Die norwegische Telenor (WKN: 591260) mit Trading Chance

Der folgende kleine Tip erschien vor knapp zwei Tagen in Hari Live:

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Eine interessante, mittelfristige Trading-Chance bei mässigem Risiko, könnte sich gerade in der norwegischen Telenor entwickeln.

Telenor ist einer der wachstumstärksten westlichen Telekomkonzerne, da das Unternehmen neben seinem Stammgeschäft viele interessante Beteiligungen in den Emerging Markets - vor allem in Asien - unterhält.

Grundsätzlich laufen die Geschäfte gut, wurden aber zuletzt durch Sorgen um ein Korruptionsverfahren in Indien belastet, lesen Sie .

Langfristig ist der positive Aufwärtstrend - hier im Chart des Börsenplatzes Oslo - aber ungebrochen:

Telenor 22.04.14 w

Auch das On-Balance-Volumen bestätigt Akkumulation und ist bullisch zu werten. Fundamental ist Telenor wie andere Telekom-Konzerne auch mit einem KGV von 12 und einer Dividendenrendite von 6% angemessen bewertet.

Ins Auge sticht nun aber auf der mittelfristigen Ebene im Tageschart, dass sich da eine deutliche inverse Schulter-Kopf-Formation (iSKS) bilden könnte. Und das nachdem die indischen Nachrichten scheinbar verarbeitet sind:

Telenor 22.04.14

In Summe könnte hier vielleicht gerade eine interessante mittelfristige Trading-Chance, bei fundamental mässigem Risiko entstehen.

Ein kleines bischen Übernahme-Phantasie, kommt zusammen mit einem Aktienrückkaufprogramm, noch als Sahnehäubchen oben darauf.

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Zur Marktkapitalisierung – warum ich Pennystocks nicht anfasse

Anmerkung: Dieser Artikel zu Pennystocks und Marktkapitalisierung erschien schon vor einem guten Jahr am 13.03.2012. Er ist aber sehr grundsätzlicher Natur und es dürften ihn viele nicht gesehen haben. Daher erlaube ich mir, ihn nach einem Jahr erneut hochzuschieben, in der Hoffnung er möge mehr Leser finden.

Mit diesem Artikel möchte ich Ihnen einen Einblick geben, wie und warum das Kriterium der Marktkapitalisierung in meine Entscheidungen einfliesst.

Zunächst einmal muss ich dabei auf ein Grundgesetz der Börsen-Anlage hinweisen. Im Lichte einer prinzipiell unbestimmten Zukunft, stehen wir mit unseren Entscheidungen immer im Wettbewerb mit anderen Marktteilnehmern um zukünftige Entwicklungen abzuschätzen.

Denn wenn alle anderen einen wichtigen Sachverhalt schon begriffen haben, wir aber als einzige noch nicht, dann sind die anderen alle schon positioniert und uns bleibt nichts übrig als hinterher zu rennen, was dann mit Verlusten endet.
Umgedreht, wenn wir wie ein Insider Zukunfts-Wissen haben, das die anderen noch nicht besitzen, haben wir einen entscheidenden Vorteil (Edge), den wir leicht zu hohen Gewinnen umformen können.

Bei jeder kurz- und mittelfristigen Anlage ist also die Frage wichtig, ob wir tatsächlich "mehr" wissen oder die Zukunft besser einschätzen können, als die anderen Marktteilnehmer. Wenn wir diese Frage nicht beantworten können, sollten wir uns keiner Illusion hingeben - wir können dann auch einmal Zufallstreffer landen, über die Zeit werden wir aber nicht in der Lage sein den Markt zu schlagen und wären dann mit einem Index-ETF wahrscheinlich besser beraten.

Und wenn sich ein derartiger Informationsvorsprung jetzt als fast unmöglich anhört, er ist es nicht. Er hat aber immer mit Fleiss und Informationsverarbeitung zu tun. Und es gibt unzählige Wege sich so einen Vorteil zu verschaffen. So schafft es der rein technische Trader zum Beispiel, in dem er sich auf wenige Titel beschränkt und bei diesen spezialisiert. Nach einiger Zeit kennt er die typischen Bewegungen und Muster des Titels so gut, dass alleine das einen Vorteil gegenüber den anderen Marktteilnehmern darstellt. Und ein Warren Buffet hat sich in seine Investitionen immer im Vorfeld so hinein gewühlt, dass er das Unternehmen manchmal besser als das Management selber verstand.

Ein ganz entscheidender Faktor in diesem Spiel ist dabei die Informationsversorgung. Wie kann ich denn zum Beispiel glauben, ich hätte bei einer chinesischen Aktie einen Vorteil gegenüber Millionen anderen Marktteilnehmern, wenn ich die Sprache nicht spreche und daher die Mehrzahl der Medienberichte gar nicht mitbekomme, von kulturellem Unverständnis ganz zu schweigen. Und dann erscheint einmal im Jahr in einer Anlegerpostille ein Jubelbericht zu der Aktie und nun bilde ich mir in meiner Selbstüberschätzung ein, ich hätte deswegen einen Vorteil ?

Nein, damit ist man eher die Sau die sich freiwillig zur Schlachtbank bewegt. Er vor kurzem berichtete die Wirtschaftswoche von aktuellen Ermittlungen (endlich!) der Münchener Staatsanwaltschaft gegen einen Ring von Aktien-Pushern, dabei wird laut Presse auch gegen einen ehemaligen Redakteur von Focus-Money ermittelt, der dort in der Vergangenheit viele "heisse" Aktientips zum besten gegeben hat.

Informationsversorgung ist also ein ganz entscheidendes Kriterium für Erfolg an den Märkten. Und das gilt sogar für den rein technisch agierenden Daytrader, denn auch der muss wissen um wieviel Uhr seine Aktie die Bilanzpressekonferenz macht und wie die Markterwartungen sind. Und wer über Wochen oder Monate Aktien halten will, kommt um ein grundlegendes Wissen um die "Mechanismen" des Geschäftes der Aktie nicht herum.

Und genau hier, bei der Informationsversorgung, kommt unter anderem die Marktkapitalisierung ins Spiel. Dabei gibt es mehrere Parameter die es zu beachten gilt:

Sprache: nur wenn man die Sprache spricht in der das Unternehmen die Informationen heraus gibt, hat man die Chance an ungefilterte Informationen zu gelangen. Bei mir sind das Deutsch und Englisch die ich fliessend spreche und verstehe. Das schränkt meine ideale Zone auf den deutsch und englischsprachigen Raum ein.

Kulturelle Nähe: um eine Nachricht einschätzen zu können, muss man auch den kulturellen Kontext verstehen, da wichtige Schlussfolgerungen oft zwischen den Zeilen gezogen werden. Hier ist mir die "westliche Welt" nahe, darüber hinaus fehlt es mir an ausreichender Kompetenz aus eigener Erfahrung.

Darüber hinaus kann auch räumliche Nähe zur Aktie von Vorteil sein. Wenn ich von grossen Investitionsplänen eines Konzerns in Brasilien lese, kann ich mangels kultureller Nähe dazu nur die Schultern zucken. Wird diese Investition aber hier in Bayern geplant, weiss ich genau wie stark mit Gegenwehr von Bürgerbewegungen etc. zu rechnen ist und wie die lokale Situation wirklich aussieht. Das verschafft mir einen Vorteil gegenüber anderen Anlegern in der Welt.

Grösse: Je grösser ein Unternehmen ist, desto mehr andere Marktteilnehmer beschäftigen sich damit. Und desto mehr Informationen gibt es auch. Gleichzeitig steigt der Druck und die Überwachung des Managements sich an die Regeln zu halten, während in kleinen, wenig beachteten Unternehmen viel mehr mit Informationen gespielt werden kann. Umgedreht wird es bei ganz grossen Unternehmen natürlich immer schwieriger sich einen Vorteil zu verschaffen, denn wenn 500 kluge Leute zum Beispiel die Commerzbank analysieren, was berechtigt mich dann zu der Annahme, dass ich da etwas neues erkennen kann ? Aber nur ein grösseres Unternehmen liefert so viele Informationen, dass ich damit als Aussenstehender "arbeiten" kann. Insofern macht eine Anlage nur Sinn, wenn genügend Informationen aus erster Hand verfügbar sind.

Insider: Jedes Unternehmen hat weit mehr "Insider", als der rechtliche Insiderbegriff fassen kann. Denn um die formalen "Insider", das Management herum, gibt es Rechtsanwälte, Steuerberater, Wirtschaftsprüfer, Partnerunternehmen, Lieferanten, Mitbewerber etc. etc. die alle einen tieferen Einblick in die wirkliche wirtschaftliche Situation haben als ein Aussenstehender. Es reicht doch schon als regelmässiger Lieferant anhand der Bestellmengen einen Einblick in den Rohwarenverbrauch des Unternehmens zu haben, um die wirtschaftliche Situation einschätzen zu können. Bestimmte Hedgefonds die in konkreten Titeln aggressiv investiert sind, setzen daher auch alle denkbaren Mittel ein (die Mittel die man auch aus der Spionage kennt, inklusive der Honigfalle) um an verwertbare Informationen zu kommen. Wenn eine schöne Nacht mit einem gutaussehenden "Mächtigen" einem ein paar Einsichten verschafft, die man dann an den Märkten zu Millionen machen kann, dürfte die moralische Hürde halt recht niedrig werden.

Wir als Aussenstehende dürfen also nie vergessen, dass wir gegen diese Insider antreten und die gibt es bei grossen wie bei kleinen Unternehmen. Der Unterschied ist, bei einem Grosskonzern verdient dieser Hedgefond vielleicht gutes Geld, der Kurs des Grosskonzerns wird dadurch aber nicht wesentlich zu meinen Ungunsten beeinflusst. Denn wenn am Tag die Aktie einen Umschlag von einer Milliarde € hat, dann geht auch der Hedgefond mit seinen 20 Millionen Profit im Rauschen unter. Wenn aber bei einem Pennystock Insider am Werk sind, verlieren wir als redliche Anleger immer und massiv ! Und der Wissensvorsprung der Insider ist bei Pennystocks gewaltig. Dort werden sich die "Analysten-Kommentare" manchmal sogar "erkauft", denn wer verplempert schon freiwillig seine Zeit mit solchen Aktien ? Am Ende ist aber immer der Aussenstehende der Dumme, denn da wo Informationen von wenigen Personen kontrolliert und selektiv nach aussen gegeben werden, kann man nur verlieren.

Jetzt will ich damit nicht alle Pennystocks perse unter Generalverdacht stellen, auch dort gibt es seriöse Unternehmen und seriöses Management. Die Risiken sind aber für uns Anleger so viel höher und die Möglichkeit das von aussen einzuschätzen so viel kleiner, dass man sich die Frage stellen sollte, warum man sich überhaupt in dieses Spiel begibt.

Dieses alles verstehend, habe ich mir daher ein paar Regeln zur Marktkapitalisierung und zum Aktienuniversum gegeben, in dem ich überhaupt aktiv bin. Ich habe dabei meine Aktienwelt in 4 Kategorien eingeteilt, wobei die unten genannten Grenzen nicht als harte Grenzen zu verstehen sind, sondern als Grössenordnungen, die ich bei meinen Entscheidungen mit pragmatischem Augenmass berücksichtige.

Kategorie A: Aktien aus dem deutschen Sprachraum (Deutschland, Österreich, Schweiz): Mindestens 100 Millionen MarketCap - ab 500 Millionen keine Bedenken mehr.

Kategorie B: Aktien aus dem angelsächsischen Sprachraum (USA, Grossbritannien, Kanada, Australien etc): Mindestens 500 Millionen MarketCap - ab 1 Milliarde keine Bedenken mehr.

Kategorie C: Europäisches Ausland (Frankreich, Spanien, Italien etc.): Nur die Aktien aus den Top-Indizes, also Frankreich zb CAC. Bei allen anderen ist mangels Übersetzung ins englische oder deutsche die Sprache eine so hohe Hürde, dass ich Hintergrundinformationen nicht richtig mitbekommen kann.

Kategorie D: Alle anderen Märkte (China, Indien, Brasilien etc.): Grundsätzlich keine Einzelaktien, mangels kultureller und sprachlicher Nähe. Nur ganze Märkte in Form von voll replizierenden ETFs.

Mit dieser Kategorisierung habe ich für meine Anlagestrategie guter Erfahrungen gemacht und sie bewahrt mich auch davor bestimmten vermeintlich "heissen" Aktien hinterher zu laufen, die gerade mal wieder gepusht werden.

Die für meine Anlagestrategie idealen Unternehmen sind dabei die mittelgrossen, mit einer Marktkapitalisierung im unteren einstelligen Milliardenbereich. Die sind gross genug um professionell zu agieren und von einigen anderen beobachtet zu werden. Und klein genug um noch einen Wissensvorsprung gegenüber dem breiten Markt haben zu können, inklusive der Chance von den Grosskonzernen aufgekauft zu werden.

Ich hoffe ich konnte Ihnen mit dieser Erklärung ein paar gute Hinweise gebe und wünsche Ihnen weiter viel Erfolg im harten Wettbewerb um Informationen an den Börsen.

Ihr Hari

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Hari´s Märkte am Abend – 13.03.12 – Ausbruch – DAX 7000 – Lufthansa, Metro

21 Uhr - Handelsschluss.

Die Bullen haben mich scheinbar erhört und haben sich durch meine gestrige Aufforderung nun mal wieder Flagge zu zeigen, scheinbar an der Ehre gepackt gefühlt 😉

Lange sind wir heute im DAX im Bereich 6960-6970 mit dem Kopf gegen die Decke der alten Hochs gestossen und haben nur marginal darüber hinweg geschaut. Und dann kam mit der Wallstreet der richtige Anlauf auf 7000 und wir haben sogar 7020 Intraday erreicht, bevor die Kraft dann wenig überraschend nicht ausreichte um die Hochs auszubauen und wir ziemlich exakt bei DAX 7000 geschlossen haben.

Wir sollten die DAX 7000 nun auch zum Anlass nehmen, um uns zurück zu lehnen und uns noch einmal an den 01. August 2011 zurück zu erinnern, als wir die 7000er Marke nach unten verloren haben. Vieles ist seitdem passiert, wir sind 2000 Punkte nach unten und 2000 Punkte wieder nach oben gerauscht. Aber hätten Sie Anfang Dezember 2011 - vor nur 3 Monaten - damit gerechnet, dass wir nun schon wieder bei 7000 stehen ? Was man als Lehre davon mitnehmen sollte ist, wie schnell sich der Wind an den Märkten drehen kann und das die Nacht immer dann am schwärzesten ist, wenn der erste Strahl des Morgens kurz bevor steht.

Und noch ein wichtige Lehre kann man ziehen. Wer gleich im August den neuen Abwärtstrend akzeptiert und darauf gesetzt hatte .... und wer gleich im Januar den neuen Aufwärtstrend akzeptiert und darauf gesetzt hatte .... der hat mit nur zwei Grundsatzentscheidungen eine grosse Menge Geld verdient.

"The Trend is your friend", nie war diese Börsenweisheit wahrer, als nun in Zeiten von trendfolgenden Algos !

Wie gestern dargestellt sind meine Bedenken hinsichtlich eines fehlenden neuen Hochs natürlich mit der heutigen Stärke negiert. Die Bullen haben erneut bewiesen, dass sie die volle Kontrolle über den Markt besitzen. Damit kann ich auch weiter mit Überzeugung im offensiven Modus bleiben und meine Zweifel herunter schlucken. Mr. Market spricht heute ein klare Sprache und die sagt: die Rally ist intakt, wir haben ein neues Hoch !

Und die Wallstreet hat nach der Bekanntgabe der FED heute Abend im späten Handel noch einen oben drauf gesetzt und nähert sich im S&P500 nun rapide der 1400er Marke. Eine Cup&Handle-Formation im S&P500 sollte uns nun nach Lehrbuch in den nächsten Tagen bis über 1410 bringen ! Es kann also gut sein, dass wir Morgen schon mit DAX 7050 oder höher eröffnen.

Erneut wurde durch die heutigen Marktbewegungen auch bestätigt, dass man nicht nach komischen "Bauchgefühlen" handeln sollte - selbst oder gerade wenn es der eigene Bauch ist. Wie ich schon letzten Freitag sagte, sprachen die objektiven Signale immer für die Bullen, nur mein Bauch hatte seit Mitte letzter Woche Zweifel, seit diese Korrektur so schnell - für mich zu schnell - vorbei war. Vielleicht hat der Bauch ja auch etwas wichtiges gerochen und es sah auch heute zeitweise so aus, als ob wir beim Versuch zu neuen Hochs zu laufen scheitern könnten. Das hätte dann wohl markttechnisch unmittelbare negative Konsequenzen gehabt.

Ich denke wir hatten heute im Bereich von DAX 6970 einen ganz entscheidenden und wegweisenden Moment im Sinne "Do or Die". Aber mit der Bewegung über 7000 wurden alle Sorgen weggewischt.

Der weitere Ablauf sollte sich nach Lehrbuch nun so gestalten, dass wir noch etwas um die DAX 7000 und darüber schwanken und versuchen, die zahlreichen Widerstände von letztem Jahr im Bereich 7000-7100 zu überwinden. Und dann wäre die Reise bis in die Zone 7500-7600 frei.

Ich rechne dann demnächst auch mit einer finalen Trendbeschleunigung nach oben, denn sobald wir die 7000 wirklich hinter uns lassen, dürften die Zweifler an der Seitenlinie von Verzweiflung und Panik gepackt werden. Denn diese Spieler an der Seitenlinie haben letzte Woche inständig gehofft, dass der Markt ihnen noch einmal einen vernünftigen Einstieg verschafft. Und wären wir heute wieder weggekippt, wäre das wohl auch passiert. Die nun erreichten DAX 7000 wenden aber das psychologische Blatt. Nun liegt der Druck auf den Unterinvestierten und dieser Druck steigt nun brutal mit jedem Tag.

Hinzu kommt, dass zum Quartalsende Ende März alle die Institutionellen, die diesen Anstieg verpasst haben, im Sinne "Window Dressing" unbedingt noch wenigstens den Anschein der richtigen Positionierung erwecken wollen, weswegen es dann schon alleine deswegen gute Chancen auf einen deutlichen Schub nach oben gibt. Und da Sarkozy in den Umfragen näher an Hollande heran rückt und die Israelis sicher die aktuelle diplomatische Initiative abwarten, droht von beiden Fronten im März wohl noch keine unmittelbare Gefahr.

Was könnte Negativ passieren ? Ich denke das fieseste was Mr. Market machen könnte, wäre nach diesem überzeugenden Tag heute wieder signifikant zu drehen und zur Korrektur anzusetzen. Möglich ist alles und man tut gut daran, gedanklich für alle Möglichkeiten offen zu bleiben. Aber wahrscheinlich ist so ein Szenario nach dem Momentum des heutigen Tages überhaupt nicht und man wäre in meinen Augen dumm, sein Geld auf so wilde Spekulationen zu setzen und sich damit massiv gegen den Markt zu stellen.

Alles was wir objektiv an Signalen haben sagt uns eher, dass wir nun bis Ende März die Chance auf ein kräftige Rally haben.

Auffällig bei Einzelaktien war, wie heute eine ganze Reihe der hier in den letzten Wochen besprochenen Nachzügler nun grosse Stärke zeigen. Gleichzeitig schwächeln einige der bisherigen Favoriten wie zum Beispiel der Automobil-Sektor - es könnte also sein, dass nun doch eine Sektor-Rotation in Gang kommt und damit die nächste Phase dieses Bullen beginnt.

In Bewegung sind heute zum Beispiel geraten:

Metro (WKN 725750) mit über 4% Plus, in der ich wie -> hier <- beschrieben seit Anfang Februar auf Lauer liege. Bei Metro ist nun eine Menge an schlechten Nachrichten verarbeitet und es ist an der Zeit, dass der Markt nun durch das neue Management eine Restrukturierungsphantasie entwickelt. Und auch die Binnenkonjunktur in Deutschland sollte Metro stützen, zumal mit ansprechenden Tarif- und Renten-Erhöhungen dieses Jahr auch mehr Geld bei den Verbrauchern ankommen sollte.

Klöckner (WKN KC0100) mit über 3% Plus, die ich erst gestern an dieser Stelle positiv besprochen habe.

Veolia (WKN 501451) mit fast 4% Plus sowieso, die Entscheidung für die Konsolidierungsstrategie des derzeitigen CEOs Antoine Frerot scheint also nachhaltig zu sein und sein Vorgänger Henri Proglio von EDF im Moment nicht zum Zuge zu kommen. Der Markt liebt es und bei Veolia ist die Dynamik unübersehbar.

Lufthansa (WKN 823212) mit über 3% Plus, bei der Lufthansa bin ich seit Montag an Bord. Das ist so eine Aktie, bei der nun alle schlechten Nachrichten im Kurs eskompiert zu sein scheinen. Für (in meinen Augen) lächerliche 4,5 Milliarden € Marktkapitalisierung bekommt man einen der leistungsfähigsten Carrier der Welt unter Buchwert. Alleine die Flugzeugflotte deckt locker den Marktwert ab, das Geschäft bekommt man dann sozusagen umsonst. Das ist so ein Szenario, bei dem ich gerne mal schwach werde und mir eine Qualitäts-Aktie einfach nur ins Depot lege um ruhig abzuwarten, bis es wieder hoch geht.

Aber auch Commerzbank (WKN 803200) oder Rheinmetall (WKN 70300) waren heute wieder stark, insofern habe ich den Tag heute ganz besonders genossen, weil er bei meiner Aufstellung aussergewöhnlich profitabel war. Bei der Commerzbank wird nun eine Lösung für die Eurohypo langsam vom Markt auf den Radar genommen. Sollte eine für die Commerzbank gute Lösung kommen, könnte das den Kurs noch einmal deutlich befeuern.

Nebenbei bemerkt bin ich nun seit gestern bei Daimler (WKN 710000) mit 47,8€ ausgestiegen und habe im Automobilbereich damit nur noch Continental (WKN 543900) ganz eng mit einem Trailingstop abgesichert und die Rheinmetall (WKN 703000), die aber primär ein Rüstungsunternehmen ist. Es sieht für mich fast so aus, als ob der Automobilsektor nun sein Pulver erst einmal verschossen hat und die Zeit der Nachzügler wie oben angebrochen ist !

Aber auch an der Wallstreet gab es ein ähnliches Bild und auch hier zündeten heute Nachzügler wie Corning (WKN 850808) mit 3% Plus oder Alcoa (WKN 850206) mit fast 5% Plus, die hier im Blog ja auch schon ausführlich Thema waren. Und auch die Industriemetalle rund um Rio Tinto (WKN 852147) & Co. sendeten deutliche Lebenszeichen. In diesem Bereich ist übrigens auch noch eine Menge aufzuholen, denn der Bereich wurde durch die Sorgen um China in meinen Augen etwas zu pauschal abgestraft. Schauen Sie vielleicht noch einmal in -> diesen <- Beitrag von vor einer Woche.

Darüber hinaus habe ich mein Exposure in den Emerging Markets nun wieder erhöht und bin via ETF seit ein paar Tagen auch in Brasilien und Indien wieder an Bord. Beide ETFs steigen heute auch um 2-3%.

Alles in allem für mich also ein schöner Tag an den Börsen und deswegen genehmige ich mir heute einen guten Rotwein, mache es hier heute kurz und wünsche Ihnen einen ebenso schönen Abend !

Ihr Hari

Unbekannte Qualitätsaktien – Temenos – Chancen mit Bankensoftware

Neben der Serie "Rohstoffaktien" beginne ich heute mit Temenos auch eine Serie mit "unbekannten Qualitätsaktien", die ich in unregelmässigen Abständen weiter führen werde.

Darin will ich Ihnen Aktien vorstellen, die eigentlich seriöse, gut kapitalisierte Bluechips ihres Segments sind, in Deutschland aber trotzdem nur einen sehr geringen Bekanntheitsgrad haben.

Denn es schadet sicher nicht, wenn man seinen Anlagehorizont über die "üblichen Verdächtigen" in DAX, MDAX, SDAX und Co. hinaus ausdehnen kann. Alle die vorgestellten Aktien haben aus meiner Sicht attraktive, zukunftsträchtige Geschäftsmodelle und/oder befinden sich in einer markttechnisch spannenden Ausgangslage.

Beginnen will ich heute mit dem Schweizer Anbieter von Bankensoftware: Temenos (WKN 676682)

Haben Sie schon mal den Namen Temenos gehört ? Wohl kaum. Aber Gelder über Software von Temenos abgewickelt, haben Sie garantiert schon einmal.

Denn das Schweizer Unternehmen mit Sitz in Genf hat nicht nur 3500 Mitarbeiter, sondern über 1000 Banken als Kunden in mehr als 100 Ländern weltweit. Da ist mit Sicherheit auch ein Institut dabei, über das auch schon Ihre Gelder geflossen sind. Damit ist Temenos einer der Weltmarktführer im Bereich integrierter Gesamtbankensoftware und gewinnt mit seinen modernen Softwaresystemen weitere Marktanteile. Und eine Marktkapitalisierung von fast einer Milliarde Euro ist auch ganz ordentlich und zeigt, dass wir es hier mit keinem Exoten, sondern einem grossen, erfolgreichen Konzern zu tun haben.

Das Sie trotzdem den Namen Temenos wohl noch nie gehört haben, liegt daran, dass die meisten Banken eher ein Geheimnis um die Software machen die bei ihnen eingesetzt wird. Die einzige Erklärung die mir dazu einfällt ist, dass man man in der Bankenwelt scheinbar Wert darauf legt, beim Kunden den Eindruck eigener Kompetenz zu erzeugen. Das man in Wirklichkeit von Software und dem Support von externen Dienstleistern - wie Temenos - abhängig ist, muss man ja nicht an die grosse Glocke hängen.

Wenn Sie einen Blick auf den Chart von Temenos werfen, erkennen Sie sofort den Absturz in 2011, der Temenos von 40 CHF bis runter in den Bereich von 15 CHF gebracht hat.

Temenos

Dieser Absturz war natürlich nicht ohne Grund, denn wer Banken als Kunden hat, leidet natürlich mit, wenn diese unter die Räder der Eurokrise kommen, im Fukujima Schock stehen oder wie in Teilen der arabischen Welt durch Umbrüche lahm gelegt werden. In solchen Zeiten in denen es für die Banken um Sparen und Überleben geht, investieren Banken nicht in neue Softwaresystem mit langjährigen Projektlaufzeiten und schon gar nicht in integrierte Banksysteme. Denn wer Kernkapitalquoten heben will, hat weder Zeit noch Geld um riesige Softwareprojekte anzuschieben. Insofern gibt es für mich eine ganz einfache Erklärung für die Schwäche von Temenos.

Darin liegt aber auch die grosse Chance, denn an modernen Softwaresystemen führt mittelfristig für die Banken kein Weg vorbei. Wenn man weiss, mit welchen Uraltsystemen - zum Teil noch aus den 80er Jahren - selbst bestimmte namhafte Grossbanken heute noch arbeiten, weiss man welche riesigen Chancen da für Anbieter wie Temenos liegen. Diese Chancen können aber erst gehoben werden, wenn die Bankenwelt aus der unmittelbaren, existenzbedrohenden Krise kommt. Dann sorgt aber der Kostendruck im Retailgeschäft dafür, dass das Thema IT wieder höchste Priorität geniessen wird. Denn eine flexible und leistungsfähige IT-Infrastruktur ist für Banken der entscheidende Erfolgsfaktor.

Ein Vorteil von Temenos ist auch, dass das Unternehmen über eine weltweite Diversifizierung verfügt, so sitzt die Entwicklung zum Beispiel überwiegend in Indien und Kunden finden sich auf der ganzen Welt. So ist der Umsatzanteil von Europa bei Temenos gerade mal im Bereich 30%. Damit ist auch der harte Franken für Temenos kein grosses Problem und Temenos sehr gut gegen exogene Schocks in einzelnen Ländern geschützt.

Trotz dieser Diversifizierung kann sich Temenos der kurzfristigen Krisenstimmung in der Finanzindustrie natürlich nicht entziehen. Mittefristig ist die Zukunft aber voller Chancen. Denn böse Zungen lästern: Retailbanken bestehen heutzutage nur noch aus drei Elementen: Erstens einer leistungsfähigen, integrierten IT, zweitens aus grossen Vertriebsorganisationen, die sich euphemistisch "Berater" nennen dürfen und drittens aus einer kleinen Schaar sehr heller Köpfe, die all die "Produkte" kreieren, mit denen die "Berater" dann auf Kundenfang gehen. Und wenn diese bösen Zungen recht haben sollten, dann führt an neuen IT Systemen kein Weg vorbei, denn der IT-Investitionsstau in der Branche ist teilweise gewaltig.

Ob man die Temenos Aktie unbedingt heute schon kaufen muss, kann ich Ihnen nicht sagen. Aber Temenos nun genau zu beobachten und aufzuspringen wenn der Kurs nach oben dreht, könnte attraktive Chancen bieten. Denn der Chart sieht für mich im Moment nach einem tragfähigen Boden aus, von dem ausgehend die Aktie sogar theoretisch Verdoppelungspotential hat.

Kurzfristig Vorsicht bei Gold !

Was meine mittel- und langfristig sehr positive Ansicht zu Gold angeht, dürfte diese wohl hinlänglich bekannt sein.

Kurzfristig, mit einem Horizont von einigen Wochen, rate ich nun aber zu erhöhter Vorsicht !

Für diese Sicht gibt es mehrere Gründe:

1. Ab Ende Januar beginnt eine saisonal eher schwächere Phase für Gold, da die Käufe aus Indien und China zum Jahresende auslaufen.
2. Die Beruhigung an der Euro Front nimmt sicher noch etwas vom "Panik-Bonus" aus dem Goldpreis heraus.
3. Wir haben den im September 2011 begonnenen Abwärtstrend mit der Aufwärtsbewegung seit Jahresanfang nicht brechen können.
4. Gestern hatten wir trotz schwachem Dollar bei ca. 1660 USD Intraday ein "Swing High", sprich der Goldkurs hat deutlich die Richtung geändert und nach oben eine deutliche Fahne ausgebildet.
5. Wir sind gestern an der obigen Begrenzung des Bollinger Bandes angestossen.
6. Aus Sicht der Zyklentheorie steht bald ein Zyklustief an.
7. Wir waren gestern kurzfristig überkauft.

All diese Indikatoren und Warnlampen müssen nicht bedeuten, dass Gold nun zwingend wieder zurück kommt, zumal die unberechenbaren Headlines da ja auch noch ein Wörtchen mitreden. Auch steht auf der Habenseite für Gold nun ein deutlich negativeres Sentiment als zuletzt, dass gegen massive Abstürze spricht.

Aber es sind deutliche Warnzeichen, weswegen es in meinen Augen keinen Sinn macht, gerade in diesem Moment den Helden zu spielen was Gold angeht.

Es gibt aber auch keinen Grund nun in Panik zu verfallen und alles zu verkaufen. Dafür ist das Sentiment für Gold nicht positiv genug. Teilweise Gewinnmitnahmen bzw Absicherungen erscheinen mir also im Moment als die sinnvollste Strategie. Und dann einfach abwarten und bei besseren Kursen wieder reinspringen.

Sollte Gold in den nächsten Tagen durch irgend eine Nachricht doch den Abwärtstrend brechen, sieht die Welt natürlich wieder anders aus. Im schlimmsten Fall hätte man dann also ein paar Prozent des Anstieges verpasst, sich dafür aber gegen Verluste abgesichert.