Charts zum Freuen

Am Montag hatte ich hier die -> Charts zum Schaudern <-.

Heute habe ich drei "Charts zum Freuen" aus Sicht eines Anlegers für Sie. US Aktien, die zwar zu den (mittel)grossen gehören, hier aber trotzdem nicht bei jedem bekannt sein dürften.

Und ich frage Sie, was eint diese Unternehmen? Die einen verkaufen "Clean Tech", die anderen "Scientific & Technical Instruments" und die letzten "Aerospace & Defense Products". Das kann es wohl nicht sein.

Was eint Sie dann?

Ich sage es Ihnen.

Der stabile Kursverlauf aller Drei beruht auf:

Erstens einem breiten, diversifizierten Geschäft, das nicht nur von einem Produkt abhängig ist.

Zweitens einer Technologieorientierung im Geschäft. Man erschafft, erforscht oder kauft zu, was andere (noch) nicht können.

Drittens einem Geschäft in einem langfristigen Wachstumsmarkt, der (fast) alle Boote hebt, die besonders Guten ganz besonders.

Viertens einem grossen Bullenmarkt, der (fast) alle Boote hebt, die besonders Guten ganz besonders.

Fünftens einem ruhig, mit klarer, langfristiger Strategie agierendem Management.

Sechtens einer kleinen Prise Glück und dem richtigen Händchen, die jeder Erfolg braucht, aber wie es heisst es so schön: "Das Glück ist mit den Tüchtigen".

Ja, so einfach ist das. Und einfach war es auch daran teilzuhaben. Zumindest dann, wenn man das Prinzip der Trendfolge versteht und beherzigt.

Wobei so einfach dann doch wieder nicht. Denn dafür hätte man sich auf solche Unternehmen konzentrieren müssen und in den letzten Jahren nicht hinter jedem Crash-Propheten und jeder medialen Mohrrübe hinterher rennen, die zwar verlockend riecht und medial als "heisser Tip" hochgejazzt wird, sich aber gerne auf dem Höhepunkt des Hypes als "verfault" heraus stellt.

Haben Sie dagegen zu diesen drei Unternehmen jemals Hype gehört? Sehen Sie 🙂 Heimlich, still und leise. 😉

Nun wollen Sie natürlich auch wissen, wie es weitergeht. Die Prognosiritis ist ja dermassen in die Knochen vieler Anleger gehämmert worden, dass diese Frage zwangsläufig kommt.

Leider habe ich darauf nur eine Antwort: ich weiss es nicht. Aber vielleicht versuchen Sie es ja mal mit der Trendfolge, dann brauchen Sie nämlich auch keine Antwort auf diese Frage. Das ist mein kostenloser Rat zum Vatertag. 😉

Ihr Hari

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Algo Trading – Es ist so verflucht artifiziell!


Ich stelle nun mal eine Behauptung auf, die ich nicht beweisen kann. Der Gegenbeweis kann aber auch nicht geführt werden.

Ich behaupte es trotzdem, im Premium-Bereich habe ich das schon direkt nach dem Brexit so argumentiert:

Wir sind in einem Markt angekommen, der fast nur noch aus (verfluchten) Algos besteht.

Und die Kursentwicklungen der letzten Monate beweisen es!

Denn die Bewegungen im S&P500, zum Beispiel um die Wende nach dem Brexit herum, sind nun so artifiziell, das wirkt wie aller menschlicher Emotion entkernt. Schon im Februar diesen Jahres aus dem Tief heraus, war das so.

Menschen werden aber durch den Brexit überrascht. Menschen schwitzen, sie ängstigen sich. Sie diskutieren, was nun passiert. Sie zögern und dann rennen sie alle rein.

All das sah man früher in den Kursen, nach so emotionalen Momenten, wie dem Brexit. Noch vor 5 Jahren, war das anders. Da gab es an so Wendepunkten einen emotionalen Ausverkauf.

Ich erinnere mich an den denkwürdigen 03./04. November 2011, dem Tiefpunkt der Eurokrise. Ich habe damals über diesen Moment geschrieben.

Die Finanzkrise lag keine 3 Jahre zurück und alle hatten noch den Schreck in den Gliedern. Der S&P500 kippte weg zu neuen Tiefs und allen Bären lief der Sabber aus den Lefzen, Tim Knight von Slope-of-Hope verteilte triumphierende Posts.

So sah das damals aus:

03.04.11.11

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General Electric und der “zu weit gelaufen” Fehler

Sie haben seit der Markt 2009 den Tiefpunkt erreichte, nie wirklich partizipieren können, weil Sie dem Anstieg nie wirklich getraut haben?

Sie haben seit 2009 und erst Recht seit 2012, unzählige "heisse Tips" gekauft, die nach Meinung irgendwelcher "kluger" Börsenbriefschreiber "unterbewertet" oder "zu weit gefallen" waren?

Sie haben beobachtet, wie diese Aktien -> immer tiefer <- gefallen sind und Ihr Depot sich immer mehr auflöste, während gleichzeitig der Markt stieg und stieg?

Trösten Sie sich, falls diese Beschreibung auf Sie zutrifft. Sie sind nicht alleine. Fakt ist, Sie sind Teil einer ganz grossen, stummen Gemeinschaft, nur zugeben tun es die Wenigsten. 😉

Und nein, das hat auch nichts mit Dummheit und Unfähigkeit zu tun, im Gegenteil. Es hat aber damit zu tun, dass man um am Markt Erfolg haben zu wollen, anders denken muss, als im normalen Leben.

Und um diesen gedanklichen Sprung zu vollziehen, muss man erst einmal akzeptieren, dass man selber das Problem darstellt und nicht ein "böser, irrationaler" Markt.

Selbsterkenntnis ist wie immer der erste Weg zur Besserung. Aber nur eine Minderheit schafft es, das Ego beiseite zu schieben und den Weg zu beschreiten.

Heute will ich Ihnen am Beispiel des US Industrie-Riesen General Electric (851144, GE), eine Facette dieser notwendigen Denkstrukturen zeigen.

Es ist die Geschichte des fatalen "zu weit gelaufen" Fehlers, der die Kehrseite des "weit genug gefallen" Fehlers ist, einer Denkstruktur, die sich der Wahrheit der Trendfolge verweigert, weil unser evolutionäres "Affenhirn" uns permanent eine andere Wirklichkeit einflüstert und uns unter Druck setzt.

General Electric muss ich ja wohl nicht erklären. Ein Industriekonglomerat mit grosser Tradition wie Siemens, nur noch grösser, das aber im Zuge der Finanzkrise massiv unter Druck kam, weil der Finanzarm - GE Capital - zu gross geworden war und in Schieflage geriet.

Mittlerweile hat sich GE aber auf sein industrielles Kerngeschäft besonnen, die Abspaltung von GE Capital beschlossen und sich damit stabilisiert. Und zuletzt stiegen auch wieder die Hoffnungen, dass GE´s Geschäft nun wieder anzieht, was den Kurs nach oben katapultiert hat.

Schauen Sie mit mir auf das Chart der letzten Wochen:

GE 11.11.15

Wir sehen den "Flash Crash" am 24.08., der nichts mit GE zu tun hatte, sondern mit den Folgen von Amok laufenden ETFs, die zum ersten Mal deutlich gemacht haben, welche Risiken diese Dominanz der passiven Anlagevehikel mittlerweile im Finanzsystem generiert. Wir haben das im Premium-Bereich ausführlich thematisiert.

Wir sehen aber auch die eindrucksvolle Rally, die GE seit dem vollzogen hat, selbst wenn man den "Docht" des "Flash Crash" abschneidet, kommt man immer noch auf ein Plus von 25% seit gut 2 Monaten - das ist doch ein Wort, oder?

Und wir sehen auch, wie die Aktie sich seit Anfang Oktober permanent im überkauften Zustand des RSI bewegt und einfach nicht abgeben will, sondern steigt und steigt.

Und jetzt kommt der Lackmus-Test. Würden Sie die Aktie nun kaufen?

Ich sage Ihnen auf den Kopf zu, falls Sie zu dem bisher unerfolgreichen Anlegertypus gehören, den ich oben beschrieben habe, werden Sie nun aus Überzeugung sagen: Nein! GE ist zu weit gelaufen!

Sie ahnen was jetzt kommt, denn diese Haltung ist - so pauschal - *falsch*.

Denn die Gegenposition dieser Haltung wäre nun das Chart einer der "tiefer geht immer" Gurken, die ich in früheren Artikeln beschrieben habe und die nun nach "weit genug gefallen" aussehen. Die würden Sie dann nun kaufen.

Objektiv - die reine objektive Wahrheit ist aber:

Die kalte Wahrscheinlichkeit, dass eine Aktie wie GE mit so einem Chart, am Folgetag fällt, ist unter 50%!

Die kalte Wahrscheinlichkeit, dass eine Aktie die in einem penetranten Abwärtstrend gefangen ist, am Folgetag fällt, ist über 50%!

Das ist schlicht und einfach das Prinzip der Trendfolge!

Es ist immer wahrscheinlicher, dass sich ein etablierter, starker Trend fortsetzt, als dass er gleich morgen dreht.

Unser verflixtes Affenhirn, will uns aber immer das Gegenteil einreden, weil wir im -> Ankereffekt <- bzw Referenzeffekt gefangen sind.

Eben weil die Kurse bei GE noch Wochen vorher viel tiefer waren, erscheint GE nun "teuer". Und eben weil bei abstürzenden Aktien die Kurse noch Wochen vorher viel höher waren, erscheinen diese nun "billig".

Das ist aber Schall und Rauch und nur Zucker für unsere verwundete Anlegerseele. Es ist völlig irrelevant für unseren Börsenerfolg. Relevant ist nicht, was die Kurse gemacht haben, sondern was sie machen werden.

Und da ist die schlichte Wahrheit, dass Trends länger andauern, als man ahnt. Spricht es lohnt sich in der Regel eher, auf einen Trend zu setzen, als sich gegen ihn zu stellen.

Und deshalb ist GE auch nach diesem Lauf immer noch eher ein Kauf, als eine Aktie, die nun fällt und fällt. Sicher gab es bessere Zeitpunkte um GE zu kaufen, wer die Aktie haben will, sollte vielleicht etwas Geduld haben. Aber im Vergleich zum Kauf einer verprügelten Aktie, sind die Chancen hier objektiv höher, in ein paar Tagen im Plus zu sein und die Stops nachziehen zu können.

Sie müssen diese Wahrheit nicht mögen und ich weiss, wie das Affenhirn nun dagegen rumort, weil das will das nicht wahr haben. Auch ich spüre trotz all des Wissens noch in mir, wie sich der Bauch dagegen wehrt, bei so einem Verlauf nun noch zuzugreifen. Wer aber nicht lernt, am Markt anders zu denken und diese instinktiven Reflexe abzulegen, wird auch weiter auf keinen grünen Zweig kommen.

Um Ihnen nun zu zeigen, wie sehr wir uns doch dabei von der Wirkung eines Bildes beeinflussen lassen, will ich Ihnen GE noch einmal anders zeigen. Erinnern Sie sich aber bitte an das Gefühl, das die obige Kursentwicklung bei Ihnen auslöst, das Gefühl, das Ihnen einflüstert: zu weit gelaufen.

Und nun schauen Sie mal hier her auf das langfristige Chart von GE seit 1996:

GE 11.11.15 2

Na, da geht doch wohl noch was nach oben, oder? Kann man GE nun vielleicht doch kaufen? 😉

Wenn Sie ehrlich zu sich sind, erkennen Sie, was den Unterschied in Ihrer Wahrnehmung macht. Es ist die "Referenz" der alten Kurse, die hier signalisiert, dass da noch jede Menge Potential ist, während es im Chart vorher nach "zu weit gelaufen" aussah. Und dann wirkt hier auch noch die von mir gezeichnete Trendlinie, die signalisiert, dass hier Bedeutendes im Gange ist.

Denken Sie mal über meine Worte nach. Und fragen Sie sich, ob Sie lieber Ihr Ego pflegen oder am Markt Erfolg haben wollen. Wenn Sie reflektieren können, wie Ihre Entscheidungsprozesse bisher bei Geldanlagen abgelaufen sind, haben Sie einen grossen Schritt nach vorne gemacht.

Einfach ist das ohne Frage nicht. Das kann es gar nicht sein. Denn warum wohl, verlieren so viele Anleger an der Börse Geld?

Wenn wir das für uns ändern wollen, müssen wir uns aber unseren Geistern stellen. Anders geht es nicht.

Ihr Hari

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Apple – wiederholt sich die Geschichte?

Der folgende Artikel erschien schon Montag 30.03.15 17:30 in Hari Live

Es lohnt sich manchmal, Dinge mehrfach zu sagen, damit sie nicht übersehen werden.

Und zu Apple will ich Ihnen erneut die Parallelität zur Konsolidierung um dem Jahreswechsel zeigen, die nicht nur im S&P500 sichtbar ist, sondern noch prägnanter bei Apple:

AAPL 30.03.15 2

Sie erinnern sich, wir hatten ja mit dem Artikel -> Apple - es wird Zeit! <- vom Montag 23.02.15 16:50 sehr schön die Konsolidierung antizipiert, in der wir uns nun genau so befinden.

Das aktuelle Chart sagt Ihnen nun, wo wir danach aktuell stehen. Und es lohnt sich, diese Parallelität zur letzten Konsolidierung als gedankliches Modell im Hinterkopf zu behalten, bis der Markt uns vielleicht von etwas anderem überzeugt.

Sehr schön liess sich das bei Apple in der Vergangenheit auch über den MACD handeln, weil die Swings so klar und deutlich waren - achten Sie auf die blauen Kreise unten im Chart.

Mit ein wenig Geduld, mit der man bei einem MACD Signal eine Bestätigung abgewartet hätte, hätte man bei Apple ganz sauber die Swings der letzten Monate mitnehmen können und es kann gut sein, dass sich das auch fortsetzt.

Auch das ist eine brauchbare Arbeitshypothese, mit der man so lange arbeiten kann, bis der Markt das Gegenteil beweist. Und für den Fall haben wir ein Risikomanagement.

Auf jeden Fall, hat in den letzten Monaten der Status von Apple als der "am besten beobachten Aktie der Welt" dazu geführt, dass die grossen Bewegungen besonders stabil und berechenbar waren - zumindest für die, die ein Chart zu sich sprechen lassen konnten.

Auch hier gilt also das Prinzip der Trendfolge: es macht Sinn davon auszugehen, dass das Muster so weiter geht und vom Gegenteil lassen wir uns erst überzeugen. 😉

Übrigens, am 23.04. kommen bei Apple die Quartalszahlen. Spätestens dann sollte eine Entscheidung über diese Struktur fallen und die Aktie nach oben oder nach unten ausbrechen. Nach unten stellt die 120 USD Linie nun eine natürliche Stopzone dar. Nach oben lassen wir einfach laufen und nehmen die 150 USD als nächstes Ziel in den Blick.

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Solar Sektor und First Solar weiter im Aufwind – Elon Musk plant wieder Grosses

Ich habe hier in den letzten beiden Jahren oft über den Solarsektor geschrieben, dessen sensationelle Aufwärtsbewegung in 2013 wir hier voll mitgenommen haben.

Heute will ich Ihnen in der Kombination von zwei gestrigen Kurzposts aus Hari Live zeigen, dass der Sektor nach wie vor attraktiv aussieht und gerade die Aktie von First Solar, sich in einem nahezu perfekten Aufwärtstrends befindet.

Zunächst zum gesamten Sektor, für den es leider im Euro-Raum immer noch keinen brauchbaren ETF gibt, der alleine den Solarsektor fokussiert. So müssen wir uns den Sektor nun anhand des US ETFs TAN (Guggenheim Solar Energy Index ETF) anschauen:

TAN 17.06.14 2

Wir sehen hier ein sauberes Signal im Sinne der Trendfolge. Nach dem der Sektor die gewaltigen Gewinne des letzten Jahres seit März in sehr gesunder Weise konsolidiert hat, ist nun der Boden für eine weitere Aufwärtsbewegung gegeben.

Noch besser als der TAN, sieht vom Trendgedanken her aber die Aktie von First Solar (A0LEKM, FSLR) aus. Ich zeige Ihnen hier das langfristige Wochenchart, mit einem in Perfektion nach oben schwingenden langfristigen Aufwärtstrend, der sich vor 2 Jahren im Q2 2012 etabliert hat:

FSLR 17.06.14

Beim letzten Trendhoch im März, war das 38er Fibonacci Retracement noch zu viel gewesen. Nun aber spricht sehr viel dafür, dass dieses Retracement im aktuellen Aufwärtszyklus fällt.

Bei First Solar ist die Strategie also herzlich einfach: im Sinne der Trendfolge dabei bleiben. 🙂

Was übrigens nach meiner Ansicht für den gesamten Sektor gilt. Gerade in den USA, gewinnt die Solar Thematik nun so richtig Fahrt. Die gestrigen 17% Plus bei Solar City (A1J6UM, SCTY) - einem Unternehmen im Dunstkreis von Elon Musk - sprechen eine klare Sprache. Lesen Sie unter dem Titel , was da gerade los ist.

Die Aussichten des Sektors sind auf jeden Fall mittel- und langfristig weiter sehr gut. Einzelne Unternehmen in so einem Wachstumsmarkt laufen aber immer Gefahr, den Anschluss zu verlieren und unter die Räder zu kommen. Auch die IT Welt hat eine extrem positive Entwicklung genommen und trotzdem sind viele grosse Unternehmen der 70er und 80er Jahre nun vom Erdboden verschwunden.

Weswegen ich herzlich wenig davon halte, als deutschsprachiger Privatanleger ohne Zugang zum chinesischen Markt, nun mit Unternehmen wie Jinko Solar und JA Solar herum zu jonglieren, von denen man kompetente Informationen aus erster Hand, mangels Sprachkenntnis gar nicht bekommen kann. Und wenn, dann mit erheblicher Verspätung und medial verkürzt. Ich verweise auf meinen -> Beitrag zum Thema <- vor wenigen Tagen.

Für den Sektor als Ganzes gibt es dieses Risiko aber eher weniger. Und wenn es unbedingt Einzelaktien sein sollen, dann grosse, gut beobachtete Unternehmen wie First Solar aus dem eigenen Kulturkreis. Bei denen hat man wenigstens die Chance direkt mitzubekommen, wenn sich etwas Bedeutendes tut.

Anleger, die aber mit ruhiger Hand im Euro-Raum über einen ETF am Sektor partizipieren wollen, können das sehr gut mit dem tun. Der ETF beinhaltet zwar auch Wind- und Wasserkraft-Aktien, der Solarsektor hat aber einen hohen Anteil. Uns hier im Premium-Bereich, hat dieser ETF im letzten Jahr sehr viel Freude gemacht und wird das wohl mit guter Wahrscheinlichkeit auch in Zukunft tun.

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Trendfortsetzung bei Wacker Chemie (WCH888) ?

Vor Handelseröffnung im Xetra eine kurze, summarische Stellungnahme zum Spezialchemie-Unternehmen Wacker Chemie (WKN: WCH888), ohne auf Details einzugehen. Wacker hatte uns ja im Juli -> eine Menge Freude <- gemacht.

Wacker Chemie hat heute durchwachsene Zahlen mit Umsatz- und Gewinnrückgang geliefert, aber die Jahresprognose bestätigt. Unter dem starken Euro werden wahrscheinlich noch viele Unternehmen der deutschen Exportindustrie leiden und das wird sich auch in negativen Kursüberraschungen auswirken.

Alles in allem betrachte ich die Zahlen persönlich aber nicht als besonders überraschend. Die Auswirkungen des EURUSD Kurses waren klar absehbar. Und auch der Markt hat das im Fall Wacker Chemie schon vorher begriffen und uns mit der Bildung eines im August und September schon früh mitgeteilt, dass man bei der Aktie nun etwas vorsichtiger werden muss. Wir haben diese Chartstruktur hier schon vor einiger Zeit besprochen, die besonders deutlich im Chart mit Tageskerzen zu sehen ist:

Wacker Chemie 31.10.13

Heute dürfte es dann zunächst einige Abgaben aus Enttäuschung geben. Genau diese Abgaben bergen aber die Chance für einen Einstieg im Sinne der Trendfolge in sich. Das Chart zeigt klar, dass im Bereich ab 65EUR nach unten, eine gute Chance für eine Trendfortsetzung besteht. Genau dort liegt auch die 200-Tage-Linie. Betrachten Sie so eine Trendlinie dabei bitte nicht als "exakte" Linie. Das ist sie nicht. Sie definiert aber eine Zone, in der eine Wende Logik hat, was auch durch den RSI unterstrichen wird.

Im längerfristigen Chart mit Wochenkerzen sieht man noch besser, warum die Trendfortsetzung in diesem Bereich Logik hat:

Wacker Chemie 31.10.13 Wochen

Es wird aber auch anders herum ein Schuh daraus. Wenn der Kurs weiter fällt und die Trendfortsetzung nicht statt findet, muss man konsequent an die Seitenlinie treten bzw. dort bleiben. Und zwar spätestens unter 60 EUR, wenn auch die Nackenlinie des Ausbruchs von Juli den Rückgang nicht begrenzt. Denn eine derartige Reaktion in Anbetracht einer bestätigten Jahresprognose, würde darauf hindeuten, dass der Markt mehr weiss, als es an der Oberfläche den Anschein hat.

Ich werde auf jeden Fall nun genau hinschauen, ob überhaupt und wo Wacker Chemie nach den heute absehbaren Verlusten eine Wende hinlegt. Und wenn diese Wende kommt, werde ich über einen Wiedereinstieg nachdenken. Dabei agiere ich persönlich erst nach der Wende, wenn sie denn kommt. Ich habe weniger Angst davor ein paar Prozent nach oben zu verpassen, als durch verfrühtes Herumraten in einen bösen Abwärtsrutsch zu geraten. Und eine durchaus denkbare, nachhaltige Bewegung unter 60 EUR würde die positiven Szenarien der Trendfolge sowieso grundlegend zerstören.

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Hat der Markt immer recht? Erreicht der DAX die 10000?

Hat der Markt immer recht? Erreicht der DAX die 10000?

Ein Gastbeitrag von Tokay

Bevor wir zur Betrachtung der Marktsituation übergehen, noch kurz ein Blick auf aktuelle Begebenheiten. In diesem Jahr wurde der Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaften an zwei Finanzmarktökonomen verliehen, Eugene Fama und Robert Shiller. Die Ansichten der beiden Laureaten scheinen einander schnurstracks zu widersprechen. Eugene Fama wurde von seinen Apologeten als der Verfechter effizienter Märkte gefeiert, während Robert Shiller die Bedeutung anderer als von Rationalität gesteuerter Verhaltensantriebe („animal spirit“) hervorhob.

Ich denke, zumindest was die Beurteilung von Fama angeht, liegt bei manchen ein Missverständnis vor. Fama selbst betonte kürzlich in einem Interview, er habe lediglich dargestellt, dass die Märkte alle zu einem bestimmten Zeitpunkt verfügbaren Informationen widerspiegelten. Dieses Argument kann man anhand der täglichen Kursbetrachtungen sehr gut nachvollziehen. Ob die Beurteilung des Marktes richtig oder falsch ist, steht dahin, doch letztlich ist diese Frage irrelevant. Denn der Markt selbst irrt sich fortlaufend, aber er korrigiert auch seine Fehler fortlaufend. Die Kursentwicklung auf dem Aktienmarkt ist demnach ein einziger permanenter Suchprozess. Folgt man dem strengen Effizienzgedanken, dann könnte man sich die eigene Informationssuche sparen, denn man könnte nie mehr herausfinden, als der Markt ohnehin schon weiß. Nun gibt es allerdings auch Leute, die von der anderen Seite her denken. Das sind Leute, die dem Pfad folgen, die der Markt gerade eingeschlagen hat; man nennt diese Leute „Trendfolger“. Andererseits gibt es die sogenannten „contrarians“, die das Gegenteil von dem machen, was die Mehrheit der „Trendfolger“ gerade macht. Es gibt keine zwingende Logik, aus der man ableiten kann, dass der Weg der „Trendfolger“ der bessere ist als der der „contrarians“. Wohl aber gibt es Situationen, in der die Trendfolge zum Erfolg führt und andere, in denen sich eine antizyklische Vorgehensweise lohnt. Man kann rationale Gründe heranziehen, wenn man der Meinung ist, der Markt folge dem Trend zu recht, oder umgekehrt glaubt, die Marktdaten stünden mit den fundamentalökonomischen Gegebenheiten keinesfalls in Einklang. Ebenso wird es viele Marktteilnehmer geben, die sich von ihrer Beurteilung von optimistischen oder pessimistischen Gefühlen leiten lassen unabhängig von der ökonomischen Beurteilung einer Situation.

Mir scheint, Fama und Shiller beleuchten das gleiche Phänomen; nur jeder von einer anderen Seite. Das Phänomen, das sie betrachten, der Finanzmarkt, ist, was er ist: Eine Art Bienenkorb, in dem es kräftig summt und brummt, in dem andauernd jemand unterwegs ist. Man sollte daraus keine Glaubensfrage machen, ob der Markt rational ist oder nicht. Der Kursverlauf an der Börse ist doch eigentlich nichts anderes als eine wahrnehmungsäquivalente Beurteilung des aktuellen wirtschaftlichen Geschehens, in dem sich die Zukunftserwartungen über die Entwicklung desselben widerspiegeln. Wahrnehmungsäquivalenz heißt, der Kursverlauf befindet sich in Übereinstimmung mit der Wahrnehmung der Mehrheit der Marktteilnehmer, oder ganz einfach ausgedrückt: Die Wahrheit liegt auf dem Platz. Für diese Beurteilung gibt es gewisse Bandbreiten. Viele scheinen zu glauben, eine wahrnehmungsäquivalente Beurteilung sei automatisch eine zutreffende Beurteilung. Das ist auch in der Tat so, aber nur an dem Tag, nur in der Stunde, wo das Urteil gefällt wird. Am nächsten und am übernächsten Tag kann es ganz anders aussehen. Das darf man nicht vergessen.

Nach diesen Betrachtungen nun zum aktuellen Geschehen. Im ersten Diagramm sehen wir die Entwicklung des DAX seit dem Beginn der Hausse im Frühjahr 2009:

Diagramm 1

Wir sehen hier, dass die Bandbreite der Wahrnehmung seit 2009 sehr hoch war; sie wird begrenzt durch die Fläche A1A2A3A4. Heute Abend nun hat der DAX an der oberen Gerade A1A3 angestoßen.

  • Würde diese Gerade nachhaltig durchstoßen werden, so würden sich die genannten wahrnehmungsäquivalenten Strukturen verschieben, und zwar in Richtung einer optimistischeren Lagebeurteilung. Da in letzter Zeit häufiger von der Erwartung einer Jahresendrallye zu lesen ist, wäre das nicht per se irrational; Kursanstiege zum Jahresende hin hat es schon oft gegeben.
  • Eine eher mittlere Variante wäre demzufolge, wenn der DAX auf die Linie B einschwenken würde. Diese Linie beschreibt den seit März 2009 zu beobachtenden exponentiellen Kursanstieg. Man erkennt, dass das Wachstum seit Ende 2011 ziemlich heftig ausgefallen ist, denn der Anstieg der Gerade CD ist deutlich stärker als jener der Trendgeraden A2A4. Nach dieser Sichtweise wäre es plausibel, wenn der DAX Richtung 8500 Punkte konsolidierte.
  • Und in der ganz pessimistischen Variante könnte es bis auf 6750 Punkte heruntergehen, und dennoch wäre ein solcher Kurs wahrnehmungsäquivalent, da er in der Bandbreite der Erwartungen befindlich und nicht einfach Ausdruck irgendeiner Irrationalität wäre. Es ist, das sei im übrigen angemerkt, wohl auch plausibel, dass diese Erwartungsbandbreite so hoch ist; denn wäre sie gering, würden die Marktteilnehmer alle ähnlich disponieren und die Erwartungen der Marktteilnehmer würden sehr wahrscheinlich enttäuscht werden.

Es bleibt indessen dem Betrachter überlassen, für wie wahrscheinlich er das Eintreten dieser unterschiedlichen Szenarien hält. Folgt der DAX der mittelfristigen Geraden CDE, so sollte er gemäß der „mittleren Wahrnehmung“ im Frühjahr bei knapp 9500 Punkten herauskommen. Das ist das Szenario, dem ich per heute die größte Wahrscheinlichkeit zubilligen würde.

Werfen wir nun noch einen Blick in die fernere Zukunft. Wir sehen hier eine Projektion für Ende 2014:

Diagramm II

In diesem Bild sehen wir die Entwicklung des DAX seit September 2011. Es fällt auf, dass die obere Begrenzungslinie AB sehr viel flacher verläuft als die untere Begrenzungslinie AC. Etwa 300 Börsentage später, also gegen Ende 2014, treffen sich beide Linien.

Das bedeutet selbstverständlich nicht, dass sich die Kurse bis Ende 2014 sich in einer solchermaßen verengenden Bandbreite bewegen werden, und ein derartiger Eindruck soll hier auch nicht suggeriert werden – eine solche Sichtweise wäre wohl doch etwas zu einfach. Wir sehen aber, welche Erwartungsstruktur sich seit dem Herbst 2011 herausgebildet hat. Diese Struktur ist gekennzeichnet durch eine Abfolge von immer höheren Hochs und immer höheren Tiefs, wobei diese Tiefs energischer gekauft als die Hochs verkauft wurden – eben das Kennzeichen einer Hausse. Es wird deutlich, dass diese Struktur im Lauf des Jahres 2014 sich wahrscheinlich auflösen und durch eine andere Struktur ersetzt werden wird, die wir allerdings heute nicht kennen und uns vom Markt werden zeigen lassen müssen. Wir werden uns nicht anmaßen können, vorherzusagen, wie sie aussehen wird, auch wenn wir natürlich gewisse fundamentalökonomischen Grundannahmen treffen können.

Nun wollen wir uns noch der Frage zuwenden, wie wahrscheinlich es ist, dass wir im Lauf von 2014 einen DAX-Stand von 10.000 Punkten erreichen werden. Betrachten wir das erste Diagramm, so erscheint es uns unwahrscheinlich, dass wir diesen Stand in den nächsten Wochen und Monaten sehen werden. Betrachten wir das zweite Diagramm, so liegt dieses Szenario im Verlauf von 2014 durchaus im Bereich des Möglichen. Mehr als eine vage Wahrscheinlichkeit kann man ihm jedoch nicht zubilligen. Gerade deshalb jedoch könnte es eintreten.

Tokay

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Salzgitter (WKN 620200) – Man beachte die Trendlinie ! – 06.03.13

Der DAX macht sich auf, die 8000er Marke und historische Höchststände zu erreichen. Wer gestern früh -> diesen <- Artikel zur eindeutigen inversen Schulter-Kopf-Schulter Formation im Leitindex S&P500 gelesen hat, dürfte nicht überrascht sein und in den letzten 24 Stunden schöne Gewinne gemacht haben.

Heute möchte ich Ihnen daher mit Salzgitter, eine Aktie im Tageschart mit eindeutiger Trendlinie zeigen. Trendlinien definieren, ob es weiter aufwärts geht oder ob man besser auf die Seitenlinie treten sollte.

Von Anfängern und Dogmatikern hört man oft die Argumentation, dass sei ja wie alle Chartmuster sowieso Unsinn - sozusagen Gesichter in den Wolken. Das Witzige ist, wer so argumentiert hat oberflächlich sogar Recht. Und zeigt damit gleichzeitig, dass ihm völlig die Tiefe des Verständnisses dafür fehlt, wie das selbstbezügliche, reflektive, in sich schwingende System des Marktes funktioniert. Denn der Markt ist nichts weiter, als die Summe der Erwartungen aller Marktteilnehmer. Und diese werden reflektiv durch sich selber beeinflusst. Man könnte also auch sagen, wir schmoren alle in unserem eigenen Saft. 😉

Oberflächlich ist es also richtig: es wäre eine Fehleinschätzung zu glauben, die Kurse würden sich für Trendlinien interessieren. Tun sie eben nicht. Diese Linien verdeutlichen uns aber die inneren Strukturen des Marktes von Angebot und Nachfrage. Denn eine überwiegende Nachfrage führt zwangsläufig zu diesen typischen Schwingungsmustern mit steigender Tendenz der Tiefs. Und da wir Menschen permanent nach Mustern suchen und unser Handeln an Mustern orientieren, bekommen diese Linien darüber hinaus reale Bedeutung als Rückkopplung unseres massenpsychologischen Handelns im Markt.

Diese Mustersuche findet permanent in unserem Leben statt und ist in unseren Genen begründet, denn genau so funktioniert unser Gehirn. Deshalb können wir Gesichter in Millisekunden wieder erkennen und scheitern gleichzeitig kläglich daran, geringe (aber bedeutende) Unterschiede in Gesichtern schnell wahrnehmen zu können. Unser Gehirn arbeitet mit einem ganz groben Raster, dass uns im täglichen Leben schnelle Entscheidungen ermöglicht, gleichzeitig aber die permanente Gefahr beinhaltet, wichtige Dinge zu übersehen, nur weil sie eher unscheinbar sind. Deshalb sehen wir Gesichter in den Wolken wo keine sind und können (als Mitteleuropäer) aber Asiaten kaum auseinander halten.

Das in der jüngsten Vergangenheit nun auch mehr und mehr Algos im Markt sind, die gezielt darauf programmiert wurden solche Trendfolgemuster zu traden, verstärkt die Muster nur und erhöht die Festigkeit der Strukturen. Durch die Algos werden Trends zunehmend länger und stabiler und zwar nach oben wie nach unten.

Da der Markt die Summe der Erwartungen aller Marktteilnehmer ist, schafft er sich halt seine eigene Wirklichkeit. Und beeinflusst mit dieser Wirklichkeit wiederum die realen Handlungen von CEOs und Politik um die Welt, die wiederum aus den Botschaften des Marktes Handlungen ableiten. Zumal der Markt ja in Form von Preisen für Rohstoffe, Immobilien, Devisenkorrelationen usw. auch ganz harte Fakten schafft, an denen man nicht vorbei kommt und an denen man sein Handeln ausrichten muss. Die Frage wer hier Hund und Herrchen ist, sei also erlaubt. 😉

Für neue Leser des Blogs sei noch erwähnt, dass man solche Trendlinien nie "exakt" auf die Kommastelle nehmen darf, dafür sind die Varianzen bei der Zeichnung zu gross. Sie versinnbildlichen aber eindrucksvoll die Entscheidungszonen über die Fortsetzung eines bullischen Trends versus einen Bruchs desselben. Zonen - keine exakten Zahlen. Und wir wissen ja wie mächtig Trends sind und wie gut man damit fährt, diesen einfach zu folgen. Auf diese Muster zu setzen, beschert uns eine höhere Eintrittswahrscheinlichkeit, als wild zu raten. Und mehr als gute Wahrscheinlichkeiten werden wir am Markt nie haben, Sicherheit ist eine Illusion.

Nach dieser Vorrede schauen wir nun auf Salzgitter (WKN 620200) - Trendfortsetzung oder Bärenflagge, die Trendlinie sagt es uns:

Salzgitter Trend 06.03.13

Vergessen Sie also nie die Regel: "The trend is your friend" ... "until it ends". Solange Salzgitter oberhalb dieser Linie (Zone) läuft, haben die Bullen die besseren Wahrscheinlichkeiten auf ihrer Seite.

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