NEIN ! Ich schreibe keinen Auftragsartikel, kein Advertorial und keine Schleichwerbung !

Sie werden jetzt als treue surveybuilder.info Leser denken, was dieser folgende Artikel in einem Finanzblog soll. Und Recht haben Sie ! Trotzdem muss ich diesen Artikel hier leider schreiben.

Denn ich erhalte nun permanent und in der Frequenz steigend, Anfragen von Marketing- oder SEO-Agenturen, die meinen Blog "entdeckt" haben wollen und von mir wollen, dass ich für Ihre Kunden Artikel schreibe und auf deren Seiten verlinke. "Advertorial" nennt man das neudeutsch im Kostenlos-Internet, das glaubt mit Search-Engine-Optimization (SEO) irgendwelche Werte zu schaffen.

Nur .... wenn ich dann zurück schreibe, dass das deren Kunden gerne selber machen können, dass diese Artikel dann hier im Blog aber von mir als "Sponsored Content" oder "Payed Content" klar als Werbung gekennzeichnet werden, dann höre ich in der Mehrzahl nichts mehr. Scheinbar passt das nicht zu den Interessen der Auftraggeber. Früher hat man so etwas übrigens als "Schleichwerbung" bezeichnet, wenn Werbung nicht als solche gekennzeichnet wurde, sondern einfach als vermeintlicher Text des Blogs (oder Magazins oder der TV Sendung) unter die Leser (bzw Zuschauer) gebracht wurde.

Im kostenlosen Web verludern scheinbar die Sitten, die früher mal guten Journalismus ausgezeichnet haben. Diese (für mich) Unsitte frisst sich leider auch durch einige unabhängige Blogs. Achten Sie mal selber darauf, wo Ihnen alles "Artikel" begegnen, die aus der Redaktion zu stammen scheinen, bei genauem Hinsehen aber vor allem die Dienste eines Unternehmens in den Vordergrund stellen, das dann mit einem Link im "Artikel" auftaucht. Wenn Ihnen so etwas begegnet, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass der Autor dafür Geld bekommen hat. Was ja erst einmal nicht schlimm wäre. An Werbung ist überhaupt nichts Anrüchiges und dass werbende Artikel geschrieben werden, ist auch völlig in Ordnung. Den entscheidenden Unterschied macht die Kennzeichnung, denn ungekennzeichnete "Schleichwerbung", hat für mich persönlich ein Geschmäckle.

Besonders absurd wird das Ganze dann für mich, wenn man sieht, was in der "SEO-Web-Kultur" dann als "angemessene Aufwandsentschädigung" betrachtet wird. Bei einer Seite wie surveybuilder.info, werden dann dafür zweistellige oder kleine dreistellige Euro-Summen angeboten, für die ich dann schreiben soll, um einem Unternehmen eine Werbeplattform durch die Hintertür zur Verfügung zu stellen oder indirekt einen Link zu kaufen und in Content zu verstecken.

Mit Verlaub, wer sich für diese Summen prostituiert, ist in meinen Augen selber schuld! Alle Autoren sollten bedenken, dass es hier um Ihre wichtigste Leistung, ihr geistiges Eigentum geht und das hat einen Wert! Wenn man natürlich die eigene Leistung durch Annahme solcher Angebote selber entwertet, muss man sich nicht wundern, wenn man als Autor und freier Journalist im Web von seinen Texten nur schwer leben kann. Genau diese Entwicklung schadet gutem, freien Journalismus und wer bei dieser Reise ins Wertlose mitmacht, sägt genau an dem Ast, auf dem er sitzt bzw von dem er leben will.

Und im Übrigen, auch wenn Google selber nun auch in diese Richtung agiert und ungekennzeichnete Advertorials zunehmend kritisch sieht, sei hier klar gesagt: es interessiert mich überhaupt nicht, wie Google darüber denkt! Zufällig sind wir hier mal einer Meinung, das ist aber auch alles.

Nein, mir geht es um etwas viel Wichtigeres: Guter Content hat seinen Wert und wer den nicht akzeptieren will, soll sich seinen Input und seinen Werbeplatz bitte woanders holen. surveybuilder.info ist dafür nicht die Plattform!

An alle seriösen Unternehmen und Agenturen, die solche vertreten, sei aber durchaus einladend gesagt:

Ich freue mich über Unternehmen, die hier auf surveybuilder.info mit Artikeln werbend auftreten wollen und sich damit Zugang zu einer hoch qualifizierten Community und Leserschaft verschaffen wollen. So wie das mit ING Diba und IG zwei namhafte Banken stilvoll und inhaltlich interessant, im letzten Jahr getan haben. Wir vereinbaren dafür einen fairen Gegenwert, der der Qualität der Plattform angemessen ist und kennzeichnen diese Texte klar als Sponsored Content und nennen die Autoren. So wie es sich nach dem journalistischen Ethos gehört. Fertig.

Und wenn ich Ihr Unternehmen oder Ihre Produkte selber schätze, bin ich sogar bereit, selber dafür explizit einen "Auftrags-Artikel" zu schreiben. Denn wenn ich selber zu den Produkten stehe, dann - und nur dann - bin ich auch bereit, dass der Welt mitzuteilen. Aber auch in diesem Fall, würde ich klar und offen kennzeichnen, dass ich für so einen Artikel eine Aufwandsentschädigung entgegen genommen habe. Und wenn wir über die Aufwandsentschädigung reden, reden wir über einen fairen Gegenwert für den zeitlichen Aufwand eines Experten und nicht über die inakzeptable "Klickzahlen-Arithmetik" des "Kostenlos-Internets". Wenn Ihnen meine Zeit das aber nicht wert ist, ist es doch kein Problem - Sie suchen sich einfach jemand anderen, der für Sie schreibt. Dabei viel Erfolg.

Das nur zur Klarstellung. Der Sinn dieses Artikels ist daher auch primär, dass ich die diversen Anfragen in Zukunft mit einem einfachen Link auf diese hoffentlich deutlichen Worte beantworten kann. Das wird 90% Prozent der Anfragen von alleine erledigen.

Und mit den vielleicht 10 Prozent, den qualitativ hochwertigen Auftraggeber und Agenturen, die die Welt wie ich oben sehen und nach Blogs suchen, die wirklich kompromisslos Qualität in den Vordergrund stellen und sich nicht einfach "kaufen" lassen ..... Mit den Agenturen und Unternehmen, die verstehen, dass genau das die Blogs sind, die besonders hohe Reputation geniessen und Multiplikationseffekte auslösen ..... Mit diesen Auftraggebern und Agenturen, könnte eine Kontaktaufnahme frei nach "Casablanca" der Beginn einer wunderbaren Freundschaft sein ... oder besser gesagt der Beginn einer für alle attraktiven Geschäftsbeziehung. 🙂

Ihr Hari

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Aktienmärkte von 1896 bis heute – Steht ein neuer, säkularer Bullenmarkt bevor ?

Wir sorgen uns zu Recht um 10% Gewinn oder Verlust. Wir reden vom "Crash" und verfallen in Panik, wenn der DAX mal wieder auf 5000 Punkte fällt. Im grossen, langfristigen Bild der Märkte ist das aber alles nur Rauschen. Und es ergibt sich eine höchst interessante Perspektive, mit langfristig sehr bullischen Implikationen, wenn man sich mal die Mühe macht, das ganz grosse Bild zu betrachten.

Und deshalb habe ich mir die Daten des Dow Jones Index seit 1896 besorgt. Ja, Sie lesen richtig, seit nun fast 117 Jahren in der Vergangenheit ! Die Quelle ist dabei die St. Louis FED gewesen, Sie können die Daten selber nachvollziehen.

In normalen Charttools bekommt man dergleichen historische Darstellungen in der Regel nicht, da ist irgendwann in den 80ern oder 90ern Schluss, weswegen ich auch Excel bemühen musste. Und natürlich arbeite ich hier mit einer logarithmischen Achse, um die prozentualen Steigerungen richtig darzustellen. Immer wieder sieht man auch bei so Langfristcharts lineare Achsen, die völlig blödsinnige Darstellungen produzieren, so als ob Börse überhaupt erst in den 80er Jahren los gegangen wäre und es vorher nur um die Nulllinie schwankte.

Und nun schauen Sie mit mir auf dieses Langfristchart des Dow Jones Index seit 1896:

Dow Historisch

Was wir sehen ist höchst beeindruckend. Es gab drei übergeordnete säkulare Bullenmärkte, der Erste endete mit dem 1929er Crash, der Zweite endete Mitte der 60er Jahre und der Dritte mit der Internet-Blase im Jahr 2000. Dazwischen lagen drei säkulare Bärenmärkte und ja, wir sind aktuell immer noch in einem säkularen Bärenmarkt bzw. zumindest in einer 10 Jahre andauernden Konsolidierung.

Jetzt darf man bei so einem langfristigen Bild natürlich auch die Inflation nicht übersehen, es ist mir mit meinen begrenzten Mitteln aber nicht möglich, diese hier korrekt einzuarbeiten. Würde man es aber tun, würde man die säkularen Bärenmärkte weit deutlicher als hier, als Bärenmärkte erkennen, denn die Menschen haben in diesen Phasen nach Inflation effektiv Geld verloren. Das ist auch für die Phase seit 2000 richtig, obwohl rein von den nominellen Zahlen her, schon wieder neue Höchststände erreicht wurden. Und die Steigung der säkularen Bullenmärkte wäre dann optisch nicht so hoch, wie es hier aussieht. An der prinzipiellen Abfolge der Marktphasen ändert das aber nichts. Und auch nicht daran, dass die säkularen Bärenmärkte irgendwann nach 15 Jahre vorbei waren.

Auch falls Sie denken, da sei ja zum Beispiel in den 70ern an den Börsen fast gar nichts passiert, lassen Sie sich nicht durch die logarithmische Skalierung täuschen. Objektiv schwankte der Dow in den 70ern zwischen 500 und 1000, also immer noch um 50% ! Sie sehen ja auch, wie im langfristigen Massstab die grossen Korrekturen im letzten Jahrzehnt aussehen - es sind in dieser Darstellung eher Petitessen und nur Konsolidierungen auf hohem Niveau. Angefühlt hat sich 2008 für uns aber anders. Und wer objektiv 50% des eingesetzten Kapitals verliert, hat die Hälfte seines Vermögens verloren, was keine Petitesse ist.

Die wichtige Schlußfolgerung dieses grossen Bildes ist aber, dass wir möglicherweise am Beginn eines neues jahrzehntelangen Bullenmarkets stehen könnten. Damit das passiert, braucht es aber Katalysatoren, die die Produktivität der Weltwirtschaft massiv anschieben und damit höhere Bewertungen rechtfertigen. In den 90er Jahren war das der Siegeszug der Computer und des Internets, verbunden mit der Friedensdividende aus dem Fall des eisernen Vorhangs.

Was könnte es in Zukunft sein ? Die Ergebnisse einer Biotechnologie vielleicht, die das Leben massiv verlängert, die Intelligenz der Menschen steigert und so die ganze Welt umkrempelt ?

Ich weiss es nicht. Und im grossen Bild können wir vorher auch problemlos noch einmal um 40% korrigieren. Für uns sehr schmerzhaft, im grossen Bild aber einfach nur ein paar weitere Jahre im säkularen Bärenmarkt seit 2000.

Der grosse neue Bullenmarkt kommt also noch. Und wahrscheinlich dauert es weniger als 10 Jahre, bis es wieder so weit ist. Das sagt uns dieses Chart. Vielleicht hat er auch schon mit dem Ausbruch zu neuen Hochs begonnen. Oder er beginnt vielleicht 2016, nach einem erneuten bösartigen Taucher um 40%, in dem die Verzerrungen durch die Notenbanken abgebaut werden.

Lassen Sie uns diesen säkularen Bullenmarkt aber nicht vergessen, wenn wir uns mal wieder über das Klein-Klein des Momentes sorgen. Und wenn wir zu Recht sagen, dass die aktuellen Kurse durch den Einfluss der Notenbanken zu weit gelaufen sind. Kurzfristig sind sie das wohl. Langfristig stehen uns die grossen Kursgewinne erst noch bevor.

Ihr Hari

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