Apple und die US Indizes an der Klippe

Vor einer guten Woche, hatte ich im Artikel -> Mr. Gnadenlos und das wahre Risiko <- schon darauf hingewiesen, dass die mittelfristigen Risiken in den US Indizes und im Speziellen im Leitindex S&P500 steigen.

Nun hatten wir gestern sogar noch ein fieses "Reversal des Reversals", denn der Dienstag brachte im Sinne "Turnaround Tuesday" eigentlich alle Parameter eines beginnenden Rebounds, wurde aber am gestrigen Mittwoch unter dem Druck von Grexit, China und einer über Stunden geschlossenen New York Stock Exchange, vollständig wieder abgegeben.

Die Price-Action im S&P500 wird daher immer fragwürdiger, das Chart zeigt deutlich, wie riskant die Lage nun ist:

S&P500 09.07.15 3

Wer jetzt also nur auf Griechenland starrt und eine Auflösung des Dramas für Käufe nutzen will, könnte damit auf mittelfristige Sicht deutlich zu kurz springen. Denn damit befindet man sich im massiven Konsens im deutschen Markt, alle warten darauf, den Grexit dann wieder als Kaufgelegenheit nutzen zu wollen. Und was alle erwarten, kann am Markt nur schwer eintreffen.

Ein denkbares und für den fiesen Mr. Market sehr typisches Szenario, wäre daher eine kurze Erleichterungsrally im DAX, die dann aber schnell von den wichtigeren Problemen im Rest der Welt aufgefressen wird. Stellen Sie sich nur mal vor, in China würde der Absturz weiter gehen und das Vertrauen der Bevölkerung erschüttern. Unsere Autobauer würden es wohl in den Absatzzahlen als Erste merken und der DAX in Folge auch.

Und mit den hektischen, dirigistischen Maßnahmen zur "Stützung" des Marktes, machen die chinesischen - nur dem Namen nach noch "kommunistischen" - Kader alles nur schlimmer, weil sie das Vertrauen untergraben und sich dem Risiko aussetzen, die eigene Machtlosigkeit deutlich zu machen. Und wenn Vertrauen bricht, dann geht es schnell und massiv nach unten. Eine Herde von Marktteilnehmern, die von Panik in eine Abwärts-Stampede getrieben wird, hält wirklich in ihrem Lauf, "weder Ochs noch Esel auf". Das müssen die Chinesen wohl noch lernen - Vertrauen ist das Zauberwort, nicht operative Hektik!

Deshalb ist es für uns nun so wichtig, auf die US Indizes zu schauen, denn wenn die nun zur ersten harten Korrektur seit über drei Jahren ansetzen sollten, wird sich der DAX dem nicht entziehen können!

Kurzfristig ist das Sentiment in den US nun aber so sauer geworden, dass eine positive Gegenbewegung in den nächsten Tagen, vielleicht auch im Zuge einer Auflösung des griechischen Dramas, ganz gute Chancen hat. Was danach kommt ist die Frage und da sieht die Marktmechanik im mittelfristigen Blick wirklich nicht mehr gut aus.

Will man den Zustand eines Marktes einschätzen, lohnt es sich dabei auch, einen Blick auf die führenden Aktien und deren Strukturen zu werfen und wer wäre da besser geeignet, als *der* Bluechip schlechthin: Apple.

Wir sehen im Chart schnell, dass bis zum 28.04. (dem blauen Pfeil) alles nach einer positiven Fortsetzung des Aufwärtstrends wie aus dem Lehrbuch aussah. Das böse Reversal am 28.04., hat dann aber alles verändert und seit dem ist der Wurm drin:

AAPL 09.07.15

Wir sehen auch, dass Apple nun im wahrsten Sinne des Wortes "an der Klippe" steht und die nun deutlich sichtbare Divergenz im On-Balance-Volumen, macht keine guten Gefühle. Eine diffuse Nachrichtenlage mit negativen Nachrichten zur Apple Watch, macht die Lage nicht einfacher. Diese Nachrichten sind nicht wegen der absoluten Zahlen bedeutend, dafür ist der Umsatz der Apple Watch zu gering. Sie haben aber Bedeutung, weil sie am Nimbus der Unbesiegbarkeit von Apple kratzen.

Trotzdem gehe ich auch bei Apple eher davon aus, dass wir hier nicht direkt durchfallen, sondern es nun kurzfristig erst einmal eher nach oben geht. Danach wird es aber wirklich riskant und wenn eine solche Gegenbewegung wieder verkauft werden sollte, muss man bei Apple, wie bei den US Indizes, von einer echten Korrektur ausgehen, die dann auch am DAX nicht vorüber gehen wird.

Fazit:

Die mittelfristige Lage in den US Indizes sieht zunehmend wackelig aus. Noch ist nichts entschieden und auch eine erneute Auflösung nach oben ist denkbar. Wir dürfen durch das griechische Gezappel aber auf keinen Fall blind für diese Entwicklungen werden, denn die sind für DAX und Co. am Ende wichtiger als die Frage, auf welche Art und Weise nun weitere Steuermilliarden in Griechenland verbrannt werden. Denn dass es dazu kommt, ist völlig klar. Die Frage ist nur, ob für ein Programm, das sowieso nicht eingehalten wird oder für humanitäre Rettungsmassnahmen, die von Teilen der Gesellschaft gar nicht gewollt werden, weil man ja "so stolz" ist.

Wir dagegen sollten als rationale und professionell agierende Marktteilnehmer "stolz" sein, wenn wir diese schwierige Marktphase weiter unbeschadet überstehen, denn die ist nicht ohne und voller versteckter Risiken. Wer dabei Hilfe braucht, sollte sich der surveybuilder.info Community anschliessen.

Ihr Hari

PS: Übrigens, wir haben einen weiteren Kolumnisten an Bord, schauen Sie -> hier <-. "Nun sind wir fünf!" kann ich also dankbar im Stile von "Chris", dem Anführer der sagen. 😉

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S&P500 und DAX und der Turnaround Tuesday

Der DAX hat vorgestern am Dienstag, seinen bisherigen Tiefpunkt erreicht und dann eine markante Rally hingelegt, die erst ab Dienstag aus einer überverkauften Markttechnik und später dann ab Mittwoch Nachmittag aus neuer Hoffnung um eine Lösung des griechischen Dramas entstand. Zumindest scheint es so.

Bei so massiven Bewegungen ist es immer das Gleiche. *Nachdem* diese durchgelaufen sind, haben es immer alle vorher gewusst. 😉 Das ist das beliebte mediale Spiel, das dort besonders intensiv gespielt wird, wo man von hohen Klickzahlen lebt, weil nur so die Werbung auf der Seite genügend Einnahmen bringt.

Nun war es ja aber tatsächlich so, dass einige wenige erfahrene Marktbeobachter, diesen Rebound am Dienstag wirklich antizipieren konnten, weil der Markt dafür halt reif war. Das Problem dabei ist immer, man kann zwar eine Wahrscheinlichkeit im Vorfeld identifizieren, aber der exakte Zeitpunkt liegt im Dunkeln, denn ein überdehnter Markt kann auch temporär noch mehr überdehnt werden. Erst hinterher kennt man dann den exakten Zeitpunkt der Wende.

Ein Aspekt, der in Deutschland dabei aber immer wieder auf erstaunliche Art und Weise unterschlagen wird, ist der massive Einfluss der Wallstreet und der US Investoren. Denn es ist ein Faktum, dass die Mehrheit der deutschen DAX Aktien in der Hand ausländischer Investoren ist und unter denen wiederum die institutionellen US Investoren dominant sind. Und deshalb wird auch das Volumen im DAX nicht von deutschen Anlegern dominiert, sondern eben von US Investoren und die sehen schon alleine aus Währungssicht den DAX ganz anders als wir.

Wer also verstehen will, was beim DAX passiert und dabei den bedeutendsten Faktor unterschlägt - die Sicht der US Investoren - handelt nicht wirklich auf belastbarem Boden. Demgegenüber sind beliebte Spekulationen um Dinge, wie beispielsweise die Positionierung der Stillhalter an der Eurex schon Wochen vor dem Verfallstermin, für mich eher irrelevant. Diese Dinge sind zwar ein Faktor unter vielen, aber im Vergleich zur Positionierung der US Investoren eben nebensächlich.

Die wirklich spannende Frage ist doch also: war dieser Rebound von Dienstag aus Sicht der US Investoren schon im Vorfeld zu sehen? Und die Antwort ist klar und deutlich: Oh Ja!

Ich stellte hier weiter unten meinen Live-Post aus Hari Live von Dienstag 09.06.15 08:40 ein, den ich "Turnaround Tuesday?" genannt hatte. Zu dem Zeitpunkt war der DAX noch vor dem Tiefpunkt und war kurz davor, massiv unter die 11.000er Marke zu tauchen.

Sie sehen daran, der S&P500 hat einfach nur exakt getan, was zu erwarten war, einfach weil es seit Jahren den dominanten "Buy the Dip" Trade darstellt. Und wir hier im Premium-Bereich haben es tatsächlich vorher antizipiert.

Und vor allem, das "US Big Money" hat es sich schon am Tag vorher für kundige Augen sichtbar zurecht gelegt. Wer wissen will, was es mit dem "Buying on Weakness" und "Selling on Strength" Konzept auf sich hat, muss Mitglied werden. 😉

Und nun frage ich Sie: Warum hat der DAX am Dienstag tatsächlich gedreht? Ist der DAX nun der Hund oder nicht doch eher nur der Schwanz des Hundes, der immer etwas wackelig mit seiner Rute wedelt?

Die Antwort ist:

Der DAX ist der Schwanz des Hundes. Und es gibt keine simplen zweidimensionalen Kausalbeziehungen! Die Märkte sind miteinander verwoben und das gilt ganz besonders für DAX und S&P500.

Und noch etwas ist eine Wahrheit, die leider zu oft einfach ignoriert wird:

Wer sich nicht ausführlich mit der Sicht der US Investoren beschäftigt, kann die Bewegungen des DAX nicht vollständig verstehen.

Ihr Hari

Und hier nun mein Post in Hari Live von Dienstag 09.06.15 08:40 MEZ

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Guten Morgen!

Der DAX ist durch fühlbaren Käuferstreik langsam bis zur 11.000er Marke gebröselt, dazu zeige ich Ihnen nachher noch ein interessantes Chart.

"Käuferstreik" heisst, dass es nicht wirklich massiven Abwärtsdruck gab. Aber das Fehlen von Käufern und der steigende Euro, haben den DAX langsam abwärts bröseln lassen.

Heute kommt aber vielleicht der Tag der Markttechnik. Denn nach Tagen - wenn nicht Wochen - der Indifferenz, sehe ich im S&P500 für den heutigen Tag mal wieder ein interessantes taktisches Setup. Und das ist der alt bekannte "Turnaround Tuesday".

Der grosse Vorteil des heutigen Tages ist, dass es kaum Wirtschaftsdaten gibt und auch aus der Richtung Griechenland erst einmal keine grundlegende Veränderung zu erwarten ist. Der Markt kann heute also in sich schwingen.

Und der S&P500 hat nun wieder einen überverkauften Zustand erreicht und ist an der unteren Begrenzung der Range angekommen:

S&P500 09.06.15

Man kann solche Strukturen vielfältig zeichnen, zwei Varianten habe ich oben eingezeichnet. Aber die Kernaussage bleibt gleich: Es hat sich in den letzten Jahren immer gelohnt, die untere Begrenzung des Trends zu kaufen. Und deshalb macht es Sinn, auch jetzt eher auf eine Fortsetzung dieser Struktur zu setzen, als auf einen Bruch dieser Übung, die so lange so erfolgreich war.

Sollte aber hier nun *keine* Gegenbewegung kommen und der S&P500 einfach weiter fallen, hätte auch das grosse Bedeutung. Denn es würde uns signalisieren, dass dieser Markt nun ein Anderer geworden ist. Was bedeutet, dass man mit einer echten, grossen Topbildung und dem Ende des jahreslangen Aufwärtstrends im S&P500 rechnen müsste.

Das ist nun also ein wichtiger Moment. Und dass das grosse Geld die Wahrscheinlichkeiten ganz genau so sieht wie ich, können wir daran erkennen, dass wir gestern - mitten im negativen Closing - mal wieder einen markanten Buying on Weakness Print (BoW) im SPY hatten. Was für eine Überraschung.... 😉

Der typische Ablauf des heutigen Tages wäre dann also, dass sich ab 15:30 Uhr erst einmal frühe Schwäche anschliesst, die den S&P500 noch etwas drückt - im Maximum sollten vielleicht 206x nach unten noch drin sein. Dann aber - eine Stunde nach Handelsschluss, gegen 16.30 Uhr MEZ - steigen die Kaufprogramme ein, die sich schon gestern Abend sichtbar im BoW auf die Lauer gelegt haben. Und erzeugen in dem Szenario dann ein markantes Reversal - den "Turnaround Tuesday" eben.

Es ist dieser Ablauf, der seit 2012 so oft und so profitabel, immer wieder funktioniert hat. Für den heutigen Dienstag, hat sich der Markt dieses Setup wieder wunderbar zurecht gelegt.

Und wenn uns heute keine geopolitische Nachricht herein spuckt, die das Spiel völlig verändert, haben wir heute die Chance anhand des Verhaltens des US Marktes zu studieren, ob dieser Bulle immer noch intakt ist und noch nach den bewährten Mustern tickt.

Oder ob er in der Transition in einen neuen, negativeren Zustand ist, was uns zwingend wesentlich skeptischer und vorsichtiger machen sollte.

Ihr Hari

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Auslaufende Katalysatoren – das 2. Quartal im Blick

Der folgende Artikel erschien zum Wochenstart am Montag 23.03.15 09:05 in Hari Live

Wir treten nun in eine gefährliche Marktphase ein, die von auslaufenden Katalysatoren und der Frage "was kommt danach" geprägt sein wird. Bitte übersetzen Sie "gefährlich" aber nicht in "muss fallen", denn so ist das nicht zu verstehen.

Es ist vielmehr eine Phase, in der die Treiber, die uns nun das ganze 1. Quartal begleitet haben, langsam mal für eine Pause gut sind. Und sich der Markt daher fragen muss, wie er die "Zukunft danach" bewertet, denn wir wissen, der Markt ist nichts weiter als die Summe der Erwartungen der Marktteilnehmer.

Der anstehende Quartalswechsel wird dazu beitragen, dass der Markt eine veränderte Sicht auf die Zukunft entwickeln könnte. Eigentlich ist das wie der Jahreswechsel nur ein ganz normaler Tag, aber in unseren Köpfen schliessen wir mit so Tagen die Vergangenheit ab und schauen aufs Neue gespannt nach vorne in die Zukunft.

Wesentlicher Treiber des ersten Quartals waren natürlich die Notenbanken, die von den drei grossen Währungen Dollar, Euro und Yen durchweg alle massiv stimulierend für die Asset-Preise agieren. Und dass insbesondere der sensationelle Anstieg des DAX in hohem Masse mit den Notenbanken und deren Effekt auf die Währungen zu tun hat, ist ja offensichtlich.

Schauen wir ins 2. Quartal, ist aber schwer vorstellbar, wo von Seiten der Notenbanken nun noch additive, positive Katalyasatoren herkommen sollen. Die EZB ist maximal stimulierend, die BoJ sowieso und die FED weicht ihren Zinserhöhungspfad weiter auf und bleibt auch unterstützend. Mehr geht eigentlich nicht bzw ist schwer vorstellbar. Und das Wissen um die Stimulierung der Notenbanken, ist nun in den Kursen eingearbeitet.

Einen so positiven Impakt, wie es ab Mitte Januar das EZB QE ausgelöst hat, wird es im 2. Quartal also von den Notenbanken wohl kaum geben können. Das heisst nicht, dass deswegen die Welt zusammen bricht, das QE der EZB läuft und wird stützen. Aber niemand sollte erwarten, dass wieder so leichtes Geld auf der Long-Seite zu verdienen ist, wie nach der QE Ankündigung der EZB, wo alle Signale in die Richtung nach oben wiesen.

Gleichzeitig beginnt Mitte April die Quartalssaison in den US und der Markt wird sehr kritisch und vorsichtig sein, was den Effekt des starken Dollars angeht, der im 1. Quartal für die US Unternehmen sehr deutlich spürbar sein sollte. Schwäche Anfang April in Erwartung unbefriedigender Zahlen in den US, wäre also kein bisschen überraschend. Und dass der DAX mal eine Verschnaufpause braucht, ist ja wohl selbsterklärend.

Mein grundsätzliches Bild für die kommenden 4 Wochen sieht daher vom Grundsatz her so aus, dass in dieser Woche noch nicht so furchtbar viel passieren wird und der S&P500 die Hochs um die 2120 testen könnte. Auch der DAX könnte die Hochs erneut testen und vielleicht übersteigen.

Die ersten zwei April Wochen scheinen mir aber anfällig zu sein und die Hochs könnten also zu einem temporären Doppeltop werden. Und weiter als bis Mitte April hinein, fühle ich mich im Moment nicht in der Lage, irgend etwas zu antizipieren.

Schauen wir uns das mal im Leitindex S&P500 an, zunächst im langfristigen Chart mit Wochenkerzen:

S&P500 23.03.15

Wir sehen einen etablierten und bestehenden Trend und kein Signal, das diesen in Frage stellt. Wir sehen aber auch, dass die Steigung langsam nachlässt und können die 50-Wochen-Linie (die fast mit der 200-Tage-Linie korreliert) als wichtige Wetterscheide identifizieren, die den Trend trägt.

Was wiederum bedeutet, dass die Zone um die runde 2000er Marke nun in den kommenden Wochen sehr, sehr wichtig wird, die ich mit einem roten, flachen Kreis markiert habe. Wenn die fällt, haben wir wohl einen Trendbruch und das sollte daher auch die Zone sein, in der unser Risikomanagement greifen muss!

Im kurzfristigeren Blick auf die Stundenkerzen, sehen wir die schöne Wendestruktur mit Measured Move 2120 und es spricht viel dafür, dass diese Marke erreicht wird - möglicherweise gegen Ende der Woche, nachdem Anfang der Woche leichte Schwäche ansteht:

S&P500 23.03.15 2

Wenn der Measured Move erreicht ist, stellt sich die wichtige "Doppeltop oder Trendfortsetzung" Frage und wie oben angedeutet, kann ich mir in den April hinein eine Doppeltopstruktur gut vorstellen, deren wichtiger Test dann - siehe oben - um die 2000 im S&P500 ansteht.

Fazit:

Anfang dieser Woche wäre leichte Schwäche kein Wunder. Typisch wäre aber auch, dass zum Quartalsende hin noch einmal ein Anlauf zu den Hochs folgt.

In den April hinein, ist insbesondere Anfang April Vorsicht ratsam, die Quartalssaison in den US wird sehr kritisch beäugt werden und die Notenbanken werden als Taktgeber etwas in den Hintergrund treten.

Über den April hinaus, bin ich nicht in der Lage sinnvolle Dinge zu antizipieren, zu viele Bälle sind in der Luft und das Thema Griechenland ist ja immer noch in der Schwebe und kann nicht ewig so weitergehen. Dass das Land aus dem Euro raus muss, ist offensichtlich, auch wenn es die Politik gegen jede wirtschaftliche Vernunft nicht wahr haben will. Was nun läuft, ist das "Schwarze Peter" Spiel, denn wenn Syriza einen Euro-Exit als Partei überleben will, brauchen sie Schuldige, auf die sie innenpolitisch zeigen können.

Ich bin zwar überzeugt, dass ein Grexit dem Markt letztlich nicht schaden wird und den Euro sogar stärken, aber in der wilden Phase des Austritts, wird es so viele Schuldzuweisungen und Chaos geben, dass der Unsicherheit hassende Markt selbstverständlich davon nicht völlig unbeeindruckt bleiben wird.

Was uns als sinnvolle Strategie bleibt, ist also weiter die "alte Leier" der Trendfolge, jeweils auf den zum eigenen Anlagehorizont passenden Zeitebenen. Beim DAX sollte man sicher nach unten härter begrenzen als im S&P500, einfach weil die Überdehnung nach oben viel grösser ist. Denn wir wissen ja, dass die Bewegung eines Pendels immer damit zu tun hat, wie stark es vorher in die Gegenrichtung ging.

Was Wirtschaftsdaten angeht, haben wir diese Woche allerlei und auch jede Menge Reden von Notenbank-Mitglieder. Insbesondere die FED Mitglieder sind ja nach einer Sitzung medial sehr aktiv, wenn die Schweigephase endlich vorbei ist und man sich wieder medial produzieren kann. 😉

Es gibt die kommende Woche aber keinen dominanten und massiv antizipierten Termin, wie letzte Woche mit der FED. Insofern wird es besonders spannend aber auch unsicher, denn der Markt hat weniger Leitplanken zur Orientierung.

Ich wünsche eine erfolgreiche Woche!

Ihr Hari

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Disparitäten in DAX, EURUSD, S&P500 und Öl

Jeden Morgen um 9 Uhr herum, schreibe ich in Hari Live eine kurzen Lagebericht zum kommenden Handelstag. Heute - vor der EZB Sitzung am Nachmittag - stelle ich diesen ausnahmsweise auch mal in den freien Bereich, um Ihnen zu zeigen, was Sie da jeden Tag erwartet.

Donnerstag 05.03.15 08:50

Guten Morgen!

Die durch die Währungen direkt oder indirekt indizierte Disparität in einigen Asset-Märkten ist wirklich zunehmend auffällig. Denn die Lage im DAX kann man heute morgen recht leicht mit dem kurzen Satz beschreiben: "Euro weiter runter = DAX weiter hoch". Aus Dollar-Sicht ist aber im DAX eher wenig passiert.

Mehr muss man im Moment nicht wissen und wenn ich in die Medien und diversen Blogs schaue, finde ich es faszinierend, wie fast nirgendwo dieser unmittelbare Zusammenhang adressiert wird. Es liegt wohl daran, dass nur eine Minderheit einen globalen Blick hat, sprich die Asset-Klassen aus unterschiedlichen Währungssichten betrachtet. Rein aus lokaler Eurosicht, ist das ja auch alles ganz einfach: der DAX ist in einem massiven Bullenmarkt.

Aber auch in anderen Asset-Klassen finden wir nun solche Disparitäten, hier ist ein Artikel zur . Dieser beschreibt einige Einflussfaktoren gut, aber auch er übersieht die Währungen, denn selbstverständlich gibt es auch eine zeitliche Disparität zwischen den Wechselkursen und den Auswirkungen auf Öl, denn Öl wird ja physikalisch transportiert und in Verträgen verkauft, die sich wiederum selber mit Wechselkursen auseinander setzen müssen und in der Regel bis zu einem Zeitpunkt in der Zukunft fixiert oder zumindest gehedged sind. Heisst, die Auswirkungen der Wechselkurse auf Marktstrukturen haben eine zeitliche Verzögerung.

Unbedingt beachten müssen wir auch, dass heute um 13:45 Uhr der neue EZB Entscheid kommt und um 14:30 Uhr dann doch wieder eine Pressekonferenz mit Mario Draghi. Nun wird es heute mit 99% Sicherheit wohl keine grundlegenden Änderungen in der Policy geben, wäre es anders, hätte Draghi die Märkte schon vorbereitet. Aber heute stehen die Details zum Anleihenkaufprogramm an.

Und die werden vom Markt mit Sicherheit kritisch beäugt und auch hinterfragt werden. Denn der Absturz des Euros hat in hohem Masse mit Erwartungen an dieses QE der EZB zu tun. Sollten die Details zum Programm den Markt heute enttäuschen, wird das den Euro nach oben bringen und den DAX nach unten zerren. So einfach scheint die Kurswelt im Moment.

Wir schauen deshalb lieber auf den Leitindex S&P500, um zu erkennen, ob der Markt als Ganzes nun noch im Korrekturmodus ist, oder der schon wieder beendet sein könnte. Und der S&P500 hat eine klare Aussage, die durch tiefere Hochs und tiefere Tiefs untermauert ist: die Korrektur dauert an:

S&P500 05.03.15 2

Ich muss die Varianten nun bestimmt nicht in das Chart zeichnen, denn Sie als treue Leser sehen leicht, was das nun bedeutet. Auf jeden Fall ist doch faszinierend, wo genau der S&P500 gestern geschlossen hat, oder?

Zu einer fortdauernden Korrektur im S&P500 passt auch, dass die initiale Schwäche zwar gestern auch wieder gekauft wurde - wie in den letzten Tagen - aber die Gegenbewegung dann doch keinen durchschlagenden Erfolg hatte und schnell ihre Kraft verloren hat.

Das ist eine bemerkenswerte Änderung des Charakters, denken Sie an meine Worte von gestern 11:40 Uhr zum "Korrekturverhalten", wo ich genau so einen Mechanismus beschrieben habe.

Sollten die versprengten und desillusionierten Bären also dieses Mal in der Lage sein, aus der Chance etwas zu machen, dann sind wir nun langsam an dem Punkt, an dem sich die Korrektur wirklich nach unten in Bewegung setzen könnte. Im mittelfristigen Chart sieht man auch sehr schön, wo wir da nun vielleicht stehen:

S&P500 05.03.15

Trotzdem sind das alles nur Möglichkeiten, auch der S&P500 ist in der Hand der Bullen und solange so ein Triggern so einer Topformation wie oben nicht kommt, sind das nichts weiter als "feuchte Träume" versprengter Bären. Werden wir also nicht zu schnell zu skeptisch, die Bullen haben nach wie vor unser Vertrauen verdient und ich rechne persönlich zwar mit allerlei fortdauerndem "Kursgezappel", am Ende aber doch eher wieder einer Auflösung nach oben.

Und im DAX dürfen wir einfach die derzeit gültige, schlichte Logik nicht unterschätzen, die da lautet: solange der Euro fällt, steigt der DAX - zumindest nominell in Euro gerechnet.

Und wenn wir auf das Chart von EURUSD schauen sehen wir ja schnell, dass bis zur Parität noch gut Luft nach unten ist:

EURUSD 05.03.15

Und langsam gewinnt man beim Euro den Eindruck, dass der Markt diese Parität sehen will. Auch das Chart deutet in diese Richtung.

Aber trotz der grundlegend bullischen Erwartung, sollten wir die obigen Szenarien besser im Hinterkopf behalten, damit wir - wenn sie eintreten sollten - schnell und konsequent agieren können. Insbesondere die heutige EZB Pressekonferenz um 14:30 Uhr hat das Potential, den Euro durchzuschütteln. Und wenn der Euro den weiteren Absturz Richtung Parität im Chart noch verhindern will, dann wäre heute "allerletzte Eisenbahn" dafür!

Ich wünsche einen erfolgreichen Tag!

Ihr Hari

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Raptoren im DAX

Der folgende Beitrag ist ein kleiner Auszug aus Hari Live von gestern Dienstag 06.01.15 14:30

Ich weiss nicht, ob Sie es bemerkt haben, aber wir hatten heute im DAX wieder so einen massiven Fakeout - ohne Sinn und Verstand sozusagen.

Derartiges Geschehen beobachte ich nun zunehmend im DAX und denke, dass dahinter wahrscheinlich aggressive Raubtier-Algorithmen stehen, sozusagen die "Raptoren des DAX Handels".

Schauen Sie mit mir mal auf das Intraday Chart des DAX Futures:

DAX 06.01.15

Sie sehen eine perfekte Wende, die sich da andeutete. Ich hatte diese heute früh angekündigt und sie ist ja nun auch gekommen, wir sind im DAX nun Stand 14:30 Uhr unter 9600 und damit genau da, wo ich die Gegenbewegung vermutet hatte.

Nur um ziemlich genau 09:38 Uhr brach der DAX "ohne Sinn und Verstand" massiv ein. Einfach aus dem Nichts, ich kann dafür keinen Auslöser verorten. Der S&P500 hat diesen Einbruch auch nicht bestätigt und sich im Zeitraum kaum bewegt, da war also nichts Relevantes. In anderen europäischen Märkten sieht man auch solche Effekte, wenn auch oft schwächer, das können aber "Schatten" der DAX Bewegung sein, denn die Märkte sind durch automatische Handelssysteme miteinander verknüpft.

Auffällig ist einfach, dass damit eine ganz logische Erholungsbewegung noch einmal abgeschossen wurde und alle frühen Bullen vernichtet wurden, obwohl die Bewegung danach doch wie geplant und als ob nichts passiert wäre, abgelaufen ist.

Ich erinnere mich besonders an den denkwürdigen 16.10.14, als der DAX auf der wichtigen Unterstützung von 8500 sass und ganz klar für einen deutlichen Rebound reif war. Auch an dem Tag kam am Vormittag dann noch ein massiver Einbruch "ohne Sinn und Verstand", der alle frühen Bullen zerstörte und danach, am Nachmittag begann dann - initiiert durch die Wallstreet - doch die V-förmige Bewegung, die den DAX in kurzer Zeit von 8.354 bis über 10.000 Punkte brachte.

Eine gewaltige Rally also, bei der alle besonders gekniffen waren, die eigentlich richtig positioniert waren und dann aber durch diesen plötzlichen Einbruch rausgekegelt wurden und den Einstieg nicht mehr schafften. Aber auch in den folgenden Wochen, habe ich im kleineren Massstab im DAX immer wieder solche Fakeouts am Vormittag erlebt, bevor dann eine echte Erholungsbewegung einsetzte.

Es ist mir unmöglich die Quelle dieser Bewegungen genau zu verorten, ganz klar ist aber für mich, dass das kein normales Marktgeschehen ist, sondern hier grosse Kräfte ihr Spiel mit den Anlegern treiben. So viel gehört im vormittäglichen Handel im DAX gar nicht dazu, der DAX ist halt einfach nur ein Index der zweiten Reihe mit beschränktem Volumen und ein Algo, der gut getimed und mit genügend Feuerkraft, den Index an der richtigen Stelle über die Klippe schiebt und dabei vielleicht noch Zugriff auf die Order- und Stopdaten hat, kann schnell eine Kaskade der Verkäufe in Gang setzen und davon selber profitieren, weil er unten - nach der Kaskade - wieder covered und die Gewinne einstreicht.

Für uns bedeutet das Geschehen ein weiteres klares Indiz dafür, dass wir uns bei mittelfristigen Trades von im System liegenden und Intraday scharf geschalteten Stops mehr und mehr verabschieden müssen. Nur bei echtem Intraday-Handel kann man darauf trotz dieser Einflüsse nicht verzichten.

Ich selber traue mich mit Stops im System eigentlich nur noch an die sehr liquiden S&P500 und NASDAQ heran, die noch am verlässlichsten und ruhigsten agieren. Im DAX und bei Einzelaktien, stelle ich bei mittelfristigen Anlagen aber zunehmend auf Stops auf Basis von Tagesschlusskursen um, die ich händisch kurz vor Handelsschluss in die Wege leite. Diese Technik ist mit mehr Disziplin und Zeitaufwand verbunden, schützt aber dagegen, durch solche Spielereien wie heute permanent rasiert zu werden.

Denn es gibt fast nichts Schlimmeres, als den Markt auf den Punkt exakt antizipiert zu haben und dann durch solche Eingriffe doch heraus geworfen zu werfen, bevor genau das passiert, was man sowieso erwartet hatte. Der Begriff "Raptoren" ist für diese Art Algos völlig zutreffend.

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S&P500 und DAX – Ein Markt zum Misstrauen …. und zum Mitgehen.

Die folgende Marktlage habe ich in Hari Live gestern Montag 10.11.14 08:30 in leicht anderer Zusammenstellung veröffentlicht.
Diese ist aber auch heute immer noch unverändert gültig.

Guten Morgen!

Der Markt hat ja letzte Woche im wesentlichen mitgespielt und sich wie von mir erwartet verhalten: eine leichte Konsolidierung am Wochenanfang, die im S&P500 bis 2000 führte, wurde von einem erneuten bullischen Schub abgelöst.

Allerdings haben wir im Verlauf der Woche und vor allem gegen Ende, doch ein Menge wilder Swings gesehen, die Fragezeichen aufwerfen. Und das nicht nur bei einzelnen Aktien, sondern zum Beispiel auch gewaltige "Selling on Strength" Prints im Moneyflow, wie ich sie noch nie gesehen habe.

Vor uns liegt nun eine von äusseren Einflüssen her eher ruhige Woche. Die Quartalssaison nähert sich dem Ende, Notenbank-Events stehen nicht an und auch die Wirtschaftsdaten sind eher spärlich. Und am Dienstag ist in den US auch noch der Feiertag "Veterans Day", an dem zwar die Aktienmärkte geöffnet sind, aber die Anleihenmärkte geschlossen und deswegen das Volumen eher gering.

In der kommenden Woche kann der Markt sich also mal mit sich selbst beschäftigen, was aber keineswegs bedeutet, dass es von den Bewegungen her eine ruhige Woche wird. Denn die Spannung im Markt ist immens.

Ich denke wir alle fühlen diese Spannung. Der Schub heraus aus den Tiefs war in Geschwindigkeit und Momentum geradezu unglaublich und stärker als alles, was wir in den vergangenen Jahren gesehen haben. Unzählige Marktteilnehmer wurden dabei zurück gelassen, weil auf so etwas kann man einfach nicht wetten. Diese Marktteilnehmer haben nun aber Druck, bei jeder Gelegenheit wieder einzusteigen.

Gleichzeitig fühlt sich die Bewegung im S&P500 "falsch" und "unwirklich" an, sie passt einfach nicht zu menschlichem Verhalten und ich bin auch sicher, dass hier die immer grössere Dominanz der trendfolgenden Algos ihre Spuren hinterlässt.

Diese Dynamik wirkt aber in beide Richtung und auch nach unten, wir tun also gut daran, uns in den kommenden Jahren auf immer brutalere Swings einzustellen, wie sie von Menschen nie generiert würden, weil diese weit früher auf die Seite treten würden und eine Bewegung nicht bis zum letzten Tropfen ausquetschen.

Vor diesem Hintergrund machen die gewaltigen SOS Prints natürlich ein ganz mieses Gefühl im Nacken und auch die sonstige Markttechnik ist nach oben nun so überdehnt, dass man nach "normalen" Massstäben der vor ca. 5 Jahren vergangenen Börsenwelt, in keinem Fall mehr in diese Bewegung hinein kaufen dürfte.

Auch kompetente Marktbewertungen wie die von "The Fat Pitch", signalisieren viele gute Gründe, sich nervös am Hinterkopf zu kratzen.

Genau diese Skepsis ist aber die Wall of Worry, die den Markt nach oben treibt. Und wir tun daher gut daran, uns nur nach dem einzigen objektiven Faktor zu richten, der am Markt existiert. Und das ist die Price-Action, die übrigens auch für die Algos die wesentliche Grundlage darstellt.

Schauen wir auf die Price-Action im Tageschart des S&P500, wird dann die komplexe Lage eigentlich für uns wieder einfach. Das Retracement von Dienstag hat uns den Gefallen getan, die 2000er Marke wieder von oben zu testen. Solange diese Marke nicht mehr unterschritten wird, kann man dem Aufwärtstrend mittelfristig weiter folgen, der durchaus das Potential hat, nach oben alle zu überraschen.

S&P500 09.11.14

Sobald aber die 2000 nach unten durchschlagen werden, ist die Wahrscheinlichkeit erheblich herauf gesetzt, dass der Markt in einen "Gapfill-Modus" nach unten geht. Und da lauern jede Menge Gaps, die in dieser unwirklichen Bewegung seit dem 15.10. offen gelassen wurden.

Oberhalb 2000 dabei bleiben, unter 2000 grosse Vorsicht, so einfach sehe ich aktuell die Lage im S&P500.

Im grösseren Bild mit Wochenkerzen, sehen wir dann den Trendkanal und sehen auch, dass da nach oben durchaus noch Platz bis ca. 2100 ist, bevor dann eine Gegenbewegung eine ganz hohe Wahrscheinlichkeit bekommt. Und wir sehen, wie intakt der Trend ist:

S&P500 09.11.14 2

Insofern muss man den Einbruch vom 15.10. als "false Move" betrachten und die Regel "from false moves come fast moves", hat sich mal wieder eindrucksvoll bestätigt.

Im DAX dagegen ist die Lage komplexer als im S&P500. Ein Blick auf das Wochenchart zeigt schnell, dass selbst eine Bewegung bis 9600 immer noch zu einer grösseren Topbildung passen würde. Erst ein Erreichen des "grünen Sterns", was einem Übersteigen des Hochs vom 15.09.14 bei 9891 gleichzusetzen ist, würde dieses Risiko überzeugend vom Tisch nehmen:

DAX 09.11.14

Wir sehen in dem Chart auch, dass der Aufwärtstrendkanal im Gegensatz zum S&P500 ganz klar im August gebrochen wurde. Und im Gegensatz zum S&P500 gab es eben keinen Schub, der das schnell negierte.

In der kurzfristigeren Sicht erkennen wir, wie der Measured Move der iSKS (blaue Pfeile) nun auch im DAX unter 9400 erreicht wurde:

DAX 09.11.14 2

Wir erkennen auch, dass die Lage nun offen ist, wobei kurzfristig die bullischen Signale noch! überwiegen, denn die Trendlinie, die sich seit dem Tief vom 16.10.14 geformt hat, ist (noch) völlig intakt. Allerdings ist diese so steil, dass ein Bruch schon bald auf der Agenda stehen sollte und dann ein erstes Warnsignal generiert. Und das könnte nun sehr schnell gehen.

Nach oben wäre nun also ein erneuter, schneller Anstieg über 9400 (grüner Stern) klar trendbestätigend und würde Kursziele im Bereich 96xx eröffnen. Nach unten darf aber das Tief von Freitag bei 9239 nicht mehr unterschritten werden, das wäre dann einem Trendbruch gleichzusetzen.

Fazit:

Es gibt tausend gute Gründe, diesem Markt und dieser Bewegung zu misstrauen. Auch ich habe ein mieses Gefühl bei der ganzen Geschichte, gefühlt "passt das nicht", was der Markt da gerade macht. Alle diese Gründe sind aber nichts wert, solange die Price-Action keine bestätigenden Signale liefert.

Denn der Preis ist der ultimative Richter. Und dem folgen wir. Und mit einem Risikomanagement bei einer Bewegung im S&P500 unter 2000, sind wir so nahe an den aktuellen Kursen, dass man sich auch innerlich entspannen kann und dem Markt überlassen, wie er dieses verrückte Geschehen am Ende auflösen will.

Ihr Hari

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Trading – Von Abwehr auf Angriff umschalten

Der folgende Artikel erschien 21.10.14 18:20 in Hari Live und wird hier in gekürzter Form in den freien Bereich gestellt

Kennen Sie das auch? Wenn eine Mannschaft beim Fussball zu stark in die Defensive gerät und sich zurück drängen lässt und nur auf die Verteidigung konzentriert, dann sehen wir oft am Spielfeldrand den Trainer mit den Armen rudern und "Raus! Raus!" schreien.

Meistens hören die Spieler das aber gar nicht mehr, zu sehr ist ihre Psyche nun auf Abwehr gerichtet. Dass man auch Angriff spielen könnte, scheint in der Dynamik des Momentes vergessen. Und schnell zwischen Abwehr und Angriff hin und her zu schalten, ist eine der Übungen, die nur gute Mannschaften so richtig "drauf" haben.

Auch an der Börse ist das für uns eine der schwierigsten Aufgaben. Und ich bin ganz sicher, einigen von Ihnen ist das in den letzten Tagen so gegangen.

Da dürften auch einige dabei sein, die eher etwas zu spät unter dem Eindruck der doch immer weiter fallenden Kurse ausgestiegen sind und erst spät das getan haben, was ich schon viel weiter oben gepredigt habe: Risikomanagement.

Und die dann bei dem brutalen und auch für mich überraschenden Taucher des DAX unter 8500 am Donnerstag Vormittag, ermattet aber glücklich durchgeschnauft haben, weil sie endlich draussen waren. Jetzt hätte es für diese Anleger immer weiter runter gehen können, nur will uns der reflexive Mr. Market diesen Gefallen nie tun, denn der hört systemimmanent genau dann auf zu fallen, wenn die Letzten raus geschüttelt wurden. Und so wurde der unerwartete Taucher unter 8500 zur brutalen Bärenfalle. Eine ähnliche Falle wurde den Bären noch einmal heute im frühen Handel aufgestellt.

So kam der Rebound über 8500, der ein erstes Zeichen einer möglichen Wende war. Und im S&P500 Future deutete sich parallel der Doppelboden an, den ich noch am Donnerstag 16.10. Nachmittag mit den deutlichen Worten "Achtung!" in Hari Live thematisiert hatte und von dem wir so schön profitieren konnten.

Jetzt hätten viele also ab letzten Donnerstag schnell und flexibel von Abwehr auf Angriff umschalten müssen, oder zumindest sich langsam eine Angriffsstrategie zurecht legen, wenn sie nicht kurzfristig, sondern mittelfristig agieren. Nur vielen dürfte das emotional gegen den Strich gegangen sein, endlich ist man draussen und will nun auch mal seine Ruhe haben!

Und deshalb machen wir Menschen dann erst einmal gar nichts und bleiben in unserem dominanten Modell (hier Defensive), das ja zuletzt so hervorragend funktioniert hat. Und wenn die Kurse dann doch steigen, kommt auch die Reue dazu, nicht dabei zu sein. Und die nagt an uns und macht unzufrieden.

Man könnte also sagen, unsere Psychologie ist ein Tanker, der zu lange braucht um sich zu lösen und zu drehen. Wie leicht oder schwer es uns dabei fällt, von Abwehr auf Angriff umzuschalten, ist aber auch stark vom Typus abhängig. Gerade der Typus "Gründler", den ich hier schon einmal beschrieben habe - Menschen also, die Dingen gerne auf den "Grund" gehen und typischerweise sich auch gerne in Details vertiefen - tut sich schwer damit, schnell umzuschalten. Wer dagegen eher immer das "grosse Ganze" im Blick behält, alles mitbekommen will und Details daher vermeidet wo möglich, hat es da psychologisch einfacher in einem volatilen Markt.

Und deshalb ist es so eminent wichtig, dass wir uns mit unserer Strategie, wie zum Beispiel mit dem Pattern Trading, das ich Ihnen zuletzt am S&P500 so erfolgreich gezeigt habe, einen objektiven Rahmen geben, dem wir dann auch folgen. Denn der Rahmen - wie bei mir die Muster (Pattern) - sagt einem dann schon, wann es Zeit wird von Abwehr auf Angriff umzuschalten. Dass das funktioniert, haben wir gerade wieder gesehen.

In jedem Fall aber müssen wir dieses Grübeln vermeiden, wie die Kurse morgen sein werden. Das macht uns nur fertig und wir bleiben dann in der Regel im alten Verhalten und warten ab und sind dadurch gerade nicht in der Lage umzuschalten.

Also: es gibt viele Wege von Abwehr auf Angriff umzuschalten. Der "normale" und für die meisten auf der mittelfristigen Zeitebene wohl auch Richtige, ist der gleiche Weg, mit dem wir aus dem Markt ausgestiegen sind: der inkrementelle Einstieg in Schritten anhand der Marken und Muster.

Aber es gibt eben auch Methoden, mit denen man aggressiv solche Rebounds spielen kann und frühzeitig dabei sein - mit höherem Risiko natürlich. Dafür aber ist für diese Methoden egal, ob es sich um einen nachhaltigen Rebound oder nur um einen mehrtägigen Bounce im bestehenden Abwärtstrend handelt - Hauptsache der Kurs steigt die nächsten 24 Stunden, dann ist man bei solch aggressiven Einstiegen in Wende-Momentum, schon auf der sicheren Seite.

Welchen Weg man aber auch für sich persönlich geht, entscheidend ist, dass man den Wechsel von Abwehr auf Angriff überhaupt vollzieht und nicht verschläft, weil man keine Lust hat, sich schon wieder auf eine neue Situation einzustellen.

Denn ohne Angriff, kann man kein Spiel gewinnen. Beim Fussball ist das so. Ohne Abwehr aber auch nicht. Das Umschalten zwischen beidem, ist das grosse Geheimnis des Erfolges - nicht nur beim Fussball!

Und mit aktivem Handeln am Markt, können auf die Dauer nur die Menschen erfolgreich sein, die es lieben und es spannend finden, sich auf neue Situationen einzustellen.

Wer diese Psychologie nicht in sich hat, sollte sich eine langfristig orientierte, eher passive Strategie zurecht legen, die idealerweise rein von Indikatoren getrieben wird. Und die damit für Ruhe und Beständigkeit sorgt.

Oder er kann zwar aktiv handeln, muss aber den Zeithorizont so wählen, dass er nur auf langfristigen Charts agiert und sich daher für die täglichen Schwankungen nicht interessiert. Das erfordert aber auch die geistige Disziplin, das tägliche Geschehen und die Nachrichten in den Medien ignorieren zu können.

Den eines ist der Markt garantiert nicht: ruhig und beständig. Ich *liebe* ihn dafür! 😀

Ihr Hari

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Marktlage Update S&P500 – Die Macht der Muster

Vor genau einer Woche, habe ich hier im freien Bereich zuletzt einen Blick auf die allgemeine Marktlage gerichtet und Ihnen im Artikel -> Die grosse Marktlage am Beispiel des Leitindex S&P500 <- drei Charts des Leitindex S&P500 gezeigt mit dem Hinweis, dass diese Charts Ihnen ein aussagekräftiges und objektives Bild der Lage vermitteln.

Was ist dann in der letzten Woche nicht alles passiert, denken wir nur an die zumindest übertriebene Meldung am Freitag zu direkten Kampfhandlungen zwischen der Ukraine und Russland, die den DAX hat über 200 Punkte abstürzen lassen.

Und trotzdem, alles was Sie wissen mussten, war in diesen drei Charts und heute, eine Woche später, ist es exakt so gekommen, wie die Charts indiziert haben. Mehr musste niemand wissen, um die Marktlage richtig einzuordnen.

Denn um zu rekapitulieren, sahen wir da einen etablierten Aufwärtstrend mit der guten Chance auf der Trendlinie nach oben zu drehen. Wir sahen die entscheidenden Unterstützungs- und Widerstands-Strukturen, die einen Rebound von einer echten Korrektur trennen und wir sahen die im Aufbau befindliche, potentielle inverse Schulter-Kopf-Schulter Formation (iSKS), bei der damals noch nicht einmal die rechte Schulter Realität war.

Eine Woche später ist die iSKS fast vollendet. Und wer die rechte Schulter zum Einstieg nutzte, nach dem klar wurde, dass es eine rechte Schulter und kein Absturz wird, sitzt nun auf schönen Gewinnen:

S&P500 19.08.14 2

Wer dagegen versuchte, rein aus dem Chart des DAX viel Honig zu ziehen, sitzt nun in einem rechten "Chaos" zwischen Bärenflagge mit erneutem Absturz unterhalb 9400 und doch einem vollen Rebound. Der Grund für das Chaos ist zweierlei. Erstens ist der DAX weit stärker durch die geopolitischen Ereignisse in der Ukraine beeinflusst. Zweitens aber, ist und bleibt der DAX ein "Nebenindex" im weltweiten Massstab - sozusagen ein "Hündchen", dass an der langen Leine der Wallstreet liegt und eben von ausländischen Kapitalströmen massgeblich beeinflusst wird.

Wenn man für die Lage der Weltmärkte die besten und verlässlichsten Signale will, ist einfach der S&P500 der Ort der Wahl. Schauen Sie nur, wie die Falschmeldung von Freitag im S&P500 nur der (erfolgreiche) Retest der Nackenlinie der iSKS war. Schon das indizierte die Stärke, die wir nun seit Anfang der Woche wieder sehen.

Jetzt werden mich einige der freien Leser bestimmt wieder fragen wollen, wie es nun weitergeht. Meine Antwort wird Ihnen nicht gefallen, denn die lautet: "Tut mir leid, Sie stellen erneut die falsche Frage!"

Wie es weiter geht, weiss niemand. Die Zukunft ist offen. Und die, die gerne darüber fabulieren, wissen es schon gar nicht. Vielleicht kommt Morgen wieder eine Nachricht aus der Ukraine und alles ist anders. Vielleicht wird der S&P500 - nachdem die iSKS ihr Bewegungsziel oberhalb 1980 erreichte - nun ein niedrigeres Hoch generieren und in ein Top übergehen. Vielleicht werden aber auch die 2000 im S&P500 bald fallen und der Aufwärtstrend weiter gehen. Hören Sie einfach auf, Ihre wertvolle Lebenszeit und Energie mit Spekulationen zu Dingen zu vergeuden, die Sie sowieso nie vorher sehen werden!

Tun Sie besser etwas anderes. Denn obwohl wir die Zukunft nicht kennen, wissen wir aber eine ganze Menge bei den Dingen, die wir wirklich in der Realität des "Hier und Jetzt" beobachten können. Und die sollten wir nicht übersehen:

(1) Wir wissen, dass ein Erreichen des Bewegungsziels im S&P500 eine sehr hohe Wahrscheinlichkeit hat. Und alle, die die iSKS erkennen konnten, hatten die Chance einen guten Teil dieser Stärke der letzten Tage mitzunehmen. Wir in der surveybuilder.info Community haben das mit grosser Freude getan.

(2) Wir wissen, dass die US Märkte in einem nicht gebrochenen, sehr starken Aufwärtstrend sind. Und dass es keine weltweite Baisse gibt, ohne dass auch US Indizes Schwäche zeigen.

(3) Wir sehen, dass ein Markt,der im Zuge all der geopolitische Krisen so nahe der historischen Höchststände navigiert, grosse innere Stärke hat. Und dabei verarbeitet der Markt sogar die Annahme, dass die FED die Zinsen irgendwann in 2015 anzieht.

(4) Wir wissen, dass uns der Markt mit neuen Mustern schon bald zeigen wird, ob er zu neuen Hochs aufbricht oder hier nun "stallt" und ein Top ausbildet. Wir müssen nur akzeptieren, dass wir ein Top nie zum exakten Zeitpunkt und nie "vorher" erkennen können, wie sollte das denn auch gehen, das wäre sinnloses Raten? Aber wenn sich die Muster zeigen, ein gutes Stück unter dem Top, werden wir sie erkennen, wie wir auch diese Wendeformation vor einer Woche erkennen konnten. Und so können wir immer noch einem Grossteil der Bewegung aus dem Weg gehen und stehen weit besser da als alle, die nur den Stimmungen hinterher rennen.

In Summe ist es also die völlig falsche Frage zu fragen, wie die Kurse morgen sein werden. Wer sich von diesem Ratespiel nicht lösen kann, wird nie auf einen grünen Zweig kommen, denn die Zukunft ist und bleibt unbestimmt. Dass eine ganze Industrie existiert, die Ihnen etwas anderes vorgaukeln will: geschenkt. 🙂

Richtig und sinnvoll ist es aber, die ganze Energie darauf zu verwenden um zu erkennen, was der Markt gerade jetzt in der Realität tut - und dann seine Aufstellung an dieser Realität zu adjustieren. Wenn Sie das schaffen und das mediale Rauschen ausschalten lernen, dann kennen Sie die Kurse von morgen immer noch nicht. Sie sind dann aber so sinnvoll aufgestellt, dass Sie die unbestimmte Zukunft gelassen kommen lassen können.

Zum klassisch prozyklischen Markt-Geplapper der Massen-Medien, hat übrigens Josh Brown gerade einen kurzen, witzigen Beitrag. Das ist wirklich und so typisch! 😉 Und übersehen Sie bitte nicht seinen zynisch, sarkastischen Kommentar "Keep playing, let me know how this works out for you." am Ende des Posts. Da kann ich wirklich nur belustigt grinsen. 🙂

Ihr Hari

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