Hari Live: Märkte im Sommer, Diamond Top im S&P500, Linde

Wenn man, wie ich hier auf surveybuilder.info.de, mit einem geschlossenen Premium-Bereich beginnt, hat man immer das gleiche Dilemma. Die die drin sind, sehen was da so passiert und geniessen (hoffentlich) glücklich den Inhalt.

Denen die draussen sind, ist aber nicht so richtig klar was sie erwartet. Und um über die Kluft zwischen diesen beiden Zuständen eine Brücke zu spannen, muss man immer mal wieder einen Einblick gewähren.

Jetzt kann man natürlich alte Archive dafür benutzen, nur die Realität zeigt, die liest niemand mehr ernsthaft. Es gibt halt nichts Älteres als alte Zeitungen. 😉

Deshalb will ich heute mal einen anderen Weg gehen. Ich nehme vier Informationsschnipsel aus "Hari Live" aus den letzten Tagen heraus, die immer noch aktuell sind und deshalb für Sie interessant zu lesen sein dürften. Und ich stelle diese den freien Mitglieder mit 1-3 Tagen Verspätung hier im Artikel zur Verfügung. Das sollte einen Eindruck vermitteln, was sie in Hari Live erwartet. Typischerweise stelle ich am Tag so 5-15 Informationsschnipsel in Hari Live ein, manchmal nur einen Link oder Zweizeiler, manchmal einen Text, der eines eigenen Artikels würdig wäre.

Wissen sollten Sie auch, dass das Konzept von "Hari Live" auf dem Gedanken der täglichen gedanklichen Mitarbeit beruht. Der gewünschte Effekt - den Lesern eine professionelle Sicht auf die Märkte zu vermitteln - entsteht nicht durch einen einzigen "geheimnisvollen" Artikel, sondern in dem Sie jeden Tag diszipliniert den Gedankengängen und Infoschnipseln folgen, die ich dort zur Verfügung stelle. Oft sind auch einfach mal Links von anderen Seiten dabei, die ich zur aktuellen Lage wichtig finde. Und oft referiere ich in späteren Kommentaren auch darauf. Es ist also wichtig den Inhalten zu folgen.

Hari Live macht also für aktive Anleger Sinn, die aus den börslichen Kinderschuhen heraus wachsen, lernen wollen wie der schizoide Mr. Market wirklich tickt und bereit sind, die Märkte täglich zu verfolgen.

In diesem Sinne folgen nun die vier Informationsschnipsel zu den Themen "Märkte im Sommer", einer Topformation im S&P500, dem Abverkauf der Momentum Aktien und Linde, jeweils mit Datum und Uhrzeit des Erscheinens:

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Zeitenwende an den Märkten ? Von steigendem Gold und fallenden Bonds und Bluechips

Monatelang haben sich die Märkte - befeuert durch die Liquidität der Notenbanken - immer weiter nach oben bewegt. Der Trade war immer der gleiche, Long weltweite Bluechips insbesondere Nahrung und Healthcare, Long Nikkei, Short Gold.

Nun passieren aber seit einigen Tagen bemerkenswerte Dinge unter der Oberfläche der Märkte. Wir haben steigende Bondrenditen, in Japan wie in den USA. Gerade die langlaufenden US Bonds haben nun Chartstrukturen, die dazu verleiten den Hinterkopf zu kratzen und sich zu fragen, ob die "Great Rotation" nicht schon längst begonnen hat.

Und wir hatten nun erste Einbrüche bei den oben genannten Bluechips. Coca-Cola oder Procter & Gamble waren gestern über 2% im Minus. Das passiert nicht alle Tage und das der S&P500 sich trotzdem gut hielt, verbirgt nur hinter einer Fassade, dass unter der Oberfläche massive Umschichtungen im Gange sind.

Aber auch der Nikkei hat erste Einbrüche erlebt und der Rebound wurde an den beiden letzten Handelstagen wieder verkauft, was für eine grössere Topbildung spricht.

Passend dazu haben die Gold- und Silberminen gestern eine gewaltige Rally hingelegt. Hecla Mining (WKN: 854693) stieg alleine 11%, der GDX um 4,6%. Und Gold zieht heute in der Frühe nach, über Nacht wurde die hart umkämpfte 1400 USD Marke geknackt, über die ich hier so viel geschrieben habe.

All das sind Indizien, dass eine Zeitenwende an den Märkten bevor stehen könnte. Zeit dafür wäre es ja allemal ! Man beachte dabei aber auch bitte den Konjunktiv. 😉

Denn ich warne davor, zu schnell und zu überzeugt auf den Zug der Wende aufzuspringen. Ein derart starker Bulle wie wir ihn nun hatten stirbt nicht einfach mal "so eben". Das ist eher ein langwieriger, quälender Prozess der immer wieder von Gegenbewegungen unterbrochen wird. Solange aber die tieferen Hochs von Vorgestern nicht nach oben geknackt werden, bleibt die Topformation auf der Agenda und der Markt nervös. Anders herum ist aber nicht wirklich etwas passiert, solange der Leitindex S&P500 die 1600er Marke nicht nachhaltig nach unten durchschlägt. Ich hatte das ja -> hier < - ausführlich dargestellt warum und wieso.

Auch Markt- und Charttechnisch gibt es eine Reihe von Indikatoren, die zur Vorsicht mahnen. So wird im Moment im Markt viel über das "Island Reversal" geredet, das Vorgestern auftrat und das oft einen Top indiziert. Aber eben nur oft und wir wissen ja, wieviel diese technischen Parameter in den letzten 6 Monaten im Lichte der Steroide der Notenbanken wert waren: wenig bis nichts ! Hierzu gibt es im amerikanischen ein Sprichwort, das es gut trifft: "It doesn´t matter, until it matters." 😉

Auch hier lassen Sie sich also nicht von den ganzen Meinungsverkäufern mit Glaskugeln ins Boxhorn jagen, die vermeintliche Sicherheit in eine Richtung verbreiten. Das ist eine opportunistische Masche und die wissen es selber nicht und sind auch nur hinterher mit klugen Sätzen da. Mitten im Schlachtengetümmel ist da nur das grosse Schweigen.

Tatsache ist, dass die Märkte Signale senden die eine Zeitenwende nun möglich erscheinen lassen und zur Vorsicht mahnen. Tatsache ist aber auch, dass diese Zeitenwende erst vollzogen ist, wenn sie vollzogen ist. Und dafür braucht es mehr als ein gehyptes Island Reversal und ein paar Tage an denen die alten Trends in die Gegenrichtung laufen.

Denn Tatsache ist auch, dass die Notenbanken weiter drucken und dass der Markt voll ist mit Marktteilnehmern, die diese Rally verpasst haben und nur deshalb nun bärische Weissagungen produzieren, weil sie sich nichts sehnlicher wünschen, als das die Kurse Ihnen noch einmal einen Einstieg ermöglichen. Genau aus dieser Ecke kommt dann aber auch das Futter, dass jeden Dip kaufen lässt und so jede Korrektur sehr flach hält. Deutlich wird das erneut von den Erhebungen von unterstrichen, denn das Bärenlager ist erstaunlich gross und der Markt damit weit von einer euphorischen Überdehnung entfernt.

Die Zeitenwende ist also erst dann vollzogen, wenn dieses "Buy the Dip" aufhört. Im Moment ist das nicht der Fall, wie erst gestern erneut der S&P500 gezeigt hat. Und wie wir wissen, zählt im Markt das was ist und nicht das, was man sich wünscht oder erwartet.

Im Moment ist es also primär unsere Aufgabe wachsam und neutral zu sein. Statt uns von "Gurus" einen Bias in die eine oder andere Richtung aufdrücken zu lassen, müssen wir unsere Energie darauf verwenden zu beobachten. Was macht der Markt, kommt "Buy the Dip" wieder und wann ist die Wende vollzogen ?

Was wichtige Marken und Indikatoren sind, um die Lage bei S&P500, DAX, Bonds, Gold und Goldminen zu beurteilen, will ich im Folgenden mit den Premium-Mitglieder besprechen.

Und als Folge der neuen Lage auch Änderungen im Setup-Monitor vornehmen und zwei neue, erfolgsversprechende Setups aufnehmen:

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DAX und S&P500 – Wie lange steigen die Indizes im Runaway-Move weiter ?

Die grossen Indizes steigen und steigen. Jeder Dip wird gnadenlos gekauft, die Geldflut der Notenbanken deckt die konjunkturellen Probleme zu und sorgt für eine Vermögenspreisinflation an den Märkten.

Da stellt sich die wichtige Frage, woran könnte man denn erkennen, dass diese Bewegung zu Ende geht ? Gibt es Methoden, die einen davor warnen, als letzter auf die Party zu kommen ?

Zunächst einmal sei gesagt, dass die klassischen Oszillatoren in solchen Bewegungen kaum Aussagekraft mehr haben. In solchen Phasen laufen diese am Anschlag und laufen länger am Anschlag, als es ein falsch aufgestelltes Depot aushält.

Und ich habe noch eine schlechte Nachricht, es gibt keine - zumindest kenne ich keine - Technik, mit der man den exakten Top und Wendepunkt eines Runaway-Moves zuverlässig vorhersehen kann. Es gibt nur einen Erfahrungswert und der lautet, dass dieser Punkt höher liegt als sich die grosse Mehrheit vorstellen kann. Bedeutet, mit Rationalität ist man eigentlich immer zu früh draussen.

Es gibt bei diesen Bewegungen aber ein Muster und das zeichnet sich dadurch aus, dass die Korrekturen zuverlässig von ähnlicher Grössenordnung in ähnlichen Abständen kommen. Und dieses Muster kann man nutzen.

Ich möchte Ihnen dieses Muster am aktuellen Chart des Leitindex S&P500 zeigen. Schauen Sie mit mir auf das Tageschart der gesamten Anstiegsbewegung seit November 2012:

S&P500 10.05.13 Runaway-Move

Sie sehen, dass die Korrekturen sich immer im Bereich von ca. 50 Punkten bewegen. Sie sehen auch den immer ähnlichen Abstand zwischen den Korrekturen. Sie sehen weiter, dass jeder Korrektur ein temporäres "Exhaustion Top" voraus geht, also eine dynamische Bewegung, der die Kraft ausgeht.

Und Sie sehen jedes Mal da ein V-förmige Reversal, dass eigentlich recht selten ist, hier aber signalisiert, dass da unter der Decke eine Macht (Notenbank) am Werk ist, die immer wieder den Nachbrenner unter den Kursen zündet.

In Summe wie ich finde ein sehr eindrucksvolles Bild, das die Struktur dieser Bewegung deutlich macht. Und da der S&P500 der weltweite Leitindex ist, kann man in ihm die Struktur auch am deutlichsten heraus arbeiten. Im DAX wird diese Struktur durch andere Faktoren überlagert, letztlich folgt aber auch der DAX dem Geld der Wallstreet.

Nun können wir aus dem Bild aber auch etwas lernen und bekommen damit grobe Anhaltspunkte, wie wir mit der aktuellen Bewegung umgehen sollten:

Der Abstand zwischen den Korrekturen zeigt, dass der jetzige Anstieg möglicherweise noch Luft nach oben hat. Er ist im Rhythmus der Bewegungen auf jeden Fall noch nicht weit genug gelaufen, auch wenn nun viel dafür spricht, dass die Dynamik der Bewegung nachlässt. Ca. 1650 im S&P500 sind aber ein sinnvolles kurzfristige Ziel, das sich auch aus der Höhe der Umkehrstruktur ableitet.

Danach ist mit steigender Wahrscheinlichkeit mit einer erneuten Korrektur zu rechnen. Und dabei ist entscheidend, ob es sich wieder um eine ca. 50 Punkte Korrektur handelt oder ob sich daraus mehr entwickelt. Unter der Annahme einer Bewegung bis 1650 in der nahen Zukunft, wäre der Bereich um 1600 im S&P500 also entscheidend. Wie sich der Markt dort verhält - nachdem er erneut um ca. 50 Punkte korrigiert hat - gibt uns die wichtigen Informationen. Die eingezeichnete Trendlinie macht diesen wichtigen Bereich deutlich.

Fazit:

Den Top eines solchen Runaway-Moves zu treffen ist nahezu unmöglich und eher Glück. Es können noch drei weitere dieser Wellen kommen und niemand kann voraussagen, was die letzte Welle ist. Trotzdem sind wir nicht im völligen Blindflug, denn wir wissen was *nicht* passieren darf, wenn die Bewegung weiter andauern soll.

Wesentlich bedeutender ist deshalb, wie sich der Markt *nach* einer 50 Punkte Korrektur verhält. Sollte er zum ersten Mal seit November 2012 nicht zu einem V-förmigen Reversal ansetzen, muss man dann davon ausgehen, dass die Bewegung seit November 2012 am Ende ist. Und dann steigt das Risiko eines scharfen Einbruches immens, weswegen man diese Situation besser auf der Seitenlinie beobachtet.

Mit einem händisch jeden Tag gepflegten Trailing-Stop, kann man diese Struktur schön abbilden und absichern. Und solange der Stop nicht getroffen wird, lässt man die Gewinne laufen und spart sich das Grübeln darüber, wo der Top sein könnte. Denn denken Sie immer daran: er ist in der Regel höher, als Sie sich vorstellen können. 😉

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Gedanken zum Runaway-Move im S&P500 – 10.04.13

Es sieht so aus, als ob die Bollinger Band Kontraktion ihre Energie erneut nach oben in Form einer Expansion auslöst. Was den Leitindex S&P500 angeht, macht dieser Markt wirklich keine Gefangenen. Der Liquiditätsdruck ist einfach gewaltig und das Geld, das aus Europa abgezogen wurde und dem DAX seit Tagen fehlt, scheint direkt in US Aktien zu fliessen.

Das ist ein klassischer Runaway-Move, den wir hier seit November 2012 in den US Indizes sehen, bei dem jede kleine Korrektur sofort massiv gekauft wird. Wer es nicht glaubt, dem zeige ich das Baby noch einmal im Tageschart, schauen und staunen Sie selbst:

S&P500 10.04.13

Und der Auslöser ist eindeutig, 85 Milliarden USD jeden Monat von Seiten der FED. Das habe ich -> hier <- schon Anfang des Jahres nachgewiesen. Das Gefährliche an der Situation ist das Wissen, dass diese Bewegungen in der Regel übel enden. Denn wenn dann - irgendwann - ein Dip doch mal nicht gekauft wird, dann werden alle gleichzeitig zum Ausgang rennen. Und die Gewinne von Wochen und Monaten werden in Tagen und Stunden eliminiert.

Nur wissen wir nicht *wann* dieser Moment kommt. Deshalb ist es auch richtig, bei den ersten kleinen Brüchen im Markt vorsichtiger zu werden. Man muss dann aber auch gedanklich schnell wieder umschalten und von der Rally mitnehmen was geht. Wie in den letzten Tagen. Geistige Flexibilität ist Trumpf !

Und nun sagt diese Struktur eindeutig, dass die 1600 im S&P500 wohl bald auf den Radar kommen. Rein von den technischen Parametern her, ist die Korrektur von letzter Woche nun endgültig abgeschlossen und der Weg nach oben frei !

Leicht ist dieser Markt aber nur für Anleger mit "sonnigem Gemüt". Weswegen auch die Mehrzahl der institutionellen Anleger und Hedgefonds zuletzt den Markt unterperformt hat, die sich ja alle viele, viele Gedanken machen. Für Anleger aber, die aber von all dem nichts wissen und einfach mit sonnigem Gemüt wie selbstverständlich davon ausgehen, dass jeder Dip konsequent gekauft wird, ist dieser Markt im Moment total einfach. So ist das aber immer bei einem Runaway-Move. Manchmal ist Unwissen einfach herrlich ..... bis dann irgendwann von Mr. Market doch der Hammer heraus geholt wird. Nur wann wird das sein ?

Die relative Schwäche des DAX scheint im übrigen anzuhalten, hier gibt es eindeutig abfliessende Gelder, die sich im US Markt dann wiederfinden. Der DAX hat in den letzten Tagen locker relativ 400 Punkte gegenüber den US Indizes verloren, das ist eine Menge. Werden sich diese negativen Geldströme aus der EU heraus bald ändern ? Kaum zu prognostizieren, teilweise dürften es die von mir kommunizierten Langfristeffekte des Umgangs der EU mit Konten im Zuge der Zypern-Krise sein. Aber nach der Regel, nach der Trends immer länger dauern als man glaubt, würde ich nicht mit einem schnellen Wechsel des Trends rechnen. Was auch bedeutet, dass die Trendwenden der stark gelaufenen deutschen Industrieaktien in der zweiten Reihe, wie eine Dürr oder Kuka, sich nach dem aktuellen Bounce fortsetzen könnten.

Wenn man Short sein will um sein Depot zu hedgen, finden sich da teilweise ganz attraktive Charts mit Top-Strukturen. Aber mehr als eine Anreicherung und ein Hedge des sonstigen Depots sollten Shorts in diesem Markt weiterhin nicht sein. Es ist einfach keine gute Idee, sich gegen den Druck der Notenbanken zu stellen. Und dieser Druck schiebt alles nach oben !

Für das zweite Quartal bleibt meine am Montag -> hier <- geäusserte Erwartung bestehen. Nach kurzer Schwäche Anfang der Woche, ein Anlauf auf neue Höchststände. Den erleben wir gerade. Und dann eine volatile Seitwärtsbewegung im 2. Quartal. Ich nehme diese Rally also selektiv bei bestimmten Werten mit, hechte aber nicht mehr mit vollem Risiko den Kursen hinterher. Dafür will ich nun einfach eine deutlichere Korrektur sehen. Und wenn mich diese Vorsicht nun im 2. Quartal doch ein paar Prozent Performance kostet, dann ist es halt so. Es gibt Schlimmeres. Das ist mir der entspannte Schlaf wert.

Ich wünsche Ihnen gute Entscheidungen !

Ihr Hari

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DAX, S&P500 und Co. – Gedanken zum Wochenbeginn – 07.04.13

In Anbetracht der doch spürbaren Verunsicherung, die die Korrektur der letzten Tage ausgelöst hat, möchte ich am heutigen Sonntag versuchen, die Ereignisse in die notwendige Perspektive zu rücken.

Ich habe viel gelesen und mir angeschaut. Und habe nun ein Bild entwickelt. Der Markt hat am Donnerstag und Freitag zum ersten Mal seit Monaten deutlichen technischen Schaden verarbeiten müssen. In Summe hat der Dax damit schon ca. 5% vom Höchststand abgegeben. Die Indizes, die von Telecom, Nahrung und Healthcare zusammen gehalten wurden, kaschieren dabei aber mit vermeintlicher Stabilität, die zum Teil deutlicheren Einbrüche, die gerade Industrieaktien erlebt haben. Viele MDAX Werte haben deutliche Narben davon getragen.

Am Freitag Abend war dann an der Wallstreet der "Buy the Dip" Trade wieder da und der wichtige Transportsektor hat die 50-Tage-Linie zurück erobert und eine grosse Fahne ausgebildet. Allerdings war der "Buy the Dip" Trade auch nicht so eindrucksvoll, dass die Bären damit schon wieder aus dem Rennen sind. Der Freitag hat uns leider also nicht den Gefallen getan, eine klare Entscheidung herbei zu führen. Ein blutarmer Bounce ist halt alles ein bisschen und nichts so richtig.

Für kommende Woche haben wir damit gemischte Signale ohne eindeutige Tendenz. Und wenn das so ist, sollte man auch nicht versuchen zu raten, sondern abwarten, was der Markt Anfang kommender Woche wirklich macht. Der Freitag hat aber gezeigt, dass ein Zusammenbruch des Marktes wohl nicht auf der Agenda steht. Für übergrosse Vorsicht oder sogar aggressives Shorten gibt es also keine hinreichenden Indikatoren. Das wäre eine "Schuss ins Blaue" und solche Ratespiele mache ich nicht, die kosten am Ende nur Geld.

Aus Sicht der Zeithorizonte sieht meine Welt am heutigen Sonntag daher so aus:

Wer sehr kurzfristig agiert, kann Anfang kommender Woche durchaus mit einem weiteren Schwächeanfall rechnen, sollte aber trotzdem wohl anfangen, auch mal wieder selektive Kaufchancen zu identifizieren. Ein Szenario, dass ich mir gut vorstellen kann, ist ein erneuter Schwächeanfall Anfang kommender Woche, der dann gekauft wird und sich in einen neuen Anlauf zu den Höchstständen wandelt. Wonach der Markt in eine volatile Seitwärtsphase eintritt, die das 2. Quartal prägt. Kommende Woche gehen mit Alcoa auch in den US die Quartalsergebnisse los.

Wer mittelfristig agiert, tut gut daran in diesem 2. Quartal etwas verhaltener zu agieren. Es gibt gute Argumente, den kommenden Wochen ein erhöhtes Korrekturrisiko zuzuordnen. Die ruhige Aufwärtsbewegung des ersten Quartals dürfte sich wohl nicht so leicht fortsetzen. Andererseits gibt es derzeit auch keine sichtbare Gefahr eines Einbruchs ala August 2011. Eine selektive, eher defensive Aufstellung mit ausgewählten Longs, ein paar wenigen sinnvollen Shorts und relativ viel Cash, erscheint mir für die kommenden Wochen sinnvoll. Stockpicking dürft nun Trumpf sein.

Wer langfristig agiert, muss sich um all das nicht so sehr kümmern. Der Aufwärtstrend ist voll intakt und die Parameter die ihn treiben - Liquiditätsflut der Notenbanken und der Run auf "Sachwerte" - sind voll intakt. Auch wenn das 2. Quartal vielleicht etwas rumpeliger wird, sind die weiteren Aussichten für die Märkte in der zweiten Jahreshälfte gar nicht mal so schlecht.

Also bleiben Sie rational, respektieren Sie die erste deutliche Schwäche der Märkte seit Monaten als ein Zeichen an der Wand und schieben Sie das nicht aus reiner Hoffnung weg. Aber kippen Sie auch nicht vorschnell in pauschalen und ungerechtfertigten Pessimismus. Folgen Sie dem Markt. Folgen Sie den Trades die bisher funktioniert haben, denn warum sollten die plötzlich die Richtung drehen ? Sollte sich kommende Woche doch massive, nachhaltige Schwäche anschliessen, dann ist was Grösseres im Busch für das 2. Quartal. Aber da sind wir noch nicht und ich zweifele eher, ob es dazu kommt.

Ich wünsche ihnen einen schönen Sonntag Abend

Ihr Hari

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Risk Off – Warum auch die Seitenlinie ein guter Platz ist, um dem Spiel zuzuschauen

Erinnern Sie sich an den August 2011, als die Märkte plötzlich im Zuge der Eurokrise zusammen brachen ? Erinnern Sie sich an den September 2008 und den Lehmann-Moment ?

Wenn Sie schon länger im Markt unterwegs sind, dann erinnern Sie sich. Und Sie werden sich im Nachhinein fragen, warum Sie damals nicht einfach auf die Seitenlinie getreten sind oder sogar Short gegangen sind. Hinterher erscheint das ja auch ganz logisch und einfach.

Aber Live - mittendrin - ist das alles nicht so einfach, wie es hinterher ausschaut. Trotzdem waren damals die Zeichen an der Wand. Und wer sie lesen konnte wusste, dass das Chance-Risiko-Verhältnis damals nicht mehr übermässig positiv war. Dass der Zusammenbruch dann kam, konnte niemand vorher sehen. Das es schon bessere Zeitpunkte gab um aggressiv Long zu sein, war aber sichtbar, wenn man die Augen und Ohren offen hielt.

Und so sehe ich heute früh zum Handelsstart des 04. April auch immer mehr die aktuelle Lage. Und möchte Sie daher nicht im Unklaren darüber lassen, dass ich mit meinen eigenen Longs zunehmend aus dem Markt gehe.

Es ist jetzt schon wieder eine gute Woche her, dass ich mich im Artikel -> vom Aufhören, wenn es am schönsten ist <- schon dazu geäussert habe. Im Gedankenmodell des Artikels liefen die Märkte noch bis zu den Höchstständen und darüber hinaus, bevor dann im späten April oder Mai eine echte Korrektur einsetzt.

Nun haben wir im S&P500 die historischen Höchststände fast erreicht. Es mehren sich aber schon jetzt die Zeichen, dass der Markt Momentum verliert. Der "First of Month Jumper" am Montag war ausserordentlich schwach. Und der gestrige schwache Tag in Anbetracht einer grossen FED Buy Operation und in Anbetracht der Höchststände im Visier, ist ein klares Zeichen an der Wand. Auch der US Transportsektor, der ein guter Leading-Indikator ist, hat gestern seine 50-Tage-Linie verloren. Auch das ein Zeichen an der Wand. Und grosse Bluechips wie Johnson & Johnson haben derart brutale Aufwärtsbewegungen hinter sich, dass diese gerade zu nach einer Korrektur schreien. Noch mehr Zeichen an der Wand.

Erinnern Sie sich bitte daran, dass eine Topbildung ein langer Prozess ist und solch starken Märkte nicht auf einem Fuss drehen. Insofern kann es immer noch sein, dass wir noch einmal zu Höchstständen laufen und es kann auch sein, dass wir noch Wochenlang seitwärts schwingen. Aber die kurzfristige Chance nach oben ist wohl begrenzt und das Risiko nach unten zunehmend erheblich. Denn wenn der Markt nach so einem Runaway-Move mal korrigiert, dann wird er innerhalb weniger Tag die Gewinne des ersten Quartals wieder abgeben. Das wird dann "Aua" für alle, die nicht an der Seitenlinie stehen.

Umgedreht sehe ich die Wahrscheinlichkeit als hoch an, dass wir im Verlaufe des 2. Quartals eine 10% Korrektur erleben und damit unter den heutigen Kursen liegen werden, selbst und erst recht wenn der Markt nun noch einmal nach oben läuft.

Auf der anderen Seite ist es Faktum, dass die ganze Rally seit November im wesentlichen von den Notenbanken - im wesentlichen der FED - orchestriert wurde. 85 Milliarden USD jeden Monat frisch in den Markt ziehen eben ihre Schleifspur und so sind die Indizes nahe der Höchststände, obwohl die weltweite Konjunktur das eigentlich gar nicht hergibt.

Und diese 85 Milliarden USD pro Monat gehen erst einmal weiter und das wird jede Korrektur schnell beenden bzw abflachen. Insofern sehe ich auch keine Grund nun in Panik zu geraten, für einen Zusammenbruch des Marktes ala 2008 oder 2011 gibt es aktuell keinerlei Indikatoren.

Aber das Chance-Risiko-Verhältnis war mittelfristig schon mal besser als Heute. Und kluge Anleger wissen, dass man manchmal auch von der Seitenlinie aus, das Spiel auf dem Platz ganz gut beobachten kann.

Kurzfristig ist heute ein kleiner Bounce sehr wahrscheinlich. Einfach weil die Anleger nun so auf "Buy the Dip" konditioniert sind, dass diese das auch dieses Mal wieder praktizieren werden. Aber in der zweiten Hälfte der Session an der Wallstreet - also heute Abend - würde ich vorsichtig werden. Vor den morgigen Arbeitsmarktdaten ist weiterer Druck auf die Indizes keineswegs unwahrscheinlich.

Ich wünsche Ihnen gute Entscheidungen

Ihr Hari

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Vom zweiten Quartal, einem unerträglichen Dauerwinter und dem First of Month Jumper

Liebe surveybuilder.info Community, das erste Quartal neigt sich dem Ende zu. Und wie zu erwarten war, arbeitet der S&P500 trotz aller Widrigkeiten heftig daran, die historischen Jahreshöchststände zu knacken. Viel fehlt eh nicht mehr.

Es war an den Börsen ein höchst erfreuliches erstes Quartal, an dem wir hier auf surveybuilder.info.de gut teil haben konnten, denn wir haben uns nicht von der permanenten technischen Überdehnung verschrecken lassen. Alleine der S&P500 ist seit Jahresanfang um fast 10% gestiegen, das ist ein Wort. Und ich bin - bei aller Vorsicht im 2. Quartal - eher optimistisch, dass da noch einiges gehen wird und uns die Indizes im Verlauf des Jahres nach oben überraschen könnten.

Der DAX ist immer noch von den Ereignissen in Zypern verschreckt und wird wohl erst dann wieder richtig anspringen, wenn auch das Geld der Wallstreet wieder zurück nach Europa fliesst. Das kann noch ein paar Tage dauern, bis die Erinnerung verblasst, aber die Stabilisierung ist schon heute offensichtlich. Und wie ich Ihnen gestern im Artikel zu -> Schafen und Wölfen <- schrieb, wäre gestern ein sehr suboptimaler Zeitpunkt gewesen, um in Panik aus dem Markt zu hechten. So ist es jedes Mal, wenn die Wölfe in den Strassen Angst und Schrecken verbreiten, schliesst der erfahrene Anleger am besten die Fenster und hört nicht auf deren Geheul. Angst war noch nie ein guter Ratgeber und es gibt genügend da draussen, die ein Interesse daran haben, im richtigen Moment in der Herde Angst zu erzeugen.

Am morgigen Karfreitag sind alle Börsen geschlossen und auch ich nehme mir eine wohlverdiente Auszeit. Am Samstag erscheint dann hier ein Artikel unseres Mitgliedes "Ramsi", der mich vor einigen Wochen hier im Alpenvorland besucht und auf ein Gespräch getroffen hat. Er berichtet darin von diesem Gespräch. Schauen Sie mal rein.

Über Ostern nehme ich auch gerne an Ihren Diskussionen im Forum teil, das Wetter verleitet ja nicht gerade dazu, nach draussen zu gehen. Es hat hier heute erneut geschneit, wie schon fast den ganzen März. Ich kann Ihnen gar nicht sagen, wie ich dieses "weisse Grauen" hasse und den Frühling herbei sehne. Alle Last Minute Flüge ab München sind restlos ausverkauft, die Menschen wissen schon warum. Und mein Traum hier im Zuge der bösen, bösen "Klimakatastrophe" toskanische Temperaturen in Südbayern zu bekommen, dürfte zu Lebzeiten auch nicht aufgehen, da ist schon der schwache Sonnenzyklus vor.

Am Ostermontag hat die Wallstreet geöffnet, die europäischen Börsen sind dagegen zu. Es besteht dann eine gute Wahrscheinlichkeit, dass wir erneut einen "First of Month/Quarter Jumper" erleben werden. Und wenn wir heute die historischen Höchststände im S&P500 nicht knacken, dann vielleicht am Montag. Letztes Jahr markierte der erste Handelstag im April aber auch den Höhepunkt für viele Wochen. Das ich eher damit rechne, dass der Markt noch ein bischen in den April hinein steigt, um uns so richtig an der Nase herum zu führen, hatte ich ja -> hier <- schon ausführlich begründet.

Ab kommenden Dienstag bin ich dann wie gewohnt mit Artikeln und Analysen wieder für Sie da.

Im kommenden Quartal wird dann hier auf surveybuilder.info.de die Premium Mitgliedschaft aktiv werden, mit einigen Änderungen und neuen Inhalten für die zahlenden Mitglieder. Alles weitere dazu teilen ich Ihnen in den kommenden Wochen mit, wer aber aufmerksam meinen Artikel hier zum Jahreswechsel und meine Kommentare im Forum verfolgt hat, dürfte kaum Überraschungen erleben.

Bis dahin wünsche ich Ihnen ein paar schöne Osterfeiertage. Und wenn Sie diese Zeilen jetzt schon von sonnigen Gestaden aus lesen, möchte ich Ihnen "herzlichen Glückwunsch" zurufen. Wir hätten es dieses Jahr besser auch so gemacht !

Ihr Hari

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Vom Aufhören, wenn es am schönsten ist – Korrektur voraus ? – 25.03.13

Vor fast genau einem Jahr, am 27.03.12, veröffentlichte ich hier einen Artikel -> vom Aufhören, wenn es am schönsten ist <-, mit dem ich die Korrektur des folgenden 2. Quartal schon vorweg nahm. Nach einem letzten Sprung am ersten Börsentag des April, setzten dann auch Abgaben und eine Korrektur ein, die den DAX damals vom März-Höhepunkt bei 7194 bis herab auf 5914 am 05.06.12 brachte. In Summe eine schmerzhafte Korrektur von 17,7%, die man sich hätte ersparen können, wäre man Ende März 2012, wie in meinem damaligen Artikel antizipiert, defensiver geworden.

Nun wiederholt sich Geschichte nicht und Börsenhistorie auch nicht, sie reimt sich aber. Und deshalb macht es Sinn, sich heute, am letzten Montag des März 2013, kurz vor den Osterfeiertagen, eine ähnliche Frage zu stellen.

Ist es nun Zeit auszusteigen und für ein paar Monate auf die Seitenlinie zu treten ?

Meine persönliche Antwort dieses Jahr lautet: Im Prinzip ja, aber vielleicht nicht sofort.

Denn etwas ist anders als letztes Jahr, der Optimismus ist weit geringer ausgeprägt. Wenn Sie sich erinnern, hatte ich ja vor einem Jahr parallel zu meinem Ausstiegsstatement eine Umfrage unter den Lesern durchgeführt. Und trotz meiner Fürsprache für erhöhte Defensive, konnten sich damals nur 50% dieser Sicht anschliessen. Die anderen 50% waren optimistisch für das 2. Quartal. Ich bin mir ziemlich sicher, dass ein Umfrage heute, hinsichtlich des 2. Quartals ein negativeres Bild produzieren würde. Dieses verhaltene Sentiment findet sich auch im Markt wieder und kann zum Beispiel im AAII Indikator nachvollzogen werden.

Trotzdem steigt auch aktuell langsam der Optimismus. Das Trommeln der bekannten Anlegermagazine für die Aktienananlage ist da nur ein Indikator. Das Witzige dabei ist, ich sehe das auch so und bin überzeugt, dass man mittelfristig Aktien haben muss, eher als so manch andere Anlageklasse. Nur beim Timing haben die Anlegermagazine ja bekanntlich ihre Probleme. Und so wäre es kaum verwunderlich, wenn erst einmal ein giftige Korrektur das Sentiment bereinigt, bevor die Indizes dann ihren bullischen Lauf doch wieder aufnehmen.

Und da dieser fiese surveybuilder.info so gerne den Weg des maximalen Schmerzes geht, den Weg mit dem er die maximale Zahl an Marktteilnehmern auf dem falschen Fuss erwischt, kann ich mir den folgenden hypothetischen Ablauf gut vorstellen:

In diesem Szenario würden wir in Kürze die historischen Höchststände in DAX und S&P500 sehen. Möglicherweise noch diese Woche zum Quartalsende.

Sobald das passiert ist, werden viele Marktteilnehmer fest damit rechnen, dass nun zum Beginn des zweiten Quartals die lange erwartete Korrektur einsetzt. Das ist offensichtlich und wir sind nach 2000 und 2007 nun darauf konditioniert, oberhalb DAX 8000 mit dem Ende der Aufwärtsbewegung zu rechnen.

Alles was offensichtlich ist, macht aber Mr. Market äussert ungern. Wie denn auch, auf dem offensichtlichen Pfad haben sich die Marktteilnehmer ja schon positioniert, wer sollte da noch kaufen bzw. verkaufen ?

Deshalb spricht viel dafür, dass der Markt nach den historischen Höchstständen in den April hinein doch weiter hochläuft. Im DAX vielleicht 8200, 8300, 8400 erreicht. Im S&P500 über 1600 steigt. Bis zu dem Punkt, wo alle die, die auf die Korrektur gewartet haben, doch noch den Kursen hinterher hechten müssen. Denn die Korrektur kommt ja scheinbar nicht.

Dann aber, vielleicht Ende April bei DAX deutlich über 8000, kommt sie doch die Korrektur. Und zwar kurz und giftig und durch irgend etwas initiert, was wir heute noch nicht auf der Rechnung haben. Und sie treibt den DAX wieder bis mindestens 7500 herab, vielleicht bis 7200.

So ein Verlauf wäre ganz typisch für den fiesen Mr. Market. Und das ist das gedankliche, grosse Bild, mit dem ich im Moment bei meinen eigenen Anlagen operiere. Natürlich vorbehaltlich neuer Nachrichten, ein Krieg kann zum Beispiel schon morgen alles ändern.

Für meine Aufstellung im Investmentdepot, also für meine mittelfristige Sicht, bedeutet das aktuell:

  1. Ich baue mein Long-Exposure auf Aktien nun langsam durch Gewinnmitnahmen ab. Vor allem baue ich extrem gut gelaufene Titel ab.
  2. Ich behalte aber Long-Positionen von Aktien, die ihre Gegenbewegung gerade erst begonnen haben und noch viel Luft nach oben haben, wie zum Beispiel Klöckner oder E.ON.
  3. Ich behalte auch Long-Positionen von Aktien, die kaum Korrelation zu den breiten Märkten haben, wie zb Qiagen oder K+S.
  4. Ich baue langsam selektive Short-Positionen auf. Und zwar von zu weit gelaufene Aktien mit hohem Beta. Ein klassischer Kandidat wäre zum Beispiel die im Forum schon diskutierte Dürr.
  5. Den breiten Markt in Form der Indizes shorte ich aber noch nicht. Erst dann, wenn der breite Markt echte Brüche zeigt und die Abwärtsbewegung in Gang gekommen ist. Erst dann ist es Zeit für massive Shorts und dann ist es noch früh genug.
  6. Ich erhöhe die Cash-Quote Zug um Zug auf bis zu 50%.

Nehmen wir mal an, der Markt erreicht Ende April tatsächlich DAX 8300. Dann will ich zu diesem Zeitpunkt wie folgt aufgestellt sein:
20% Selektive Longs wie oben definiert
10% Selektive Shorts
20% Indizes Short
50% Cash
Das ist meine Zielstruktur für eine Korrektur im 2. Quartal.

Mittelfristig, zum Jahresende 2013, bin ich weiter eher optimistisch und rechne mit neuen Höchstständen. Aktien sind in der aktuellen Welt der wahnsinnigen Gelddruckmaschinen einfach alternativlos. Und das merken auch wieder mehr und mehr Privatanleger, wie man an den Vorstellungen hier im Forum zum Teil auch erkennen kann. Insofern gehe ich weiter von Mittelzuflüssen an die Aktienmärkte aus und wenn die "Great Rotation" mal so richtig in Gang kommt, dann sind auch DAX 10.000 keineswegs utopisch.

Aber bis dahin besteht eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass das 2. Quartal für uns noch eine giftige Korrektur parat hat, die das Sentiment bereinigt und alle schwachen und zu spät gekommenen Hände schmerzhaft abschüttelt. Diese Korrektur einigermassen zu erwischen, stellt dann die Grundlage für eine tolles Jahresergebnis dar und garantiert im Jahr 2013 die Märkte mit dem eigenen Depot zu schlagen.

In meinen Augen ist es nun also Zeit, temporär und taktisch vorsichtiger zu werden. Zeit mal Gewinne mitzunehmen bzw Stops nachzuziehen. Für massive Shorts ist es aber nach aktueller Marktlage noch zu früh. Folgen Sie dem Markt und shorten Sie erst dann, wenn der Markt schon deutlich wegkippt, das CRV ist dann weit besser als im Moment.

Ihr Hari

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