Der Dollar, die Rohstoffe und die Emerging Markets



Heute ein paar sehr grundsätzliche Zeilen zu einer wichtigen Thematik.

Immer wieder in der letzten Zeit, werden die Emerging Markets aus quantitativen Argumenten als langfristiges Investment ins Spiel gebracht. Und da viele der Emerging Markets gleichzeitig bedeutende Rohstoffproduzenten und Verbraucher sind, wird dieses Argument gleichzeitig auch für Investitionen in den Rohstoffsektor verwendet. Auch ich habe immer mal wieder diesen Gedanken in mir.

In der aktuellen FuW ist auch wieder so ein Artikel, den ich einfach unkommentiert in den Raum stelle:

Und klar, es spricht wirklich einiges für das Argument, denn viele der Probleme der Emerging Markets sind hausgemacht, siehe Brasilien oder auch Russland, dass sich auch vor den Sanktionen des Westens nie von einer rohstofflastigen Staatswirtschaft hat lösen können. Und dessen aktuelle wirtschaftliche Probleme, daher durch den Konflikt mit dem Westen zwar verschärft, aber nicht ursächlich davon hervor gerufen wurden.

Wo Probleme hausgemacht sind, kann man diese aber auch angehen und lösen und warum soll das in den überwiegend demografisch wachsenden Volkswirtschaften der Emerging Markets nicht gelingen? (Zu denen das demographisch schrumpfende Russland als Ausnahme allerdings nicht gehört.)

Insofern macht es aus Sicht der "Mean Reversion" schon Sinn, von langfristig guten Chancen in diesen wachsenden Ländern auszugehen. In den USA dagegen, sind die Aktienmärkte bewertungstechnisch auf jeden Fall schon viel, viel weiter gelaufen und haben weit mehr Zukunft schon vorweg genommen.

Es gibt nur ein Problem bei dieser so eingängigen Logik und darüber will ich heute schreiben. Das Problem hat einen Namen: US Dollar.

Denn der ist immer noch die Weltreservewährung, in der grosse Teile der Warentransfers und insbesondere die Rohstoffe abgerechnet werden. Und einige der kleineren Emerging Markets, haben den Dollar sogar immer noch faktisch als "Zweitwährung", weil die eigene Währung zu schwach ist und zu wenig Akzeptanz findet.

Und über diesen Status als Weltreservewährung, greift der lange Arm der FED dann auch in all diese Länder hinein, für die die FED eigentlich gar kein Mandant hat. Und insofern besteht ein direkter Zusammenhang zwischen dem Dollarkurs, den Aktienmärkten der Emerging Markets und den Rohstoffen.

Das heisst umgedreht, sollte die so eingängige Theorie von der Mean Reversion in den Emerging Markets nun zutreffend sein, darf der Dollar nicht mehr wesentlich weiter steigen.

Wenn wir uns vor Augen führen, wie stark der Dollar in den letzten Jahren gestiegen ist, erscheint diese Annahme ja auch erst einmal logisch und naheliegend. Zumal die FED einen zu starken Dollar ja gar nicht zulassen kann, weil der wie Blei auf der US Wirtschaft liegen würde.

Mit diesen Gedanken im Hinterkopf, schauen wir nun auf den US Dollar Index im ganz langfristigen Bild bis in die 90er Jahre zurück. Der US Dollar Index, stellt den Dollar ins Verhältnis zu einem Korb anderer Währungen, von denen der Euro die mit Abstand grösste Position ausmacht.

Was wir sehen, erschreckt aber eher:

USD Index 17.11.15

Denn wenn man alles ausblendet und sich ganz auf die Markttechnik konzentriert, müssen wir das Bild einer einjährigen Konsolidierung in 2015 konstantieren, die nun scheinbar von einer zweiten Anstiegsphase abgelöst wird.

Erschreckend ist dabei auch, dass diese zweite Phase typischerweise den Umfang und die Dynamik der ersten Phase hat und wenn wir auf die Kurse Anfang des Jahrtausends schauen, sind solche Niveaus auch keineswegs unrealistisch oder aus der Welt.

Noch erschreckender wird das Bild, wenn wir uns das langfristige Chart des grössten Emerging Market ETFs EEM in Dollar vor Augen führen:

EEM 17.11.15

Wir sehen den Einbruch unter die sehr wichtige Unterstützung und vor allem sehen wir, dass wir vielleicht gerade nur den Retest des Einbruchs von unten hinter uns haben. Und auch hier wird durch den 2008er Vergleich klar gezeigt, dass weitere Fallhöhe hier keineswegs unhistorisch wäre.

Die Frage die sich damit aufdrängt und die wirklich massive Auswirkungen auf alle Assetklassen haben dürfte, ist also nicht, ob die Mean Reversion irgendwann einsetzt. Doch das wird sie ganz sicher.

Die Frage ist dagegen, ob das schon jetzt passiert oder vielleicht erst in 1-2 Jahren, wenn die FED weiter im Zinszyklus ist und der Dollar noch viel höher steht. Und wenn die Emerging Marktes, Rohstoffe und auch Gold noch viel, viel tiefer gefallen sind?

Unser Instinkt und die Bewertungskennziffern sagen nein, die Emerging Markets sind scheinbar "weit genug" gefallen. Die Price-Action und diese Charts weisen aber eher in die Gegenrichtung und das ist erschreckend. Und die Annahme "weit genug" war schon immer eine höchst Gefährliche, denn -> tiefer geht immer und erst bei Null ist Schluss! <-

Deshalb wird die FED Sitzung Mitte Dezember so eine immens hohe Bedeutung haben. Die FED wird nun höchst wahrscheinlich einen ersten kleinen Zinsschritt vollziehen. Davon kann man ausgehen, das ist aber auch nicht mehr die Frage, die den Markt umtreibt.

Die Kernfrage ist, ob das der Beginn eines langjährigen Zinserhöhungsprozesses, oder eine einmalige "One and Done" Aktion wird. Wird es nur Letzteres - wovon ich eher ausgehe - wird der Dollar Mitte Dezember wohl doch sein Hoch finden und dann erst einmal fallen. Und Emerging Markets und Rohstoffe, haben dann in 2016 hinein jede Menge Luft nach oben.

Schmiert Yellen aber nicht diese weisse Salbe auf die Wunde und setzt sich am Markt das Bild eines beginnenden, langfristigen Zinszyklus durch, dann bleibt der Aufwertungsdruck auf dem Dollar erhalten und dann kann einem bei Betrachtung der obigen Charts ganz blümerant werden. 😉

Insofern rate ich zu Abwarten in dieser Frage rund um Emerging Marktes und Rohstoffe bis zur FED. Vorher werden wir hier kaum Klarheit bekommen.

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Schlafwandler und Kriegstreiber – mein Blick auf die Ukraine-Krise

Furcht ist der Pfad zur dunklen Seite. Furcht führt zu Wut, Wut führt zu Hass, Hass führt zu unsäglichem Leid. (Yoda)

Perfekter kann man es nicht sagen. Manchmal findet sich Weisheit eben auch in der Populär-Kultur. 😉

Sie werden sich nun fragen, warum ich in einem Börsenblog einen langen Artikel zur Weltlage schreibe.

Nun, seit dem Ende der Sowjetunion vor fast 25 Jahren hatte ich nie mehr ein Wochenende, an dem ich nur sorgenvoll über Weltpolitik gegrübelt habe. Das letzte war so Eines.

Und ich hatte überhaupt noch nie einen Wochenstart, an dem ich eigentlich keine Lust habe, mich mit dem Markt zu beschäftigen, weil es Wichtigeres gibt.

Ich denke es gibt Punkte in der Geschichte die so bedeutsam sind, dass man als Bürger nicht einfach schweigen kann. Punkte an denen es wichtig ist, dass Menschen ihre Stimme gegen Hass, Einseitigkeit und Propaganda erheben, Menschen die sich um Mitte und Mass bemühen und um einen differenzierten, unideologischen Umgang mit der Wirklichkeit.

Ich betone dabei ausdrücklich, dass ich nicht die Wahrheit gefressen habe, sondern wie wir alle mir nur ein Bild aus den diversen Quellen machen kann. Diese Erkenntnis meiner Begrenzung, unterscheidet mich dann aber von all den selbstgerechten Kriegstreibern, die auf beiden Seiten nun einer Eskalation das Wort reden und dabei so tun, als hätten sie Wahrheit und Weisheit gefressen. Ich habe das nicht.

Alles worum ich mich bemühen kann und es im Folgenden auch werde, ist mein Bild möglichst breit und unabhängig entstehen zu lassen und mich nicht nur von einer Quelle einer freiwilligen, medialen Gehirnwäsche zu unterziehen. In diesem Spiel kennt niemand die ganze Wahrheit, selbst nicht die Staatschefs, die sich da nun vielleicht in Minsk zu viert gegenüber sitzen. Und die Lage ist so verwoben und so voller vielfältiger Aspekte, dass die Frage berechtigt ist, ob es überhaupt eine klare "Wahrheit" gibt.

Hier ist also mein Versuch, eine Schneise der Rationalität in die Eskalation hinein zu schlagen. Höchst subjektiv und ohne Wahrheitsanspruch. Einfach nur, wie ich als Bürger Europas die Lage erlebe.

Wenn Sie nur an Börse interessiert sind, brauchen Sie nun nicht weiterlesen. Wenn Sie aber als Bürger Europas nun Sorgen haben, betrifft es Sie. Und auch die Märkte wird natürlich betreffen, wie sich die Lage weiter entwickelt. Und so schliesst sich der Kreis zum Börsenblog.

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Der überraschende Besuch von Merkel und Hollande in Moskau zeigt, dass es 5 vor 12 ist und die Lage rund um den Ukraine-Konflikt dramatisch und brandgefährlich wird. Denn zwei Staats- und Regierungsschefs, die zu den wichtigsten der Welt gehören, reisen in einer Krise nicht einfach ohne absehbaren und schon diplomatisch vorbereiteten Erfolg zu einer anderen Konfliktpartei. Das passiert ganz selten und nur in dramatischen Ausnahmesituationen, sozusagen um über "Krieg oder Frieden" zu entscheiden.

Eigentlich fällt mir unmittelbar nur Neville Chamberlain ein, der im September 1938 ohne vorbereitetes Ergebnis nach Deutschland kam, um den "Frieden in unserer Zeit" zu sichern. Er schloss dann das Münchner Abkommen und glaubte der Welt Frieden gebracht zu haben .... für ein paar Monate. Aber es gibt sicher andere ähnliche Fälle, die mir nur gerade nicht einfallen, wenige sind es aber auf jeden Fall.

Und natürlich wissen Merkel und Hollande, dass das böswillig als "Bittgang" ausgelegt werden kann und auch wird von denen, die kein Interesse an Frieden haben, sondern in ihren Schützengräben eingegraben sind.

Und während die meisten Bürger immer noch denken, dass das ein Geschehen „in der fernen Ukraine“ sei, besteht die reale Gefahr, dass sich 2015 in der Nachbetrachtung in die Jahre 1914 und 1938 einreiht.

Wobei ich eher Ähnlichkeiten mit 1914 sehe, denn auch da hat den grossen Krieg so richtig eigentlich keiner gewollt, aber Misstrauen, Hass und Kommunikationsunfähigkeit, führten die Welt dann doch auf die Rutschbahn zum grossen Konflikt.

Und genau das - Misstrauen, Hass und Kommunikationsunfähigkeit - habe ich am Wochenende auf der Münchner Sicherheitskonferenz gesehen, die ein erschreckendes Bild des Pessimismus und der Ratlosigkeit abgab. Und das in einer Zeit, wo auch die atomare Gefahr wieder ihr Haupt erhebt und Russlands Dmitrij Kiseljow im Staatssender "Rossija" sagte: .

Da bleibt einem nur der Mund offen stehen. Nun bin ich sicher, dass es in den US ebenso extreme Fanatiker gibt, die wieder über die Machbarkeit eines Atomkrieges fabulieren. Nein, aggressiv militärisches Dominanzdenken gibt es leider überall auf der Welt und die auf Kooperation und Verständnis orientierten Menschen geraten dann leicht in die Defensive. Aber dass solche Sätze wieder öffentlich gesagt werden, ohne dass es den Sprecher sofort den Kopf kostet, ist bezeichnend dafür, wie uns die Denkstrukturen des kalten Krieges wieder im Griff haben.

Bei mir steigt auf jeden Fall zunehmend die Wut auf Stümper und Kriegstreiber auf allen Seiten, die wie Schlafwandler – ja wie „Schlafwandler“ – einen Konflikt eskalieren, der nicht sein müsste. Wir haben in München amerikanische Senatoren und einen russischen Aussenminister gesehen, die alle wohl im kalten Krieg sozialisiert wurden und nur in diesen Denkstrukturen denken können. Misstrauen und Scheuklappendenken prägen das Bild und jeder ist in seinem fest gefügten Welterklärungsmodell gefangen, ohne es auch mal aus der anderen Brille betrachten zu können oder wollen.

Ich habe mich mit meiner Frau daher am Sonntag Abend mal bei einem Glas Wein hingesetzt, und wir haben in 2 Stunden den gesamten geschichtlichen Ablauf rekapituliert. Denn wenn man das Problem verstehen will, muss man die Geschichte verstehen.

Wir haben uns die alten Landkarten des Zarenreiches angeschaut und uns an den erinnert, in dem Millionen Ukrainer 1932/33 in den Hungertod getrieben wurden und den viele als Genozid Stalins interpretieren. Will man den Hass verstehen, den bestimmte Gruppierungen in der Ukraine gegen Russland haben, muss man bis dahin zurück gehen.

Wir haben über die willkürlichen Grenzziehungen des Ukrainers und „Schuhklopfers“ Chruschtschow gesprochen, durch die 1954 russische Teile wie die Krim, überhaupt in der Sowjetrepublik „Ukraine“ landeten. Eine Sowjetrepublik Ukraine, die innerhalb der UDSSR ausser als Verwaltungseinheit keine Bedeutung hatte und nach dem Zusammenbruch der UDSSR aber plötzlich als selbstständiger Staat da stand.

Wir haben uns angeschaut, wie oft in den letzten hundert Jahren das Gebiet im Westen um Lemberg den Staat wechseln musste. Da hatten wir seit dem 18. Jahrhundert Österreich-Ungarn, dann von 1918-1939 Polen, dann im Zuge des Hitler-Stalin Paktes von 1939-1941 die Sowjetunion. Von 1941-1944 als Teil des Generalgouvernements Deutschland, aber 1944 wieder Sowjetunion und ab 1991 Teil der unabhängigen Ukraine.

Wundert sich da noch jemand, wie sehr die Menschen um Lemberg nach Westen wollen ? Umgedreht wundert sich jemand, dass sprachliche und ethnische Russen im Donbass weiter primär Russen sein wollen?

Auch wenn es politisch unkorrekt ist, die Ukraine ist in diesen Grenzen ein Staat, den es für mich ebenso wenig geben dürfte, wie ehedem Jugoslawien. Was daraus wurde, wissen wir ja. Die Ukraine ist so wie sie ist in diesen Grenzen, für mich eine Laune des Zufalls, zerrüttet von 25 Jahren Oligarchen-Herrschaft, wo man wirklich nicht mehr weiss, ob nun die hasserfüllte Timoschenko oder der korrupte Janukowitsch der schlimmere Regierungschef war.

Dann haben meine Frau und ich den Ablauf der jüngeren Geschichte besprochen. Über die eine Hälfte der Ukraine, die nach Westen will und sich im Maidan gegen Korruption und Misswirtschaft auflehnte, als ihr mit der Ablehnung des EU Assoziierungsabkommens der Weg scheinbar abgeschnitten wurde.

Und nein lieber Kreml, nur weil Ihr als teilweise Ex-KGB Offiziere in so Kategorien denkt, wird es nicht wahrer: Der Maidan war nach meinem Eindruck im Wesentlichen eine Volksbewegung und kein orchestrierter Staatsstreich, obwohl es ohne Frage auch Zündler und Antreiber von Aussen und Innen gab, die ihre eigenen finsteren Interessen auf dem Rücken des Aufstands durchsetzen wollten. Die gibt es aber in so Umbrüchen immer, darin habt Ihr auch Übung liebe Russen, insbesondere der KGB. Bitte keine Doppelmoral lieber Kreml!

Und wir haben über die unrühmliche Rolle geredet, die die EU insbesondere in Person der stümperhaften Aussenbeauftragten Ashton gespielt hat. Eine Ashton, die nicht sehen konnte, dass es da auch eine andere Hälfte der Ukraine gab, die nicht mit dem Maidan war und deren gewählter Präsident – und das war Janukowitsch – einfach revolutionär verdrängt wurde. Und hinter einer unfähigen Ashton standen dann Scharfmacher wie Victoria „fuck the EU“ Nuland. Diese Frau ist übrigens immer noch bei Kerry. Und ein Scharfmacher wie McCain, der in der Ukraine den Aufstand aufgewiegelt und ihm unrealistische Hoffnungen gemacht hat.

Und nein lieber Westen, es ist kein legitimer Regierungswechsel gewesen, eine Wahl wäre Monate danach sowieso gekommen. Es war ein gewaltsamer Umbruch und das wie die Russen als Putsch zu empfinden, ist absolut nachvollziehbar. Wo war denn die Aufregung des Westens, die bei der Vertreibung eines demokratisch gewählten Staatschefs eigentlich nötig wäre? Bitte keine Doppelmoral lieber Westen!

Wir haben über die unsäglichen, rechtsgerichteten Mitglieder der ersten neuen ukrainischen Regierung gesprochen, die sofort Russisch als zweite Amtssprache abschaffen wollten. Und damit latenten Ängsten im Osten und auf der Krim Berechtigung verschafften. Und wir haben über den Kreml gesprochen, der irgendwann in dieser Zeit nach der Flucht Janukowitsch wohl die Entscheidung getroffen haben muss nun einzugreifen und die eigenen Interessen zu sichern. Und da es wegen des Völkerrechtes formal offen nicht möglich war, eben verdeckt mit Russen in Uniformen ohne Hoheitsabzeichen und unter Ausnutzung lokaler Grössen mit separatistischem Gedankengut.

Denn von der westlichen Seite kam nichts, was diese zweifelhafte und illegitime neue Regierung mal in Frage stellen würde. Und im Westen war auch niemand, der die nicht völlig unberechtigten Sorgen und Ängste des Kremls um das Assoziierungsabkommen und eine folgende Nato-Mitgliedschaft mal ernst nehmen würde. Aus der westlichen, dumm-naiven Welt, war die ganze Ukraine in einem fahnenschwingenden Freiheitskampf, den man unterstützen muss. So sieht das halt aus, wenn das Geschichtsverständnis sich auf Fernsehbilder reduziert. Lesen sie mal die Artikel der Medien von damals und wie sehr ich mich vor einem Jahr hier im Forum darüber aufgeregt habe.

Tja und so haben wir ein Russland, das sich über das Völkerrecht hinweg setzt. Und damit auch einen Bürgerkrieg mit schweren Waffen angezettelt hat, den es so nicht hätte geben müssen. Aber so simpel, dass dahinter nur "böse russische Aggressionsgelüste" stehen, ist es halt leider nicht.

Dass die Separatisten massiv mit russischen Waffen hochgerüstet wurden, ist dabei für mich so offensichtlich, wie etwas nur offensichtlich sein kann. Noch im letzten Sommer standen die Separatisten nach den Worten der eigenen! panischen Hilferufe in Richtung Moskau kurz vor einer finalen Niederlage. Und natürlich waren da alle greifbaren Lager der ukrainischen Armee schon geplündert, was sonst. Wie man dann ganz alleine, aus einem kleinen Gebiet mit völlig zerstörter Infrastruktur heraus, ohne Maschinen und Fabriken, neue, moderne und bisher im Land nicht benutzte Waffen produziert, Munitionsnachschub produziert und dann plötzlich wie aus dem Nichts wieder Stärke generiert, kann für mich nur mit massiver Hilfe von aussen erklärt werden.

Klar, vielleicht waren es ja auch Nordkoreaner oder noch besser Marsianer, die die Separatisten mit Nachschub versorgt, neu ausgerüstet und aufgestellt haben, man weiss ja nie. 😉 Bei aller berechtigen Vorsicht und Skepsis hinsichtlich offizieller Verlautbarungen auf allen Seiten, sollten wir uns aber noch ein Stück gesunden Menschenverstand bewahren und nicht nur weil wir der einen Seite misstrauen, der anderen jede dreiste Lüge glauben.

Nein, die russische Propaganda hat nicht Recht. Die tausenden Tote gibt es ursächlich deshalb, weil Russland nun in den Konflikt involviert ist und die Separatisten gerüstet und unterstützt hat. Militäreinsätze und Übergriffe der ukrainischen Armee, die es auch gegeben hat, ebenso wie sinnlose Bombardierungen, waren eine Reaktion darauf und nicht der Auslöser. Das macht das Unrecht ukrainischer Kriegstreiber, die eigene Bürger bombardieren, nicht besser, aber Ursache und Wirkung sollten nicht verdreht werden.

Und einen breiten Volksaufstand im Donbass hat es nie gegeben, das ist propagandistische Legende, denn Janukowitsch war selbst im Osten schon unten durch. Und bei geschlossenen Grenzen hätten die Separatisten ein paar Panzer aus Depots geklaut, mit Gewehren geschossen und nach 1 oder 2 Monaten wäre ihnen Treibstoff und Munition ausgegangen und sie im Gefängnis gelandet. Und fertig. Dafür hätte man Polizei gebraucht, mehr nicht. Die jetzige Eskalation ist nur durch massive Aufrüstung der Separatisten durch "Marsianer" möglich, das ist offensichtlich.

Dann haben wir einen Westen, der sich wie ein Elefant im Porzellanladen verhalten hat und zu blöd und arrogant war zu sehen, dass aus russischer Sicht spätestens in dem Moment, wo ein gewählter Regierungschef vertrieben wird, die rote Linie überschritten wurde. Ein Regierungschef, der sich qua seines Amtes in einer für Russland sehr wichtigen Frage des Assoziierungsabkommens für die russischen Interessen entschieden hat. Das einen verfassungswidrigen Putsch zu nennen, ist durchaus zutreffend und ich kann die Wut Russlands da gut verstehen. Und auch der Vorwurf der Doppelmoral in Richtung Westen ist hier für mich zutreffend.

Am Ende hat sich dieser Konflikt also in Bewegung gesetzt, weil beide Seiten jede Menge Fehleinschätzungen hatten und sich Misstrauen ausgebreitet hat. Denn Furcht führt zu Wut, Wut führt zu Hass, Hass führt zu unsäglichem Leid. Und die Ukraine hat ja eine Vorgeschichte, in Georgien und darüber hinaus, die von Missverständnissen und enttäuschten Erwartungen geprägt ist - auch auf der sehr persönlichen Ebene zwischen den Spitzenpolitikern.

Es ist tatsächlich so, Russland hat friedlich und kooperativ immer wieder gegen eine Reihe von strategischen Entscheidungen protestiert, wie die Aufnahme des Baltikums in die Nato. Solange bis man im Kreml irgendwann zum Ergebnis gekommen ist, dass man wohl die Tonlage hoch drehen muss um gehört zu werden. Wenn der Westen jetzt erschreckt aufwacht - und die Medien mit ihren Schlagzeilen zeichnen dieses Bild - dann zeigt das nur, wie lange man selbstgefällig geschlafen hat. Die jahrelange mediale Verteufelung Putins als „Gottseibeiuns“ war dabei nicht hilfreich, eben so wenig wie Obamas kalte Arroganz, die bei mir den Eindruck erweckt, eher eine Unfähigkeit zu sein, persönliches Vertrauen um sich herum aufzubauen.

Umgedreht aber, gilt für die Haltung des Kremls das Sprichwort: "Was ich denk und tu, trau ich anderen zu". Es gab und gibt keine Verschwörung des Westens um Russland zu bedrohen. Man muss sich nur den jammervollen Zustand der Bundeswehr und der US Atomwaffen anschauen um das zu verstehen. Eine Verschwörung erfordert ja, dass man das Ziel wichtig findet. Auch wenn es Russland nicht gefallen wird, das Problem war eher, dass Russland für die US unwichtig geworden war, die Augen sich auf China richteten und niemand sich mehr ernsthaft mit russischen Befindlichkeiten befasst hat. Nein, es gab und gibt einfach nur das heterogene Geschnatter unzähliger Demokratien, in denen auch Spinner und Kriegstreiber existieren, die aber eben die Politik nicht dominieren. Auch nicht in den US.

In den Denkstrukturen von Verschwörungstheoretikern aber - nach denen es immer irgendwie den "finsteren Plan der XYZ gibt" (XYZ bitte gegen Freimaurer, CIA, KGB was auch immer ersetzen) - ist es unmöglich sich die Dynamik komplexer Gesellschaften vorzustellen und zu akzeptieren. Letztlich ist das nichts anderes, als der sehr menschliche Wunsch am Markt immer einen singulären "Grund" für eine Kursbewegung zu finden. So hierarchisch und kausal funktionieren aber komplexe Systeme nicht und der Westen als Ganzes schon gar nicht. So funktioniert der KGB und die CIA, aber keine offene Gesellschaft.

Es sind halt Denkwelten, die da aufeinander prallen. Für einen KGB Mann ist das also alles orchestriert, geplant und gegen ihn persönlich und sein Land gerichtet. Dabei ist es nur Gedankenlosigkeit, Desinteresse und typisch demokratisches Durcheinander. Und westliche Politiker, die es wie Merkel gewohnt sind selbst als "Hitler" dargestellt zu werden, sind dann taub für damit verbundene Verletzungen und Vertrauensverluste bei Menschen mit anderen Denkstrukturen.

Tja und da stehen wir und gucken doof aus der Wäsche und uns gefällt die Welt nicht, in der wir aufwachen. Wir stehen am Ende einer Kette unsäglicher Fehler und eingefahrenen Denkens aus dem kalten Krieg. Fehler die auf westlicher Seite schon direkt nach dem Zerfall der Sowjetunion begonnen haben und die nun von Russland gemacht werden, weil es schlicht an Einfühlungsvermögen und Kommunikationsfähigkeit fehlt.

Auf jeden Fall hat eine Person bei mir in den letzten Tagen an Achtung gewonnen. Es ist Angela Merkel mit ihrer Bereitschaft, wohl überlegt das aus ihrer Sicht Richtige zu tun, egal wie schwierig es ist. Sie hat Mut bewiesen mit dieser Aktion. In dem Moment wo es nötig war, war sie da. Selbst wenn die Initiative nun verläuft, hat sie dafür Achtung verdient.

Und sie hat dem Kreml nun ein unglaubliches Angebot auf einer strategischen Ebene gemacht, dass er nun unbedingt begreifen muss.

Denn wenn diese Initiative fehl schlägt, wird der Westen zusammen rücken und die militärische Karte wird kommen. Wenn der Kreml nun aber die Chance erkennen kann, dann stärkt er nun durch Generosität den beiden Europäern den Rücken. Stellen Sie sich nur vor, jetzt gäbe es einen echten, belastbaren Frieden. Ohne Waffenlieferung und ohne Beteiligung der US. Es wäre ein massiver Reputationsgewinn Europas. Und auch einer Putins. Und die US ständen dabei an der Seitenlinie. Wenn Putin in seinem sehr persönlichen Antiamerikanismus Europa von den US wegbewegen will und Obama dumm dastehen lassen, dann hat er hier einen Elfmeter.

Und am Ende wird auch die Krim russisch bleiben, es braucht nur eine weitere Volksabstimmung unter internationaler Aufsicht - deren Ausgang in Anbetracht der ethnischen Zusammensetzung klar ist - und schon wäre auch die Annektion der Krim so ausreichend legitimiert, dass niemand im Westen ernsthaft dagegen argumentieren kann.

Wenn Putin nun strategisch denkt und ernsthaft Frieden will, kann er nun nur gewinnen und hat eine Chance als Sieger und Friedensstifter aus diesem Konflikt hervor zu gehen. Er muss sich dafür aber jetzt an die Spitze des Kompromisses setzen und den Elfmeter verwandeln.

Wir werden viel über seine wahren Absichten erfahren, in dem wir nun beobachten, ob er diesen Elfmeter versenken kann und will und wir am Mittwoch einen Vertrag bekommen, der von Russland auch wirklich durchgesetzt wird. Die Anzeichen die ich sehe machen mich skeptisch. Aber die Hoffnung stirbt zuletzt.

Europa ist an einer Wegscheide. Frieden und Zusammenarbeit oder kalter Konflikt mit heissem Atomrisiko? In ein paar Tagen werden wir es wissen.

Ich merke auf jeden Fall, wie in mir die Wut steigt. Die Wut auf Stiernacken, Sturköpfe und Kriegstreiber auf allen Seiten. Und dann muss ich wieder an Yoda denken und wie die Wut zu Hass führt und zu unsäglichem Leid und deshalb habe ich nun lieber so einen Artikel geschrieben, statt zu hassen.

Denn Hass ist nun unter uns. Auch und gerade in Foren. Ich habe am Wochenende mal ein bisschen gelesen - überall. Was einem da an vielen Stellen an Aggressivität, Hass auf "die anderen" und Menschenverachtung entgegen schlägt, ist einfach erschreckend.

Und Atomwaffen sind zunehmend überall. Die Welt ist in meinen Augen gefährlicher geworden, als sie je gewesen ist.

Was wir nun brauchen ist klaren Verstand und Differenzierung. Selbstgerechte gibt es schon genug. Es zeichnet gerade Dummheit aus, dass die Weltbilder immer einfach und fest gefügt sind. Denen dürfen wir nicht unser Schicksal überlassen!

Ihr Hari

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Öl und die 2015er Glaskugel

Der folgende Beitrag ist ein Auszug aus Hari Live von Montag 05.01.15 09:30

Ich habe keine Glaskugel und folge demütig dem, was der Markt mir anbietet. Aber trotzdem lebe ich ja nicht auf einem fernen Planeten und habe zu den grossen Makro-Themen daher ein Grundmodell im Hinterkopf, mit dem ich so lange operiere, bis mich der Markt eines Besseren belehrt.

Nun beeinflusst der Ölpreis ja eine Menge Assetklassen und kann in 2015 sogar zu Staatsbankrotten und den damit verbundenen Verwerfungen an den Finanzmärkten führen. Insofern schadet es nicht, zum Ölpreis ein Modell zu haben.

Nun, mein Modell rechnet mit einem - zumindest in der ersten Jahreshälfte - dauerhaft niedrigen Ölpreis in einer Range von 40-70 USD. Warum diese Annahme?

WTI 05.01.14

Die Begründung hat mit der Ursache der niedrigen Preise zu tun.

Klar ist, dass Saudi-Arabiens strategische Interessen - neben schlichtem Überangebot durch neue Anbieter wie Irak - wesentlicher Faktor in der Gleichung sind und die Saudis die US Fracking Konkurrenz klein halten wollen.

Wie stark die Fracking Industrie schon getroffen wurde, kann man schön an US Gas Unternehmen sehen, die wie Linn Energy (A0H023, LINE) mit besonders viel Financial Engineering unterwegs sind. Das Chart von LINE ist desaströs und der Cashbestand fast bei Null angekommen. Die Lage wird kritisch:

LINE 05.01.14

Und hier liegt der Punkt. Saudi-Arabien hat diesen Job nun begonnen und dabei auch eigene Nachteile in Kauf genommen. Es ist aber bisher zu wenig Zeit vergangen, um den Job auch zu Ende zu bringen und einen guten Teil der US Fracking-Industrie zur Aufgabe zu zwingen. Wenn man nun nicht alles schlimmer machen will und massiv Glaubwürdigkeit und damit Einfluss auf den Ölpreis verlieren, *muss* der Ölpreis nun für einige Zeit - zumindest für das erste halbe Jahr - unten bleiben.

Richtig ernst wird es sowieso erst, wenn die US Fracking Industrie nach Staatshilfe zu schreien beginnt, aber da sind wir noch nicht. Denn dann muss sich das Weisse Haus entscheiden, ob es die positiven Effekte mit dem Druck auf Länder wie Russland, Iran oder Venezuela höher schätzt, als die negativen Effekte auf die strategische Fracking-Industrie. Denn durch Fracking von Öl Importen unabhängig zu werden, hat für die US strategische Bedeutung.

Insofern gehe ich davon aus, dass die US Regierung ihre Fracking Industrie letztlich nicht untergehen lassen wird, bevor es aber so weit ist, muss die Lage erst weiter eskalieren. Und deshalb macht es Sinn, zumindest im ersten Halbjahr 2015 weiter von niedrigen Ölpreisen auszugehen, die irgendwo zwischen 40 und 70 USD mäandrieren sollten.

Diese Sicht passt auch gut zu markttechnischen Erfahrungen. Nach so einem Einschlag kommt höchst selten eine sofortige Wende, sondern so ein Einbruch will verarbeitet sein und das dauert Monate und manchmal Jahre.

Richten wir uns also auf längerfristig niedrigere Ölpreise ein. Das ist das Makro-Modell, mit dem ich im Moment operiere.

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Der Preiskrieg bei Öl, die Emerging Markets, die FED und der DAX

Es ist keine Woche her, dass ich hier für 2015 über eine potentielle Kreditkrise in den Emerging Markets geschrieben habe.

Seitdem hat der DAX über 5% korrigiert und steht auf Jahresbasis wieder bei Null. Und das alles nur wegen des Ölpreises, mag sich da der Anleger fragen, für den billiges Öl ja etwas Positives ist?

Die Antwort ist ja und die Reaktion des Marktes ist durchaus verständlich. Warum, will ich Ihnen heute hier zeigen.

Könnten wir die Uhr 40 Jahre zurück drehen, in die Zeit der ersten Ölkrisen in den 70er Jahren, wäre ein massiv fallender Ölpreis ohne jede Frage purer Segen für die deutsche Volkswirtschaft gewesen und der DAX hätte profitiert. Und was in Brasilien oder Indonesien an den Börsen passiert, hätte für den DAX wirklich die Bedeutung des berühmten, in Peking umfallenden Fahrrades gehabt.

Wir haben aber nicht mehr 1974 und die Männer laufen (in der Regel) auch nicht mehr mit Koteletten und Schlaghosen herum. Wobei, die Koteletten sind ja gerade wieder im Kommen, hoffen wir mal, dass uns die Schlaghosen erspart bleiben. 😉

Nein, 40 Jahre später ist die Globalisierung durch die Welt gelaufen und Wirtschaft findet im globalen Massstab statt. Und die Unternehmen im DAX haben ihre Absatzmärkte auch und gerade in den Emerging Markets.

Und gerade die Emerging Markets, die besonders von Rohstoff-Verkäufen leben oder eine negative Handelsbilanz haben und auf die Zufuhr frischer Devisen angewiesen sind, leiden nun massiv unter dem crashartigen Einbruch des Ölpreises und dem starken Dollar.

Denn in diesen Ländern, stellt sich schnell die Frage einer Staatspleite und der Markt nimmt wie ein Geier ein sterbendes Tier, schon die ersten Kandidaten ins Visier.

Die nächtliche, massive Zinserhöhung der russischen Zentralbank passt da perfekt ins Bild und diese atmet für mich den Geruch der Panik. Nur wird es nichts nützen, der Markt ist am Ende stärker und wenn der Ölpreis nicht hoch kommt, verspielt Russland seine Devisenreserven ganz schnell und blutet aus. Kurzfristig macht das Eindruck und wird den Rubel stabilisieren, wenn der Ölpreis weiter fällt, war es aber schnell umsonst.

Ähnlich kritisch sind dann auch einige südamerikanische Länder zu sehen, die sowieso hausgemachte Probleme haben und denen nun ein wesentlicher Teil der Rohstoffexporte weg bricht.

In Summe zeigt uns also ein Blick auf den grössten Emerging Market ETF - den EEM - was hier wirklich los ist. Bitte vergleichen Sie das Chart mit dem von vor einer Woche, im Artikel vom 10.12.:

EEM 16.12.14

Ist es wirklich so verwunderlich, dass es den DAX dann so zerlegt? Eher nein, denn die exportorientierte deutsche Wirtschaft leidet natürlich massiv unter Problemen in den Emerging Markets - grosse Absatzmärkte stehen dadurch unter einem Fragezeichen. Und Einnahmen, die den grossen Rohstoffproduzenten fehlen, können und werden diese auch nicht in Maschinen, Fertigungsanlagen und Fahrzeuge "Made in Germany" investieren. Da ist es doch nur rational, dass die internationalen, institutionellen Anleger nun aus deutschen Aktien die Flucht ergreifen. Denn ohne deren Abflüsse, wäre die Entwicklung des DAX nicht denkbar gewesen.

Das ist eben Fluch und Segen der Globalisierung. Der Aufstieg der Emerging Marktes hat das Exportmodell befeuert. Probleme in den Emerging Markets, lassen deutsche Aktien daher straucheln. Klar geht es dem deutschen Konsumenten durch einen niedrigeren Ölpreis besser und einigen Firmen, die Öl als Grundstoff kaufen müssen, auch. In Summe überwiegt aber derzeit die Angst vor dem weltweiten, konjunkturellen Dämpfer.

Wesentlicher Faktor bei der harschen Reaktion des Marktes, ist dabei auch die Unsicherheit, die aus der Geschwindigkeit des Einbruches resultiert. Würde der Ölpreis langsam abwärts bröseln, würden wir an den Märkten diesen scharfen Einbruch wohl nicht sehen, weil jeder Zeit hat, sich mit der neuen Situation zu arrangieren.

So aber ist es wie ein Wirbelsturm, der um die Welt geht und nichts hassen die Märkte mehr als Unsicherheit. Und wenn die Unsicherheit im Raum steht, ob Staaten oder Unternehmen in Zukunft noch ihre Rechnung bezahlen können, wird es schnell unangenehm. Der Kreditmarkt hat mit dem Junk Indikator diese Angst schon länger indiziert. Schauen sie, wie der ETF JNK nun eingebrochen ist:

JNK 16.12.14

Damit kommt der heute beginnenden FED Sitzung, die Morgen Abend um 20 Uhr ihr Ergebnis finden wird, massive Bedeutung für die Märkte zu.

Denn rein technisch gesehen, sind alle diese Assets nun so brutal überdehnt, dass eine Gegenbewegung eine ganz hohe Wahrscheinlichkeit hat. Eine Gegenbewegung zum Jahresende, deren Katalysator die FED sein könnte.

Es ist wie bei einem Gummiband - wenn das bis zum Zerreissen gespannt ist, dann schnappt es fast immer zurück. Leider aber nur "fast immer", denn manchmal reisst es auch mit einem Knall. Und das sind die seltenen, sehr gefährlichen Situationen an den Märkten.

Wir haben im Premium Bereich auch schon diverse Indikatoren besprochen, die darauf hindeuten, dass sich das grosse Geld nun für ein Reversal positioniert, das durch die FED getriggert werden könnte und dann doch noch zu Stärke zum Jahresende führt.

Alleine, es braucht dafür die Mithilfe der FED. Denn eines darf nicht passieren, die FED darf ihre Tonlage hinsichtlich einer baldigen Zinserhöhung nicht noch verschärfen. Denn würde das passieren, würde es den Dollar erneut stärken und damit die Probleme der Emerging Markets noch weiter verschärfen, die durch den Ölpreis sowieso schon massiv unter Druck sind. Sie wissen schon, Thema Kreditkrise, siehe letzter Artikel.

Viele Marktteilnehmer können sich aber nicht vorstellen, dass die FED noch Öl ins Feuer giesst und ich rechne auch nicht damit. Anders herum sehnt sich der Markt nun aber so sehr nach Beruhigung, dass er jeden freundlichen Nebensatz im Sinne einer geldpolitischen Taube aufsaugen wird.

Fazit:

Der Druck auf den Ölpreis ist geostrategisch gewollt und wird deshalb auch in 2015 hinein nicht schnell verschwinden. Im Gegenteil, auch tiefere Kurse bei Öl sind gut vorstellbar.

Die Probleme, die das in vielen rohstoffreichen Emerging Markets hervor ruft, die durch einen starken Dollar noch verstärkt werden, sind massiv und real. Und die Auswirkungen auf die deutsche Exportwirtschaft in 2015 hinein sind auch real.

Trotzdem ist die Lage nun so überdehnt und die Ängste nun so hoch, dass eine temporäre Gegenbewegung eine sehr hohe Wahrscheinlichkeit hat und die heute beginnende FED-Sitzung ist dafür der ideale Katalysator.

Nur enttäuschen sollte die FED die Märkte nicht, denn wenn nun der Dollar noch stärker gemacht würde und der Ölpreis weiter abstürzt, dann hätten wir wirklich das Risiko, dass das Gummiband reissen könnte und wir an den Märkten einen crashartigen Einbruch erleben.

Eigentlich wollte ich um den Jahreswechsel gerne Ruhe und Abstand von den Märkten finden, aber der fiese Mr. Market macht mal wieder was er will. 😉

Alle Augen sind nun also auf die FED gerichtet. Im Premium-Bereich werden wir die Ereignisse live verfolgen und daraus unsere Schlüsse ziehen.

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Marktlage Update S&P500 – Die Macht der Muster

Vor genau einer Woche, habe ich hier im freien Bereich zuletzt einen Blick auf die allgemeine Marktlage gerichtet und Ihnen im Artikel -> Die grosse Marktlage am Beispiel des Leitindex S&P500 <- drei Charts des Leitindex S&P500 gezeigt mit dem Hinweis, dass diese Charts Ihnen ein aussagekräftiges und objektives Bild der Lage vermitteln.

Was ist dann in der letzten Woche nicht alles passiert, denken wir nur an die zumindest übertriebene Meldung am Freitag zu direkten Kampfhandlungen zwischen der Ukraine und Russland, die den DAX hat über 200 Punkte abstürzen lassen.

Und trotzdem, alles was Sie wissen mussten, war in diesen drei Charts und heute, eine Woche später, ist es exakt so gekommen, wie die Charts indiziert haben. Mehr musste niemand wissen, um die Marktlage richtig einzuordnen.

Denn um zu rekapitulieren, sahen wir da einen etablierten Aufwärtstrend mit der guten Chance auf der Trendlinie nach oben zu drehen. Wir sahen die entscheidenden Unterstützungs- und Widerstands-Strukturen, die einen Rebound von einer echten Korrektur trennen und wir sahen die im Aufbau befindliche, potentielle inverse Schulter-Kopf-Schulter Formation (iSKS), bei der damals noch nicht einmal die rechte Schulter Realität war.

Eine Woche später ist die iSKS fast vollendet. Und wer die rechte Schulter zum Einstieg nutzte, nach dem klar wurde, dass es eine rechte Schulter und kein Absturz wird, sitzt nun auf schönen Gewinnen:

S&P500 19.08.14 2

Wer dagegen versuchte, rein aus dem Chart des DAX viel Honig zu ziehen, sitzt nun in einem rechten "Chaos" zwischen Bärenflagge mit erneutem Absturz unterhalb 9400 und doch einem vollen Rebound. Der Grund für das Chaos ist zweierlei. Erstens ist der DAX weit stärker durch die geopolitischen Ereignisse in der Ukraine beeinflusst. Zweitens aber, ist und bleibt der DAX ein "Nebenindex" im weltweiten Massstab - sozusagen ein "Hündchen", dass an der langen Leine der Wallstreet liegt und eben von ausländischen Kapitalströmen massgeblich beeinflusst wird.

Wenn man für die Lage der Weltmärkte die besten und verlässlichsten Signale will, ist einfach der S&P500 der Ort der Wahl. Schauen Sie nur, wie die Falschmeldung von Freitag im S&P500 nur der (erfolgreiche) Retest der Nackenlinie der iSKS war. Schon das indizierte die Stärke, die wir nun seit Anfang der Woche wieder sehen.

Jetzt werden mich einige der freien Leser bestimmt wieder fragen wollen, wie es nun weitergeht. Meine Antwort wird Ihnen nicht gefallen, denn die lautet: "Tut mir leid, Sie stellen erneut die falsche Frage!"

Wie es weiter geht, weiss niemand. Die Zukunft ist offen. Und die, die gerne darüber fabulieren, wissen es schon gar nicht. Vielleicht kommt Morgen wieder eine Nachricht aus der Ukraine und alles ist anders. Vielleicht wird der S&P500 - nachdem die iSKS ihr Bewegungsziel oberhalb 1980 erreichte - nun ein niedrigeres Hoch generieren und in ein Top übergehen. Vielleicht werden aber auch die 2000 im S&P500 bald fallen und der Aufwärtstrend weiter gehen. Hören Sie einfach auf, Ihre wertvolle Lebenszeit und Energie mit Spekulationen zu Dingen zu vergeuden, die Sie sowieso nie vorher sehen werden!

Tun Sie besser etwas anderes. Denn obwohl wir die Zukunft nicht kennen, wissen wir aber eine ganze Menge bei den Dingen, die wir wirklich in der Realität des "Hier und Jetzt" beobachten können. Und die sollten wir nicht übersehen:

(1) Wir wissen, dass ein Erreichen des Bewegungsziels im S&P500 eine sehr hohe Wahrscheinlichkeit hat. Und alle, die die iSKS erkennen konnten, hatten die Chance einen guten Teil dieser Stärke der letzten Tage mitzunehmen. Wir in der surveybuilder.info Community haben das mit grosser Freude getan.

(2) Wir wissen, dass die US Märkte in einem nicht gebrochenen, sehr starken Aufwärtstrend sind. Und dass es keine weltweite Baisse gibt, ohne dass auch US Indizes Schwäche zeigen.

(3) Wir sehen, dass ein Markt,der im Zuge all der geopolitische Krisen so nahe der historischen Höchststände navigiert, grosse innere Stärke hat. Und dabei verarbeitet der Markt sogar die Annahme, dass die FED die Zinsen irgendwann in 2015 anzieht.

(4) Wir wissen, dass uns der Markt mit neuen Mustern schon bald zeigen wird, ob er zu neuen Hochs aufbricht oder hier nun "stallt" und ein Top ausbildet. Wir müssen nur akzeptieren, dass wir ein Top nie zum exakten Zeitpunkt und nie "vorher" erkennen können, wie sollte das denn auch gehen, das wäre sinnloses Raten? Aber wenn sich die Muster zeigen, ein gutes Stück unter dem Top, werden wir sie erkennen, wie wir auch diese Wendeformation vor einer Woche erkennen konnten. Und so können wir immer noch einem Grossteil der Bewegung aus dem Weg gehen und stehen weit besser da als alle, die nur den Stimmungen hinterher rennen.

In Summe ist es also die völlig falsche Frage zu fragen, wie die Kurse morgen sein werden. Wer sich von diesem Ratespiel nicht lösen kann, wird nie auf einen grünen Zweig kommen, denn die Zukunft ist und bleibt unbestimmt. Dass eine ganze Industrie existiert, die Ihnen etwas anderes vorgaukeln will: geschenkt. 🙂

Richtig und sinnvoll ist es aber, die ganze Energie darauf zu verwenden um zu erkennen, was der Markt gerade jetzt in der Realität tut - und dann seine Aufstellung an dieser Realität zu adjustieren. Wenn Sie das schaffen und das mediale Rauschen ausschalten lernen, dann kennen Sie die Kurse von morgen immer noch nicht. Sie sind dann aber so sinnvoll aufgestellt, dass Sie die unbestimmte Zukunft gelassen kommen lassen können.

Zum klassisch prozyklischen Markt-Geplapper der Massen-Medien, hat übrigens Josh Brown gerade einen kurzen, witzigen Beitrag. Das ist wirklich und so typisch! 😉 Und übersehen Sie bitte nicht seinen zynisch, sarkastischen Kommentar "Keep playing, let me know how this works out for you." am Ende des Posts. Da kann ich wirklich nur belustigt grinsen. 🙂

Ihr Hari

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DAX-Betrachtung extra: Die Lage am Abend des 1. August 2014

DAX-Betrachtung extra: Die Lage am Abend des 1. August 2014

Ein Gastkommentar von Tokay

Der 1. August 1914 war ein historischer Tag. Heute vor hundert Jahren, am Abend um 20 Uhr übergab der deutsche Botschafter Friedrich von Pourtalès dem russischen Außenminister Sergej Sasonow „unter Tränen“ die Kriegserklärung des Deutschen Reichs. „Dann fragte er diesen, so schreibt er in seinen Aufzeichnungen, angeblich dreimal, ob Russland nicht auf Berlins Forderung nach einem Stopp der Generalmobilmachung eingehen wolle. Nach dessen Verneinung las er die Kriegserklärung vor und verabschiedete sich unter Hinweis darauf, wie viel ihm stets an den deutsch-russischen Beziehungen gelegen habe“.(Preußische Allgemeine,01.08.2014). Deutschland und Russland waren im Krieg. Österreich-Ungarn und Serbien waren es bereits, Frankreich, Belgien und England sollten wenig später folgen.

Hundert Jahre später leben wir in Frieden, jedoch die Beziehungen mit Russland sind im Augenblick angespannt. Wir hoffen, dass der Wille zur Vernunft am Ende obsiegen wird, doch sind im Augenblick beide Seiten auf Konflikt gestimmt. Die USA und die EU haben Wirtschaftssanktionen gegen Russland verhängt, die Russen haben eine Erhöhung der Energiepreise angedroht. Der Frieden ist somit nichts selbstverständliches. Die Gegensätze sind vorhanden und sie werden sich nicht so schnell auflösen.

Aus aktuellem Anlass heute eine Aktualisierung der DAX-Grafiken. Der von uns beobachtete langfristige Aufwärtstrend ABC ist heute bei Punkt G gebrochen und damit invalide geworden. Es hat sich zunächst ein kurzfristiger Trend herausgebildet, der auf Sicht von zwei Monaten die 8.500-Punkte-Marke ansteuert. Der neue Negativtrend könnte erst deutlich oberhalb von 9.500 Punkten wieder gebrochen werden. Andererseits könnte er eine größere Dynamik entfalten, so dass der Rückgang nicht auf 8.5000 Punkte beschränkt bleiben könnte. Das Abwärtsmomentum ist in jedem Fall beachtlich und es spricht wenig für eine baldige Erholung.

Grafik A - Die Lage am 1. August 2014

In der zweiten Grafik sehen wir, dass der Bruch des Aufwärtstrends sich etwa Mitte Juli ereignete. Insbesondere die Entwicklung der beiden letzten Handelstage verlief sehr dynamisch. Was ist als weiterer Verlauf denkbar?

Denkbar wäre eine Erholungsbewegung AB, die wieder auf 9.400 Punkte führte. Am Punkt B stünde dann eine Entscheidung an: Fortsetzung der Abwärtsbewegung unterhalb von BC, etwa in den Bereich von 8.900 Punkten, oder Fortsetzung einer Erholung oberhalb von BD in den Bereich von 9.700 Punkten.

Grafik B - Die Lage am 1. August 2014

Auf der anderen Seite ist die Makrosituation nicht dermaßen bedrohlich, wie es der Kursverlauf der letzten Tage nahelegt. Das Kursziel von 10.500 Punkten bleibt erreichbar, eine Wiederbelebung der Hausse im Herbst erscheint durchaus denkbar. Die 10.500 Punkte-Marke aber würde, wenn sie erreicht werden sollte, über sehr volatile Umwege erreicht werden.

Tokay

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Stada und die Disziplin beim Risikomanagement

Der folgende Beitrag erschien gestern Dienstag 22.07.14 10:25 in Hari Live

Ein Musterbeispiel, wie leicht man mit wenigen Linien manchmal sinnvolles Risikomanagement betreiben kann, ist der Generika-Konzern Stada (725180). Besonders interessant ist der Titel aktuell, weil er durch sein starkes Exposure in Russland, auch ein Abbild der Geschehnisse rund um die Ukraine darstellt - im Guten wie im Schlechten.

Mein letzte Kommentar zur Aktie datiert in Hari Live vom Montag 16.06. 11:30, zu dem Zeitpunkt sah Stada sehr stark aus und man konnte damals einen Long-Trade mit Absicherung eingehen. Genau dieses Absicherungsniveau, wird auch heute wieder eine Rolle spielen, dazu aber später mehr.

Im Nachgang schob Stada dann auch tatsächlich nach oben und man hätte den Stop ins Positive auf das Ausbruchsniveau nachziehen können, der Kurs bildete dann aber am 03.07. ein ziemlich deutliches Swing-High und von da an ging es nur noch abwärts. Die Abwärtsbewegung wurde zuletzt natürlich massiv durch die Geschehnisse rund um MH017 beschleunigt. Besonders der Verfall des Rubels schadet dabei Stadas Gewinnaussichten. Schauen wir mal auf das Chart:

Stada 22.07.14

Wir sehen erstens das deutliche Swing High. Zweitens sehen wir, wie man mit zwei simplen Linien sinnvolle Stopniveaus identifizieren konnte, die untere Linie ist dabei der alte Stop vom 16.06. und die obere wäre das Ausbruchsniveau, das durch den Swing-High negiert wurde.

Drittens sehen wir, dass man alleine durch Respektierung dieser beiden klaren Stop-Niveaus, den 15.07. als klares Exit-Signal hätte identifizieren können. Und man mit einem Ausstieg spätestens am 15.07., einem guten Teil des folgenden Absturzes aus dem Weg gegangen wäre.

Viertens sehen wir in die Zukunft blickend, dass möglicherweise bald ein Swing-Low anstehen könnte, dem dann ein schneller Bounce folgen sollte. Wo exakt das Swing-Low kommt, ist nicht präzise vorher zu sehen und hängt natürlich auch von den Sanktions-Entscheidungen des Westens ab. Das dieser Swing-Low kommt ist aber wahrscheinlich, denn Stada ist ja kein Pleite-Kandidat, der nun ins Bodenlose fällt - hier wird einfach das Russland Risiko vom Markt eingepreist.

Ob dieses Swing-Low dann eine grundlegende Trendwende bedeutet oder nur den Auftakt eines temporären Rebounds darstellt, bleibt offen und dürfte auch in hohem Masse von der geopolitische Entwicklung abhängen. Klar ist, dass Stada nun eher günstig bewertet ist, falls sich die Krise um Russland verflüchtigt, harte Sanktionen ausbleiben und der Rubel sich stabilisieren sollte. Klar ist aber auch, dass Stada noch weitere Fallhöhe besitzt, falls es zu einem echten Wirtschaftskrieg des Westens mit Russland kommen sollte.

In Summe will ich mit dieser Nachbetrachtung verdeutlichen, wie einfach manchmal sinnvolle Absicherung ist, wenn man nur die Disziplin hat, sich auch tatsächlich daran zu halten. Diese Disziplin ist in der Regel das wirkliche Problem das Anleger haben, denn zu dem Zeitpunkt an dem man den Stop ziehen müsste, hier spätestens am 15.07., ist die Lage nicht wirklich so klar, wie es im Nachhinein dann aussschaut. Trotzdem war auch am 15.07. mitten im Getümmel klar zu erkennen, dass nun beide Linien ebenso wie die 50-Tage-Linie gebrochen sind und das Konsequenzen haben sollte.

Was man brauchte, war "einfach" Disziplin beim Risikomanagement. Vergessen Sie das nie !

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Stada im Rebound – Profiteur einer Entspannung rund um Russland

Der folgenden Hinweis erschien vor zwei Tagen am Mittwoch 04.06. 10:55 in Hari Live.

Ich hatte im Zuge der Ukraine Krise mehrfach in Hari Live über den Generika-Anbieter Stada (WKN: 725180) gesprochen. Denn Stada mit seinem umfangreichen Russland-Geschäft, war durch die Krise besonders vom Markt abgestraft worden, gleichzeitig war fragwürdig, ob das nicht eine Übertreibung darstellte.

Stada war also ein Musterbeispiel für die Art von Rebound-Chancen, die sich im ganzen Sektor der mit Osteuropa und Russland verbundenen Geschäfte aufgetan haben - auch eine C.A.T. Oil fällt ja in diese Kategorie.

Diese Chance hat sich in den letzten Wochen nun sehr schön realisiert und Stada hat nun ein perfektes "V" als Rebound hingelegt und vom Tief Mitte April bemerkenswerte 23% gewonnen:

Stada 04.06.14

Gleichzeitig sehen wir nun, dass auch die Abwärtstrendlinie nach oben gebrochen wurde und wir im On-Balance-Volumen erneut eine positive Momentum-Divergenz haben.

In Summe sieht das Chart daher immer noch aussichtsreich aus und ein Verlauf wie eingezeichnet, hat gute Chancen. In dem Szenario würde nun ein kleine Konsolidierung oberhalb der Trendlinie folgen, bevor die Aktie zum nächsten Schub ansetzt.

Negiert würde das obige Szenario, wenn die Aktie unter das Tief vom 16.05. fällt. Fundamental ist die Aktie sowieso nicht überbewertet und auch die Übernahme-Phantasie ist bei Stada weiterhin latent vorhanden.

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