Rio Tinto und die Stärke des Rohstoff-Sektors

Heute möchte ich Sie - ohne weitere Analyse - einfach nur auf eine bemerkenswerte Entwicklung aufmerksam machen.

Der lange schwächelnde Rohstoff-Sektor zeigt seit Anfang Februar deutliche Stärke und das nicht nur beim hier besprochenen Thema Gold und Silber.

Musterbeispiel dafür ist die Aktie des weltweit agierenden Rohstoffriesen Rio Tinto (WKN: 852147), die hier im Londoner Chart deutlich sichtbar, einen bemerkenswerten Ausbruch nach oben produziert:

Rio Tinto 12.02.14

Diese Entwicklung ist um so interessanter, als die Währungskrise der Emerging Markets deren Einfuhren an Rohstoffen eigentlich belasten sollte und gerade in den Emerging Markets sind doch die rohstoffintensiven Bautätigkeiten am stärksten ausgeprägt, während in Europa die Konjunktur immer noch zweifelhaft ist.

Wenn aber eine Aktie oder ein ganzes Segment trotz durchwachsener Nachrichten nach jahrelanger Schwäche nach oben schiebt, sollte man da genau hinschauen. Und insofern ist der gesamte Metals & Mining Sektor mit all seinen ETFs und Firmen nun in den kommenden Monaten vielleicht einen Blick wert ! Kurstechnischer Nachholbedarf existiert dort allemal. Und es gibt eine ganze Reihe von Untersektoren wie Uran oder Kupfer, die sich in interessanten Ausgangslagen befinden.

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DAX & S&P500 – Das grosse Bild der Märkte – Börsenjahr 2014 mit erhöhten Risiken

Seit dem Start des neuen Börsenjahres sind nun ca. 3 Wochen vergangen und man kann schon heute erste Indikatoren feststellen, die auf einen anderen Verlauf in 2014 als im Vorjahr hindeuten.

So scheint zum Beispiel alles wo "Mine" darauf steht, seit Jahresanfang neue Liebhaber zu finden. Deutlich zu sehen natürlich bei den Gold- und Silberminen, die nun klare Geldzuflüsse verzeichnen und zumindest kurzfristig eine positive Price-Action verzeichnen. Die gestrige Stärke von GDX, GDXJ, SIL und Co. in Anbetracht fallender Preise bei den Metallen selber, war schon beeindruckend und verfolgen wir hier im Premium-Bereich genau.

Aber auch in anderen Bereichen, von Kupfer bis Uran, sind klare Lebenszeichen zu verzeichen. Schauen Sie zum Beispiel mal, was die Kursentwicklung beim Uran Weltmarktführer Cameco (WKN: 882017, CCJ) gerade macht ... beeindruckend! Aber darüber will ich heute nicht schreiben, das tun wir in der Community täglich im Premium-Bereich.

Ich führe diese Fälle nur an, um zu zeigen, dass sich mit dem Jahreswechsel etwas an den Märkten zu verändert haben scheint und die Liquiditätsströme scheinbar neue Flussbette suchen. Gleichzeitig sind die alten Trends und Reflexe aber noch da und keineswegs ausser Kraft gesetzt.

Wunderschön kann man das im Chart mit Stundenkerzen des weltweiten Leitindex S&P500 sehen, der seit Jahresanfang 2014 nicht vom Fleck gekommen ist:

S&P500 22.01.14

Jetzt ist es durchaus möglich, dass das nur eine Konsolidierung vor dem nächsten Schub ist und ich habe eine angedeutete iSKS Wendeformation eingezeichnet, die man mit etwas Phantasie dort erkennen kann. Aber trotzdem ist das eine Veränderung der Situation gegenüber 2013. Trotz guter Gelegenheiten, fehlt den Bullen 3 Wochen lang die Kraft zum Ausbruch - das sollten wir uns in unseren Notizbüchern deutlich markieren.

Im grösseren Bild bis 2012 zurück zeigt uns der S&P500 dann, dass bisher nichts passiert ist. Insofern hat der Aufwärtstrend weiter unser Vertrauen verdient und es wäre töricht, sich dem nun einfach so entgegen zu stellen. Aber klar ist auch, dass wir unbedingt genau definierte Ausstiegspunkte brauchen, um uns schnell mit dem Fallschirm vom Geschehen abzusetzen. Denn wenn der Markt dann mal beliebt nach unten zu laufen, kann das nach so einer Bewegung sehr schnell sehr übel werden.

S&P500 22.01.14 Tag

Besondere Bedeutung räume ich dabei dem Stop 2 im Chart ein, der mit den Tiefpunkten des Kampfes kurz vor Weihnachten 2013 korreliert, bevor der S&P500 dann zur Jahresendrally ansetzte. Wenn diese Zone fallen sollte, werde ich sehr vorsichtig werden !

Übertragen auf den DAX, sieht das Bild natürlich ähnlich aus. Da der DAX in der Mehrzahl von angelsächsischen Investoren dominiert wird, ist er im grossen Bild ein Abbild seines Herrchens, des S&P500. Allerdings läuft er mal etwas vor und bleibt manchmal etwas zurück. Und zuletzt ist der DAX vorgelaufen, wie man eindrucksvoll am langfristigen Chart mit Wochenkerzen sieht:

DAX 22.01.14 Woche

Wir sehen zwei! Trendbeschleunigungen im Anstieg seit 2011 und auch wenn auch hier der Trend unser Freund ist, ist doch auch klar, dass es mit dieser Beschleunigung nicht ewig so weiter gehen kann und die Risiken langsam steigen.

Insofern sollte man auch im DAX dabei bleiben und den Aufwärtstrend respektieren, aber auch hier müssen klare Ausstiegs-Marken her, an die man sich dann auch hält. Das Chart mit Tageskerzen zeigt dabei, wo es ernst werden könnte.

DAX 22.01.14 Tag

Als erstes leichtes Warnsignal betrachte ich, falls die 9700 kurzfristig unterschritten werden. Richtig ernst wird es aber erst in der Zone bei Stop 1 und die bullische Aufwärtsbewegung kommt erst in der Zone bei Stop 2 ernsthaft in Gefahr.

In diesem Sinne bedeuten die Charts nun nicht, dass man nun einfach blind aussteigen muss, nur weil die Märkte schon weit gelaufen sind. Machen Sie sich klar, dass der DAX problemlos über 10.000 und selbst etwas darüber hinaus steigen kann. Und das Trends gerne länger laufen, als wir uns vorstellen können. Oder konnten Sie sich im Herbst 2011 - als diese Bewegung bei 5000 Punkten begann - den Verlauf bis heute im DAX vorstellen ?

Die Wahrscheinlichkeit, dass wir im Laufe von 2014 aber die scharfe Korrektur erleben, die in 2013 fehlte, ist verdammt hoch. So hoch, dass man damit rechnen sollte und dafür immer klar wissen sollte, an welchen Stellen man konsequent seinen Fallschirm auspackt und mit einem Lächeln, das dann trudelnde Flugzeug seinem Schicksal überlässt.

Und das muss gar nicht mal bedeuten, dass der übergeordnete Bullenmarkt schon am Ende ist, so eine Korrektur kann einfach nur mal wieder der frische Wind sein, der nötig ist, um die Aufwärtsbewegung fortsetzen zu können. Aber auch ein Minus von 20% fühlt sich ziemlich übel an, wenn man ungeschützt mitten drin steckt und das können und sollten wir uns ersparen, wenn wir einfach nur schauen, was uns der Markt mit seinen Bewegungen sagt.

Mitnehmen was der Markt hergibt und dabei trotzdem aufmerksam und vorsichtig zu bleiben, ist kein Widerspruch. Es zeichnet vielmehr den erfolgreichen Anleger und Trader aus !

Ihr Hari

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Hari´s Märkte am Abend – 30.03.12 – Wochenabschluss – Resistance is futile

22 Uhr - Handelsschluss

So geht im DAX das beste erste Quartal seit über 10 Jahren nun mit 18% Plus zu Ende.

Eigentlich war ich ja recht optimistisch, dass wir das Quartal im DAX noch über 7000 abschliessen. Die Gelegenheit war auch da und der S&P500 hat mit 1408 nicht nur über der 1400er Marke, sondern sogar weniger als 1% von den 2012er Höchstständen entfernt geschlossen.

"Eigentlich" hätte der DAX da heute locker die 7000er Marke schaffen können und mehr. Es sollte aber nicht sein und die relative Schwäche des DAX ist mal wieder augenfällig. Bei identischem Stand des S&P500 waren wir vor kurzem im DAX noch 200 Punkte höher bei über 7100.

Ob hier schon wieder Sorgen um die Eurozone zuschlagen, kann ich nicht mit Bestimmtheit sagen, die Vermutung ist aber sehr naheliegend und 200 Punkte relativer Verlust in wenigen Tagen sind schon bemerkenswert. Sollte sich das Anfang April fortsetzen, wäre das wohl ein Signal, dass man in Anbetracht der Frankreich-Wahl und diverser anderer Sorgen rund um Spanien, zunächst einmal seinen Blick vom DAX weg über den grossen Teich richten sollte, wie ja schon im Herbst letzten Jahres.

Trotzdem sehe ich gute Chancen für einen "First of Month Jumper" am Montag und danach wird es richtig spannend wohin der Markt läuft.

Die letzten Tage habe ich ja ausgiebig zur allgemeinen Marktlage geschrieben und mit dem gestrigen Beitrag -> hier <- meine Erwartungen an den April auch auf den Punkt gebracht. Dem habe ich heute nichts hinzu zu fügen. Warten wir demütig ab, womit uns Mr. Market "beglückt".

Zum Abschluss des Quartals möchte ich deshalb heute mal etwas anderes machen, als lange über den Gesamtmarkt zu reden. Ich möchte Ihnen eine Liste von 5 hier schon besprochenen Ideen, für das 2. Quartal 2012 erneut in Erinnerung rufen. Ich werde diese Ideen jeweils nur mit einem Chart und ganz wenigen Zeilen präsentieren, die Logik dahinter müssen Sie selber finden und sich eine eigene Meinung bilden. Für alle diese Aktien gilt aber: Ich habe sie entweder schon im Depot oder habe vor, das bei nächster Kurs-Gelegenheit zu tun.

Cameco (WKN 882017)

Sie erinnern sich an meinen Artikel -> hier <- vom 16 Januar zu Cameco und Uran, als Cameco noch bei 20 USD notierte ? Alle damals getroffenen Aussagen sind in meinen Augen nach wie vor gültig. Cameco steht kurz davor seine SKS Formation abzuarbeiten und hat im Zuge der allgemeinen Schwäche der Rohstoffe gut abgegeben. Ein Rückgang bis zum GAP vom Januar ist wohl noch möglich, dann sehe ich durchaus Chancen, dass der Kurs oberhalb 20 USD wieder dreht und in der nächsten Bewegung dann die 26 USD hinter sich lässt.

Suncor Energy (WKN A0NJU2)

Hier schon mehrfach im Zusammenhang mit dem Iran-Risiko erwähnt, stellt der kanadische Förderer von Öl aus Ölsanden eine in meinen Augen interessante Möglichkeit dar, auf den Ölpreis zu wetten, ohne dabei Risiken wie Nahost oder defekte Tiefseequellen ala BP, Total im Depot zu haben. Die Förderung von Ölsanden ist zwar ökologisch umstritten, weil sie wie der Braunkohle-Tagebau temporär ganze Landstriche zu Mondlandschaften macht, aber das Risiko, das ein kleines Ventil gleich 10 Milliarden Kosten verursacht, dürfte hier nicht in dem Masse vorhanden sein. Und nachdem die Natur wieder nachgewachsen ist, haben auch die Braunkohlelandschaften ja durchaus ihren Reiz. Auch Suncor hat nun mit dem ganzen Sektor abgegeben und könnte möglicherweise bald zum nächsten Schub im Aufwärtstrend ansetzen, der im Herbst letzten Jahres begann.

Krones (WKN 633500)

Der grundsolide Maschinenbauer Krones musste fast seine gesamten 2012er Gewinne wieder abgeben, weil ein Rechtsstreit aus der Vergangenheit und Einmaleffekte auf die Zahlen drückten. Gleichzeitig haben wir aber eine ausgezeichnete Marktposition, einen positiven Ausblick des Managements und die Ankündigung deutlich gesteigerter Ertragskraft. Weiterhin hatten wir vor kurzem einen signifikanten Insiderkauf über rund 380.000€. Ich persönlich sehe bei Krones aktuell nur noch wenig Risiko nach unten, da viele negative Erwartungen eingepreist sind, dafür aber einige Chancen nach oben.

DIC Asset (WKN 509840)

Auch schon im Februar hier besprochen, steigt dieser Spezialist für Gewerbeimmobilien immer weiter. Mein Kursziel bleibt 9€ und wenn man bedenkt, dass der Titel immer noch nur bei ca. 50% des Net Asset Value (Buchwert der Immobilien) notiert, sind 9€ auch gut vorstellbar. DIC Asset litt lange unter Fragezeichen zur Finanzierung und der Vermietungssituation des grossen Projektes "Maintor". Nun lichtet sich der Nebel scheinbar, weswegen gute Chancen bestehen die Lücke zum NAV zu verkleinern. Die allgemein gute Lage auf dem deutschen Immobilienmarkt und bei der Konjunktur, schadet der Aktie sicher auch nicht. Bei so einem kleinen Wert würde ich aber immer mit Stops operieren, das Tief vom 23.03.12 bei ca. 6,6€ bietet sich dafür an.

K+S (WKN KSAG88)

Eine Aktie die ja nun wirklich kein Geheimtip ist, aber ich muss es einfach noch einmal sagen: Ich bin bei K+S davon überzeugt, dass Kurse unter 40€ langfristige Kaufkurse sind. K+S ist höchst solide, gut finanziert, wächst jedes Jahr und hat Übernahmephantasie als I-Tüpfelchen. In meinem Investment-Depot ist die Aktie eine der grössten Langzeitpositionen, die ich ganz gelassen laufen lasse.

Zum Abschluss noch ein Lesetip. Wenn man frühzeitig neue Entwicklungen antizipieren will und damit an der Börse Geld verdienen, kann es nicht schaden diese zu erkennen, bevor es die breite Masse tut und Artikel in den bekannten Anleger-Postillen erscheinen. Und dazu sollte man auch mal über die Gegenwart hinaus, die Gedanken in die Zukunft streifen lassen. Ein guter Ideengeber über den täglichen Tellerrand hinaus, inklusive Stoff zum Nachdenken, ist dabei für mich die "Telepolis" aus dem Heise Verlag.

Und nun kommt ein neues Sonderheft zu dem sehr spannenden Thema "Human Enhancement" oder kurz "Cyborg" auf den Markt, dass Sie sich anschauen und bestellen können. Auch ich glaube, dass "Human Enhancement" das Potential hat das "nächste grosse Ding" nach der IT-Revolution zu werden - und damit auch an der Börse neue Weltkonzerne hervor zu bringen, deren Namen wir heute noch gar nicht kennen. Genau so wenig wie wir 1980 Apple, Microsoft oder Google kannten. Schon alleine deshalb kann es nicht schaden, den Blick für eine mögliche Zukunft frühzeitig zu schärfen.

Und nein, ich bekomme kein Geld von Heise und stehe auch ansonsten in keiner Beziehung zum Verlag, die wissen noch nicht einmal von meiner Empfehlung hier. Für mich persönlich waren vergangene Telepolis Sonderhefte aber immer wieder spannend zu lesen und hatten auch den einen oder anderen Augenöffner. Deshalb werde ich auch dieses sofort bestellen und mit Spannung lesen.

In diesem Sinne: We are the Borg - Resistance is futile ! 😉

Ich wünsche Ihnen (trotzdem) ein guten Schlaf und ein schönes Wochenende !

Ihr Hari

Haris Märkte am Abend – 17.01.12

Handelsschluss 22 Uhr. Den allgemeinen Teil kann ich heute Abend kurz halten, weil ich mit dem Tagesupdate zur Taktik in Bullenmärkten ->hier<- das Notwendige schon gesagt habe. Der Markt war heute stark, aber es ist nicht ausgeschlossen, dass das heute auch schon der Höhepunkt der Woche war. Auf jeden Fall schadet es nicht, wenn man jetzt mal kurzfristig etwas mehr auf Defensive spielt und sich so Liquidität schafft, mit der man bei besseren Kursen wieder in bestimmte Titel springen kann. Die leichte Schwäche der letzten zwei Stunden an der Wallstreet ist ein Indiz, das nach oben die Luft nun dünn wird.

Mittelfristig sieht aber die ganze klassische Industrie, also Autobau, Stahl, Aluminium, Grundstoffe etc. sehr gut aus und dürfte wohl auch nach einer Korrektur der Sektor sein, in dem man in 2012 gutes Geld verdienen kann. Titel wie Daimler (WKN 710000), Rheinmetall (WKN 703000), Salzgitter (WKN 620200) oder Rio Tinto (WKN 852147) gehören jetzt also in meinen Augen auf den Radar des Anlegers. Die deutschen Industrie- und Maschinenbau-Werte der zweiten Reihe aus MDAX und SDAX ebenso.

Heidelberg Cement (WKN 604700) hat mir heute keine Chance zum Einstieg gegeben, sondern war nach dem gestrigen Rücksetzer so stark, dass ich nur noch die Rücklichter sehen konnte. Bei Preisen oberhalb 35€ werden ich da kurzfristig nicht hinterher rennen und warte ab. Kohle war heute wieder eher schwach, aber ich habe wenig Zweifel das auch dieser Sektor wieder anzieht, sollte Stahl und Co. erneut zu brummen beginnen.

Bei der Commerzbank (WKN 803200), hat sich der Markt - in dem sich ja auch die vielen Commerzbank-Insider bewegen - im Lichte der bekannten Fakten nun bei 1,4€ eingeschwungen und das ist daher auch mit Sicherheit eine faire Bewertung der bekannten Chancen und Risiken. Ich sehe für mich nicht, wie ich da einen Vorteil erzielen könnte indem ich nun eine Wette eingehe. Spannend wird es für mich eher, wenn sich der Preis dann spätestens am Freitag - aber falls was durchsickert auch früher - in Bewegung setzt. Wer dann schnell und konsequent auf die richtige Richtung setzt, kann möglicherweise ein paar leichte Gewinne mitnehmen, da der Markt sicher ein paar Stunden wenn nicht Tage braucht, um die Entscheidung im Kurs zu verdauen.

Sensationell war heute der Uransektor, Cameco (WKN 882017) stieg heute um fast 7%, andere Urantitel sogar zweistellig ! Die ->hier<- antizipierte Wende im Uranmarkt scheint nun ans Laufen zu kommen.

Schwach waren dagegen die Goldminen. Auslöser war wohl Kinross Gold (WKN A0DM94), dessen CEO für 2012 steigende Produktionskosten (unter anderem wg stark steigenden Löhnen) vorausgesagt hat. Kinross hat durch ein Übernahme aus 2010 ein starkes Exposure in Afrika und ich vermute, dass da die steigenden Lohn-Kosten her kommen. Ausserdem war bei Kinross eine Goodwill-Abschreibung auf die afrikanische Tasiast Mine aus der Akquisition fällig. Auf gut deutsch, Kinross hat damals zu teuer eingekauft, nicht gerade ein Ausweis höchster Management-Kunst. Mr. Market sieht das auch so und straft Kinross dafür mit sage und schreibe fast 19% Minus ab ! Mir gefällt das Thema der Goodwill-Abschreibung gar nicht, weil ich persönlich das tatsächlich als Indiz eines schwachen Managements sehe. Bei mir wandert Kinross daher erst einmal auf die "Igitt"-Liste und wird im Goldminen-Universum bis auf weiteres nicht mehr gekauft.

Kinross ist wohl auch der Grund, dass auch andere Goldminen heute eher schwach waren, bei so einer Aussage eines CEO wird immer der ganze Sektor mit runter gezogen, obwohl eine alleine in den USA oder Kanada produzierende Mine das Lohnkosten-Problem in diesem Umfang sicher nicht hat und die Goodwill Abschreibung sowieso nur ein singuläres Thema des Kinross-Managements ist. So weit ich die Problematik bei Kinross überblicke, kann man aber aus dem Fall Kinross keine zwingenden Schlüsse für andere Goldminen ziehen.

Ich selber habe am Freitag entsprechend meiner Warnung zum Goldpreis meine aufgelaufenen Gewinne bei Kinross mitgenommen und bin ausgestiegen. Ich könnte jetzt irgendwas von toller Analyse faseln, aber die ehrliche Antwort ist: das war pures Glück und beruhte nur auf allgemeiner Vorsicht zu Gold, das hatte ich bei Kinross in dieser Form nicht auf dem Radar. Man sieht daran aber wieder eine alte Börsenregel, vermeintlich "billige" Aktien können immer noch billiger werden, weit über den Schmerzpunkt des Anlegers hinweg. Und man sollte sich nie zu sicher sein, "Overconfidence Kills". Pfleiderer oder Praktiker sind da gute deutsche Beispiele.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen Morgen auch ein Quentchen Glück und ein ruhiges, erfolgreiches Händchen beim Handeln !

Serie Rohstoffaktien – Cameco – Weltmarktführer in Uran

Letzte Woche habe ich mit Archer Daniels Midland -> hier <- eine wöchentliche Serie begonnen, in der ich Ihnen interessante Rohstoffaktien vorstellen möchte.

Bei den ausgewählten Aktien handelt es sich dabei um gut kapitalisierte "Blue-Chips" der Rohstoffwelt, die trotzdem teilweise in Deutschland kaum bekannt sind. Bedingt durch das Format der Serie, werde ich Ihnen die Titel nicht immer zum perfekten Einstiegszeitpunkt vorstellen können. Ziel ist es statt dessen, Sie für zukünftige Anlagen auf Ideen zu bringen.

Heute will ich Ihnen mit Cameco (ISIN: CA13321L1085, Kürzel: CCJ) den Weltmarktführer bei der Uran Gewinnung nahe zu bringen. Und bei Cameco könnte möglicherweise auch das Timing für eine Anlage sprechen.

Wenn Ihnen die deutsche Aufregung rund um Fukujima noch präsent ist, werden Sie sich vielleicht nun fragen, ob denn Uran überhaupt noch gebraucht wird. Die Antwort ist darauf ein ganz klares JA !

Dabei will ich mit Ihnen die Diskussion um das "für" und "wieder" der Atomkraft hier nicht führen, die sowieso nur zum Glaubenskrieg ausartet. Jeder möge dazu seine eigene Meinung haben. Realität ist aber, dass es nach Fukujima nur in Deutschland zu unmittelbaren und signifikanten politischen Konsequenzen gekommen ist. Einige andere Länder haben neue AKWs zwar in Frage gestellt, wirkliche harte Entscheidungen sind aber meines Wissens bisher nicht gefallen. Die Realität ist, dass es laut World Nuclear Association (WNA) weltweit 443 Reaktoren gibt und sich aktuell 62 neue Reaktoren in Bau befinden, davon alleine 26 in China ! Und China, das den wirtschaftlichen Aufstieg von über einer Millarde Menschen organisiert, interessiert sich herzlich wenig für deutsche innenpolitische Befindlichkeiten. Geplant sind alleine in China über 100 neue Reaktoren.

Für die Zukunft der Atomkraft und für Cameco ist es daher auch weniger entscheidend, was im saturierten Westen passiert, als wie die aufstrebenden Volkswirtschaften in Asien ihren gewaltigen Energiebedarf decken wollen. Und da spricht vieles dafür, dass die Atomkraft im Energiemix einen signifikanten Anteil haben wird. Zumindest ist kein Indiz sichtbar, warum der weltweite Bedarf an Uran in den nächsten Jahren fallen sollte, möglicherweise ist sogar das Gegenteil der Fall.

Und für eine mittelfristige Investition in Cameco ist es auch nicht so entscheidend, was vielleicht in 10 Jahren passiert. Wichtiger ist, wie der Uranpreis mittelfristig zu sehen ist. Und da hat Fukujima in den letzten Monaten zu einem sehr negativen Sentiment für Uran Aktien geführt, dass sich natürlich auch im Kurs von Cameco niedergeschlagen hat. Aber ein nach unten überdehntes Sentiment ist zugleich immer auch Chance !

Wichtig ist in diesem Zusammenhang auch zu verstehen, dass die laut WNA im Jahr 2010 weltweit geförderten rund 54000 Tonnen Uran gar nicht ausreichen sollen, um den aktuellen weltweiten Bedarf zu decken. Die Lücke wurde wohl bislang unter anderem aus Altbeständen aus der alten Sowjetunion geschlossen, die seit Anfang der 90er Jahre nach dem "Highly Enriched Uranium Agreement" (HEU) in die USA geliefert wurden. Diese Abkommen läuft nun aber laut Camecos CEO Tim Gitzel möglicherweise in 2013 aus, was eine Angebotslücke hervor rufen könnte. Das Bloomberg Interview können Sie ->nachlesen.

Selbst wenn man also Gitzels Aussagen kritisch hinterfragt, der ja sicher ein Interesse daran hat, die Zukunft von Cameco positiv darzustellen, scheint Uran also auf Jahre einen stabilen und sogar wachsenden Absatzmarkt zu haben. Und mit Cameco haben wir den Weltmarktführer, der mit einer Marktkapitalisierung von 8 Milliarden USD weit vor allen Mitbewerbern liegt und eine entsprechende Preismacht besitzt.

Da verwundert es nicht, dass auch der Chart der Cameco Aktie nun das Fukujima Debakel scheinbar verarbeitet hat und massiv an einer Wende arbeitet. Während in den Medien Uran kein Thema mehr ist, scheinen institutionelle Marktteilnehmer nun wieder an den Cameco Kurs zu glauben. Kein Wunder, denn nicht nur die kleine Welt der Atomindustrie sieht die Zukunft des Rohstoffs Uran positiv, auch der grosse Minenkonzern Rio Tinto hat mit dem kürzlich gegen Cameco gewonnenen Übernahmekampf um den Uran-Miner "Hathor Exploration" bewiesen, dass mit Uran wohl auch weiterhin gutes Geld zu verdienen ist.

Insofern ist die Cameco Aktie wohl im Moment mehr als einen Blick wert und ich halte daher auch eine erste Position in dem Titel. Sehr kurzfristig ist die Aktie aber wohl etwas überkauft und man kann in meinen Augen durchaus einen Rücksetzer bis ca. 19,5 USD abwarten. Mein Stop liegt bei 17 USD im Bereich des multiplen Bodens, weil ein Rutscher unter 17 USD wohl die Wendeformation negieren würde. Mein Kursziel nach oben bis Ende 2012 beträgt aber mit 30 USD das untere Ende des Gaps von Fukujima und das wären alleine 50% Gewinn gegenüber dem heutigen Kurs. Schauen wir mal, was daraus wird.