Apple, Mosaic und Deere – Hier dreht sich was?!

Mit dem 01. März, scheinen die Märkte eine Charakteränderung vorgenommen zu haben, man fühlt sich wieder an die Jahre 2013 und 2014 erinnert, als es durch den "Bernanke/Yellen/Draghi-Put" nur eine Richtung gab: hoch.

Auch aktuell, haben wir es wieder mit einer "Buy the Rumor" Rally in freudiger Erwartung insbesondere der EZB-Sitzung am 10.03., aber auch der FED-Sitzung am 16.03. zu tun.

In Folge hellt sich das Bild des Marktes weiter auf, die klare "W" Formation im Leitindex S&P500, war dafür ja schon länger Hinweisgeber. Auffällig ist aber auch, wie viele in 2015 abverkaufte Aktien und Sektoren, mittlerweile markante Wendeformationen ausbilden, die noch einiges Potential in sich bergen.

Drei Bluechips dieser Kategorie, will ich Ihnen daher heute als "schnelle Ideen" zeigen.

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E.ON und RWE: Dead Money

Der folgende Artikel erschien in Hari Live vor 5 Tagen am Donnerstag 10.09.15 14:30 und bekommt mit dem heutigen, erneuten massiven Absturz um bis zu 10% ganz neue Relevanz, weil die sein sollen.

Auch ein paar Tage alte Artikel können halt hohe Relevanz haben, lesen Sie mal:

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Vor Monaten, am Dienstag 03.02.15 17:50 unter dem Titel "Dead Money", hatte ich Ihnen in Hari Live mit sehr deutlichen Worten - damals war E.ON noch bei 13,x€ - klar gemacht, warum ich E.ON wie RWE für "Dead Money", also ein sinnloses Investment halte.

Und warum es ein grober Fehler ist, einfach auf Dividendenrenditen und KGVs zu starren und zu glauben, dass Aktien die da "billig" aussehen, auch attraktiv seien.

Nun haben wir ja in den letzten Wochen bei RWE die diversen Katastrophenmeldungen verfolgt und nun "scheppert" es auch bei E.ON wieder:

Aus Anlegersicht ist das ein Desaster, wie es schlimmer kaum sein könnte. Denn wer hält vernünftigerweise langfristig Aktien an einem Unternehmen, das mit potentiell existenzgefährdenden Milliardenkosten belastet ist?

Als Bürger finde ich es ja völlig in Ordnung, dass es den Stromkonzernen nicht erlaubt wird, sich "mit links" der Altlasten zu entledigen und die beim Steuerzahler abzuladen.

Wobei das nach meiner Vermutung am Ende sowieso passieren dürfte, weil die Konzerne theoretisch vorher Pleite gehen würden und dann auch wieder das Arbeitsplatz-Argument medienwirksam gespielt wird, um die Konzerne zu "retten". Bei RWE mit den kommunalen Aktionären, ist die "Rettung" fast sicher. RWE wird also bestimmt nicht Pleite gehen, eher wird es für den Steuerzahler sehr teuer.

Als Anleger aber, ist dieses das finale Signal für "raus, raus, raus" und ich halte es daher für gut vorstellbar, dass mit den 6% Minus heute noch lange nicht Schluss ist.

Schauen wir auf das Chart, sehen wir aber auch, dass uns die Markttechnik mal wieder viel früher gesagt hat, was hier los ist:

E.ON 10.09.15

Wir sehen das blaue Rechteck, in dem die Aktie nach dem 24.08. keinerlei brauchbaren Rebound zusammen bekommen hat. Und wir wissen ja:

Was nicht steigen kann, muss fallen! 😉

Nehmen wir die Kriterien für unser aktuelles Projekt der "guten Reversals", verstösst E.ON trotz der massiven Abgaben gegen alle drei Kriterien:

Erstens ist eine theoretische Pleitegefahr langfristig nicht völlig auszuschliessen. Zwar nicht heute und auch nicht direkt morgen, aber wenn sich eine dezentrale Energieerzeugung durchsetzen sollte und gleichzeitig die Atomkraftwerke real rückgebaut werden müssten und es dabei Probleme gibt, weiss ich persönlich derzeit nicht, woher die Unternehmen dafür den Cashflow nehmen wollen, Rückstellungen hin oder her.

Zweitens existiert in meinen Augen keinerlei tragfähiges Geschäftsmodell und es ist auch, trotz aller Bemühungen, für mich keines am Horizont. Bei RWE sieht es aufgrund der schwierigen Gesellschafterstrukturen sogar noch trüber aus.

Drittens haben wir hier keinen Rebound im Chart, sondern nur bärische Strukturen all überall.

Alle drei Kriterien sind also auf ROT und E.ON ist das krasse Gegenbeispiel zu einem "guten Reversal". Wir sehen daran auch, dass die Kriterien Wert haben und durchaus eine ebenso verprügelte, aber chancenreiche Aktie, von einer E.ON oder RWE unterscheiden können. Tief gefallen alleine, reicht eben nicht aus.

Trotzdem werden sich auch jetzt wieder Anleger und Medien finden, die der Meinung sind, dass E.ON ja nun tief genug gefallen sei und alles Schlechte im Kurs sei.

Ich kann dazu nur sagen: Falsch! Denn -> tiefer geht immer und erst bei Null ist Schluss! <-. Eine positive Überraschung aus dem Nichts, an die wir heute nicht denken, ist zwar immer drin, aber darauf nun blind wetten?

Was ohne Frage passieren wird ist, dass rein aus technischen Gründen, die Aktie nach dem Auslaufen des aktuellen Absturzes irgendwann auch wieder zurück kommen wird, eben weil es immer Dip-Käufer wie oben gibt, die gerne alles einsammeln, was sich billig anfühlt.

Es ist also durchaus wahrscheinlich, dass E.ON in absehbarer Zeit auch noch einmal über 10€ schaut.

Aber darüber hinaus? Für mich einfach "Dead Money", totes Geld also, solange sich da nicht ganz grundsätzlich etwas am Geschäftsmodell oder den Rahmenbedingungen ändert.

Es gibt aktuell so viele tolle Reversal-Kandidaten, die ebenso viel verloren haben und sich eben *nicht*, mit so einem existenzgefährdenden Rucksack abschleppen müssen. Konzentrieren wir uns auf die, die "guten Reversals"!

Ihr Hari

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S&P500 und NASDAQ Reversal Day !

Freitag Abend 22 Uhr Handelsschluss an der Wallstreet

Weitgehend unbemerkt von den deutschsprachigen Börsenmedien, die wohl überwiegend schon im Wochenende weilen, hat sich heute an der Wallstreet ein bedeutender "Reversal Day" gebildet.

Besonders betroffen sind alle Momentum-Aktien, inklusive Biotech. Und damit ist auch der NASDAQ Index massiv getroffen, der zum Handelsschluss 2,7% im Minus liegt ! Für einen breiten Index ist das ein richtiger Einbruch.

Aber auch der S&P500 (hier der Future per 21:55 Uhr) zeigt ein wenig erfreuliches Bild, das wir so schon lange nicht mehr erlebt haben. Hier im 10-Minuten-Chart gut zu sehen:

S&P500 04.04.14

Zunächst lief der S&P500 in Folge der brauchbaren Arbeitsmarktdaten von 14.30 Uhr bis fast zur 1900er Marke, holte sozusagen noch einmal Luft ..... und dann ging es nur noch abwärts.

Besonders bemerkenswert ist dabei, dass dieses Reversal ohne sichtbaren Katalysator einsetzte, der Markt ist also sozusagen unter seinem eigenen Gewicht eingebrochen.

Derartige Entwicklungen, wenn die alten Momentum-Anführer plötzlich unter dem eigenen Gewicht zusammen brechen, waren historisch oft Anzeichen einer wichtigen Wende. Nun macht ein einziger derartiger Tag noch keinen Bärenmarkt und die starken Bewegungen sind bisher auf diese sowieso überdehnten Momentum-Sektoren begrenzt. Eine Korrektur in diesen Sektoren ist sowieso überfällig. Und Europas Aktienmärkte sehen nach wie vor eher gut aus. Aber zumindest sehr aufmerksam sollte man nun Anfang kommender Woche beobachten, ob und was sich aus dem heutigen Tag entwickelt.

So weit als kleiner Hinweis hier im freien Bereich am späten Freitag Abend. Alles weitere besprechen wir in der Community im Premium-Bereich.

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S&P500 und Gold an der Yellen – Wegscheide

Die schriftliche Fassung der viel beachteten ersten Rede von Janet Yellen als FED Chefin, ist während ich dieses um 14.40 Uhr schreibe, im Markt angekommen und bringt nicht wirklich Überraschendes. Natürlich bestätigt sie, dass Yellen die Politik von Ben Bernanke fortsetzen wird, immerhin hat sie diese ja massgeblich mitgestaltet. Was für eine Überraschung. 😉

Um 16 Uhr heute folgt dann eine Fragestunde mit den Abgeordneten und der Markt wird dort auf überraschende Halbsätze lauschen, aber ich rechne auch da nicht mit inhaltlichen Überraschungen, zu sehr dürfte Yellen darauf achten, bei ihrer bekannten Linie zu bleiben.

So kommt es mehr darauf an, was der Mark daraus macht und der hat mit einer Vorfreuden-Rally heute vor Eröffnung der Wallstreet schon gezeigt, woran er denkt. Nämlich dass Yellen die Politik des leichten Geldes nicht nur fortsetzt, sondern entsprechend dem ihr vorauseilenden Ruf sogar ausdehnt. Insofern setzt nun leichte Enttäuschung ein, nachdem in Yellens Testimonial nichts Neues zu finden ist.

Damit stehen die Märkte nun an einer ganz entscheidenden Wegscheide, nach dem ca. 50% des vorherigen Einbruches wett gemacht wurden. Und es ist beides möglich, neue Höchststände und ein V-förmiges Reversal ala 2013 ebenso, wie ein tieferes Hoch und der Beginn einer grundlegenden Topbilding.

Insofern müssen wir nun ganz genau hinschauen, was die Märkte heute nach 16 Uhr bis zum Handelsschluss der Wallstreet machen. Mit zwei Charts will ich Ihnen kurz zeigen, worum es geht.

Der S&P500 notiert vorbörslich über 1800 und dürfte nun bald die Entscheidung treffen, welches der beiden eingezeichneten Szenarien uns bevor steht. Ich kann nur dazu raten, diese Entscheidung abzuwarten, sie ist - zumindest für mich - nicht antizipierbar.

S&P500 11.02.14

Und Gold hat in Vorfreude auf Yellen nun den Deckel des wichtigen Widerstandes weggehauen und gleichzeitig die fallende Trendlinie gebrochen.

Gold 11.02.14

Gold hat damit gute Chancen bis in die Region von 1350 USD zu laufen, wenn - ja wenn - Gold jetzt nicht sofort heute Nachmittag wieder unter den entscheidenden Widerstand zurück fällt und das Ganze damit zu einem "Fakeout" macht. Dieses Urteil steht noch aus.

Insofern ist heute besondere Aufmerksamkeit geboten. Das Marktverhalten heute und morgen hat das Potential, den Ton und die Trends der kommenden Wochen zu bestimmen.

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Bernanke, Premium, Tesla und Solar – Das Jahr 2013 auf surveybuilder.info

Liebe Leser,

ein spannendes, ereignisreiches und erfolgreiches Jahr auf surveybuilder.info.de, nähert sich langsam der Zielgeraden.

Es war ein sehr erfolgreiches Jahr für uns auf surveybuilder.info. Gerade für die grossen institutionellen Anleger, war es aber teilweise auch ein schwieriges Börsen-Jahr.

Erfolgreich war 2013, weil uns der Markt eine grosse Zahl hoher Gewinne beschert hat.

Erinnern Sie sich noch, wie wir im Mai von Anfang an dabei waren, als die von uns intensiv beobachtete Tesla Motors Aktie, mit Macht abhob und sich innerhalb von 6 Monaten bis zum Hoch verfünffachte ? Oder wissen Sie noch, wo der Solarsektor oder 3D Systems am Jahresanfang standen, die uns eine Verdoppelung des Einsatzes ermöglichten ? Für Trader war 2013 ein Traum, selten habe ich so viele, so sensationelle Kursraketen erlebt wie 2013.

Schwierig war das Jahr aber auch und das weniger für Trader, sondern mehr für Investoren, die auf eine Diversifizierung ihres breiten Portfolios achten müssen und sich nicht erlauben können, Risiken und technische Überdehnungen einfach blind auszublenden.

Denn mit dem gnadenlos nach oben strebenden Markt, konnte man als breit aufgestellter Investor in 2013 nur mithalten, wenn man alle Risiken ignorierte und jeden Dip kaufte, sobald er auftrat. Rationale Vorsicht, Diversifizierung, Cashbestände, Absicherung und Hedging - all die Fähigkeiten, die einen guten Portfoliomanager auszeichnen - wurden in 2013 eher nicht belohnt, sondern bestraft. Ich habe selten so viele V-förmige Reversals gesehen, wie in 2013.

Und weil solche V-förmigen Reversals eigentlich ungewöhnlich sind und durch den Liquiditätsdruck der Notenbanken in 2013 immer wieder die natürlichen Schwingungen der Märkte kurz geschlossen wurden, haben sich auch so viele Portfoliomanager in 2013 schwer getan und hinken nach dem was ich lese und höre, hinter der Performance von DAX und S&P500 hinterher.

Das ist aber nach meiner Ansicht kein Grund sich zu grämen, denn absolute Performance-Zahlen sagen ohne Kontext sowieso nichts und damit zu klappern ist kompletter Humbug. Performance kann immer nur im Verhältnis zur Grösse des Depots, der Strategie und dem Zeithorizont betrachtet werden und muss vor allem im Verhältnis zum eingegangenen Risiko bewertet werden. Eine Strategie, die in 2013 vielleicht dazu führte, dass man bei geringerem Depotrisiko am Ende ein paar Prozent gegenüber dem DAX hinterher hinkt, wird beim nächsten Absturz - und auch der wird kommen - dafür sorgen, dass man diesem aus dem Wege geht.

Auch ich selber habe diesen Dualismus des Jahres 2013 in meinen verschiedenen Depots bemerkt. Während es als dem Trend folgender Trader in 2013 leicht war, den Markt zu schlagen - dafür sorgten eben die ganzen Kurs-Raketen ala Tesla und Co. - war es als auf langfristigen, sicheren Ertrag ausgerichteter Investor, mit breit aufgestelltem Portfolio, eher schwierig, mit DAX, S&P500 und Co. vollständig mitzuhalten.

Alles in allem war es aber ein tolles und vor allem historisches Börsenjahr. Die Notenbanken waren zwar schon immer wichtig, aber in meiner Erinnerung der letzten ca. 25 Börsenjahre, gab es kein Jahr, in dem die Notenbanken so dominant für die Marktentwicklung waren wie 2013.

Abgesehen vom Markt selber, war 2013 aber auch deshalb für surveybuilder.info ein erfolgreiches Jahr, weil der Start des Premium-Bereiches im April zu einem schönen Erfolg geworden ist, auf den ich sehr stolz bin.

surveybuilder.info ist damit einer der ersten rein privat betriebenen Blogs im deutschsprachigen Raum, dem die Professionalisierung gelungen ist und der sich damit von allerlei bunt blinkenden Bannern und der Dominanz SEO geprägter Klickzahlen emanzipiert hat.

Denn diese Dominanz von Klickzahlen und SEO im Internet, fördert nach meiner Meinung nicht die Qualität des Contents, sondern fördert eher marktschreierisches Gebaren und lautes mediales Geklapper, dass mit allerlei Schlagwörtern im Titel auf Leserfang geht. Die Relevanz des Contents steht dann oft im diametralen Gegensatz zur Bugwelle der Überschrift.

Mag dieses mediale Geklapper im Unterhaltungsbereich bei den Berichten aus den diversen Königshäusern ja noch problemlos sein, weil ausser Zeitaufwand kein Schaden entsteht, ist es aber im Börsenumfeld besonders tückisch, wenn sich Leser davon zu Handlungen treiben lassen. Denn Mitglieder von surveybuilder.info wissen: was jeder weiss und worauf sich alle vorbereiten, kann genau deswegen an der Börse nur schwerlich eintreten. Dafür sorgt die Reflexivität der Märkte.

Der Erfolg des Premium-Bereiches ermöglicht uns nun, intensiv und sachlich zu diskutieren, uns gegenseitig zu helfen und uns auszutauschen. Und gemeinsam zu lernen und unsere Techniken im Kampf mit surveybuilder.info zu verbessern.

Und "wir" ist dabei eine dreistellige Community engagierter Leser, von denen viele auch in den Foren aktiv sind und eigene Ideen beitragen. Es ist uns gelungen, eine Community zu etablieren, die von Fachkenntnis aber auch Respekt voreinander geprägt ist und von der alle nur profitieren können. Foren-Trolle und notorische Rechthaber sind hier nicht existent und das wird auch so bleiben.

Ich möchte daher bei dieser Gelegenheit allen Premium-Mitglieder herzlich für das Vertrauen und die Unterstützung danken, die Sie diesem Blog in 2013 gegeben haben ! Besonders gilt mein Dank aber den vielen aktiven Mitgliedern, die mit eigenen Beiträgen und teilweise auch eigenen Artikeln die Community nach vorne bringen und zu einem Ort machen, an den man gerne jeden Tag zurück kehrt.

Ich bin stolz darauf, Teil dieser Gemeinschaft zu sein und ich verspreche, in 2014 nicht nachzulassen und mit der gleichen Energie weiter am Erfolg von surveybuilder.info zu arbeiten.

Denn selbst wenn viele nun hier her gefunden haben und surveybuilder.info nun als ihre Börsenheimat verstehen, es könnten noch viel mehr sein. Denn der Bedarf an wirtschaftlich unabhängigen, seriösen und kompetenten Informationen und Anleitungen zu den Finanzmärkten ist immens. Das Hauptproblem ist eher, dass die Menschen nur schwer zu den wenigen Stellen in einem Meer von Informationen finden, die wirklich etwas zu sagen haben, das über die Nacherzählung der diversen Geschehnisse hinaus geht.

So weit zu einem tollen Jahr 2013. Und dieses tolle Jahr war für mich auch ein arbeitsames Jahr, zusammen mit meinen eigenen Aktivitäten am Markt, habe ich hier nun einen neuen Fulltime-Job, der mich auch oft noch spät in den Abendstunden schreiben und diskutieren lässt, wie die Premium-Mitglieder wissen.

Deshalb brauche ich jetzt auch einmal eine Auszeit und werde mir diese in der einzigen Zeit des Jahres nehmen, in der auch die Börse mal weitgehend ereignislos ist.

In der Zeit vom kommenden Samstag 21.12.13 bis einschliesslich dem 06.01.14, wird daher hier im freien Bereich nicht mehr viel passieren. Ich schliesse einen neuen Artikel nicht perse aus, rechnen Sie aber nicht damit. Ab 07.01.14 bin ich dann wieder voll da.

Im Premium-Bereich werde ich meine Aktivitäten auch deutlich herunter fahren, dort werde ich aber nach Lust und Laune vielleicht den einen oder anderen Kommentar oder Artikel schreiben und wir werden uns in der Community auch über den Jahreswechsel sicher intensiv im Forum austauschen. Gerade grundsätzliche Fragestellungen bespricht man ideal in dieser Zeit, in der man nicht permanent von der Hektik des Börsengeschehens getrieben wird. Und insbesondere die Frage, welche Aktien in 2014 zu den neuen Favoriten gehören dürften, ist ja hoch spannend.

Für den Dienstag 07.01.14 ist dann - zum Start des neuen Börsenjahres auf surveybuilder.info - auch gleich um 12 Uhr wieder ein "Lunchtalk" mit der Wirtschaftswoche geplant, vielleicht merken Sie sich diesen Termin schon einmal vor.

So, nun bleibt mir nur, Ihnen ein paar schöne Festtage zu wünschen und falls Sie nicht zu den Premium-Mitgliedern gehören, auch gleich einen guten Rutsch ins neue Jahr !

Machen Sie es gut und halten Sie die Ohren steif ! Wir lesen uns 2014 !

Ihr Hari

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DAX Korrektur – Erste Warnung und sonst: Nichts !

Der DAX hat die schärfste Korrektur seit August diesen Jahres gestartet, über die Ursachen habe ich gestern geschrieben. Die Schärfe der Korrektur hat dabei direkt mit dem langen, gnadenlosen Anstieg vorher zu tun. Das ist die Theorie des Gummibandes - je weiter man es dehnt, desto stärker schnappt es zurück.

Heute will ich mich daher mit der Frage beschäftigen, wie wir mit so einer Korrektur umgehen sollten. Denn ich kann sozusagen durch die Internetleitung spüren ;-), wie nun ganz viele grübelnd vor dem Schirm sitzen und sich diese Schwarz/Weiss Fragen stellen, die da lauten:

- Kommt nun der grosse Crash ?

- Soll ich jetzt mit allem raus aus dem Markt ?

Diese ganze, digitale Fragestellung im Sinne rein/raus ist aber völlig falsch und verfehlt !

So zu denken ist unproduktiv und macht uns nur nervös. Der Markt ist nie schwarz/weiss, er ist jederzeit eine Menge von Wahrscheinlichkeiten, die sich verschieben. Und die Zukunft ist und bleibt unbestimmt !

Was wir statt dessen tun sollten, ist unser Risiko zu managen. Was bedeutet Stück für Stück und Schritt für Schritt vorsichtiger zu werden, je stärker das Risiko steigt. Und in diesem Sinne langsam und Stück für Stück Gewinne mitzunehmen, falls die Korrektur voran schreitet.

Denn das Risiko eines Crashs - vor dem wir so Angst haben - ist eben nicht nahe am Höhepunkt am grössten. Das Risiko erreicht seinen Höhepunkt erst später, falls der Markt keinen Boden mehr findet und bröselt und bröselt.

Und das will ich Ihnen am Musterbeispiel des Crashs 2008 zeigen, der perfekt abgelaufen ist:

DAX 2008 Crash

Sie sehen die erste Phase, die Topbildung, in der der Markt keine signifikanten Höchststände mehr generieren kann. Vielleicht sind wir in dieser Phase, sicher ist das aber noch nicht !

Sie sehen dann den ersten Einschlag, das erste Warnzeichen sozusagen. Vielleicht haben wir das gerade erlebt. Bestenfalls dort, bei (2) befinden wir uns aktuell, wenn man nun einen Crash erwartet.

Auf (2) folgt aber in der Mehrzahl der Fälle erst einmal eine Phase, in der der Markt immer mehr Leben verliert und langsam vor sich hin bröselt. In dieser Phase (3) steigt das Risiko für einen Crash massiv, denn irgendwann verlieren die Marktteilnehmer die Geduld und wollen alle gleichzeitig zum Ausgang.

Worauf sich mit (4) dann der echte Crash anschliesst. Und dann in (5) eine Phase des Nachschwingens folgt, bevor der Markt in (6) den Tiefpunkt findet, der typischerweise nach einem Crash eine Übertreibung nach unten ist.

So weit der typische Ablauf. Diese Struktur ist universell und können Sie auch oft auf kleineren Zeitebenen finden, es muss nicht immer der grosse Crash sein. Und eigentlich will ich Ihnen damit klar machen, dass bisher im DAX noch nichts passiert ist und erst weiteres Abwärts-Bröseln die Risiken stark erhöht.

Jetzt weiss ich aber auch um die Macht der Bilder und mir ist klar, dass Sie bei Betrachten des obigen Charts nun emotional denken: "Oh Gott, schnell raus, wenn das danach kommt und wir erst bei (2) sind !"

Deswegen will ich Ihnen als "Cooldown" unbedingt auch noch den aktuellen Chart des S&P500 in diesem Jahr zeigen.

S&P500 05.12.13

Und da sehen Sie, wie oft wir schon ein "(2) Erste Warnung" hatten. Und jedes Mal hat der Markt dieses Jahr wieder V-förmig nach oben gedreht. Daran waren die Notenbanken ja nicht unschuldig und gerade deshalb sei die Frage erlaubt: Warum muss das dieses Mal unbedingt anders sein ?

Der Crashablauf von 2008 ist nämlich die Ausnahme und nicht die Regel. Und ein Warnzeichen ist erst einmal nur ein Warnzeichen und kein Grund schon in Panik zu verfallen.

Was ich Ihnen damit klar machen will ist:

(1) Bisher ist nichts Relevantes passiert und die Aufwärtstrends in den Indizes sind voll intakt. Es wird erst jetzt interessant, wenn und falls wir erleben sollten, dass der Markt nun keinen Boden findet und die Dip-Käufer ausbleiben.

(2) Wenn aber nun bald das Reversal kommt, wird der Trend dadurch nur bestätigt und die Korrektur war extrem gesund und legt dann die Grundlage für die Fortdauer der Hausse.

(3) Nur wenn der Markt nun weiter abgeben sollte und erste, wichtige Marken reisst, dann wird es wirklich riskant. Denn viele werden Stops unter markanten Strukturen haben und werden dann alle gleichzeitig zum Ausgang wollen. Das wäre das Ende von Phase (3). Lesen Sie in diesem Zusammenhang noch einmal den Artikel vom Montag zum Rising Wedge im S&P500, um diese Marken zu erkennen.

Was heisst das für uns ?

Wir brauchen unbedingt gedankliche Stops unter markanten Marken, mit denen wir unser Markt-Exposure Stück für Stück abbauen, falls - und nur falls - der Markt weiter nach unten bröselt.

Heute dagegen über diese "schwarz/weiss" Frage im Sinne rein oder raus zu grübeln, ist vergeudete Liebesmüh ! Und wenn Sie nun Artikel lesen, in denen Ihnen jemand erzählt, dass der Markt nun dieses oder jenes machen wird, ignorieren Sie das. Keiner kennt die Zukunft und was wir als Individuen glauben, hat keine Bedeutung, ausser im Sinne einer Massenpsychologie.

Es zählt alleine was der Markt tut. Und da ist eben wichtig zu verstehen, dass nach solchen Höchstständen ein langsames Abwärtsbröseln das Risiko erhöht. Und dieses Risiko müssen wir managen, in dem wir unser Exposure zum Markt entsprechend anpassen.

Machen Sie sich also einen Plan, wie Sie - falls der Markt weiter fällt - sukzessive Ihr Risiko verringern. Stück für Stück, im Einklang mit dem Markt. Von dem Gedanken perfekt am Top komplett auszusteigen, müssen Sie sich sowieso verabschieden. Das ist - von einem einmaligen Glücksschuss abgesehen - selbst für den besten Trader der Welt unmöglich.

Also: keine Panik und kein Herumraten. Managen Sie Stück für Stück Ihr Risiko !

Vergessen Sie den Gedanken daran, was morgen sein wird - Sie werden es sowieso erst morgen erfahren. Konzentrieren Sie sich statt dessen darauf, die Risiken der Gegenwart in Ihrem Portfolio entsprechend abzubilden.

Ihr Hari

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Das erstaunliche Reversal bei Gold und den Goldminen – XAUUSD wieder über 1250 USD

Es gibt zwei Arten, auf die Mr. Market besonders gerne einen Boden und eine nachfolgende Wende generiert.

Die eine ist sozusagen "mit Karacho". Typischerweise an einem lange vorher medial aufgeblasenen Tag, an dem alle Welt angespannt auf die Kurse starrt, weil ein wichtiger Katalysator ansteht. Nervös haben dann alle den Griff zum Notausgang in der Hand und starren auf eine wichtige Marke. Dann taucht der Kurs unter diese Marke und löst eine Kaskade von Stops aus. Artikel erscheinen, die das Ende von XYZ erklären und alles schaut unter grosser medialer Aufmerksamkeit nur in eine Richtung. Und in diesem Moment dreht der Kurs, erobert die wichtige Marke wieder und beginnt weiter zu steigen. In Folge schaut der Kurs nie wieder zurück und lässt fast den gesamten Markt auf dem falschen Fuss hinter sich. Der Weg des maximalen Schmerzes oder auch "Bärenfalle" genannt.

Und dann gibt es diese anderen, leisen Momente. Wenn keiner mehr hinschaut, weil alle aufgegeben haben und keiner sich mit diesem Asset mehr abgeben will. Ideal an einem nachrichtenlosen Tag, wo sowieso die Hälfte der Marktteilnehmer nicht am Desk sitzt. In diesem Moment beginnt der Kurs ganz still, leise und heimlich in eine unerwartete Richtung zu kriechen. Und man sucht nach einem Katalysator dafür, findet aber keinen. Das sind die Momente, in denen eine lang andauernde Bewegung manchmal ihr Momentum aufgebraucht hat. Und der Boden ist für ein "Reversal aus dem Nichts" bereitet, das der breite Markt erst wieder viel später wahrnehmen wird.

Sie wissen als Premium-Mitglieder, dass mir schon gestern Abend dieses Intraday-Reversal bei Gold - und später auch bei den Minen - ins Auge gesprungen ist. Und ich mich gefragt habe, was da los ist.

Nun, heute morgen bin ich vielleicht etwas klüger.

Denn eine Nachricht, die das ausgelöst haben könnte, kann ich auch heute morgen nicht erkennen. Dafür hatte ich aber gestern übersehen, das gestern wohl Options Expiration (OPEX) für die Gold Futures war. Um so interessanter war diese Wende, denn nach der OPEX, begannen die Kurse wieder nach oben zu kriechen. Die nahe liegende Erklärung ist, dass sich der Druck von "Big Money" nach unten nun langsam aufgebraucht hat. Sobald der Druck vom Markt genommen wird, kriecht er wieder nach oben. Und wenn das so wäre, wäre das eine sehr bemerkenswerte Entwicklung !

Schauen wir auf das Tageschart, sehen wir im blauen Kreis sehr deutlich die Struktur eines Reversals:

XAUUSD 26.11.13

Wie geht es nun weiter ? Nun, da wir alle keine Glaskugel haben, ist die Zukunft unbestimmt. Aber trotzdem sagt uns diese Struktur eine Menge und wir müssen nun genau aufpassen, was heute und morgen passiert, dann sind wir erheblich schlauer.

Im Szenario (1) war das gestern einfach eine unbedeutende "Post-OPEX" Anomalie und es geht heute und morgen weiter runter. In Anbetracht der klaren Reversal-Struktur, ist das in meinen Augen zwar möglich, aber nicht zwingend das wahrscheinlichste Szenario.

Im Szenario (2) werden wir heute oder morgen einen weiteren Schub weg von der 1250er Marke bei Gold - und damit XAUUSD - sehen. Das wäre dann eine klare Bestätigung eines temporären Bodens und würde den Weg bis zur Trendlinie in der Nähe der 1300er Marke freimachen.

Da aber der übergeordnete Abwärtstrend voll intakt ist, wäre das dann einfach nur eine Gegenbewegung im Abwärtstrend und danach geht es endgültig nach unten. Nach heutiger Datenlage, erscheint mir das als das wahrscheinlichste Szenario.

Ja und dann haben wir da noch das "Undenkbare" - das Szenario (3). Ein Szenario, nach dem sich nun still, leise und heimlich der Abwärtsdruck abgebaut hat und wir ein bedeutendes Tief gesehen haben. Und vor allem ein höheres Tief als am 28.06.

Zum heutigen Zeitpunkt kann man seriös darauf nicht wetten. Aber im Auge behalten sollten wir es, denn eine nachhaltige Bewegung über 1300 USD, hebt dieses Szenario ins Rampenlicht. Es wäre nicht das erste Mal, dass sich Abwärtsdruck still, leise und heimlich aufbraucht. Und das Sentiment im Sektor passt ja dazu. Alle haben nun aufgeben, auch die härtesten Goldbugs haben Zweifel und stehen in der Mehrzahl an der Seitenlinie.

Insofern lassen Sie uns nun genau hinschauen, der Markt wird uns heute und morgen viel dazu sagen, ob wir hier ein ernst zu nehmendes, zumindest temporäres Tief erlebt haben, oder eben nicht. Wenn dieses Tief bedeutend sein soll, muss heute oder morgen ein impulsiver Schub nach oben folgen. Ohne diesen Schub war gestern einfach eine Anomalie.

Ihr Hari

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S&P500: Warum die Seitenlinie manchmal auch ein guter Ort sein kann …..

.... erkennt man hier wunderbar am Chart des Leitindex S&P500 mit Tageskerzen, welches das ganze letzte Jahr darstellt:

S&P500 13.11.13

Sie sehen die rhythmische, massiv bullische Aufwärtsbewegung. Man könnte fast meinen, man sieht die Momente, in denen dem Bullen wieder neue Steroide gespritzt wurden. 😉

Sie sehen aber auch den signifikanten Absturz vom Donnerstag letzter Woche und das sofortige Reversal am Freitag. Ein Reversal, das aber bisher keine neuen Höchststände generieren konnte.

Zusätzlich lastet heute die Enttäuschung über die wirtschaftspolitischen Nachrichten aus China auf dem Markt und treibt vor allem den Rohstoff-Sektor nach unten. Auch die Emerging Markets sehen nicht mehr all zu gut aus und liegen auf bedeutenden Unterstützungen, die besser halten sollten.

In Summe ist daher im Moment die Lage im S&P500 für Anleger recht überschaubar. Einiges spricht dafür, dass der Index sich nun in ein zyklisches Tief im Bereich um 1700 bewegt. Über einen Trendbruch muss man im Moment noch nicht reden, der muss erst real werden. Und bisher haben die Bullen klar die Hoheit auf dem Spielfeld und haben deshalb auch unseren Respekt verdient - zumindest bis zum Jahresende.

Umgedreht, wäre eine schnelle Bewegung über die nahen Hochs vom 30.10. und 07.11 bei knapp unter 1778 das klare Indiz, das es schnell bis 1800 und darüber hinaus gehen könnte und die Weihnachtsrally damit schon eingesetzt hat.

Solange diese Hochs aber vom Markt nicht genommen wurden, ist temporäre Vorsicht keine schlechte Idee. In den richtigen Momenten ist eben auch die Seitenlinie eine sinnvolle Aufstellung. Selbst in massiven Bullenmärkten wie aktuell, man darf halt nur nicht vergessen, den Dip, ebenso wie den Ausbruch zu Höchstständen, dann auch wieder zu kaufen ....

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