Wie die richtige Positionsgrösse unseren Erfolg beeinflusst



Dieser Beitrag wurde aus Teilen eines Artikels des Premium-Bereiches neu zusammengestellt und aktualisiert, der in anderer Form schon vor Monaten veröffentlicht wurde. Für Premium-Mitglieder hat er also keine Neuigkeiten, für die Leser des freien Bereiches beinhaltet er aber eine wichtige Erkennntis.

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Ich will heute das Thema der Positionsgrössen in den Fokus rücken, denn das ist eine der absoluten zentralen Erkenntnisse, die wir haben müssen, wenn wir Erfolg haben wollen.

Und da Erfahrungen aus dem realen Leben immer bessere Wirkung entfalten, als theoretische Ermahnung, will ich Sie an einer erneuten Erfahrung teilhaben lassen, die ich im ersten Halbjahr selber gemacht habe.

Aufgrund inakzeptabler Probleme bei einer meiner Depotverbindungen, war ich auf der Suche nach einer neuen, zuverlässige CFD Plattform, da ich über CFDs immer mal wieder Hedging-Aktivität entfalte.

Wichtige Infos die ich herausfinden wollte, bevor ich bei einer neuen Bank grössere Summen platziere, war die Stabilität der Plattform und das kann man nur über einen längeren Zeitraum betrachten. Dann natürlich wie abgerechnet wird, wie sich Transaktionen händisch "anfühlen", wie die Spreads sind, wie die Kutellung ist, wie das Reporting ist usw und so fort.

Deshalb habe ich ein neues CFD-Depot zum Test eröffnet und dort 10.000€ "Spielgeld" platziert und über einen Test-Zeitraum dort immer wieder "gedaddelt". Ich sage gedaddelt, weil ich dort in Abständen immer mal wieder Mini-Trades gemacht habe, um das Handling zu testen.

"Mini-Trade" heisst dann zB 1 DAX Kontrakt, also sozusagen 12.000€ im Feuer oder 10.000 EURUSD Kontrakte. Und "gedaddelt" heisst, dass ich kein echtes Trading gemacht habe, also keine Strategie verfolgt, sondern einfach Intraday mal aus der Hüfte auf den Knopf gedrückt wenn es opportun erschien und kurz danach wieder auf den Knopf gedrückt um Gewinne mitzunehmen oder per Stop Verluste zu begrenzen.

Sinn war also nicht Gewinne zu erzielen oder besonders gute Trades zu machen, sondern einfach ohne jeden Anspruch die Plattform zu testen. Es war also weit überwiegend Intraday und ich habe in der Regel bewusst innerhalb weniger als einer Stunde die Position wieder geschlossen, egal welche Chancen da noch waren. Und nun schauen Sie mal, was beim "Daddeln" heraus gekommen ist:

In Summe habe ich damit bei 26 Mini-Trades 337€ oder 3,7% "verdient". Cool, ich bin reich! 😉 Aber erneut, darum geht es nicht, ich habe nicht versucht die Gewinne laufen zu lassen, ich habe gedaddelt und getestet.

Worum es aber geht ist die Erfolgsquote "aus der Hüfte" ohne gross nachzudenken. Auf 3 negative Trades kame 23 gute Trades und das in der klassischen Mischung von engem Stopmanagement und einem guten Auge beim Einstieg!

Nun ist die Rechnung nicht ganz fair, denn die 0,x€ "Gewinne" sind neutrale Fälle, in denen der Trade sofort wieder ausgestoppt wurde. Rechnen wir die also mal aus den erfolgreichen Fällen heraus und betrachten die als neutral. Dann haben wir 3 negative Trades, 10 neutrale Trades und 13 positive Trades.

13:3 - auch das ist sehr positiv, ein Affe mit dem Dartpfeil ist das nicht. 😉

Und ich bin sicher, dass ich auch in Zukunft gute Quoten erzielen kann, auch wenn es nicht immer so extrem gut sein wird. Aber 2:1 sollten beim "Daddeln" immer drin sein.

Warum erzähle ich Ihnen das?

Ganz einfach, weil man ja jetzt sagen könnte: Booahh, jetzt setze einfach den Faktor 1.000 beim Kapital ein und Du hast 337.000€ locker beim "Daddeln" nebenher verdient. Theoretisch wäre das mit Margin sogar denkbar, für einen DAX Einsatz von 12 Millionen bräuchte es bei vielen Plattformen nur eine fünfstellige Margin. Aber trotzdem, schön wärs. 😉

Der Punkt ist, wenn ich meine Erfahrung, meinen Instinkt und meine geistigen Fähigkeiten hätte, *OHNE* dass mir die Höhe des eingesetzten Kapitals etwas bedeuten würde, würde das vielleicht auch gehen. Und ich würde aus Spass immer noch diesen Blog schreiben, aber das aus meiner 747 auf dem Weg zur eigenen Pazifik-Insel. 😉

Mein Problem ist, ich bin ein Mensch. Die Zahl bedeutet mir etwas und mit ihr ist auch Risiko verbunden, dessen ich mir voll bewusst bin. Und weil sie mir etwas bedeutet, wird die Bedeutung irgendwann Last und ich kann *nicht* mehr so locker und flockig daddeln. Der wichtige Punkt ist:

Auch ich kann diese Erfolgsquote nicht halten, wenn es um etwas geht!

Auch ich nicht, der ich mir des Problems so bewusst bin wie kaum jemand und der ich auch ganz gute Techniken habe, um mit diesen Ängsten und Gefühlen ganz sinnvoll umzugehen.

Ich kann diesen Satz und diese Erfahrung nicht dick genug unterstreichen.

Denn es unterstreicht, dass die richtige Technik beim Börsenhandel bestenfalls 50% der Gleichung ist, wenn überhaupt. Die anderen Hälfte sind wir selber, ist das Ringen mit uns selber, mit unserem "Affenhirn", welches dann wenn Bedeutung ins Spiel kommt, nicht mehr rein rational agieren kann.

Dabei muss man aber zu Ehrenrettung des "Affenhirns" sagen, das vieles was mich zum idealen Einstieg ermächtigt, wohl auch mit ihm und seinen Fähigkeiten zu tun hat, insbesondere der Mustererkennung. Aber ein Aspekt des Affenhirns, die Verlustangst, ist einfach ein schwerer Rucksack, den wir alle mit uns herum tragen. Diese Verlustangst war absolut notwendig, um uns vor Gefahren in der Wildnis zu schützen. An der Börse ist sie kontraproduktiv, aber nur wenn man ein funktionierendes Risikomanagement besitzt, das uns von alleine schützt.

Für uns bedeutet das, dass eine unserer zentralen Aufgaben ist und bleibt, für uns selber eine Strategie zu entwickeln, mit der wir uns wohl fühlen und in der diese Verlustangst im Griff bleibt. Sobald wir uns über den Punkt hinaus exponieren, den unsere ängstliche Affenseele noch ertragen kann, werden wir uns mit hoher Wahrscheinlichkeit ins Knie schiessen!

Und da jeder eine andere Psychologie hat und die Art der Ängste auch immer individuell ist, kann auch Ihre ideale Strategie immer nur individuell sein. Die "universelle Strategie" die man einfach nachhandelt, gibt es eben nicht.

Dass diese Begrenzung auch bedeutet, die theoretischen Gewinnchancen irgendwo zu deckeln, ist völlig klar. Aber lieber jedes Jahr beständig 10-20% Gewinn, als irgendwann sein Depot zu schrotten. 😉

An dieser Stelle möchte ich Ihnen noch einmal in Erinnerung rufen, diesen Faktor auch zu berücksichtigen, wenn Sie sich "da draussen" andere mediale Trading-Dienste oder Börsenkommentare anschauen, insbesondere solche für die Sie Geld zahlen sollen. Denn wer alleine auf technischen Methoden herum reitet und die psychologischen Aspekte dabei völlig ausblendet und dazu kein Wort findet, unterschlägt einen alles entscheidenden Faktor.

Jeder - wirklich jeder - der handelt und auch der "investiert" - muss sich diesen eigenen Geistern stellen. Jeder! Und wer wirklich lange mit relevantem Geld im Markt unterwegs war, weiss das auch. Lassen Sie sich nichts anderes einreden. Sie sind also nicht allein mit ihren Schwierigkeiten!

Amen!

Ihr Hari

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Apple – es wird Zeit!

Der folgende Beitrag erschien schon Montag 23.02.15 16:50 in Hari Live

Den richtigen Einstieg in einen Trade zu finden, ist ja die eine Sache. Bei Apple haben wir das nun mehrfach wunderbar hinbekommen und zuletzt den Ausbruch aus der Konsolidierung ab Mitte/Ende Januar schön getroffen.

Wie geht man aber nun mit so einer Aktie um, die einfach in neuen Höhen fliegt und sich daher weitgehend alten Vergleichsmustern entzieht? Wann nimmt man Gewinne mit oder wann verringert man die Positionsgrössen? Und tut man das überhaupt oder lässt nicht einfach laufen?

Wie treue Leser nicht überraschen wird, gibt es dafür keine pauschale Antwort und der Zeithorizont spielt ebenso wie die Positionsgrösse, eine ganz wichtige Rolle.

Klar kann man sagen, dass wer Apple langfristig als Investment im Depot hat, derzeit keinerlei Handlungsbedarf hat. Denn Apples Kurs zeigt weiter nach oben und hat noch eine Menge langfristiges Potential. Und ob es dann mittendrin mal wieder eine Konsolidierung wie zuletzt ab Anfang Dezember gibt, muss auf der Zeitebene nicht interessieren.

Wer aber den Ausbruch aus der Konsolidierung ab Mitte Januar gespielt hat und der nächsten Konsolidierung aus dem Weg gehen will, der sollte jetzt langsam aufmerksam werden und Gewinnmitnahmen zunehmend in Erwägung ziehen. Oder alternativ einfach die Stops näher heran ziehen und es dem Markt überlassen, wann er einen aus der Aktie heraus kegelt.

Denn von den wenigen Mechanismen, mit denen man die Bewegung einer Aktie in neuen Kursregionen einordnen kann, ist das Prinzip des "Bewegungsziels" (Measured Move) noch eines der Besseren. Es ist nicht exakt, aber es vermittelt ein brauchbares Bild davon, wohin das Momentum tragen kann und ab wann man vorsichtiger werden muss:

Apple 23.02.15

Dieses Bild bei Apple indiziert den Bereich um 135 USD als brauchbares Ziel, an dem die aktuelle Bewegung erst einmal auslaufen könnte. Und davon ist die Aktie nur noch wenige Prozent entfernt.

Die technische Überdehnung nach oben ist nun augenfällig und gleichzeitig zieht das Volumen im Anstieg nicht mehr vollständig mit, auch das ein kleines Warnzeichen, dass die aktuelle Ausbruchsbewegung alt wird und eine Verschnaufpause braucht.

Sollte Apple eine klassische Konsolidierungsstruktur wie die von Dezember/Januar hinlegen, dann sollte die Aktie um die 135 USD ein temporäres Hoch finden und von dort einen guten Monat bis ca. 120 USD abwärts bröseln, bevor der Aufwärtstrend wieder das Kommando übernimmt und die Aktie in Richtung 150 USD katapultiert.

Ich betone, solche Standard-Muster stellen keine Prognose dar, dass können sie gar nicht. Sie ordnen aber den Charakter einer Bewegung ein und das hilft uns immens. Denn statt "irgendwo" zu kaufen und verkaufen, wissen wir, wohin wir schauen müssen und haben auch Massstäbe dafür, wann es "mal Zeit wird" - wie vielleicht bald hier.

Ich selber habe ja Apple im Depot und agiere in so Situationen immer anhand meiner Bausteinlogik, mit der ich die Positionsgrössen und damit das Risiko anpasse. Derzeit laufe ich noch mit einer grossen Position mit, zu klar und attraktiv ist das bullische Szenario. Diese Position werde ich nun aber bald in Schritten in die Stärke hinein verringern, eben in Antizipation einer möglichen Konsolidierung. Ganz verkaufen werde ich die Aktie aber nicht - warum sollte ich denn auch, Apple ist in jeder Hinsicht langfristig weiter attraktiv und eine Konsolidierung gehört zu jedem gesunden Aufwärtstrend, wie das Ausatmen beim Menschen zum Einatmen.

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Apple und GDX: zweimal Flash Crash und niemanden interessiert es

Was wir davon zu halten haben, wenn von der Politik immer wieder beschworen wird, dass unser Finanzsystem ja durch die diversen regulativen Eingriffe "stabiler" geworden sei, konnten wir diese Woche wieder bewundern. Die Antwort ist nämlich: Nichts!

Schon am Montag gab es bei Apple einen unerklärlichen Flash Crash, bei dem temporär mehr als 40 Milliarden USD in Sekunden vernichtet wurden. Nun hatten wir gestern Abend in der letzten Minute beim Goldminen ETF GDX das ähnliche Spiel. Der GDX brach in der letzten Handelsminute 10% ein, nur um Sekunden später wieder hoch zu schnellen.

Zero Hedge hat die dazu gehörenden Charts schon zusammen gestellt, insofern erspare ich mir, das híer erneut nachzuerzählen. Schauen Sie sich aber unbedingt die Charts im Artikel an!

Das Thema verdient unsere Aufmerksamkeit. Denn in beiden Fällen riecht das für mich geradezu danach, als ob jemand - typischerweise ein Computer - bewusst einen Circuit Braker am Handelsplatz ausgelöst hat.

In der alten Welt würde das keinen Sinn machen, weil wer real den Kurs so drückt, der danach wieder hoch schnellt, würde ja massive Verluste machen. In der schönen neuen Welt des Hochfrequenzhandels (HFT), ist die Lage aber nicht mehr so einfach. Ich kann hier nur spekulieren, mir aber sehr gut Szenarien vorstellen, mit denen man in der Lage ist, einen so grossen Stein ins Wasser zu werfen, dass man danach mit den zwangsläufig folgenden Wellen Geld machen kann.

Auf jeden Fall sind diese Circuit Breaker berechenbares Verhalten und mit berechenbarem Verhalten Dritter, können kluge Marktteilnehmer Geld machen - das war schon immer so. Und wenn dieser Marktteilnehmer in Millisekunden tausende Orders in den Markt geben und direkt danach wieder canceln kann - dann erst recht.

Was aber auch immer konkret dahinter steht, vier Schlussfolgerungen erscheinen mir wichtig:

1) Mit der viel beschworenen Stabilität der Börsen ist es nicht weit her und wirklich gelernt hat niemand.

2) Die Behauptung von HFT, man würde für Liquidität sorgen, wurde erneut als Unsinn enttarnt. Wäre echte, belastbare Liquidität im System, dürfte es bei der liquidesten Aktie der Welt - Apple - so einen Einbruch wie am Montag gar nicht geben.

3) Erschreckend ist für mich das scheinbare Desinteresse der Regulatoren. Wo bitte ist nun die SEC oder interessiert das niemanden mehr, was hier passiert? Da verliert Apple über 40 Milliarden Marktkapitalisierung in Sekunden und die SEC zuckt nicht einmal? Hallo ist da jemand?

4) Für uns Anleger wird damit klar, dass Stops im System nicht mehr tragbar sind. Gleichzeitig führt aber nach wie vor kein Weg an einem verlässlichen Risikomanagement vorbei. Das heisst, dass man mit gedanklichen Stops arbeiten muss, was geht, aber noch höhere Disziplin vom Anleger erfordert, wozu viele emotional nicht wirklich in der Lage sind. Oder man muss mehr mit Positionsgrössen und Hedging operieren, was aber nur bei grösseren Depots wirklich Sinn macht.

Ich finde es auf jeden Fall erschreckend zu sehen, wie traurig nach wie vor die Stabilität der Börsen ist. Und noch erschreckender ist, dass es kaum mehr jemanden aufregt. Solange bis ein ganzer Index mal so abraucht wie Apple und GDX. Dann ist das Jammern und Wehklagen wieder gross.

O Tempora O Mores!

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Gastkommentar: Technisches Trading mit „The Trend is your friend“

Technisches Trading mit "The Trend is your friend" - Ein Gastkommentar von "Jacky"

Mit diesem Beitrag möchte ich zeigen, dass die Börsenregel "the trend is your friend" helfen kann Verluste einzugrenzen oder einen eventuell höheren Gewinn mitzunehmen, als man durch subjektives Trading erreichen kann (hier betrachteter Zeithorizont beträgt Tage bis einige Monate).

Bei der Beobachtung von Aktien überkommt viele Privatanlegern das Gefühl, dass einige Aktien, in die man investieren möchte, bereits seit einiger Zeit fallen und es gar nicht mehr tiefer gehen kann. Also investiert man. Und aller subjektiver Beurteilung zum trotz fällt sie weiter. Das gleiche gilt für Aktien in die man investiert ist: soll man sie verkaufen, da sie seit ein oder zwei Wochen fallen oder ununterbrochen angestiegen sind?

Es zeigt sich jedoch, dass Aufwärts- und Abwärtstrends viel länger anhalten können, als man dies antizipiert. Zu der Definition eines Trendanfangs/-ende: Als positive Trendwende bezeichne ich zwei aufeinanderfolgende Hochs, wobei das letztere Hoch höher ist UND zwei aufeinander folgende Tiefs wobei wiederum der letzte höher ist. Ein positiver Trend hält solange an, bis sowohl das neueste Hoch als auch das neueste Tief tiefer liegt, als die jeweils früheren, d.h. es entsteht eine negative Trendwende.

Mit dieser Definition kann man historische Daten analysieren. Der unten gezeigte Graph zeigt exemplarisch den S&P500 (Tageschart) seit 2011 wobei der farbliche Balken am unteren Bildende, den zu dem Zeitpunkt vorhandenen Trend darstellt (grün: Aufwärtstrend; rot: Abwärtstrend). Den Trend kann man einfach erhalten, in dem man die einzelnen aufeinander folgenden Hochs und Tiefs analysiert (hier via Matlab)

Die interessante Frage ist jetzt natürlich: wie lange hält ein Trend an? Dazu habe ich die Trends des S&P 500 seit 1990 analysiert und sehe, dass die durchschnittliche Trendlänge für einen positiven Trend 37 Börsentage ist (ca 7 Wochen) und für einen negativen Trend 22 Börsentage (ca 4 Wochen) ist. Der jetzige Trend läuft meiner Analyse zu Folge übrigens seit dem 15.Juni 2012 und der S&P500 Index hat seit dem 6.7% zugelegt. Man sieht ebenfalls, dass der S&P 500 sich gerade (wieder einmal) an einem aus Trendsicht wichtigem Punkt befindet: steigt er in der nahen Zukunft, ist der Trend intakt, ansonsten wird es ein neues Tief geben, was tiefer liegt als das letzte - was eine eventuelle Trendwende ankündigt.

Der folgende Graph zeigt seit 1990 alle Trends, die mein Programm im SP500 gefunden hat. Das schwarze Kreuz ist der Punkt, an dem wir uns gerade befinden (28.09.2012). Das dritte Subpanel beschreibt zudem den durchschnittlichen prozentualen Gewinn bei positiven Trends (grün) und den durchschnittlichen Verlust bei negativen Trends (rot) als Funktion der Trendlänge.

Hierbei erkennt man deutlich, dass Trends sehr kurz sein können (Bären/Bullenfallen), aber auch sehr lange andauern können (z.B. das gesamte zweite Halbjahr 2006). Um die Wichtigkeit der Börsenregel weiter zu verdeutlichen: hätte man am 01.01.2007 eine bestimmte Summe in den SP500 Index investiert, würde das Depot heute immer noch den gleichen Betrag besitzen (zwischenzeitlich weitaus weniger). Folgt man dem Trend und wäre nur während eines positiven Trends in dem SP500 investiert, hätte man heute mindestens 50% Gewinn (Annahme bei jedem Kauf und Verkauf je 0.2% Orderkosten).

Der Gewinn hängt davon ab wie gut man die Trends erkennt - vor allem wann ein Trend beginnt oder endet. Oft ist ein Tief plötzlich tiefer ist als das letzte und danach etabliert ein höheres Hoch den Trend wieder etc. Wie lange Trends anhalten hängt auch von den Aktien ab: sind sie volatil oder eher nicht? Der untere Graph zeigt für einen sehr passiven Trendanalysator die prozentuale Depotgrösse über die Zeit seit 2007 im Vergleich zu der Buy and hold Strategie für den SP500. Hätte man alle Trends richtig erkannt (was bei historischen Daten nachträglich natürlich möglich ist), würde man heute trotz Orderkosten ca 250% des Einstiegswert besitzen.

Noch eine technische Anmerkung: Es wurden keine Dividendenausschüttungen berücksichtigt, die Analyse erfolgt auf Basis der Tagesschlusskurse, in dem Tradingbeispiel seit 2007 ging ich von einem vollen Reinvest der zu handelnden Positionsgrösse aus (was natürlich nicht immer 100% möglich ist) und zudem konnte ich keine Buy/Sell spreads in die Analyse einfliessen lassen.

"The trend is your friend" sollte man also im Hinterkopf behalten. Zum Schluss möchte ich Ihnen noch die viel diskutierte Commerzbank Aktie zeigen und die Interpretation des Graphes Ihnen überlassen. Seit 1990 ist die durchschnittliche positive Trendlänge übrigens ca 4 Wochen, die durchschnittliche negative Trendlänge jedoch mit ca. 6 Wochen deutlich länger.

Viele Grüße,
Jacky

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