Hari´s Märkte am Abend – 16.03.12 – Wochenabschluss – Kohleaktien in Bewegung

21 Uhr - Handelschluss

Trotz "Quadruple Witching" an der Wallstreet ist heute nicht viel an den Märkten passiert und insofern will ich mich im allgemeinen Marktteil kurz fassen, zumal mein Hals immer noch kratzt und meine Nase läuft 😉

Der "Melt Up" wurde bestätigt, die Bären scheinen mausetot zu sein und bekommen noch nicht einmal mehr 50 DAX Punkte nach unten zustande. Aus Erfahrung weiss ich, wie einen das Einlullen kann und dann kommt doch ein massiver Absturz um die Ecke, wenn man es am wenigsten erwartet. Unmöglich ist wieder immer nichts, für die restlichen zwei Wochen des Quartals ist das aber für mich eher unwahrscheinlich.

Und ich rate ja immer dazu, den Signalen des Marktes zu folgen, statt den eigenen Ängsten und Vermutungen. Und die Signale des Marktes sind derzeit eindeutig wie selten. Der Druck auf die unterinvestierten Marktteilnehmer dem Markt nun nachzuhechten ist so gewaltig, dass ich nun jeden Tag bis zum Quartalsende mit dem Aktienmarkt zufliessendem Kapital rechne. Denn das "Window Dressing" kommt mit hoher Wahrscheinlichkeit und mit Macht.

Insofern habe ich gestern alles in meinen Augen Notwendige zum Markt gesagt, geniessen Sie die Reise solange sie andauert !

Auch bei den Einzelaktien war der Tag heute eher durchschnittlich, man sollte aber noch einmal feststellen, dass fast alle der hier in den letzten Tagen besprochenen Nachzügler wie erwartet nach oben laufen. Das ist insofern wichtig, als es die Strategie bestätigt nun auf diese Nachzügler zu setzen und die alten Favoriten wie den Automobilsektor temporär aus dem Fokus zu nehmen.

Gehen wir die Aktien doch einmal durch:

Veolia (501451) stieg heute mit über 4% Plus, nachdem eine Reihe von Änderungen im Management bekannt gegeben wurden, die die Umsetzung der geplanten Restrukturierung und Desinvestments beschleunigen sollen. Was ich nun sage, ist nur eine Vermutung aus der Ferne ins Blaue hinein geschossen, für die ich keinerlei Beweis habe, aber der zeitliche Zusammenhang zwischen dem Machtkampf um die Spitze und diesen deutlichen Änderungen im Top-Management ist für mich schon sehr auffällig.

Für mich besteht die Möglichkeit, dass sich nun der CEO Antoine Frérot endgültig gegen seinen Vorgänger durchgesetzt hat. Ich habe diese Gerüchte um die Fusionsphantasien mit EDF immer für stichhaltig gehalten. Und die laut Presse treibende Kraft, Henri Proglio der jetzige EDF CEO und Vorgänger als Veolia CEO, hatte möglicherweise noch Gefolgsleute im Veolia-Management, die auch möglicherweise die eingeschlagene Desinvestment-Strategie nicht mit Begeisterung getragen haben. Denn was man selber mal als "Held" gekauft hat, will man dann nicht selber wieder verkaufen. Es könnte also sein, dass nun endlich das Grossreinemachen im Management stattgefunden hat und falls das der Hintergrund sein sollte, wäre das sehr positiv für Veolia. Denn gerade bei einer Restrukturierung bremsen alte Seilschaften im Management oft massiv und so kann Veolia nun möglicherweise viel schneller voran kommen. Das wären dann sehr gute Nachrichten für den Kurs der Veolia !

Ich führe meine völlig unqualifizierten Mutmassungen hier nur aus einem Grund so ausführlich aus, weil man an diesem Thema mustergültig das Problem bei Aktien sehen kann, deren Muttersprache man nicht spricht und damit die politische Presse nicht lesen kann. Nicht ohne Grund sind für mich diese Titel wie -> hier <- ausführlich erklärt nur Kategorie C. Ich rate halt notgedrungen bei Veolia nur, weil ich versuche die positive Reaktion des Marktes auf die Management-Wechsel zu erkären. Ich bin mir aber ziemlich sicher, dass es dazu in der französischen Wirtschaftspresse Artikel geben wird, die auch den Hintergrund des Management-Revirements bei Veolia beleuchten. Wenn einer der Leser der französischen Sprache mächtig ist, könnte er vielen hier einen grossen Gefallen tun, wenn er die französische Wirtschaftspresse mal nach dem Thema durchforstet und uns hier sein Ergebnis mitteilt ! Bei der weiteren Beurteilung der Veolia wäre das sicher enorm hilfreich.

Lufthansa (WKN 823212) robt sich trotz weiter mieser Nachrichten aus dem Umfeld und von Mitbewerbern wie Air Berlin weiter hoch, für mich sieht das einfach so aus, als ob alle schlechten Nachrichten verarbeitet sind. Sollte jetzt mal eine einzige kleine positive und Hoffnung machende Nachricht kommen, macht der Kurs vielleicht einen Satz. Vergessen Sie aber bei dem Titel den gestern genannten Stop nicht, denn die Grosswetterlage der Carrier sieht wirklich unerfreulich aus !

Ähnliches gilt für die Metro (WKN 725750), gute Nachrichten gibt es nach wie vor nicht und die Aktie fühlt sich ähnlich wie die Lufthansa emotional immer noch ziemlich "Igitt" an, aber der Kurs steigt auch heute um ca. 1,5%, was bedeutet, dass alles Schlechte nun wohl verarbeitet ist und die erste wirklich gute Nachricht in meinen Augen für einen deutlichen Schub nach oben sorgen könnte.

Auch Klöckner (KC0100) steigt weiter und steht nun kurz davor ein deutliches Kaufsignal zu senden. Dazu müsste der Kurs nachhaltig über 12€ steigen und die Zwischenhochs vom Februar hinter sich lassen. Ich bin zuversichtlich, dass das in absehbarer Zeit passiert. Sobald dieser Ausbruch kommt, rechne ich bei Klöckner mit einer dynamischen Bewegung nach oben, die hohe Tagesgewinne produzieren könnte.

Achja, vergessen Sie mir bitte die hier schon besprochene Alcoa (WKN 850206) nicht, wenn die US Konjunktur ans Laufen kommt und danach sieht es ja aus, sollte nach meiner Erwartung auch Alcoa endlich sein Tal der Tränen verlassen.

Einen hier noch nicht besprochenen Bluechip, der auch noch eine Menge Nachholpotential hat und in die Kategorie "Nachzügler" fällt, möchte ich noch Ihrer Aufmerksamkeit empfehlen:

Toshiba (WKN 853676). Wir kennen Toshiba in Mitteleuropa vor allem als Hersteller von TV und Unterhaltungselektronik. Das ist aber nur ein kleiner Teil des Geschäfts, Toshiba ist auch einer der grössten Halbleiter und Computerspeicher Hersteller der Welt und darüber hinaus ist Toshiba stark im Infrastruktur Bereich, unter anderem auch bei Atomkraftwerken. Am besten stellen Sie sich Toshiba vom Produktportfolio her wie die alte Siemens vor, als Infineon ebenso noch dazu gehörte, wie das Atomgeschäft oder die Konsumer-Elektronik.

Toshiba macht weltweit einen Umsatz von 68 Milliarden Dollar und beschäftigt 200.000 Mitarbeiter, ein echter Weltkonzern also. Im Zuge der Fukujima Katastrophe wurde Toshiba schon massiv abgestraft, danach sorgten weitere Probleme wie die Flutkatastrophe in Thailand bei der Festplattenfertigung für noch einmal fallende Kurse. Nun scheint aber endgültig Leben in den Kurs zu kommen und Toshiba ist nun nicht nur fundamental fair bewertet, sondern hat nach meiner Ansicht auch einiges Potential nach oben.

Ich habe Ihnen hier Toshiba´s "Nach-Fukujima" Chart von der Börse Tokio mal mitgebracht, schauen Sie einfach mal drauf und schauen Sie sich Toshiba vielleicht auch mal in einem längerfristigen Chart und auch einmal fundamental an.

Bei Gold und Silber, gefällt mir das nach wie vor nicht so richtig, was die Kurse machen. Denn die heutige vermeintliche Stabilisierung ist im Lichte des schwachen USD für uns defacto ein erneuter Verlust und die Gegenbewegung nach dem Absturz ist bisher so kraftlos, dass ich mir einen weiteren Schub nach unten - unter 1600 USD bei Gold - durchaus vorstellen kann. Zum derzeitigen Börsenumfeld würde das ja auch durchaus passen. Die nächste Krisenmeldung von irgendwo her, sollte der Korrektur dann aber ein Ende machen und könnte zu einer ebenso starken Bewegung nach oben führen. Denn solange Gold seine Serie höherer Tiefs nicht durchbricht, ist mit dem bullishen Trend nach meiner Einschätzung alles in bester Ordnung.

Ach ja und das Beste zum Schluss 😉 Einen bemerkenswerten Weckruf habe ich noch zu bieten: unsere geliebten und viel diskutierten Kohle-Werte rund um Arch Coal (WKN 908011) und Peabody Energy (WKN 675266) steigen heute erneut und bestätigen damit den starken gestrigen Tag. Speziell zu Peabody Energy gibt es Gerüchte um den Einstieg eines Grossinvestors oder sogar eine Komplettübernahme. Sogar von Warren Buffets Berkshire Hathaway ist die Rede. Niemand weiss etwas Genaues, aber das Call-Volumen auf Peabody ist ungewöhnlich hoch. Hier wettet also scheinbar institutionelles Geld auf steigende Kurse.

Sollte an den Gerüchten etwas Wahres sein, könnte das selbst ohne steigende Kohlepreise zu einer Neubewertung des Sektors führen. Denn wenn ein Grosser bei diesen Kohlepreisen eine Beteiligung oder Übernahme plant, ist das wie eine "Adelung" des Sektors. Insofern könnte das eine bedeutende Entwicklung darstellen. Ich persönlich bin bei solchen Gerüchten eher skeptisch und trotzdem haben sie für mich Bedeutung. Denn das sie überhaupt existieren und sich heisses Geld in dem Sektor wieder positioniert, könnte darauf hindeuten, dass der Sektor nun wirklich weit genug gefallen ist.

Unterstützt wird diese Möglichkeit dadurch, dass auch beim Shale-Gas Pionier Chesapeake Energy (WKN 885725) der Kurs nun deutliche Lebenszeichen zeigt. Für die neu hinzu gestossenen Leser, die das Thema noch nicht so kennen: der Preissturz bei US-Gas (vor allem Shale-Gas) ist einer der wesentlichen Mit-Verursacher der Schwäche im Kohlepreis, denn beide Energieformen konkurrieren um die gleichen Abnehmer im Bereich Industrie und Energie. Übrigens, Chesapeake ist auch für sich alleine in meinen Augen nun mehr als einen Blick wert. Die Aktie ist heute erneut um 2,5% im Plus.


Source:

Ich bin zwar im Moment noch nicht in der Lage ein wirkliches Urteil zum Thema Kohle-Turnaround zu fällen. Und ich habe noch Zweifel, ob das wirklich mehr ist, als nur eine Gegenbewegung in einem andauernden Absturz. Aber nach der heutigen Bestätigung des gestrigen Preisanstieges und den umlaufenden Gerüchten, bin ich nun aus meiner gelassen, lethargischen Missachtung des Kohlebereiches aufgewacht ! Man sollte da nun ganz genau hinschauen, damit man die mögliche Wende nicht verpasst. Potential nach oben hat dieser Sektor ja allemal genug !

Deshalb an alle Kohlefans in Lauerstellung: Nun Aufgemerkt ! 😉

Ich wünsche Ihnen ein schönes Wochenende, geniessen Sie die erste Ahnung von Frühling !

Hari´s Märkte am Abend – 15.03.12 – Trendbeschleunigung – K+S, Lufthansa, Aixtron, Nokia

21 Uhr - Handelsschluss

Die Bullen sind los ! Anders kann man wohl nicht beschreiben, was wir hier erleben. Kein Rückfall Richtung DAX 7000, keine Relevanz alter Widerstände, keinerlei Schwäche im Markt. Dafür S&P500 bei 1400. Alles was sich den Bullen in den Weg stellt wird niedergetrampelt und es sieht so aus, als würden Morgen im DAX schon die 7200 aufgerufen. Faszinierend !

Sie wissen ja als regelmässige Leser dieses Blogs, dass ich das ganze Jahr 2012 schon deutlich bullish war, lange bevor die Mehrheit auf diesen Zug aufgesprungen ist. Aber diese kompromisslose Brutalität des Anstiegs lässt selbst mich Bullen staunend zurück !

Der heutige Tag spricht klar dafür, dass wir nun in die schon antizipierte Phase der Trendbeschleunigung eintreten. Das ist die Phase, in der die bisher zweifelnden Marktteilnehmer zu Gläubigen werden. Denn wie ich schon vorgestern schrieb, der Druck ist nun massiv auf den Marktteilnehmern an der Seitenlinie. Und die Not des Quartalsabschlusses sorgt dafür, dass institutionelle Fondmanager dem Markt nun zum Monatsende hinterher hechten müssen, was die Kurse weiter treibt. Trendbeschleunigung eben !

Die Sentiment-Spezialisten von Cognitrend sehen das übrigens genau so, ich empfehle sehr sich mal den aktuellen Report zu Gemüte zu führen !

Gestern Abend in der Nachbearbeitung des Tages bin ich mir eines weiteren Indiz bewusst geworden, das dieses Bild bestätigt. Nicht nur Gold fällt, sondern auch die US Staatsanleihen fallen seit Dienstag Abend, seit dem FED Meeting massiv ! Da findet schon fast ein "Mini-Crash" statt. Schauen Sie sich als Beispiel mal den TLT als einen der bekannten ETFs zum Thema an:


Source:

Das bedeutet ganz klar, es werden Milliarden aus den "Risk OFF" Anlagen heraus gezogen und in "Risk ON" investiert. Und dieses Geld geht nicht sofort innerhalb eines Tages in den Aktien-Markt, sondern die Marktteilnehmer versuchen Dips abzuwarten um einzusteigen. Genau diese Geldmengen an der Seitenlinie die auf Dips warten, führen aber dazu, dass die Dips nicht kommen und der Markt einen langsamen, aber brutalen "Melt Up" nach oben vollzieht. Es ist ganz typisch für solche Bewegungen, dass die vom Bullen abgeworfenen, keine Chance mehr bekommen zu besseren Kursen einzusteigen. Wer dann nicht sofort zu schlechteren Kursen aufspringt, sieht nur noch traurig das Hinterteil des Bullen, wie es sich springend entfernt. Genau so sieht das für mich aus, was wir hier gerade von Mr. Market vorgeführt bekommen !

Mein heutiges "Big Picture" des Aktienmarktes im Jahre 2012 sieht daher im Moment so aus:

Meltup bis Ende März, vielleicht Mitte April, der uns ohne grosse Pause im DAX bis 7400, vielleicht sogar bis über 7500 führt ! Dann Korrektur, Irankrieg, Ängste aus welchen Gründen auch immer, die uns noch einmal unter 7000 gucken lassen. Ab Hoch-Sommer ziehen die Käufe dann schon wieder an und wir bekommen ein aussergewöhnlich starkes zweites Halbjahr, das uns bis auf Höchststände führt. Sie hören richtig, Höchststände, DAX 8500 ist das was ich zum Jahresende für durchaus möglich halte !

Und damit das ganz klar ist: das oben ist keine Prognose ! Und es kommt in Realität garantiert anders ! Kommen Sie mir also bitte nicht in 3 Monaten nach dem Motto "Hari Du hast doch am 15.03. gesagt...". Das oben ist nur der grobe Handlungsrahmen, den ich im Moment im Kopf habe, denn so ein Handlungsrahmen ist wichtig um die prinzipielle Aktienquote zu steuern. Ich bin also derzeit hoch investiert und habe vor, sobald diese aktuelle Trendbeschleunigung ausläuft, massiv abzubauen. Aber dieser Handlungsrahmen kann und wird sich garantiert dynamisch verändern und sieht vielleicht schon in einem Monat ganz anders aus. Also nochmal, das ist keine Prognose, ich kenne die Zukunft nicht und das ist einzige was ich genau weiss ! Aber der Handlungsrahmen beschreibt das grosse Bild, das mir Mr. Market an diesem 15. März des Jahres 2012 mit seinen Signalen vermittelt und das alleine ist ja auch schon eine klare Aussage.

Aktie des Tages war für mich heute K+S (WKN KSAG88), die den gestern von mir beschriebenen Setup hinein in die Bekanntgabe der Zahlen perfekt bestätigt hat und mit heute 7% Plus einen schönen und schnellen Gewinn bescherte. Hoffentlich auch Ihnen ! K+S ist für mich weiterhin ein Basiswert, bei dem Kurse unter 40€ langfristig klare Kaufkurse sind. Mein Kursziel für dieses Jahr liegt bei 47€, langfristig ist in meinen Augen deutlich mehr drin.

Wie schon gestern vermutet, war der Effekt bei der Lufthansa (WKN 823212) weniger positiv, zumal auch der Ausblick des Managements sehr mau war. Aber zumindest wurde auch hier wieder bestätigt: das war alles schon im Kurs. Insofern könnte man auch bei der Lufthansa nun mal darauf setzen, dass die bisher schlecht laufenden Titel in dieser Rally auch noch anspringen werden. Allerdings würde ich, wenn man das machen will, einen engen Stop setzen, zum Beispiel unter den Tiefs vom 09.03., also bei ca. 9,6€. Und wann man aussteigen will, sollte man auch schon vorher wissen, denn die Branche steht mittel- und langfristig vor einigen Herausforderungen. Ich persönlich würde bei ca. 12,5€ schon die Reissleine ziehen.

Und dann muss man heute natürlich auch mal wieder Aixtron (WKN A0WMPJ) erwähnen, die um sensationelle 14% nach oben schossen. Auslöser war wohl scheinbar eine Studie der Deutschen Bank. Ich habe die Studie im Detail gelesen und die sieht sehr kompetent aus. Das ist mehr als das oberflächliche Gerede manch anderer Analysten, die im Büro ein paar wenig inspirierende Peergroup-Vergleiche am Computer fahren und uns damit beglücken. Die Truppe um Analyst Uwe Schupp war ganz real in China und hat mit verschiedensten Markteilnehmern Gespäche geführt und daraus den Schluss gezogen Aixtron und den Mitbewerber Veeco Instruments (WKN 896007) hochzustufen. Ich kann das was die Analysten schreiben nachvollziehen und schätze den Wert der Analyse daher hoch ein, Mr. Market sieht das scheinbar auch so.

Insofern spricht nun einiges dafür, dass wir bei Aixtron bald wesentlich höhere Kurse sehen. Und wer das will, könnte dann noch versuchen auf den abfahrenden Zug aufzuspringen. Trotzdem, oder gerade deswegen, ist der heutige Tag wieder ein Lehrstück, warum ich bei Aixtron an der Seitenlinie bin. Ich kenne wenige Aktien, bei denen ich mich als Aussenstehender so chancenlos gegen die "mehr" Wissenden fühle wie bei Aixtron. Erinnern Sie sich an den Ausblick des Managements vor 2 Wochen am 01.03. und wie der Kurs da aussah ? Der Kurs fiel kurz unter 11€ und schloss irgendwo bei 11,5€ oder ca. 20% weniger als heute. Und jetzt kommt zwei Wochen später ein Analystenteam daher, das zeitnah zur Kommunikation des Managements vor Ort in China war, und der Kurs explodiert um 15% an einem Tag. Einer der beiden - Management oder Analysten - muss doch wohl scheinbar in seiner Marktkommunikation nicht ganz richtig liegen und den wirklichen Punkt nicht getroffen haben, oder wie interpretieren Sie diese massive Diskrepanz ?

Gute Investor Relations erkennt man daran, dass der Kurs des Unternehmens primär durch die Aussagen des Managements bewegt wird. Weil die Aussagen des Managements stimmig und glaubwürdig sind und den Kern der wirtschaftlichen Situation treffend darstellen. Viele gute Unternehmen schaffen das und eigentlich sollte das ja auch nicht so schwer sein, denn wer kennt das Unternehmen besser als das Management ? Wenn das Unternehmen gut kommuniziert, können Meinungen von Analysten in der Regel keinen solchen Impact haben. Denn wenn Mr. Market sich zutreffend informiert fühlt, misst er Analysten nicht solche Bedeutung bei. Bei einer Aktie aber, bei der ich immer Gefahr laufe, das andere viel mehr wissen als ich, drängt sich mir ein Kauf nicht auf. Denn wer sagt mir, dass es Morgen nicht wieder genau so überraschend in die Gegenrichtung geht ?

Zurück zum Gesamtmarkt. Was mir heute erneut auffiel und sich langsam nachhaltig bestätigt, ist eine Form von Sektorrotation, denn die zurück hängenden Aktien geraten jetzt in Bewegung, während die Favoriten der ersten Aufwärtsbewegung schwächeln. Namen wie K+S, Metro, ST Micro, Klöckner usw. - alle hier im Blog besprochen - sind heute wieder sehr stark mit teilweise massiven Anstiegen. Und die Autowerte oder zum Beispiel eine Linde schwächeln etwas, die sind ja auch in den letzten Wochen superb gelaufen.

Ach übrigens, bei Nokia (WKN 870737) muss gegen 17.30 Uhr nachbörslich etwas passiert sein, die Aktie dreht deutlich hoch und scheint Morgen die 4€ wieder knacken zu wollen. Man munkelt es sei die Meldung, das Nokia an einem eigenen Tablet arbeitet. Etwas anderes habe ich zumindest bis 21 Uhr nicht gesehen. Ich persönlich finde das als Erklärung nicht überzeugend, weil das ist ja wohl nicht überraschend und an etwas arbeiten bedeutet noch keine hohen Verkaufszahlen. Sollte das aber tatsächlich der Auslöser sein, würde es zeigen wie ausgehungert der Markt bei Nokia nach guten Nachrichten ist und welches Potential nach oben in diesem extrem negativen Sentiment steckt.

Zum Schluss noch ein Wort zu den Rohstoffwerten. Nach dem gestrigen Absturz nicht unerwartet, gab es heute in einigen Bereichen einen Rebound. Allerdings neige ich noch zur Vorsicht, eine Gegenbewegung war nach diesem Absturz absehbar und die Bewegung ist stellenweise doch arg schwach. Ob es mehr ist als nur eine kurze Pause bevor ein weiterer Ruck nach unten kommt, wird erst der morgige Tag zeigen, wenn diese Gegenbewegung entweder bestätigt oder negiert wird. Das gilt besonders für Gold und Silber, was ich da heute als Rebound sehe, überzeugt mich noch nicht und es kann gut sein, das es erst noch weiter runter geht. Das gilt aber auch für unsere alten Freunde die Kohleaktien, die heute haussierten und von denen Arch Coal (WKN 908011) heute mit zeitweise über 9% Plus den Vogel abschoss. Das ist natürlich eine bemerkenswerte Bewegung, die Aufmerksamkeit einfordert. Ich würde aber trotzdem besser den morgigen Tag abwarten um zu entscheiden, ob das mehr als nur eine kurze Pause in einer andauernden Abwärtsbewegung ist.

Ich wünsche Ihnen einen schönen Abend ! Mir geht es heute nicht ganz so gut, weil unser kleiner Sohn mal wieder mit den üblichen Infekten krank ist und wir als Eltern natürlich mit. Wir erleben gerade den ersten Kindergarten-Winter und wer selber Kinder hat oder hatte, weiss genau was das bedeutet ....

Gute Nacht, Ihr Hari

Hari´s Märkte am Abend – 14.03.12 – Industrie oder Rohstoffe – wer liegt hier falsch ?

21 Uhr - Handelsschluss

Wie gestern nach der starken Bewegung der Wallstreet im späten Handel zu erwarten, hat der DAX heute noch eine Schippe drauf gelegt und ganz kurz sogar die 7100 touchiert. Dann reichte die Kraft nicht mehr und der DAX verharrte im oberen Bereich der alten Widerstandszone von 7000-7100, die von den diversen Tiefs und Wendepunkten des letzten Jahres herrührt. Ich wäre auch sehr überrascht gewesen, wenn wir durch diese Zone einfach so durchgelaufen wären, schon die Bewegung bis 7100 war Ausdruck grosser Stärke des Marktes.

Damit bestehen nun aber durchaus Chancen, das wir noch ein paar Tage in dieser Zone bleiben und auch die DAX 7000 noch einmal von oben testen. Sicher ist das in Anbetracht dieses Bullenmarktes aber definitiv nicht, insofern würde ich nicht allzu viel auf diese Möglichkeit wetten. Dennn der Bulle ist so unglaublich stark, dass es auch schon Morgen weiter nach oben gehen könnte.

Unabhängig von den kurzfristigen Erwägungen zum morgigen Tag, hat aber die heutige Stärke den gestrigen Ausbruch deutlich bestätigt. Die Bullen haben scheinbar die volle Kontrolle und viel spricht dafür, dass wir bis Ende März noch deutlich nach oben laufen, vielleicht sogar schon in die Nähe von DAX 7500 kommen.

Trotz allem ist nie alles perfekt und es gibt auch heute wieder Auffälligkeiten, die zumindest für ein sehr nervöses Kopfkratzen gut sind.

Denn es ist schon irritierend, wie stark die Marktentwicklung bei den Rohstoffaktien und den Industrieaktien divergiert.

Auch heute, während der DAX kurz die 7100 touchierte, waren fast alle Rohstoffaktien - auch die Industrierohstoffe - sehr schwach. Teilweise wurden die Aktien geradezu geschlachtet und fielen um 5 und mehr Prozent. Gleichzeitig stiegen heute aber die klassischen Autobauer, Maschinenbauer usw. um teilweise 3% und mehr. Wesentlicher Grund für die Schwäche der Rohstoffe, dürfte nach wie vor die Angst um die Nachfrage aus China und damit um die Weltkonjunktur sein. Aber auch unsere exportorientierte Wirtschaft mit ihren Auto- und Maschinenbauern ist ebenso massiv von dieser Nachfrage abhängig. Wie passt das zusammen ?

Man könnte also sagen, der normale Aktienmarkt rechnet nicht mehr mit einer Rezession, der Rohstoffmarkt aber sehr wohl. Einer dieser beiden Märkte muss also ziemlich falsch liegen, worin dann massive Chancen und Risiken für uns begründet sind. Ich kann die Frage natürlich auch nicht mit Sicherheit beantworten.

Ich habe aber eine leichte Tendenz und die schenkt den Industrieaktien mehr Vertrauen. Ich glaube einfach nicht an eine neue Rezession und auch nicht an einen Zusammenbruch in China. Und wenn das so ist, dann dürfte sich im Segment der Rohstoffaktien nun langsam eine Menge Nachholbedarf aufstauen. Leicht unterstützt wird diese Sicht, wenn man sich die Preisentwicklung eines klassischen Industrierohstoffes wie Kupfer direkt anschaut. Der Kupferpreis schwankt seit Mitte Januar in einem Seitwärtsband, von einem aktuellen, starken Abwärtstrend kann keine Rede sein. Bei Aluminium sieht es ähnlich aus.

Ein weiteres Erklärungsmodell könnte sein, dass bei den Rohstoffaktien generell nun die Inflations-Prämie aus den Kursen weicht, nachdem Ben Bernanke zuletzt die Hoffnung auf weiteren Stimulus zunichte gemacht hat. Sollte das der Fall sein, wären die derzeitigen Bewegungen wohl überzogen, denn die grossen Konzerne ala Rio Tinto (WKN 852147) oder BHP Billiton (WKN 908101) sind fundamental sauber bewertet, von einem "Inflations-Premium" kann ich in der Bewertung nichts erkennen.

Ich kann Ihnen also nicht sicher sagen, was diese Schwäche der Rohstoffaktien gerade auslöst, für mich sieht diese Schwäche aber etwas unlogischer und unberechtigter aus, als die DAX 7000, die in der Gewinnsituation der Unternehmen sauber begründet sind. Wirklich sicher bin ich mir aber bei dieser Einschätzung nicht, insofern sollten wir diese augenfällige Divergenz besser nicht aus den Augen verlieren, den dahinter könnten sich sehr unerfreuliche Wahrheiten verbergen !

Ganz besonders schlimm hat es heute die Edelmetalle getroffen, nachdem diese schon seit Tagen abbröseln, seit Ben Bernanke weiteren Gelddruck-Operationen erst einmal eine Absage erteilt hat. Eine kurze Gegenbewegung über 1700 USD bei Gold hat sich als Bullenfalle heraus gestellt und nun geht es richtig bergab. Selbst bei Schwergewichten wie Barrick (WKN 870450) war heute ein Minus von 5% auf dem Kurszettel.

Der prinzipielle Absturz des Edelmetall-Segments ist während einer solchen Hausse-Phase nicht verwunderlich, denn hier finden sicher Umschichtungen in den haussierenden Aktienmarkt statt. Der Ablauf der tagelangen Abwärtsbewegung mit einer Beschleunigung heute, erzeugt nun aber die Chance auf eine Gegenbewegung. Denn eine Beschleunigung eines Trends markiert nach meiner Erfahrung oft das nahende Ende einer Bewegung - denken Sie an das Gummiband. Aber wie immer ist keine Regel ohne Ausnahme, insofern sollte man auch hier erst wieder zugreifen, wenn sich tatsächlich erste Anzeichen einer Gegenbewegung zeigen.

Und noch etwas ist ebenso auffällig wie erfreulich: der Markt ist eindeutig wieder zu einem "Stockpicker" Markt geworden. Die Zeit in der alles mehr oder weniger parallel stieg oder abstürzte ist scheinbar vorbei. Das ist auch nicht so ganz überraschend, weil die Makro-Risiken und Themen wie zb die Euro-Krise nun etwas in den Hintergrund treten. So können sich die Börsianer wieder auf die Geschäftsentwicklung der einzelnen Unternehmen konzentrieren und so wird es wieder möglich, dass im gleichen Index eine Aktie heute +7% Plus produziert und andere im Minus liegen.

Ich begrüsse dieses Entwicklung sehr. Denn wenn es letztlich nur darum geht einzuschätzen was 27 Regierungschefs in Brüssel wieder auskochen, haben wir alle keinerlei Chance uns irgend einen Vorteil zu erarbeiten. Wir werden von den Nachrichten dann hin und her geworfen, wie alle anderen Marktteilnehmer auch. Die einzige Leistung die wir in solchen Phasen erbringen können, ist schnell zu reagieren und sich ohne zu zögern zu adaptieren. Wenn es jetzt aber an der Börse wieder auf die konkreten Geschäftsentwicklungen der einzelnen Unternehmen ankommt, dann zählt endlich wieder Wissen und Verständnis für die individuellen Geschäftsmodelle. Nur in einem solchen Markt haben wir als private Anleger wirklich eine Chance, uns durch Spezialisierung einen signifikanten Vorteil gegenüber den anderen Marktteilnehmern zu erarbeiten.

Aktie des Tages war heute natürlich die E.ON (WKN ENAG99) mit zeitweise 7% Plus. Was da heute passiert ist, ist ein Klassiker. Die Erwartungen vor den Zahlen waren so grottenschlecht und das Sentiment so negativ, dass trotz mieser Zahlen ein halbwegs optimistischer Ausblick des Managements ausreichte um dieses Feuerwerk heute zu zünden. Es war halt niemand mehr da, der noch verkaufen wollte. Ein Muster das ganz typisch für solche Wendepunkte ist.

Mit der Lufthansa (WKN 823312) und K+S (WKN KSAG88), die beide am morgigen Donnerstag Zahlen liefern, stehen zwei weitere stark verprügelte Aktien an, bei denen es einen ähnlichen Effekt geben könnte, falls der Ausblick des Managements positiv sein sollte. Die Lufthansa hat allerdings nach der gestrigen Stärke heute mit erneut über 3% Plus schon etwas vom negativen Sentiment abgebaut, insofern ist unklar wie stark der Effekt dort morgen noch sein kann.

Übrigens, zurück zu den Versorgern wie E.ON, rein vom Chart und von der Bewertung her, bestehen in meinen Augen gute Chancen, dass die Aktie in diesem Jahr ihren Kurs normalisiert und die 22€ Zone wieder erreicht - was immer noch rund 20% Plus bezogen auf Heute wären. Mittel- und langfristig müssen E.ON und RWE aber ihr Geschäftsmodell umstellen. Und solange das neue Geschäftsmodell nicht steht und sich nicht als ebenso profitabel wie das alte erweist, ist eine gesunde Skepsis bei den Versorgern wohl angebracht.

Denn die Annahme "Strom braucht man immer" ist in meinen Augen etwas zu kurz gedacht. Natürlich braucht man Strom immer, aber nicht notwendigerweise Strom von einem zentralen Versorger in 500km Entfernung. Denn dezentrale Stromerzeugung, zum Beispiel in Privathaushalten, ist nicht mehr sehr weit vom Durchbruch entfernt und ich rechne damit, dass Stromerzeugung in den nächsten 10 Jahren immer dezentraler und vielfältiger wird. Die grossen zentralen Stromversorger werden damit von unverzichtbaren Monopolisten mehr und mehr zu reinen Netzdienstleistern, die für Lastverteilung, Lastausgleich und die Versorgung grosser Industriebetriebe im Spitzenlastbereich benötigt werden. Und ob es vor dem Hintergrund so glücklich war, sich teilweise von den vermeintlich "lästigen" Netzen zu trennen, ist noch nicht endgültig sicher.

Auf jeden Fall wage ich es stark zu bezweifeln, das eine E.ON in dieser weit dezentraleren und wettbewerbsintensiveren Energiewelt des Jahres 2020 immer noch die Monopol-Renditen des Jahres 2007 erzielen kann. Die Computer-Mainframe Hersteller der 60er und 70er Jahre hat letztlich auch nicht gerettet, dass sie in einem Wachstumsmarkt waren, als die dezentralen Personal Computer in den 80ern die Welt eroberten. Sehr viel wird also bei den grossen Versorgern davon abhängen, wie gut es dem Management gelingt, sein Geschäftsmodell der sich verändernden Welt anzupassen und da werde ich persönlich erst einmal abwarten.

Ich wünsche Ihnen einen schöne Abend !

Hari´s Märkte am Abend – 13.03.12 – Ausbruch – DAX 7000 – Lufthansa, Metro

21 Uhr - Handelsschluss.

Die Bullen haben mich scheinbar erhört und haben sich durch meine gestrige Aufforderung nun mal wieder Flagge zu zeigen, scheinbar an der Ehre gepackt gefühlt 😉

Lange sind wir heute im DAX im Bereich 6960-6970 mit dem Kopf gegen die Decke der alten Hochs gestossen und haben nur marginal darüber hinweg geschaut. Und dann kam mit der Wallstreet der richtige Anlauf auf 7000 und wir haben sogar 7020 Intraday erreicht, bevor die Kraft dann wenig überraschend nicht ausreichte um die Hochs auszubauen und wir ziemlich exakt bei DAX 7000 geschlossen haben.

Wir sollten die DAX 7000 nun auch zum Anlass nehmen, um uns zurück zu lehnen und uns noch einmal an den 01. August 2011 zurück zu erinnern, als wir die 7000er Marke nach unten verloren haben. Vieles ist seitdem passiert, wir sind 2000 Punkte nach unten und 2000 Punkte wieder nach oben gerauscht. Aber hätten Sie Anfang Dezember 2011 - vor nur 3 Monaten - damit gerechnet, dass wir nun schon wieder bei 7000 stehen ? Was man als Lehre davon mitnehmen sollte ist, wie schnell sich der Wind an den Märkten drehen kann und das die Nacht immer dann am schwärzesten ist, wenn der erste Strahl des Morgens kurz bevor steht.

Und noch ein wichtige Lehre kann man ziehen. Wer gleich im August den neuen Abwärtstrend akzeptiert und darauf gesetzt hatte .... und wer gleich im Januar den neuen Aufwärtstrend akzeptiert und darauf gesetzt hatte .... der hat mit nur zwei Grundsatzentscheidungen eine grosse Menge Geld verdient.

"The Trend is your friend", nie war diese Börsenweisheit wahrer, als nun in Zeiten von trendfolgenden Algos !

Wie gestern dargestellt sind meine Bedenken hinsichtlich eines fehlenden neuen Hochs natürlich mit der heutigen Stärke negiert. Die Bullen haben erneut bewiesen, dass sie die volle Kontrolle über den Markt besitzen. Damit kann ich auch weiter mit Überzeugung im offensiven Modus bleiben und meine Zweifel herunter schlucken. Mr. Market spricht heute ein klare Sprache und die sagt: die Rally ist intakt, wir haben ein neues Hoch !

Und die Wallstreet hat nach der Bekanntgabe der FED heute Abend im späten Handel noch einen oben drauf gesetzt und nähert sich im S&P500 nun rapide der 1400er Marke. Eine Cup&Handle-Formation im S&P500 sollte uns nun nach Lehrbuch in den nächsten Tagen bis über 1410 bringen ! Es kann also gut sein, dass wir Morgen schon mit DAX 7050 oder höher eröffnen.

Erneut wurde durch die heutigen Marktbewegungen auch bestätigt, dass man nicht nach komischen "Bauchgefühlen" handeln sollte - selbst oder gerade wenn es der eigene Bauch ist. Wie ich schon letzten Freitag sagte, sprachen die objektiven Signale immer für die Bullen, nur mein Bauch hatte seit Mitte letzter Woche Zweifel, seit diese Korrektur so schnell - für mich zu schnell - vorbei war. Vielleicht hat der Bauch ja auch etwas wichtiges gerochen und es sah auch heute zeitweise so aus, als ob wir beim Versuch zu neuen Hochs zu laufen scheitern könnten. Das hätte dann wohl markttechnisch unmittelbare negative Konsequenzen gehabt.

Ich denke wir hatten heute im Bereich von DAX 6970 einen ganz entscheidenden und wegweisenden Moment im Sinne "Do or Die". Aber mit der Bewegung über 7000 wurden alle Sorgen weggewischt.

Der weitere Ablauf sollte sich nach Lehrbuch nun so gestalten, dass wir noch etwas um die DAX 7000 und darüber schwanken und versuchen, die zahlreichen Widerstände von letztem Jahr im Bereich 7000-7100 zu überwinden. Und dann wäre die Reise bis in die Zone 7500-7600 frei.

Ich rechne dann demnächst auch mit einer finalen Trendbeschleunigung nach oben, denn sobald wir die 7000 wirklich hinter uns lassen, dürften die Zweifler an der Seitenlinie von Verzweiflung und Panik gepackt werden. Denn diese Spieler an der Seitenlinie haben letzte Woche inständig gehofft, dass der Markt ihnen noch einmal einen vernünftigen Einstieg verschafft. Und wären wir heute wieder weggekippt, wäre das wohl auch passiert. Die nun erreichten DAX 7000 wenden aber das psychologische Blatt. Nun liegt der Druck auf den Unterinvestierten und dieser Druck steigt nun brutal mit jedem Tag.

Hinzu kommt, dass zum Quartalsende Ende März alle die Institutionellen, die diesen Anstieg verpasst haben, im Sinne "Window Dressing" unbedingt noch wenigstens den Anschein der richtigen Positionierung erwecken wollen, weswegen es dann schon alleine deswegen gute Chancen auf einen deutlichen Schub nach oben gibt. Und da Sarkozy in den Umfragen näher an Hollande heran rückt und die Israelis sicher die aktuelle diplomatische Initiative abwarten, droht von beiden Fronten im März wohl noch keine unmittelbare Gefahr.

Was könnte Negativ passieren ? Ich denke das fieseste was Mr. Market machen könnte, wäre nach diesem überzeugenden Tag heute wieder signifikant zu drehen und zur Korrektur anzusetzen. Möglich ist alles und man tut gut daran, gedanklich für alle Möglichkeiten offen zu bleiben. Aber wahrscheinlich ist so ein Szenario nach dem Momentum des heutigen Tages überhaupt nicht und man wäre in meinen Augen dumm, sein Geld auf so wilde Spekulationen zu setzen und sich damit massiv gegen den Markt zu stellen.

Alles was wir objektiv an Signalen haben sagt uns eher, dass wir nun bis Ende März die Chance auf ein kräftige Rally haben.

Auffällig bei Einzelaktien war, wie heute eine ganze Reihe der hier in den letzten Wochen besprochenen Nachzügler nun grosse Stärke zeigen. Gleichzeitig schwächeln einige der bisherigen Favoriten wie zum Beispiel der Automobil-Sektor - es könnte also sein, dass nun doch eine Sektor-Rotation in Gang kommt und damit die nächste Phase dieses Bullen beginnt.

In Bewegung sind heute zum Beispiel geraten:

Metro (WKN 725750) mit über 4% Plus, in der ich wie -> hier <- beschrieben seit Anfang Februar auf Lauer liege. Bei Metro ist nun eine Menge an schlechten Nachrichten verarbeitet und es ist an der Zeit, dass der Markt nun durch das neue Management eine Restrukturierungsphantasie entwickelt. Und auch die Binnenkonjunktur in Deutschland sollte Metro stützen, zumal mit ansprechenden Tarif- und Renten-Erhöhungen dieses Jahr auch mehr Geld bei den Verbrauchern ankommen sollte.

Klöckner (WKN KC0100) mit über 3% Plus, die ich erst gestern an dieser Stelle positiv besprochen habe.

Veolia (WKN 501451) mit fast 4% Plus sowieso, die Entscheidung für die Konsolidierungsstrategie des derzeitigen CEOs Antoine Frerot scheint also nachhaltig zu sein und sein Vorgänger Henri Proglio von EDF im Moment nicht zum Zuge zu kommen. Der Markt liebt es und bei Veolia ist die Dynamik unübersehbar.

Lufthansa (WKN 823212) mit über 3% Plus, bei der Lufthansa bin ich seit Montag an Bord. Das ist so eine Aktie, bei der nun alle schlechten Nachrichten im Kurs eskompiert zu sein scheinen. Für (in meinen Augen) lächerliche 4,5 Milliarden € Marktkapitalisierung bekommt man einen der leistungsfähigsten Carrier der Welt unter Buchwert. Alleine die Flugzeugflotte deckt locker den Marktwert ab, das Geschäft bekommt man dann sozusagen umsonst. Das ist so ein Szenario, bei dem ich gerne mal schwach werde und mir eine Qualitäts-Aktie einfach nur ins Depot lege um ruhig abzuwarten, bis es wieder hoch geht.

Aber auch Commerzbank (WKN 803200) oder Rheinmetall (WKN 70300) waren heute wieder stark, insofern habe ich den Tag heute ganz besonders genossen, weil er bei meiner Aufstellung aussergewöhnlich profitabel war. Bei der Commerzbank wird nun eine Lösung für die Eurohypo langsam vom Markt auf den Radar genommen. Sollte eine für die Commerzbank gute Lösung kommen, könnte das den Kurs noch einmal deutlich befeuern.

Nebenbei bemerkt bin ich nun seit gestern bei Daimler (WKN 710000) mit 47,8€ ausgestiegen und habe im Automobilbereich damit nur noch Continental (WKN 543900) ganz eng mit einem Trailingstop abgesichert und die Rheinmetall (WKN 703000), die aber primär ein Rüstungsunternehmen ist. Es sieht für mich fast so aus, als ob der Automobilsektor nun sein Pulver erst einmal verschossen hat und die Zeit der Nachzügler wie oben angebrochen ist !

Aber auch an der Wallstreet gab es ein ähnliches Bild und auch hier zündeten heute Nachzügler wie Corning (WKN 850808) mit 3% Plus oder Alcoa (WKN 850206) mit fast 5% Plus, die hier im Blog ja auch schon ausführlich Thema waren. Und auch die Industriemetalle rund um Rio Tinto (WKN 852147) & Co. sendeten deutliche Lebenszeichen. In diesem Bereich ist übrigens auch noch eine Menge aufzuholen, denn der Bereich wurde durch die Sorgen um China in meinen Augen etwas zu pauschal abgestraft. Schauen Sie vielleicht noch einmal in -> diesen <- Beitrag von vor einer Woche.

Darüber hinaus habe ich mein Exposure in den Emerging Markets nun wieder erhöht und bin via ETF seit ein paar Tagen auch in Brasilien und Indien wieder an Bord. Beide ETFs steigen heute auch um 2-3%.

Alles in allem für mich also ein schöner Tag an den Börsen und deswegen genehmige ich mir heute einen guten Rotwein, mache es hier heute kurz und wünsche Ihnen einen ebenso schönen Abend !

Ihr Hari