Klöckner (WKN: KC0100) – Eine Lektion in Geduld mit grossen Chancen – 03.04.13

Wer diesen Blog verfolgt weiss, wie intensiv ich die Aktie von Klöckner unter Beobachtung habe.

So hatte ich am 08.01.13 den -> Aufwärtstrend <- mit Momentum analysiert und die 11€ als Zielzone der ersten Phase der Bewegung ausgerufen. Am 18.02.13 hatte ich die temporäre -> Tradingrange <- betrachtet und auch danach mehrfach in den Live Tips die Lage analysiert.

Nachdem Klöckner am 06.03.13 einen Blowoff-Top von 11,98€ erreichte, war klar und offensichtlich, dass nun eine Korrektur recht wahrscheinlich wurde. Eine Korrektur, die die Aktie durchaus temporär wieder unter 10€ drücken konnte.

Dann vergingen Wochen um Wochen. Der Stahlsektor korrigierte immer weiter und eine Salzgitter hatte mittlerweile die gesamte Hoffnung auf eine Verbesserung der Stahlkonjunktur wieder verloren. Klöckner aber bewegte sich nie nachhaltig unter 11€ und blieb in einer Seitwärtsbewegung. Natürlich wurde das Bild höchst wahrscheinlich durch weitere Käufe des Gips- und Baustoff-Milliardärs Albrecht Knauf verzerrt, der wie man liest wohl eine Sperrminorität bei Klöckner ansteuert.

Und nun, nachdem auch ich nun langsam daran zu zweifeln begann, ob diese Korrektur überhaupt noch kommt und ob es sich nur um eine Konsolidierung vor dem nächsten Schub handelt, ist seit gestern die Korrektur doch noch gekommen. Das war mal wieder eine Lektion in Geduld, manchmal braucht Mr. Market einfach länger, das Offensichtliche dann doch zu tun.

Ob diese Korrektur nun daran liegt, dass der Druck des schwachen Stahlsektors zu gross wurde, oder ob nun die Käufe von Albrecht Knauf erst einmal abgewickelt sind und die 25% erreicht sind, werden wir erst später erfahren. Trotzdem bin ich sehr zuversichtlich, dass sich hier nun eine erneute, attraktive Chance auftut.

Um das zu begründen und zu werten, schauen wir zunächst auf die Charts, bevor wir uns dem Klöckner CEO Gisbert Rühl zuwenden. Zunächst das Tageschart seit Mitte 2012:

Klöckner Tageschart 03.04.13

Sie sehen, wie die Korrektur nun angelaufen ist. Und Sie sehen, dass wir mit der heutigen Bewegung bei ca. 10,4€ auf der 50-Tage-Linie aufsitzen. Theoretisch kann das schon die Wende bringen. Wahrscheinlicher ist aber für mich, dass erst die Trendlinie bei etwas über 10€ (der erste rote Stern) oder der Gapfill bei ca. 9,6€ (der zweite rote Stern) die Korrektur zum Abschluss bringen.

Allerdings hat der Kurs während ich diesen Artikel schrieb schon die 10,18€ und damit die Trendlinie fast erreicht, bevor ein Rebound einsetzte. Insofern ist es nicht unmöglich, dass es das schon war, ich rechne aber nach wie vor eher noch mit weiteren Abgaben.

Ernsthaft Sorgen muss man sich aber erst machen, wenn der Kurs die alte wichtige Unterstützung bei unter 8,9€ reissen würde. Dann wäre der Turnaround technisch in Frage gestellt, was ich aber in Anbetracht der Übernahmephantasie für unwahrscheinlich halte.

Wollte man nun trotz des unklaren Wendepunktes wieder einsteigen, könnte eine gestaffelte Strategie zum Einstieg also Sinn machen. Das erste Drittel jetzt bei 10,4€ auf der 50-Tage-Linie, das zweite Drittel bei erreichen der Trendlinie und das letzte Drittel nach Gapfill. Stop dann unter 8,8€.

Warum ich einen Widereinstieg auf diesen Niveaus für potentiell attraktiv erachte, kann man wunderbar im Wochenchart seit 2009 sehen:

Klöckner Wochenchart 03.04.13

Sie sehen, dass wir nun eine herrliche Cup & Handle Umkehrformation entwickeln und das die aktuelle Schwäche möglicherweise nichts weiter als der rechte "Henkel" der Tasse ist. Sie sehen auch das Potential das darin steckt. Die potentielle Nackenlinie liegt bei ca. 12€ und wenn diese durchschlagen wird, haben wir ein rechnerisches Ziel (Measured Move) von ca. 17.5€, das dann auch näherungsweise mit dem 62er Fibonacci Retracement korreliert.

Ich habe definitiv schon schlechtere Setups gesehen.

Auch fundamental ist Klöckner trotz der schwachen Stahlkonjunktur auf gutem Weg und unterbewertet, zumal Klöckner durch seine Zukäufe nun auch vom amerikanischen Markt profitieren kann und nicht nur unter Europa leiden muss.

Entscheidend dürfte aber der Übernahmefaktor sein. Denn Klöckner wird von Gisbert Rühl geführt, der selber signifikante Anteile am Unternehmen hält und bisher der unumschränkte Herrscher bei Klöckner war. Nach allem was man lesen konnte, war die Aktion von Albrecht Knauf aber nicht abgesprochen und insofern "unfreundlich".

Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass es jemandem wie Gisbert Rühl schmeckt, dass sich nun ein Dritter an den Tisch seiner harten Arbeit setzt und sich billig einkauft und Einfluss gewinnt, während Rühl selber zum Teil noch bei weit höheren Kursen sein Commitment zum Unternehmen mit Geld abgegeben hat.

Wäre ich an Gisbert Rühls Stelle, würde ich jetzt nach einem weissen Ritter Ausschau halten, der mich unterstützt und selber seine Anteile am Unternehmen erhöht, um meine Stabilität gegenüber den bestimmt folgenden strategischen Ansinnen des Herrn Knaufs zu stärken.

Sollte dieses Szenario eintreten, war der Einstieg von Albrecht Knauf nur ein erster Schuss in einem grösseren Übernahmekampf. Und sollte dann parallel auch noch die Stahlkonjunktur anziehen - was wie in jedem zyklischen Sektor irgendwann passiert - dann könnte das das Kursfeuerwerk auslösen, das die errechneten knapp 18€ real macht.

Ich wünsche Ihnen gute Entscheidungen !

Ihr Hari

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Vom Aufhören, wenn es am schönsten ist – Korrektur voraus ? – 25.03.13

Vor fast genau einem Jahr, am 27.03.12, veröffentlichte ich hier einen Artikel -> vom Aufhören, wenn es am schönsten ist <-, mit dem ich die Korrektur des folgenden 2. Quartal schon vorweg nahm. Nach einem letzten Sprung am ersten Börsentag des April, setzten dann auch Abgaben und eine Korrektur ein, die den DAX damals vom März-Höhepunkt bei 7194 bis herab auf 5914 am 05.06.12 brachte. In Summe eine schmerzhafte Korrektur von 17,7%, die man sich hätte ersparen können, wäre man Ende März 2012, wie in meinem damaligen Artikel antizipiert, defensiver geworden.

Nun wiederholt sich Geschichte nicht und Börsenhistorie auch nicht, sie reimt sich aber. Und deshalb macht es Sinn, sich heute, am letzten Montag des März 2013, kurz vor den Osterfeiertagen, eine ähnliche Frage zu stellen.

Ist es nun Zeit auszusteigen und für ein paar Monate auf die Seitenlinie zu treten ?

Meine persönliche Antwort dieses Jahr lautet: Im Prinzip ja, aber vielleicht nicht sofort.

Denn etwas ist anders als letztes Jahr, der Optimismus ist weit geringer ausgeprägt. Wenn Sie sich erinnern, hatte ich ja vor einem Jahr parallel zu meinem Ausstiegsstatement eine Umfrage unter den Lesern durchgeführt. Und trotz meiner Fürsprache für erhöhte Defensive, konnten sich damals nur 50% dieser Sicht anschliessen. Die anderen 50% waren optimistisch für das 2. Quartal. Ich bin mir ziemlich sicher, dass ein Umfrage heute, hinsichtlich des 2. Quartals ein negativeres Bild produzieren würde. Dieses verhaltene Sentiment findet sich auch im Markt wieder und kann zum Beispiel im AAII Indikator nachvollzogen werden.

Trotzdem steigt auch aktuell langsam der Optimismus. Das Trommeln der bekannten Anlegermagazine für die Aktienananlage ist da nur ein Indikator. Das Witzige dabei ist, ich sehe das auch so und bin überzeugt, dass man mittelfristig Aktien haben muss, eher als so manch andere Anlageklasse. Nur beim Timing haben die Anlegermagazine ja bekanntlich ihre Probleme. Und so wäre es kaum verwunderlich, wenn erst einmal ein giftige Korrektur das Sentiment bereinigt, bevor die Indizes dann ihren bullischen Lauf doch wieder aufnehmen.

Und da dieser fiese surveybuilder.info so gerne den Weg des maximalen Schmerzes geht, den Weg mit dem er die maximale Zahl an Marktteilnehmern auf dem falschen Fuss erwischt, kann ich mir den folgenden hypothetischen Ablauf gut vorstellen:

In diesem Szenario würden wir in Kürze die historischen Höchststände in DAX und S&P500 sehen. Möglicherweise noch diese Woche zum Quartalsende.

Sobald das passiert ist, werden viele Marktteilnehmer fest damit rechnen, dass nun zum Beginn des zweiten Quartals die lange erwartete Korrektur einsetzt. Das ist offensichtlich und wir sind nach 2000 und 2007 nun darauf konditioniert, oberhalb DAX 8000 mit dem Ende der Aufwärtsbewegung zu rechnen.

Alles was offensichtlich ist, macht aber Mr. Market äussert ungern. Wie denn auch, auf dem offensichtlichen Pfad haben sich die Marktteilnehmer ja schon positioniert, wer sollte da noch kaufen bzw. verkaufen ?

Deshalb spricht viel dafür, dass der Markt nach den historischen Höchstständen in den April hinein doch weiter hochläuft. Im DAX vielleicht 8200, 8300, 8400 erreicht. Im S&P500 über 1600 steigt. Bis zu dem Punkt, wo alle die, die auf die Korrektur gewartet haben, doch noch den Kursen hinterher hechten müssen. Denn die Korrektur kommt ja scheinbar nicht.

Dann aber, vielleicht Ende April bei DAX deutlich über 8000, kommt sie doch die Korrektur. Und zwar kurz und giftig und durch irgend etwas initiert, was wir heute noch nicht auf der Rechnung haben. Und sie treibt den DAX wieder bis mindestens 7500 herab, vielleicht bis 7200.

So ein Verlauf wäre ganz typisch für den fiesen Mr. Market. Und das ist das gedankliche, grosse Bild, mit dem ich im Moment bei meinen eigenen Anlagen operiere. Natürlich vorbehaltlich neuer Nachrichten, ein Krieg kann zum Beispiel schon morgen alles ändern.

Für meine Aufstellung im Investmentdepot, also für meine mittelfristige Sicht, bedeutet das aktuell:

  1. Ich baue mein Long-Exposure auf Aktien nun langsam durch Gewinnmitnahmen ab. Vor allem baue ich extrem gut gelaufene Titel ab.
  2. Ich behalte aber Long-Positionen von Aktien, die ihre Gegenbewegung gerade erst begonnen haben und noch viel Luft nach oben haben, wie zum Beispiel Klöckner oder E.ON.
  3. Ich behalte auch Long-Positionen von Aktien, die kaum Korrelation zu den breiten Märkten haben, wie zb Qiagen oder K+S.
  4. Ich baue langsam selektive Short-Positionen auf. Und zwar von zu weit gelaufene Aktien mit hohem Beta. Ein klassischer Kandidat wäre zum Beispiel die im Forum schon diskutierte Dürr.
  5. Den breiten Markt in Form der Indizes shorte ich aber noch nicht. Erst dann, wenn der breite Markt echte Brüche zeigt und die Abwärtsbewegung in Gang gekommen ist. Erst dann ist es Zeit für massive Shorts und dann ist es noch früh genug.
  6. Ich erhöhe die Cash-Quote Zug um Zug auf bis zu 50%.

Nehmen wir mal an, der Markt erreicht Ende April tatsächlich DAX 8300. Dann will ich zu diesem Zeitpunkt wie folgt aufgestellt sein:
20% Selektive Longs wie oben definiert
10% Selektive Shorts
20% Indizes Short
50% Cash
Das ist meine Zielstruktur für eine Korrektur im 2. Quartal.

Mittelfristig, zum Jahresende 2013, bin ich weiter eher optimistisch und rechne mit neuen Höchstständen. Aktien sind in der aktuellen Welt der wahnsinnigen Gelddruckmaschinen einfach alternativlos. Und das merken auch wieder mehr und mehr Privatanleger, wie man an den Vorstellungen hier im Forum zum Teil auch erkennen kann. Insofern gehe ich weiter von Mittelzuflüssen an die Aktienmärkte aus und wenn die "Great Rotation" mal so richtig in Gang kommt, dann sind auch DAX 10.000 keineswegs utopisch.

Aber bis dahin besteht eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass das 2. Quartal für uns noch eine giftige Korrektur parat hat, die das Sentiment bereinigt und alle schwachen und zu spät gekommenen Hände schmerzhaft abschüttelt. Diese Korrektur einigermassen zu erwischen, stellt dann die Grundlage für eine tolles Jahresergebnis dar und garantiert im Jahr 2013 die Märkte mit dem eigenen Depot zu schlagen.

In meinen Augen ist es nun also Zeit, temporär und taktisch vorsichtiger zu werden. Zeit mal Gewinne mitzunehmen bzw Stops nachzuziehen. Für massive Shorts ist es aber nach aktueller Marktlage noch zu früh. Folgen Sie dem Markt und shorten Sie erst dann, wenn der Markt schon deutlich wegkippt, das CRV ist dann weit besser als im Moment.

Ihr Hari

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Marktupdate – 20.03.13 – Von A wie ABB bis Z wie Zypern

Heute nur ein kurzes Marktupdate mit ein paar losen Gedanken zum Markt und zu einzelnen Aktien:

(1) Mit der verhaltenen Reaktion auf Zypern zeigt uns der Markt erneut seine innere Stärke. Klar, Zypern ist für sich nicht wichtig, aber glauben Sie mir: in einer Phase grosser Unsicherheit, würde Mr. Market auf Bilder von Schlangen vor Bankschalter ganz anders reagieren und diese sofort auf Schlangen vor Bankschaltern in Italien und Spanien extrapolieren. Der aktuelle Mindset von Mr. Market ist aber vorsichtig optimistisch. Also: kämpfen Sie nicht gegen den Markt !

(2) Ein Faktor wird auch langsam das Quartalsende des 1. Quartals. Bei dieser permanenten Aufwärtsbewegung ohne grosse Pausen, können Sie fest davon ausgehen, dass eine hohe Zahl der Institutionellen den Markt in 2013 bisher unterperformt. Und genau diese haben zum Quartalsende den grössten Druck Window-Dressing zu betreiben und noch etwas Performance heraus zu quetschen. Wenn nicht durch externe Nachrichten überraschend induziert, öffnet sich das Zeitfenster für eine echte Korrektur daher wahrscheinlich eher erst wieder im April. Bis dahin halte ich historische Höchststände in DAX und S&P500 für eher wahrscheinlich als unwahrscheinlich. Weit ist es ja wirklich nicht mehr bis dahin.

(3) Die hier mehrfach beschriebenen Langfristtrades wie Long Euro / Short Yen oder auch Long spanischer Aktienmarkt, scheinen weiter zu funktionieren. Auch hier war die Reaktion auf Zypern so verhalten und contained, dass man mit Wahrscheinlichkeit von einer Wiederaufnahme des alten Trends ausgehen kann.

(4) Wie in den Live-Tips erwähnt, sieht der MidCap Klöckner (WKN: KC0100) in der Korrektur sehr gut aus. Das spricht für weitere, anstehende Zugewinne.

(5) Sie wissen ja wie wenig ich von der Commerzbank (WKN: 803200) als Anlage oder Investment halte. Genau nichts. Aber aus reiner Tradingsicht muss man festhalten, dass die gestern und vorgestern gegen den Bankensektor gezeigte Stabilität bemerkenswert ist und für einen kurzfristigen Long-Trade spricht.

(6) Auch bei Nokia ist die Phantasie nun wieder weitgehend gewichen. Gleichzeitig scheint aber eine Pleite durch die guten Ergebnisse bei NSN und erste Erfolge mit den Lumias gebannt. Das Momentum der Abwärtsbewegung scheint nun auszulaufen und auch auf Nokia kann man in meinen Augen nun mal wieder einen Blick werfen.

(7) Die hier seit letztem Frühsommer mehrfach besprochenen Bluechips SAP (WKN: 716460) , Linde (WKN: 648300) und ABB (WKN: 919730) laufen einfach wie ein Uhrwerk. Da sind nach oben keine Wunderdinge drin, aber relativ stressfreie Zugewinne allemal.

(8) Die hier auch mehrfach besprochene Hewlett-Packard (WKN 851301) zeigt eine beeindruckende Entwicklung. Der -> Artikel <- vor einem guten Monat war eine Punktlandung. Seitdem ist dieser Bluechip um sage und schreibe 38% gestiegen und schiebt jeden Tag weiter hoch. Eine Korrektur ist jetzt mal überfällig, insofern Trailing-Stops mitziehen. Aber nach einer Korrektur hat HP weiter grosses Potential. Schauen Sie einfach mal auf den Wochenchart um die Perspektive zu behalten.

(9) Ich möchte erneut an Yahoo (WKN: 900103) erinnern. Übersehen Sie diese Marissa Mayer Turnaround-Story nicht. Da ist was im Gange, der Markt spricht eine klare Sprache. Nehmen Sie das Wochenchart und schauen Sie sich diesen beeindruckenden Trend seit September 2012 an !

Ich wünsche Ihnen gute Entscheidungen.

Ihr Hari

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Kurzkommentar zur Lage in DAX und S&P500 – 19.10.12 – Von Ahnungen und Hedges

16:00 Uhr

Endlich ist die Lage für mich klarer. Zur Erklärung worum es hier geht, verweise ich auf meinen gestrigen Artikel, der meine Vorsicht hinsichtlich der kurzfristigen Entwicklung thematisierte.

Wie bitte, werden Sie fragen, es ist doch nun erst recht unklar, ob der Aufwärtstrend erhalten bleibt ? Warum klarer ?

Das stimmt, das ist aber nicht der Punkt. Wie die Zukunft wird, weiss ich sowieso nicht. Diese Unklarheit ist immer da. Es geht doch nur um die Frage wie ich mich in der Gegenwart aufstelle. Und da ist die Lage für mich nun klarer. Warum, werden Sie fragen ? Ganz einfach:

Weil die von mir erahnte und "gerochene" Korrektur nun eindeutig eingesetzt hat. Ich weiss zwar immer noch nicht wie tief sie geht. Ich weiss aber nun, dass der Verlauf der Korrektur mir alles Notwendige sagen wird.

Denn schüttelt der Markt diese Abwärtsbewegung sofort wieder ab und steigt erneut, dann ist das für mich voraussichtlich das "Grün" Signal für weitere Kursgewinne und einen weiteren Aufwärtsschub. Dann stelle ich meine Hedges sofort glatt. Und fällt der Markt nun weiter, dann um so besser. Dann geniesse ich den Effekt der Hedges und freue mich meine Favoriten später günstiger zukaufen zu können.

Denn von einem guten Jahresausklang bin ich nach wir vor überzeugt. Die Frage ist für mich eher, wie tief wir vorher in den Indizes runter müssen, bevor der Schub zum Jahresende einsetzen kann. Und diese Frage beantwortet mir nun der Markt, ich muss "nur" den Swing-Low der jetzigen Korrekturbewegung erwischen um meine Hedges aufzulösen und nachzukaufen. Vielleicht nächste Woche, vielleicht auch schon heute in einer Stunde. Wer weiss. 🙂

Wenn Sie mich fragen was ich für das wahrscheinlichste Szenario halte, dann ist es immer noch nahe an meinem Gedanken-Szenario von letztem Sonntag - dem -> Weg des maximalen Schmerzes <-. Ich rechne nun eher mit ein paar Tagen Korrektur bis in die nächste Woche hinein, die durchaus das Potential haben Schmerzen zu verursachen. Wobei ich einen Taucher unter DAX 7000 zwar für möglich, aber nicht für zwingend halte. Dafür ist der Kaufdruck wohl zu hoch. Auch ein tagelanges Rumeiern um 7300 kann ich mir gut vorstellen.

Und selbst das wir heute schon wieder nach oben drehen ist möglich und soll mir recht sein. Denn nun geniesse ich den Vorteil der daraus entsteht, das ich schon vorher eine Strategie für das aktuelle Szenario hatte. Und danach, wenn diese Korrektur durchgelaufen ist, ist der Markt möglicherweise reif, um zur richtigen Liquiditätsrally zum Jahresende anzusetzen.

Auch hier werde ich wieder genau auf Gold (XAUUSD) und EURUSD zu schauen. Wenn Sie genau geschaut haben, haben Sie sicher bemerkt, dass Gold mit seiner Wende nach unten der Bewegung des Aktienmarktes schon wieder vorgelaufen ist. Es spricht viel dafür, dass auch der SwingLow als erstes wieder bei Gold kommt.

Warten wir es ab und lassen wir uns überraschen. Denn nur eines ist sicher, letzteres wird Mr. Market immer wieder schaffen ! 😉

Ich wünsche Ihnen ein schönes Wochenende !

Ihr Hari

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Marktupdate – 14.10.12 – DAX & Co.: Vom Weg des maximalen Schmerzes

14:30

Am heutigen Sonntag Nachmittag möchte ich ein paar Gedanken über die kommende Börsenphase mit Ihnen teilen.

Das der Markt sich derzeit in einem Patt zwischen Bullen und Bären befindet, haben wir hier ausreichend thematisiert und ist offensichtlich.

Das nach Auflösung eines derartigen Patts sich meistens eine dynamische, volatile Bewegung anschliesst, ist statistisch wahrscheinlich und bei regelmässigen Lesern von surveybuilder.info.de bekannt.

Nur wie wird es konkret weiter gehen ? Das ist wohl die 100-Millionen-Dollar Frage.

Sehr kurzfristig, sollten wir dabei zwei Faktoren nicht übersehen:

Erstens hatten wir am Freitag einen signifikanten "Buying on Weekness" Tag für den SPY (=S&P500). Und übrigens auch einen für den íShares MSCI Brazil. Diese Indikatoren sind nicht perfekt als Voraussage, liefern aber statistisch doch ganz gute Ergebnisse, wann Big Money seinen Fuss in den Markt stellt. Möglicherweise spielt bei Big Money auch ein Rolle, dass wir am Montag und Dienstag in Summe zusammen ca. 10 Milliarden POMO Buy Operations der FED im Markt haben. Die Chance auf einen erneuten Bounce ist definitiv da.

Es könnte also gut sein, dass wir Anfang dieser Woche noch einmal ein oder zwei starke Tage erleben. Zur Vorsicht gemahnt dabei aber der gewaltige "Selling on Strength" Print bei Apple am Freitag. Damit drückt Big Money ganz klar aus, dass die Schwäche von Apple vielleicht noch nicht vorbei ist. Und mit Schwäche bei Apple, kann der NASDAQ nicht stark sein.

Die generellen Faktoren, die zum Jahresende für höhere Kurse sprechen sind weiter aktiv, ebenso wie die Verunsicherung, die bis Anfang November von der Präsidentschaftswahl in den USA ausgehen wird. In Summe bleibt uns also nichts weiter als abzuwarten und uns eine Strategie für die verschiedenen Szenarien zurecht zu legen.

In solchen Situationen hat es sich für mich bewährt, mir den "Weg des maximalen Schmerzes" zu vergegenwärtigen.

Also die Marktbewegungen, mit denen die wenigsten rechnen und die das Maximum an Marktteilnehmern auf dem falschen Fuss erwischen würden. Denn gerade weil niemand so positioniert ist, haben diese Bewegungen die fiese Eigenschaft besonders gerne einzutreffen. Vielleicht erinnern Sie sich ja auch noch, dass ich im Juli einen starken Anstieg im 3. Quartal als Weg des maximalen Schmerzes skizziert hatte, eben weil sich das damals nahezu niemand vorstellen konnte. Wir wissen ja nun, was passiert ist. 😉

Hier ist also, was ich dem fiesen und hinterhältigen Mr. Market durchaus zutraue. Stellen Sie sich vor:

.... wir würden Anfang dieser Woche dynamisch hoch laufen und im DAX wieder an 7400 knabbern, so dass alle Bullen denken das war es jetzt mit der Korrektur und die Bären ihre Shorts schliessen um dem Markt hinterher zu hechten. Dann, gegen Ende der Woche kippt der Markt ohne neue Höchststände zu erreichen. Der DAX fällt in 2-3 blutigen Tagen bis knapp unter 7000, der S&P500 unter 1400.

Das Heulen und Zähneklappern würde gross sein. Die Bullen wären in neuen, gerade eingegangen Positionen gefangen und sofort unter Wasser. Das schlimmste was einem passieren kann. Die Bären würde sich die Haare raufen, dass sie kurz bevor der Markt dann wirklich fällt, aufgegeben und ihre Shorts glatt gestellt haben. Und die Medien würden von Analysen überquellen, dass das nun definitiv eine Topbildung sei und Kursziele irgendwo zwischen 6400 und 6700 ausrufen.

Die Bären würde in diesem Moment also bei ihren Shorts nachlegen und die Bullen würden anfangen die Verluste zu realisieren und auszusteigen.

In dem Moment, in dem sich alle sicher sind, dass wir das Top des Jahres 2012 schon gesehen haben und es nun nach unten geht - In dem Moment wo der DAX unter 7000 schaut, in ca. 1-2 Wochen also - beginnt der Markt dann nach oben zu drehen. 🙂 Er steigt dynamisch, erreicht neue Jahres-Höchststände und schiebt und schiebt gnadenlos weiter bis zum Jahresende, das wir mit historischen Höchstständen bei 8500 im DAX und 1600 im S&P500 erreichen.

So würde es Mr. Market schaffen alle - Bullen wie Bären - abzuwerfen und zu zwingen in der entscheidenden Phase den Kursen verzweifelt hinterher zu hechten, was genau die Dynamik der dann folgenden Aufwärtsbewegung begründet.

Nettes Szenario oder ? Und definitiv aktuell der Weg des maximalen Schmerzes.

Für neue Leser muss ich nun den Disclaimer einfügen: das ist keine Prognose meinerseits ! Im Gegenteil, exakt genau so wird es wohl kaum kommen. Und trotzdem macht es jede Menge Sinn, sich dieses Szenario in einer gedanklichen Übung mal ernsthaft zu vergegenwärtigen.

Denn das Szenario macht uns die Volatilität bewusst, die möglicherweise vor uns liegt. Und es erlaubt uns, uns innerlich darauf vorzubereiten. Denn es ist einer der bekanntesten Fehler von Anlegern, dass sie gerade nach längeren Phasen der Bewegung in eine Richtung, die Fähigkeit von Mr. Market zu wilden Swings (die Volatilität) massiv unterschätzen.

Denken Sie also mal intensiv über das Szenario nach und wie Sie mit Ihrem Depot damit umgehen würden. Wenn Sie dafür - für den Weg des maximalen Schmerzes - eine sinnvolle Strategie haben, dann können Sie die Entwicklung der börslichen Herbststürme ziemlich gelassen beobachten.

Denn dann wissen Sie: Sie werden nicht in Panik verfallen, wie so viele andere ! Sie werden sich von Mr. Market nicht emotional hin und her werfen lassen ! Und Sie werden nicht genau im falschen, emotionalen Moment auf den Kauf- bzw Verkaufsknopf drücken ! Denn Sie haben eine Strategie, der Sie gelassen folgen werden.

Ich wünsche Ihnen gute Entscheidungen !

Ihr Hari

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Marktupdate – 07.08.12 – Der Bulle rennt schnaubend

16:30 Uhr

Heute nur ein paar kurze Zeilen. Denn der Blick auf die Kurstafel zeigt Ihnen schnell, das es zu meinem Artikel gestern und denen in den letzten Tagen wenig hinzu zu fügen gibt. Alles was zur aktuellen Situation zu sagen ist, habe ich schon mehrfach gesagt.

Deshalb nur ein Hinweis. Jetzt, da wir im S&P500 1403 erreicht haben und der DAX kurz vor der 7000 steht, nehme ich etwas Risiko aus dem Markt um eine Korrektur zu spielen, die bald eintreffen sollte.

Sollte sich nichts Grundlegendes ändern und nichts Überraschendes passieren, werde ich diese Korrektur aber schon spätestens bei DAX 6800 wieder kaufen.

Ich wünsche Ihnen viel Erfolg - Enjoy the Ride 😉

Ihr Hari

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Marktupdate – 23.07.12 – Mini Crash

15:50 Uhr

Das hat nun schon den Charakter eines kleinen Crash, was der Markt gerade macht. Und es erstaunt und überrascht mich in der Dynamik. Das diese Korrektur kommen würde, war am Donnerstag völlig klar und habe ich ja auch hier deutlich formuliert. Umfang und Dynamik ist aber erstaunlich.

Die Meldungen zu Griechenland halte ich dabei nach wie vor für wenig überraschend. Kein professioneller Marktteilnehmer hat mit etwas anderem gerechnet, das Griechenland nicht im Euro bleiben wird ist jedem kompetenten Beobachter seit Monaten klar.

Aber auch wenn diese Nachricht diese Bewegung nicht rechtfertigen kann, ist sie doch der Auslöser. Denn das war das Signal, die Gewinne der Sommerrally mitzunehmen. Und wenn das alle machen, noch dazu von Algos automatisiert, erleben wir einen bitteren Tag mit einem klassischen Wasserfallabsturz wie heute.

Unglaublich dämlich und die Situation verschärfend waren dann die Verbote von Leerverkäufen in Italien und Spanien. Die sorgten für den nächsten Schwall nach unten, denn die signalisierten dem Markt, dass etwas ganz und gar nicht in Ordnung ist. Diese Massnahmen haben auch den gelassenen Marktteilnehmern die Ruhe genommen. Das war wirklich "Selbstmord aus Angst vor dem Tod".

So stehen wir nun an der Wegsscheide, die Sommerrally kann aber immer noch überleben und die letzten 2 Tage sich im Rückblick als reinigendes Gewitter und Kaufgelegenheit heraus stellen. Dafür müssen aber die 6350 im DAX und die Zone um 1335 im S&P500 heute als "Last Line of Defense" halten und wir müssen heute zum Handelsschluss wieder deutlich über 6400 im DAX notieren.

Die Chancen dafür sind nicht schlecht, denn wir haben heute eine POMO Kauf-Operation und sind nun so technisch überverkauft, das zumindest ein Bounce nun ansteht.

Umgedreht wird aber auch ein Schuh daraus. Wenn wir heute weiter abstürzen und auch diese Zonen nicht halten können, dann war es das mit der Sommerrally. Und dann muss sich unser Blick wieder in düstere Tiefen richten.

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Marktupdate – 06.07.12 – Erwartete Korrektur

17:45 Uhr

Ich mache es heute mal kurz.

Denn erstens habe ich zuletzt sehr viel geschrieben und muss auch mal was anderes machen.

Und zweitens ist der heutige Tag bisher einfach nur die erwartete Korrektur. Ich weiss, unter der Decke der Indizes bei den Einzeltiteln fühlt sich so etwas immer schmerzhaft an, aber ich sehe bisher nichts, was das Bild einer rein technischen Korrektur in Frage stellen würde.

Wie hier in Kommentaren besprochen, ist daher im DAX nach wie vor die Zone 6300-6360 ein wahrscheinlicher Zielbereich für die Korrektur, den wir entweder heute noch im Future oder am Montag Morgen erreichen könnten.

Was aber keineswegs ausschliesst, das wir schon vorher drehen oder dann doch noch tiefer fallen. Es ist einfach nur das wahrscheinlichste Szenario aus meiner Sicht und mehr als Wahrscheinlichkeiten haben wir nicht.

Und nach erreichen dieser Zone, ist es das wahrscheinlichste Szenario, dass wir danach zu neuen Höchstständen in der Aufwärtsbewegung aufbrechen, also DAX > 6700 und S&P500 > 1400. Die grösste Gefahr der nächsten Woche für diesen Ablauf, geht nach meiner Erwartung vom Bundesverfassungsgericht am Dienstag aus, auch das haben wir ja schon besprochen. Und was für die Märkte eine Gefahr ist, ist für mich aus anderer, politischer Perspektive eine Hoffnung.

Wenn Sie jetzt also nicht ein paar Shorts geniessen, würde ich mir jetzt genau die Aktien und Sektoren anschauen, die in einem Aufwärtstrend sind. Einige haben wir besprochen. Und mir genau überlegen, bei welcher Marke ich meine Kauforders einlegen will. Und wenn es von den Gebühren her nicht zu teuer wird, ist es in jedem Fall eine gute Idee, nicht "all or nothing" einzusteigen, sondern zunächst mit einer Teilposition. Denn ich wiederhole mich, auch wenn eine Wende in der Zone 6300-6360 wahrscheinlich ist, ist das nicht sicher !

So, jetzt wünsche ich Ihnen ein schönes Wochenende, weitere Artikel gibt es heute nicht, ausser es passiert etwas Aussergewöhnliches. In der Kommentarsektion werden wir uns ja heute sicher noch sprechen und da bin ich auch noch präsent.

Ihr Hari

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