surveybuilder.info Tops und Flops 2012

Liebe surveybuilder.info Community,

ich will mich nun zu einem Jahresrückblick auf die Tops und Flops dieses Blogs im Jahr 2012 hinreissen lassen. Es gehört ja zu den eher fragwürdigen Gepflogenheiten vieler die wirtschaftlich von Aktienempfehlungen leben, sich am Ende des Jahres selber zu loben ob der vermeintlich so perfekten Voraussagen. Ist ja auch verständlich, der Anschein guter Prognosen ist Grundlage des Geschäftsmodells.

Das funktioniert auch ganz gut, weil man dabei auf die Vergesslichkeit der Menschen setzen kann, denn wer macht sich die Mühe mal das Vergangene zu lesen und zu überprüfen, ob da die Welt mit dem Marketingpinsel nicht arg zu rosa gepinselt wurde ? Was ich grundsätzlich von der Prognoseindustrie halte, habe ich ja schon in meiner -> Anlagephilosophie <- deutlich gemacht.

Auch empririsch dürfte schnell klar sein, dass wir es hier eher mit einer rosa gefärbten Marketing-Veranstaltung zu tun haben. Denn wir haben ja auf der einen Seite die öffentlichen Fonds, deren Performance für jederman eindeutig nachzulesen ist. Die weit überwiegende Mehrheit dieser Fonds - durchweg geführt von Profis, denen weit bessere Daten- und Nachrichtenquellen zur Verfügung stehen als uns - schafft es nicht das relevante Marktsegment zu schlagen. Auf der anderen Seite haben wir die "Prognoseindustrie", die nach eigenen Angaben im Nachhinein natürlich immer ganz tolle Performance mit ihren "Empfehlungen" erzielt. Kann man ja auch leicht behaupten, weil es sowieso niemand überprüfen kann.

Beides könnte nur dann zusammen passen, wenn in den öffentlichen Fonds alle Idioten versammelt sind und in der "Prognoseindustrie" dagegen die ganz grossen Marktempathiker. Entscheiden Sie selber, ob das eine realistische Annahme ist. 😉

Ich möchte mich daher so weit das geht mal an einen einigermassen objektiven Jahresrückblick heran wagen. Ich bin durch die Titel aller meiner Artikel des Jahres 2012 durchgegangen und habe die heraus gepickt, in denen ich mich im Titel zu einer Aktie oder dem Markt mit deutlicher Tendenz geäussert habe. Um diesen Jahresrückblick nicht ausufern zu lassen, beschränke ich mich auf die Themen die mir einen eigenen, vollen Artikel wert waren und gehe über Teilanalysen innerhalb grösserer Artikel oder über die Livetips hinweg. Eine Berücksichtigung dieser Menge an Detail-Informationen würde den Rahmen sprengen.

Aber auch alleine mit dieser Selektion bekommt man ein ganz gutes Bild darüber, was im Nachhinein auf surveybuilder.info treffend war und was nicht. Ich habe daher jeden Fall in die Kategorie TOP oder FLOP eingeordnet, je nachdem ob die Aussagen des Artikels im nachhinein treffend waren oder nicht. Die Fälle im Graubereich die weder eindeutig in die eine oder andere Richtung ausschlugen, habe ich der Übersichtlichkeit wegen weggelassen. Und anhand der von mir genannten Daten, können Sie die alten Artikel aus dem Archiv ziehen und selber überprüfen, ob Sie meine Einschätzung teilen oder nicht. Insofern ist der folgende Rückblick wenigstens halbwegs objektiv.

Soweit der Vorrede, hier kommen die wesentlichen Tops und Flops dieses Blogs in 2012:

FLOP 16.01.12 "Cameco Weltmarktführer in Uran": Ich hatte Ihnen Cameco vorgestellt, verbunden mit der Erwartung, dass sich der Uranpreis in 2012 nachhaltig erholt. Auch wenn der Trade kurzfristig für ein paar Wochen gut funktioniert hat, hat sich die generelle Annahme als unzutreffend heraus gestellt. Der Kurs von Cameco war das ganze Jahr in einer Seitwärtsrange und dümpelt heute auf ähnlichem Niveau wie vor fast einem Jahr herum.

TOP 17.01.12 ff "Zur Taktik in Bullenmärkten": Einer der bedeutendsten Treffer diesen Jahres war es, die Tendenz der ersten drei Quartale frühzeitig und eindeutig zu erkennen, lange bevor die Mehrheit auf den Zug aufgesprungen ist. Nur mit dem 4. Quartal konnte ich nie so richtig "warm" werden, hier fehlte mir zuletzt die klare Tendenz. So habe ich schon am 17.01.12, mitten in der anhaltenden Depression nach dem 2011er Absturz, von einem Bullenmarkt gesprochen und Sie erinnern sich sicher an die zahllosen Artikel im ersten Quartal zum laufenden "Runaway Move", eine Sicht die in der breiten Presse erst sickerte, als die Bewegung im März schon wieder dem Ende zu ging.

TOP und FLOP 24.01.12 "Temenos - Chancen mit Bankensoftware": TOP war das insofern, als die Aktie kurz nach der Besprechung durch die Übernahmegespräche mit Misys zu einem gewaltigen Höhenflug ansetzte. Wer drin war und mit Stop absicherte, konnte schnelle und schöne Gewinne mitnehmen. FLOP insofern, als es danach nicht weiterging und die Aktie nach Scheitern der Fusion für den Rest des Jahres nicht mehr richtig ans Laufen kam.

TOP 26.01.12 "Kaufpanik oder das Reh im Scheinwerferlicht"und 01.02.02 "Zur Technik eines "Runaway Move": Weitere Beispiele für die klar erkannte Richtung des ersten Quartals. Weitere Zitate der zahllosen Artikel zum Thema übergehe ich im folgenden.

TOP 30.01.12 "Hecla Mining - Seriosität in Silber": Das ist ein Top mit Einschränkung. Das Timing war nicht ganz perfekt und es ging nach dem Artikel noch etwas weiter runter. Aber die Tendenz und grundlegende Sicht war richtig und ist es heute fast ein Jahr später immer noch.

TOP 02.02.12 "Vom Elend der Charttechnik und der Börsenkultur - Eine Wutrede": Hier habe ich mich mit spitzer Zunge über die vier Chartisten mokiert, die zum Frankfurter Gespräch beim Handelsblatt zusammen kamen. Meine Erwartung, dass die Aussagen der Herren eher Kontraindikatoren sein werden, hat sich in den folgenden 2 Monaten perfekt bewahrheitet. Auch 2013 freue ich mich schon wieder auf diesen recht zuverlässigen Kontraindikator. 😉

06.02.12 "Das Beste für Griechenland - ein Kommentar aus tiefstem Herzen": Tja, Top oder Flop ? Eigentlich bin ich immer noch dieser Ansicht und die seitdem vergangenen 10 Monate haben die Sicht auf Griechenland ja wiederholt bestätigt. Da die Politik den von mir gewünschten Weg aber nicht eingeschlagen hat, ist es müssig zu spekulieren ob das wirklich der bessere Weg gewesen wäre. Ich glaube es noch immer.

TOP 13.02.12 "Tesla Motors - die Zukunft des Automobils": Ein Top mit Einschränkung. Tesla setzte nach dem Artikel zu einer gewaltigen Rally an, die schnell 20% Plus brachte. Der Rest des Jahres war dann aber eher volatile Seitwärtsbewegung und aktuell steht Tesla einige Prozent höher als Anfang diesen Jahres.

TOP 14.02.12 "ThyssenKrupp - Vom Donnerhall zum Anlagenbauer": Die deutlich artikulierte sehr negative Sicht auf die Aktie und insbesondere auf die verantwortlichen Organe rund um Gerhard Cromme war mehr als treffend, wie der weitere Verlauf des Jahres ja nachhaltig bewiesen hat.

TOP 01.03.12 "Aixtron - ein Management im Blindflug": Während die diversen Medien noch der Hoffnung bei Aixtron das Wort redeten, habe ich mich in deutlichen Worten über ein Management mokiert, das öffentlich über Hoffnung für die zweite Jahreshälfte daherredet, gleichzeitig aber mit dem eigenen Geld nicht bereit ist auf das eigene Unternehmen zu setzen. Die weitere Entwicklung des Jahres hat dieser negativen Sicht mehr als Recht gegeben. Nun redet keiner mehr über Aixtron. Sollten jetzt Insiderkäufe kommen, dürfte das ein Einstiegssignal sein.

"05.03.12 "Salzgitter – Kaufgelegenheit ?": Auch wenn die grundlegende Erwartung bei Salzgitter sehr treffend war und eher unter die Kategorie "Top" fallen würde, war das folgende Kurs-Loch, obwohl prinzipiell antizipiert, dann doch tiefer als erwartet. Kurse unter 30€ konnte ich mir damals nicht vorstellen. Insofern keine eindeutige Bewertung für diesen Punkt.

FLOP 05.03.12 "China und die Rohstoffe": Auch wenn vieles in dem Artikel treffend war, hat sich die grundlegende Annahme, dass die Rohstoffnachfrage aus China wieder ans Laufen kommt doch als unzutreffend heraus gestellt. Mit den im Artikel genannten Aktien liess sich in 2012 kaum Geld verdienen und Rio Tinto notiert zum Beispiel aktuell wieder auf dem Niveau von Anfang März. Es spricht zwar viel dafür, dass sich das in den kommenden Monaten ändert, weil China endlich in Bewegung gerät. Für das letzte Jahr war das aber eindeutig ein Flop.

TOP 08.03.12 "Deutsche Bank - zerschlagt sie endlich !": Das Thema ist ja wohl aktueller denn je. Ich kann es nur wiederholen: zerschlagt sie endlich !!

TOP 27.03.12 "Vom Aufhören, wenn es am schönsten ist ...": Mit diesem Artikel habe ich mit perfektem Timing die Korrektur des zweiten Quartals ins Auge genommen, genau zu dem Zeitpunkt, als die bekannten Verdächtigen anfingen über DAX 8000 zu schwadronieren. Und hatte auch schon die Sommerrally im Auge. Lesen Sie doch einfach noch einmal. 🙂 Eine derartige Marktsicht war zu dem Zeitpunkt für mich woanders weit und breit nicht zu sehen. Erinnern Sie sich auch an die Umfrage am 28.03. ? Die Hälfte der Leser von surveybuilder.info wollte dieser Sicht auf das 2. Quartal auch nicht folgen, ein Quartal, in dem der DAX dann über 1000 Punkte gegenüber Ende März verlor.

TOP 30.03.12 "Warum ich Microsoft nun aus meinem Depot verbanne": Volltreffer. Der Artikel ist auch 9 Monate später unverändert gültig und auch das war eine Sicht, die man damals kaum irgendwo hören konnte. Seitdem ist Microsoft um 16% gefallen (32,4 -> 27) und die Verkäufe von Windows 8 sind genau so wie erwartet: schlecht. An so Themen sieht man dann doch, dass es einen Unterschied macht, wenn man sich in einem Segment sehr gut auskennt, was im Bereich Software bei mir durch berufliche Historie der Fall ist.

FLOP 17.04.12 "Daimler im Visier der Investmentbanken": Die von mir gesehenen Kaufoptionen bei den Investmentbanken hatten im Nachhinein keine Auswirkung. Keine Ahnung was damit passiert ist und wofür sie letztlich da waren. Die antizipierte Bewegung durch einen Einstieg eines Investors hat sich auf jeden Fall nicht realisiert, insofern klarer Flop.

TOP 09.05.12 "Bedeutende Wende bei den Goldminen": Am 16.05. - 5 Handelstage nach dem Artikel - markierte der GDX sein absolutes Tief bei 39,08 USD. Am 18.05. habe ich das unter der Überschrift "Gold und Goldminen bestätigen Wende !" noch einmal deutlich gemacht. Danach setzte der GDX langsam aber gewaltig zu einer Sommerrally an, die den GDX bis zum 21.09. auf 55,25 USD brachte, ein Anstieg von 41% in 4 Monaten, das darf man wohl Top nennen. 😉

TOP 12.06.12 "Kursziel 1400 im S&P500 ?": Mit einer technischen Betrachtung habe ich meine positive Sicht auf das dritte Quartal und die Sommerrally eingeläutet und am 15.06. mit "Cup&Handle im S&P500 kurz vor Aktivierung" verstärkt. Im Nachhinein war es tatsächlich so, dass der S&P500 sein absolutes Tief am 04.06. erreicht hatte. Diese Betrachtung, die auch schon DAX 7000 erwähnte während der DAX bei 6100 stand, war also sehr treffend.

29.06.12 "Ein historischer Tag - Das Ende Deutschlands, wie wir es kennen.": Top oder Flop ? Ich überlasse das Ihnen. Ich befürchte aber nach wie vor, dass ich völlig Recht hatte.

TOP 02.07.12 "US Kohlesektor - Monatelanger Abwärtstrend bald durchbrochen ?": Eher Top, aber nicht so eindeutig. Der Sektor definierte seinen absoluten Tiefpunkt am 26.07., insofern war die Annahme des Artikels grundlegend richtig. Seitdem ist der Sektor im Aufwärtstrend. Allerdings verläuft der Gegenanstieg bisher nicht so richtig überzeugend. Insofern ein verhaltenes Top.

FLOP 05.07.12 "Warum man die Porsche Aktie nun nicht mehr haben muss": Nach dem Artikel setzte der Kurs von Porsche zu einer massiven Rally an, insofern klarer Flop. Andererseits bin ich weiter von der inhaltlichen Sicht überzeugt, dass man in VW sein muss und nicht in Porsche, weil die Entwicklung des Porsche Kurses ein reines Lotteriespiel ist, auf das nur Herr Piech wirklich Einfluss hat. Als Aktionär sitzt man da sozusagen an einem gezinkten Kartentisch. Ich gebe mich nicht der Illusion hin zu durchdringen, was in der Porsche Bilanz alles passiert und nicht passiert. Und mit VW konnte man ja dann auch gutes Geld verdienen. Trotzdem, rein vom Kursverlauf her klarer Flop.

TOP 10.07.12 "Linde, SAP, ABB - drei substanzstarke Aktien, die ich nun für Buy&Hold interessant finde": Volltreffer. SAP seitdem 36% Plus. Linde 20% Plus. ABB 21% Plus. Und das alles in einem halben Jahr und ohne grosses Risiko bei sehr geringer Volatilität. Besser gehts kaum. Und ich halte alle drei Aktien auch für 2013 weiter für aussichtsreich.

TOP 18.07.12 "Wohin uns die Sommerrally führen könnte" und 19.07.12 "Dieser Bulle hat noch Kraft in den Lenden !": Eine im Nachhinein sehr treffende Sicht auf das 3. Quartal, inklusive der schon formulierten Erwartung der Herbststürme, die dann auch ab Ende September einsetzten.

TOP 31.07.12 "Aufbau eines Trades – Am Beispiel Silber": Zwischen dem Artikel und dem Hoch Ende September legte Silber eine 25% Rally hin.

TOP 08.08.12 "Goldminen – Erneut mit relativer Stärke gegenüber Gold": Nach dem Artikel legte der GDX innerhalb 6 Wochen eine 24% Rally hin.

TOP 28.08.12 "Chart der Woche – Hecla Mining": Nach dem Artikel legte HL innerhalb von nur 4 Wochen eine Rally von knapp 30% hin !

TOP 29.08.12 "Kurztipp – Kinross Gold": Nach dem Artikel legte Kinross innerhalb von nur 5 Wochen eine Rally von über 30% hin !

10.09.12 "Bijou Brigitte (522950) - Modeschmuck im Strudel der Eurokrise": Der mittelfristig angelegte Trade scheint zu funktionieren die Aktie steht nun über 10% höher als beim Artikel. Ein endgültiges Urteil will ich mir aber noch nicht erlauben.

FLOP 18.09.12 "Gold – Das für mich wahrscheinlichste Szenario der nächsten Wochen": Meine Leiden an Gold im 4. Quartal wurden hiermit eingeläutet. Und bis heute ist es so, dass ich auch im Nachhinein - auf Basis der damals vorhandenen Daten - an meiner Einschätzung keinen grundlegenden Fehler erkennen kann. Es ist trotzdem völlig anders gekommen und was mich am meisten irritiert ist, dass ich bis heute nicht verstehe warum. Insofern ist mein Edelmetall Trade des 4. Quartals für mich nach wie vor mein "Flop des Jahres !" Zwar habe ich dank gutem Risikomanagement da nur minimal Geld verloren, frustrierend waren die letzten 2 Monate aber schon.

21.09.12 "Marktanalyse - Wie wird das vierte Quartal für DAX, S&P500 und Co. ?": In dieser Marktanalyse scheinen die Schwierigkeiten des kommenden Quartals schon auf. Der Artikel ist auch Indikator dafür, dass ich mich im 4. Quartal nun schwerer tue den Markt "zu greifen".

FLOP 11.10.12 "Silber – Warum die Markttechnik nach einem bullischen Ausbruch riecht !": Auch hier setzt sich mein schlechter Edelmetall-Trade fort, der Kommentar zum 18.09.12 gilt auch hier. Da hat mich Mr. Market einmal kräftig an der Nase herum geführt.

TOP 14.10.12 "Marktupdate - DAX & Co.: Vom Weg des maximalen Schmerzes": Das war schon sehr prophetisch und die ersten zwei Phasen, inklusive des Tauchers unter 7000 im DAX, traten auch perfekt ein. Nur die ganz grosse Rally am Schluss über 8000 wurde uns verwehrt, ich bin aber recht sicher, ohne die Fiscal Cliff Verwirrung wäre die drin gewesen.

Mit Mitte Oktober will ich meinen Rückblick auch schliessen. Die weiteren Artikel sind in der Regel zu nahe an der Gegenwart um schon ein Urteil fällen zu können.

Abgesehen davon verschafft diese Liste auch so schon einen ganz treffenden Eindruck über das, was im Jahr 2012 auf surveybuilder.info.de gelaufen ist. Sicher musste ich vieles weglassen, insbesondere wichtige kleine Kommentare und Tips, um diesen Artikel nicht endgültig zu lang werden zu lassen. Trotzdem kann man nachvollziehbar sagen, dass das Jahr 2012 von vielen sehr guten Treffern geprägt war, die erhebliche Gewinne ermöglichten.

Insbesondere die in x Artikeln immer wieder konsistent thematisierte Marktsicht auf die grossen Entwicklungen der drei Quartale (Q1 bullisch, Q2 bärisch, Q3 bullisch), hat denen schöne Gewinne ermöglicht, die das verstanden haben. Dazwischen tummelten sich aber auch ein paar Flops, nobody is perfect. Würde mir jemand einen fehlerlosen Trackrecord präsentieren, würde ich es auch nicht glauben. Wir alle haben Fehleinschätzungen und niemand hat eine Kristallkugel. Der Unterschied ist, ob man daraus lernt und ob man in der Lage ist, die Risiken zu begrenzen.

Ich wünsche Ihnen allen einen guten Rutsch und uns weiter so viele Treffer in 2013 !

Ihr Hari

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Stahlsektor vor dem Rebound ? – 05.12.12 – Salzgitter, Klöckner drängen nach oben.

Heute, zum Handelsende beim DAX, ein paar Zeilen zum Stahlsektor, der ebenso wie Salzgitter und Klöckner offensichtlich an einem Rebound arbeitet. Wurde ja auch mal Zeit. 😉

Auslöser ist wohl China mit zunehmend hoffnungsvollen Wirtschaftsdaten. Und damit korrelieren auch Preiserhöhungen, die nun im Markt in Gang kommen. Ich hatte China ja vor kurzem schon -> hier <- in den Fokus genommen.

Schauen wir doch mal auf die Charts der beiden von mir favorisierten Titel Salzgitter (WKN 620200) und Klöckner (WKN KC0100), die heute beide mit über 3% Plus nach oben drängten.

Thyssenkrupp ist für mich dagegen nach wie vor ein "NoGo". Die Anfang des Jahres unter dem Titel -> Vom Donnerhall zum Anlagenbauer <- beschriebenen strukturellen Gründe, gelten für mich nach wie vor fort. Die Strategie kann mich immer noch nicht überzeugen und es ist für mich gar nicht mal ausgeschlossen, dass es Thyssenkrupp schafft, die zum Höhepunkt des Stahlbooms beschlossenen Stahlwerke in Amerika nun exakt zum Tiefpunkt des Zyklus zu verkaufen. Perfektes Timing sozusagen. 😉

Schauen wir also auf das Tageschart von Salzgitter:

Die Lage ist völlig klar. Wir haben einen neuen, mehrfach durch immer höhere Hochs bestätigten Aufwärtstrend, an dem es nichts zu deuteln gibt. Zeichnet man den Trend als Trendkanal ein, dürfte klar sein, dass nun im Bereich der 38€ - dort wo das 50er Fibonacci Retracement liegt (grüner Stern) - mit einer technischen Gegenbewegung nach unten zu rechnen ist.

Ansonsten sollte man so einen Trend in meinen Augen einfach mal laufen lassen und sich mit Stops unter dem Trend für einen Trendbruch absichern. Wenn sich der Rebound des Stahlsektors aber bewahrheitet, dürfte hier möglicherweise eine Long-Chance liegen, die man in dieser Klarheit nicht so oft bekommt.

Nicht ganz so klar ist die Lage bei Klöckner. Allerdings stellt der Kaufdruck der heute im späten Handel - trotz Schwäche der Wallstreet - aufkam, ein starkes Signal dar. Schauen Sie auf das Tageschart von Klöckner, das ich bewusst so komprimiert habe, dass wir bis 2011 zurück blicken können:

Sie sehen das gewaltige Potential, das im Titel steckt. Und Sie sehen auch das Besondere des heutigen Tages - wir haben heute bei Klöckner zum ersten Mal seit Juli 2011 die 200-Tage-Linie zurück erobert !

Was die Aktie nun braucht, ist eine überzeugende Bewegung über das Verlaufshoch vom 14.09.12 bei 8,848€. Sollte das nun kommen, haben wir auch bei Klöckner einen neuen Aufwärtstrend und werden wohl schnell das 23er Fibonacci Retracement bei ca. 10,9€ ins Auge fassen können. Die sinnvolle Absicherung ist auch bei Klöckner wie bei Salzgitter, ein Stop unter dem neuen Trendkanal.

Ich wünsche Ihnen gute Entscheidungen !

Ihr Hari

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Gurkenaktien des 4. Quartals 2012 – Zwischenstand 01.12.12 – Nokia, RIM, Facebook

Bis zum 03. Oktober haben wir -> hier <- gemeinsam die "Gurkenaktien" zum Jahresende definiert. Ziel war es, die Aktie zu finden, die zum Jahresende 2012 sicher im Minus stehen wird.

Nach zwei abgelaufenen Monaten ist es heute Zeit, den Zwischenstand anzuschauen. Hier das Ergebnis für den Zeitraum 03.10.12 bis 31.11.12 (jeweils Schlusskurse). Ich danke unserem Leser "Jacky" für die Aufbereitung der Daten:

Wir haben mit unserem "Gurkenportfolio" seit Oktober ein Minus von -4,3% erreicht. Gratulation !
Demgegenüber fielen die Indizes im Mittel nur um -0,6%. DAX 7322,08 -> 7405,50 = +1,1%, S&P500 1450,92 -> 1416,18 = -2,4%

Unsere Überperformance als "Shorties" setzt sich also fort. Der deutliche Vorsprung vor der Marktperformance ist um so bemerkenswerter, als im letzten Monaten drei der "Gurken" eine gewaltige Trendwende hingelegt und zu einer Rally mit erheblichen Gewinnen angesetzt haben.

Es handelt sich dabei um Nokia, Research in Motion (RIM) und Facebook, die nun alle weit über 20% im Plus stehen. Die erste Lehre dieses Monats ist damit auch offensichtlich. Wenn man einen Trade auf stark trendende Aktien fährt - wie hier auf die Abwärtstrends von Nokia, RIM und Facebook - dann ist ein Stop oberhalb der oberen Trendlinie unerlässlich. Denn wir wissen ja, Trends dauern lange und sind sehr mächtig. Und wir folgen einem Trend so lange wir können. Aber nur bis er bricht ! Dann muss man kompromisslos raus, denn wenn ein Trend bricht, ist die Gegenbewegung meistens sehr dynamisch.

Ich weiss, dass viele ein Problem mit Stops haben, weil sie schmerzhaft erleben, wie sie zu schnell in "Fake-Outs" ausgestoppt werden. Das ist auch richtig, insbesondere wenn man mit zu engen Stops agiert, die nur dazu dienen sollen Gewinne abzusichern. Man darf deswegen aber nicht das Kind mit dem Bade ausschütten. Denn wenn man starke technische Strukturen hat, wie eben eine langfristige Trendlinie oder zum Beispiel das Tief eines Swing-Lows, dann sind Stops unerlässlich, um nicht in massive Verluste zu rutschen.

Natürlich brauchen auch diese Stops Luft zum Atmen und dürfen nicht zu nahe an der entscheidenden Marke sein. Aber schauen Sie doch einfach auf diese drei Aktien. Wäre es nicht immer noch sehr sinnvoll gewesen, sich nach 5% ausstoppen zu lassen ? Und selbst wenn man vorher mal ein paar Prozent bei ein paar unglücklichen Stops verloren hat, einen derartigen Verlust von 20, 30 oder 40% zu vermeiden hätte sich immer noch gelohnt ! Und seien Sie mal ehrlich. Hätten Sie den Stop nicht gehabt, hätten Sie dann wirklich bei 5% auf "Verkaufen" der Short-Position gedrückt oder wären Sie nicht in fester Überzeugung des "Gurkenstatus" der Aktien einfach im Trade geblieben, in der Hoffnung das er wieder dreht ?

Soviel zum Thema "Stops", kommen wir damit zur der Lage bei Facebook, Nokia und RIM.

Wenn Sie mich jetzt fragen, was ich inhaltlich von dieser Trendwende bei den drei Aktien halte, muss man die Antwort nach dem Zeithorizont unterscheiden. Bei allen drei Aktien, vor allem aber bei Nokia und RIM, handelt es sich um eine Hoffnungsrally. Und diese kann durchaus nur ein "Dead Cat Bounce" sein.

Da aber die wirkliche Nagelprobe der Hoffnung bei Nokia frühestens im Januar (auf Basis realer Zahlen) und bei RIM noch später nach Launch des Blackberry 10 erfolgt, spricht viel dafür, dass die Hoffnung im Dezember weiter in die Höhe fliegt und es nun gar nicht mal unwahrscheinlich ist, dass alle drei Aktien bis Jahresende weiter deutlich zulegen. Und trotz schon 20-40% Gewinn sind inbesondere bei Nokia und RIM durchaus ähnliche Gewinne für den Dezember vorstellbar. Nicht sicher, aber vorstellbar !

Aber, betrachte ich die Aktien von einer fundamentalen und strategischen Sicht, besteht in meinen Augen eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass wir hier nur einen temporären "Dead Cat Bounce" sehen. Die höchste Wahrscheinlichkeit in drei Jahren noch als selbstständiges Unternehmen auf dem Kurszettel zu stehen, hat in meinen Augen Facebook. Hier befindet sich der Markt einfach im Prozess den "richtigen" Wert für das neue Geschäftsmodell zu finden. Aber das mit dem Geschäftsmodell Geld zu verdienen ist und dort eine Menge Potential existiert, ist höchst wahrscheinlich.

Anders die Lage bei Nokia und RIM. Beide sind in meinen Augen strategisch gesehen "Tote Katzen".

Hohe Margen werden in diesem Geschäft nur gemacht, wenn man das komplette Ökosystem von Hardware, Software und Apps - inklusive der Vermarktungsketten - in der Hand behält. Das hat Apple bewiesen und hätte Apple nicht alles unter Kontrolle, wären die aktuellen gigantischen Margen völlig illusorisch.

Genau dieses Potential hat Nokia aber mit der Hinwendung zu Microsoft und Windows Mobile aus der Hand gegeben. Nokia ist damit nur noch ein besserer Hardwarehersteller und Systemdesigner. Die wahren Fäden hält Microsoft in der Hand und letztlich bestimmt damit auch Microsoft über die Margen und die Existenz von Nokia. Selbst wenn Nokia jetzt tolle Absatzzahlen liefert, wie wollte sich denn eine Nokia wehren, wenn Microsoft einfach die Lizenzgebühren für Windows Mobile nach oben schraubt ? Oder Nokia Geschäftsmöglichkeiten abschneidet, weil Microsoft bestimmte Dienste einfach ins Betriebssystem integriert ?

Auf dem Desktop hat Microsoft doch vorgemacht, wie man durch Integration ins Betriebssystem die ganzen Anbieter drum herum langsam aussaugt. Ich habe zum Beispiel keinen eigenen Virenscanner mehr, Security Essentials reicht völlig. Es gibt halt genügend HTCs und reine Hardwaredesigner können ausgetauscht werden, das zugrunde liegende Ökosystem rund um das Betriebssystem aber nicht so einfach. Ich persönlich kann im Moment nicht sehen, wo das Geschäftsmodell bei Nokia ist, mit dem langfristig attraktive Margen erwirtschaftet werden können.

Gleichzeitig hat die Marke und die Patente aber so viel Wert, dass ich damit rechne, dass Nokia früher oder später übernommen wird und damit defacto vom Kurszettel verschwindet. Das muss für die Aktionäre kein schlechter Deal sein, auf eine neue Zukunft Nokias auf eigenen Beinen würde ich aber nicht wetten wollen.

Bei RIM ist die Lage etwas anders, im Ergebnis aber nicht besser als bei Nokia. RIM hat das ganze Ökosystem rund um den Blackberry noch in der Hand, könnte sich also theoretisch wieder zu hohen Margen aufschwingen. Nur ist das realistisch ? Ich glaube nein, der Zug ist einfach abgefahren.

RIM hatte fast ein Monopol als "Manager-PDA" und konnte deswegen hohe Preise und damit hohe Margen erzielen. Noch vor ein paar Jahren war es doch so, dass es entweder buntes, blinkendes Spielzeug von Samsung und Co. gab oder seriöse Businessgeräte von RIM oder Nokia.

Alles vorbei. Auch die grossen Firmen gehen immer mehr von einer einheitlichen Ausrüstungspolitik weg und erlauben den Mitarbeiter sich ihre Smartphones selber zu wählen, solange ein paar Regeln eingehalten werden. Damit bekommen Moden und was "hip" ist, aber auch im Business-Segment höhere Bedeutung. Das Blackberry Prinzip ist einfach aus der Mode. Wie bei allen ehemaligen Trends gibt es noch eine Fangemeinde, die die Stange hält, das verlängert aber nur das Siechtum, das frische, der Marke zufliegende Blut fehlt. Jetzt hat es auch in der Vergangenheit durchaus mal Beispiele gegeben, wo das Revival einer Marke gelungen ist, insofern nichts ist unmöglich. Das sind aber seltene Ausnahmen, auf die ich nicht wetten wollte.

Wirkliche Zukunft kann eine RIM nur dann gewinnen, wenn sie einen neuen USP findet, der die Smartphone-Nutzer zum Blackberry treibt. Den sehe ich aber zumindest derzeit (noch) nicht und Moden die vergangen sind, kommen nicht so einfach wieder. "Yet another Smartphone" braucht die Welt auch nicht mehr.

Abgesehen davon hat RIM nun ein massives Skalenproblem. Nicht nur im Einkauf, sondern auch bei der Entwicklungskapazität sind die Mittel einfach zu gering, um mit den sich abzeichnenden vier "Gorillas" - Apple, Google/Motorola, Samsung, Microsoft - mithalten zu können. Selbst wenn das BB10 ein Erfolg wird, reicht ein einziger verhunzter Produktzyklus bei der Grösse und Finanzkraft die RIM nun hat, um der Firma den Todesstoss zu geben.

Das tolle Produkte auch nichts nützen, wenn der Zug mal abgefahren ist, kann man an Psion oder Palm bewundern. Erinnert sich jemand an diese tollen und sehr teuren Minicomputer ? Auch Psion hatte hohe Margen und eine zahlungskräftige Kundschaft. Auch Psion wurde durch Apple, Samsung und Co. des Geschäftsmodells beraubt und auch Psion hatte nicht die Grösse und Skaleneffekte um gegenzuhalten. Psion ist heute Teil von Motorola und die wiederum Teil von Google. Die grossen Fische fressen die kleinen.

Auch bei RIM haben aber Marke und Patente Wert und wie bei Nokia rechne ich daher eher mit einer Übernahme. Auch hier muss das für die Aktionäre kein schlechter Deal sein. An eine langfristige Zukunft auf eigenen Beinen glaube ich aber bei RIM eben so wenig wie bei Nokia. Diese Chance auf die eigene, selbstbestimmte Zukunft ist von den drei "Gurkenaktien" wohl bei Facebook am grössten.

Aber noch einmal, diese langfristig strategische Sicht hilft nicht bei der Frage, ob die Rally noch ein, zwei oder drei Monate weitergeht und ob eine Nokia oder RIM nicht noch einmal 20, 30, 40 oder sogar 50% Gewinn produzieren, bevor der "Dead Cat Bounce" dann zum Erliegen kommt oder alternativ ein Käufer auf den Plan tritt und die Aktie vom Kurszettel verschwindet.

Insbesondere bei RIM darf man nicht vergessen, dass der Aktienkurs praktisch ins "Nichts" geprügelt wurde. Es braucht also nicht viel um starke Kurs-Gewinne zu produzieren, ein bisschen Hoffnung und halbwegs brauchbare Umsätze mit dem Blackberry10 Smartphone reichen schon, um den völlig verprügelten Kurs nach oben schnellen zu lassen. Einer neuen Zukunft ist RIM damit aber nicht notwendigerweise näher gekommen, kurzfristige Gewinne für spekulative Anleger sind aber weiterhin möglich.

So weit meine persönliche Sicht auf diese drei "Gurkenaktien". Hier nun das Ergebnis im Detail:

1. A123 Systems (WKN: A0Q8FY) 0.28 USD -> 0.12 USD; gain: -57.1%
2. Solarworld (WKN: 510840) 1.4 € -> 0.99 €; gain: -29.3%
3. Magforce (WKN: A0HGQF) 2.8 € -> 2 €; gain: -28.6%
4. Vestas (WKN: 913769) 5.11 € -> 3.7 €; gain: -27.6%
5. Praktiker (WKN: A0F6MD) 1.56 € -> 1.19 €; gain: -23.7%
6. Sino AG (WKN: 576550) 2.76 € -> 2.11 €; gain: -23.6%
7. Peugeot (WKN: 852363) 6.14 € -> 4.77 €; gain: -22.3%
8. Gigaset (WKN: 515600) 1.22 € -> 0.95 €; gain: -22.1%
9. Wacker Chemie (WKN: WCH888) 48.87 € -> 41.86 €; gain: -14.3%
10. Intel (WKN: 855681) 22.55 USD -> 19.57 USD; gain: -13.2%
11. Hewlett-Packard (WKN: 851301) 14.91 USD -> 12.99 USD; gain: -12.9%
12. Microsoft (WKN: 870747) 29.86 USD -> 26.62 USD; gain: -10.9%
13. Thyssen-Krupp (WKN: 750000) 16.99 € -> 15.57 €; gain: -8.4%
14. Aixtron (WKN: A0WMPJ) 10.24 € -> 9.61 €; gain: -6.2%
15. McDonalds (WKN: 856958) 90.35 USD -> 87.04 USD; gain: -3.7%
16. Daimler (WKN: 710000) 38.06 € -> 37.98 €; gain: -0.2%
17. Wienerberger (WKN: 852894) 6.27 € -> 6.26 €; gain: -0.2%
18. Kontron (WKN: 605395) 3.46 € -> 3.52 €; gain: 1.7%
19. Alcatel-Lucent (WKN: 873102) 0.81 € -> 0.85 €; gain: 4.9%
20. Talanx AG (WKN: TLX100) 18.75 € -> 19.91 €; gain: 6.2%
21. Boeing (WKN: 850471) 69.86 USD -> 74.28 USD; gain: 6.3%
22. Salzgitter (WKN: 620200) 30.72 € -> 35.45 €; gain: 15.4%
23. Tesla Motors (WKN: A1CX3T) 29.3 USD -> 33.82 USD; gain: 15.4%
24. Sky (WKN: SKYD00) 3.25 € -> 3.82 €; gain: 17.5%
25. Infineon (WKN: 623100) 5.01 € -> 5.9 €; gain: 17.8%
26. Nokia (WKN: 870737) 2.05 € -> 2.57 €; gain: 25.4%
27. Facebook (WKN: A1JWVX) 21.83 USD -> 28 USD; gain: 28.3%
28. Research in Motion (WKN: 909607) 8.06 USD -> 11.6 USD; gain: 43.9%

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Ideen zur Jahresendrally – Vivendi, Agco, China – 26.11.12

Statt den Markt zu analysieren, will ich heute einfach mal drei Anlage-Ideen mit Ihnen teilen. Und zwar Vivendi, Agco und China.

Nehmen wir also einfach mal theoretisch an, wir bekommen jetzt eine Jahresendrally und vielleicht sogar einen guten Jahresanfang. Wo liegen dann Gelegenheiten, die eine interessante Investition darstellen könnten, ohne mit zu grossen Risiken behaftet zu sein.

Ich werde dabei bewusst die Themen, die ich hier schon in eigenen Artikeln thematisiert habe, wie zb die Edelmetalle und entsprechenden Minen, oder Spanien, SAP, Linde, ABB, Nokia oder Salzgitter, nicht erneut thematisieren. Das bedeutet aber nicht, dass diese Themen nicht mehr aktiv wären. Die drei Ideen die nun folgen, habe ich bestenfalls mal in einem Kommentar oder Live-Tip erwähnt, den nicht zwingend jeder gesehen hat.

Viel Spass, schauen Sie sich die drei Ideen mal selber an, die ich hier nur sehr kurz anreisse. Und lassen Sie uns an Ihren Gedanken dazu teilhaben.

Vivendi (WKN 591068)

Der französische Medienkonzern war lange durch hohe Überschuldung gelähmt. Insbesondere da das alte Management nicht bereit war, dass Konglomerat aufzulösen und so den Konglomeratsabschlag vom Tisch zu schaffen. Ende Juni wurde dann der ehemalige CEO Levy abgelöst, auch durch das Betreiben der Grossaktionäre im Hintergrund. Nun steht scheinbar die Aufspaltung des Konzerns auf der Agenda.

Damit kann endlich der innere Wert des Konglomerats gehoben werden. Die Börse honoriert es schon jetzt, die Fundamentaldaten sehen attraktiv aus und der Chart hat eine nahezu perfekte Cup & Handle Formation gebildet. Sehen Sie selbst. Kursziel 20€.

Agco (WKN 888282)

Der Traktoren und Landmaschinen Hersteller Agco (unter anderem Markt Fendt) hat eine attraktive Bewertung, ein langjähriges, eingespieltes Management, zuletzt einige Insiderkäufe, bewegt sich in einem zukunftsträchtigen Geschäftsfeld und sitzt auf einem klaren Aufwärtstrend. Alles Parameter eines sehr sauberen Trades mit klarem Stopniveau und damit definiertem Risiko. Werfen Sie mal einen intensiveren Blick auf diesen Titel, ich habe ihn schon mehrfach kurz erwähnt.

China

China, wie bitte ? Ja ganz einfach China. 🙂 Denn China hat nun nach längerem Interregnum eine neue Führung. Und es ist ganz typisch, dass in einem Führungsvakuum auch die Infrastruktur-Investitionen auf Hold gesetzt werden. Besonders in einem zentralistischen System. Zumal in einem Land, das so von den Interessen der Parteifunktionäre durchzogen ist. Das lähmt den ganzen Apparat über alle Ebenen, nicht sicher zu wissen, wer in Zukunft die Hand ist die straft - oder eben füttert. Und vor allem nach welchen Regeln gefüttert wird. 😉

Diese Unsicherheit ist nun verschwunden. Gleichzeitig geben Wirtschaftsdaten und Inflationsrate Raum für staatliche, expansive Massnahmen. Es gehört also nicht viel Phantasie dazu, sich vorzustellen, dass nun eine Phase der staatlichen Ausgabenprogramme vor uns liegt. Und nach Jahren der Seitwärtsbewegung, haben auch die Aktienmärkte Exzesse der Vergangenheit teilweise verarbeitet.

In China muss man natürlich immer mit dem Risiko plötzlicher Verwerfungen leben, denn das politische System ist weit weniger stabil, als es aus der Ferne scheint oder uns die Führung glauben machen will. Zu gross sind die Gegensätze im Land und ohne entsprechendes Wachstum, das letztlich vielen Wohlstand verschafft, dürfte es schnell zu Unruhen kommen. Das weiss aber die Führung und hat deswegen gar keine andere Wahl als zu stimulieren und investieren.

Sicher nicht der schlechteste Zeitpunkt, um China wieder auf den Radar der Anlage zu nehmen. Wer sich nicht dem Risiko einzelner Aktien aussetzen will, die aus der Ferne nur schwer zu verfolgen sind, kann zu diversen ETFs greifen. Zum Beipiel zum iShares China Offshore 50 (WKN A0F5UE) der 50 grössten in Hongkong notierten Werte.

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Price Action – S&P500, DAX, E.ON, Apple, IBEX35, Salzgitter, Nokia – 20.11.12

Heute möchte ich mit Ihnen vor Eröffnung der Wallstreet eine Rundtour durch verschiedene Aspekte des Marktes machen. Und dabei das Augenmerk auf die Nachrichten legen, die uns Mr. Market mit seiner Price Action selber gibt.

Was ich dagegen nicht tun möchte, ist hier Unternehmenszahlen nacherzählen, die man immer noch am besten beim Unternehmen selber oder den diversen Nachrichtendiensten wie Reuters erfährt. Ich würde auch keinen Mehrwert für meine Leser damit schaffen, mich jetzt hier als oberflächlicher "Bilanzanalyst" zu betätigen.

Denn gerade weil ich aufgrund meiner beruflichen Historie gut in der Lage bin Unternehmenszahlen und Bilanzen wirklich zu verstehen, weiss ich, dass es da draussen jede Menge Profis gibt, die die Unternehmen hauptamtlich beobachten. Und die durch ihre Fokussierung auf das Unternehmen viel besser als ich in der Lage sind, die Zahlen zu durchleuchten. Schlicht weil sie viel mehr Zeit dafür verwenden.

Und deren Wissen und Erkenntnisse sind über die Investitionsvolumina von Big Money schon längst in den Kursen verarbeitet. Denn für Big Money arbeiten diese Profis. Zu glauben, durch oberflächliche Analyse da noch Mehrwert zu produzieren und sich einen "Edge" gegenüber dem Markt zu erarbeiten, würde schon an Naivität grenzen.

Das nur zur Erklärung, warum gerade jemand wie ich, der eigentlich aussergewöhnlich qualifiziert wäre die Fundamentaldaten und Bilanzen unter die Lupe zu nehmen, dafür nur ein eher desinteressiertes Schulterzucken übrig hat. Würde ich mich jetzt hauptberuflich auf ein oder zwei Unternehmen spezialisieren und die permanent begleiten, würde ich mir sogar zutrauen daraus einen Mehrwert zu generieren. Aber nicht mit einer zweistelligen Zahl von Unternehmen in der Watchlist und nicht durch nacherzählen der sowieso öffentlich bekannten Zahlen und Daten.

Statt dessen sollten wir genauer auf das schauen, was uns Mr. Market mit seiner Price-Action sagt. Denn diese Kursbewegungen sind höchst "demokratisch" und egalitär.

Denn erstens sieht Big Money die Kurse genau so schnell wie wir und kein bischen früher, wenn wir mal von dem Sonderfall HFT absehen. Bei Analyse der Kursbewegungen haben wir also eine Chance mit dem grossen Geld gleichzuziehen.

Zweitens basieren die Kursbewegungen auf den echten Absichten der Marktteilnehmer, denn da wo reales Geld eingesetzt wird fängt die Wahrheit an und hört das Gesabbel auf. Geschrieben wird nämlich viel und Papier ist geduldig. Echtes am Markt eingesetztes Geld, ist da ein weit bedeutenderes Testimonial.

Und drittens erleben wir in den Kursen genau die gebündelte Einschätzung des Marktes, was die Zahlen und Daten der Vergangenheit und die daraus resultierende Erwartung der Zukunft angeht. Wer will schon mit Mr. Market argumentieren, der sowieso immer Recht hat. Ich nicht !

Soweit der Einleitung - gehen wir also in medias res:

S&P 500 und DAX:

Der Bounce hat richtig Kraft und viel spricht dafür, dass er bis Ende der Woche laufen kann. Denn im Moment beruht er neben der technischen Überdehnung auf der Annahme, dass die Fiscal Cliff Verhandlungen doch zügig zu einem guten Ende kommen. Da die nächsten Verhandlungen aber erst nächste Woche nach Thanksgiving anstehen, bleibt diese Woche Zeit die Hoffnungsrally zu spielen.

Heute dürfte erst eine leichte Konsolidierung des gestrigen Anstiegs folgen, dann rechne ich mit Wahrscheinlichkeit eher damit, dass der Bounce noch weiter geht und im S&P500 auch die 1400 noch testet. Dann wird es spannend.

Denn niemand sollte vergessen, dass wir uns in einem bestätigen Abwärtstrend befinden und erst ein Closing oberhalb der rechten Schulter der SKS bei 1434 könnte das ändern. Ich persönlich sehe immer noch eine gute Wahrscheinlichkeit, dass wir gerade nur eine weitere Schulter im neuen Abwärtstrend erleben und wir im S&P500 noch in die Zone 1300-1320 laufen werden.

Was den DAX angeht, hat der seine relative Stärke in den letzten zwei Tagen komplett verloren und auch der aktuelle Bounce ist in der Dynamik eher enttäuschend. Auch beim DAX sollte man also das Risiko nicht übersehen, dass der Markt die 7200 nicht mehr nachhaltig überwinden kann und wieder nach unten dreht.

Insofern werde ich nun opportunistisch den Kursen nach oben folgen, gleichzeitig meine Stops aber so mitziehen, dass ich schnell wie der Wind auch wieder draussen bin. Frei nach dem Motto "Das Beste hoffen und sich für das Schlimmste vorbereiten".

E.ON

Ist die aktuelle Kursbewegung eine Übertreibung oder ist sie nun aufgrund der unsicheren Aussichten gerechtfertigt ? Nun in Anbetracht von 12% Minus an einem Tag, war der Gedanke an eine emotionale Übertreibung nach unten ja naheliegend. Auch ich habe diesen Trade ja versucht. Jetzt ein paar Tage später, gibt uns die Price-Action aber die eindeutige Antwort. Nein - das ist keine Übertreibung, sondern in Wertung der Nachrichten gerechtfertigt. Denn glauben Sie mir, wenn all die Profis die E.ON en Detail verfolgen nun auch nur die kleinste Hoffnung hätten, dass die Welt bei E.ON nun zu schwarz gemalt wird, dann wäre E.ON in diesem Bounce um 3-5% nach oben geschossen. Ist die Aktie aber nicht - quod erat demonstrandum.

Apple

Ganz anders bei Apple. Die Dynamik und das in die Aktie strömende Geld im zweistelligen Milliardenvolumen an einem Tag, impliziert bei dieser best analysierten Aktie der Welt für mich persönlich nur eines: wir haben ein temporäres Tief gesehen und es spricht wenig dafür, dass die Bewegung von gestern nur ein "One Day Wonder" war. Ich rechne eher mit noch einigen Tagen Stärke bei Apple und halte es für wahrscheinlich, dass wir die 600 USD wieder testen werden. Erst wenn diese Stärke ausläuft, sehe ich Anlass im Lichte der dann vorhandenen Kursbewegungen, die Frage zu stellen, wie es nun weiter geht. Denn Art und Umfang des ersten schwachen Tages nach dieser aktuellen Rally, wird uns mehr über den weiteren Kursverlauf sagen als jede aktuelle Spekulation.

Spanischer Aktienmarkt IBEX35

Was ich Ihnen -> hier <- nahe gebracht hatte, wurde auch durch die Kursentwicklung der letzten Tage bestätigt. Der spanische Aktienmarkt hält sich stabil oberhalb der 200-Tage-Linie und bildet scheinbar eine Bullenflagge aus. Auch wenn man auf die Geschehnisse unter der Oberfläche schaut, ist in Spanien viel mehr positive Bewegung hin zu mehr Wettbewerbsfähigkeit, als in Italien oder erst recht dem verkrusteten Frankreich. Auf den Turnaround des spanischen Aktienmarktes zu setzen, erscheint mir also weiter als eine gute Idee, zumal man sich damit defacto auch in die südamerikanischen Märkte einkauft, die durch Historie und Sprache mit Spanien verbunden sind.

Rheinmetall

Wie Sie sicher wissen, ist Rheinmetall eine der Aktien, die ich permanent begleite. Das liegt vor allem an dem Rüstungsgeschäft. Denn der Nachteil der Abhängigkeit von öffentlichen Aufträgen, wird durch die Tatsache mehr als aufgewogen, dass die Einstiegshürden in dieses Geschäft sehr hoch sind. Rheinmetall muss also nicht so sehr wie andere Branchen Angst haben, dass neue Mitbewerber für Preisdruck sorgen. Schaut man dann noch auf die Fundamentaldaten von Rheinmetall und die Höhe in der Rüstungsfirmen wie Lockheed Martin oder General Dynamics in den USA bewertet werden, sieht man schnell, dass das Unternehmen aktuell vom Markt höchst attraktiv bewertet wird. Auch ein Übernahmeversuch ist deswegen keineswegs undenkbar.

Der Markt scheint zur gleichen Ansicht gekommen zu sein, anders lässt sich nicht interpretieren, wie aggressiv Rheinmetall gestern von den Tiefs im Bereich 31,x € weggekauft wurde. Kurzfristig sollte man bei der Aktie keine grossen Sprünge erwarten, die durch die Eurokrise bedingte schlechte Auftragslage im Rüstungsgeschäft wird wohl auch weiterhin eine Schleifspur ziehen. Und die Aktie deshalb wahrscheinlich eine zeitlang in der Nähe der 30er Marke herum krebsen, diese vielleicht sogar mal kurz unterschreiten. Aber von einer massiven Rezession abgesehen, sagt uns Mr. Market mit seiner gestrigen Reaktion, dass Rheinmetall bei den aktuellen Kursen langfristig ein attraktives Investment sein könnte.

Salzgitter und Stahlsektor

Wird das Stahlgeschäft in 2013 besser oder nicht ? Ich will mich an dieser Spekulation nicht beteiligen und kann dazu auch keinen Mehrwert liefern. Das wissen die Verantwortlichen in der Branche besser als ich. Aber was als Folge des vollzogenen Machtwechsels für Nachrichten aus China kommen, lässt hoffen. Und der Markt sagt auch: ja, 2013 wird besser. Denn objektiv hat der Kurs nicht in Richtung der Tiefststände gedreht und der Aufwärtstrend bei Salzgitter ist so lange intakt, wie das Tief 28.09. nicht unterschritten wird. Kluge Trader spekulieren nicht über die Zukunft, sondern kaufen Aktien, die den unteren Trendkanal eines Aufwärtstrends testen und sichern sich nicht weit davon entfernt direkt unter dem Trend ab. Das wird auch meine Strategie sein, falls Salzgitter noch etwas zurück kommt. The Trend is your friend - until it ends.

Nokia

Im amerikanischen gibt es den Spruch "Hope is a four letter word" ... so wie einige unfeine Kraftausdrücke, die ich hier lieber nicht niederschreibe. Was so viel bedeuten soll wie, wer sein Handeln nur auf Hoffnung basiert, ist schnell verlassen.

Eine Hoffnungsrally ist aber genau das, was gerade bei Nokia passiert. Denn Nokia hat diesen Winter nach meiner Einschätzung wohl seinen letzten Schuss im Köcher. Wenn auch dieser Winter keine Wende bringt, wäre ich überrascht, wenn es in einem Jahr noch ein unabhängige Nokia gäbe. Mit einer Pleite rechne ich nicht, dafür ist zu viel Substanz - alleine die Patente - im Unternehmen. Aber seine Unabhängigkeit könnte Nokia wohl nicht verteidigen, wenn jetzt nicht echter Erfolg eintritt.

Nun hat Nokia aber mit dem Lumia 920 einen Treffer gelandet. Einfach ein tolles Smartphone mit superben Bewertungen und in vielen Shops erst einmal ausverkauft. Das setzt die Phantasie von Mr. Market nun also in Bewegung. Denn wenn Nokia die Kurve bekommen sollte und wieder Marktanteile gewinnt und Gewinne schreibt, dann sind die aktuellen 2,x € Kurs ein Witz und eine Verdoppelung eher noch eine konservative Schätzung.

Vor diesem Hintergrund ist die aktuelle Stärke zu sehen. Und die dürfte weitergehen, solange die Hoffnung im Raum steht. In dem Moment wo echte Absatzzahlen bekannt werden, dürfte es ernst werden. Wenn die Zahlen dann die nun hoch gefahrenen Erwartungen des Marktes nicht befriedigen sollten, wird ein Schlachtfest folgen. Wenn die Zahlen aber überzeugen, wird der Kurs dann erst so richtig gewaltigen Schub aufnehmen.

Insofern scheint Nokia eine spannende Wette zu sein, die ich aber nur mit entsprechendem Stop eingehe. Alle andere wäre in meinen Augen unverantwortlich. Eine Investition kann eine Nokia im jetzigen Zustand nicht sein, eher eine aggressive Wette auf Hop oder Flop.

Ich wünsche Ihnen viel Erfolg !

Ihr Hari

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Marktupdate – 07.11.12 – Gedanken zum Markt nach der US Wahl

Zum Handelsstart in Europa, ein Marktupdate im Nachgang der US Präsidentenwahl:

(1)

Der Sieg Obamas hat den Status Quo einfach fortgeführt, denn im Repräsentantenhaus haben sich die Mehrheitsverhältnisse nicht geändert. Damit bleibt das Blockadepotential der Republikaner erhalten. Echte Klarheit sieht anders aus. Trotzdem dürfte das für die Märkte zunächst eine Erleichterung sein, weil zumindest die Angst vor unklarem Gewürge nach der Wahl nun weggefallen ist.

(2)

Die Rally die gestern an der Wallstreet schon vor der Wahl einsetze, war offensichtlich der Versuch diverser Hedgefonds (Hot Money) diese absehbare Entwicklung schon vorher mitzunehmen. Offensichtlich hatte auch das "Hot Money" die Erwartung, die ich gestern im Artikel formulierte, dass jede Form von Klarheit für eine Rally sorgen würde.

(3)

Ob diese Rally - die seit gestern läuft und heute weiter zu gehen scheint - dann nachhaltig wird und auch den heutigen Nachmittag überlebt, ist aber noch nicht zu beantworten. Denn nun richtet sich der Blick spätestens heute Nachmittag auf das "Fiscal Cliff".

Und durch die weiter gegensätzlichen Mehrheitsverhältnisse in Senat und Repräsentantenhaus, wird das Geschacher nun weiter gehen. Allerdings kann man nun hoffen, dass die Republikaner nun etwas gemässigter auftreten, denn die Blockade-Politik der Tea-Party hat ja nun nicht zum Sieg verholfen. Und hätte Romney auf diese Extremisten weniger Rücksicht nehmen müssen, hätte er wohl eine Chance zum Sieg gehabt, denn auch in den US werden die Wahlen in der Mitte entschieden und Obama war mehr als angeschlagen.

Es ist allerdings auch gut möglich, dass die Republikaner daher erst einmal in interne Richtungskämpfe geraten. Denn obige Analyse wird die Tea-Party-Fraktion sicher nicht teilen wollen. Ob die absehbaren internen Probleme der Republikaner einer schnellen Klärung der mit dem "Fiscal Cliff" verbundenen Fragen helfen oder diese eher verhindern, vermag ich nicht zu prognostizieren.

Aber das wird definitiv nun das Hauptthema sein, um das sich die Wallstreet gedanklich drehen wird. Und von dieser Einschätzung wird nach meiner Erwartung abhängen, ob wir nun nur eine kurze Erleichterungsrally oder den Beginn der umfangreichen Jahresendrally sehen. In diesem Zusammenhang erinnere ich noch einmal an die Übersicht von gestern, die die Sorgen der Wallstreet aufzeigt:

(4)

Mit dem Sieg Obamas bleibt auch "Helikopter-Ben" weiter auf seinem Posten und wird die bisherige Politik der Geldschwemme fortsetzen. Die Reaktion bei Gold liess nicht lange auf sich warten. Nun spricht sehr viel dafür, dass der Absturz vom 02.11. eine üble Bärenfalle war, in der "Smart Money" die Stops der schon auf die Wende setzenden Trader überrannte. Jetzt sind wir technisch in einer ganz einfachen Ausgangslage. Regelmässigen Lesern von surveybuilder.info.de dürfte nun sonnenklar sein, wo Stops bei Gold hinzulegen sind. Darüber hinaus kann man nun gelassen abwarten. Wenn sich das Szenario realisiert, dass ich immer noch für das deutlich wahrscheinlichste halte, steht uns nun eine schöne Rally zum Jahresende bevor, die das Potential hat Gold bis 1900 USD zu treiben. Und wenn nicht, dann halt nicht. Dann kann man mit den nun definierten Tiefs aber auch nicht viel verlieren. Gelassenheit und Geduld ist nun also in meinen Augen im Sektor gefragt.

(5)

Bei den Silberminen, insbesondere bei Hecla Mining (WKN 854693) und Coeur dAlene (WKN A0RNL2), gab es gestern üble Enttäuschungsreaktionen auf die Quartalszahlen, die auch den ETF SIL unter Druck gesetzt haben. In beiden Fällen waren Vergangenheitszahlen zum abgelaufenen Quartal der Auslöser und in beiden Fällen gebe ich der negativen Reaktion persönlich nur eine geringe Halbwertzeit. Denn es könnte gut sein, dass wir hier eine Parallelität zu den Ereignissen bei Salzgitter vorgestern haben.

Denn der Markt hat die ganze Zeit nur auf die zukünftigen Gewinne der Minen gestarrt, weswegen die Titel trotz vorangegangener Rally auch nicht abgegeben haben, obwohl der Silberpreis seit über einem Monat fällt und konsolidiert. Nun wurde die Vergangenheit mit einem Schlag in Erinnerung gerufen und der Markt reagiert "erstaunt", wie jemand der aus einem langen Schlaf aufwacht. Schon bald wird aber nach meiner Erfahrung wieder nur die zukünftige Entwicklung zählen.

Insofern kommt es für mich nun einfach darauf an, wie sich der Silberpreis zum Jahresende entwickelt. Und der wird sich erfahrungsgemäss ähnlich wie Gold entwickeln, siehe Punkt (4). Wenn Silber nun also weiter nach oben dreht, könnte die aktuelle Korrektur eine hervorragende Kaufgelegenheit sein. Insbesondere bei Hecla ist positiv zu vermerken, dass nun auch offiziell der erneute Produkionsanlauf der "Lucky Friday" Mine für das erste Quartal 2013 absehbar ist.

Vergessen sollte aber niemand, dass Silber-Minen extrem volatil sind und zwar in beide Richtungen. Erst gestern konnten wir das beobachten. Wenn man da mit Stops operiert, müssen diese sehr weit sein und man muss bereit sein auch signifikante Verluste in Kauf zu nehmen. Im Zweifel ist in meinen Augen der ETF SIL vorzuziehen, der sozusagen das Analog zum GDX bei Goldminen ist und einen von den volatilen Bewegungen der einzelnen Titel unabhängig macht.

(6)

Auch die Sektoren Stahl und Kohle, wenn Sie so wollen darüber hinaus die ganze Schwer- und Grundstoffindustrie, produziert nun Charts die auf eine Trendwende hindeuten. Eine Trendwende die nicht nur von der Geldpolitik der Notenbanken, sondern auch von China befeuert werden könnte. Aktienmärkte sind bekanntlich Vorlauf-Indikatoren und die chinesischen Bluechips sind seit September in Bewegung geraten, leicht zu erkennen an ETFs wie dem "iShares China Offshore 50" (WKN A0F5UE).

Ein perfektes Beispiel ist dafür sicher auch die Kursentwicklung bei Salzgitter (WKN 620200) mit einem klaren Aufwärtstrend, aber auch die Zahlen von Klöckner (WKN KC0100) von heute empfinde ich als konstruktiv. Es scheint als ob das Unternehmen die Lage im Griff hat und sogar von seiner Akquisition in den US profitiert. Damit könnte nun möglicherweise ein Kursniveau erreicht sein, von dem aus die Chancen deutlich grösser als die Risiken sind.

Um sich den Kohlesektor vorzunehmen, hat eine Aktie wie Peabody Energy (WKN 675266) als Beispiel, nun auch einen klaren, neuen Aufwärtstrend definiert, auch wenn kurzfristig ein Rücksetzer zur 200-Tage-Linie nicht ungewöhnlich wäre.

Die oben genannten Sektoren sind sicher nicht ohne Risiken und Stops sind nach wie vor zwingend. Aber ähnlich wie bei Gold hat die Abwärtsbewegung für mich nun klare Stopniveaus definiert, von denen ausgehend ich durchaus bereit bin, eine Spekulation auf den Turnaround zu wagen. Sie wissen wie sehr ich davor warne, einfach so ins fallende Messer hinein auf einen Turnaround zu wetten. Hier haben wir nun aber neu etablierte Aufwärtstrends und einen klaren Bruch der alten Abwärtstrends. Es spricht also viel dafür, dass das Messer nun schon so tief gefallen ist, wie es fallen konnte. Und bei der immer vorhandenen Restunsicherheit, dass es eben doch anders kommt, schützen mich Stops vor zu starken Schmerzen und monetären Wunden.

Ich wünsche Ihnen viel Erfolg !

Ihr Hari

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Gurkenaktien des 4. Quartals 2012 – Zwischenstand zum 01.11.12

Bis zum 03. Oktober haben wir -> hier <- gemeinsam die "Gurkenaktien" zum Jahresende definiert. Ziel war es, die Aktie zu finden, die zum Jahresende 2012 sicher im Minus stehen wird.

Heute ist es Zeit, uns nach einem Monat den Zwischenstand anzuschauen. Hier das Ergebnis für den Zeitraum 03.10.12 bis 31.10.12 (jeweils Schlusskurse):

Wir haben mit unserem "Gurkenportfolio" im Oktober ein Minus von -5,3% erreicht. Gratulation !
Demgegenüber fielen die Indizes im Mittel nur um -1,6%. DAX 7324,56 -> 7268,53 = -0,7%, S&P500 1450,92 -> 1412,72 = -2,6%

Wir haben den Markt also klar geschlagen und als "Shorties" einen guten Job gemacht. Schaut man darauf woran das lag, ist sehr leicht zu erkennen, dass das Herumreiten auf dem Prinzip der Trendfolge bei der letzten Übung nun scheinbar Früchte getragen hat. Es wurden sehr viele Aktien gemeldet, die schon vorher schlecht liefen und sich in etablierten Abwärtstrends befanden. Das positive Ergebnis der Trendfolge können wir nun beobachten. Passend dazu ist auch, dass die Aktie die im Sinne unserer Übung am "schlechtesten" lief - die also den grössten Gewinn produzierte - mit Salzgitter genau die Aktie ist, die Anfang Oktober schon klar ihren langen Abwärtstrend gebrochen hatte.

Nehmen wir also aus dem ersten Monat unserer Übung mit, dass billig aussehende Aktien in der Regel noch billiger werden. Oder etwas flapsiger: "besch...... Aktien bleiben besch...... Aktien" ! 😉

Hier nun das Ergebnis im Detail:

1. A123 Systems (WKN: A0Q8FY) 0.28 USD -> 0.14 USD; gain: -50.0%
2. Peugeot (WKN: 852363) 6.14 € -> 4.91 €; gain: -20.0%
3. Magforce (WKN: A0HGQF) 2.8 € -> 2.39 €; gain: -14.6%
4. Vestas (WKN: 913769) 5.11 € -> 4.39 €; gain: -14.1%
5. Gigaset (WKN: 515600) 1.22 € -> 1.07 €; gain: -12.3%
6. Wacker Chemie (WKN: WCH888) 48.87 € -> 43.58 €; gain: -10.8%
7. Wienerberger (WKN: 852894) 6.22 € -> 5.6 €; gain: -10.0%
8. Praktiker (WKN: A0F6MD) 1.56 € -> 1.44 €; gain: -7.6%
9. Hewlett-Packard (WKN: 851301) 14.91 USD -> 13.85 USD; gain: -7.1%
10. Daimler (WKN: 710000) 38.06 € -> 36.03 €; gain: -5.3%
11. Intel (WKN: 855681) 22.55 USD -> 21.63 USD; gain: -4.6%
12. Microsoft (WKN: 870747) 29.86 USD -> 28.54 USD; gain: -4.4%
13. Solarworld (WKN: 510840) 1.40 € -> 1.34 €; gain: -4.3%
14. Tesla Motors (WKN: A1CX3T) 29.30 USD -> 28.13 USD; gain: -4.0%
15. McDonalds (WKN: 856958) 90.35 USD -> 86.8 USD; gain: -3.9%
16. Facebook (WKN: A1JWVX) 21.83 USD -> 21.11 USD; gain: -3.3%
17. Sino AG (WKN: 576550) 2.76 € -> 2.71 €; gain: -1.8%
18. Research in Motion (WKN: 909607) 8.06 USD -> 7.93 USD; gain: -1.6%
19. Aixtron (WKN: A0WMPJ) 10.24 € -> 10.16 €; gain: -0.8%
20. Alcatel-Lucent (WKN: 873102) 0.81 € -> 0.81 €; gain: 0.0%
21. Boeing (WKN: 850471) 69.86 USD -> 70.44 USD; gain: 0.8%
22. Nokia (WKN: 870737) 2.05 € -> 2.07 €; gain: 1.0%
23. Thyssen-Krupp (WKN: 750000) 16.99 € -> 17.56 €; gain: 3.3%
24. Sky (WKN: SKYD00) 3.25 € -> 3.36 €; gain: 3.4%
25. Talanx AG (WKN: TLX100) 18.75 € -> 19.5 €; gain: 4.0%
26. Infineon (WKN: 623100) 5.01 € -> 5.25 €; gain: 4.8%
27. Kontron (WKN: 605395) 3.46 € -> 3.63 €; gain: 4.9%
28. Salzgitter (WKN: 620200) 30.72 € -> 33.38 €; gain: 8.6%

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Marktupdate – 23.10.12 – DAX, S&P500, Gold, Silber, Salzgitter, Peabody

09:30 Uhr

Heute morgen möchte ich mit Ihnen einen gedanklichen Flug über wesentliche Aspekte des Marktes vollziehen.

(1) Die Indizes: DAX und S&P 500

Gestern Abend haben es die Bären erneut versäumt, eine grosse Chance zu nutzen. Die Stärke der letzten Stunde an der Wallstreet zeigt, wie schwach das Bärenlager ist und das "Big Money" eher auch auf steigende Kurse zum Jahresende setzt.

Heute haben die Bären durch den POMO Sell Operation Tag über 8 Milliarden USD eine weitere Chance. Die Schwäche nach Handelseröffnung in Europa indiziert, das heute der finale und entscheidende Versuch laufen wird, die Märkte nach unten zu drücken. Die Folgen die eine Bewegung unter 1425 im S&P500 hätte, habe ich ja in den letzten Artikeln ausführlich dargelegt. Selbst ein Taucher unter 7000 wäre beim DAX dann nicht ausgeschlossen und das -> hier <- beschriebene Szenario des Weges des maximalen Schmerzes wäre voll aktiv.

Wenn die Bären diese Gelegenheit allerdings erneut nicht nutzen können, sinken ihre Chancen in Folge wohl rapide. Denn erstens ist am Mittwoch wieder grosser Notenbanken-Tag mit FED-Sitzung und Reden von EZB-Chef Draghi. Und auch wenn von den Notenbanken keine Überraschungen zu erwarten sind, dürfte es auch keine negativen Überraschungen geben, sondern eher Bestätigung und Beruhigung.

Zweitens tendieren die Märkte dazu, wenn eine wichtige Barriere wie S&P500 1425 nicht fällt, dann irgendwann an das andere Ende des Gummibandes zu laufen. Wir konnte das ja erst letzte Woche beobachten, als die Indizes es nicht zu Höchstständen schafften. Die Konsequenz war der Freitag, der uns im S&P500 wieder an die untere Unterstützung heran führte.

Natürlich ist nicht ausgeschlossen, dass der Markt auch noch später in der Woche dann eine überraschende Bewegung durch den Widerstand nach unten macht. Möglich ist immer alles. Aber wir reden hier ja über Wahrscheinlichkeiten. Und die sinken mit jedem Tag, den die Bären die Chance nicht ergreifen können.

Auffällig ist in diesem Zusammenhang zu beobachten, wie der DAX am Freitag und Montag durch relative Stärke glänzte und heute dagegen den Absturz der US Indizes nachzuholen scheint. Ich habe aber nach wie vor den Eindruck, dass wer eine mögliche Rally zum Jahresende maximal ausschöpfen will, nun in den europäischen Aktienmärkten investiert sein sollte. Europas Märkte haben wahrscheinlich kurzfrstig mehr Luft nach oben als die US Indizes.

(2) Gold und Silber

Sollte Gold heute über 1730 USD schwingen, hätte das Edelmetall ein SwingLow vollzogen und damit das Ende der Korrekturbewegung eingeläutet. Allerdings gebe ich dem Szenario eines finalen Tauchers unter 1700 USD nach wie vor höhere Chancen. Danach erwarte ich aber eine attraktive Long-Chance ins Jahresende, denn ich rechne mit mittelfristig höheren Notierungen in den Edelmetallen.

Besonders gilt das nach wie vor für die Minen. Die Stärke die sich in einzelnen Werten wie Kinross Gold (WKN A0DM94) oder Hecla Mining (WKN 854693), ebenso wie in den grossen ETFs wie dem GDX zeigt, ist beeindruckend. Und spricht dafür, dass beim nächsten Anstieg der Edelmetalle hier erhebliche Kurschancen liegen. Da der Einstiegspunkt nach meiner Erwartung nicht mehr weit entfernt ist, bin ich schon im Prozess meine Positionen wieder aufzubauen, die ich Ende September taktisch abgebaut habe.

(3) Stahl am Beispiel Salzgitter

Der Stahlsektor ist in Bewegung geraten, was man beispielhaft am Chart der Salzgitter Aktie (WKN 620200) nachvollziehen kann. Schauen Sie mit mir auf das Tageschart:

Klar sichtbar ist, das eine Trendwende vollzogen wurde. Deutlich markiert durch immer höhere Tiefs und höhere Hochs. Sichtbar ist auch, wie wir am 38er Fibonacci Retracement das erste Mal drehten. Auch jetzt sieht es so aus, als ob wir dort erneut abprallen, was neue Risiken aufbeschwören würde, weil wir kein neues Hoch schaffen. Allerdings war die Stärke bei Salzgitter selbst heute Morgen zu spüren. Das wir dort wieder drehen erscheint mir heute eher am sehr schwachen Markt zu liegen, ansonsten wäre der Kurs wahrscheinlich schon Richtung 200-Tage-Linie unterwegs.

Alles in allem halte ich es für wahrscheinlich, das der Aufwärtstrend weiter Bestand hat. Bei Salzgitter kann man das auch relativ gelassen aussitzen, da das Unternehmen - im Gegensatz zu einigen Mitbewerbern - eine sehr starke Bilanz besitzt.

(4) Kohle am Beispiel Peabody Energy

Vielleicht erinnern Sie sich an das Chart zu Peabody Energy (WKN 675266) -> hier <- vor erst fünf Tagen. Was seit dem passiert ist, bestätigt die Trendwende bei Kohle eindrucksvoll. Sehen Sie selbst, wenn Sie erneut auf das Tageschart von Peabody schauen:

Das ist eine klassische Umkehrformation nach Lehrbuch ! Achten Sie auch auf das hohe Volumen, nach dem gestrigen Ausblick des Managements. Normal wäre jetzt eine Konsolidierung herab zur 200-Tage-Linie. Dann ist es aber wahrscheinlich, dass der Titel die Aufwärtsbewegung weiter fortführt.

Das ich hier beispielhaft für Kohleaktien Peabody zeige, liegt daran, dass es im Sektor der solideste Titel ist. Peabody hat selbst in der Krise immer Gewinne geschrieben und erlaubt daher eher eine ruhige Spekulation, als aggressive Titel, wie einige Anleger ja erst vor Kurzem bei Patriot Coal schmerzhaft erleben mussten.

Ich wünsche Ihnen viel Erfolg !

Ihr Hari

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