FED und EZB haben fertig!

Oder wäre im Sinne von Trapattonis berühmter Wutrede, vielleicht "Was erlauben Mario?" der bessere Titel gewesen? 😉

Ernsthaft, wenn man es vom medialen Standpunkt der Wiederholung und Neuigkeit betrachtet, ist das "Notenbank-Bashing" ja eigentlich langweilig, weil es wurde fast alles schon so oft gesagt.

Wir leben ja aber nicht nur in einer medialen, virtuellen Welt, sondern auch in einer ganz realen, in der es um unseren Wohlstand, unser Land, unsere Kultur, unsere Zukunft und die Zukunft unserer Kinder geht.

Und dafür lohnt es sich zu kämpfen und deshalb müssen wir in dieser realen Welt, so lange penetrant auf etwas herum reiten, bis es sich unter der Last der tausend Nadelstiche und des öffentlichen Drucks, dann doch ändert.

Und deswegen schreibe ich schon wieder zu den Notenbanken, denn die haben mir in den letzten beiden Tagen bewiesen, dass sie "fertig haben" und am Ende ihrer "Alchemie" angekommen sind.

Weiterlesen ...FED und EZB haben fertig!

Disparitäten in DAX, EURUSD, S&P500 und Öl

Jeden Morgen um 9 Uhr herum, schreibe ich in Hari Live eine kurzen Lagebericht zum kommenden Handelstag. Heute - vor der EZB Sitzung am Nachmittag - stelle ich diesen ausnahmsweise auch mal in den freien Bereich, um Ihnen zu zeigen, was Sie da jeden Tag erwartet.

Donnerstag 05.03.15 08:50

Guten Morgen!

Die durch die Währungen direkt oder indirekt indizierte Disparität in einigen Asset-Märkten ist wirklich zunehmend auffällig. Denn die Lage im DAX kann man heute morgen recht leicht mit dem kurzen Satz beschreiben: "Euro weiter runter = DAX weiter hoch". Aus Dollar-Sicht ist aber im DAX eher wenig passiert.

Mehr muss man im Moment nicht wissen und wenn ich in die Medien und diversen Blogs schaue, finde ich es faszinierend, wie fast nirgendwo dieser unmittelbare Zusammenhang adressiert wird. Es liegt wohl daran, dass nur eine Minderheit einen globalen Blick hat, sprich die Asset-Klassen aus unterschiedlichen Währungssichten betrachtet. Rein aus lokaler Eurosicht, ist das ja auch alles ganz einfach: der DAX ist in einem massiven Bullenmarkt.

Aber auch in anderen Asset-Klassen finden wir nun solche Disparitäten, hier ist ein Artikel zur . Dieser beschreibt einige Einflussfaktoren gut, aber auch er übersieht die Währungen, denn selbstverständlich gibt es auch eine zeitliche Disparität zwischen den Wechselkursen und den Auswirkungen auf Öl, denn Öl wird ja physikalisch transportiert und in Verträgen verkauft, die sich wiederum selber mit Wechselkursen auseinander setzen müssen und in der Regel bis zu einem Zeitpunkt in der Zukunft fixiert oder zumindest gehedged sind. Heisst, die Auswirkungen der Wechselkurse auf Marktstrukturen haben eine zeitliche Verzögerung.

Unbedingt beachten müssen wir auch, dass heute um 13:45 Uhr der neue EZB Entscheid kommt und um 14:30 Uhr dann doch wieder eine Pressekonferenz mit Mario Draghi. Nun wird es heute mit 99% Sicherheit wohl keine grundlegenden Änderungen in der Policy geben, wäre es anders, hätte Draghi die Märkte schon vorbereitet. Aber heute stehen die Details zum Anleihenkaufprogramm an.

Und die werden vom Markt mit Sicherheit kritisch beäugt und auch hinterfragt werden. Denn der Absturz des Euros hat in hohem Masse mit Erwartungen an dieses QE der EZB zu tun. Sollten die Details zum Programm den Markt heute enttäuschen, wird das den Euro nach oben bringen und den DAX nach unten zerren. So einfach scheint die Kurswelt im Moment.

Wir schauen deshalb lieber auf den Leitindex S&P500, um zu erkennen, ob der Markt als Ganzes nun noch im Korrekturmodus ist, oder der schon wieder beendet sein könnte. Und der S&P500 hat eine klare Aussage, die durch tiefere Hochs und tiefere Tiefs untermauert ist: die Korrektur dauert an:

S&P500 05.03.15 2

Ich muss die Varianten nun bestimmt nicht in das Chart zeichnen, denn Sie als treue Leser sehen leicht, was das nun bedeutet. Auf jeden Fall ist doch faszinierend, wo genau der S&P500 gestern geschlossen hat, oder?

Zu einer fortdauernden Korrektur im S&P500 passt auch, dass die initiale Schwäche zwar gestern auch wieder gekauft wurde - wie in den letzten Tagen - aber die Gegenbewegung dann doch keinen durchschlagenden Erfolg hatte und schnell ihre Kraft verloren hat.

Das ist eine bemerkenswerte Änderung des Charakters, denken Sie an meine Worte von gestern 11:40 Uhr zum "Korrekturverhalten", wo ich genau so einen Mechanismus beschrieben habe.

Sollten die versprengten und desillusionierten Bären also dieses Mal in der Lage sein, aus der Chance etwas zu machen, dann sind wir nun langsam an dem Punkt, an dem sich die Korrektur wirklich nach unten in Bewegung setzen könnte. Im mittelfristigen Chart sieht man auch sehr schön, wo wir da nun vielleicht stehen:

S&P500 05.03.15

Trotzdem sind das alles nur Möglichkeiten, auch der S&P500 ist in der Hand der Bullen und solange so ein Triggern so einer Topformation wie oben nicht kommt, sind das nichts weiter als "feuchte Träume" versprengter Bären. Werden wir also nicht zu schnell zu skeptisch, die Bullen haben nach wie vor unser Vertrauen verdient und ich rechne persönlich zwar mit allerlei fortdauerndem "Kursgezappel", am Ende aber doch eher wieder einer Auflösung nach oben.

Und im DAX dürfen wir einfach die derzeit gültige, schlichte Logik nicht unterschätzen, die da lautet: solange der Euro fällt, steigt der DAX - zumindest nominell in Euro gerechnet.

Und wenn wir auf das Chart von EURUSD schauen sehen wir ja schnell, dass bis zur Parität noch gut Luft nach unten ist:

EURUSD 05.03.15

Und langsam gewinnt man beim Euro den Eindruck, dass der Markt diese Parität sehen will. Auch das Chart deutet in diese Richtung.

Aber trotz der grundlegend bullischen Erwartung, sollten wir die obigen Szenarien besser im Hinterkopf behalten, damit wir - wenn sie eintreten sollten - schnell und konsequent agieren können. Insbesondere die heutige EZB Pressekonferenz um 14:30 Uhr hat das Potential, den Euro durchzuschütteln. Und wenn der Euro den weiteren Absturz Richtung Parität im Chart noch verhindern will, dann wäre heute "allerletzte Eisenbahn" dafür!

Ich wünsche einen erfolgreichen Tag!

Ihr Hari

*** Bitte beachten Sie bei der Nutzung der Inhalte dieses Beitrages die -> Rechtlichen Hinweise <- ! ***

Tokay’s DAX-Betrachtung: Wochen der Entscheidung stehen bevor

Ein Gastkommentar von Tokay

In den letzten Tagen herrscht wieder einmal Unruhe an den Aktienmärkten und so fragt man sich, ob die in den USA seit 2009 währende Hausse und ob die am deutschen Markt erneut seit September 2011 zu beobachtende Hausse nunmehr zu Ende geht.

Befassen wir uns heute wieder einmal mit dem DAX als dem deutschen Leitindex. Hier sehen wir in der nachfolgenden Abbildung zwei(eigentlich vier) Linien, die die Entwicklung charakterisieren:

  • Linie ABC kennzeichnet die Untergrenze der Aufwärtsentwicklung, welche Anfang August bei Punkt C fürs erste gebrochen wurde;
  • Die Aufwärtsentwicklung war nach oben durch die Linie DE begrenzt, sie prallte bei Punkt E ab und wir haben seither eine Konsolidierungsbewegung Richtung DAX 9500. Dort befindet sich zugleich auch der Jahresendpunkt der exponentiellen Regression.

Grafik 01.10.14

Hier sind zwei denkbare bzw. wahrscheinliche Verläufe:

  • Der DAX durchbricht die Marke 9750 nachhaltig nach oben; dann wäre das ursprünglich anvisierte Jahresendziel von einem DAX 10500 doch noch erreichbar. Dazu müsste sich allerdings die derzeitige negative Grundstimmung verflüchtigen, was zumindest derzeit noch nicht zu sehen ist. Es müsste also die EZB mit ihrem Chefdirigenten Mario Draghi wieder einmal ran, Stichwort Anleihekäufe.
  • Andererseits befinden wir uns sehr knapp nach wie vor unter der 200-Tage-Linie, welche nach herkömmlicher Lesart die Wasserscheide zwischen Bullen- und Bärenmarkt darstellt. Noch hält die exponentielle Trendfunktion bei etwa 9250 Punkten, Würde diese nachhaltig unterschritten,dann stünden die Zeichen auf Baisse, und dann könnte man ziemlich dynamisch nach unten Richtung 7000 Punkte rauschen.

Wir sehen also, die kritischen Marken liegen recht nahe beieinander. Die Entwicklung steht somit buchstäblich auf des Messers Schneide.

Dennoch bin ich letztlich positiv gestimmt für den restlichen Verlauf des Jahres. Die makroökonomischen Indikatoren geben letztlich grünes Licht. Der ominöse St. Leger's Day ist ebenfalls überstanden. Die Ereignisse im Nahen Osten, so furchtbar sie auch sind, haben keinen Anstieg der Ölpreise bewirkt. Ganz im Gegenteil herrscht dort zurzeit Überangebot. Allerdings kann es durch die dortige Entwicklung dazu kommen, dass der Risk-Off-Modus das dominierende Szenario wird bzw. bleibt. Dies würde die Konsumenten und Investoren in den westlichen Ländern nachhaltig verunsichern. Ein Erreichen der ursprünglich anvisierten 10500er Marke ist aber nach wie vor möglich, wenn nicht sogar noch mehr. Anleihen sind jedoch sündhaft teuer, der US-Dollar auch – da könnte für Aktien noch etwas gehen. In ein paar Wochen werden wir es wissen.

Tokay

Diskutiere diesen Beitrag im Forum

*** Bitte beachten Sie bei der Nutzung der Inhalte dieses Beitrages die -> Rechtlichen Hinweise <- ! ***

Gastkommentar – DAX im Herbstnebel

Ein Gastartikel von Tokay

DAX im Herbstnebel – Richtung...ja, wohin eigentlich?

Seit unserer letzten Betrachtung nach der Sommerpause hat sich im DAX unterm Strich nicht sehr viel getan. Die Kurse bewegen sich im Nebel, im Herbstnebel sozusagen; sie wissen nicht so richtig, wo sie eigentlich hin sollen. Dies könnte an einer Ausgangssituation liegen, die durch gegensätzliche Bedingungen geprägt ist.

  • Zum einen haben wir einen Newsflow in Bezug auf eine langsam, aber sicher schlechter werdende Geschäftslage der Unternehmen. Haben wir Tage, die geprägt sind durch solche Meldungen, dann bewegen sich die Kurse nach unten. Im Zuge der Eurokrise hat sich das inländische Geschäftsklima deutlich abgekühlt. Leider geht es der Außenwelt ebenfalls nicht besser; mal kommen trübe Meldungen aus den USA, mal aus dem Euroraum, mal aus China. Das kommt mit dazu. Und die Gewinne zumal der Exportindustrie leiden nun mal, wenn die Nachfrage in den großen Wirtschaftsräumen schwächelt.
  • Auf der anderen Seite stößt man in immer mehr Anlagereports auf die Empfehlung, sein Kapital doch auch in Aktien anzulegen, zum Beispiel in dividendenstarken bzw. in günstig bewerteten Titeln. Dahinter steht die Überlegung, dass aufgrund der tiefen Zinsen bzw. der hohen Kurse am Zinsmarkt bei Schuldtiteln nicht viel zu holen ist und aufgrund der höheren Inflation der Kapitalerhalt nicht gesichert ist. Das macht Aktien vergleichsweise attraktiv. Außerdem hat die EZB angekündigt, im Falle eines Falles Staatsanleihen im Rahmen der OMT-Transaktionen aufzukaufen . Wenn auch sehr umstritten, dürfte dies doch die Befürchtungen reduziert haben, dass es zu einem Crash kommt.

Schauen wir uns dazu das Chart an:

Wir befinden uns seit Ende Juni in einem Aufwärtstrend, er wird von unten begrenzt durch die Linie ABC und von oben durch die Linie DEF. Anfang September lief der DAX in Richtung der unteren Begrenzung des Aufwärtstrends. Die OMT-Ankündigung von Mario Draghi verhinderte, dass er zum Erliegen kam. Der Anstieg fand seine Begrenzung etwa bei Punkt G; er läuft seitdem an den an der Spitze eines Dreiecks liegenden Punkt H heran und stößt dort heute, Freitag Abend, auf Punkt I, eine weitere untere Begrenzung des mittelfristigen Aufwärtstrends.

Wie wird sich diese Divergenz auflösen? Wird sie sich überhaupt auflösen? Die Kursausschläge waren zuletzt nicht besonders stark, sie wurden allerdings nach oben hin geringer, so dass die Schwäche nicht mehr so aggressiv gekauft wurde wie im zeitlichen Umfeld der EZB-Ankündigungen. Es ist gut möglich, dass erst dann wieder Bewegung in den Markt kommt, wenn etwa die spanische Regierung sich dazu entschließt, unter den Schirm des ESM zu schlüpfen. Dies dürfte vor den bevorstehenden spanischen Regionalwahlen allerdings kaum passieren. Solange ein starkes Signal ausbleibt, dürfte der Markt labil bleiben.

Tokay

* Bitte beachten Sie bei der Wertung der Inhalte dieses Beitrages den -> Haftungsausschluss <- und unsere Gedanken zur -> Fairness <- ! *

Gastkommentar: Spanische und italienische Aktien auf dem Weg nach oben

Ein Gastartikel von Tokay

Die Rettungspolitik der EZB unter Mario Draghi hat deutliche Wirkungen gezeigt. Besonders die Aktienmärkte der krisengeschüttelten Länder Spanien und Italien haben von den Ankündigungen der EZB profitieren können. Dies wird in den Kursverläufen des spanischen IBEX-35 und des italienischen MIB FTSE deutlich sichtbar. Es zeigen sich Gemeinsamkeiten mit dem DAX in Deutschland, aber auch Unterschiede.

Anders als bei uns war von einer Belebung in Spanien am Jahresanfang nichts zu spüren, vielmehr ging es ab März noch einmal deutlich abwärts (Strecke AB). Ähnlich wie bei uns kam es aber ab Anfang Juni zu einer deutlichen Belebung (Strecke BCD). Diese Belebung geriet im Juli ins Wanken (Strecke EFG). Der Befreiungsschlag kam Ende Juli mit dem „Bernanke-Draghi-Put“ sowie mit der Ankündigung von „Outright Monetary Transactions“ (OMT) am 06. September.

Kurz danach durchschritt der IBEX die 21-Tage- und kurz danach die 55-Tage-Linie der gleitenden Durchschnitte. Nahezu zeitgleich mit der OMT-Ankündigung wurde die 200-Tage-Linie nach oben überschritten, was im allgemeinen als starkes technisches Signal gilt. Der kurzfristige Trend (Strecke GHI) ist somit intakt und solange die Begrenzung von ca. 7.700 Punkten nicht nennenswert unterschritten wird, ist mit weiteren Anstiegen zu rechnen.

Eine ähnliche Entwicklung hatten wir in Italien zu verzeichnen. Zu Jahresbeginn war die Entwicklung noch sehr verhalten. Ab März gab einen Rückgang, der im Juni zum Stillstand kam (Strecke ABC). Anschließend lieferten sich bis Ende Juli Bullen und Bären erbitterte Gefechte (gestrichelte Zone). Die Bullen gewannen dank der EZB die Oberhand (Strecke DEF). Kurz darauf drehten außerdem die kurzfristigen gleitenden Durchschnitte (21/55) nach oben; der italienische Markt befindet sich seither in einer dynamischen Aufwärtsbewegung. Wie geht es in Italien weiter? Die untere Begrenzung des kurzfristigen Trends liegt bei etwa 15.800 Punkten. Wird diese nicht nennenswert unterschritten, dann setzt sich die Aufwärtsbewegung (DEF) fort.

Sowohl in Spanien und in Italien stellen wir deutliche Anzeichen einer Umkehr an den Aktienmärkten fest. Die Wirtschaft befindet sich in beiden Ländern in einer schweren Rezession. Die Stimmung ist tief pessimistisch, der Konsum liegt am Boden. Die Geldpolitik ist aber sehr expansiv, so dass gute Chancen für eine klassische Liquiditätshausse bestehen. Kurzfristige Rückschläge sind in diesem Umfeld vermutlich gute Einstiegsgelegenheiten.

Tokay

** Bitte beachten Sie bei der Wertung der Inhalte dieses Beitrages den -> Haftungsausschluss <- ! **

Marktanalyse – 21.09.12 – Wie wird das vierte Quartal für DAX, S&P500 und Co. ?

09:30 Uhr

Heute - am "Hexensabbat" in Deutschland und nahe am Quartalsende - möchte ich mit Ihnen einen ausführlicheren Blick auf das 4. Quartal richten.

Schauen wir als erstes Mal auf das langfristige Wochenchart des Leitindex S&P500:

Wir sehen, wie der Index seit dem Tief Anfang 2009 einen klassischen Aufwärtstrend hingelegt hat, der sich durch immer höhere Tiefs und immer höhere Hochs auszeichnete. Im Nachhinein dürfte sich da mancher fragen, warum er nicht Anfang 2009 "All In" eingestiegen ist und danach all das Durcheinander rund um Fukujima, Flash Crash und Eurokrise verschlafen hat. Eine Verdoppelung des Einsatzes wäre so ohne Mühen möglich gewesen. Aber hinterher ist man halt immer klüger. 😉

Sie sehen aber auch die roten Pfeile, die eine besondere Bedeutung haben. Der von mir sehr geschätzte Service misst regelmässig den "Smart Money / Dumb Money Confidence Spread". Dieser misst in Kurzform die Marktsicht der Marktprofis (Smart Money) im Verhältnis zu den privaten Anlegern (Dumb Money). Wenn dieser zu Gunsten des "Dumb Money" sehr hoch ist, bedeutet das, dass "Dumb Money" euphorisch und positiv gestimmt ist, während bei "Smart Money" schon (wieder) die Skepsis überwiegt.

Genau das ist der aktuelle Zustand des US Marktes und dieser Indikator hat nun den höchsten Wert seit März diesen Jahres erreicht. Die roten Pfeile auf dem Chart zeigen Ihnen nun die Zeitpunkte seit 2010, an denen dieser Indikator einen ebenso hohen - oder noch höheren - Wert hatte. In allen Fällen war nach oben nicht mehr viel zu holen.

Die Werte zum Sentiment bestätigen die Entwicklung, liefern aber ein differenzierteres Bild. Wir haben nicht mehr die "einfache" Situation von Mitte Juli, wo der Markt fast nur noch steigen konnte, weil niemand da war, der daran glaubte. Aber wie haben auch noch keine überzogene Euphorie.

Auch wenn man auf das Chart oben schaut, sieht man auch, dass ein derartiger Wert nicht zwingend ein sofortiges Top bedeutet. Im Gegenteil, eine Topbildung die 6 Monate dauert wie in der ersten Jahreshälfte 2011, ist durchaus typisch. Insofern ist es eher unwahrscheinlich, dass der Markt heute auf dem Fuss wendet und sofort nach unten läuft.

Noch besser, es gibt eine Ausnahme in dem Bild, den grünen Pfeil. Und genau diese Ausnahme entspricht am Besten der aktuellen Situation. Denn im September 2010 - vor genau 2 Jahren - wurde das erste QE angekündigt. Auch dort erreichte der Smart Money/Dumb Money Spread einen hohen Wert, bevor eine kleine Korrektur einsetzte. Dann aber begann die Geldflut zu wirken und wir bekamen ein hervorragendes 4. Quartal.

Von allen Möglichkeiten erscheint mir daher die Wiederholung des 4. Quartals 2010 immer noch als die, mit der grössten Wahrscheinlichkeit. Insofern signalisiert das Chart oben, dass man nun mit mehr Vorsicht zu Werk gehen muss. Die Zeit des bullischen "All In" von Juli ist vorbei. Zuviel Pessimismus könnte aber auch verfrüht sein und einem schöne Gewinne im 4. Quartal verbauen. Es bricht also wieder die Zeit der Stops und des taktischen Tradens an.

Und sollten wir nun doch vor einem bedeutenden Top stehen, dürfte das von nun an ein Prozess sein, den man in Ruhe beobachten kann. Im Moment wird jeder "Dip" im Markt sofort gekauft. Typisch für langfristige Tops ist, dass sich dieses Verhalten langsam ändert, die Käufer "trocknen" sozusagen aus. Sollten wir dergleichen beobachten, sollten Dips nicht mehr sofort gekauft werden, dann und nur dann sollten wir wesentlich vorsichtiger und skeptischer werden und ein bedeutendes Top ernsthaft in Erwägung ziehen. Da sind wir im Moment aber noch nicht. Und wenn die Kurse demnächst nach oben ausbrechen, würde das Gegenteil und eher das Analog zum Herbst 2010 damit indiziert.

Schauen wir im gleichen Massstab, als Wochenchart, auf den DAX seit 2008, sehen wir ein anderes Bild:

Es ist eindeutig zu erkennen, dass der Aufwärtstrend seit 2008 durch die Eurokrise gebrochen wurde. Und der DAX hat das noch nicht vollständig aufholen können und hat im Vergleich zum S&P500 nach wie vor erhebliches Nachholpotential.

Deutlich unterstrichen wird das erneut durch die Sentimentdaten von , die ich erneut zum Studium empfehle. Die Skepsis sitzt in Deutschland und auch in Europa nach wie vor tief. Vor diesem Hintergrund und während gleichzeitig alle Notenbanken "All In" gehen, besteht im DAX nach wie vor erhebliches Aufwärtspotential und auch ein Short-Squeeze zum Quartalsende ist im Rahmen des Möglichen.

Diese Analyse dürfte nicht nur für den DAX, sondern für die europäischen Aktienmärkte generell gelten. Gerade in Spanien und Italien findet man schwer verprügelte Indizes vor, die nun aber durch Mario Draghi Unterstützung bekommen. Sollte es der EZB gelingen die Probleme der Eurozone temporär mit frischem Geld zuzudecken, könnten diese Aktienmärkte vor einer bedeutenden Erholung stehen.

Fazit: Die Lage ist nicht mehr so eindeutig bullisch wie Mitte Juli, zu weit sind wir - insbesondere im S&P500 - gelaufen. Trotz aller Sentimentdaten ist aber die reale "Price-Action" der bedeutendste Faktor für Entscheidungen. Und die ist nach wie vor eindeutig bullisch. Auch die Seitwärtskonsolidierung seit Anfang dieser Woche ist bullisch zu werten, insbesondere da nun das Quartalsende bevor steht. Insofern bestehen nach wie vor gute Chancen auf ein starkes 4. Quartal. Wenn es den Notenbanken gelingt, die Eurokrise nachhaltig in den Hintergrund zu drücken, dürften die höchsten Gewinne dann in den europäischen Aktienmärkten zu finden sein.

Ich wünsche Ihnen gute Entscheidungen und viel Erfolg,

Ihr Hari

** Bitte beachten Sie bei der Wertung der Inhalte dieses Beitrages den -> Haftungsausschluss <- ! **