Chart ohne Worte – 15.10.12 – Leitindex S&P500 im 10 Minuten Chart

22:02 Uhr - Ganz frisch nach Handelsschluss. 🙂

Ich finde den aktuellen Chart des Leitindex S&P500 aus 10 Minuten Sicht sehr eindrucksvoll und möchte, dass Sie das nicht übersehen.

Schauen Sie mit mir also auf den S&P500 Future vom 12.10 und 15.10.

Und dann auf den eigentlichen S&P500 für den längeren Zeitraum seit dem 03.10.

Spannende Charts wie ich finde. Bleibt die Frage: Was sehen Sie ? 😉

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Marktupdate – 14.10.12 – DAX & Co.: Vom Weg des maximalen Schmerzes

14:30

Am heutigen Sonntag Nachmittag möchte ich ein paar Gedanken über die kommende Börsenphase mit Ihnen teilen.

Das der Markt sich derzeit in einem Patt zwischen Bullen und Bären befindet, haben wir hier ausreichend thematisiert und ist offensichtlich.

Das nach Auflösung eines derartigen Patts sich meistens eine dynamische, volatile Bewegung anschliesst, ist statistisch wahrscheinlich und bei regelmässigen Lesern von surveybuilder.info.de bekannt.

Nur wie wird es konkret weiter gehen ? Das ist wohl die 100-Millionen-Dollar Frage.

Sehr kurzfristig, sollten wir dabei zwei Faktoren nicht übersehen:

Erstens hatten wir am Freitag einen signifikanten "Buying on Weekness" Tag für den SPY (=S&P500). Und übrigens auch einen für den íShares MSCI Brazil. Diese Indikatoren sind nicht perfekt als Voraussage, liefern aber statistisch doch ganz gute Ergebnisse, wann Big Money seinen Fuss in den Markt stellt. Möglicherweise spielt bei Big Money auch ein Rolle, dass wir am Montag und Dienstag in Summe zusammen ca. 10 Milliarden POMO Buy Operations der FED im Markt haben. Die Chance auf einen erneuten Bounce ist definitiv da.

Es könnte also gut sein, dass wir Anfang dieser Woche noch einmal ein oder zwei starke Tage erleben. Zur Vorsicht gemahnt dabei aber der gewaltige "Selling on Strength" Print bei Apple am Freitag. Damit drückt Big Money ganz klar aus, dass die Schwäche von Apple vielleicht noch nicht vorbei ist. Und mit Schwäche bei Apple, kann der NASDAQ nicht stark sein.

Die generellen Faktoren, die zum Jahresende für höhere Kurse sprechen sind weiter aktiv, ebenso wie die Verunsicherung, die bis Anfang November von der Präsidentschaftswahl in den USA ausgehen wird. In Summe bleibt uns also nichts weiter als abzuwarten und uns eine Strategie für die verschiedenen Szenarien zurecht zu legen.

In solchen Situationen hat es sich für mich bewährt, mir den "Weg des maximalen Schmerzes" zu vergegenwärtigen.

Also die Marktbewegungen, mit denen die wenigsten rechnen und die das Maximum an Marktteilnehmern auf dem falschen Fuss erwischen würden. Denn gerade weil niemand so positioniert ist, haben diese Bewegungen die fiese Eigenschaft besonders gerne einzutreffen. Vielleicht erinnern Sie sich ja auch noch, dass ich im Juli einen starken Anstieg im 3. Quartal als Weg des maximalen Schmerzes skizziert hatte, eben weil sich das damals nahezu niemand vorstellen konnte. Wir wissen ja nun, was passiert ist. 😉

Hier ist also, was ich dem fiesen und hinterhältigen Mr. Market durchaus zutraue. Stellen Sie sich vor:

.... wir würden Anfang dieser Woche dynamisch hoch laufen und im DAX wieder an 7400 knabbern, so dass alle Bullen denken das war es jetzt mit der Korrektur und die Bären ihre Shorts schliessen um dem Markt hinterher zu hechten. Dann, gegen Ende der Woche kippt der Markt ohne neue Höchststände zu erreichen. Der DAX fällt in 2-3 blutigen Tagen bis knapp unter 7000, der S&P500 unter 1400.

Das Heulen und Zähneklappern würde gross sein. Die Bullen wären in neuen, gerade eingegangen Positionen gefangen und sofort unter Wasser. Das schlimmste was einem passieren kann. Die Bären würde sich die Haare raufen, dass sie kurz bevor der Markt dann wirklich fällt, aufgegeben und ihre Shorts glatt gestellt haben. Und die Medien würden von Analysen überquellen, dass das nun definitiv eine Topbildung sei und Kursziele irgendwo zwischen 6400 und 6700 ausrufen.

Die Bären würde in diesem Moment also bei ihren Shorts nachlegen und die Bullen würden anfangen die Verluste zu realisieren und auszusteigen.

In dem Moment, in dem sich alle sicher sind, dass wir das Top des Jahres 2012 schon gesehen haben und es nun nach unten geht - In dem Moment wo der DAX unter 7000 schaut, in ca. 1-2 Wochen also - beginnt der Markt dann nach oben zu drehen. 🙂 Er steigt dynamisch, erreicht neue Jahres-Höchststände und schiebt und schiebt gnadenlos weiter bis zum Jahresende, das wir mit historischen Höchstständen bei 8500 im DAX und 1600 im S&P500 erreichen.

So würde es Mr. Market schaffen alle - Bullen wie Bären - abzuwerfen und zu zwingen in der entscheidenden Phase den Kursen verzweifelt hinterher zu hechten, was genau die Dynamik der dann folgenden Aufwärtsbewegung begründet.

Nettes Szenario oder ? Und definitiv aktuell der Weg des maximalen Schmerzes.

Für neue Leser muss ich nun den Disclaimer einfügen: das ist keine Prognose meinerseits ! Im Gegenteil, exakt genau so wird es wohl kaum kommen. Und trotzdem macht es jede Menge Sinn, sich dieses Szenario in einer gedanklichen Übung mal ernsthaft zu vergegenwärtigen.

Denn das Szenario macht uns die Volatilität bewusst, die möglicherweise vor uns liegt. Und es erlaubt uns, uns innerlich darauf vorzubereiten. Denn es ist einer der bekanntesten Fehler von Anlegern, dass sie gerade nach längeren Phasen der Bewegung in eine Richtung, die Fähigkeit von Mr. Market zu wilden Swings (die Volatilität) massiv unterschätzen.

Denken Sie also mal intensiv über das Szenario nach und wie Sie mit Ihrem Depot damit umgehen würden. Wenn Sie dafür - für den Weg des maximalen Schmerzes - eine sinnvolle Strategie haben, dann können Sie die Entwicklung der börslichen Herbststürme ziemlich gelassen beobachten.

Denn dann wissen Sie: Sie werden nicht in Panik verfallen, wie so viele andere ! Sie werden sich von Mr. Market nicht emotional hin und her werfen lassen ! Und Sie werden nicht genau im falschen, emotionalen Moment auf den Kauf- bzw Verkaufsknopf drücken ! Denn Sie haben eine Strategie, der Sie gelassen folgen werden.

Ich wünsche Ihnen gute Entscheidungen !

Ihr Hari

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Marktupdate – 10.10.12 – Miese Stimmung = DAX steigt ?

08:45 Uhr

Ein sehr kurzes Update vor der Handelseröffnung.

Gestern hat Alcoa seine Zahlen im erwarteten Rahmen geliefert. Sie waren objektiv - aufgrund der weltweiten Konjunktur - wie erwartet nicht gut, aber auch nicht katastrophal schlecht. Das Spielchen mit den "besser als erwartet" Meldungen kann man da sowieso vergessen, die Analysten drücken die Erwartungen bewusst etwas unter die tatsächlichen Zahlen, um diesen psychologischen Effekt zu erzeugen.

In Summe ist die Stimmung im Markt eher schlecht. Das Web quillt über von Kommentaren, nach denen wir gerade eine grosse Topbildung erleben und die Quartalszahlen schrecklich sein werden. Auch die gestrigen Abgaben müssen nach meiner Einschätzung vor diesem Kontext gesehen werden.

Man kann aber als Anleger nichts dümmeres machen, als sich nach diesen Stimmungen zu richten. Lässt man es zu, wird man wie eine Sau durchs Dorf getrieben und ist schnell sein Geld los.

Statt dessen sollten wir uns nach dem richten, was uns Mr. Market mit seinen Kursen sagt. Und diese Botschaft ist:

Wir sind nun etwas überverkauft und notieren nahe an Unterstützungszonen, wie die Zone um die 7200 im DAX. Das Sentiment ist schlecht und die Erwartungen gering. Sollte der Bulle noch leben, sind das die Inkredenzien um die Bären auf dem falschen Fuss zu erwischen.

Insofern wird uns die Price-Action diese Woche sehr genau zeigen was los ist. Drehen wir nun trotz der miesen Stimmung wieder nach oben, ist der Bulle am Leben und man sollte kurzfristig eher mit einem weiteren Schub nach oben rechnen, der die Bären aus ihren Positionen squeezed.

Fallen wir nun aber durch, ohne dass die Bullen ihre Muskeln zeigen, dann ist eindeutig etwas anders im Markt als bisher. Dann werde ich zum ersten Mal seit dem Juni wieder ernsthaft über einen fallenden Markt nachdenken.

In diesem Sinne ignorieren Sie die Stimmung, die über Medien an Sie heran getragen wird. Folgen Sie statt dessen den Signalen des Marktes. Denn da wo echtes Geld eingesetzt wird, hört das Spiel der Behauptungen und Vermutungen auf und es wird bitter ernst.

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Marktupdate – 08.10.12 – Angst vor den Quartalszahlen

16:30 Uhr

Ein sehr kurzes Update.

Angst vor den anstehenden Quartalsergebnissen - bei denen die Mehrzahl der Marktteilnehmer schlechte Zahlen erwartet - erzeugt leicht Schwäche im Markt.

Solange wir in in der Konsolidierungszone in den Indizes bleiben, betrachte ich das als positiv, denn es bietet Raum für positive Überraschungen bei den Quartalszahlen.

Insofern bleibt meine Einschätzung gegenüber Freitag unverändert und uns bleibt nichts übrig als abzuwarten.

Bemerkenswert ist heute, dass Apple nun die Nackenlinie der Schulter-Kopf-Schulter Formation durchschlagen hat und damit nun klares Abwärtspotential in den Bereich 600-606 USD besitzt, je nachdem wie man die Nackenlinie zeichnet. Allerdings nur, wenn wir zum Tagesschluss immer noch unter der Nackenlinie stehen. Sollte Apple Intraday wieder drehen, ist das Setup wohl invalidiert.

Bemerkenswert ist insbesondere im DAX erneut, dass der Index viel besser aussieht, als das, was bei der Mehrzahl der Aktien passiert. Bei vielen Titeln sehen wir heute ein Minus von 2%. Einige wenige Schwergewichte halten aber den Index zusammen. Man sieht daran erneut die grossen Nachteile eines Index, der nur auf 30 Titeln fusst.

Übrigens einer der Gründe warum ich einen grossen Bogen um den Dow Jones Industrial Average mache und nur den breiteren S&P500 betrachte. Abgesehen davon hat der DJIA dann auch noch eine ziemlich absurde (weil kursbasierte) Art und Weise, die Gewichtung zu berechnen. Denn er ist preisgewichtet, was zu einer absurden Überbetonung von Aktien mit einem zahlenmäßig hohen Wert führt. Ich kann den DJIA daher nicht wirklich ernst nehmen.

Bei Gold wird die anfängliche Schwäche auch schon wieder gekauft, ich bin gespannt wie es weitergeht, eine Konsolidierung herab bis 1700 USD ist keineswegs unmöglich, dann aber möglicherweise eine schöne Kaufgelegenheit.

Des weiteren fällt heute der Kohlesektor mal wieder mit Stärke auf, die Gründe sind mir Stand 16:30 Uhr noch unklar.

Ich wünsche Ihnen viel Erfolg !

Ihr Hari

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Gastkommentar: Technisches Trading mit “The Trend is your friend”

Technisches Trading mit "The Trend is your friend" - Ein Gastkommentar von "Jacky"

Mit diesem Beitrag möchte ich zeigen, dass die Börsenregel "the trend is your friend" helfen kann Verluste einzugrenzen oder einen eventuell höheren Gewinn mitzunehmen, als man durch subjektives Trading erreichen kann (hier betrachteter Zeithorizont beträgt Tage bis einige Monate).

Bei der Beobachtung von Aktien überkommt viele Privatanlegern das Gefühl, dass einige Aktien, in die man investieren möchte, bereits seit einiger Zeit fallen und es gar nicht mehr tiefer gehen kann. Also investiert man. Und aller subjektiver Beurteilung zum trotz fällt sie weiter. Das gleiche gilt für Aktien in die man investiert ist: soll man sie verkaufen, da sie seit ein oder zwei Wochen fallen oder ununterbrochen angestiegen sind?

Es zeigt sich jedoch, dass Aufwärts- und Abwärtstrends viel länger anhalten können, als man dies antizipiert. Zu der Definition eines Trendanfangs/-ende: Als positive Trendwende bezeichne ich zwei aufeinanderfolgende Hochs, wobei das letztere Hoch höher ist UND zwei aufeinander folgende Tiefs wobei wiederum der letzte höher ist. Ein positiver Trend hält solange an, bis sowohl das neueste Hoch als auch das neueste Tief tiefer liegt, als die jeweils früheren, d.h. es entsteht eine negative Trendwende.

Mit dieser Definition kann man historische Daten analysieren. Der unten gezeigte Graph zeigt exemplarisch den S&P500 (Tageschart) seit 2011 wobei der farbliche Balken am unteren Bildende, den zu dem Zeitpunkt vorhandenen Trend darstellt (grün: Aufwärtstrend; rot: Abwärtstrend). Den Trend kann man einfach erhalten, in dem man die einzelnen aufeinander folgenden Hochs und Tiefs analysiert (hier via Matlab)

Die interessante Frage ist jetzt natürlich: wie lange hält ein Trend an? Dazu habe ich die Trends des S&P 500 seit 1990 analysiert und sehe, dass die durchschnittliche Trendlänge für einen positiven Trend 37 Börsentage ist (ca 7 Wochen) und für einen negativen Trend 22 Börsentage (ca 4 Wochen) ist. Der jetzige Trend läuft meiner Analyse zu Folge übrigens seit dem 15.Juni 2012 und der S&P500 Index hat seit dem 6.7% zugelegt. Man sieht ebenfalls, dass der S&P 500 sich gerade (wieder einmal) an einem aus Trendsicht wichtigem Punkt befindet: steigt er in der nahen Zukunft, ist der Trend intakt, ansonsten wird es ein neues Tief geben, was tiefer liegt als das letzte - was eine eventuelle Trendwende ankündigt.

Der folgende Graph zeigt seit 1990 alle Trends, die mein Programm im SP500 gefunden hat. Das schwarze Kreuz ist der Punkt, an dem wir uns gerade befinden (28.09.2012). Das dritte Subpanel beschreibt zudem den durchschnittlichen prozentualen Gewinn bei positiven Trends (grün) und den durchschnittlichen Verlust bei negativen Trends (rot) als Funktion der Trendlänge.

Hierbei erkennt man deutlich, dass Trends sehr kurz sein können (Bären/Bullenfallen), aber auch sehr lange andauern können (z.B. das gesamte zweite Halbjahr 2006). Um die Wichtigkeit der Börsenregel weiter zu verdeutlichen: hätte man am 01.01.2007 eine bestimmte Summe in den SP500 Index investiert, würde das Depot heute immer noch den gleichen Betrag besitzen (zwischenzeitlich weitaus weniger). Folgt man dem Trend und wäre nur während eines positiven Trends in dem SP500 investiert, hätte man heute mindestens 50% Gewinn (Annahme bei jedem Kauf und Verkauf je 0.2% Orderkosten).

Der Gewinn hängt davon ab wie gut man die Trends erkennt - vor allem wann ein Trend beginnt oder endet. Oft ist ein Tief plötzlich tiefer ist als das letzte und danach etabliert ein höheres Hoch den Trend wieder etc. Wie lange Trends anhalten hängt auch von den Aktien ab: sind sie volatil oder eher nicht? Der untere Graph zeigt für einen sehr passiven Trendanalysator die prozentuale Depotgrösse über die Zeit seit 2007 im Vergleich zu der Buy and hold Strategie für den SP500. Hätte man alle Trends richtig erkannt (was bei historischen Daten nachträglich natürlich möglich ist), würde man heute trotz Orderkosten ca 250% des Einstiegswert besitzen.

Noch eine technische Anmerkung: Es wurden keine Dividendenausschüttungen berücksichtigt, die Analyse erfolgt auf Basis der Tagesschlusskurse, in dem Tradingbeispiel seit 2007 ging ich von einem vollen Reinvest der zu handelnden Positionsgrösse aus (was natürlich nicht immer 100% möglich ist) und zudem konnte ich keine Buy/Sell spreads in die Analyse einfliessen lassen.

"The trend is your friend" sollte man also im Hinterkopf behalten. Zum Schluss möchte ich Ihnen noch die viel diskutierte Commerzbank Aktie zeigen und die Interpretation des Graphes Ihnen überlassen. Seit 1990 ist die durchschnittliche positive Trendlänge übrigens ca 4 Wochen, die durchschnittliche negative Trendlänge jedoch mit ca. 6 Wochen deutlich länger.

Viele Grüße,
Jacky

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Marktupdate – 28.09.12 – Von DAX und Gold – Die wichtigen Lehren des Marktes

09:00 Uhr

Heute möchte ich ein paar Lehren aus dem gestrigen Tag ziehen. Sie haben den gestrigen, sehr spannenden Tag ja anhand meines Artikels und der "Live Tips" gut Schritt für Schritt nachvollziehen können. Und Sie bemerken sicher auch, dass ich einer der ganz Wenigen bin, die schon "vorher" mit einer Tendenz den Kopf heraus strecken, statt hinterher klug daher zu reden - was jeder kann.

Welche Schlüsse sollte man in meinen Augen aus dem gestrigen Tag ziehen ?

Markttechnik funktioniert !

Sie haben ja meine Prognose gestern gesehen und ich habe ja auch wieder die Skepsis bei vielen von Ihnen gespürt, weil ich damit gegen die "gefühlte" Situation stand. Auch in anderen Blogs war eher Verzweiflung ob der plötzlich schlechten Nachrichtenlage zu spüren. Verzweiflung und Ärger, die einem den Blick für die Chancen verstellt. Denn diese Emotionen sind immer prozyklisch und damit schon in den Kursen enthalten. Diese Emotionen sind der grösste Feind auf dem Weg zum Erfolg !

Aber wie vorhergesagt kam dann die Wende. Und sie kam genau aus den vorhergesagten Gründen und genau zum erwarteten Zeitpunkt. Schlechte Nachrichten wurde positiv gewertet, nicht weil sie positiver wurden, sondern weil der Markt nach Tagen der Schwäche nun positiv denken wollte. Und das konnte man an der Art wie der Markt auf die 14.30 Uhr Daten reagierte schon ablesen.

Wenn ich gestern also wieder auf den Punkt den Ablauf des Tages antizipierte habe, dann lag das nicht daran, dass ich eine Glaskugel habe. Es lag daran, dass ich rational die Fakten der Markttechnik zur Leitlinie meines Handelns gemacht habe, statt mich von Emotionen treiben zu lassen.

Nachrichten beeinflussen Kurse zwar, sie machen sie aber nicht. Ein Unterschied, den man unbedingt begreifen muss. Wer glaubt in die Richtung der Nachrichten traden zu können, wird ganz schnell arm werden. Denn Mr. Market antizipiert Nachrichten schon im Vorfeld. Was also zählt, ist nicht die Nachricht, sondern die schon eingepreisten Erwartungen im Angesicht der Nachricht.

Bauernregeln funktionieren !

Sie erinnern sich daran, dass ich an dem Reversal von Gold und Öl vorgestern Abend ein folgendes Reversal des Aktienmarktes festmachte ? Genau so ist es gekommen, ziemlich genau 24 Stunden nachdem Gold und Öl ihre Tiefststände sahen.

Der Vorlauf dieser beiden Assets bei Wenden im Markt ist eine klassische Bauernregel, empirisch aus Erfahrung bewiesen, aber nicht rational begründbar. Aber man tut gut daran, solche Regeln zu beachten - ganz pragmatisch so lange, bis sie nicht mehr funktionieren.

Übrigens: zu erkennen, dass beispielhaft Gold vorgestern eine bedeutende Wende hinlegte, ist keineswegs eine Geheimwissenschaft. Das hätten Sie problemlos auch gekonnt und massiv davon profitieren können. Schauen Sie mit mir doch mal auf das 30 Minuten Chart von Gold (XAUUSD):

Am späten Abend des 26.09.12, also vorgestern, habe ich meine beim "Swing High" vom 24.09. taktisch aufgelösten Positionen wieder gekauft und sogar noch oben drauf gelegt. Sie erinnern sich sicher an -> den <- Artikel vom 24.09.12.

Und jetzt frage ich Sie, wer sieht jetzt die Wende bei Gold ? Eben: nun wohl alle. 😉 Worauf sich die Frage anschliesst, warum Sie das nicht schon vorgestern Abend oder spätestens gestern Morgen gesehen haben und eingestiegen sind ? Möglicherweise weil Sie nicht so genau hingeschaut haben, sich aber statt dessen mit ihren Gefühlen, ihrer Angst und ihrer Gier, beschäftigt haben. Woraus sich wieder die Lehre ableitet, die ich hier gebetsmühlenartig mehrfach die Woche herunter leiere: Folgen Sie dem Markt !

Ich weiss, ich höre mich jetzt hier wie ein Oberlehrer an und die mag keiner mit ihrer Rechthaberei. Aber ich betreibe diesen Blog um Ihnen zu mehr Erfolg am Markt zu verhelfen. Und wenn Sie nicht aufhören zu raten und sich vom allgemeinen Sentiment prozyklisch beeinflussen zu lassen, wenn Sie nicht anfangen einfach dem Markt und seinen Signalen zu folgen, wird das nichts werden mit ihrem Erfolg ! Hier Süssholz zu raspeln, macht ihr Depot nicht dicker !

Topping Prozess oder Anlauf zu neuen Höchstständen ?

Keine Ahnung, beides ist möglich und man sollte gedanklich offen sein. Ich habe aus grundsätzlichen Überlegungen eine Tendenz für ein gutes 4. Quartal und einen Lauf zu neuen Höchstständen. Das ist aber definitiv keine Prognose, sondern nur die Wertung der Wahrscheinlichkeiten der mir im Moment vorliegenden Fakten. Und Fakten können sich ändern.

Es wird für mich wichtig sein zu sehen, wie der Markt auf die bald anstehende Quartalssaison reagiert um den Blick aufs Jahresende schärfer einstellen zu können. Eine gewisse Schwäche Mitte Oktober (im DAX durchaus bis knapp unter 7000) würde mich weder überraschen, noch meine grundlegende Sicht deswegen in Frage stellen.

Ist Gold und Silber schon zu weit gelaufen ?

Das könnte man meinen, wenn man die Gewinne sieht, die sich seit Juli kummuliert haben. Hier habe ich aber aufgrund diverser Analysen eher die gegenteilige Meinung. In meinen Augen war gestern Tag 1 eines neues Zyklus, der durch die seichte Korrektur mit dem folgenden "Swing-Low" von vorgestern seinen Abschluss fand.

Nun könnten uns möglicherweise mehrere Wochen starken Momentums im Sektor bevorstehen. Ein "heisser Herbst" sozusagen, was die Edelmetalle angeht. Ich bin seit vorgestern Abend im Sektor wieder massiv investiert und bin insbesondere bei 51 USD wieder massiv in den GDX gesprungen. Nun werde ich die Gewinne laufen lassen. Um das sicher zu stellen, werde ich die Stops weit entfernt lassen, selbst auf die Gefahr hin, dass ich am Ende einen guten Teil der Gewinne wieder verliere. Aber im Sektor erscheint mir das Risiko, einen massiven "Runaway-Move" zu verpassen nun höher. Und Sie wissen ja, Gewinne sollte man laufen lassen, nur Verluste müssen begrenzt werden !

Und jetzt geniessen Sie mit mir das Ende eines sehr guten Quartals. Anfang kommender Woche reviewen wir dann unsere Anfang Juli ausgewählten "Sommer Aktien". @ "Jacky", es wäre toll, wenn Du uns nach Handelsschluss mit den Daten zum Ende September versorgen könntest.

Nächste Woche werde ich dann auch noch etwas intensiver in das 4. Quartal hinein schauen. Ich wünsche einen erfolgreichen Tag !

Ihr Hari

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Marktupdate – 27.09.12 – Long DAX und S&P500 ins Quartalsende ?

08:45 Uhr

Heute früh möchte ich Ihnen kurz erklären, warum ich nun - hin zum Quartalsende - "Long" im Markt bin.

  1. Der Leitindex S&P500 ist nun seit dem Hoch von vor ca. 2 Wochen an 7 von 8 Tagen im Minus und damit ganz klar überverkauft. In der Historie führte das fast immer zu Gewinnen an den Folgetagen.
  2. Wir hatten gestern erneut - nach den letzten Tagen - einen "Buying on Weakness" Tag im SPY. Und diesmal mit 384 Millionen USD einen gewaltigen Print. Das heisst: "Big Money" akkumuliert unter der Decke.
  3. Die Diskussionen ob der Markt ein Top ausbildet, breiten sich aus. Viele kluge und ernst zu nehmende Marktbeobachter wie Dave Landry oder James DePorre werden skeptischer. Vielleicht haben Sie mittelfristig recht, ich bin allerdings überzeugt: kurzfristig "not yet". Denn Tops brauchen lange um sich zu formen und eine weiterer (dann scheiternder) Anlauf auf die Hochs gehört in der Regel dazu.
  4. Gold und Öl, die beide dem Aktienmarkt typischerweise in einem Bottoming-Process etwas voran laufen, sehen beide so aus, als ob sie die Tiefs gestern gesehen haben.

Ziehen Sie Ihre eigenen Schlüsse, ich habe auf jeden Fall meine Hedges reduziert und setze auf Stärke heute und morgen. Meine Meinung werde ich schnell ändern, wenn der DAX heute mit Momentum unter 7250 taucht und die 7200 ins Visier nimmt. In diesen Bereichen der gestrigen Tiefs liegen auch viele meiner Stops für die Longs, mit denen ich nun zum Ende der Woche im Markt bin.

Ich wünsche Ihnen gute Entscheidungen !

Ihr Hari

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Wie geht es weiter mit DAX & Co. – 26.09.12 – Über die Bedeutung der USD Entwicklung

09:00 Uhr

Gestern setzten im späten Handel der Wallstreet Gewinnmitnahmen ein, die den S&P500 bis fast 1340 herunter brachten. Damit stellt sich die Frage, ob das Quartalsende bis Freitag nun von weiteren Gewinnmitnahmen geprägt ist und wie es darüber hinaus weitergeht.

Was die kommenden Tage bis Freitag angeht, bin ich relativ leidenschaftslos. Ich denke es wird auf der einen Seite weitere Gewinnmitnahmen geben und deswegen ist heute weitere Schwäche gut möglich. Auf der anderen Seite werden aber unterinvestierte Marktteilnehmer diese Gelegenheit nutzen um einzusteigen bzw "Window-Dressing" zu betreiben.

So hatten wir am Montag und Dienstag in der Schwäche schon wieder "Buying on Weakness" Prints, die Sie nachlesen können.

Insofern rechne ich persönlich eher nicht mit gewaltigen Abwärtsbewegungen. DAX 7200 und S&P500 1420 sind aber gut drin, ohne irgend einen Schaden anzurichten. Im Gegenteil, es wäre sogar sehr gesund für den Markt !

Schauen wir darüber hinaus ins 4. Quartal, ist meine bullische Grundannahme weiterhin intakt. Zwei wesentliche Argumente kennen Sie schon:

  • Das insbesondere in Europa noch sehr negative Sentiment stützt die Kurse, weil es zeigt wie unterinvestiert Teile des Marktes sind.
  • Die Geldflut der Notenbanken weltweit wird im 4. Quartal ihre Wirkung zeigen, wenn die Programme scharf geschaltet sind. Alles andere wäre historisch der "diesmal ist es anders" Fall. Auch der kann eintreffen, darauf wetten würde ich aber fuglich nicht !

Es gibt aber noch ein weiteres, signifikantes technisches Argument und das kommt aus dem Dollarindex. Denn die Assetklassen, insbesondere im Bereich Industrie, Rohstoffe und Edelmetalle sind massiv von den Bewegungen in den Währungspaaren zum Dollar abhängig. Ein schwacher Dollar führt fast zwangsläufig zu einer weltweiten "Risk-On" Rally, die dann selbst währungsbereinigt in EUR noch Gewinne übrig lässt.

Nun schauen Sie mit mir mal auf das langfristige Wochenchart des EURUSD Währungspaars seit 2008:

Man sieht sofort, dass der Chart uns eine massive und langfristige Umkehrformation im Sinne einer inversen Schulter-Kopf-Schulter Formation zeigt. Ebenso wichtig ist aber die aktuelle Bullenflagge, die sich auszubilden scheint. Deutlicher kann man die im Tageschart von EURUSD erkennen:

Das sieht ganz klar nach einer Bullenflagge aus und wir sind darüber hinaus kurz davor die 200-Tage-Linie zu touchieren.

Noch einmal zum Verständnis, solche Chartformation sind erst dann bestätigt, wenn Sie vollzogen sind - hier also wenn sich die Bullenflagge nach oben auflöst. Im Vorfeld wie heute ergeben diese sich abzeichnenden Strukturen nur eine leicht erhöhte Wahrscheinlichkeit, nicht mehr. Aber das ist doch auch schon was. 😉

Wenn Sie übrigens eine Parallelität zur Anschauung einer Bullenflagge in EURUSD wollen, schauen Sie einfach im Wochenchart, wie EURUSD Mitte 2010 aus dem Tief kam. Die Bullenflagge und was danach passiert ist deutlich zu sehen. Wie dagegen eine weit ernster zu betrachtende Umkehrformation aussieht, können Sie Ende 2008 beobachten. Eine derartige bärische Fahne haben wir aber weder heute noch hatten wir sie 2010.

Insofern würde ich dieser Tage nun ganz genau auf EURUSD schauen. Sollte sich die Bullenflagge bewahrheiten, werden wir mit hoher Wahrscheinlichkeit in den "Risk-On" Assets weiter hochlaufen. Insbesondere die aktuelle Konsolidierung bei den Edelmetallen und Minen dürfte dann eine Kaufgelegenheit sein, die man nicht verpassen sollte.

Trotz meiner mittelfristig klar bullischen Orientierung, dürfen wir aber nie die Demut verlieren zu wissen, dass Mr. Market auch komplett andere Pläne haben kann. Alles was ich hier zu bieten habe sind Wahrscheinlichkeiten, keine Gewissheiten. Dafür gibt es aber Stops, die man ideal unter die aktuelle Konsolidierungszone legen kann. Im DAX wären das aktuell ca. 7270. Wem das zu nahe an den aktuellen Kursen ist und wer nicht dumm ausgestoppt werden will, kann auch das letzte signifikante Tief von Ende August bei 6869 als Stopmarke nehmen. Das sind gute 6% maximaler Verlust nach unten, lässt dem Trade aber Raum um zu atmen.

Ich wünsche Ihnen gute Entscheidungen !

Ihr Hari

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