Hari Live – Archiv 01.09.13 – 07.09.13

Premium gross

Hari Live - Archiv 01.09.13 - 07.09.13

Freitag - 06.09.13 16:55 - Volatilität

Vor dem Wochenende habe ich noch ein Chart zum Schmunzeln für Sie. Wobei es auch einen lehrreichen Teil enthält.

Es sind die Arbeitsmarktdaten in ein Bild komprimiert. 😉 Und dieses Bild erklärt auch, warum ich mich ungerne vor so Ereignissen positioniere: jede Menge Volatilität die kaum zu beherrschen ist und am Ende nichts passiert, nur alle aus ihren Stops geflogen:

S&P500 06.09.13

Besser ist - was ich ja schon oft gepredigt habe - sich nach dem Ereignis, wenn der Markt sich ausgeschwungen hat, in die sich dann durchsetzende Richtung zu positionieren. Dieses Bild sollte deutlich machen, warum man so Events mit engen Stops nicht beherrschen kann und da nur Geld verliert.

Weiterlesen ...Hari Live – Archiv 01.09.13 – 07.09.13

Hari Live – Archiv 25.08.13 – 31.08.13

Premium gross

Hari Live - Archiv 25.08.13 - 31.08.13

Samstag - 31.08.13 09:05 - Gold, Goldman Sachs und wir: die Muppets

Sie erinnern sich doch sicher an diesen Tag im zweiten Quartal, als Gold durch 1500 USD nach unten weg brach und sich damit die massive Korrektur in Gang setzte ?

Sie erinnern sich auch, dass Goldman Sachs kurz davor eine vielfach beachtete "Sell-Empfehlung" in den Markt gab, die ich damals hier schon spöttisch kommentiert hatte ?

Sie erinnern sich auch, dass direkt nach dieser Sell-Empfehlung an der COMEX Verkaufsorders in gigantischem Volumen in den Markt kamen, einem Volumen dass überhaupt keinen Sinn machte, weil jemand der wirklich einen guten Preis erzielen wollte, hätte das gestückelt. So - in einem Stück - konnte das nur zum Einbruch des Marktes führen, zumal direkt unter 1500 Unmengen an Stops lauerten. Auch das habe ich damals kommentiert.

Nun lesen Sie hier. Und ja, manchmal kommt man sich im realen Leben wie in einem B-Movie vor:

Damit kann man heute als fast gesichert festhalten, was ich damals schon hier vermutet und diskutiert habe:

Der Einsturz bei Gold war "engineered" und zwar von grossen Spielern, die den sowieso an der Klippe befindlichen Markt bewusst zum Einsturz gebracht haben, um sich in das dann ansteigende Volumen hinein massiv einzudecken. Diese Spieler haben erstens Ihre Bestände nun massiv verbilligt, weil teurer verkauft und billiger unten wieder von denen eingesammelt, die in Panik aus dem Markt sprangen. Und haben zweitens wahrscheinlich für ein paar Tage auf der Short-Seite massiv Gewinn gemacht.

Ich habe ja schon oft gesagt, dass Spielfeld des Marktes ist weder eben noch fair. Wir kleinen harmlosen Goldfische versuchen uns in Gewässern etwas Seetang zu erhaschen, in denen auch grosse Haie schwimmen. Und das beste was wir Goldfische tun können, um in Ruhe an unserem Seetang zu knabbern, ist genau zu verfolgen, was die Hai - auch "Big Money" genannt - so machen.

War das also Manipulation ? Jein, der Begriff ist schief, Manipulation wäre für mich, wenn eine staatliche Institution wie die Notenbanken den Kurs bewusst in eine Richtung drückt und zwar aus Erwägungen, die nicht direkt mit dem Markt zu tun haben. Dafür habe ich aber keine Indikationen und ich finde diese Thesen auch sehr unwahrscheinlich bis unlogisch.

Was wir hier erlebt haben, war eher einfach "der Markt" und ein grosser Walfisch kann, wenn er will, halt so hohe Wellen schlagen, dass er damit einen Teil des Meeres zeitweise in Turbulenzen bringt. Ist das moralisch in Ordnung ? Mit Sicherheit nicht und es ist der wahre Skandal, dass sich die Aufsichtsbehörden, insbesondere in Deutschland, um allerlei sinnlose bürokratische Formulare für den Kleinanleger bemühen, hier aber völlig blind sind. Denn in meinen Augen ist so etwas strafbares Handeln und eine besondere Form von Insidergeschäften - sozusagen mit sich selber.

Weiterlesen ...Hari Live – Archiv 25.08.13 – 31.08.13

Gedanken zum Runaway-Move im S&P500 – 10.04.13

Es sieht so aus, als ob die Bollinger Band Kontraktion ihre Energie erneut nach oben in Form einer Expansion auslöst. Was den Leitindex S&P500 angeht, macht dieser Markt wirklich keine Gefangenen. Der Liquiditätsdruck ist einfach gewaltig und das Geld, das aus Europa abgezogen wurde und dem DAX seit Tagen fehlt, scheint direkt in US Aktien zu fliessen.

Das ist ein klassischer Runaway-Move, den wir hier seit November 2012 in den US Indizes sehen, bei dem jede kleine Korrektur sofort massiv gekauft wird. Wer es nicht glaubt, dem zeige ich das Baby noch einmal im Tageschart, schauen und staunen Sie selbst:

S&P500 10.04.13

Und der Auslöser ist eindeutig, 85 Milliarden USD jeden Monat von Seiten der FED. Das habe ich -> hier <- schon Anfang des Jahres nachgewiesen. Das Gefährliche an der Situation ist das Wissen, dass diese Bewegungen in der Regel übel enden. Denn wenn dann - irgendwann - ein Dip doch mal nicht gekauft wird, dann werden alle gleichzeitig zum Ausgang rennen. Und die Gewinne von Wochen und Monaten werden in Tagen und Stunden eliminiert.

Nur wissen wir nicht *wann* dieser Moment kommt. Deshalb ist es auch richtig, bei den ersten kleinen Brüchen im Markt vorsichtiger zu werden. Man muss dann aber auch gedanklich schnell wieder umschalten und von der Rally mitnehmen was geht. Wie in den letzten Tagen. Geistige Flexibilität ist Trumpf !

Und nun sagt diese Struktur eindeutig, dass die 1600 im S&P500 wohl bald auf den Radar kommen. Rein von den technischen Parametern her, ist die Korrektur von letzter Woche nun endgültig abgeschlossen und der Weg nach oben frei !

Leicht ist dieser Markt aber nur für Anleger mit "sonnigem Gemüt". Weswegen auch die Mehrzahl der institutionellen Anleger und Hedgefonds zuletzt den Markt unterperformt hat, die sich ja alle viele, viele Gedanken machen. Für Anleger aber, die aber von all dem nichts wissen und einfach mit sonnigem Gemüt wie selbstverständlich davon ausgehen, dass jeder Dip konsequent gekauft wird, ist dieser Markt im Moment total einfach. So ist das aber immer bei einem Runaway-Move. Manchmal ist Unwissen einfach herrlich ..... bis dann irgendwann von Mr. Market doch der Hammer heraus geholt wird. Nur wann wird das sein ?

Die relative Schwäche des DAX scheint im übrigen anzuhalten, hier gibt es eindeutig abfliessende Gelder, die sich im US Markt dann wiederfinden. Der DAX hat in den letzten Tagen locker relativ 400 Punkte gegenüber den US Indizes verloren, das ist eine Menge. Werden sich diese negativen Geldströme aus der EU heraus bald ändern ? Kaum zu prognostizieren, teilweise dürften es die von mir kommunizierten Langfristeffekte des Umgangs der EU mit Konten im Zuge der Zypern-Krise sein. Aber nach der Regel, nach der Trends immer länger dauern als man glaubt, würde ich nicht mit einem schnellen Wechsel des Trends rechnen. Was auch bedeutet, dass die Trendwenden der stark gelaufenen deutschen Industrieaktien in der zweiten Reihe, wie eine Dürr oder Kuka, sich nach dem aktuellen Bounce fortsetzen könnten.

Wenn man Short sein will um sein Depot zu hedgen, finden sich da teilweise ganz attraktive Charts mit Top-Strukturen. Aber mehr als eine Anreicherung und ein Hedge des sonstigen Depots sollten Shorts in diesem Markt weiterhin nicht sein. Es ist einfach keine gute Idee, sich gegen den Druck der Notenbanken zu stellen. Und dieser Druck schiebt alles nach oben !

Für das zweite Quartal bleibt meine am Montag -> hier <- geäusserte Erwartung bestehen. Nach kurzer Schwäche Anfang der Woche, ein Anlauf auf neue Höchststände. Den erleben wir gerade. Und dann eine volatile Seitwärtsbewegung im 2. Quartal. Ich nehme diese Rally also selektiv bei bestimmten Werten mit, hechte aber nicht mehr mit vollem Risiko den Kursen hinterher. Dafür will ich nun einfach eine deutlichere Korrektur sehen. Und wenn mich diese Vorsicht nun im 2. Quartal doch ein paar Prozent Performance kostet, dann ist es halt so. Es gibt Schlimmeres. Das ist mir der entspannte Schlaf wert.

Ich wünsche Ihnen gute Entscheidungen !

Ihr Hari

Diskutiere diesen Beitrag im Forum

*** Bitte beachten Sie bei der Nutzung der Inhalte dieses Beitrages die -> Rechtlichen Hinweise <- ! ***

Aixtron – ein Management im Blindflug

Bei Aixtron (WKN A0WMPJ) wurde meine hier schon mehrfach kommunizierte, fundamental skeptische Haltung heute massiv bestätigt. Nach einem überraschenden Verlust und dem Fehlen eines klaren Ausblicks durch das Management, war bei der Aktie heute "Land unter" und zeitweise 10% Minus zu verzeichnen. Mein Investmentansatz, nach dem ich nur Titel trade, von denen ich fundamental überzeugt bin und nur bei diesen Titeln dann auf die Markttechnik schaue um den richtigen Zeitpunkt zu treffen, wurde erneut bestätigt. Auch wenn ich dabei manchmal Chancen verpasse, hat sich dieser Ansatz für mich persönlich bewährt und mich vor einigen herben Einbrüchen bewahrt. Denn vom Chart her sah Aixtron lange sehr gut aus und schien schon nach oben ausgebrochen zu sein, was sich nun als massives Fehlsignal heraus stellt.

Schaut man sich an, was bisher bullishe Kommentatoren nun zu Aixtron sagen, versuchen sich einige nun an den Hoffnung stiftenden Formulierungen des Managements festzuhalten, dass in der zweiten Jahreshälfte ja vielleicht alles besser wird und ein neuer Investitionszyklus im LED Bereich ansteht. Ich halte davon ehrlich gesagt gar nichts, denn deutlicher kann man in meinen Augen nicht ausdrücken, dass man sich im kompletten Blindflug befindet. Welchen inhaltlichen Wert hat auch eine solche Aussage von einem Management, das für die nächsten Monate keine konkrete Prognose abgeben kann, dafür aber verkündet, wie danach alles besser werden soll ? Für mich ist das nichts anderes als "weisse Salbe" um die Anleger zu beruhigen, ohne inhaltlichen Wert. Und ich kann das nicht ernst nehmen.

Denn wäre das "Hoffnungsgerede" durch eine konkrete Abschlusspipeline für das zweite Halbjahr unterlegt, wäre man wohl auch in der Lage eine konkrete Prognose für 2012 abzuliefern. Und im übrigen, wenn der neue LED-Investitionszyklus im zweiten Halbjahr so wahrscheinlich ist, könnte das Management die Ernsthaftigkeit derartiger Aussagen ja unterstreichen, in dem es jetzt massiv die eigene Aktie kauft. Davon ist aber bisher weit und breit nichts zu sehen. Dass man überhaupt zu solchen Hoffnung stiftenden Formulierungen greifen muss, zeigt mir persönlich eher wie trüb die Lage tatsächlich ist und dass man den Aktionären nichts konkret Positives anzubieten hat.

Aixtron kann man in meinen Augen daher nun erst einmal von der Watchlist streichen und ich werde den Titel hier auch bis auf weiteres nicht mehr besprechen. Erst wenn, bzw falls überhaupt, sich:
- zur Auftragslage konkrete Besserung zeigt oder
- bei Mitbewerbern wie Veeco Besserung sichtbar wird oder
- das Aixtron Management durch deutliche Insiderkäufe zeigt, dass es seine eigenen Worte ernst meint
erst dann lohnt sich für mich eine erneute Position.

Was das angeht, bin ich persönlich aber durchaus skeptisch, denn im Gegensatz zur reinen Hoffnung auf Besserung kann ich mir gut vorstellen, dass Chinas Förderung für noch mehr Wettbewerb und damit noch mehr Preisdruck sorgt und nicht für weniger. Denn Aixtrons Margen waren einfach zu verlockend, als dass nicht auch chinesische Anbieter nun in dieses Segment der Fertigungsanlagen drängen würden. Insofern kann es schon sein, dass ein neuer Investitionszyklus kommt, dass Aixtron davon aber wie bisher profitiert ist keineswegs ausgemacht. Und wenn die alten Margen schwinden, sind auch die alten Kurse oberhalb 20€ auf lange Zeit illusorisch.

Anders sieht für mich dagegen die Lage beim LED Marktführer Cree (WKN 891466) aus, denn Cree stellt die ganze Kette der LED Komponenten selber her und nicht nur Depositionsanlagen wie Aixtron und ist insofern auch mit Aixtron nicht zu vergleichen, ebenso wenig wie ein Produktions-Roboter-Bauer wie Kuka mit einem Autobauer zu vergleichen ist. Und Cree muss sich schon lange mit dem Kostendruck der chinesischen LED-Produzenten auseinander setzen, was auch für die schwache Kursentwicklung ausschlaggebend war. Cree kann aber aufgrund seiner Grösse und der Abdeckung der ganzen Wertschöpfungskette diesem Druck nach meiner Erwartung eher stand halten, wie ja andere Halbleiterunternehmen in den USA auch, während Aixtron nach meiner Einschätzung wohl erst noch bitter lernen muss, was passiert wenn chinesische Konkurrenten die eigenen Margen zusammen pressen und die eigene Technologie kopieren.

Wer auf den ohne Frage zukunftsträchtigen LED Markt wetten will und dabei keine undurchsichtigen chinesischen Aktien kaufen will, könnte daher vielleicht einmal Cree in Augenschein nehmen.