Marktupdate – 05.10.12 – Gedanken zum Markt

15:00 Uhr

Der gestrige Tag brachte die Bullen im S&P500 weiter nach vorne, einen eindeutigen Sieg können sie aber noch nicht ausrufen. Trotzdem ist bemerkenswert, wie wenig Kraft die Bären haben, was für weiter steigende Kurse im Verlauf des 4. Quartals spricht. Der heute überraschend positive Arbeitsmarktbericht, dürfte das Leben der Bären nicht gerade leichter machen. Wobei der Markt ja eine Historie hat, gerade an solchen Tagen überraschend zu drehen, aber wir werden sehen. 😉

Die nächste Hürde dürfte nun die Berichtssaison für das 3. Quartal werden. Allerdings sind die Erwartungen hier sehr gering und die Analysten haben einen guten Job gemacht, die Gewinnprognosen nach unten zu schrauben. Daher erwarte ich eigentlich wieder das Spiel der "übertrifft Erwartungen" Meldungen. Und auch wenn die Erwartungen erst eine Woche vorher genau zu diesem Zweck gesenkt wurden, wird es dem Markt doch helfen.

Grund für mich, mal vor der Handelseröffnung der Wallstreet ein paar lose Gedanken zu verschiedenen Aktien bzw. Sektoren des Marktes mit Ihnen zu teilen:

Linde (WKN 648300)

Von den drei Aktien, die ich am 10.07.12 -> hier <- als interessant besprochen habe und die sich seit dem alle drei herausragend entwickelt haben, hat Linde nun das tückischte Chart. Wenn ich auch fundamental dafür bei Linde keinen Anlass sehe, könnten wir aus Chartsicht gerade ein Doppeltop zwischen dem März und Septemberhoch ausbilden. Es kann aber auch nur ein kurze Konsolidierung vor dem nächsten Schub nach oben sein. Einen klaren Hinweis für die Richtung sehe ich aktuell nicht.

Deshalb werde ich sehr stark die langfristige Trendlinie seit dem Juli Tief beachten. Diese läuft – je nachdem wie man sie zeichnet – derzeit im Bereich um 130€. Sollte Linde darunter fallen, steigt das Risiko eines Doppeltops erheblich und dann nehme ich meine guten Gewinne sofort mit. Bis dahin lasse ich aber laufen.

Salzgitter (WKN 620200)

Die Stärke heute, die auch deutlich vor dem Sektor liegt, ist beeindruckend. Es scheint so, als ob das dritte höhere Tief seit dem Tiefpunkt bei 27,02 € am 26.07.12 hinter uns liegt. Um einen neuen Aufwärtstrend zu bestätigen, muss Salzgitter nun das Verlaufshoch bei 35,15€ vom 14.09.12 hinter sich lassen und idealerweise in diesem Zyklus die 200-Tage-Linie bei dann knapp unter 37 € testen. Ich habe auf jeden Fall schon schlechter aussehende Charts gesehen, als Salzgitter aktuell.

Peabody Energy und Kohlesektor (WKN 675266)

Auch hier könnte (Konjunktiv!) eine Trendwende im Gange sein. Peabody hatte nach dem Tiefpunkt am 26.07. bei 18,78 USD in Folge ein höheres Tief am 05.09. und ein erneut höheres am 26.09. Dazwischen lagen zwei Hochs am 21.08. und 14.09. Nun würde ich gerne sehen, dass beim nächsten Hoch das alte Verlaufshoch vom 06.07. bei 26,60 USD überstiegen wird. Ideal steigt die Aktie beim nächsten Hoch bis zur 200-Tage-Linie, die dann bei ca. 27,6 USD sein sollte. Wenn das passiert, steigt die Wahrscheinlichkeit einer Trendwende enorm. Im Moment ist es möglich, aber nicht sicher. Andere Aktien des Kohlesektors sehen sehr ähnlich aus.

US Oil (ETF USO)

Bei Öl warte ich schon seit einigen Tagen auf den Tiefpunkt des Zyklus und warte auf ein SwingLow. Nun könnte es mit der Price-Action vom 03. und 04. Oktober endlich da sein. Denn nach meiner Erwartung haben wir bei Öl im Juni ein langfristiges Tief gesehen und ich warte nun auf das erste bedeutende höhere Tief des neuen langfristigen Aufwärtstrends. Schauen Sie mal auf den Tageschart des ETF USO.

Wenn diese Einschätzung richtig ist, sollte für den ganzen Ölsektor nun ein interessantes Einstiegsniveau vorliegen. Meine Favoriten sind dabei unter anderem die Öl Dienstleister Halliburton (WKN 853986) und Schlumberger (WKN 853390). Daneben die bekannten Statoil (WKN 675213), Suncor Energy (A0NJU2) & Co. Und ein Stop ist auch einfach, der Kurs von USO darf nun nicht mehr unter das Tief vom 03.10.12 bei 32,53 USD fallen.

US Dollar (EURUSD)

Sie erinnern sich sicher an meinen -> Artikel vom 26.09.12 <- in dem ich die Bedeutung der USD Schwäche als Indikator für eine "Risk-On" Rally besprochen habe. Nun schauen Sie mit mir mal auf den EURUSD Tageschart:

Dieses Bild spricht Bände ! Denn es sagt ganz klar: typische Konsolidierung nach einer technischen Überdehnung oberhalb der 200-Tage-Linie. Nun nimmt EURUSD aber scheinbar wieder Fahrt nach oben auf ! Sollte das so kommen wie es gerade aussieht, dürfte das für alle "Risk-On" Asset Klassen, also insbesondere Rohstoffe aber auch die breiten Indizes, das Signal für weitere Kursgewinne sein.

3D Systems (WKN: 888346)

Wer es etwas exotischer mag, einen spannend aussehenden Chart hat nun auch unser Wachstumswert 3D Systems. Schauen Sie mal mit mir drauf:

Sie sehen den klaren Aufwärtstrend mit immer höheren Tiefs, der bisher nicht beschädigt wurde. Es könnte (Konjunktiv!) gut sein, dass wir gerade zum nächsten Hoch aufbrechen, dass dann mindestens 30% über den heutigen Kursen liegen würde. Sicher ist das keineswegs, aber das letzte Tief gewährt uns ein sauberes Stopniveau und ich bin damit schon vor 3 Tagen eine erneute Wette auf 3D Systems eingegangen.

Gold und Goldminen (ETF GDX)

Gold hat auf den sehr positiven Arbeitsmarktbericht negativ reagiert, frei nach dem altbekannten Motto, dass zu gute Wirtschaftsdaten das Gelddrucken der FED bremsen könnten. Ich halte diese Reaktion für nur temporär, da sich Bernanke eindeutig aus dem Fenster gelehnt hat. Insofern ist jede Korrektur im GDX (wie voraussichtlich heute) für mich Gelegenheit meine Positionen aufzustocken und die Stops unter das Niveau der letzten Korrektur nachzuziehen. Mehr Neues gibt es zum Sektor im Moment nicht zu sagen. Für mich spricht weiter viel für steigende Kurse in den nächsten Wochen. Trotzdem wird es volatil bleiben und wer vom Goldbullen nicht dumm abgeworfen werden will, sollte nicht mit zu engen Stops operieren.

Ich wünsche Ihnen heute viel Erfolg und schon jetzt ein schönes Wochenende.

Ihr Hari

* Bitte beachten Sie bei der Wertung der Inhalte dieses Beitrages den -> Haftungsausschluss <- und unsere Gedanken zur -> Fairness <- ! *

Hari´s Märkte am Abend – 24.05.12 – Non-Event

22 Uhr - Handelsschluss

Das war irgendwie ein komischer Tag an den Börsen. Nachdem ich gestern damit rechnete, dass der EU Gipfel als Katalysator dafür sorgen würde, dass sich Mr. Market für eine Richtung entscheidet, hat es die Politik nun geschafft aber wirklich exakt und auf den Punkt die Erwartung des Marktes zu treffen.

Und die lautete wohl: da kommt nicht viel bei raus, aber es kommt auch nicht zum offenen Konflikt zwischen Deutschland und Frankreich. Denn genau das ist passiert und Mr. Market reagierte heute mit einem vernehmlichen Gähnen. Es ging zwar Intraday etwas runter, aber am Ende hat es der S&P500 Future geschafft, exakt auf Vortagesniveau zu schliessen. Das war heute also ein "Non-Event".

Damit sehe ich aber meine Sicht bestätigt, dass es dem Markt gar nicht um Griechenland geht, Griechenland ist irrelevant und abgehakt. Denn andernfalls müsste die Angst sofort wieder losgehen, es wurde ja nichts entschieden was beruhigen könnte. Es geht Mr. Market aber primär um die Zukunft der Euro-Zone, die im Tauziehen zwischen Frankreich und Deutschland gestaltet wird. Der Markt hat nur deshalb Angst vor einem "Grexit", weil er (nicht ganz zu Unrecht) befürchtet, dass Panik und Chaos dann auf andere Länder wie Portugal und Spanien überschwappen und damit die ganze Eurozone gefährdet würde. Es geht also nicht um Griechenland, sondern um die möglichen Kollateralschäden in der Eurozone, für die ein "Grexit" nur der Auslöser wäre.

Wenn meine Sicht richtig ist, leitet sich daraus aber auch ab, dass es Europa theoretisch leicht fallen könnte einen "Grexit" zu beherrschen. Und zwar dann, wenn Frankreich und Deutschland sich sichtbar unterhaken und Einigkeit demonstrieren würden, einen "Grexit" um jeden Preis zu beherrschen. Wenn...

Denn damit ist traurigerweise nicht zu rechnen, da Hollande unbedingt auch noch die Parlamentswahlen gewinnen muss, damit er nicht schon frühzeitig in seiner Präsidentschaft gegen eine "feindseliges" Parlament regieren müsste. Bis dahin ist von Hollande also weiter Wahlkampfrhetorik zu erwarten. Und nun raten Sie mal, wann die Parlamentswahlen sind ? Am 10. und 17.06.12. Richtig, genau dem 17.06., an dem auch Griechenland wählt. Tragisch oder ? Es gibt also leider wenig Chance auf "Unterhaken" und ein starkes Signal der Einigkeit vor den Wahlen in Griechenland.

Nebenbei bemerkt will Hollande nach Presseberichten vor den Parlamentswahlen nun wohl auch ganz schnell sein "Rente mit 60" Versprechen einlösen. Wie das bezahlt werden soll ist scheinbar egal. Eine öffentliche Diskussion, die sich primär an dem Renteneintrittsalter festmacht, ist für mich ein Ärgernis, auch hier in Deutschland wird oft ähnlich plump argumentiert. Ich gönne jedem seine frühe Rente und ich würde auch gerne mit 50 in den "Ruhestand" gehen, wie so mancher Staatssekretär einer abgewählten Partei. Aber die Finanzierbarkeit einer Rentendauer hängt halt primär von dem Verhältnis der Beitragsjahre zu den Rentenjahren ab und das gilt unabhhängig davon ob man ein Umlage- oder Kapitalverfahren hat. Das ist simpelste Grundschul-Mathematik, aber selbst die scheinen nicht alle zu begreifen.

Früher haben die Menschen 40 Jahre eingezahlt, wurden 75 Jahre alt und hatten daher 10-15 Jahre Rentenbezugszeit. Die jetzige Generation wird aber im Schnitt 90 Jahre alt werden und hat daher 20-30 Jahre Rentenbezugszeit. Kann mir jetzt mal bitte jemand erklären, wie das bei immer noch 40 Jahren Anspardauer funktionieren soll, ohne dass entweder die Leistungen massiv gekürzt werden oder signifikant mehr in der Ansparphase eingezahlt wird ? Ich finde derartige Versprechungen deswegen in höchstem Masse unseriös. Ich habe nichts dagegen, den Menschen weiterhin eine Rente mit 60 zu gönnen, dann muss die Politik aber auch die Seriosität besitzen, den Wählern die Konsequenzen zu erklären: entweder mehr ansparen oder niedrigere Renten. Im Falle unseres Generationenvertrages würde sich die Last des "mehr ansparen" dann auf unsere Kinder verlagern, was es aber auch nicht besser macht, ausser das Wohl unserer Kinder wäre uns egal. Mathematik lässt sich halt nicht populistisch bestechen.

Ganz übel wird solche Wohltatenpolitik dann aber, wenn gleichzeitig Eurobonds verlangt werden, die defacto eine Vergemeinschaftung der Schulden und damit der Staatsfinanzierung wären. Als Ergebnis würde dann der deutsche Rentner der mit 67 in die Rente geht, die Rente mit 60 des französischen Rentners finanzieren. Das ernsthaft zu verlangen ist für mich eine Frechheit. Als Konsequenz sollten wir dann die Rente mit 50 einführen um den Spiess umzudrehen. Worauf die anderen mit der Rente mit 40 antworten. Wohin das führt, sollte selbst der verbohrteste Ideologe sehen, auf jeden Fall nicht zu mehr Wohlstand in Europa.

Ich habe auch nichts gegen Eurobonds, aber bitte nachdem wir in Europa alle die gleichen Sozial- und Steuersysteme haben und wir nach dem demokratischen Prinzip "ein Mensch eine Stimme" alle darüber abstimmen können, wenn jemand seine Wähler mit Geschenken beglücken will. Wenn die Eurozone so weit ist, dann sofort her mit den Eurobonds, dann bin ich sofort dafür. Davon sind wir aber noch Jahrzehnte entfernt.

Interessant ist in diesem Zusammenhang zu sehen, dass auch SPD-Chef Gabriel nun scheinbar begriffen hat, welche Sprengkraft das Thema bei den deutschen Wählern hat. War Hollande bisher sein Held und wurde gefeiert, so heisst es nach einer Präsidiumssitzung der SPD, in der laut Presse Franz Müntefering seine Stimme erhob, nun plötzlich: der (Hollandes) Vorschlag sei "skurril". Lesen Sie zum Beispiel in der FAZ. Naja kann ich dazu nur sagen, besser eine späte Erkenntnis als nie.

Nun aber genug auf unsere "sozialistischen Freunde" in Frankreich geschimpft, kommen wir zurück zum Markt. Eben weil Hollande bis zum 17.06.12 Wahlkampf machen wird, dürfte das Ergebnis in Griechenland höchst riskant sein, weil es auf keine geeinte Eurozone trifft. Und deshalb dürfte auch die klare Botschaft der EU an die griechischen Wähler im Vorfeld der Wahl fehlen.

Insofern bin ich Stärke des Marktes gegenüber weiterhin eher skeptisch eingestellt. Und ich werde mich auch so weit es geht aus der Eurozone heraus halten, Anlagen erfolgen also primär im Dollarraum. Denn bis zur Entscheidung in Griechenland halte ich einen nachhaltigen Anstieg des Marktes für unwahrscheinlich, ausser die Umfragen würden schon vor der Wahl eine klare Mehrheit der Parteien vorausssagen, die die Vereinbarungen weiter honorieren wollen.

Da wir aber alle wissen, dass Griechenland so oder so keine Vereinbarungen einhalten kann - denn das würde vor allem anderen eine grundlegende Reform der staatlichen Institutionen mit Massenentlassungen bei Staatsbediensteten erfordern - hoffe ich persönlich zum Wohl der Eurozone, dass nach der Wahl endlich der "Grexit" kommt, die Folgen halte ich für beherrschbar, wenn man wirklich will. Eine Eurozone der 16 ohne diese schwelende Wunde hätte dann tatsächlich die Chance die Reihen zu schliessen. Und Griechenland könnte man dann gerne mit einer Art Marshallplan helfen. Denn nachdem die ganzen Illusionen der griechischen Radikalen dann endlich an der Realität gescheitert sind, würde man dann vielleicht ein Land vorfinden, dass sich wirklich helfen lassen will, statt den Helfern als Dank ins Gesicht zu spucken oder wie in Berlin beim Leiter der Griechenland-Task-Force geschehen, ihre Autos anzuzünden. Das wäre eine Chance für einen echten Neuaufbau zum Wohle des griechischen Volkes. Manchmal müssen die Dinge halt erst schlimmer werden, bevor sie besser werden können. So traurig das auch ist.

In dem Zusammenhang habe ich dank eines Leserkommentar in obigem FAZ Artikel einen Hinweis auf ein tolles Zitat zum Thema gefunden:
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Der Staatshaushalt muß ausgeglichen sein.
Die öffentlichen Schulden müssen abgebaut, die Arroganz der Behörden muß gemäßigt und kontrolliert werden.
Die Zahlungen an ausländische Regierungen müssen verringert werden, wenn der Staat nicht bankrott gehen soll.
Die Leute sollen wieder lernen zu arbeiten, statt auf öffentliche Rechnung zu leben.
Der Staatsdienst muß zum Nutzen derer geführt werden, die ihm anvertraut sind, nicht zum Nutzen derer, denen er anvertraut ist.

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Und jetzt raten Sie mal, von wem das ist: Marcus Tullius Cicero, Römischer Redner, Politiker und Schriftsteller, 106-43 v. Chr. Kaum zu glauben wie sich Geschichte immer wiederholt.....

Kommen wir zu dem, was man in so einer dramatischen Phase mit seinem Kapital machen kann.

Zunächst einmal ist Kapitalerhalt und Schutz allererste Anlegerpflicht, wie ich hier schon mehrfach schrieb. Das ist in meinen Augen definitiv nicht die Zeit für aggressive Wetten egal in welche Richtung, zu unsicher und erratisch ist die politische Grosswetterlage.

Ich will deswegen aktuell auch gar keine Tips oder Hinweise zu konkreten Anlagen geben, zu gross ist das Risiko durch eine politische Volte innerhalb 24 Stunden völlig falsch zu liegen. Statt dessen finden Sie es aber vielleicht interessant zu lesen, was ich persönlich in den letzten Tagen für Depotbewegungen vorgenommen habe. Ziehen Sie daraus Ihre eigenen Schlüsse.

Hier ist also als Premiere (*Fanfare* ;-)), die grobe Liste meiner Aktivitäten von Montag bis Donnerstag dieser Woche:

(1)
Positionen in den Gold- und Silberminen wurden teilweise verdoppelt und zwar im ETF GDX und in Einzelaktien.

(2)
Erste kleine Basis-Positionen bei Ölkonzernen wurden aufgebaut, nachdem ich diese vor ein paar Wochen fast auf Null herunter gefahren hatte. Im Depot sind nun wieder:
BP (WKN 850517), Apache (WKN 857530), Statoil (WKN 675210), Repsol (WKN 876845), Suncor (WKN A0NJU2).

(3)
Der Düngemittelsektor wurde ausgebaut, neben K+S (WKN KSAG88) sind nun auch Mosaic (WKN A1JFWK) und Yara (WKN A0BL7F) wieder im Depot. Darüber hinaus Bunge (WKN 762269) als Wette auf den Agrarsektor.

(4)
Erste kleinere Basis-Positionen bei Bluechips des NASDAQ wurden wieder aufgebaut, nachdem ich seit Wochen dort fast nicht mehr investiert war. Im Depot sind nun wieder: Sandisk (WKN 897826), Cisco (WKN 878841) und Broadcom (WKN 913684).

(5)
Short Euro im Verhältnis zur Norwegischen Krone aufgebaut, also Short EURNOK.

(6)
Heute (Donnerstag) bei S&P500 > 1320: Short auf die breiten Indizes S&P500 und DAX wieder aufgebaut. Stop bei S&P500 1345 und DAX 6620.

An obigen Bewegungen der bisherigen Woche sehen Sie, dass ich mich im Moment komplett aus dem europäischen Aktienmarkt fern halte, auch aus der DAX Familie. Ich habe zwar einige Positionen in Deutschland, die baue ich aber nicht aus und warte ab. In den US und im Bereich Öl und Agrar traue ich mich aber schon wieder einen ersten Zeh in den Markt zu stecken, aber auch nicht mehr. Meine Shortpositionen sind primär ein Hedge, ich bin in Summe aktuell 25% Net-Long, weit überwiegend im Dollarraum.

So weit so gut zu meiner aktuellen Aufstellung. Bedenken Sie dabei, dass ich meine Meinung blitzschnell ändern kann und wenn Morgen zum Beispiel im Ölsektor etwas passiert, was ich als "Gamechanger" betrachte, bin ich auch schneller wieder draussen, als ich hier im Blog "buh" schreiben kann. Treffen Sie also Ihre eigenen Entscheidungen, es ist Ihr wertvolles Kapital. Tun Sie alles dafür, es zu erhalten - wenn Sie das schaffen und damit lange genug im Spiel bleiben, kommt der Ertrag irgendwann von ganz alleine !

Zum Schluss vielleicht noch ein Hinweis: es gibt eine wichtige psychologische Voraussetzung so eine Phase gut zu überstehen. Man muss sich von der Angst lösen, nach oben etwas zu verpassen. Ich denke wir kennen alle den Reflex "oh es dreht, schnell noch aufspringen". Bedenken Sie, solche massiven Bewegungen wie aktuell enden nicht "mal eben". Und wie ich schon in einem Kommentar schrieb, in 9 von 10 Fällen stellt sich das "Oh es dreht" Gefühl als Bullenfalle heraus. Und selbst wenn Sie ein paar Prozent des Wiederanstiegs verpassen sollten, es bleibt danach immer noch genug Zeit Geld zu verdienen. Denken Sie an letzten Herbst, das Gezappel im Bereich 5000-5500 hätte man sich sparen können. Es hätte gereicht, gelassen bei 6000 einzusteigen als sich der Trend nach oben etablierte und gelassen bei 7000 auszusteigen.

In diesem Sinne, lassen Sie uns unser Kapital erhalten und gelassen auf bessere Börsenzeiten warten - glauben Sie mir, Sie werden definitiv kommen !

Ich wünsche Ihnen einen schönen Abend !

Ihr Hari

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Rheinmetall, iRobot und der Iran

Der Markt hat ja eigentlich immmer recht, aber keine Regel ohne Ausnahme und eine solche Ausnahme sehe ich persönlich gerade bei Rheinmetall (WKN 703000). Heute ist Rheinmetall wieder recht schwach und wenn man sich den Chart anschaut, dann hat Rheinmetall gegenüber anderen Industrie-Konzernen noch eine Menge nachzuholen. Grund der Unterperformance ist offensichtlich, dass der Markt Sorgen davor hat, dass die ganzen Sparmassnahmen in den Staaten der westlichen Welt zu geringeren Rüstungsausgaben führen. Völlig verfehlt ist der Gedanke sicher nicht, aber in meinen Augen doch übertrieben.

Denn erstens ist Rheinmetall weltweit aktiv und hat gerade im Nahen Osten eine Menge Chancen, der in Anbetracht der aggressiven Politik des Irans gerade vor einer gewaltigen Rüstungsspirale steht. Zweitens haben Schulden die Staaten noch nie gehindert für Rüstung Geld auszugeben, das völlig überrüstete Griechenland ist da so ein klassisches Beispiel. Drittens sind Radfahrzeuge und leichte Panzer wie die von Rheinmetall nicht nur im Militär, sondern in vielen Ländern auch bei der Polizei im Einsatz, Uno-Truppen eingeschlossen und derartige Einsätze werden eher steigen. Und last but not least ist Rheinmetall in seinem zweiten Geschäftssegment ein normaler Automobilzulieferer, mit der Option mit diesem Geschäft sogar an die Börse zu gehen.

Alles in allem genügend Argumente, warum ich Rheinmetall bei 43€ immer noch für einen Kauf halte. Kurzfristig kann die Aktie natürlich auch mal eben um 5% fallen, aber mittelfristig bin ich sehr zuversichtlich das wir wieder Kurse über 50€, wenn nicht 60€ sehen. Zu guter Letzt ist Rheinmetall im Depot sicher auch eine ganz gute Absicherung gegen einen Irankrieg, denn der Titel sollte im Falle des Falles sehr stabil bleiben, möglicherweise sogar steigen. Ich bin deswegen schon länger bei Rheinmetall investiert.

Apropos Iran und die Strasse von Hormus, was ich -> hier <- ja schon am 18. November letzten Jahres in einem eigenen Artikel thematisiert hatte als daran noch niemand glauben wollte, schiebt sich nun in einem klassischen Eskalationsablauf unerbittlich Richtung Krieg. Wenn nicht ein Wunder passiert - und an Wunder glaube ich nicht - wird Iran nicht nachgeben. Und Israel wird nach meiner Erwartung angreifen, weil sich Israel der stillschweigenden Sympathie der meisten arabischen Staaten sicher sein kann und ein Angriff bei allen Risiken immer noch das kleinere aller Übel ist.

Denn über die Satelliten wie die Hisbollah befindet sich Israel doch heute schon defacto im Krieg mit Iran. Ich sehe nur einen internen Umsturz im Iran als einzige Hoffnung, mit dem die Kleriker die Riege um Ahmadinedschad absetzen, mit der sie nach dem was aus dem Land dringt sowieso schon einen internen Machtkampf austragen. Gut für den Frieden wäre es, denn der Iran des Klerus ist eher nach innen gekehrt, der Iran Ahmadinedschads aber aggressiv mit Machtanspruch im Nahen Osten. Wetten würde ich auf dieses "Wunder" aber nicht, so sehr ich mir das für die Welt und all die Menschen wünsche, die bei einem derartigen Konflikt verletzt oder getötet würden.

Die mittel- und langfristigen Folgen eines solchen Angriffs kann niemand seriös abschätzen, das hängt schlicht vom Verlauf ab. Aber kurzfristig ist für uns Anleger klar, dass die Börsen weltweit massiv abstürzen werden. "Gewinner" werden ein paar Rüstungsfirmen, aber vor allem der Ölpreis sein. Und daher möchte ich Sie hier noch einmal daran erinnern, wie sinnvoll ich es finde im Moment Ölkonzerne im Depot zu haben, die genau nicht im Nahen Osten, sondern in politisch weit entfernten Regionen aktiv sind. Vier Namen fallen mir da sogleich ein, die kanadische Suncor (WKN A0NJU2) mit ihren Ölsanden, die norwegische Statoil (WKN 675213) mit ihrem Nordseeöl, die spanische Repsol (WKN 876845) mit ihren Ölfunden in Argentinien - die übrigens im Moment auch vom Chart her attraktiv aussieht und zum Schluss der brasilianische Staatskonzern Petrobas (WKN 899019 für die Vorzüge) mit seinen riesigen Vorkommen im Atlantik. Leider ist die Petrobas-Aktie in Deutschland sehr illiquide.

Wichtig ist auch zu verstehen, dass ein Iran-Konflikt deshalb das Potential hat den Markt massiv zu bewegen, weil Mr. Market die Risiken derzeit noch ignoriert und nach dem Motto "alles nur Gerede" mit den Schultern zuckt. Man merkt das Risiko etwas beim starken Ölpreis, das war es dann aber auch schon. Sobald sich das ändert und Mr. Market plötzlich eine Problemwahrnehmung entwickelt, werden sich die Kurse massiv in Bewegung setzen und dazu ist nicht einmal ein echter Angriff notwendig - es reicht die Erwartung, dass es zu einem kommt.

Passend zum Thema Rüstung möchte ich Ihre Aufmerksamkeit heute auch noch auf eine ebenso spannende wie heisse Wachstums-Aktie richten: den US Roboterhersteller iRobot (WKN A0F5CC) dessen Website Sie finden. Sie haben sicher schon mal von dem Staubsaugerroboter "Roomba" gehört, bei uns zu Hause fährt er übrigens fröhlich in der Küche herum und wir möchten ihn nicht mehr missen. Wir haben ihm den Namen "R2" nach "R2D2" aus Star Wars gegeben, weil er ähnliche Fiepslaute von sich gibt. Aber neben dem zivilen Geschäft stellt iRobot auch Spezialroboter für das Militär und den Katastrophenschutz her, zum Beispiel um Bomben zu entschärfen. Und dieses Geschäftssegment ist nun von Kürzungen des Verteidigungsetats betroffen, weswegen der Vorstand vor kurzem die Guidance zurück nehmen musste. Als Folge hat es den Kurs von iRobot im wahrsten Sinne des Wortes zerlegt, wie Sie im folgenden Chart sehen können.


Source:

Eine interessante Frage ist nun, ob das nicht vielleicht eine hervorragende Gelegenheit ist, um in eine höchst spannende Aktie mit einem innovativen Geschäftsfeld einzusteigen. Denn das Roboter ein massiver Wachstumsmarkt sind und uns zunehmend riskante oder lästige Aufgaben abnehmen - und das nicht nur auf dem Mars - dürfte wohl unstrittig sein. Und iRobot hat seine Umsätze ebenso wie seinen Gewinn weiter gesteigert - es handelt sich hier also um ein schon heute profitables Wachstumsunternehmen. Ihre Meinung zum Thema würde mich interessieren.

Haris Märkte am Abend – 23.01.12

Zur allgemeinen Markteinschätzung, habe ich im Marktupdate heute Mittag -> hier <- alles in meinen Augen Notwendige gesagt. Eigentlich ist eine Korrektur nun überfällig und heute gab es auch erste Versuche in den US Indizes den Markt zu drehen. Aber solange der Markt so stark ist, sollte man das respektieren und sich nicht dagegen stellen. Seine Gewinne auf diesem Niveau erst einmal abzusichern, ist aber in meinen Augen eine gute Idee. Kurzfristiges Ziel ist nun der Bereich 1330-1340 im S&P500 bzw. 6500-6600 im DAX.

Die Aktie des Tages war heute erneut die Commerzbank (WKN 803200) mit einem zweistelligen Tages. Man sieht daran, was ich ->hier<- schon zur Commerzbank und ähnlichen Situationen gesagt hatte. Es ist gar nicht so entscheidend vorher auf die richtige Richtung zu wetten. Wichtiger ist schnell und konsequent aufzuspringen, wenn sich die Richtung etabliert hat. Wer bei der Commerzbank nach dem ersten Sprung auf über 1,6€ nicht gezögert hat, hat nun in den Folgetagen trotzdem grosse Gewinne mitnehmen können. Und das bei weit geringerem Risiko, weil man einen etablierten Trend kauft, statt vorher zu raten wie das Ergebnis aussieht.

Wie der Schweinezyklus und die schizoide Logik von Mr. Market funktioniert, kann man heute wunderbar am grossen US Gas Förderer Chesapeake Energy (WKN 885725) beobachten. Chesapeake gibt eine drastisch Reduktion der Gas-Produktion bekannt und als Folge steigt der Kurs 6%. Die extrem niedrigen Preise, bedingt durch Überkapazitäten und einen warmen Winter, sind also komplett im Kurs verarbeitet. Die Produktions-Reduktion - obwohl theoretisch eine schlechte Nachricht - wird also deshalb vom Markt sehr positiv gesehen, weil sie Hoffnung auf eine Ende des Preisverfalls macht.

Ähnliches kann auch bei den US Kohle Aktien nun jederzeit passieren, da deren Preisverfall auf ähnlichen Ursachen wie bei "Natural-Gas" beruht und Kohle als Energiequelle für Industrie und Versorger im Wettbewerb mit Gas steht. Passend dazu sind die US Kohle Aktien heute in Folge von Chesapeake auch, teilweise deutlich, im Plus. Patriot Coal (WKN A0M5QB) zum Beispiel mit 8% Plus, weil sie bisher am meisten unter dem niedrigen Kohlepreis gelitten haben.

Sehr gut sah heute auch der Generika-Hersteller Stada (WKN 725180) aus, der sich nun endgültig von der Zone um 20€ lösen konnte und in meinen Augen noch Luft nach oben hat. Auch die "alten Verdächtigen" Salzgitter (WKN 620200) und Rheinmetall (WKN 703000) sind heute wieder sehr stark und bestätigen erneut den hier schon mehrfach diskutierten Aufwärtstrend. Bei beiden Aktien war es richtig, die kleine Korrektur am Freitag sofort wieder zu kaufen. Trotz des etablierten Trends sollte man nun in meinen Augen Stops nachziehen und die Gewinne bei diesen Titeln sichern.

Bei Thyssen Krupp (WKN 750000) wäre ich dagegen vorsichtiger. In meinen Augen muss man den Stahlsektor nicht unbedingt über diese Aktie spielen, weil die Probleme doch substantiell sind und möglicherweise noch über Monate für schwierigen Newsflow sorgen. Auch wenn die Aktie recht billig aussieht, setze ich persönlich im Moment lieber auf Salzgitter, bis Thyssen Krupp sein Problem in Brasilien und den USA wirklich gelöst hat und klar wird, wie hoch die Rechnung ausfällt.

Zum Abschluss noch der erneute Hinweis auf die Iran Problematik, die Strasse von Hormus und den damit verbundenen Ölpreis. Die Sprache auf beiden Seiten radikalisiert sich nun deutlich. Gleichzeitig nehmen die Märkte das Thema aber noch auf die leichte Schulter, bis auf Stärke des Ölpreises ist noch nicht viel zu merken. Ich vermute das liegt an einem allgemeinen Konsens der ungefähr lautet "ist ja sowieso nur Säbelrasseln, die werden sich doch nicht ins eigene Bein schiessen und einen Krieg anfangen".

Ein derartiger Konsens ist aber riskant, denn wenn es doch zu kriegerischen Handlungen kommt, hat das an den Märkten ganz erhebliches Überraschungs- und Korrekturpotential ! Und auch wenn ich ebenso wie die Mehrheit die "Säbbelrassel-Theorie" durchaus für wahrscheinlich halte, bin ich doch nicht so fest davon überzeugt, dass ich das Thema einfach ad acta legen könnte. Denn Rationalität ist nicht bei allen Beteiligten ausreichend vertreten und der innenpolitisch motivierte Drang zur "glorreichen Schlacht" durchaus vorhanden. Wenn eine Krise mal so weit eskaliert ist, braucht es gar keinen formalen Kriegsbeschluss der gesamten Regierung mehr, sondern es reicht das Zündeln radikaler Gruppen und schon sind die Jäger und Bomber in der Luft und die Märkte am nächsten Morgen wohl zweistellig im Minus.

Und Ölwerte wie Statoil (WKN 675213) oder Suncor (WKN A0NJU2), die ihre Vorkommen ausserhalb des Nahen Osten haben, wären dann wohl deutlich im Plus und zusammen mit ausgewählten Rüstungsaktien wohl die wenigen grünen Lichtblicke in einer ansonsten tiefroten Kurstafel !

Ich wünsche Ihnen trotzdem einen schönen Abend ! Hoffen wir, dass Vernunft und Rationalität die Oberhand behält.