Trump, das Offensichtliche und die Weisheit

Eine böse Zunge hat mal gesagt: "Als Weise wird wahrgenommen, wer die Fähigkeit hat, die offensichtlichen Dinge mit einer gewichtigen Miene zu sagen". 😉

Das ist natürlich übertrieben und pointiert, aber es steckt ein Körnchen Wahrheit darin, denn eine Weisheit, zu der alle wohlgefällig nicken, ist weder mutig noch relevant, sondern eher der vorhandene Common Sense. Wer dagegen Weisheiten ausspricht, die man nicht an jeder Strassenecke hören kann, wird eher Ablehnung und Skepsis erfahren.

Besonders Aussenpolitiker, perfektionieren dieses Prinzip der "weisen Rede" sehr schnell und es funktioniert erstaunlich gut. Diese werden in Umfragen immer mit den höchsten Zustimmungsquoten versehen, obwohl sie in der Regel nur das Offensichtliche mit besonders gewichtiger und weltschwerer Miene sagen. Sie geben die Rolle des "Weltweisen", ob sie es sind, ist dagegen eine ganz andere Frage.

Aber auch zum Thema Börse, erleben wir diese Pseudo-Weisheit gerade wieder. Da hat sich mit Trump eine massive Sektorrotation im Markt in Gang gesetzt, die für Anleger allerhöchste Bedeutung hat. Das Geschmäckle einer Zeitenwende liegt in der Luft, wie wir sie seit 2008 nicht mehr hatten.

Ray Dahlio, ein sehr bekannter und respektierter Hedgefonds-Manager . Und die Kurse sind massivst in Bewegung, bestimmte Sektoren kommen aus langjährigen Tiefs, andere scheinen gerade abzuschmieren.

Die Signale des Marktes, wenn man in der Lage ist sie zu hören, sind also klar - da passiert für uns Anleger Bedeutendes! Und es ist völlig offensichtlich, dass das alles von Trumps Politik abhängt und der Markt hier versucht, sich frühzeitig darauf einzustellen.

Und es ist ebenso offensichtlich, dass diese Politik Trumps noch im Fluss ist, in vielen Bereichen weiss Trump - der überhaupt erst seine Administration zusammen stellen muss - schlicht noch gar nicht, was er will.

Selbstverständlich kann man daher festhalten, so wie ich das selber in -> Trump und die Börsenreaktion < - getan habe, dass es zu früh ist, um definitive Aussagen zu Trumps zukünftiger Politik zu machen. Und es ist zu früh, sich als Anleger blind auf eine Richtung festzulegen.

Aber ist es deswegen auch "weiser" Rat, nun erst einmal abzuwarten, bis sich dann nach der Amtseinführung gezeigt hat, wie Trumps Politik wirklich aussieht?

Blödsinn, das ist das Offensichtliche mit gewichtiger Miene gesagt und völlig wertlos für uns Anleger. Denn wenn völlig klar ist, wie Trumps Politik nun wirklich aussieht, ist auch die Anpassungsreaktion des Marktes am Ende und einige Sektoren notieren 20% höher und andere niedriger.

Wir dürfen einfach nicht vergessen, dass wir am Markt *immer* in Unsicherheit agieren müssen, immer! Auch nachdem Trumps Politik völlig klar ist, wird es in die Zukunft hinein wieder Unsicherheit geben. Wo Sicherheit ist, bewegt sich der Markt nicht mehr und ist nichts mehr zu holen, weil eben alles schon in den Preisen ist.

Ist es denn dann vielleicht "weiser" Rat, der aktuellen Bewegung des Marktes raunend zu misstrauen, dagegen anzukämpfen und eine Gegenposition einzunehmen?

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Sektorenwahl – Was Archer Daniels Midland, Qualcomm und Biogen gemeinsam haben

Es gibt prinzipiell drei Arten, an die Aktienanlage heran zu gehen.

Man kann ganze Indizes und Märkte kaufen und sich damit nur für die ganz grossen Marktbewegungen interessieren.

Man kann auch einzelne Aktien selektieren und kaufen und sich intensiv mit deren individuellen Chancen und Risiken befassen.

Oder man kann einen Mittelweg gehen und sich auf die Auswahl erfolgsträchtiger Sektoren konzentrieren, die ein bestimmtes Marktsegment definieren.

Ich selber bin Fan dieser Sektorenwahl, denn wenn ein Sektor "en vougue" ist, dann macht die Wahl der einzelnen Aktien selten einen grossen Unterschied - die Flut hebt dann (fast) alle Boote.

Umgedreht aber, kann ein Index lange seitwärts laufen und vermeintlich unbeweglich aussehen, während es unter der Decke des Index massive Bewegungen bei den Sektoren gibt.

Genau das haben wir auch im ganzen letzten Jahr im S&P500 erlebt. An der Oberfläche, scheint der im Bereich um 2.000 Punkte seitwärts zu mäandrieren, unter der Decke aber gab es Sektoren die massivst verprügelt wurden und andere die hervorragend gelaufen sind.

Wer nur den Index wählte, konnte kaum Geld im S&P500 verdienen. Wer die richtigen Sektoren selektierte, hatte dagegen erhebliche Gewinne.

Aus diesem Grund ist die Sektorenauswahl auch immer wieder Thema bei uns im Premium-Bereich und ich will Ihnen heute auch im freien Bereich, mal drei aussichtsreiche Sektoren und darin "Bluechips" als Idee aufzeigen.

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Sektorenstrategie mit ETFs – eine sinnvoller Weg für normale Anleger

Der folgende Artikel erschien am Freitag 25.07.14 16:00 in Hari Live

Das Wichtigste gleich vorne weg. Ich glaube, dass eine mittelfristige, ETF basierte Sektorenstrategie, für einen durchschnittlich erfahrenen Anleger mit durchschnittlichem Depotvolumen, in diesem Markt des Jahres 2014 die sinnvollste aktive Strategie ist.

Genau deshalb, biete ich Ihnen hier auch immer wieder und immer mehr die Sicht auf ganze Sektoren an, wie gerade heute wieder "Basic Resources" oder gestern "China". Oder meine klaren Aussagen zur Unterperformance des DAX, gegenüber anderen Indizes.

Sektorenstrategie bedeutet dabei, dass man sich als Anleger gar nicht um Einzelaktien kümmert, sondern in seinem Depot nur eine überschaubare Zahl von Sektoren via ETFs spielt. Sektoren können dabei Branchen, aber auch Länder oder Regionen sein.

Ein Anleger-Depot besteht dabei also aus vielleicht 3-10 ETFs, die dedizierte Sektoren repräsentieren und "thats it!"

Bevor ich die Vorteile dieser Strategie für einen normalen Anleger mit seiner beschränkten Zeit erkläre, will ich aber mal einen Blick darauf richten, wie denn Anfänger typischerweise zum Aktienmarkt stossen.

Denn das geschieht dummerweise fast immer über Einzelaktien. Man hat halt mal was gelesen, bekommt einen vermeintlich "heissen" Tip oder findet ein Produkt oder eine Firma ganz toll. Das sind alles ganz konkrete - und nicht abstrakte - Informationen, die uns auch emotional ansprechen. Schnell ist dann die Hoffnung da, aufgrund des eigenen "unermesslichen Ratschlusses" 😉 schnelle Gewinne zu erzielen und man ist Aktionär und eine lange Geschichte beginnt, die den Anleger dann nach einigen Bauchlandungen, hoffentlich irgendwann zu surveybuilder.info.de führt. 😉

Das Dumme ist nur, Einzelaktien sind gerade für Anfänger eigentlich am wenigsten geeignet. Denn da sind die Risiken viel höher, man muss Quartalszahlen beachten, wissen wie sich Dividenden auswirken, man muss Gerüchte werten können und wissen, was eine hohe Short-Quote bewirkt. Und jederzeit kann bei einer Einzelaktie eine Nachricht kommen, die alles verändert und den Titel mal eben um 10% bewegt, selbst bei grossen Konzernen ist das möglich, siehe heute Amazon.

Einzelaktien zu handeln ist also die "ganz harte Tour" und erfordert eine Menge Wissen und Können. Und zu allem Überfluss hat man als privater Anleger hier fast immer ein Informationsdefizit zu den Profis, die direkt mit dem Management und dem Umfeld reden können und in den Calls der CFOs hängen und diese aushorchen. Natürlich sind bei Einzelaktien für die höheren Risiken auch höhere Chancen geboten, aber der Anfänger am Aktienmarkt sieht typischerweise nur die Chancen und überschätzt sein vermeintliches Wissen massiv.

Viele dieser Nachteile sind aber bei Sektoren ETFs nicht vorhanden. Einzelne Quartalszahlen oder Nachrichten zu einzelnen Aktien kann man zwar zur Kenntnis nehmen, sie zu ignorieren ist aber auch nicht schlimm. Auch der Informationsvorsprung der Profis bei ganzen Sektoren ist bestenfalls minimal. Denn ganze Sektoren werden typischerweise durch Makrotrends und die weltweiten Geldströme bewegt. Und die grossen Geldströme setzen sich einfach nicht um 15:43 Uhr in Bewegung, um dann um 16:14 Uhr abzureissen, nein die bauen sich über Wochen auf und bleiben dann von der Tendenz her oft über Monate - und manchmal Jahre - erhalten.

Wer eine reine Sektorenstrategie fährt, muss sich also vor allem um die Geldströme und die grossen weltweiten Makrotrends kümmern und anhand von Vergleichen relativer Performance verschiedener Sektoren heraus bringen, welche Sektoren gerade Zuflüsse haben und welche Abflüsse. Und wenn man das aktuell tun würde, würde man wohl bemerken, dass der DAX gerade nicht angesagt ist, China und Basic Resources aber viel eher.

Diese Sektorenstrategie kann für hartgesottene Seelen mit klarer Strategie sogar einen weiteren Vorteil haben. Man kann unter gewissen Umständen auf Stops verzichten. Statt einer Stop-Strategie braucht man dann eine Umschichtungs-Strategie, was am Ende das Gleiche ist. Aber der Unterschied ist, man ist mit dem Kapital immer im Markt, was sich aber ändert ist in welchen Sektoren.

Wer wie oben darauf verzichtet Cash aufzubauen und immer im Markt ist, muss natürlich bereit sein, ein Ereignis wie 2008, wo alles fällt, dann auch durchzustehen. Aber selbst 2008 konnte man in Sektoren sein, die stark geschlachtet wurden und in Sektoren, die sich bei allen Verlusten noch brauchbar hielten. Ich empfehle so eine "immer voll investiert" Strategie nicht und mache das selber nicht. Aber wer Schwierigkeiten damit hat, mit Stops aus dem Markt zu gehen, fährt mit sinnvollen Umschichtungen zwischen den Sektoren immer noch besser, als mit sturem "Buy and Hold".

Aufgrund dieser Vorteile, erwähne ich hier oft Sektoren ETFs, die gerade "in" sind und gut laufen. Es macht einfach jede Menge Sinn, seine Aktivitäten in den Sektoren zu konzentrieren, in denen die Märkte Liquiditäts-Zuflüsse haben. Denn wie heisst es so schön: die Flut hebt alle Boote. 😉 Und diese Zuflüsse kann man über ETFs auch sehr schön tracken, es gibt Webseiten und Services, die genau diese Kapitalbewegungen rein und raus aus ETFs messen und daraus direktionale Aussagen zu Trends ableiten.

Welchen echten Nachteil hat diese Strategie für normale Anleger? In meinen Augen eigentlich keinen. Nur dass eine solche Strategie natürlich viel langweiliger ist, als die Aufregung und Spannung, einzelne Aktien zu handeln. Und das man mit einer Sektorenstrategie nicht die schnellen Gewinne machen kann, wie wenn man das richtige Biotech-Unternehmen erwischt, das mal eben um 300% steigt. 😉 Man hat aber eben umgedreht auch nicht die schnellen Verluste, die bei so "Hot Stocks" möglich sind.

Auf jeden Fall ist der normale Anleger bei einer Sektorenstrategie viel eher in der Lage, mit den Profis mitzuhalten. Denn was in der Welt los ist, liest man in den Medien und welche Sektoren ans Laufen kommen, kann man recht gut anhand der Charts sehen.

Ihnen müsste doch in den letzten Jahren aufgefallen sein, dass ich bei Einzelaktien natürlich genau so von plötzlichen Wendungen überrascht werden kann, wie jeder Mensch ohne Glaskugel auch. Bei den Sektoren ETFs dagegen, habe ich ein sichtbar gutes Händchen, immer die Sektoren zu identifizieren, in denen gerade etwas geht.

Auch vom Zeithorizont her, passt eine reine, ETF-basierte Sektorenstrategie, sehr gut zu Anlegern, die weniger Zeit haben. Denn solche Sektorentrends drehen sich vielleicht alle paar Monate und manchmal sogar erst nach mehr als einem Jahr. Und im Jahr einen Trade 1-4 mal umschlagen und umschichten, ist eine ideale Frequenz für durchschnittliche Privatanleger, um synchron mit dem Weltgeschehen, ihr Depot aktiv zu verwalten.

Also, denken Sie mal über so eine Strategie nach: konsequent keine einzelnen Aktien und immer eine Hand voll Sektoren, die Sie aktiv nach Verlauf im mittelfristigen Chart und nach den Geldströmen in den ETFs umschichten.

Wie gesagt, in meinen Augen ist das für viele normale Anleger, beim aktuellen Marktverhalten im Jahr 2014, die am besten passende Anlagemethodik, die ich kenne. Und welche Sektoren gerade en Vogue sind und gut laufen, erfahren Sie ja hier auf surveybuilder.info.

Ihr Hari

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Charts des Sommers – Gezeitenwende an den Märkten

Als FED Chef Ben Bernanke am Abend des 10. Juli seine Rede hielt, mit der er das Inflationsziel wieder in den Vordergrund hob, war mir aufgrund der Reaktionen des Marktes am Folgetag sofort klar, dass die Märkte nun potentiell zur Zeitenwende und Sektor-Rotation ansetzen und der Inflationstrade einsetzen würde.

In den Artikeln -> Wohin treiben inflationäre Erwartungen DAX und S&P500 - Parallele zu 2011 ? <- und -> Von Inflation und der Gezeitenwende an den Märkten <- haben wir das hier auf surveybuilder.info frühzeitig thematisiert. Und auch die -> Gezeitenwende am Bondmarkt <- erkannt.

Und im Premium Bereich haben wir jede Menge konkreter Szenarien und Setups besprochen und von dieser Entwicklung frühzeitig profitiert, so mit einem Trade auf Rio Tinto (WKN: 852147).

Nun ist der Zeitpunkt gekommen, an dem die Gezeitenwende an den Märkten offensichtlich wird und langsam auch die breitere Medienlandschaft aufspringt und bemerkt, dass da etwas im Gange ist. Und der Zeitpunkt ist gekommen, an dem auch das "Big Money" nun sehr aufmerksam wird und sich die Finanzströme in den Sektoren verändern. Viele dieser Sektoren aus dem Bereich Grundstoffe, die nun nach oben ziehen, sind intensiv von Shorties belagert, so insbesondere der Gold und Silber Sektor. Und in den letzten Tagen war nun für jeden spürbar, wie sich die Machtverhältnisse ändern und nun erneut Blut in den Strassen zu fliessen beginnt. Dieses Mal aber das Blut der Bären und Shorties. Das heisse Geld scheint nun Witterung aufgenommen zu haben und ich würde nun nicht mehr mit einer stark gehebelten Short-Position in diesen Segmenten sitzen wollen.

Kurzfristig sind alle diese Märkte aber nun technisch überkauft und ein erneuter Dip kann jederzeit um die Ecke kommen. Insofern macht es vielleicht Sinn, mit dem Einstieg nun noch etwas zu warten. Die Märkte des Inflationstrades sehen nun aber alle so aus, als ob in Zukunft ein Dip gekauft werden sollte und nicht mehr jede Stärke sofort verkauft ! Gezeitenwende an den Märkten eben. Und natürlich kann alles immer ganz anders kommen. Aber wer die Märkte schlagen will, muss bei den wenigen grossen Chancen beherzt zupacken, die sich im Jahr bieten. Ist das ohne Risiko ? Nein bestimmt nicht - keine grosse Chance kommt je ohne grosses Risiko daher. Aber dafür gibt es Stops und man kann sich vorher überlegen, welches Risiko man im Falle des Falles noch tragen kann.

Aber lassen wir doch einfach ein paar Charts sprechen. Wenn Sie in Zukunft frühzeitig bei solchen Bewegungen dabei sein wollen, mehr über die Märkte lernen wollen und konkrete Trades, Tips und Tricks in diesem Zusammenhang besprechen wollen, dann stossen Sie doch zur surveybuilder.info Community hinzu, mit vielen hunderten aktiver Leser !

Ach ja, noch ein Hinweis. Die Premium Mitglieder treffen sich auch real. So entwickeln sich in grossen Städten derzeit Stammtische. Und den Stammtisch in Frankfurt werde ich Morgen Abend besuchen, nach meinem Auftritt beim . Insofern auch an dieser Stelle die Einladung an alle aktiven Mitglieder der surveybuilder.info Community !

Ihr Hari

Basic Resources A0F5UK 13.08.13

Dr. Copper 13.08.13

GDX 13.08.13

Hang Seng 13.08.13

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