Gurkenaktien des 4. Quartals 2012 – Endstand 31.12.12

Bis zum 03. Oktober haben wir -> hier <- gemeinsam die "Gurkenaktien" zum Jahresende definiert. Jeder registrierte Leser durfte bei Interesse eine Short-Position einmelden. Ziel war es, die Aktie zu finden, die zum Jahresende 2012 sicher im Minus stehen wird.

Die 3 Monate bis 31.12.12 waren eine Pflichthaltedauer, ohne Chance auszusteigen. Es ging ja auch um die Aktie die sicher am Jahresende im Minus stehen würde, nicht um die mit dem grössten Minus.

Nun ist das vierte Quartal abgelaufen und ist es heute Zeit, den Endstand anzuschauen. Ich danke unserem Leser "Jacky" für die Aufbereitung der Daten:

Während wir in den vorherigen Quartalen noch den Markt jeweils deutlich schlagen konnten, hat uns die Rally einiger weniger Titel im letzten Monat das Ergebnis völlig kaputt gemacht und wir haben in Summe leicht schlechter (=besser) als der Markt abgeschnitten.

Das "Gurkenportfolio" hat seit Oktober ein Plus von 2,7% erzielt. Demgegenüber stiegen die Indizes im Mittel nur um 1,1%. DAX 7322,08 -> 77612,39 = +4,0%, S&P500 1450,99 -> 1426,19 = -1,7%

Letztlich hat das Portfolio im Dezember den Preis der bewusst gewählten starren Struktur von fest 3 Monaten gezahlt, denn wenn Aktien massiv drehen, muss man eigentlich sofort raus. Die fest gewählten 3 Monate - sozusagen "Buy and Hold" - haben den Vorteil der weitgehend gut gewählten und 2 Monate lang sich in die richtige Richtung bewegenden Positionen also weitgehend wieder zunichte gemacht.

Das ist auch die alles entscheidende Lehre die wir aus dieser Übung ziehen sollten und auf der ich ja schon lange herumreite. Und damit Sie sehen, dass ich schon lange darauf herumreite, kopiere ich hier den folgenden Text vom Zwischenstand von vor einem Monat wieder:

"Die erste Lehre ... ist damit auch offensichtlich. Wenn man einen Trade auf stark trendende Aktien fährt, dann ist ein Stop ... unerlässlich. Denn wir wissen ja, Trends dauern lange und sind sehr mächtig. Und wir folgen einem Trend so lange wir können. Aber nur bis er bricht ! Dann muss man kompromisslos raus, denn wenn ein Trend bricht, ist die Gegenbewegung meistens sehr dynamisch.

Ich weiss, dass viele ein Problem mit Stops haben, weil sie schmerzhaft erleben, wie sie zu schnell in "Fake-Outs" ausgestoppt werden. Das ist auch richtig, insbesondere wenn man mit zu engen Stops agiert, die nur dazu dienen sollen Gewinne abzusichern. Man darf deswegen aber nicht das Kind mit dem Bade ausschütten. Denn wenn man starke technische Strukturen hat, wie eben eine langfristige Trendlinie oder zum Beispiel das Tief eines Swing-Lows, dann sind Stops unerlässlich, um nicht in massive Verluste zu rutschen."

Nuff said 😉

Hier nun das Ergebnis im Detail:

1. A123 Systems (WKN: A0Q8FY) 0.28 USD -> 0.12 USD; gain: -57.1%
2. Praktiker (WKN: A0F6MD) 1.56 € -> 1.15 €; gain: -26.3%
3. Solarworld (WKN: 510840) 1.4 € -> 1.06 €; gain: -24.3%
4. Sino AG (WKN: 576550) 2.76 € -> 2.18 €; gain: -21.5%
5. Gigaset (WKN: 515600) 1.22 € -> 0.97 €; gain: -20.5%
6. Vestas (WKN: 913769) 5.11 € -> 4.38 €; gain: -14.3%
7. Aixtron (WKN: A0WMPJ) 10.24 € -> 8.88 €; gain: -13.3%
8. Peugeot (WKN: 852363) 6.14 € -> 5.44 €; gain: -11.4%
9. Microsoft (WKN: 870747) 29.86 USD -> 26.71 USD; gain: -10.5%
10. Magforce (WKN: A0HGQF) 2.8 € -> 2,54 €; gain: -9.3%
11. Intel (WKN: 855681) 22.55 USD -> 20.62 USD; gain: -8.6%
12. Hewlett-Packard (WKN: 851301) 14.91 USD -> 14.25 USD; gain: -4.4%
13. McDonalds (WKN: 856958) 90.35 USD -> 88.21 USD; gain: -2.4%

---- Bis Position 13 haben die Shorts den Markt geschlagen und auch die gestellte Aufgabe erfüllt ----

14. Wacker Chemie (WKN: WCH888) 48.87 € -> 49.65 €; gain: 1.6%
15. Thyssen-Krupp (WKN: 750000) 16.99 € -> 17.76 €; gain: 4.5%
16. Boeing (WKN: 850471) 69.86 USD -> 75.36 USD; gain: 7.9%
17. Daimler (WKN: 710000) 38.06 € -> 41.32 €; gain: 8.6%
18. Wienerberger (WKN: 852894) 6.27 € -> 7.00 €; gain: 11.6%
19. Talanx AG (WKN: TLX100) 18.75 € -> 21.48 €; gain: 14.6%
20. Tesla Motors (WKN: A1CX3T) 29.3 USD -> 33.87 USD; gain: 15.6%
21. Kontron (WKN: 605395) 3.46 € -> 4.11 €; gain: 18,8%
22. Facebook (WKN: A1JWVX) 21.83 USD -> 26,62 USD; gain: 21.9%
23. Infineon (WKN: 623100) 5.01 € -> 6.13 €; gain: 22.4%
24. Alcatel-Lucent (WKN: 873102) 0.81 € -> 1.01 €; gain: 24.7%
25. Sky (WKN: SKYD00) 3.25 € -> 4.13 €; gain: 27,1%
26. Salzgitter (WKN: 620200) 30.72 € -> 39.42 €; gain: 28.3%
27. Nokia (WKN: 870737) 2.05 € -> 2.95 €; gain: 43.9%
28. Research in Motion (WKN: 909607) 8.06 USD -> 11.87 USD; gain: 47.3%

Für diejenigen, die immer noch nicht an die Bedeutung von Trends, Trendbrüchen und Stops glauben, habe ich noch eine kleine Variante parat.

Ich nehme nun theoretisch an, wir hätten für genau 3 Aktien aus 28 - die mit den grössten Gewinnen, also Salzgitter, Nokia und RIM - einen Stop durchführen dürfen, der bei Trendbruch gezogen hätte. Um nicht mit Trendlinien zu operieren, die oft Geschmackssache sind, definiere ich als Trendbruch dabei den Zeitpunkt nach Ablauf des ersten höheren Hochs und ersten höheren Tiefs im Tageschart.

Das wären über den Daumen gewesen:

Bei Nokia der 29.11. mit ca. 2,59€ = 26,3% gain statt 43,9%.
Bei RIM der 09.11. mit ca. 8,54USD = 5,9% gain statt 47,3%.
Bei Salzgitter schwierig, weil die Aktie schon von Anfang an im neuen Aufwärtstrend war, ich habe mal über den Daumen den 30.10. gewählt bei ca. 33,97€ = 9,7% gain statt 28,3%.

Nun tausche ich die Performance dieser drei Aktien mit Stop aus und Voila, die Gesamtperformance des Depots beträgt plötzlich -0,01%. Es hätte leicht im Minus geschlossen, den Markt geschlagen und die Aufgabe erfüllt.

Alleine 3 Stops aus 28 Aktien, Stops bei den grössten Trendbrüchen, hätten den Unterschied gemacht. Wie Sie wissen, hatten wir aber bei viel mehr Aktien starke Reversals, so zum Beispiel auch bei Facebook, Wacker Chemie, Alcatel usw. Wären alle Positionen mit Stops bei den Trendbrüchen ausgestattet gewesen, hätte einer starken Performance des Portfolios absolut nichts im Wege gestanden !

Ich hoffe ich konnte meinen Punkt deutlich machen. 🙂

Nachdem wir nun zweimal in diesen Übungen die Bedeutung von Trends und von Stops eindrücklich erleben konnten - zumindest hoffe ich, das es eindrücklich war - werde ich im Januar eine dritte Übung der Community starten, bei der wir uns dieses mal auf komplette Trades mit Einstieg, Stop und Zielkurs konzentrieren werden.

Eine entsprechende gemeinsame Übung startet für alle interessierten und registrierten Leser in den kommenden Tagen.

Ihr Hari

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Silber – 11.10.12 – Warum die Markttechnik nach einem bullischen Ausbruch riecht !

10:00 Uhr

Heute möchte ich Ihren Blick auf den Chart von Silber richten, denn der sieht für mich danach aus, als ob das Edelmetall vor einem weiteren Schub nach oben steht. Was das für die Minenwerte wie Hecla Mining bedeuten würde, dürfte wohl klar sein.

Schauen wir zunächst auf das Tageschart von XAGUSD:

Mr. Market sagt uns mit diesem Chart mehrere spannende Dinge:

  1. Silber (XAGUSD) hat den starken Anstieg seit Juli nun in einer Seitwärtskonsolidierung verarbeitet, die als Tiefpunkt 33,3 USD hatte und genau unter dem 38er Fibo Retracement des "grossen Absturzes" von 2011 stattfand.
  2. Eine derartige Seitwärtskonsolidierung ohne signifikant vom Anstieg abzugeben ist sehr bullisch zu werten. Der Markt zeigt damit seine innere Stärke, die Chartformation sieht nach einer Bullenflagge aus.
  3. Ein Bewegung nach oben zum 50er Fibo Retracement bei 37,9 USD hat damit eine höhere Wahrscheinlichkeit, als ein Absturz von diesem Niveau.
  4. Eine nachhaltige Bewegung über das 38er Fibo Retracement nach oben, sollte einiges an Dynamik entfalten, da Silber die Zone um 35 USD nun seit 2011 dreimal signifikant getestet hat. Ein Ausbruch hat also Bedeutung und wird deshalb frisches Geld anziehen. Welche Dynamik derartige Entscheidungszonen entfalten, kann man diesen Februar beobachten, als ein Ausbruch fehlschlug und folgerichtig zu einer dynamischen Bewegung in die Gegenrichtung führte, ganz konform zur "Gummibandtheorie".
  5. Ein sauberer Stop für den "Fall des Falles" ist recht einfach und zuverlässig zu ziehen, denn unter den Tiefpunkt der Konsolidierung sollte Silber nun nicht mehr fallen, wenn ein Ausbruch nach oben tatsächlich bevorsteht. 32,9 USD ist für mich also ein sinnvolles Stopniveau.

Schauen wir auf den gleichen Chart aus Stundensicht, entfaltet sich ein ebenso eindrucksvolles Bild:

Es könnte sein, dass heute ein Ausbruch bevorsteht und sich damit eine Untertassen-Umkehrformation bildet. Der "Henkel" dieser Untertasse läge dann genau auf dem obigen 38er Fibo-Retracement, passend zum obigen Chartbild. Ich denke heute Abend werden wir mehr wissen. Aber selbst wenn dieser Ausbruch noch etwas auf sich warten lässt und heute nicht kommt, illustriert der Kursverlauf der letzten Tage doch die grosse innere Stärke im Silberkurs, der scheinbar nicht mehr unter 33 USD fallen will.

Alles in allem also ein schönes Setup mit höheren Wahrscheinlichkeiten für steigende Kurse als für das Gegenteil. Aber auch wenn ich es hier schon tausend mal geschrieben habe, muss ich es für neue Leser wiederholen: Wahrscheinlichkeiten sind keine Gewissheiten ! Auch das Unwahrscheinliche kann eintreten und genau dafür gibt es den Stop, der Sie vor grösserem Schaden bewahrt. Das Schöne an der aktuellen Situation bei Silber ist, dass uns Mr. Market mit seiner klaren Konsolidierung ein ebenso zuverlässiges, wie nahe am aktuellen Kurs liegendes Stopniveau schenkt.

Ganz spannend und lehrreich ist in diesem Zusammenhang vielleicht auch, wenn Sie sich meinen Artikel zu einem Silber-Trade vom 31.07.12 -> hier <- noch einmal zu Gemüte führen und mal schauen, was aus den Annahmen vom 31.07.12 real geworden ist.

Ihr Hari

PS 13:00 Uhr: Ich habe vom heutigen Tag einen ganz ähnlichen Artikel gefunden, der zu einem völlig anderen Ergebnis kommt. Schauen Sie . Das zeigt, wie man die selbe Sache aus unterschiedlichem Blickwinkel ganz anders interpretieren kann.

Gerne wird dieser Interpretationsspielraum gegen markt- und charttechnische Analysen angeführt. Diese Sicht zeugt aber nur davon, dass das Thema vom Kritiker nicht ausreichend durchdrungen wurde. Denn auch bei der Charttechnik - wie überall in Sachen Börse - geht es nicht um Sicherheiten, sondern um Szenarien mit Wahrscheinlichkeiten. Und wenn Sie jetzt die Long-Wette spielen, hat Ihnen die obige Analyse zu einem so sauberen Stop und Setup verholfen, dass Sie nun ganz entspannt abwarten können wie das Szenario sich entwickelt. Ohne diese Analyse würden Sie im Ungefähren, ohne klare Massstäbe und Marken herum eiern, mit den bekannten Folgen, dass am Ende zu hohe Verluste dabei heraus kommen.

Sehen Sie die hier verlinkte Analyse also als ein alternatives Szenario, dass durchaus eintreten kann, auch wenn ich es für etwas weniger wahrscheinlich als den bullischen Case halte. Der gute Setup des Trades entbindet uns aber davon, darüber zu lange zu grübeln. Einfach abwarten. Und sollte der Trade gegen einen laufen, sollte man nicht lange zögern, sondern den geringen Verlust fressen und gleich zum nächsten guten Setup wechseln. Wer so handelt, dem wird am Ende die Wahrscheinlichkeit zu einem guten Ertrag seiner Aktivitäten verhelfen.

Das Geheimnis guter Trades ist nicht recht zu haben, falsch zu liegen ist völlig normal und gehört dazu. Das Geheimnis besteht darin, nur die sauber definierten "guten" Trades mit klarem Chance/Risiko Verhältnis zu machen. Und darüber hinaus Verluste hart zu begrenzen und Gewinnen Raum zum Laufen zu geben. Erfolg ist dann das logische, weil statistisch wahrscheinliche, Ergebnis.

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Marktupdate – 11.10.12 – Die Spannung steigt !

09:00 Uhr

Gegenüber gestern ist die Lage an den Märkten unverändert. Der DAX hält sich im Unterstützungsbereich 6200.

Einerseits hatten die Bullen gestern keine Kraft, die überverkaufte Situation für eine Rally zu nutzen. Das ist gegenüber den letzten Wochen eine bärische Änderung im Charakter des Marktes, die man nicht übersehen sollte.

Andererseits fehlt aber auch den Bären (bisher) der Biss, den Indizes nun den "Todesstoss" zu geben. Denn die Bären waren seit dem 2. Quartal nicht mehr in so einer idealen Ausgangslage wie aktuell. Wenn es jetzt gelingt den Markt zu einer dynamischen Bewegungen nach unten zu bewegen, dürfte sich das zu einer Lawine der Gewinnmitnahmen auswachsen, die uns im DAX dann möglicherweise unter 7000 schauen lässt und das ganz schnell.

Nur haben die Bären selbst im Angesicht der Abstufung Spaniens noch nicht die Kraft um den Markt über die Klippe zu stossen. Was wiederum die Wahrscheinlichkeit deutlich erhöht, dass wir ausgehend von dem aktuellen Niveau einen Bounce sehen.

Insofern ist die Spannung gegenüber gestern nun weiter gestiegen und diese unklare Lage dürfte sich in Kürze auflösen. So oder so. Wenn Mr. Market dann mal eine Richtung einschlägt, dann dürfte das mit Dynamik geschehen, weil nun alle in der Gegenrichtung aufgestellten hinterher hechten werden.

Uns bleibt nur - statt sinnlos zu raten - das Urteil des Marktes gelassen entgegen zu nehmen und für jeden der beiden Fälle eine klare Strategie zu besitzen, die wir dann kalt umsetzen. Ich selber bin immer noch eher Long im Markt und setze im Saldo der Positionen eher auf steigende Kurse, auch wenn ich mittlerweile wieder einige Shorts im Portfolio habe. Meine Stops für die Longs sind nach unten nun aber nicht mehr sehr weit entfernt.

Ich wünsche Ihnen viel Erfolg !

Ihr Hari

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Marktupdate – 27.09.12 – Long DAX und S&P500 ins Quartalsende ?

08:45 Uhr

Heute früh möchte ich Ihnen kurz erklären, warum ich nun - hin zum Quartalsende - "Long" im Markt bin.

  1. Der Leitindex S&P500 ist nun seit dem Hoch von vor ca. 2 Wochen an 7 von 8 Tagen im Minus und damit ganz klar überverkauft. In der Historie führte das fast immer zu Gewinnen an den Folgetagen.
  2. Wir hatten gestern erneut - nach den letzten Tagen - einen "Buying on Weakness" Tag im SPY. Und diesmal mit 384 Millionen USD einen gewaltigen Print. Das heisst: "Big Money" akkumuliert unter der Decke.
  3. Die Diskussionen ob der Markt ein Top ausbildet, breiten sich aus. Viele kluge und ernst zu nehmende Marktbeobachter wie Dave Landry oder James DePorre werden skeptischer. Vielleicht haben Sie mittelfristig recht, ich bin allerdings überzeugt: kurzfristig "not yet". Denn Tops brauchen lange um sich zu formen und eine weiterer (dann scheiternder) Anlauf auf die Hochs gehört in der Regel dazu.
  4. Gold und Öl, die beide dem Aktienmarkt typischerweise in einem Bottoming-Process etwas voran laufen, sehen beide so aus, als ob sie die Tiefs gestern gesehen haben.

Ziehen Sie Ihre eigenen Schlüsse, ich habe auf jeden Fall meine Hedges reduziert und setze auf Stärke heute und morgen. Meine Meinung werde ich schnell ändern, wenn der DAX heute mit Momentum unter 7250 taucht und die 7200 ins Visier nimmt. In diesen Bereichen der gestrigen Tiefs liegen auch viele meiner Stops für die Longs, mit denen ich nun zum Ende der Woche im Markt bin.

Ich wünsche Ihnen gute Entscheidungen !

Ihr Hari

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Marktupdate – 23.08.12 – Zur Grosswetterlage rund um DAX und S&P500

09:30 Uhr

Guten Morgen, heute möchte ich einen etwass grösseren Bogen spannen und die Grosswetterlage an der Börse betrachten.

Schauen wir zunächst mal auf den Tages-Chart des Leitindex S&P 500 seit dem bedeutenden Tief Anfang Oktober 2011, als der Index am späten Abend bei ca. 1080 brutal nach oben drehte :

Wir sehen im Chart mehrere Dinge:

  1. Der momentane Anstieg verläuft entlang einer sehr steilen Trendlinie und es ist unrealistisch anzunehmen, dass diese Steigung dauerhaft gehalten werden kann.
  2. Ein Rückfall zur längerfristigen Trendlinie dürfte also früher oder später eintreten. Ich rechne schon bald damit.
  3. Der Index hat ein neues Jahreshoch bei 1426 generiert und dort gedreht, das theoretische Risiko eines Doppeltops besteht also.
  4. Allerdings dreht ein Index nach einem derartigen Anstieg nicht einfach auf dem Fuss, sondern läuft sich oben über längere Zeit "fest", wie im März zu beobachten. Es bleibt also genug Zeit um entweder die Topbildung zu erkennen oder zu sehen, wie der Index nach oben ausbricht.

Schaut man über den Chart hinaus auf die Grosswetterlage, sind alle Inkredenzien noch aktiv, die zu dieser Rally seit Anfang Juli beigetragen haben. Bitte beachten Sie:

  • Die Notenbanken treten massiv aufs Gaspedal. Ein QE der FED wird wahrscheinlicher und die EZB denkt laut über Zinsgrenzen und Anleihenkäufe nach. Das IST ein Gamechanger, niemand sollte den Fehler machen das zu unterschätzen !
  • Das Sentiment ist nach wie vor verhalten und indiziert keinen Top im Markt.
  • Die Nachrichtenlage rund um den Euro ist von Gewöhnung geprägt, der "Grexit" dürfte bestenfalls noch kurz verunsichern.
  • Frisches Geld drückt in den Markt, das aufgrund der finanziellen Repression keine andere Anlagemöglichkeit mehr sieht. Die massive Überperformance der defensiven Bluechips spricht dafür eine deutliche Sprache !

Schauen wir uns nun den S&P 500 doch auch einmal im langfristigen Wochenchart seit 2009 an:

Und da sehen wir ganz eindeutig, der Aufwärtstrend ist intakt ! Und solange ein Trend intakt ist, ist auch die Wahrscheinlichkeit höher, dass er fortgeführt wird, als das er einbricht.

Zum Abschluss noch ein Blick auf die Edelmetalle. Wie im Artikel vorgestern antizipiert, haben diese Gestern einen gewaltigen Sprung nach oben gemacht, nach dem das FOMC Sitzungsprotokoll ein kommendes QE nahe legte. Die Edelmetallmärkte sind gute Notenbank-Indikatoren und diese sagen ganz klar: die Geldschwemme der Notenbanken geht weiter. Das sind positive Aussichten für die breiten Aktienindizes !

Schauen Sie in dem Zusammenhang nun noch einmal auf den Chart von Silber. Wem da nicht das Wasser im Mund zusammen läuft, dem ist nicht mehr zu helfen. 😉

Aber: beachten Sie unbedingt, dass Silber nun an der 200-Tage-Linie liegt und technisch massiv überdehnt ist. Eine kurzfristige Korrektur bei den Edelmetallen ist nun also höchst wahrscheinlich. Dieser Chart sagt mir aber auch: Die wirklich grossen Gewinne kommen noch und zwar nach der Korrektur !

Fazit:

Der mittelfristige Weg des Marktes scheint weiter nach oben zu zeigen ! Nach wie vor ist das Sentiment eher verhalten, was diese Sicht unterstützt !

Lesen Sie in diesem Zusammenhang noch einmal dringend die neue Analyse von Cognitrend von gestern die an Deutlichkeit nicht zu wünschen übrig lässt !

Kurzfristig ist ohne Frage eine teilweise Überdehnung eingetreten und eine schärfere Korrektur kann nun jederzeit um die Ecke kommen. Aber man sollte in meinen Augen nicht den Fehler machen, sich als Bär gegen den Trend zu stellen, wenn die Notenbanken aus allen Rohren schiessen - sonst könnte man schmerzhafte Bekanntschaft mit einer Dampfwalze machen. 😉

Natürlich kann am Ende alles anders kommen und eine überraschende Wendung alles verändern. Das ist aber immer so ! Würde man sich nach diesem Risiko richten, dürfte man gar nicht an der Börse sein. Für dieses Risiko gibt es aber Stops und mit der unteren Begrenzung der 2-wöchigen Konsolidierung auch ganz hervorragende !

Mit dem Trend laufen, sich aber nach unten absichern, so lautet die bewährte Regel für Erfolg an den Märkten.

Insofern sind auch all die berechtigen Argumente zu den strukturellen Problemen der Eurozone momentan nebensächlich. Ein Trend ist ein Trend bis er bricht. Und ob man am Ende recht hatte, zählt an der Börse gar nicht. Es zählt alleine die Zahl die in ihrem Depot steht. Und nur wenn diese Morgen grösser ist, hatten Sie wirklich recht !

Ich persönlich setze mittelfristig auf neue Höchststände und werde nicht gegen die Notenbanken kämpfen, sondern von ihnen profitieren. Und ich reduziere meine Edelmetallpositionen nun leicht, werde aber in der Korrektur massiv nachlegen ! Und meine Stops sichern mich so gut ab, dass ich diese Trades ganz beruhigt laufen lassen kann.

In diesem Sinne viel Erfolg.

Ihr Hari

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Marktupdate – 17.08.12 – DAX & Co. – Ausbruch zu neuen Höchstständen ?

11:30 Uhr

Heute riecht es nach dem von mir hier mehrfach thematisierten Ausbruch, die seit fast zwei Wochen andauernde Seitwärtsbewegung könnte nun Geschichte sein Der DAX steht über 7000 und es ist bedeutend zu beobachten, dass nun die 7000er Marke Intraday Unterstützung darstellt und sich der Markt oberhalb dieser Marke hält.

Nun gilt es abzuwarten was die Wallstreet macht, die gestern mit 1417 im S&P500 nicht mehr weit von den Jahreshöchstständen entfernt war. Ein Test dieser Jahreshöchststände ist nun sehr wahrscheinlich und ich persönlich rechne durchaus damit, das es noch weiter hoch geht. Denken Sie in diesem Zusammenhang an das Kursziel aus dem zulaufenden Dreieck, das ich am 13.08. thematisierte und den S&P500 bis 1540 bringen würde. Das dürfte im DAX dann wohl 7500 bedeuten !

Den Eindruck, dass hier nun Dinge mit Macht in Bewegung geraten, bestätigt auch der Blick auf eine Reihe einzelner Aktien. So kommt in eine der "Gurken-Aktien" der letzten Monate, den Stahlhändler Klöckner (KC0100) nun richtig Leben. Kurzfristig hat sich seit dem 02. August nun ein klarer Aufwärtstrend etabliert, der heute eine neues Verlaufshoch generierte. Entscheidend dürfte für die Aktie mittelfristig sein, ob sie das Hoch vom 21. Juni bei 8,519 nachhaltig hinter sich lassen kann. Das würde dann Raum für eine Bewegung bis über 10€ geben. So weit ist es noch nicht, aber technisch sieht Klöckner für mich nun nach Monaten des Leids wieder interessant aus.

In diesem Stil kann man nun eine Reihe lange verprügelter Aktien identifizieren, die endlich Lebenszeichen senden. All das ist für mich eher Signal einer beginnenden Bewegung mit mehr Potential, als Ausdruck einer Topbildung. Ich habe aktuell in einem US Blog einen Artikel gelesen, der darauf abhebt, dass der Ausbruch aus solchen Konsolidierungen oft zunächst ein Fakeout ist, bevor der Markt dann die wahre Richtung einschlägt - hier nach unten. Das stimmt statistisch durchaus, nur glaube ich derzeit eher nicht daran.

Denn es gibt mir zu viele derartige Logiken nach dem Motto (früher oder später muss der Markt kippen) im Markt. Das ist doch "Common-Sense" diese Sicht und die Mehrheitsmeinung trifft aus guten Gründen an der Börsen selten ein. Auch die Kapitulation der Bären, die ich Ihnen in den Tips mit einem Link nahe gebracht habe, hat gerade erst begonnen und die kann durchaus noch Wochen andauern, bevor es richtig gefährlich wird, wenn die Bären dann ausgestorben sind. Ich sehe die Menge derartiger Kommentare weiter eher als Indiz, dass die Skepsis noch nicht gewichen ist und die Rally daher durchaus noch Luft nach oben hat.

In diesem Zusammenhang kann ich erneut nur wärmstens empfehlen, die aktuelle Analyse von Cognitrend zum Marktsentiment genau zu lesen. Machen Sie sich also klar, wer hier derzeit sehr skeptisch ist und nicht an die Rally glaubt ist Teil der Herde ! Und an der Börse ist es nun einmal so, dass die Herde in der Regel gefressen wird.

Auch das Ende der Urlaubssaison spielt eher ins Feld der Bullen. Denn wenn die Pros der Wallstreet Anfang September an ihre Desks zurück kehren, finden sie einen Markt vor, der weit höher steht als an dem Tag, an dem sie Richtung "Hamptons" verschunden sind. Das führt fast immer zu "Chasing". Es gibt klare statistische Strukturen, dass die Bewegung eines Sommers im September zunächst weiterläuft, weil die "zu spät" auf die Party gekommenen noch einmal nachlegen. Kritisch wird in so einem Szenario dann nach statistischen Daten der Oktober.

Und ein letzter Hinweis was die Dauer solcher Bewegungen angeht. Diese Sommerrally läuft nun einen guten Monat. Denken Sie an das erste Quartal, dann wissen Sie wie lange eine Rally laufen kann ohne zurück zu schauen.

Sie merken, dass ich eine klare Tendenz nach oben in meiner Marktbewertung haben. Lassen Sie sich aber davon nicht täuschen, ich bin mir der Möglichkeit böser Überraschungen wohl bewusst und weiss, dass meine Sicht nur mit Wahrscheinlichkeiten zu tun hat, auch wenn sich meine Sicht in den letzten Wochen immer wieder perfekt bestätigt hat. Denn wer mir seit Mitte Juli in der positiven Sicht auf den Markt gefolgt ist, dürfte nun mit Freude auf viel Grün in seinem Depot schauen. Trotzdem oder gerade deswegen, bin ich nach unten gut abgesichert. Die fast zweiwöchige Tradingrange erlaubt mir nun meine Stops unter das Tief vom 06. August bei 6846 im DAX und 1388 im S&P500 nachzuziehen. Damit habe ich sauber definierte Stops "nah dran", die mir helfen, frühzeitig meine Gewinne vom Tisch zu nehmen, wenn der Markt sich doch dafür entscheidet zusammen zu klappen.

Ich wünsche Ihnen viel Erfolg !

Ihr Hari

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Marktupdate – 03.08.12 – Eine perfekte Bärenfalle

17:00 Uhr

Ich denke die aktuelle Price-Action zeigt nun jedem, dass die Bullen die volle Kontrolle haben. Ich will daher noch einmal die in meinen Augen wesentlichen Punkte zusammen fassen:

(1)

Der Absturz gestern war eine klassische Bärenfalle, mit heute folgendem brutalen Squeeze der Bären, der sich gestern im späten Handel schon andeutete. Er resultierte aus völlig überzogenen Erwartungen, dass die EZB "sofort und gleich" loslegen würde. Nun setzt sich wie von mir antizipiert die Erkenntnis durch, dass wir doch eine substantielle Änderung der EZB-Politik haben. Denn ein derart klares Commitment zum Ankauf von Staatsanleihen im grossen Stil hat es bisher nicht gegeben. Voraussetzung ist, dass die Staaten unter den ESM flüchten, dann werden sie von den schweren Kanonen der EZB geschützt. Auf diesen einfachen Nenner kann man die neue Logik bringen.

Und das ist ein signifikanter Schritt in Richtung eines europäischen Quantitative Easing analog zum QE1 der FED und deutlich von der alten Sprachregelung in der Eurozone abweichend. Die EZB wird zum aktiven Spieler am Staatsanleihenmarkt, über sporadische Aktivitäten hinaus. Und das verringert auch das Risiko von Kaskadeneffekten nach einem Grexit erheblich, was den Grexit im September/Oktober nach Installierung des ESM noch wahrscheinlicher, aber auch unbedeutender macht.

(2)

Die extrem bullische Price-Action indiziert, dass die Zeit der richtungslosen Marktphase vielleicht vorbei ist. Ein bullischer Ausbruch nach oben ist nun in Reichweite, der auch Jahreshöchststände wieder in den Bereich der Wahrscheinlichkeit bringen würde. Schauen Sie alleine mal auf den europäischen Bankensektor in Form des ETFs iShares EuroStossBanks (WKN 628930). Gestern 6% im Minus, heute 8% im Plus ! Man sieht daran, dass auch Mr. Market an solchen bedeutenden Wenden Zeit braucht um sich zu sortieren und zu erkennen, was wirklich los ist. An dieser Stelle haben wir Menschen auch wieder einen Vorteil gegenüber den Maschinen, wenn wir in der Lage sind sofort zu durchdringen, was die Muster hinter dem "Nebel des Krieges" sind.

(3)

Jedem dürfte klar sein, dass eine derartige Rally nicht ewig so weiter geht. Wer also jetzt immer noch auf der falschen Seite steht, muss nicht gerade am Freitag Nachmittag noch hinterher hechten. Ich würde mich heute im späten Handel über Gewinnmitnahmen nicht wundern. Auch Anfang der Woche stehen noch Gewinnmitnahmen im Raum.

Klar ist aber auch, dass das grosse Lager der Bären mit der heutigen Wende nun einen massiven, demoralisierenden Schlag erhalten hat. Sorgen muss man sich wohl erst machen, wenn aus den Bären im Sentiment Bullen geworden sind. Davon sind wir aber noch entfernt, denn vielen Bären geht es jetzt wie dem Reh im Scheinwerferlicht - Schockstarre. Und dann setzen erst mal Selbst-Rechtfertigungen ein, bzw die Phase des "Denial" (der Verleugnung) setzt ein, in der man sich selber begründet, warum nicht sein kann, was nicht sein darf. Erst wenn aus diesen Bären "Gläubige" werden, wird es aus Sicht des Sentiments wieder richtig gefährlich.

(4)

Der Weg des geringsten Widerstands ist für den Markt nun also erst einmal hoch, auch wenn nach dieser Rally mit mehreren Tagen der Konsolidierung durchaus zu rechnen ist. Für den August habe ich also weiterhin den "Bullenhut" auf, was danach kommt vermag ich noch nicht zu erahnen.

(5)

Der gestrige Tag hat den Bullen noch ein wunderbares Geschenk gemacht. Er hat für alle Indizes und Aktien nahezu perfekte Stoplevel produziert, nämlich etwas unter den gestrigen Tiefstständen. Denn auch wenn die Bullen nun scheinbar klar die Kontrolle haben, ist das immer noch keine Sicherheit, sondern nur eine hohe Wahrscheinlichkeit. Und auch gegen den Eintritt geringer Wahrscheinlichkeiten sollte man sich besser schützen. Zumal es Mr. Market geradezu liebt uns dann zu erwischen, wenn wir am wenigsten damit rechnen. Solange wir Mr. Market gegenüber stehen, dürfen wir also nie, nie, nie unseren Schild senken !

(6)

In diesem Sinne lautet meine Strategie weiter, freudig auf dieser Party zu tanzen solange die Musik spielt. Und die Stoplevel sind nun präzise definiert.

Ich wünsche Ihnen viel Erfolg und ein schönes Wochenende !
Ihr Hari

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Marktupdate – 24.07.12 – Do or Die !

15:00 Uhr

Ein kurzes Marktupdate vor der Eröffnung der Wallstreet. Wir befinden uns nun in einer "Do or Die" Situation, die man am Chart des S&P500 Futures leicht nachvollziehen kann.

Denn die Serie immer höherer Tiefs ist noch nicht gebrochen und der Aufwärtstrend damit immer noch intakt ! Entscheidend wird nun die Zone um 1335 sein, oberhalb derer wir gestern schon gedreht sind und die die untere Begrenzung des Trends markiert.

Schaffen wir es heute, uns in einem positiven Tag von der unteren Begrenzung des Trendkanals wieder abzusetzen, ist die Sommerrally intakt und 1400 nach wie vor möglich !

Brechen wir aber nachhaltig aus dem Trendkanal nach unten aus, muss man den Trendkanal wohl als gewaltige "Bärenflagge" werten, was massiv niedrigere Notierungen in der nahen Zukunft implizieren und einen Test der Tiefs bei 1263 wahrscheinlich machen würde.

Rein statistisch ist die Wahrscheinlichkeit, dass wir im Trendkanal bleiben und nun wieder hoch laufen leicht höher, ein Stop der einen vor einem Durchbruch nach unten schützt, ist trotzdem unerlässlich !

Ich wünsche viel Erfolg und ein glücklichen Händchen !

Ihr Hari

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