Marktupdate – 20.03.13 – Von A wie ABB bis Z wie Zypern

Heute nur ein kurzes Marktupdate mit ein paar losen Gedanken zum Markt und zu einzelnen Aktien:

(1) Mit der verhaltenen Reaktion auf Zypern zeigt uns der Markt erneut seine innere Stärke. Klar, Zypern ist für sich nicht wichtig, aber glauben Sie mir: in einer Phase grosser Unsicherheit, würde Mr. Market auf Bilder von Schlangen vor Bankschalter ganz anders reagieren und diese sofort auf Schlangen vor Bankschaltern in Italien und Spanien extrapolieren. Der aktuelle Mindset von Mr. Market ist aber vorsichtig optimistisch. Also: kämpfen Sie nicht gegen den Markt !

(2) Ein Faktor wird auch langsam das Quartalsende des 1. Quartals. Bei dieser permanenten Aufwärtsbewegung ohne grosse Pausen, können Sie fest davon ausgehen, dass eine hohe Zahl der Institutionellen den Markt in 2013 bisher unterperformt. Und genau diese haben zum Quartalsende den grössten Druck Window-Dressing zu betreiben und noch etwas Performance heraus zu quetschen. Wenn nicht durch externe Nachrichten überraschend induziert, öffnet sich das Zeitfenster für eine echte Korrektur daher wahrscheinlich eher erst wieder im April. Bis dahin halte ich historische Höchststände in DAX und S&P500 für eher wahrscheinlich als unwahrscheinlich. Weit ist es ja wirklich nicht mehr bis dahin.

(3) Die hier mehrfach beschriebenen Langfristtrades wie Long Euro / Short Yen oder auch Long spanischer Aktienmarkt, scheinen weiter zu funktionieren. Auch hier war die Reaktion auf Zypern so verhalten und contained, dass man mit Wahrscheinlichkeit von einer Wiederaufnahme des alten Trends ausgehen kann.

(4) Wie in den Live-Tips erwähnt, sieht der MidCap Klöckner (WKN: KC0100) in der Korrektur sehr gut aus. Das spricht für weitere, anstehende Zugewinne.

(5) Sie wissen ja wie wenig ich von der Commerzbank (WKN: 803200) als Anlage oder Investment halte. Genau nichts. Aber aus reiner Tradingsicht muss man festhalten, dass die gestern und vorgestern gegen den Bankensektor gezeigte Stabilität bemerkenswert ist und für einen kurzfristigen Long-Trade spricht.

(6) Auch bei Nokia ist die Phantasie nun wieder weitgehend gewichen. Gleichzeitig scheint aber eine Pleite durch die guten Ergebnisse bei NSN und erste Erfolge mit den Lumias gebannt. Das Momentum der Abwärtsbewegung scheint nun auszulaufen und auch auf Nokia kann man in meinen Augen nun mal wieder einen Blick werfen.

(7) Die hier seit letztem Frühsommer mehrfach besprochenen Bluechips SAP (WKN: 716460) , Linde (WKN: 648300) und ABB (WKN: 919730) laufen einfach wie ein Uhrwerk. Da sind nach oben keine Wunderdinge drin, aber relativ stressfreie Zugewinne allemal.

(8) Die hier auch mehrfach besprochene Hewlett-Packard (WKN 851301) zeigt eine beeindruckende Entwicklung. Der -> Artikel <- vor einem guten Monat war eine Punktlandung. Seitdem ist dieser Bluechip um sage und schreibe 38% gestiegen und schiebt jeden Tag weiter hoch. Eine Korrektur ist jetzt mal überfällig, insofern Trailing-Stops mitziehen. Aber nach einer Korrektur hat HP weiter grosses Potential. Schauen Sie einfach mal auf den Wochenchart um die Perspektive zu behalten.

(9) Ich möchte erneut an Yahoo (WKN: 900103) erinnern. Übersehen Sie diese Marissa Mayer Turnaround-Story nicht. Da ist was im Gange, der Markt spricht eine klare Sprache. Nehmen Sie das Wochenchart und schauen Sie sich diesen beeindruckenden Trend seit September 2012 an !

Ich wünsche Ihnen gute Entscheidungen.

Ihr Hari

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DAX & S&P500 – Das Röhren der Bullen – 28.01.13

Heute nur ein kurzer Kommentar zum Markt und zum deutlich hörbaren Röhren der Bullen.

Ich habe am Freitag anhand des -> Indecision Doji <- den Punkt gemacht, dass der S&P500 nun entweder endlich korrigiert oder in einen "Runaway-Move" übergeht.

Nun haben wir den Salat ;-), es scheint als ob sich Mr. Market für den Runaway Move entschieden hat. Der Liquiditätsdruck ist scheinbar einfach zu gross, um eine Korrektur zuzulassen.

Faktum ist, wir haben keinerlei bärische Setups in den Indizes, nur bullische Setups, die uns bis zu historischen Höchstständen und darüber hinaus führen könnten. Wir haben jede Menge Einzelaktien, die in massiven Breakouts sind und endlich die Tiefen der Eurokrise nachhaltig verlassen. Wir haben zwar eine überkaufte Markttechnik die nach einer Korrektur schreit, Oszillatoren spielen aber in einem Runaway Move keine Rolle. Und wir haben ein gewaltiges Momentum im Markt, jeder Dip wird gekauft.

Nach meiner Erfahrung wäre es ein Fehler dem Markt in so einer Situation mit zu grosser Skepsis zu begegnen. Natürlich kann jederzeit ein Einschlag kommen, vielleicht schon in einer Stunde, niemand weiss das ! Aber solange der Markt so massiv nach oben drängt, spielt man lieber mit der Bullenherde mit, statt sich dagegen zu stellen und zu versuchen klüger als der Markt zu sein.

Für uns Trader und Anleger bedeutet das nun wie folgt :

(1)
Der Markt ist so bullisch wie schon lange nicht mehr und man sollte mitnehmen was man kriegen kann ! Zu grosse Skepsis halte ich in solchen Momenten nicht für angesagt. Bedenken Sie, es spricht nun viel dafür, dass wir in S&P500 und DAX bald historische Höststände sehen. Unterschätzen Sie nie das Momentum, wenn die Herde der Bullen mal richtig in Bewegung gerät. Und Kraft-Futter haben die Bullen dank der Notenbanken mehr als genug.

(2)
Seien wir uns gleichzeitig bewusst, dass das Ende von derartigen Runaway Moves schnell und ohne Vorwarnung kommen kann. Und wenn es kommt, geht es dramatisch nach unten. Ich erinnere erneut an meinen Artikel zur -> Technik eines Runaway Moves <- !

(3)
Keiner, kein Mensch und kein Tool kann uns sagen, wann der Markt diesen Einschlag bekommt, der ihn aus seiner bullischen Euphorie heraus holt. Das kann schon übermorgen bei DAX 7900 sein oder erst Ende Februar bei vielleicht DAX 8500 ! Mein Gefühl spricht eher für das 8500er Szenario, aber das ist nur ein Gefühl und nichts wert !

Das Beste was wir nun also nach meiner Erfahrung tun können, ist mutig und aggressiv die bullischen Setups zu spielen, die uns der Markt bietet. Und gleichzeitig kompromisslos mit gedanklichen "Trailing Stops" zu operieren, die wir immer unter jeden kleinen Rücksetzer ziehen, sobald er hinter uns liegt.

Gedankliche Trailingstops meine ich, weil ich in solchen Situation von den automatischen Trailing Stops nichts halte, die mit festem Abstand mitlaufen. Da wird man nur dumm ausgestoppt. Besser ist mit normalen Stops zu operieren und die jeden Tag "per Hand" nachzuziehen, so dass defacto ein Trailing Stop entsteht. Denn so kann man die immer unter die letzte Mini-Korrektur nachziehen. Denn es kommt einfach darauf an, erst dann per Stop aus dem Markt geworfen zu werden, wenn der Runaway Move sich seinem Ende nähert. Und per Definitionem lässt ein Runaway Move niemanden von der Seitenlinie mehr einsteigen. Wenn also das erste Mal ältere Tiefs wieder unterboten werden, ist der Zeitpunkt gekommen auf die Seite zu treten.

In Summe werde ich also eher aggressiv agieren und gleichzeit kompromisslos absichern. So habe ich die Chance, so viel wie möglich von dieser Bullen-Stampede mitzunehmen. Und zwar so lange sie andauert, egal ob noch einen Tag oder 2 Monate !

Ich wünsche Ihnen gute Entscheidungen !

Ihr Hari

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