallellinie zur Strecke CEF in den vergangenen Handelstagen nach unten durchkreuzt wurde, was als klar negatives Signal zu werten ist. Für eine Jahresendrally sieht es also nicht gut aus.

DAX mittelfristig

b) mittelfristig

Das Jahr 2011 war bislang gekennzeichnet durch drei Phasen: Nämlich durch die Rally zu Jahresanfang, die bis gegen Ende März lief(Strecke AB), dann die Konsolidierung bis Ende Juni (Strecke BC); sie war geprägt von der nicht enden wollenden Staatsschuldenkrise, und schließlich durch eine Sommerrally (Strecke CD), die entscheidend durch monetäre Impulse der EZB(„Draghi-Put“) induziert wurde. Noch während dieser monetären Expansion begannen sich langsam, aber stetig die Geschäftserwartungen der deutschen Unternehmen zu verschlechtern, die zuletzt in deutlich zurückgenommenen Jahresausblicken ihren Niederschlag fanden mit entsprechender Reaktion der Märkte; zuletzt und besonders spektakulär zu beobachten bei Eon. Wir befinden uns daher günstigenfalls in einer neuerlichen Phase der Konsolidierung, die sich bei weiterer Zunahme der Dynamik zu einer Baisse auswachsen kann.

DAX langfristig

c) langfristig

Die Anfang 2009 begonnene Hausse ist nach wie vor intakt(Strecke ACE), erst ein merkliches Unterschreiten der Marke 6.000(Bereich EF) würde wahrscheinlich ein Ende dieser Aufwärtsbewegung signalisieren. Auf der anderen Seite stieß diese Hausse bereits einige Male an eine Obergrenze; über die Marke 7.500 ging es allerdings kaum einmal nennenswert hinaus(Strecke BD). Auf lange Sicht gesehen ist noch gar nichts passiert; sollte der Aufwärtstrend im DAX demnächst wieder aufgenommen werden - dann ist das Erreichen der 8.000er Marke keinesfalls unrealistisch. Da die monetäre Expansion sich früher oder später auf den Vermögensmärkten auswirken wird – bei Immobilien ist dies heute schon der Fall – ist sogar das Erreichen noch höherer Marken im Bereich des Möglichen.

Doch es ist es noch lange nicht soweit. Die Gewinnaussichten der Unternehmen sind derzeit ausgesprochen ernüchternd und dies wird derzeit in den Kursen verarbeitet. Zunächst einmal befinden wir uns in einer unruhigen Marktphase, die durchstanden sein will, bevor irgendwann einmal wieder der Blick nach oben gerichtet werden kann.

Tokay

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Gastkommentar – DAX im Herbstnebel

Ein Gastartikel von Tokay

DAX im Herbstnebel – Richtung...ja, wohin eigentlich?

Seit unserer letzten Betrachtung nach der Sommerpause hat sich im DAX unterm Strich nicht sehr viel getan. Die Kurse bewegen sich im Nebel, im Herbstnebel sozusagen; sie wissen nicht so richtig, wo sie eigentlich hin sollen. Dies könnte an einer Ausgangssituation liegen, die durch gegensätzliche Bedingungen geprägt ist.

  • Zum einen haben wir einen Newsflow in Bezug auf eine langsam, aber sicher schlechter werdende Geschäftslage der Unternehmen. Haben wir Tage, die geprägt sind durch solche Meldungen, dann bewegen sich die Kurse nach unten. Im Zuge der Eurokrise hat sich das inländische Geschäftsklima deutlich abgekühlt. Leider geht es der Außenwelt ebenfalls nicht besser; mal kommen trübe Meldungen aus den USA, mal aus dem Euroraum, mal aus China. Das kommt mit dazu. Und die Gewinne zumal der Exportindustrie leiden nun mal, wenn die Nachfrage in den großen Wirtschaftsräumen schwächelt.
  • Auf der anderen Seite stößt man in immer mehr Anlagereports auf die Empfehlung, sein Kapital doch auch in Aktien anzulegen, zum Beispiel in dividendenstarken bzw. in günstig bewerteten Titeln. Dahinter steht die Überlegung, dass aufgrund der tiefen Zinsen bzw. der hohen Kurse am Zinsmarkt bei Schuldtiteln nicht viel zu holen ist und aufgrund der höheren Inflation der Kapitalerhalt nicht gesichert ist. Das macht Aktien vergleichsweise attraktiv. Außerdem hat die EZB angekündigt, im Falle eines Falles Staatsanleihen im Rahmen der OMT-Transaktionen aufzukaufen . Wenn auch sehr umstritten, dürfte dies doch die Befürchtungen reduziert haben, dass es zu einem Crash kommt.

Schauen wir uns dazu das Chart an:

Wir befinden uns seit Ende Juni in einem Aufwärtstrend, er wird von unten begrenzt durch die Linie ABC und von oben durch die Linie DEF. Anfang September lief der DAX in Richtung der unteren Begrenzung des Aufwärtstrends. Die OMT-Ankündigung von Mario Draghi verhinderte, dass er zum Erliegen kam. Der Anstieg fand seine Begrenzung etwa bei Punkt G; er läuft seitdem an den an der Spitze eines Dreiecks liegenden Punkt H heran und stößt dort heute, Freitag Abend, auf Punkt I, eine weitere untere Begrenzung des mittelfristigen Aufwärtstrends.

Wie wird sich diese Divergenz auflösen? Wird sie sich überhaupt auflösen? Die Kursausschläge waren zuletzt nicht besonders stark, sie wurden allerdings nach oben hin geringer, so dass die Schwäche nicht mehr so aggressiv gekauft wurde wie im zeitlichen Umfeld der EZB-Ankündigungen. Es ist gut möglich, dass erst dann wieder Bewegung in den Markt kommt, wenn etwa die spanische Regierung sich dazu entschließt, unter den Schirm des ESM zu schlüpfen. Dies dürfte vor den bevorstehenden spanischen Regionalwahlen allerdings kaum passieren. Solange ein starkes Signal ausbleibt, dürfte der Markt labil bleiben.

Tokay

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Hari´s Märkte am Abend – 07.05.12 – Eurokrise, die unendliche Geschichte

22 Uhr - Handelsschluss

Während der Wahlausgang in Frankreich wohl in den Kursen verarbeitet war, dürfte das Ergebnis in Griechenland zur Schwäche im frühen Handel beigetragen haben. Denn das Ergebnis impliziert politisches Chaos und damit erneute Turbulenzen.

Zur Eröffnung schaute der DAX kurz unter 6400, bevor dann ganz ruhig gekauft wurde und der Markt schon am Nachmittag wieder bei 6550 oder Plus/Minus Null gegenüber Freitag stand. Von Panik war bei dieser Bewegung keine Spur, die Ruhe mit der der Markt hoch robbte war beeindruckend. Das ist ein positives Signal und zeigt die Stärke der Zone oberhalb DAX 6400, in der offensichtlich konsistentes Kaufinteresse in dem Markt kommt. Auch der S&P500 hat die 1370 zurück erobert und nahezu unverändert gegenüber Freitag geschlossen.

Damit etabliert sich genau das Setup, dass ich am Freitag beschrieben habe und wir haben gute Chancen, dass wir Morgen und auch den Rest der Woche eine weitere Stabilisierung bekommen. Abgesehen davon, kann ich mir nicht vorstellen, dass "Big Money" es zulässt, dass der Facebook Börsengang versaut wird, der Mitte Mai stattfinden soll. Insofern bin ich nun kurzfristig verhalten optimistisch.

Schaut man darüber hinaus, sehe ich zwei gegenläufige Faktoren. Für die Konjunktur in den USA und in China bin ich in den nächsten Wochen weiter eher positiv gestimmt. Ein extremer Absturz an den Börsen würde mich in diesem Zeitraum schon überraschen. In der Eurozone dürfte es aber nach meiner Erwartung nach einer kurzen Phase der Beruhigung weiter rumpeln. Nämlich genau dann, wenn sich die neuen politischen Mehrheiten zu konkreter Politik formieren müssen. Wenn also Hollande seine ersten Planungen und Aussagen als Staatschef konkretisiert und in Griechenland die chaotische Regierungsbildung im Gange ist. In beiden Fällen dürfte der Markt sehr kritisch auf die Aussagen schauen und mögliches Fehlverhalten mit sofortigen Verwerfungen an den Anleihemärkten strafen, denen sich dann wiederum der DAX kaum entziehen kann.

Die Börsenwetterlage in Europa dürfte also wechselhaft bleiben. Insofern werde ich eine mögliche Beruhigung und leichte Stärke weiter nutzen, um mich von der Eurozone im Depot weiter abzukapseln und in den kommenden Wochen eher auf die beiden grossen Volkswirtschaften USA und China (Plus Süd-Ost Asien) setzen. Das erlaubt durchaus auch europäische Aktien zu kaufen, aber nur solche, die ihr Geschäft zu einem hohen Prozentsatz ausserhalb der Eurozone machen.

Im Herbst, zur US Präsidentenwahl, dürfte dann ein grosses Problem auf den Radar des Marktes kommen. Das Budget der USA. Sie erinnern sich doch sicher an letzten August, oder ? Der gefundene Kompromiss sollte die Administration eigentlich bis 2013 durchfinanzieren. Nur könnte es nun sein, dass aufgrund stärkerer Ausgaben das Limit möglicherweise schon im Herbst, vor den Wahlen, erreicht wird. Was das mitten im Wahlkampf bedeuten würde, mag sich jeder selber ausmalen, zumal eine fehlende Einigung automatische Budget-Cuts im dreistelligen Milliardenvolumen in Gang setzen, die die noch schwächliche Konjunktur kaum verkraften dürfte. Aber bis dahin haben wir noch Zeit und sollten uns zunächst mit den naheliegenden Hürden in Europa beschäftigen. Ab August dürfte das Thema aber auf den Radar des Marktes kommen.

Noch ein paar Zeilen zu Griechenland - ich habe es hier schon vor Monaten geschrieben, Griechenland ist für mich persönlich ein "Failed State", der eigentlich unter Kuratel gehört, weil er nicht mehr für sich selber sorgen kann. Nur unter externer Kuratel hätte man auch die Chance, den gigantischen Verwaltungsfilz zu bereinigen und einen Neuanfang zu wagen. Denn Griechenlands Kernproblem ist nach allem was man liest und hört das Fehlen funktionierender staatlicher Strukturen, eine "Filzokratie", für die die beiden grossen Regierungsparteien der letzten Jahrzehnte wohl einige Verantwortung tragen.

Mit derart nicht vorhandener Verwaltung, kann man dann beschliessen oder wählen was man will, es wird sowieso nicht umgesetzt und fröhlich weiter unter dem Tisch herum gereicht.

Nur ist es leider völlig unrealistisch Griechenland unter Kuratel zu stellen, da würden dann gleich "Besatzungsreflexe" geweckt, in Griechenland sowieso, das da besonders empfindlich ist. Dabei ist das richtige Bild nicht das von "Besatzern", sondern eher das von wohlmeinenden aber strengen Eltern, die für ihr unmündiges Kind auch manchmal harte Entscheidungen treffen müssen, wenn sich das Kind selber nicht mehr helfen kann. Aber das wird sowieso nicht passieren, schon alleine weil nach meiner Einschätzung die bisher profitierende "Nomenklatura" Griechenlands auf der Klaviatur der "Besatzungsreflexe" spielen und so jede echte Hilfe von aussen mit Leichtigkeit sabotieren wird. Und deshalb dürfte das Chaos in Griechenland traurigerweise seinen Lauf nehmen.

So verrückt und unschön sich das anhört, aber für Europa wäre es in meinen Augen wohl am besten, wenn sich nun schnell radikale Europa-kritische Parteien durchsetzen würden. Denn ein Griechenland im Euro und in der EU macht viel mehr Ärger als eines draussen. Das Chaos im Land dürfte nach meiner traurigen Erwartung so oder so nicht mehr aufzuhalten sein, die Frage ist nur wie stark der Rest Europas in Mitleidenschaft gezogen wird.

Was auch immer passiert, die Eurokrise wird noch viele Aufwallungen und temporäre Beruhigungen erfahren, bis dann entweder das Wunder passiert und sich die Lage nachhaltig beruhigt, oder - das für mich wahrscheinlichere Szenario - die Euro-Zone in der jetzigen Form auseinander fliegt.

Die Euro-Krise bleibt also traurigerweise eine "Unendliche Geschichte". Dauerhaft ruhiges Fahrwasser ist in Europa bis auf weiteres nicht in Sicht, da sollte man sich wohl keinen Illusionen hingeben.

Positiv war heute erneut die relative Stärke des europäischen Bankensektors zu werten. Der Bereich, von dem man eigentlich annehmen sollte, dass er am stärksten unter der Sorge um den Euro leidet, zeigte sich heute wie schon letzten Freitag von seiner positiven Seite. Auslöser waren wohl Meldungen, nach denen Ministerpräsident Rajoy einzelne spanische Banken notfalls mit Steuergeldern retten will.

Eigentlich wieder ein abstruses Szenario, der eine Pleitier zieht den anderen an Haaren aus dem Sumpf - mit welchem Geld fragt man sich da doch ? Aber seit Geld noch nicht einmal mehr gedruckt werden muss, sondern im Multi-Milliarden-Volumen in den Computern der Zentralbanken per Knopfdruck aus dem Nichts erzeugt und an die Banken verteilt werden kann, ist diese naive Frage eigentlich auch obsolet. Die Alchemisten des Mittelalters würden auf jeden Fall staunen, was in den Giftküchen der Neuzeit so alles möglich ist. Blei in Gold verwandeln ist total out, wir können auch Luft in Geld verwandeln 😉

Aber egal, in Anbetracht der völlig überverkauften Lage stiegen Titel wie Unicredit (WKN A1JRZM) oder Banco Santander (WKN 858872) um 5% ins Plus ! In diesem Zusammenhang macht ein erneuter Blick auf den voll replizierenden ETF iShares Euro Stoxx Banks (WKN 628930) Sinn, in dem viele dieser Aktien enthalten sind. Es ist noch deutlich zu früh hier die Wende auszurufen, aber wir notieren oberhalb der mehrfachen Tiefs von September und November 2011 und diese scheinen wieder zu halten.

Erinnern wir uns, dass der europäische Bankensektor noch vor den breiten Märkten schon Mitte März abgetaucht war. Möglicherweise könnte eine Wende erneut ein frühzeitiges Signal sein, dass der Eurokrise kurzfristig eher wieder eine temporäre Entspannung bevor steht. Auf jeden Fall werden ich diesen Kursverlauf sehr intensiv beobachten, denn er sagt viel über den Stress im europäischen Bankensystem aus !

Sehr stark war heute Jungheinrich (WKN 621993) mit 4% Plus. Und das nicht nur heute, sondern schon in den ganzen April zeigte die Aktie relative Stärke und scheint nun aus einer seit Februar andauernden Seitwärtsbewegung nach oben zu wollen. Am 10.05.12 sollen die Quartalszahlen kommen und schenkt man dem Markt Glauben, "riecht" der scheinbar schon gute Zahlen. Auch fundamental ist Jungheinrich für mich ein attraktiv bewerteter, finanziell solider Maschinenbauer. Wenn es für mich einen Minuspunkt gibt, dann den, dass ein hoher Umsatzanteil in die europäische Union geht, was bei einer Verschärfung der Euro-Krise den Auftragseingang sicher treffen würde.

Der folgende Chart bildet den Kursverlauf von Jungheinrich in den letzten 12 Monate ab und sendet Signale, dass ein Ausbruch aus der Range durchaus denkbar ist, der sich bei einem Kurs von ca. 27€ vollenden würde. Ich denke es macht trotzdem Sinn, erst die Zahlen am 10.05.12 abzuwarten.

Achja und Rheinmetall (WKN 703000). Warum der Titel trotz der sich konkretisierenden Pläne des Börsengangs von Kolbenschmidt-Pierburg heute über Tag zu den schwächsten Aktien gehörte und am Anfang und zum offiziellen Handelsschluss um 17.30 Uhr sogar unter 38€ schaute, war auch mir ein Rätsel. Besonders witzig, nachdem um 18 Uhr dann die Meldung kam, dass nun auch Vorstand und Aufsichtsrat dem Börsengang zugestimmt haben, ist die Aktie aktuell nachbörslich wieder bei fast 40€ und hat gegenüber den Kursen von 17.30 Uhr damit 5% in 2 Stunden gut gemacht ! Von Schwäche kann also keine Rede mehr sein.

Es ist fast nicht zu glauben, aber es scheint fast so, als ob der Markt in Anbetracht der Nachrichtenlage rund um Frankreich und Griechenland diesen Börsengang einfach übersehen hat und erst heute Abend aufgewacht ist. So ein Szenario ist extrem selten, aber nicht unmöglich, wenn grosse Makro-Risiken über dem Markt schweben, die zum Tunnelblick führen. Denn um Rheinmetall richtig zu bewegen braucht es "Big Money" und zwar amerikanisches Big-Money wie wir erst Freitag wieder gelernt haben, die paar Privatanleger reichen dafür nicht aus. Trotzdem kann ich das Szenario des "Übersehens" immer noch nicht so recht glauben, denn es ist schon sehr unwahrscheinlich, Mr. Market übersieht höchst selten.

Die alternative Erklärung, das der Markt einfach die Bestätigung abwarten wollte, obwohl er das Thema schon wahrgenommen hat, halte ich dagegen für noch unwahrscheinlicher. Es wäre das erste Mal in meiner Karriere, dass Mr. Market eine Bestätigung abwartet um los zu laufen. Er läuft 100% zuverlässig immer schon beim Gerücht los - falls er das Gerücht wahrnimmt. Logisch wäre für mich eher, wenn sich hier grosses Geld den Kurs zurecht gelegt hat, um noch günstig einzusteigen. Letzeres Szenario würde sich eher mit meinen Erfahrungen der Vergangenheit decken.

Aber wie auch immer, unabhängig von dieser verrückten Bewegung am heutigen Tag ist Rheinmetall für mich sowieso nie eine Trading-Position gewesen und meine Sicht ist unverändert. Ich finde die Aktie mittel- und langfristig attraktiv und krisenfest und die aktuelle Bewertung voller Chancen. Wahrscheinlich um den 15.05. kommt dann auch die Dividende zur Auszahlung, die vorraussichtlich um 5% Rendite bringen wird. Angenommen die Aktie bliebe bis dahin unverändert, würde Rheinmetall dann erneut unter 40€ notieren, ein Kurs der nach meiner Überzeugung weit mehr Chancen als Risiken bietet.

Ich wünsche Ihnen einen schöne Abend !

Ihr Hari