ThyssenKrupp mit neuen Abwärtszyklus im übergeordneten Aufwärtstrend

Der folgende kleine Hinweis erschien als einer von vielen Freitag 13.06. 09:35 in Hari Live. Im freien Bereich habe ich ThyssenKrupp zuletzt im Januar unter dem Titel -> ThyssenKrupp springt mit neuer Erholungsphantasie an <- thematisiert.

Etwas nervig verhält sich in den letzten Tagen die Aktie von ThyssenKrupp (750000), die heute um über 2% einbricht. Nervig deshalb, weil die Aktie lange grosse Stärke zeigte und das Gap vom 13.05. einfach nicht abgeben wollte. Lange war es daher wahrscheinlich, dass wir hier nur eine bullische Konsolidierung sehen.

Als dann aber immer wieder der Versuch des Ausbruches scheiterte, musste der Kurs irgendwann zwangsläufig in die Gegenrichtung fallen, als zunehmend bullische Marktteilnehmer aufgaben und glatt stellten. Sie kennen ja die Regel, was nicht mehr steigen kann, muss irgendwann fallen.

So kommt nun der Einbruch und trotzdem spricht das Chart eine klare Sprache:

TK 13.06.14

Wir sehen bisher nur einen typischen Zyklus im Aufwärtstrend. Der kann den Kurs jetzt auch noch unter 20€ in die Nähe der Trendlinie und 200-Tage-Linie treiben. Selbst das wäre aber nur eine Trendbestätigung, wenn es da wieder dreht.

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ThyssenKrupp (WKN: 75000) springt mit neuer Erholungsphantasie an

Mitglieder im Premium-Bereich wissen, dass ich seit der Kapitalerhöhung im alten Jahr, die Aktie von ThyssenKrupp (WKN: 750000) für einen möglichen Rebound im Auge habe.
Aber auch im freien Bereich habe ich das zuletzt im Oktober unter dem Titel -> Das Interregnum vor dem Neuanfang <- thematisiert.
Machen Sie sich mal den Spass und vergleichen das Chart, das ich Ihnen im Oktober gezeigt habe, mit dem späteren Ablauf. 😉

Warum schien mir ein Rebound denkbar ? Ganz einfach, weil die Nachrichtenlage nicht schlechter sein könnte und niemand mehr einen Pfifferling auf das Unternehmen gab. Gleichzeitig aber kamen unter dem Druck der Umstände die strukturellen Änderungen in Gang, die viel zu lange haben auf sich warten lassen.

So ist mit Cevian nun ein kompetenter Finanzinvestor engagiert, der massiv auf eine Bereinigung der ganzen Altlasten drängen wird. Weiter wurde durch die Kapitalerhöhung nicht nur dringend notwendige Frischluft bei der Kapitalausstattung verschafft, sondern es wurde auch die Sperrminorität der Krupp-Stiftung gebrochen, die nach meiner Ansicht deutlichen Anteil am Niedergang des Unternehmens hatte. Und zuletzt wurde durch den Abgang von Gerhard Cromme als Aufsichtsratchef der Vorstand gestärkt, Cromme als erwarteter Nachfolger von Berthold Beitz, hatte einfach eine zu starke Stellung im Machtgefüge.

Mit der vollzogenen Kapitalerhöhung kulminierten alle diese Entwicklungen, während gleichzeitig der Kurs nicht mehr deutlich unter 17€ fallen wollte. Erfahrene Börsianer wissen genau was es bedeutet, wenn ein Kurs im Lichte schlechter Nachrichten nicht mehr fallen will. Die Wahrscheinlichkeit einer Wende ist dann deutlich erhöht, weil alle möglichen Katastrophen schon eingepreist sind.

Heute nun schiesst ThyssenKrupp um über 3% nach oben. Unter anderem, weil eine unscheinbare Nachricht über den Ticker geht. ThyssenKrupp hat die bisher eigenständigen Anlagenbauunternehmen des Konzerns . Aber auch die Aussagen von Konzernchef Hiesinger, der will, haben sicher massiv geholfen.

Der Markt reagiert nach meiner Einschätzung deshalb darauf so begeistert, weil dadurch die Zerschlagungsphantasie befeuert wird. Denn ThyssenKrupp hat einen grossen Vorteil gegenüber beispielsweise einer Salzgitter. ThyssenKrupp hat einige "Perlen" im Bereich Anlagenbau als Einzelteile in seinem Konzernverbund, die unter Wert gehandelt werden, weil sie durch das Elend des Stahls in ihrem Wert überdeckt werden. Ich vermute, dass diese Sicht auf die "Perlen", auch den Finanzinvestor Cevian zum Einstieg motiviert hat.

Mit der heutigen Aktion kommt Phantasie in die Aktie, die Phantasie einer Abspaltung, ja selbst eines Börsengangs der Anlagenbauer. Und all das treibt den Kurs und wird ihn mit guter Wahrscheinlichkeit weiter treiben. Diesen Freitag findet dann in Bochum die Hauptversammlung statt. Und wenn dort die richtigen Worte gefunden werden und sich ein Lösung der existenziellen Probleme andeutet, hat die Aktie noch einiges Potential nach oben.

Man sieht am Geschehen wunderschön, wie sinnlos es ist, sich über Nachrichten zu sorgen, die der Markt schon lange kennt. Und wie wertlos das ganze prozyklische Gerede um die Probleme von ThyssenKrupp war, das zuletzt immer wieder das Internet füllte. Welchen Wert hat es auch, wenn der hunderste Schreiber noch einmal nacherzählt, was der Markt schon längst weiss ? Vor 1 Jahr waren die Probleme um die Werke in Amerika noch kursrelevante Nachrichten. Nun ist das alles schon verarbeitet.

Und um das zu erkennen, hätte man einfach nur auf das Chart schauen müssen, denn das zeigt bei ThyssenKrupp schon seit Monaten ganz rational und unemotional einen neuen Aufwärtstrend. Und zeigte zum Zeitpunkt der Kapitalerhöhung, wie hier neues Kapital in die Aktie floss. Und solange das Tief im Zuge der Kapitalerhöhung bei 16,575€ nun nicht mehr unterschritten wird - das damit auch einen logischen Stop markiert - ist der Trend intakt. So einfach ist Börse manchmal. 🙂

ThyssenKrupp 13.01.14

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ThyssenKrupp – das Interregnum vor dem Neuanfang

Treue Leser wissen, wie kritisch ich ThyssenKrupp (WKN: 750000) lange gesehen habe.

Artikel vom Februar 2012 wie -> Vom Donnerhall zum Anlagenbauer <- oder vom Juli diesen Jahres wie -> Thyssenkrupp und das Problem Berthold Beitz <- legen davon Zeugnis ab.

Lange war die Aktie daher auf meiner "Igitt"-Liste und ausschlaggebend waren dafür für mich drei Faktoren:

  • Eine Krupp-Stiftung mit Berthold Beitz an der Spitze, die einerseits mit Sonderrechten im Aufsichtsrat die ThyssenKrupp AG de facto kontrollierte, andererseits aber zum Bremsklotz geworden war. Unter anderem weil sie - nach dem was man lesen konnte - mangels Finanzkraft scheinbar nicht in der Lage war, eine zwingend notwendige Kapitalerhöhung mitzugehen.
  • Ein Aufsichtsratsvorsitzender in Person von Gerhard Cromme, der alle Fehlentscheidungen bei ThyssenKrupp des letzten Jahrzehntes aus seiner herausgehobenen Rolle heraus mit zu verantworten hatte. Cromme ist ein Manager, den ich persönlich zwar für einen hervorragenden "Strippenzieher" halte, ansonsten aber für eher ungeeignet halte, ein Industrieunternehmen mit Kreativität, Offenheit und Tatendrang nach vorne zu führen. Zumindest sind mir persönlich derartig positive Entwicklungen in seinem "segensreichen Wirken" der Vergangenheit nicht aufgefallen - übrigens auch nicht bei Siemens, wo er noch Aufsichtsratsvorsitzender ist. Soweit meine ebenso bescheidene, wie persönliche Meinung zu Herrn Cromme.
  • Eine Unternehmenskultur, die natürlich massgeblich von den beiden obigen, herausgehobenen Herren mitgeprägt wurde und nach meinem persönlichen Eindruck von Hierarchiedenken, ja Seilschaften und Kaderdenken und teilweise auch Grossmannssucht geprägt war. Diese Unternehmenskultur hat nach meiner Überzeugung daran mitgewirkt, dass es ThyssenKrupp geschafft hat, exakt zum Höhepunkt der Stahlkonjunktur diese gigantischen Investitionen in Amerika anzustossen, die nun wie ein Klotz am Bein des Unternehmens hängen und das Kapital aufzehren. Ein 5-jähriges Kind ohne jedes Verständnis der Zyklizität der Stahlindustrie, hätte keinen schlechteren Zeitpunkt für die Investition finden können und ein Würfel hätte wahrscheinlich rein statistisch einen besseren Zeitpunkt gefunden.

    Auf jeden Fall sprechen Jagdpachten und Luxusreisen eine beredte Sprache dieser Unternehmenskultur. Und wenn Sie meinen, das ich mir das einbilde, schauen Sie noch einmal beispielhaft in Artikel der Welt von März diesen Jahres hinein, in dem sogar der neue Konzernchef Hiesinger mit einer ähnlichen Charakterisierung zitiert wird.

All das ist nun aber vergangen und Geschichte. Berthold Beitz ist von uns gegangen. Und bei all den Fehlern, an denen letztlich auch er in hohem Alter bei ThyssenKrupp beteiligt war, sind diese doch nur Petitessen im Angesicht eines erfüllten und ereignisreichen Lebens, das man mit Respekt betrachten sollte. Und Gerhard Cromme ist zurück getreten und beschränkt sein Wirken nun auf Siemens.

Damit hat Konzernchef Heinrich Hiesinger nun die Fäden in der Hand und von seiner zupackenden Art erhoffe ich nun Änderungen bei der Unternehmenskultur von ThyssenKrupp. Erfreulich ist auch, das es bisher nicht zu einem Notverkauf der amerikanischen Stahlwerke "um jeden Preis" gekommen ist. Denn wie ich schon mehrfach schrieb, wäre der Zeitpunkt in meinen Augen ebenso prozyklisch und unglücklich, wie der Zeitpunkt der Investition. Denn es ist gut möglich, dass der Boden des Stahlzyklus nun erreicht ist oder sogar schon hinter uns liegt.

Und zu guter Letzt hat ThyssenKrupp mit Cevian nun einen schwedischen Finanzinvestor an Bord, der einen guten Ruf in der Branche besitzt und ähnlich Deals schon erfolgreich durchzog. Auch das wird die Position von ThyssenKrupp stärken.

Damit hat Heinrich Hiesinger nun die Chance, mit einer grossen Kapitalerhöhung die Abhängigkeit von der Krupp-Stiftung zu durchschlagen und damit auch genügend Luft zu gewinnen, um keinen Notverkauf um jeden Preis bei den Stahlwerken durchführen zu müssen. Das wäre auch die Grundlage, dass man ThyssenKrupp an der Börse wieder aus der Sicht des Wertes der Einzelteile betrachten kann.

Wenn jetzt die richtigen Entscheidungen getroffen werden, erleben wir vielleicht also gerade ein Interregnum, an das sich ein erfolgreicher Neuanfang bei ThyssenKrupp anschliesst. Ich würde es diesem Traditionskonzern wünschen.

Und weil das so ist, ist die Aktie nun auch nicht mehr auf meiner "Igitt"-Liste. Im Gegenteil, ich fange an, mich für einen Einstieg zu interessieren.

Wenn wir auf das Chart mit Tageskerzen schauen, sehen wir auch, dass die Aktie schon seit April einen neuen Aufwärtstrend begonnen hat. Sollte der Kurs nun - vielleicht im Zuge einer allgemeinen Marktkorrektur - zur Trendlinie und damit auch zur 200-Tage-Linie zurück kommen, könnte das ein interessanter Einstiegspunkt werden:

ThyssenKrupp 07.10.13

Im Moment aber neige ich noch dazu abzuwarten, zu wahrscheinlich markiert das Hoch vom 25.09. ein temporäres Hoch im neuen Trend. Und soooo eilig muss man es bei ThyssenKrupp nun auch nicht haben, eine Kapitalerhöhung dürfte den Kurs noch einmal nach unten zerren.

Die Zeit aber, in der ich die ThyssenKrupp Aktie konsequent geschnitten habe, ist nun definitiv vorbei.

Glückauf ThyssenKrupp !

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ThyssenKrupp und das Problem Berthold Beitz

Heute möchte ich - in Form eines sehr persönlichen Kommentars - meine subjektive Wertung der aktuellen Ereignisse bei ThyssenKrupp mit Ihnen teilen.

Dabei geht es mir nicht um das Nacherzählen der Ereignisse, das machen andere zu Genüge. In diesem Fall ist die entscheidene Quelle das Wall Street Journal, dessen Artikel Ihnen einen Überblick verschafft. Ich will hier statt dessen versuchen, zum Thema einen Gedankengang anzustossen, der nicht überall zu finden ist.

Kurzfristig ist die aktuelle Entwicklung für die Aktie von ThyssenKrupp ohne Frage negativ und die Reaktion des Marktes angemessen, denn bei ThyssenKrupp stellt sich in Anbetracht der Verluste und der immer mehr schwindenden Liquidität langsam die Existenzfrage. Möglicherweise zu Recht sagen schon heute viele Stimmen, dass ThyssenKrupp so oder so nicht um eine Kapitalerhöhung herum kommt.

Und da liegt auch der Punkt, warum ich die aktuelle Entwicklung ausdrücklich begrüsse. Mein Blick ist dabei nicht der Blick eines Aktionärs, als Anleger gehört ThyssenKrupp - wie Sie als treue Leser wissen - schon lange zu meinen "Igitt-Aktien". Lesen Sie bei Interesse noch einmal meinen nun 1,5 Jahre alten Artikel -> Vom Donnerhall zum Anlagenbauer <-, der auch heute noch Aktualität hat.

Nein, mein Blick ist der eines deutschen Bürgers und Unternehmers mit Augenmerk auf die langfristige Wirtschaftskraft Deutschlands, der sich wünscht, dass der Traditionskonzern ("Kruppstahl!") Deutschland erhalten bleibt und einen Weg in eine profitable Zukunft findet. Denn eine Industrienation wie Deutschland braucht einen Stahlriesen, es ist ein Irrweg sich in den Grundlagen der industriellen Produktion völlig von China und Co. abhängig zu machen.

Sie wissen aus meinen Artikeln zu ThyssenKrupp auch, dass ich den jetzigen Notverkauf der beiden Stahlwerke langfristig für eine groteske Fehlentscheidung halte. Bitte führen Sie sich vor Augen, dass diese Stahlwerke auf dem Höhepunkt des Booms blauäugig geplant wurden und nun auf dem Tiefpunkt des Stahlzyklus weit unter Baukosten raus geschleudert werden. Schlechteres Timing haben selbst die Privatanleger nicht geschafft, die im Jahr 2000 für über 100€ die Telekom kauften, um sie dann 10 Jahre später für unter 10€ zu verscherbeln. Der Unterschied ist nur: die dafür Verantwortlichen bei ThyssenKrupp wurden mit Millionen entlohnt, erhalten dicke Pensionen oder gerieren sich auf der Villa Hügel als grosse Förderer. Die Privatanleger der Telekom haben einfach Geld verloren und das völlig zu Recht.

Mit diesen Worten nehme ich bewusst ins Visier, denn hinter dem "Größenwahn" bei ThyssenKrupp (um seine Worte im verlinkten Spiegel Artikel zu benutzen), steht mit Berthold Beitz das Machtzentrum in Form der Krupp Stiftung, das diese "dem Größenwahn" verfallenen Top-Manager wie Cromme geholt und protegiert hat. Und diese regelmässig zum "Rapport" in die Villa Hügel bestellt hat.

Natürlich hat ein Berthold Beitz diese Entscheidungen nicht im Detail getroffen und überwacht. Das wäre für einen über 90-jährigen auch zu viel verlangt. Aber die Kultur bei ThyssenKrupp, die sich in vielen Details wie oder offenbart, hat natürlich jede Menge mit dem Stil zu tun, in dem die Top Manager des Konzerns agierten. Und dieser "Comment" hat eben jede Menge mit der Krupp Stiftung und Berthold Beitz zu tun.

Und ja ich weiss, Berthold Beitz ist eine Person der Wirtschafts- und auch Sport-Geschichte und hat auch über ThyssenKrupp hinaus eine Lebensleistung erbracht, die ich ausdrücklich mit Respekt betrachte. Wobei mir ehrlich gesagt die "Verdienste" von Menschen immer noch wichtiger sind, die mit eigenen Händen etwas schaffen, als die "Verdienste" von Menschen die das Geld ausgeben, das ihnen anderen überantwortet haben. Vielleicht liegt diese Haltung daran, dass ich mich selber aus eigener Kraft hoch gearbeitet habe und mir nichts, aber auch gar nichts, geschenkt wurde. Solche echten Verdienste hat Berthold Beitz übrigens auch, insbesondere aus der Zeit des zweiten Weltkrieges. Und ich erwähne das hier nur, um meinen ausdrücklichen Respekt vor seiner Lebensleistung abseits von ThyssenKrupp auszudrücken.

Aber allgemeiner Respekt ist kein Grund für falsch verstandene Rücksichtsnahme, wenn es um das Schicksal eines ganzen Konzerns geht. Denn um das was Berthold Beitz war, geht es bei ThyssenKrupp nicht mehr. Es geht um die Zukunft eines der bekanntesten Industriekonzerne Deutschlands. Eines Konzerns, der ehedem einen Ruf wie Donnerhall hatte. Und der Respekt vor dieser Zukunft und dem Schicksal zehntausender Arbeitnehmer gebietet es, falsche Rücksichten fallen zu lassen und den Ursachen des Desasters bei ThyssenKrupp ins Auge zu sehen.

Um es deutlich zu sagen, der Versuch diese Stahlwerke nun um jeden Preis zu verscherbeln, ist in meinen Augen erneut ein Desaster. Ein Desaster das in meinen Augen nicht nötig wäre, wenn da die Krupp Stiftung nicht wäre. Denn die will nach dem was man liest unbedingt ihre Sperrminorität behalten, die ihr die Kontrolle des Konzerns erlaubt. Eigentlich gibt es für den ThyssenKrupp Konzern nämlich eine saubere Lösung und die lautet im Stile Guderians "Klotzen nicht Kleckern". Der Konzern braucht eine grosse Kapitalerhöhung und damit Infusion von Kapital. Dann könnte man nämlich die Stahlwerke in Amerika durchaus noch zum Erfolg führen.

Machen Sie sich bitte klar, dass wir es hier mit einem neuen Stahlwerk in der aufstrebenden Grossmacht Brasilien zu tun haben, dessen Stahl dann in den USA weiter verarbeitet werden sollte und dort zum Beispiel an die US Autoindustrie verkauft werden sollte. Nun befindet sich Brasilien dummerweise gerade in einer Krise, aus der Brasilien alleine durch seine Demographie aber bestimmt heraus findet und immer noch einen gigantischen Investitions- und damit Stahlbedarf hat. Und die US Autoindustrie befand sich dummerweise in den letzten Jahren auch in der Krise, gerät nun aber potentiell im Fahrtwind von Elon Musks Tesla in eine neue Phase des Aufschwungs. Sind diese Investionen in die Stahlwerke wirklich so grundlegend falsch, oder haben sie - und das ist meine Überzeugung - einfach nur ein grottenschlechtes Timing ?

Langfristig gesehen sind die Stahlwerke nämlich nach meiner Erwartung gar keine schlechte Idee und haben im nächsten Boom die Chancen grosse Gewinne abzuwerfen. Die Stahlindustrie war schon immer extrem zyklisch. Aber dafür braucht es die grosse Kapitalerhöhung. Und diese Kapitalerhöhung könnte die Krupp Stiftung nicht mitgehen und würde dadurch ihren Griff um das Unternehmen verlieren. Und deswegen muss sich Konzernchef Hiesinger nun wohl mühen, diese Investionen um nahezu jeden Preis los zu werden, auch wenn das Milliarden an Abschreibungen auslöst.

Am Ende ist also nach meiner persönlichen Wertung der Situation der Machtanspruch von Berthold Beitz eine der entscheidenden Ursachen, warum der ThyssenKrupp Konzern nun so unterkapitalisiert ist. Die Entwicklung des Konzerns seit 1967, als Beitz die Stiftung und damit die Kontrolle übernahm bis heute, ist einfach nur traurig. Es gehört nach meinem Empfinden schon viel Selbstverleugnung dazu zu behaupten, dass das gar nichts mit dem Mann zu tun hätte, der die Fäden seit fast einem halben Jahrhundert autokratisch in der Hand hält.

Ach ja. Und wenn Sie meinen, dass nur ich das obige so sehe, dann lesen Sie mal, was der Neffe von Alfried Krupp, Friedrich von Bohlen und Halbach, dazu gesagt hat. Ich kann Ihnen nur empfehlen, das Interview genau zu lesen. Der Mann ist übrigens ein aktiver Biotech Unternehmer und kann insofern sehr wohl mitreden, was gute Unternehmensführung angeht.

Ein Scheitern des Verkaufs der Stahlwerke wäre also nach meiner Meinung in zweifacher Hinsicht gut. Erstens weil es diese prinzipiell sinnvollen Investitionen nicht für einen "Apfel und eine Ei" an die Konkurrenz verscherbelt. Und so Deutschland einen langfristig wichtigen Stahlkonzern erhält. Und zweitens weil es die "grosse Kapitalerhöhung" erzwingt, die endlich die Sperrposition der Krupp Stiftung zertrümmert und damit endlich auch das Ende der autokratischen Führung durch Berthold Beitz einleitet.

Für die Mitarbeiter von ThyssenKrupp und für den Industriestandort Deutschland wäre das in meinen Augen eine sehr gute Nachricht. Denn Stahl wird auch in 10 und in 20 Jahren noch essentielle Bedeutung für eine Industrienation haben. Stahl ist keineswegs ein Auslaufmodell und man darf das Missmanagement einzelner Herren nicht zum Massstab für Industriepolitik machen. Bluten würden in dem Szenario nur die jetzigen Aktionäre, angefangen mit der Krupp Stiftung.

Ihr Hari

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Linde (WKN 648300) mit Allzeithoch und perfektem Aufwärtstrend – 25.01.13

Linde erobert am heutigen Handelstag mit 137,25 € ein neues Allzeithoch und steht damit kurz vor einem bedeutenden Ausbruch.

Wie Sie aus diversen Artikeln hier auf surveybuilder.info.de wissen - so zum Beispiel der Auswahl von -> 3 substanzstarken Aktien <- im Juni 2012 - halte ich Linde für eines der bestgeführten Unternehmen auf dem deutschen Kurszettel und bin ein Bewunderer des Linde CEO Wolfgang Reitzle, der mit dem schnöden Thema "Industriegase" seit Jahren eine beeindruckende Performance an den Tag legt.

Und diese Performance erzielt das Linde Management ganz ohne Trubel und Skandale, einfach nur mit harter, kompetenter Arbeit. Thyssenkrupp könnte sich an der Corporate Governance bei Linde ein Beispiel nehmen !

Mit der Übernahme von Lincare in den USA - einer alten Linde-Tochter, die im 1. Weltkrieg durch die US Regierung enteignet wurde - hat Wolfgang Reitzle nun auch die Tür zum attraktiven US Gesundheitssektor aufgemacht und Linde damit neue Phantasie verschafft.

Bis zum 11.01. diesen Jahres bestand aus Sicht der Charttechnik durchaus die Gefahr einer grösseren Topbildung. Mit der bullischen Bewegung der letzten 2 Wochen wurde dieses Szenario aber invalidiert und die Linde Aktie steht nun kurz vor dem Ausbruch in neue, historische Kurshöhen.

Wenn man ein langfristig orientiertes Depot mit substanzstarken Aktien haben will, gehört Linde in meinen Augen dazu. Und wenn der "Buy and Hold" Ansatz noch lebt, dann bei solchen Aktien mit derart beeindruckenden langfristigen Aufwärtstrends.

Schauen Sie selbst auf das Wochenchart seit 2008 und sehen Sie einen der stabilsten Aufwärtstrends, den der deutsche Kurszettel zu bieten hat:

Linde 25.01.13

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surveybuilder.info Tops und Flops 2012

Liebe surveybuilder.info Community,

ich will mich nun zu einem Jahresrückblick auf die Tops und Flops dieses Blogs im Jahr 2012 hinreissen lassen. Es gehört ja zu den eher fragwürdigen Gepflogenheiten vieler die wirtschaftlich von Aktienempfehlungen leben, sich am Ende des Jahres selber zu loben ob der vermeintlich so perfekten Voraussagen. Ist ja auch verständlich, der Anschein guter Prognosen ist Grundlage des Geschäftsmodells.

Das funktioniert auch ganz gut, weil man dabei auf die Vergesslichkeit der Menschen setzen kann, denn wer macht sich die Mühe mal das Vergangene zu lesen und zu überprüfen, ob da die Welt mit dem Marketingpinsel nicht arg zu rosa gepinselt wurde ? Was ich grundsätzlich von der Prognoseindustrie halte, habe ich ja schon in meiner -> Anlagephilosophie <- deutlich gemacht.

Auch empririsch dürfte schnell klar sein, dass wir es hier eher mit einer rosa gefärbten Marketing-Veranstaltung zu tun haben. Denn wir haben ja auf der einen Seite die öffentlichen Fonds, deren Performance für jederman eindeutig nachzulesen ist. Die weit überwiegende Mehrheit dieser Fonds - durchweg geführt von Profis, denen weit bessere Daten- und Nachrichtenquellen zur Verfügung stehen als uns - schafft es nicht das relevante Marktsegment zu schlagen. Auf der anderen Seite haben wir die "Prognoseindustrie", die nach eigenen Angaben im Nachhinein natürlich immer ganz tolle Performance mit ihren "Empfehlungen" erzielt. Kann man ja auch leicht behaupten, weil es sowieso niemand überprüfen kann.

Beides könnte nur dann zusammen passen, wenn in den öffentlichen Fonds alle Idioten versammelt sind und in der "Prognoseindustrie" dagegen die ganz grossen Marktempathiker. Entscheiden Sie selber, ob das eine realistische Annahme ist. 😉

Ich möchte mich daher so weit das geht mal an einen einigermassen objektiven Jahresrückblick heran wagen. Ich bin durch die Titel aller meiner Artikel des Jahres 2012 durchgegangen und habe die heraus gepickt, in denen ich mich im Titel zu einer Aktie oder dem Markt mit deutlicher Tendenz geäussert habe. Um diesen Jahresrückblick nicht ausufern zu lassen, beschränke ich mich auf die Themen die mir einen eigenen, vollen Artikel wert waren und gehe über Teilanalysen innerhalb grösserer Artikel oder über die Livetips hinweg. Eine Berücksichtigung dieser Menge an Detail-Informationen würde den Rahmen sprengen.

Aber auch alleine mit dieser Selektion bekommt man ein ganz gutes Bild darüber, was im Nachhinein auf surveybuilder.info treffend war und was nicht. Ich habe daher jeden Fall in die Kategorie TOP oder FLOP eingeordnet, je nachdem ob die Aussagen des Artikels im nachhinein treffend waren oder nicht. Die Fälle im Graubereich die weder eindeutig in die eine oder andere Richtung ausschlugen, habe ich der Übersichtlichkeit wegen weggelassen. Und anhand der von mir genannten Daten, können Sie die alten Artikel aus dem Archiv ziehen und selber überprüfen, ob Sie meine Einschätzung teilen oder nicht. Insofern ist der folgende Rückblick wenigstens halbwegs objektiv.

Soweit der Vorrede, hier kommen die wesentlichen Tops und Flops dieses Blogs in 2012:

FLOP 16.01.12 "Cameco Weltmarktführer in Uran": Ich hatte Ihnen Cameco vorgestellt, verbunden mit der Erwartung, dass sich der Uranpreis in 2012 nachhaltig erholt. Auch wenn der Trade kurzfristig für ein paar Wochen gut funktioniert hat, hat sich die generelle Annahme als unzutreffend heraus gestellt. Der Kurs von Cameco war das ganze Jahr in einer Seitwärtsrange und dümpelt heute auf ähnlichem Niveau wie vor fast einem Jahr herum.

TOP 17.01.12 ff "Zur Taktik in Bullenmärkten": Einer der bedeutendsten Treffer diesen Jahres war es, die Tendenz der ersten drei Quartale frühzeitig und eindeutig zu erkennen, lange bevor die Mehrheit auf den Zug aufgesprungen ist. Nur mit dem 4. Quartal konnte ich nie so richtig "warm" werden, hier fehlte mir zuletzt die klare Tendenz. So habe ich schon am 17.01.12, mitten in der anhaltenden Depression nach dem 2011er Absturz, von einem Bullenmarkt gesprochen und Sie erinnern sich sicher an die zahllosen Artikel im ersten Quartal zum laufenden "Runaway Move", eine Sicht die in der breiten Presse erst sickerte, als die Bewegung im März schon wieder dem Ende zu ging.

TOP und FLOP 24.01.12 "Temenos - Chancen mit Bankensoftware": TOP war das insofern, als die Aktie kurz nach der Besprechung durch die Übernahmegespräche mit Misys zu einem gewaltigen Höhenflug ansetzte. Wer drin war und mit Stop absicherte, konnte schnelle und schöne Gewinne mitnehmen. FLOP insofern, als es danach nicht weiterging und die Aktie nach Scheitern der Fusion für den Rest des Jahres nicht mehr richtig ans Laufen kam.

TOP 26.01.12 "Kaufpanik oder das Reh im Scheinwerferlicht"und 01.02.02 "Zur Technik eines "Runaway Move": Weitere Beispiele für die klar erkannte Richtung des ersten Quartals. Weitere Zitate der zahllosen Artikel zum Thema übergehe ich im folgenden.

TOP 30.01.12 "Hecla Mining - Seriosität in Silber": Das ist ein Top mit Einschränkung. Das Timing war nicht ganz perfekt und es ging nach dem Artikel noch etwas weiter runter. Aber die Tendenz und grundlegende Sicht war richtig und ist es heute fast ein Jahr später immer noch.

TOP 02.02.12 "Vom Elend der Charttechnik und der Börsenkultur - Eine Wutrede": Hier habe ich mich mit spitzer Zunge über die vier Chartisten mokiert, die zum Frankfurter Gespräch beim Handelsblatt zusammen kamen. Meine Erwartung, dass die Aussagen der Herren eher Kontraindikatoren sein werden, hat sich in den folgenden 2 Monaten perfekt bewahrheitet. Auch 2013 freue ich mich schon wieder auf diesen recht zuverlässigen Kontraindikator. 😉

06.02.12 "Das Beste für Griechenland - ein Kommentar aus tiefstem Herzen": Tja, Top oder Flop ? Eigentlich bin ich immer noch dieser Ansicht und die seitdem vergangenen 10 Monate haben die Sicht auf Griechenland ja wiederholt bestätigt. Da die Politik den von mir gewünschten Weg aber nicht eingeschlagen hat, ist es müssig zu spekulieren ob das wirklich der bessere Weg gewesen wäre. Ich glaube es noch immer.

TOP 13.02.12 "Tesla Motors - die Zukunft des Automobils": Ein Top mit Einschränkung. Tesla setzte nach dem Artikel zu einer gewaltigen Rally an, die schnell 20% Plus brachte. Der Rest des Jahres war dann aber eher volatile Seitwärtsbewegung und aktuell steht Tesla einige Prozent höher als Anfang diesen Jahres.

TOP 14.02.12 "ThyssenKrupp - Vom Donnerhall zum Anlagenbauer": Die deutlich artikulierte sehr negative Sicht auf die Aktie und insbesondere auf die verantwortlichen Organe rund um Gerhard Cromme war mehr als treffend, wie der weitere Verlauf des Jahres ja nachhaltig bewiesen hat.

TOP 01.03.12 "Aixtron - ein Management im Blindflug": Während die diversen Medien noch der Hoffnung bei Aixtron das Wort redeten, habe ich mich in deutlichen Worten über ein Management mokiert, das öffentlich über Hoffnung für die zweite Jahreshälfte daherredet, gleichzeitig aber mit dem eigenen Geld nicht bereit ist auf das eigene Unternehmen zu setzen. Die weitere Entwicklung des Jahres hat dieser negativen Sicht mehr als Recht gegeben. Nun redet keiner mehr über Aixtron. Sollten jetzt Insiderkäufe kommen, dürfte das ein Einstiegssignal sein.

"05.03.12 "Salzgitter – Kaufgelegenheit ?": Auch wenn die grundlegende Erwartung bei Salzgitter sehr treffend war und eher unter die Kategorie "Top" fallen würde, war das folgende Kurs-Loch, obwohl prinzipiell antizipiert, dann doch tiefer als erwartet. Kurse unter 30€ konnte ich mir damals nicht vorstellen. Insofern keine eindeutige Bewertung für diesen Punkt.

FLOP 05.03.12 "China und die Rohstoffe": Auch wenn vieles in dem Artikel treffend war, hat sich die grundlegende Annahme, dass die Rohstoffnachfrage aus China wieder ans Laufen kommt doch als unzutreffend heraus gestellt. Mit den im Artikel genannten Aktien liess sich in 2012 kaum Geld verdienen und Rio Tinto notiert zum Beispiel aktuell wieder auf dem Niveau von Anfang März. Es spricht zwar viel dafür, dass sich das in den kommenden Monaten ändert, weil China endlich in Bewegung gerät. Für das letzte Jahr war das aber eindeutig ein Flop.

TOP 08.03.12 "Deutsche Bank - zerschlagt sie endlich !": Das Thema ist ja wohl aktueller denn je. Ich kann es nur wiederholen: zerschlagt sie endlich !!

TOP 27.03.12 "Vom Aufhören, wenn es am schönsten ist ...": Mit diesem Artikel habe ich mit perfektem Timing die Korrektur des zweiten Quartals ins Auge genommen, genau zu dem Zeitpunkt, als die bekannten Verdächtigen anfingen über DAX 8000 zu schwadronieren. Und hatte auch schon die Sommerrally im Auge. Lesen Sie doch einfach noch einmal. 🙂 Eine derartige Marktsicht war zu dem Zeitpunkt für mich woanders weit und breit nicht zu sehen. Erinnern Sie sich auch an die Umfrage am 28.03. ? Die Hälfte der Leser von surveybuilder.info wollte dieser Sicht auf das 2. Quartal auch nicht folgen, ein Quartal, in dem der DAX dann über 1000 Punkte gegenüber Ende März verlor.

TOP 30.03.12 "Warum ich Microsoft nun aus meinem Depot verbanne": Volltreffer. Der Artikel ist auch 9 Monate später unverändert gültig und auch das war eine Sicht, die man damals kaum irgendwo hören konnte. Seitdem ist Microsoft um 16% gefallen (32,4 -> 27) und die Verkäufe von Windows 8 sind genau so wie erwartet: schlecht. An so Themen sieht man dann doch, dass es einen Unterschied macht, wenn man sich in einem Segment sehr gut auskennt, was im Bereich Software bei mir durch berufliche Historie der Fall ist.

FLOP 17.04.12 "Daimler im Visier der Investmentbanken": Die von mir gesehenen Kaufoptionen bei den Investmentbanken hatten im Nachhinein keine Auswirkung. Keine Ahnung was damit passiert ist und wofür sie letztlich da waren. Die antizipierte Bewegung durch einen Einstieg eines Investors hat sich auf jeden Fall nicht realisiert, insofern klarer Flop.

TOP 09.05.12 "Bedeutende Wende bei den Goldminen": Am 16.05. - 5 Handelstage nach dem Artikel - markierte der GDX sein absolutes Tief bei 39,08 USD. Am 18.05. habe ich das unter der Überschrift "Gold und Goldminen bestätigen Wende !" noch einmal deutlich gemacht. Danach setzte der GDX langsam aber gewaltig zu einer Sommerrally an, die den GDX bis zum 21.09. auf 55,25 USD brachte, ein Anstieg von 41% in 4 Monaten, das darf man wohl Top nennen. 😉

TOP 12.06.12 "Kursziel 1400 im S&P500 ?": Mit einer technischen Betrachtung habe ich meine positive Sicht auf das dritte Quartal und die Sommerrally eingeläutet und am 15.06. mit "Cup&Handle im S&P500 kurz vor Aktivierung" verstärkt. Im Nachhinein war es tatsächlich so, dass der S&P500 sein absolutes Tief am 04.06. erreicht hatte. Diese Betrachtung, die auch schon DAX 7000 erwähnte während der DAX bei 6100 stand, war also sehr treffend.

29.06.12 "Ein historischer Tag - Das Ende Deutschlands, wie wir es kennen.": Top oder Flop ? Ich überlasse das Ihnen. Ich befürchte aber nach wie vor, dass ich völlig Recht hatte.

TOP 02.07.12 "US Kohlesektor - Monatelanger Abwärtstrend bald durchbrochen ?": Eher Top, aber nicht so eindeutig. Der Sektor definierte seinen absoluten Tiefpunkt am 26.07., insofern war die Annahme des Artikels grundlegend richtig. Seitdem ist der Sektor im Aufwärtstrend. Allerdings verläuft der Gegenanstieg bisher nicht so richtig überzeugend. Insofern ein verhaltenes Top.

FLOP 05.07.12 "Warum man die Porsche Aktie nun nicht mehr haben muss": Nach dem Artikel setzte der Kurs von Porsche zu einer massiven Rally an, insofern klarer Flop. Andererseits bin ich weiter von der inhaltlichen Sicht überzeugt, dass man in VW sein muss und nicht in Porsche, weil die Entwicklung des Porsche Kurses ein reines Lotteriespiel ist, auf das nur Herr Piech wirklich Einfluss hat. Als Aktionär sitzt man da sozusagen an einem gezinkten Kartentisch. Ich gebe mich nicht der Illusion hin zu durchdringen, was in der Porsche Bilanz alles passiert und nicht passiert. Und mit VW konnte man ja dann auch gutes Geld verdienen. Trotzdem, rein vom Kursverlauf her klarer Flop.

TOP 10.07.12 "Linde, SAP, ABB - drei substanzstarke Aktien, die ich nun für Buy&Hold interessant finde": Volltreffer. SAP seitdem 36% Plus. Linde 20% Plus. ABB 21% Plus. Und das alles in einem halben Jahr und ohne grosses Risiko bei sehr geringer Volatilität. Besser gehts kaum. Und ich halte alle drei Aktien auch für 2013 weiter für aussichtsreich.

TOP 18.07.12 "Wohin uns die Sommerrally führen könnte" und 19.07.12 "Dieser Bulle hat noch Kraft in den Lenden !": Eine im Nachhinein sehr treffende Sicht auf das 3. Quartal, inklusive der schon formulierten Erwartung der Herbststürme, die dann auch ab Ende September einsetzten.

TOP 31.07.12 "Aufbau eines Trades – Am Beispiel Silber": Zwischen dem Artikel und dem Hoch Ende September legte Silber eine 25% Rally hin.

TOP 08.08.12 "Goldminen – Erneut mit relativer Stärke gegenüber Gold": Nach dem Artikel legte der GDX innerhalb 6 Wochen eine 24% Rally hin.

TOP 28.08.12 "Chart der Woche – Hecla Mining": Nach dem Artikel legte HL innerhalb von nur 4 Wochen eine Rally von knapp 30% hin !

TOP 29.08.12 "Kurztipp – Kinross Gold": Nach dem Artikel legte Kinross innerhalb von nur 5 Wochen eine Rally von über 30% hin !

10.09.12 "Bijou Brigitte (522950) - Modeschmuck im Strudel der Eurokrise": Der mittelfristig angelegte Trade scheint zu funktionieren die Aktie steht nun über 10% höher als beim Artikel. Ein endgültiges Urteil will ich mir aber noch nicht erlauben.

FLOP 18.09.12 "Gold – Das für mich wahrscheinlichste Szenario der nächsten Wochen": Meine Leiden an Gold im 4. Quartal wurden hiermit eingeläutet. Und bis heute ist es so, dass ich auch im Nachhinein - auf Basis der damals vorhandenen Daten - an meiner Einschätzung keinen grundlegenden Fehler erkennen kann. Es ist trotzdem völlig anders gekommen und was mich am meisten irritiert ist, dass ich bis heute nicht verstehe warum. Insofern ist mein Edelmetall Trade des 4. Quartals für mich nach wie vor mein "Flop des Jahres !" Zwar habe ich dank gutem Risikomanagement da nur minimal Geld verloren, frustrierend waren die letzten 2 Monate aber schon.

21.09.12 "Marktanalyse - Wie wird das vierte Quartal für DAX, S&P500 und Co. ?": In dieser Marktanalyse scheinen die Schwierigkeiten des kommenden Quartals schon auf. Der Artikel ist auch Indikator dafür, dass ich mich im 4. Quartal nun schwerer tue den Markt "zu greifen".

FLOP 11.10.12 "Silber – Warum die Markttechnik nach einem bullischen Ausbruch riecht !": Auch hier setzt sich mein schlechter Edelmetall-Trade fort, der Kommentar zum 18.09.12 gilt auch hier. Da hat mich Mr. Market einmal kräftig an der Nase herum geführt.

TOP 14.10.12 "Marktupdate - DAX & Co.: Vom Weg des maximalen Schmerzes": Das war schon sehr prophetisch und die ersten zwei Phasen, inklusive des Tauchers unter 7000 im DAX, traten auch perfekt ein. Nur die ganz grosse Rally am Schluss über 8000 wurde uns verwehrt, ich bin aber recht sicher, ohne die Fiscal Cliff Verwirrung wäre die drin gewesen.

Mit Mitte Oktober will ich meinen Rückblick auch schliessen. Die weiteren Artikel sind in der Regel zu nahe an der Gegenwart um schon ein Urteil fällen zu können.

Abgesehen davon verschafft diese Liste auch so schon einen ganz treffenden Eindruck über das, was im Jahr 2012 auf surveybuilder.info.de gelaufen ist. Sicher musste ich vieles weglassen, insbesondere wichtige kleine Kommentare und Tips, um diesen Artikel nicht endgültig zu lang werden zu lassen. Trotzdem kann man nachvollziehbar sagen, dass das Jahr 2012 von vielen sehr guten Treffern geprägt war, die erhebliche Gewinne ermöglichten.

Insbesondere die in x Artikeln immer wieder konsistent thematisierte Marktsicht auf die grossen Entwicklungen der drei Quartale (Q1 bullisch, Q2 bärisch, Q3 bullisch), hat denen schöne Gewinne ermöglicht, die das verstanden haben. Dazwischen tummelten sich aber auch ein paar Flops, nobody is perfect. Würde mir jemand einen fehlerlosen Trackrecord präsentieren, würde ich es auch nicht glauben. Wir alle haben Fehleinschätzungen und niemand hat eine Kristallkugel. Der Unterschied ist, ob man daraus lernt und ob man in der Lage ist, die Risiken zu begrenzen.

Ich wünsche Ihnen allen einen guten Rutsch und uns weiter so viele Treffer in 2013 !

Ihr Hari

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Stahlsektor vor dem Rebound ? – 05.12.12 – Salzgitter, Klöckner drängen nach oben.

Heute, zum Handelsende beim DAX, ein paar Zeilen zum Stahlsektor, der ebenso wie Salzgitter und Klöckner offensichtlich an einem Rebound arbeitet. Wurde ja auch mal Zeit. 😉

Auslöser ist wohl China mit zunehmend hoffnungsvollen Wirtschaftsdaten. Und damit korrelieren auch Preiserhöhungen, die nun im Markt in Gang kommen. Ich hatte China ja vor kurzem schon -> hier <- in den Fokus genommen.

Schauen wir doch mal auf die Charts der beiden von mir favorisierten Titel Salzgitter (WKN 620200) und Klöckner (WKN KC0100), die heute beide mit über 3% Plus nach oben drängten.

Thyssenkrupp ist für mich dagegen nach wie vor ein "NoGo". Die Anfang des Jahres unter dem Titel -> Vom Donnerhall zum Anlagenbauer <- beschriebenen strukturellen Gründe, gelten für mich nach wie vor fort. Die Strategie kann mich immer noch nicht überzeugen und es ist für mich gar nicht mal ausgeschlossen, dass es Thyssenkrupp schafft, die zum Höhepunkt des Stahlbooms beschlossenen Stahlwerke in Amerika nun exakt zum Tiefpunkt des Zyklus zu verkaufen. Perfektes Timing sozusagen. 😉

Schauen wir also auf das Tageschart von Salzgitter:

Die Lage ist völlig klar. Wir haben einen neuen, mehrfach durch immer höhere Hochs bestätigten Aufwärtstrend, an dem es nichts zu deuteln gibt. Zeichnet man den Trend als Trendkanal ein, dürfte klar sein, dass nun im Bereich der 38€ - dort wo das 50er Fibonacci Retracement liegt (grüner Stern) - mit einer technischen Gegenbewegung nach unten zu rechnen ist.

Ansonsten sollte man so einen Trend in meinen Augen einfach mal laufen lassen und sich mit Stops unter dem Trend für einen Trendbruch absichern. Wenn sich der Rebound des Stahlsektors aber bewahrheitet, dürfte hier möglicherweise eine Long-Chance liegen, die man in dieser Klarheit nicht so oft bekommt.

Nicht ganz so klar ist die Lage bei Klöckner. Allerdings stellt der Kaufdruck der heute im späten Handel - trotz Schwäche der Wallstreet - aufkam, ein starkes Signal dar. Schauen Sie auf das Tageschart von Klöckner, das ich bewusst so komprimiert habe, dass wir bis 2011 zurück blicken können:

Sie sehen das gewaltige Potential, das im Titel steckt. Und Sie sehen auch das Besondere des heutigen Tages - wir haben heute bei Klöckner zum ersten Mal seit Juli 2011 die 200-Tage-Linie zurück erobert !

Was die Aktie nun braucht, ist eine überzeugende Bewegung über das Verlaufshoch vom 14.09.12 bei 8,848€. Sollte das nun kommen, haben wir auch bei Klöckner einen neuen Aufwärtstrend und werden wohl schnell das 23er Fibonacci Retracement bei ca. 10,9€ ins Auge fassen können. Die sinnvolle Absicherung ist auch bei Klöckner wie bei Salzgitter, ein Stop unter dem neuen Trendkanal.

Ich wünsche Ihnen gute Entscheidungen !

Ihr Hari

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Hari´s Märkte am Abend – 16.05.12 – Schwache Gegenbewegung

22 Uhr - Handelsschluss

Es gibt Tage, an denen gibt es nicht viel zu sagen, weil nichts wirklich Neues passiert ist. Und heute ist so ein Tag.

Die leichte Stärke die wir heute im DAX gesehen haben, war nicht mehr als eine ganz typische technische Reaktion. Leider war sie auch wenig überzeugend, nach dem tagelangen Absturz hätten die Bullen hier eigentlich weit mehr Kraft zeigen müssen. Ein Schnauben der Bullen war aber heute wieder nicht zu hören, eher das zögerliche Vortasten von Hasenfüssen. Auch die Tatsache, dass der SDAX erneut sehr schwach war, bestätigte schon während der Handelszeit des DAX das Bild, das unter der Decke weiter deutlicher Abgabedruck herrscht und das die Indizes heute nur optisch ganz brauchbar aussahen, weil bestimmte Sektoren eine technische Gegenbewegung zeigten.

Und so kam es nach 18 Uhr wie es kommen musste, die Nachrichten das die
sorgten für weitere Schwäche. Vertrauen schaffende Nachrichten sehen auf jeden Fall anders aus. Selbst die "FOMC Minutes" die um 20 Uhr heraus kamen und in die CNBC zunächst Hinweise auf ein QE3 hinein interpretierte, konnten den Trend nicht drehen.

Insofern bestätigte die heutige anämische Gegenbewegung nur, dass die Bären immer noch die volle Kontrolle über den Markt haben. Wir hängen weiter am Rand der Klippe und der heutige Tag hat die Risiken eines dramatischen Absturzes nicht verringert, sondern eher erhöht, weil er etwas von der technischen Überdehnung nach unten weggenommen hat. Anerkennen muss man auch, dass wir im S&P500 nun klare Trends nach unten haben und zwar egal wo und wie man die Linien zieht. Schauen Sie auf den Chart, die Serie tieferer Hochs ist wohl überdeutlich !

Kapitalerhalt ist also nach wie vor das wichtigste Ziel, das jeder in dieser Phase des Marktes haben sollte. In so einer Phase sollte man nicht jeden kleinen Bounce als Beginn einer Rally interpretieren und dabei "wishfull thinking" in seine Anlageentscheidungen einfliessen lassen. Eine Rally ist erst dann für mich ernst zu nehmen, wenn sie die im Chart sichtbare dicke Trendlinie überzeugend nach oben durchbricht.

Ich hebe mir aggressive Long-Wetten daher bis auf seltene Ausnahmen wie bei "UNG" für die Zeit auf, in der der Markt wieder einen deutlichen Trend nach oben hat. Das ist aktuell definitiv nicht der Fall und gegen den Trend wette ich nicht.

Auch zu einzelnen Aktien und Themen heute nur ein paar Stichworte:

(1) Von den hier mehrfach besprochenen Titeln waren in Deutschland heute relativ stark: Rheinmetall (WKN 703000) nach dem Dividendenabzug mit mehr als 2% Plus, HeidelbergCement (WKN 604700) auch mit mehr als 2% Plus und Stada (WKN 725180) mit 5% Plus. Bis auf Stada, wo ich den Auslöser der Bewegung nicht kenne, sind das wenig überraschende Gegenbewegungen nach starkem Absturz und haben darüber hinaus wohl keine Aussagekraft. Und am DAX Ende war heute - Überraschung! - ThyssenKrupp (WKN 750000). 😉

(2) Beeindruckend auch erneut Continental (WKN 543900), die die 70€ Zone einfach nicht aufgeben wollen. Immer wenn es so aussieht als ob der Kurs abkippt, kommt die Gegenbewegung Richtung 70.

(3) Der bullische Ausbruch bei US Gas (ETF: UNG) wurde heute mit über 5% Plus eindrucksvoll bestätigt - das ist derzeit eines der wenigen klar nach oben trendenden Assets und ein erfreulicher grüner Fleck in meinem Handelssystem. 😉

(4) Bei den Goldminen (ETF: GDX) geschah heute bemerkenswertes. Bei Handelsstart zeigten die Goldminen mal wieder relative Stärke, wie schon so oft die letzten Tage. Im Verlauf des Handelstages bröselte diese Stärke aber wieder weg und der GDX drohte ins Minus zu kippen, wie schon so oft die letzten Tage. Dann aber, gegen 21 Uhr, kamen plötzlich Kaufaufträge in den Markt und trieben den GDX bis zu 1,6% Plus, obwohl Gold im Minus stand. Am Ende reichte es für ein kleines Plus. Das ist deshalb bemerkenswert, weil die Trends im späten Handel eine höhere Bedeutung haben als die im frühen, da "Big Money" typischerweise in der letzten Handelsstunde unterwegs ist. Ob das heute mehr als eine Eintagsfliege war, werden wir bald sehen. Eigentlich rechne ich schon noch damit, dass Gold noch die 1520 USD testet und das dürfte den Minen wohl nicht gut tun.

(5) Bemerkenswert ist auch, wie die Erdöllagerbestände in den US steigen und steigen. Das drückt auf den Ölpreis und die Kurse der Ölaktien, zumal das Iran-Thema aktuell aus dem Blickfeld der Börsen verschwunden ist (was es aber nicht weniger gefährlich macht). Mittelfristig sind niedrigere Ölpreise eine weitere gute Nachricht für die US Konjunktur, für die ich in der zweiten Jahreshälfte nach wie vor eher optimistisch bin.

Mehr gibt es für mich heute nicht zu sagen. Kapital schützen und defensiv agieren, ist für Anleger nach wie vor das Gebot der Stunde. Und wenn uns Griechenland oder die Eurozone nicht mit positiven Nachrichten überraschen sollte, fürchte ich auch, dass es das Gebot der nächsten Wochen bleibt !

Ich wünsche Ihnen einen schönen Abend !

Ihr Hari

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