Procter & Gamble und Johnson & Johnson – Das Ende der Dividende als Anleihen-Ersatz?

Ich weiss nicht, ob Ihnen aufgefallen ist, dass im Rahmen der Sektor-Umschichtungen nach der Wahl Trumps, kleine Nebenwerte, die im Russell 2000 Index zusammen gefasst sind, massiv haussiert haben - wie hier zum Beispiel im ETF IWM zu sehen, der den Russell 2000 abbildet:
(All Charts from )

iwm-21-11-16

Gleichzeitig haben aber einige klassische Dividendentitel und grosse Bluechips, teilweise deutlich korrigiert - ausser sie gehörten zu Sektoren wie dem Industrie-Sektor, die von Trumps absehbarem Infrastruktur-Programm profitieren werden.

Diese Bewegung, hat übrigens schon vor Trumps Wahl begonnen, sie wurde durch seine Wahl nur beschleunigt bzw wieder neu in Gang gesetzt. Hier sind zwei Beispiele solcher Korrekturen von gross kapitalisierten Dividenden-Bluechips:

Procter & Gamble (PG):

pg-21-11-16

Johnson & Johnson (JNJ):

jnj-21-11-16

Damit stellt sich die Frage, was sich hinter dieser Schwäche verbirgt und die Antwort ist recht einfach:

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Wenn Zinserwartungen sich ändern



Wir wissen ja, dass es die Erwartungen sind, von denen die Märkte getrieben werden und dabei spielen die Zinserwartungen eine besondere Rolle.

Und diese Zinserwartungen, werden neben einer Reihe anderer Parameter, natürlich auch insbesondere von der Politik der Notenbanken beeinflusst.

Im Falle der US Zinsen und der FED, hat sich da gerade eine interessante Entwicklung ergeben, die in den kommenden Wochen des Hochsommers zu erheblichen Bewegungen bei allen zinssensitiven Anlage wie Gold oder Staatsanleihen führen könnte.

Rekapitulieren wir, noch vor einem guten Monat, hatte die FED die Märkte sehr deutlich auf eine kommende Zinserhöhung im Sommer vorbereitet, die dann entweder im Juni oder im September stattfinden würde.

Dann kamen die extrem schlechten Arbeitsmarktdaten Anfang Juni und die FED hat alles über den Haufen geworfen und eine extrem vorsichtige Haltung eingenommen.

In Folge sind die kurzfristigen Zinserwartungen massiv gefallen, einer Erhöhung im Sommer wurde vom Markt fast völlig ausgepreist. Und in Folge dieser Entwicklung setzten US Staatsanleihen und auch Gold, folgerichtig zur Rally an.

Letzten Freitag aber - genau einen Monat später - wurde der Spiess umgedreht. Die Arbeitsmarktdaten waren extrem gut und zeigten, dass der Vormonat eine Anomalie war, wahrscheinlich aufgrund von Streiks.

Da könnte man ja denken, dass auch die Zinserwartungen sofort zurück schwingen würden, das sind sie aber nicht. In Dollar und Gold, die beide sehr sensitiv auf geänderte Zinserwartungen reagieren, sahen wir erstaunlich wenig Bewegung. Nach wie vor, schliesst der Markt also eine Zinserhöhung der FED im Juli fast sicher aus und im September mit hoher Wahrscheinlichkeit.

Was passiert nun aber, wenn der Gedanke an eine Zinserhöhung im September doch wieder hoch kriecht und sich die Erwartungen wieder dahingehend ändern?

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US Staatsanleihen – Wie man vom fallenden Euro profitiert

Der folgende Artikel erschien schon Montag 09.03.15 10:15 in Hari Live

Manchmal muss man einfach in Erinnerung rufen, was hervorragend funktioniert hat. Schon alleine, damit man bei der nächsten Chance dann beherzter zupackt, denn der Mantel des Schicksals kommt ja nicht jeden Tag an einem vorbei.

Zu Anleihen schreibe ich hier im Blog ja derzeit eher wenig, weil sie mir in weiten Teilen zu überteuert sind und ich auch einer Bundesrepublik Deutschland kein Geld für 0% leihe.

Aber es gibt Ausnahmen und eine hatte ich am 09.09.14 im Artikel -> Wenn überhaupt Staatsanleihen dann diese <- auch hier im freien Bereich dargestellt.

Denn US Staatsanleihen notieren noch mit akzeptablen Zinssätzen und die Chance auf eine Aufwertung des Dollars kommt sozusagen oben drauf.

Da nun nicht jeder das alte Chart noch einmal anschauen wird, habe ich es hier noch einmal herein kopiert, um den nachfolgenden "Schockeffekt" zu maximieren: 😉

So sah das also am 09. September 2014 aus:

IBTM 05.09.14

Und hier kommt nun die aktuelle Euro-Version dieses ETFs in Xetra (IUSM) heute:

IUSM 09.03.15

Autsch! kann man da nur sagen, wenn man diese geniale Chance verpasst hat. Denn diese sensationelle Entwicklung für einen Staatsanleihen-ETF kam deshalb zustande, weil die US Treasury Bonds auch in USD gut gelaufen sind und zusätzlich auf einen Währungscrash im Euro trafen.

Der damalig antizipierte Retest ist nicht einmal ansatzweise gekommen, klares Zeichen grosser Stärke der Price-Action.

Kurzfristig ist nun unklar, ob wir hier ein Doppeltop oder nur einen Dip haben, der erfrischt. Zwar ist mittelfristig von einem weiteren Anstieg des Dollars hin zur Parität auszugehen.

Andererseits ist die Lage der Treasury Bonds aus USD Sicht nun wackelig und direkt von der FED abhängig. Das können wir schön im bekannten ETF TLT in USD sehen, den man kurzfristig als SKS Topformation werten kann, wo mittelfristig aber eine wichtige Trendlinie ins Auge springt.

TLT 09.03.15

TLT 09.03.15 2

Kurzfristig würde ich also die FED Sitzung kommende Woche abwarten, bis sich dadurch klärt, wie es mit den US Treasury Bonds in USD weiter geht. Denn eine schnelle Zinserhöhung wäre natürlich schlecht für die Kurse der bestehenden US Treasury Bonds. Nur rechne ich nicht damit und das schon gar nicht auf der Sitzung im März.

Mittelfristig könnte aber ein nennenswerter Rückgang des IUSM eher eine erneute Chance sein. Denn solange man in den US für 10-jährige Staatsanleihen 2,x Prozent Rendite erhält und in Deutschland und Frankreich praktisch Null, stellt diese Renditedifferenz eine mittelfristige Chance dar. Der weiter starke Dollar kommt dann für Anleger im Euro-Raum noch dazu.

Auf jeden Fall sind US Staatsanleihen wahrscheinlich weiter gegenüber anderen Staatsanleihen überzugewichten. Und nach wie vor gilt:

Wenn überhaupt Staatsanleihen, dann diese!

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Wende am Bondmarkt – oder die Angst der FED

Ich habe die potentielle Wende am Bondmarkt hier ja zuletzt immer wieder thematisiert. So zum Beispiel mit -> diesen <- Charts vom 15.07. diesen Sommer.

Nun scheint die Entwicklung weiter zu eskalieren, die Bondrenditen in den US steigen weiter und das trotz der Tatsache, dass die FED weiterhin pro Monat 85 Milliarden für Aufkäufe verwendet.

Man kann langsam den Eindruck gewinnen, dass der FED die Kontrolle der Bondmärkte entgleitet und das hätte für die Märkte weltweit erhebliche und zum Teil dramatische Konsequenzen.

Machen Sie sich bitte klar, dass die allermeisten Staaten der westlichen Welt - Deutschland eingeschlossen - strukturell gar nicht mehr in der Lage sind Zinsniveaus wie Anfang der 90er Jahre auszuhalten. Zu stark sind die Schulden seit dem angeschwollen.

Machen Sie sich bitte auch klar, dass höhere Renditen bei Staatsanleihen früher oder später auch in die anderen Kreditmärkte diffundieren und damit auch Kredite für Bürger und Unternehmen verteuern. Ist doch auch ganz klar, warum soll den ein Kreditgeber einem Bürger ein Darlehen für X Prozent gewähren, wenn er gleichzeitig zum identischen Zinssatz einem Staat das Geld leihen könnte. Steigende Zinsen sind also bestimmt keine Unterstützung für das gerade in den US nun zart und langsam wachsende Pflänzchen eines Aufschwungs.

Deshalb bin ich sicher, dass Charts wie die beiden, die ich Ihnen nun zeige, bei der FED aktuell grosse Sorge hervor rufen, auch wenn man sich nach aussen gelassen gibt. Und es könnte deshalb sein, dass es auch nicht mehr lange dauern wird, bis die Notenbanken erneut "zucken" und die FED wahrscheinlich einfach die Dosis der bekannten Medizin für den kranken Patienten erhöht - noch mehr Stimulus eben. Das Thema Tapering könnte so schnell wieder von der Agenda verschwinden.

Was passiert aber, wenn man bei einem Patienten, bei dem die ursprüngliche Medizin nicht wirklich zur Genesung geführt hat, einfach die Dosis weiter erhöht ? Wird eine höhere Dosis nun dazu führen, dass endlich "alles gut" wird ? Wohl kaum.

Mit den möglichen Folgen für die Märkte und wie man davon profitieren kann, beschäftigen wir uns täglich im Premium-Bereich. Hier zeige ich Ihnen nur zwei der eindrucksvollen Charts.

Zunächst den ETF TLT der langlaufenden US Staatsanleihen mit Wochenkerzen seit 2009. Man sieht, wie es Ben Bernanke im Juli trotz all seiner Reden als "Taube" nicht gelungen ist, die Lage zu stabilisieren. Der Abverkauf geht weiter und die Renditen steigen weiter.

Dann das ebenso "gruselige" Chart des ETF LQD mit Wochenkerzen seit 2009. Im LQD sind liquide Unternehmensanleihen grosser US Bluechips mit Investment Grade enthalten. Man sieht wie die Entwicklung am Corporate Bondmarkt den Staatsanleihen etwas nachläuft, die Richtung ist aber ebenso eindeutig wie erschreckend.

TLT 20.08.13

LQD 20.08.13

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Charts des Sommer – US Staatsanleihen, Volatilität und US Oil

Schauen wir heute früh mal wieder auf die wichtigen Entwicklungen an den Anleihen und Rohstoffmärkten, die den Aktienmarkt massiv beeinflussen und hohe Aufmerksamkeit erfordern.

Zunächst erneut ein Blick auf die langlaufenden US Staatsanleihen, hier dargestellt anhand des ETFs TLT. Sie sehen, dass die Renditen weiter steigen (=Kurse fallen) und das schafft zwei grosse Probleme. Erstens dämpft es durch höhere Zinsen die gerade angelaufene wirtschaftliche Erholung und zweitens verteuert es mittelfristig den Zinsaufwand des sowieso überschuldeten Staates, wenn auslaufende Anleihen refinanziert werden müssen.

Bernanke ist es also trotz seiner Rede als "Taube" im Juli nicht gelungen, denn Aufwärtstrend bei den Renditen zu stoppen. Das wird in der FED für erhebliches Kopfkratzen sorgen und erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass die FED eher noch mehr Geld auf den Markt wirft, als das sie wirklich zur Reduktion (Tapering) der Anleihekäufe schreitet. Wie abhängig der Markt geworden ist, können Sie sich klar machen, wenn Sie sich vorstellen was passieren würde, wenn die FED nun ihre Käufe einstellen würde. Dieses Chart würde dann wohl zu einem Gemetzel werden !

TLT 06.08.13

Als zweites schauen wir auf die Volatilität in Form des VIX seit 2008, die nun nahezu historische Tiefststände erreicht hat. Haben Sie nicht auch den Eindruck einer geradezu unwirklichen Ruhe am Aktienmarkt ? Dieses Chart beweist es.

Gäbe es eine einfache Möglichkeit für Privatanleger, sinnvoll den VIX (oder VDAX) abseits von Futures Long zu gehen, wäre das wohl mit Horizont von 6 Monaten ein nahezu sicherer Trade. Nur gibt es diese Möglichkeit genau aus diesem Grund nicht, denn um im VIX Long zu gehen, bräuchte es ja eine Gegenpartei - in der Regel eine Bank. Und warum sollte die das tun ? Es gibt zwar Zertifikate auf die Volatilität, aber die haben einen massiven "Decay" und so hohe interne Kosten die der Absicherung der Bank dienen, dass eine Investition keinen Sinn macht und nur Verlust produziert, ausser man erwischt wirklich exakt den Tag bevor der VIX nach oben springt. Das kann aber niemand und wäre reines Glück.

VIX 06.08.13

Und zum Schluss erneut ein Blick auf Öl, hier US Light Crude Oil, das neben Gold einer der besten Indikatoren für Inflationserwartungen ist. Diesen Chart habe ich schon mehrfach gezeigt und Sie sehen nun, dass der Ausbruch bestätigt zu werden scheint. Die Konsolidierung oberhalb der Ausbruchszone deutet kurzfristig auf weiter steigende Preise hin. Gleichzeitig hat US Oil aber einen guten Trackrecord um bedeutende Market Tops zu indizieren, oft lief ein Peak bei Öl einem Market Top ein paar Monate voraus. So war es zuletzt 2008 und 2011.

US Oil 06.08.13

Und warum ist das alles nun so wichtig werden Sie fragen ?

Ganz einfach. Wenn die Anleihenrenditen (und damit Finanzierungskosten für Unternehmen) weiter steigen und wenn die Grundstoffe wie Öl wieder teurer werden, dann wird das einem US Aktienmarkt der sowieso schon nach oben überdehnt ist und auf historischen Höchstständen notiert, die Luft für weitere Anstiege abschneiden. Dann erhöht das ganz massiv die Wahrscheinlichkeit, dass wir in den Indizes gerade das "letzte Hurrah" einer lange andauernden Aufwärtsbewegung erleben.

Und weil dieser Zusammenhang existiert, ist es so wichtig auf diese Charts zu schauen.

Ihr Hari

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Charts des Sommers – US Bonds (TLT) und Volatilität (VIX)

Anhand des TLT, des ETFs langlaufender US Staatsanleihen, kann man erkennen, dass es Bernanke möglicherweise gelungen ist, den Anstieg der Renditen bei den Staatsanleihen zu stoppen.

Der TLT hat die steile Abwärtstrendlinie gebrochen und möglicherweise einen Doppelboden ausgeformt. Zur FED Sitzung am Mittwoch Abend dürfte hier die Entscheidung fallen. Weiter auf fallende Bonds und steigende Renditen zu setzen, könnte riskant sein, zumal das Sentiment nun sehr negativ geworden ist und damit die Märkte zu einer Mean Reversion einlädt.

TLT 29.07.13

Ganz spannend finde ich in dem Zusammenhang auch den Blick auf die langfristige Darstellung der Volatilität seit 2008, hier in Form des CBOE Volatility Index VIX:

VIX 29.07.13

Die Angst scheint aktuell aus dem Markt verschwunden zu sein. Nicht unbedingt der Zeitpunkt, zu dem langfristige Long-Positionen das optimale Chance-Risiko-Verhältnis haben. Das indiziert aber keine unmittelbare Wende und kann noch Monate so weiter gehen. Aber die nächste Krise kommt bestimmt und diese Ruhe wird nicht dauerhaft Bestand haben.

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Die schöne neue Welt der Notenbanken – Charts ohne Worte

Manchmal braucht es viele Worte. So wie gestern in dem langen Artikel, in dem ich Ihnen dargestellt habe, wie ein normal arbeitender Anleger mehr System und Disziplin in seine Anlageentscheidungen bringen kann.

Manchmal braucht es aber auch nur ein paar Bilder. Denn die sagen manchmal mehr als tausend Worte.

Wer nur lokal auf den DAX schaut, wird sich vielleicht wundern, warum ich über den Sommer nun Risiko heraus nehme und von einem schlechteren Chance-Risiko-Verhältnis spreche. Und warum ich so gegen die Eingriffe von Staaten und Notenbanken in die Preisfindung an den Märkten wettere.

Deshalb zeige ich Ihnen heute einfach 4 aktuelle Charts, die für sich sprechen. Und die gut zum heutigen Wiwo passen, in dem auch das Thema war. Achten Sie auf die Geschehnisse der letzten Wochen. Dann wissen Sie, dass die Dinge weltweit nicht so stabil stehen, wie sie sollten.

Und glauben Sie mir, diese Charts haben mit Deutschland und unserer exportlastigen Wirtschaft jede Menge zu tun ! Schauen Sie selbst und ziehen Sie Ihre Schlüsse. Ohne Worte:

(1) Amerikanische langlaufende 20+ Staatsanleihen seit 2008 in Form des ETFs TLT (iShares Barcleys 20+ Year Treasury Bonds)

TLT 12.06.13

(2) Staatsanleihen der Emerging Markets Weltweit seit 2010 in Form des ETFs WKN: A0RFFT (iShares JPMorgan $ Emerging Market Bond)

iShares Emerging Market Bond

(3) Japanische Aktien seit 2009 in Form des Nikkei 225 Index

Japan Nikkei 225 12.06.13

(4) Brasilianische Aktien seit 2008 in Form des ETFs WKN: A0HG2M (iShares MSCI Brazil)

iShares MSCI Brazil 12.06.13

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Hari´s Märkte am Abend – 15.03.12 – Trendbeschleunigung – K+S, Lufthansa, Aixtron, Nokia

21 Uhr - Handelsschluss

Die Bullen sind los ! Anders kann man wohl nicht beschreiben, was wir hier erleben. Kein Rückfall Richtung DAX 7000, keine Relevanz alter Widerstände, keinerlei Schwäche im Markt. Dafür S&P500 bei 1400. Alles was sich den Bullen in den Weg stellt wird niedergetrampelt und es sieht so aus, als würden Morgen im DAX schon die 7200 aufgerufen. Faszinierend !

Sie wissen ja als regelmässige Leser dieses Blogs, dass ich das ganze Jahr 2012 schon deutlich bullish war, lange bevor die Mehrheit auf diesen Zug aufgesprungen ist. Aber diese kompromisslose Brutalität des Anstiegs lässt selbst mich Bullen staunend zurück !

Der heutige Tag spricht klar dafür, dass wir nun in die schon antizipierte Phase der Trendbeschleunigung eintreten. Das ist die Phase, in der die bisher zweifelnden Marktteilnehmer zu Gläubigen werden. Denn wie ich schon vorgestern schrieb, der Druck ist nun massiv auf den Marktteilnehmern an der Seitenlinie. Und die Not des Quartalsabschlusses sorgt dafür, dass institutionelle Fondmanager dem Markt nun zum Monatsende hinterher hechten müssen, was die Kurse weiter treibt. Trendbeschleunigung eben !

Die Sentiment-Spezialisten von Cognitrend sehen das übrigens genau so, ich empfehle sehr sich mal den aktuellen Report zu Gemüte zu führen !

Gestern Abend in der Nachbearbeitung des Tages bin ich mir eines weiteren Indiz bewusst geworden, das dieses Bild bestätigt. Nicht nur Gold fällt, sondern auch die US Staatsanleihen fallen seit Dienstag Abend, seit dem FED Meeting massiv ! Da findet schon fast ein "Mini-Crash" statt. Schauen Sie sich als Beispiel mal den TLT als einen der bekannten ETFs zum Thema an:


Source:

Das bedeutet ganz klar, es werden Milliarden aus den "Risk OFF" Anlagen heraus gezogen und in "Risk ON" investiert. Und dieses Geld geht nicht sofort innerhalb eines Tages in den Aktien-Markt, sondern die Marktteilnehmer versuchen Dips abzuwarten um einzusteigen. Genau diese Geldmengen an der Seitenlinie die auf Dips warten, führen aber dazu, dass die Dips nicht kommen und der Markt einen langsamen, aber brutalen "Melt Up" nach oben vollzieht. Es ist ganz typisch für solche Bewegungen, dass die vom Bullen abgeworfenen, keine Chance mehr bekommen zu besseren Kursen einzusteigen. Wer dann nicht sofort zu schlechteren Kursen aufspringt, sieht nur noch traurig das Hinterteil des Bullen, wie es sich springend entfernt. Genau so sieht das für mich aus, was wir hier gerade von Mr. Market vorgeführt bekommen !

Mein heutiges "Big Picture" des Aktienmarktes im Jahre 2012 sieht daher im Moment so aus:

Meltup bis Ende März, vielleicht Mitte April, der uns ohne grosse Pause im DAX bis 7400, vielleicht sogar bis über 7500 führt ! Dann Korrektur, Irankrieg, Ängste aus welchen Gründen auch immer, die uns noch einmal unter 7000 gucken lassen. Ab Hoch-Sommer ziehen die Käufe dann schon wieder an und wir bekommen ein aussergewöhnlich starkes zweites Halbjahr, das uns bis auf Höchststände führt. Sie hören richtig, Höchststände, DAX 8500 ist das was ich zum Jahresende für durchaus möglich halte !

Und damit das ganz klar ist: das oben ist keine Prognose ! Und es kommt in Realität garantiert anders ! Kommen Sie mir also bitte nicht in 3 Monaten nach dem Motto "Hari Du hast doch am 15.03. gesagt...". Das oben ist nur der grobe Handlungsrahmen, den ich im Moment im Kopf habe, denn so ein Handlungsrahmen ist wichtig um die prinzipielle Aktienquote zu steuern. Ich bin also derzeit hoch investiert und habe vor, sobald diese aktuelle Trendbeschleunigung ausläuft, massiv abzubauen. Aber dieser Handlungsrahmen kann und wird sich garantiert dynamisch verändern und sieht vielleicht schon in einem Monat ganz anders aus. Also nochmal, das ist keine Prognose, ich kenne die Zukunft nicht und das ist einzige was ich genau weiss ! Aber der Handlungsrahmen beschreibt das grosse Bild, das mir Mr. Market an diesem 15. März des Jahres 2012 mit seinen Signalen vermittelt und das alleine ist ja auch schon eine klare Aussage.

Aktie des Tages war für mich heute K+S (WKN KSAG88), die den gestern von mir beschriebenen Setup hinein in die Bekanntgabe der Zahlen perfekt bestätigt hat und mit heute 7% Plus einen schönen und schnellen Gewinn bescherte. Hoffentlich auch Ihnen ! K+S ist für mich weiterhin ein Basiswert, bei dem Kurse unter 40€ langfristig klare Kaufkurse sind. Mein Kursziel für dieses Jahr liegt bei 47€, langfristig ist in meinen Augen deutlich mehr drin.

Wie schon gestern vermutet, war der Effekt bei der Lufthansa (WKN 823212) weniger positiv, zumal auch der Ausblick des Managements sehr mau war. Aber zumindest wurde auch hier wieder bestätigt: das war alles schon im Kurs. Insofern könnte man auch bei der Lufthansa nun mal darauf setzen, dass die bisher schlecht laufenden Titel in dieser Rally auch noch anspringen werden. Allerdings würde ich, wenn man das machen will, einen engen Stop setzen, zum Beispiel unter den Tiefs vom 09.03., also bei ca. 9,6€. Und wann man aussteigen will, sollte man auch schon vorher wissen, denn die Branche steht mittel- und langfristig vor einigen Herausforderungen. Ich persönlich würde bei ca. 12,5€ schon die Reissleine ziehen.

Und dann muss man heute natürlich auch mal wieder Aixtron (WKN A0WMPJ) erwähnen, die um sensationelle 14% nach oben schossen. Auslöser war wohl scheinbar eine Studie der Deutschen Bank. Ich habe die Studie im Detail gelesen und die sieht sehr kompetent aus. Das ist mehr als das oberflächliche Gerede manch anderer Analysten, die im Büro ein paar wenig inspirierende Peergroup-Vergleiche am Computer fahren und uns damit beglücken. Die Truppe um Analyst Uwe Schupp war ganz real in China und hat mit verschiedensten Markteilnehmern Gespäche geführt und daraus den Schluss gezogen Aixtron und den Mitbewerber Veeco Instruments (WKN 896007) hochzustufen. Ich kann das was die Analysten schreiben nachvollziehen und schätze den Wert der Analyse daher hoch ein, Mr. Market sieht das scheinbar auch so.

Insofern spricht nun einiges dafür, dass wir bei Aixtron bald wesentlich höhere Kurse sehen. Und wer das will, könnte dann noch versuchen auf den abfahrenden Zug aufzuspringen. Trotzdem, oder gerade deswegen, ist der heutige Tag wieder ein Lehrstück, warum ich bei Aixtron an der Seitenlinie bin. Ich kenne wenige Aktien, bei denen ich mich als Aussenstehender so chancenlos gegen die "mehr" Wissenden fühle wie bei Aixtron. Erinnern Sie sich an den Ausblick des Managements vor 2 Wochen am 01.03. und wie der Kurs da aussah ? Der Kurs fiel kurz unter 11€ und schloss irgendwo bei 11,5€ oder ca. 20% weniger als heute. Und jetzt kommt zwei Wochen später ein Analystenteam daher, das zeitnah zur Kommunikation des Managements vor Ort in China war, und der Kurs explodiert um 15% an einem Tag. Einer der beiden - Management oder Analysten - muss doch wohl scheinbar in seiner Marktkommunikation nicht ganz richtig liegen und den wirklichen Punkt nicht getroffen haben, oder wie interpretieren Sie diese massive Diskrepanz ?

Gute Investor Relations erkennt man daran, dass der Kurs des Unternehmens primär durch die Aussagen des Managements bewegt wird. Weil die Aussagen des Managements stimmig und glaubwürdig sind und den Kern der wirtschaftlichen Situation treffend darstellen. Viele gute Unternehmen schaffen das und eigentlich sollte das ja auch nicht so schwer sein, denn wer kennt das Unternehmen besser als das Management ? Wenn das Unternehmen gut kommuniziert, können Meinungen von Analysten in der Regel keinen solchen Impact haben. Denn wenn Mr. Market sich zutreffend informiert fühlt, misst er Analysten nicht solche Bedeutung bei. Bei einer Aktie aber, bei der ich immer Gefahr laufe, das andere viel mehr wissen als ich, drängt sich mir ein Kauf nicht auf. Denn wer sagt mir, dass es Morgen nicht wieder genau so überraschend in die Gegenrichtung geht ?

Zurück zum Gesamtmarkt. Was mir heute erneut auffiel und sich langsam nachhaltig bestätigt, ist eine Form von Sektorrotation, denn die zurück hängenden Aktien geraten jetzt in Bewegung, während die Favoriten der ersten Aufwärtsbewegung schwächeln. Namen wie K+S, Metro, ST Micro, Klöckner usw. - alle hier im Blog besprochen - sind heute wieder sehr stark mit teilweise massiven Anstiegen. Und die Autowerte oder zum Beispiel eine Linde schwächeln etwas, die sind ja auch in den letzten Wochen superb gelaufen.

Ach übrigens, bei Nokia (WKN 870737) muss gegen 17.30 Uhr nachbörslich etwas passiert sein, die Aktie dreht deutlich hoch und scheint Morgen die 4€ wieder knacken zu wollen. Man munkelt es sei die Meldung, das Nokia an einem eigenen Tablet arbeitet. Etwas anderes habe ich zumindest bis 21 Uhr nicht gesehen. Ich persönlich finde das als Erklärung nicht überzeugend, weil das ist ja wohl nicht überraschend und an etwas arbeiten bedeutet noch keine hohen Verkaufszahlen. Sollte das aber tatsächlich der Auslöser sein, würde es zeigen wie ausgehungert der Markt bei Nokia nach guten Nachrichten ist und welches Potential nach oben in diesem extrem negativen Sentiment steckt.

Zum Schluss noch ein Wort zu den Rohstoffwerten. Nach dem gestrigen Absturz nicht unerwartet, gab es heute in einigen Bereichen einen Rebound. Allerdings neige ich noch zur Vorsicht, eine Gegenbewegung war nach diesem Absturz absehbar und die Bewegung ist stellenweise doch arg schwach. Ob es mehr ist als nur eine kurze Pause bevor ein weiterer Ruck nach unten kommt, wird erst der morgige Tag zeigen, wenn diese Gegenbewegung entweder bestätigt oder negiert wird. Das gilt besonders für Gold und Silber, was ich da heute als Rebound sehe, überzeugt mich noch nicht und es kann gut sein, das es erst noch weiter runter geht. Das gilt aber auch für unsere alten Freunde die Kohleaktien, die heute haussierten und von denen Arch Coal (WKN 908011) heute mit zeitweise über 9% Plus den Vogel abschoss. Das ist natürlich eine bemerkenswerte Bewegung, die Aufmerksamkeit einfordert. Ich würde aber trotzdem besser den morgigen Tag abwarten um zu entscheiden, ob das mehr als nur eine kurze Pause in einer andauernden Abwärtsbewegung ist.

Ich wünsche Ihnen einen schönen Abend ! Mir geht es heute nicht ganz so gut, weil unser kleiner Sohn mal wieder mit den üblichen Infekten krank ist und wir als Eltern natürlich mit. Wir erleben gerade den ersten Kindergarten-Winter und wer selber Kinder hat oder hatte, weiss genau was das bedeutet ....

Gute Nacht, Ihr Hari