Wasser – Quelle des Lebens – und was das mit Geberit zu tun hat

Der folgende Beitrag unseres -> Kolumnisten <- "Johann", erschien schon am 16.05.14 im Premium-Bereich, ist heute aber kein bisschen weniger aktuell:

Ohne Energie kann man wohl leben; wenn auch vermutlich relativ schlecht! Ohne Wasser stirbt man. Energieträger sind substituierbar und wir versuchen gerade das große Experiment, fossile Energieträger wirtschaftlich bezahlbar durch erneuerbare Energieformen zu ersetzen. Wasser ist dagegen durch Nichts zu ersetzen! Die in jedem Unfang ausreichende und dauerhafte Versorgung damit und dessen hygienische Unbedenklichkeit sehen wir in Deutschland und vielen Industrieländern als Selbstverständlichkeit. So selbstverständlich, dass wir uns kaum Gedanken machen, woher dieses Wasser kommt, welches wir als Trinkwasser nutzen.

Weltweit betrachtet sieht die Situation völlig anders und deutlich schlechter aus. Man geht davon aus, dass ca. 850 Millionen Menschen keinen regelmäßigen Zugang zu hygienisch einwandfreiem Wasser haben. Und weit mehr, nämlich ca. 2 Milliarden Erdenbewohner haben keine sanitäre Entsorgung, die unserer vergleichbar wäre. Eine geordnete Entsorgung und anschließende Behandlung des Abwassers sind jedoch unabdingbare Voraussetzung, dass die vieler Orts inzwischen knappe Ressource Wasser vor Verunreinigungen und krankmachenden Keimen geschützt werden kann. Aus diesem Grund möchte ich die neue Kolumne über "saubere Technologien und sauberes Wasser" an einer Stelle des globalen Wasserkreislaufes eröffnen, der auch als Quelle „so manchen Übels“ angesehen werden kann. Zunächst einmal vermutlich wenig sexy und spannend und im Vergleich zu vor Innovation strotzenden Technologiebranchen wie Elektrocars oder 3-D Drucker eine scheinbar langweilige Sache.

Wer denkt schon, dass auch eine Toilette innovativ sein könnte. Wäre käme jemals auf die Idee, dass eine Firma, die u.a. WC-Sitze herstellt, im Jahre 2011 den weltgrößten Innovationspreis für Technologie, Sport und Lifestyle erhält, den „Most Innovative Brand Award“. Nur wenige Unternehmen sind für diese Herausforderungen der Zukunft auf diesem Sektor vergleichbar gut aufgestellt. Bei der Firma, die ich vorstellen möchte, handelt es sich um keine Unbekannte. Jede und Jeder dürfte Produkte der Firma Geberit kennen.

Hält man sich nochmals die Zahl von um die 2 Mrd. Menschen ohne sanitäre Grundversorgung gemeinsam mit dem Megatrend der weltweiten Urbanisierung vor Augen, erahnt man möglicherweise was dieser Markt auf lange Sicht noch an Wachstum bietet. So sieht es wohl auch Mr. Market. Der Verlauf des Aktienkurses ist relativ stabil nach oben gerichtet. Und sogar „unser Leithammel, der S&P500“ hinkt seit Jahren dem Kursverlauf „der Schweizer“ hinterher.

geberit

Wer sich also im Zukunftsmarkt Wasser (sehr) langfristig positionieren will, könnte vielleicht zunächst einmal darüber nachdenken, wie dieses im Haus verteilt, genutzt und nach Nutzung abgeleitet wird. Auch aus charttechnischer Sicht erscheint die Firma im Moment – wieder einmal - sehr interessant. Hier erfolgt auf Wochenbasis gerade ein „sauberer Ausbruch“ auf neue Hochs! Schnell reich wird man mit dem Invest vermutlich nicht; aber es könnte eine tragende Säule in einen Langfristdepot werden und den Druck des täglichen Handelns reduzieren.

Den Artikel habe ich bereits vor gut 4 Wochen im Premiumbereich von Mr. Market veröffentlicht und der Ausbruch wurde zwischenzeitlich bestätigt. Die Aktie erklimmt ruhig und scheinbar unbeeindruckt von irgend welchen Börsenturbulenzen neue Höhen. Und fast 8% Kursanstieg seit Vorstellung sind schon mal ein schönes Polster in einem Langfristdepot.

Liebe Grüße
Johann

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Hari´s Märkte am Abend – 14.05.12 – In griechischer Geiselhaft

22 Uhr - Handelsschluss

Heute habe ich in Anbetracht eines politischen Marktes nur einen sehr persönlichen, durchaus emotionalen und nicht immer politisch korrekten Kommentar zu bieten. Einen Kommentar zu dem, was in Europa gerade passiert.

Denn ich muss Ihnen gestehen, das Wort "Griechenland" beginnt mich so richtig zu nerven. Und das ist nicht gut, weil es das seelische Gleichgewicht gefährdet, das für den Erfolg an den Märkten so entscheidend ist.

Aber es ist für mich kaum mehr auszuhalten, wie dieser marode und unregierbare Ministaat die ganze Eurozone und damit auch die Welt in Geiselhaft nimmt. Hier sieht man in meinen Augen den fatalen Mangel politischer Führung in der EU, der in dem ungeordneten Crescendo von 27 Staaten sichtbar wird. Verstärkt wird das durch die permanenten Wahlen - gewählt wird immer irgendwo - deren Gewinner dann erst einmal das Alphamännchen heraus hängen lassen müssen, um die Bedürfnisse der eigenen Wähler zu befriedigen. Das alles macht in schwierigen Zeiten so etwas wie eine ruhige und konsequente Führung der Euro-Zone unmöglich.

Denn theoretisch wäre es doch ganz einfach. Schon vor der gerade abgelaufenen Griechenland-Wahl hätte sich die nicht vorhandene Führung Europas eigentlich hinstellen müssen und sinngemäss öffentlich und mit allem Ernst folgende Sätze sagen:

"Liebe Griechen, wir sind solidarisch mit Ihnen und haben für Sie nicht nur einen gewaltigen Schuldenschnitt organisiert, sondern sind auch zu diversen materiellen und personellen Hilfen vor Ort bereit, um Ihrem Staat auf diesem schwierigen Reformweg zu helfen. Allerdings sind unsere mühsam ausgehandelten Vereinbarungen nicht mehr verhandelbar. Sie haben also die freie Wahl, wählen Sie entweder eine Regierung die diesen Weg mit uns geht und Griechenland wird sehr harte, schmerzhafte Jahre erleben, hat aber die gute Chance in EURO und EU zu bleiben und wird weiter unsere Solidarität erfahren. Oder wählen Sie eine andere Regierung, das ist Ihr gutes Recht. Dann seien Sie sich aber darüber im klaren, dass kein weiterer Cent der Eurozone mehr fliessen wird und Griechenland seinen eigenen Weg finden muss. Diese Haltung ist nicht mehr verhandelbar, denn wir sind unseren 500 Millionen EU-Bürgern verpflichtet und nicht nur 11 Millionen Griechen. Sie haben also die Wahl. Danke und auf Wiedersehen."

Wären diese Sätze klar und glaubhaft gesagt worden, hätte es zu einer echten "Wahl" statt einer reinen Frustabfuhr geführt. Und wir wüssten jetzt alle, woran wir sind. Denn ich bin sicher, dieses Wahlergebnis in Griechenland ist die Mischung aus jeder Menge sehr berechtigtem Frust mit dem alten Parteienfilz, der den Karren so in den Dreck gefahren hat - verbunden mit der undifferenzierten Hoffnung, dass man sich schon wie immer irgendwie durchmogeln kann und am Ende die Europäer doch zahlen. Nur eine derart klare Ansage, die Wahl zwischen Pest und Cholera sozusagen, hätte dazu geführt, dass die griechischen Bürger eine wirkliche Wahl und klare Entscheidung getroffen hätten. So wird natürlich lieber den Wunderheilern geglaubt, die versprechen die Krankheit ohne Schmerz heilen zu können.

Für uns, für Europa, für die Wirtschaft und für die Kapitalmärkte, ist das aktuell aber nun das schlimmste aller Szenarien: wir eiern weiter durch die Gegend, ohne das ein Ende dieses Elends abzusehen ist. Das kann jetzt möglicherweise bis Juni oder darüber hinaus so weiter gehen. Der Schaden, der dabei in Form von verschobenen Investitionen und Verunsicherung in der Wirtschaft angerichtet wird, beträgt sicher riesige Milliardenbeträge, wenn das mal reicht. Und den Schaden tragen wir alle. Denn Wirtschaft ist zu mindestens 50% Psychologie und diese aktuelle Unsicherheit hinterlässt mit Sicherheit eine üble Schleifspur.

Insofern kann ich das Wort "Griechenland" nicht mehr hören und werde zunehmend aggressiv was das angeht. Ich werde aggressiv, weil es so wie es derzeit läuft, nahezu unmöglich geworden ist an den Märkten zu agieren. Ausser als Daytrader natürlich, den die Gründe für eine Bewegung sowieso nicht interessieren, da zählt alleine der Kurs. Denn beim fröhlichen Raten, welche Volte sich dieses griechische Kasperle-Theater nun wieder ausdenkt, kann man nur verlieren. Und mit Geld-Anlage hat das nichts mehr zu tun. Unternehmenszahlen, Markttechnik, Sentiment, Wirtschaftsdaten - alles egal: wir starren nach Griechenland, nur das zählt. Und das nicht erst seit Papandreous unglaublich frecher Kehrtwende letzten Herbst. Ich sagte ja schon am Freitag, wir entwickeln als Geiseln langsam ein Stockholm-Syndrom.

Dabei sind die Schulden oder die Wirtschaftskraft von Griechenland eigentlich gar nicht das Problem, das Land ist im Weltmassstab sowieso in jeder Hinsicht irrelevant. Der daraus resultierende Vertrauensverlust in Europas Institutionen und Stabilität ist das Problem und dieser Schaden ist gewaltig. Ich könnte jeden Tag mit dem Kopf gegen die Wand schlagen, wenn ich sehe wie Europa durch diesen Mangel an Führung langsam kaputt gemacht wird.

Und dabei kann man den individuellen Politikern gar nicht mal grosse Vorwürfe machen, die müssen halt mit den aktuellen Strukturen leben. Der Vorwurf ist bei den Handelnden der 90er Jahre rund um Kohl und Waigel richtig aufgehoben, die eine gemeinsame Währung ohne institutionelle Grundlage und ohne gemeinsamen Rechts- und Wirtschaftsraum forciert haben. Was damals passiert ist, nennt man "das Pferd am Schwanz aufzäumen", da haben gut gemeinte Träumereien über Sachverstand gesiegt. Eine gemeinsame Währung steht eben am Ende einer Konvergenz und ist nicht der Katalysator !

Ob es und gefällt oder nicht, wir leben in einer multipolaren Welt und im Wettbewerb mehrerer grosser Wirtschaftsblöcke. Die Innovationen die nicht bei uns entstehen, werden gerne in anderen Teilen der Welt zu Wertschöpfung gemacht. Und wenn wir den Schallmeienklängen der für mich "ökonomischen Dünnbrettbohrer" folgen, die nun fröhlich schuldenbasierte Staatsprogramme auflegen wollen - so als ob das nicht schon in den 70er und 80er Jahren kräftig in die Hose gegangen wäre - wird Europa erst recht weiter zurück fallen.

Denn diese Diskussion um Sparen versus Wachstum ist komplett an der Realität vorbei. Beides ist nötig und es gibt gar keinen Widerspruch, es kommt aber entscheidend auf die Stelle an, an der man das eine und das andere tut ! Letztlich ist es wie beim menschlichen Körper, wenn ich fit werden will, muss ich mich gesund ernähren um das Fett weg zu bekommen und gleichzeitig trainieren, trainieren, trainieren um die Muskulatur zu stärken. Der Bauch muss schrumpfen UND die Muskeln gleichzeitig wachsen. Das eine ohne das andere führt nicht zu Erfolg !

Übertragen auf unsere überschuldeten Staaten muss also einerseits durch weniger Kalorien (Staatsausgaben) das ganze unproduktive Fett weg, dass sich in Verwaltung und politischen Subventions- und Wähler-Beglückungs-Programmen angesammelt hat. Das gilt auch für Deutschland, denn wenn man die ganzen unbilanzierten Lasten wie zb die Pensionen des öffentlichen Dienstes berücksichtigt, ist auch Deutschland bis zur Halskrause überschuldet und darüber hinaus. Und wenn man sich anschaut, dass wir selbst in der aktuellen Boomphase mit stark wachsendem Steueraufkommen immer noch neue Schulden aufnehmen und keinen Cent zurück zahlen, ist das ein unglaubliches Armutszeugnis für uns.

Andererseits muss alles was mit Investition, Bildung, Technologie und Innovation zu tun hat, gefördert werden. Hier darf nichts gespart werden, im Gegenteil. Aber bitte schön nicht, in dem der Staat in Form von Bürokraten entscheidet, was und welche Branche er fördert. Wie erfolgreich das ist, sehen wir ja wieder an der Solarindustrie. Echte Innovationen können gar nicht gezielt gefördert werden, weil es eben Innovationen sind, die vorher noch niemand auf der Rechnung hatte, schon gar nicht eine Behörde. Das ist doch genau das Wesen einer Innovation, das sie sich überraschend durchsetzt. Will man Innovation fördern, muss das in Form von rechtlichen, steuerlichen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen geschehen, die es lohnend machen zu forschen, entwickeln und auszubilden. Was aber geforscht und entwickelt wird, entscheiden bitte die Unternehmer. Man nennt das Ordnungspolitk, ein Begriff den niemand mehr zu kennen oder begreifen scheint.

Wer aber behauptet, man müsste in der Krise expansiv Geld ausgeben, um dann im Boom zu sparen, ist für mich mit Verlaub ein "ökonomischer Dünnbrettbohrer", der die menschliche Natur überhaupt nicht versteht. Und dabei schliesse ich bestimmte Volkswirtschafts-Professoren ausdrücklich ein. Auch eine Habilitation ist keine Versicherung gegen Schwachfug, es gab in der Wissenschaftsgeschichte in allen Disziplinen schon immer genügend wirre Irrlehren, die trotzdem Heerschaaren an Professoren ernährt haben. Theoretisch, mit Robotern oder in einem Wissenschaftsseminar, würde das mit dem Sparen im Boom ja auch funktionieren. Theoretisch ist das wirklich der richtige Zeitpunkt. Mit realen Menschen, die alle paar Jahre ihren neuen Volksbeglücker wählen dürfen aber nicht - da wird im Boom nie gespart, das ist im wahrsten Sinne des Wortes gegen die menschliche Natur. Und deshalb ist der einzige Zeitpunkt an dem man in Demokratien überzogene Strukturen schleifen kann: die Krise !

Übrigens, auch wenn das in bestimmten Kreisen nicht gerne gehört wird, der Grund warum wir in Deutschland gerade ein kleines Jobwunder erleben und zum Beispiel in Bayern defacto Vollbeschäftigung haben, ist neben der typischen Ingenieurskunst und dem Tüftlergeist der Deutschen die schlichte Tatsache, dass wir in den letzten Jahren bei den Arbeitskosten weit mehr Mass gehalten haben, als die anderen Länder. So ist unsere Wettbewerbsfähigkeit gewachsen. Und das bringt nun die Arbeitslosen wieder in Jobs. Ein bisschen calvinistisches Arbeitsethos schafft eben nicht nur Erfolg, sondern auch Sinn.

Nur so - mit Masshalten UND Investition in Bildung und Innovation - kommt man nachhaltig aus dem Loch, das erschliesst sich jedem Sportler von ganz alleine. Ich muss gesund Essen und mit "Sünden" Mass halten = sparsam sein. Und ich muss trainieren und mich fit machen = in Innovation und Forschung investieren. Ich behaupte ganz arrogant, das ist der einzige Weg der nachhaltig funktioniert. Und er funktioniert für Griechenland wie für Europa. Warum wir da überhaupt darüber diskutieren müssen, ist mir schleierhaft. Nur schnell und schmerzlos ist so eine Fitnesskurs halt nicht, aber ohne Schweiss kein Preiss, das war schon immer so - nicht nur im Sport.

Wer den Menschen aber verspricht, dass Sie alleine auf dem Wohnzimmersessel durch magische Pillen, Elektostimulation oder was auch immer fit werden, ist für mich ein Scharlatan. Das gilt in meinen Augen ebenso für Politiker und Volkswirtschaftsprofessoren, die den Bürgern das erzählen was sie hören wollen: das man gar nicht haushalten muss, sondern fröhlich weiter mit dem Geld um sich schmeissen kann und dann von alleine alles gut wird.

So weit zur Lage in Europa, tut mir leid, mehr habe ich heute wirklich nicht zu sagen. Ich bin wütend und wütend sollte man besser nicht traden, was ich deshalb heute auch nicht gemacht habe.

Rein von der Markttechnik her, von den Wirtschaftsdaten aus China und aus der Welt her, von der Entwicklung im grössten Markt der Welt, den USA her - ausgehend von allem was eigentlich zählen sollte, müsste ich nun aggressiv long gehen, denn viel spricht nun für eine baldige Wende. Auch Big Money scheint sich nun zu positionieren. Wir hatten am Freitag einen grossen Buying on Weekness Tag im SPY und nun auch Berichte wie die Profis die bärischen Wetten zurück fahren, lesen Sie .

Aber müsste, könnte, sollte - alles Konjunktiv. Griechenland nervt nur und überlagert alles. Und wenn da eine Nachricht den Markt nun auf dem falschen Fuss erwischt - so angeschlagen wie er ist - dann können wir im Sinne einer Klospülung auch mal schnell 400 Punkte nach unten rauschen. Das ist die traurige Realität dieser Tage, gefangen in griechischer Geiselhaft.

Ich hoffe, Sie sehen mir meine Wut nach, das hatte heute etwas von "von der Seele schreiben". Gute Nacht.

Ihr Hari

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