Charts zum Schaudern

"Eigentlich" ist die Marktlage am Anfang dieser Woche und damit Ende Mai durchaus voller greifbarer Gefahren.

Wir haben einen Leitindex SP500 an einer kritischen Wegmarke, der durchaus reif für eine grössere Korrektur erscheint. So wurde die "Trumpsche Aufwärtstrendlinie" seit seiner Wahl (in blau) durchbrochen, die 2017er Aufwärtstrendlinie wurde getestet und das OBV zeigt im SPY eine sehr klare, negative Divergenz:

Und wir haben in den US diverse Bluechips mit riskanten Chartformationen, die einen eher zum Schaudern bringen. Beispielhaft will ich hier General Electric und JP Morgan zeigen:

Das sind Charts, die eine Menge Abwärtspotential offenbaren. Es muss sich nicht entladen, aber wenn es das doch tut, wird es schmerzhaft.

Gleichzeitig beginnt mit Ende Mai eine Saisonalität, die sowieso den Börsen keine besonderen Bocksprünge mehr erlauben sollte und letzten Mittwoch ist der Markt auch politisch aufgewacht und hat zum ersten Mal eine negative Reaktion auf die politischen Geschehnisse in Washington gezeigt.

In Summe sehr viel gute Gründe, in den Indizes nun mal vorsichtiger zu werden und ein paar Gewinne mitzunehmen. Dem steht nur ein Argument entgegen, das aber bisher in diesem Jahr extrem mächtig war. Eben der Trend selber und damit verbunden die Algos, die dem BTFD (Buy The F***ing Dip) Reflex frönen und konsequent immer dann die menschenlichen Emotionen abgreifen, wenn es zu offensichtlich nach unten zu gehen scheint - so wie jetzt.

Irgendwann wird sich dieser BTFD-Mechanismus umedrehen und dann zu einer besonders aggressiven Abwärtsbewegung führen. Vielleicht ist dieser Tag schon morgen, vielleicht auch erst nächstes Jahr.

Da wir das aber nicht wissen und keine Glaskugel haben, ist erhöhte Vorsicht über den Sommer zwar angemessen, zu einer aggressiven Wette auf fallende Kurse sollten wir uns aber noch nicht hinreissen lassen und lieber abwarten und beim Trend bleiben. Sollte es wirklich abwärts gehen, müssen wir unser Verhalten dann halt anpassen.

Die paar Prozent "zu spät", die man durch diese Geduld aufs Spiel setzt, sind halt der Preis um nicht x-mal zu früh auf die Bremse zu treten und wieder den nächsten Schub zu verpassen, wie so oft in den letzten Monaten. Wer mit dem Trend geht, macht die Sache richtig und nicht wer sich permanent dagegen stellt, weil er es immer besser zu wissen glaubt. Und der übergeordnete Trend ist immer noch weiter hoch, auch wenn er jetzt brechen "könnte", das ist aber eben nur ein Konjunktiv und diesen Konjunktiv hatten wir schon öfter, ohne dass er eingetreten ist.

Ihr Hari

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General Electric und der “zu weit gelaufen” Fehler

Sie haben seit der Markt 2009 den Tiefpunkt erreichte, nie wirklich partizipieren können, weil Sie dem Anstieg nie wirklich getraut haben?

Sie haben seit 2009 und erst Recht seit 2012, unzählige "heisse Tips" gekauft, die nach Meinung irgendwelcher "kluger" Börsenbriefschreiber "unterbewertet" oder "zu weit gefallen" waren?

Sie haben beobachtet, wie diese Aktien -> immer tiefer <- gefallen sind und Ihr Depot sich immer mehr auflöste, während gleichzeitig der Markt stieg und stieg?

Trösten Sie sich, falls diese Beschreibung auf Sie zutrifft. Sie sind nicht alleine. Fakt ist, Sie sind Teil einer ganz grossen, stummen Gemeinschaft, nur zugeben tun es die Wenigsten. 😉

Und nein, das hat auch nichts mit Dummheit und Unfähigkeit zu tun, im Gegenteil. Es hat aber damit zu tun, dass man um am Markt Erfolg haben zu wollen, anders denken muss, als im normalen Leben.

Und um diesen gedanklichen Sprung zu vollziehen, muss man erst einmal akzeptieren, dass man selber das Problem darstellt und nicht ein "böser, irrationaler" Markt.

Selbsterkenntnis ist wie immer der erste Weg zur Besserung. Aber nur eine Minderheit schafft es, das Ego beiseite zu schieben und den Weg zu beschreiten.

Heute will ich Ihnen am Beispiel des US Industrie-Riesen General Electric (851144, GE), eine Facette dieser notwendigen Denkstrukturen zeigen.

Es ist die Geschichte des fatalen "zu weit gelaufen" Fehlers, der die Kehrseite des "weit genug gefallen" Fehlers ist, einer Denkstruktur, die sich der Wahrheit der Trendfolge verweigert, weil unser evolutionäres "Affenhirn" uns permanent eine andere Wirklichkeit einflüstert und uns unter Druck setzt.

General Electric muss ich ja wohl nicht erklären. Ein Industriekonglomerat mit grosser Tradition wie Siemens, nur noch grösser, das aber im Zuge der Finanzkrise massiv unter Druck kam, weil der Finanzarm - GE Capital - zu gross geworden war und in Schieflage geriet.

Mittlerweile hat sich GE aber auf sein industrielles Kerngeschäft besonnen, die Abspaltung von GE Capital beschlossen und sich damit stabilisiert. Und zuletzt stiegen auch wieder die Hoffnungen, dass GE´s Geschäft nun wieder anzieht, was den Kurs nach oben katapultiert hat.

Schauen Sie mit mir auf das Chart der letzten Wochen:

GE 11.11.15

Wir sehen den "Flash Crash" am 24.08., der nichts mit GE zu tun hatte, sondern mit den Folgen von Amok laufenden ETFs, die zum ersten Mal deutlich gemacht haben, welche Risiken diese Dominanz der passiven Anlagevehikel mittlerweile im Finanzsystem generiert. Wir haben das im Premium-Bereich ausführlich thematisiert.

Wir sehen aber auch die eindrucksvolle Rally, die GE seit dem vollzogen hat, selbst wenn man den "Docht" des "Flash Crash" abschneidet, kommt man immer noch auf ein Plus von 25% seit gut 2 Monaten - das ist doch ein Wort, oder?

Und wir sehen auch, wie die Aktie sich seit Anfang Oktober permanent im überkauften Zustand des RSI bewegt und einfach nicht abgeben will, sondern steigt und steigt.

Und jetzt kommt der Lackmus-Test. Würden Sie die Aktie nun kaufen?

Ich sage Ihnen auf den Kopf zu, falls Sie zu dem bisher unerfolgreichen Anlegertypus gehören, den ich oben beschrieben habe, werden Sie nun aus Überzeugung sagen: Nein! GE ist zu weit gelaufen!

Sie ahnen was jetzt kommt, denn diese Haltung ist - so pauschal - *falsch*.

Denn die Gegenposition dieser Haltung wäre nun das Chart einer der "tiefer geht immer" Gurken, die ich in früheren Artikeln beschrieben habe und die nun nach "weit genug gefallen" aussehen. Die würden Sie dann nun kaufen.

Objektiv - die reine objektive Wahrheit ist aber:

Die kalte Wahrscheinlichkeit, dass eine Aktie wie GE mit so einem Chart, am Folgetag fällt, ist unter 50%!

Die kalte Wahrscheinlichkeit, dass eine Aktie die in einem penetranten Abwärtstrend gefangen ist, am Folgetag fällt, ist über 50%!

Das ist schlicht und einfach das Prinzip der Trendfolge!

Es ist immer wahrscheinlicher, dass sich ein etablierter, starker Trend fortsetzt, als dass er gleich morgen dreht.

Unser verflixtes Affenhirn, will uns aber immer das Gegenteil einreden, weil wir im -> Ankereffekt <- bzw Referenzeffekt gefangen sind.

Eben weil die Kurse bei GE noch Wochen vorher viel tiefer waren, erscheint GE nun "teuer". Und eben weil bei abstürzenden Aktien die Kurse noch Wochen vorher viel höher waren, erscheinen diese nun "billig".

Das ist aber Schall und Rauch und nur Zucker für unsere verwundete Anlegerseele. Es ist völlig irrelevant für unseren Börsenerfolg. Relevant ist nicht, was die Kurse gemacht haben, sondern was sie machen werden.

Und da ist die schlichte Wahrheit, dass Trends länger andauern, als man ahnt. Spricht es lohnt sich in der Regel eher, auf einen Trend zu setzen, als sich gegen ihn zu stellen.

Und deshalb ist GE auch nach diesem Lauf immer noch eher ein Kauf, als eine Aktie, die nun fällt und fällt. Sicher gab es bessere Zeitpunkte um GE zu kaufen, wer die Aktie haben will, sollte vielleicht etwas Geduld haben. Aber im Vergleich zum Kauf einer verprügelten Aktie, sind die Chancen hier objektiv höher, in ein paar Tagen im Plus zu sein und die Stops nachziehen zu können.

Sie müssen diese Wahrheit nicht mögen und ich weiss, wie das Affenhirn nun dagegen rumort, weil das will das nicht wahr haben. Auch ich spüre trotz all des Wissens noch in mir, wie sich der Bauch dagegen wehrt, bei so einem Verlauf nun noch zuzugreifen. Wer aber nicht lernt, am Markt anders zu denken und diese instinktiven Reflexe abzulegen, wird auch weiter auf keinen grünen Zweig kommen.

Um Ihnen nun zu zeigen, wie sehr wir uns doch dabei von der Wirkung eines Bildes beeinflussen lassen, will ich Ihnen GE noch einmal anders zeigen. Erinnern Sie sich aber bitte an das Gefühl, das die obige Kursentwicklung bei Ihnen auslöst, das Gefühl, das Ihnen einflüstert: zu weit gelaufen.

Und nun schauen Sie mal hier her auf das langfristige Chart von GE seit 1996:

GE 11.11.15 2

Na, da geht doch wohl noch was nach oben, oder? Kann man GE nun vielleicht doch kaufen? 😉

Wenn Sie ehrlich zu sich sind, erkennen Sie, was den Unterschied in Ihrer Wahrnehmung macht. Es ist die "Referenz" der alten Kurse, die hier signalisiert, dass da noch jede Menge Potential ist, während es im Chart vorher nach "zu weit gelaufen" aussah. Und dann wirkt hier auch noch die von mir gezeichnete Trendlinie, die signalisiert, dass hier Bedeutendes im Gange ist.

Denken Sie mal über meine Worte nach. Und fragen Sie sich, ob Sie lieber Ihr Ego pflegen oder am Markt Erfolg haben wollen. Wenn Sie reflektieren können, wie Ihre Entscheidungsprozesse bisher bei Geldanlagen abgelaufen sind, haben Sie einen grossen Schritt nach vorne gemacht.

Einfach ist das ohne Frage nicht. Das kann es gar nicht sein. Denn warum wohl, verlieren so viele Anleger an der Börse Geld?

Wenn wir das für uns ändern wollen, müssen wir uns aber unseren Geistern stellen. Anders geht es nicht.

Ihr Hari

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Das Musterdepot der Champions: Sicherheit durch Wachstum!

Geldanlage hat viele Aspekte und es gibt verschiedenste Techniken, mit denen man an den Markt heran treten kann, um sich ein Stück vom Kuchen abzuschneiden.

Hier auf surveybuilder.info versuchen wir, diesen unterschiedlichen Methoden gleichermassen Raum zu geben und sie zu vertiefen und uns darin zu üben. Gross genug ist die Community dafür mittlerweile und genügend gebildet und börsenaffin sowieso.

Über Sicherheit

Ein typischer Wunsch bei langfristigen Anlagen ist, "Sicherheit" zu finden. Nun ist dieser Wunsch im Angesicht einer sich permanent wandelnden Welt zwar verständlich, aber doch verwegen, denn absolute Sicherheit gibt es bei Geldanlagen sowieso nicht und zwar weder bei Bargeld, noch bei Bundesanleihen, weder bei Immobilien, noch bei Gold und auch nicht bei Aktien. Absolut sicher ist bisher nur, dass unser Leben begrenzt ist und irgend wann endet.

Aber zumindest relative Sicherheit wollen wir berechtigterweise finden und deswegen erfreuen sich derzeit bei Aktienanlegern alle Strategien grosser Beliebtheit, die sich auf die lange existierenden, super stabilen und cashflow-starken Unternehmen konzentrieren. Die "Nestles dieser Welt" sozusagen.

Diesen Strategien werden verschiedene Namen gegeben und es gibt davon diverse Abarten und oft werden diese mit einer Dividenden-Strategie verknüpft. "Dividenden-Aristokraten" ist ein Name für eine dieser bekannten Varianten dieser Herangehensweise. Diese Strategie funktioniert und ist sinnvoll, ist aber derzeit auch extrem beliebt im Markt. Auch darüber sprechen wir intensiv in der Community und ein Mitglied führt dazu derzeit ein Musterdepot.

Sicherheit kann man aber auch ganz anders definieren, als so defensiv, wie das aus Sätzen wie "gegessen wird immer" spricht. Denn diese Form von "defensiver" Sicherheit, definiert sich dann darüber, dass ein Unternehmen einen Umbruch in jedem Fall überlebt, auch wenn es vorher wie alle anderen stark fällt. Das ist eine sehr sinnvolle Betrachtungsweise, aber es nicht die einzige Art und Weise sich dem Thema "Sicherheit" zu nähern. Und sehr überlaufen sind diese Dividenden-Strategien sowieso und alle dieser Aktien schon luftig bewertet.

Die Champions

Sicherheit kann man alternativ aber auch offensiv definieren, wie das im Sprichwort "Angriff ist die beste Verteidigung" schon vermittelt wird.

Denn relative Sicherheit bei der Geldanlage, kann auch daraus entstehen, dass die idealen Unternehmen auf derart starken Produkten und einer derart grossen Marktmacht sitzen, das auf absehbare Zeit niemand daran vorbei kommt. Die Unternehmen sollten also "Champions" in ihren individuellen Märkten sein.

Nicht jeder muss diese Unternehmen kennen, es dürfen also auch "hidden" Champion sein, aber sie müssen in ihrem Markt auf jeden Fall absolut führend sein und irgend etwas deutlich besser als ihre Mitbewerber können, so dass kein Weg an ihnen vorbei führt.

Und noch besser, die Unternehmen sollten in ihrem Markt auch deutlich wachsen, weil ihre Produkte immer mehr Zuspruch finden. Und dabei tut man sich natürlich leicht, wenn der Markt selber auch deutlich und absehbar auf Jahre wächst, weil er zu einem starken Zukunftstrend gehört, gerne auch Megatrend genannt.

Wer solche Unternehmen selektiert und in seinem Depot versammelt, wird auch eine sehr hohe, relative Investitions-Sicherheit finden und kann diese Unternehmen durchaus mal länger laufen lassen, ohne bei jeder Kurs-Bewegung gleich in Panik zu verfallen. Eine Diversifikation auf 10 Werte unterschiedlicher Branchen und Länder, sollte die Sicherheit am Ende dann weiter erhöhen.

In einer schweren Krise ala 2008, werden diese Unternehmen natürlich auch massiv einknicken, aber das tun die Dividenden-Aristokraten auch, wie wir auch 2008 gesehen haben - erinnert sich noch jemand an GE und einen Kurs von 5 USD? Autsch!

GE 14.06.15

Der valide Punkt beider sinnvollen Herangehensweisen ist, dass die guten Unternehmen sich dann schnell erholen und das gilt eben nicht nur für Dividenden-Aristokraten, sondern auch für solche Wachstums-Champions, die auf Produkten sitzen, nach denen die Welt hungert.

Ich zeige Ihnen hier mit Ecolab mal ein Unternehmen als Appetizer, mit dem ich nicht zu viel verrate. Wenn Sie nicht schon Mitglied sind, werden Sie das Unternehmen recht wahrscheinlich nicht kennen. Eingeführt wurde Ecolab bei uns durch unseren -> Kolumnisten <- "Johann", der Kenner dieser Branche ist.

Das Unternehmen ist ein "Champion" in seinem Markt und es gibt keine Anzeichen, dass sich das absehbar ändern wird. Und ein namhafter Investor scheint das auch so zu sehen. Denn wenn die mir vorliegenden Daten noch stimmen, ist Bill Gates, unter anderem über seine "Bill & Melinda Gates Foundation", mit 25% der grösste Aktionär. Schauen Sie mal, wie sich Ecolab nach 2008 entwickelt hat:

ecolab 15.06.15

Ist das nicht auch "Sicherheit"? Sicherheit durch Wachstum? Und nun stellen Sie sich mal vor, wir würden 10 davon finden und gut diversifiziert zusammen stellen. Wäre das nicht ein interessantes Portfolio, dem man erst einmal Vertrauen schenken darf?

Sicher, dass die Kurse schon weit gelaufen sind ist wahr, gilt aber für fast alle Aktien im derzeitigen Markt. Dass Ecolab aber so gelaufen ist, ist gut begründet, weil sich das Geschäft eben ausgeweitet hat, eine Übernahme erfolgte und das Unternehmen einfach nicht mehr das von 2008 ist. Ecolab macht aktuell 14 Milliarden USD Umsatz, das ist also keine "Bude" mehr.

Das Projekt

Wir haben deshalb hier vor einigen Tagen auf surveybuilder.info ein Community Projekt begonnen, um gemeinsam die "besten" 10 dieser Wachstums-Champions zu identifizieren und in einem Musterdepot dann länger zu begleiten. Auf dem Weg zu diesem Musterdepot, sammeln wir aber erst einmal mit dem geballten Wissen der Community wesentlich mehr Unternehmen ein, geplant sind um die 50, bevor wir diese dann durch immer schärfere Kriterien auf die "besten" 10 wieder reduzieren, die am Schluss übrig bleiben.

Aber auch die geplanten 50, von denen nun schon über 20 identifiziert wurden, sind hoch interessante und "gute" Unternehmen, darunter ganz viele, von denen Sie wahrscheinlich noch nie gehört haben. Wie gesagt, Champions dürfen durchaus auch "hidden" sein 😉

Die erste Phase des Projektes läuft bis kommenden Sonntag 21.06.15, bis dahin sammeln wir alle Kandidaten. Dann folgen weitere Phasen, in denen wir gemeinsam weiter selektieren und dabei auch eine Menge über so einen Selektionsprozess und sinnvolle Kriterien lernen. Denn wie ich hier schon oft gesagt habe: -> KGV und KBV sind es eher nicht <-.

Teilnehmen kann jedes surveybuilder.info Premium-Mitglied, das sich im Forum vorgestellt hat. Die erste Phase läuft aber nur bis kommenden Sonntag 21.06. Abends. Nur wer sich bis dahin beteiligt hat, kann hinterher bei dem weiteren Prozess auch Einfluss nehmen. Und Nein, in den freien Bereich wird das Portfolio der Wachstums-Champions später nie gestellt, das bleibt auf jeden Fall alleine dem Premium-Bereich vorbehalten.

Wenn Sie auch Spass an so einem Projekt hätten und als Teil einer kompetenten Community, viele hoch interessante Aktien kennen lernen wollen, dann stossen Sie zu uns, am besten noch vor dem kommenden Sonntag, um noch mitmachen zu können. Und wenn nicht, wünsche ich weiter viel Spass und Erfolg mit Ihren bisherigen Quellen.

In jedem Fall sollten Sie aber darauf achten, dass Sie überhaupt qualitativ hochwertige und unabhängige Quellen besitzen. Ich erinnere an meinen Artikel -> Börsenerfolg, worauf warten Sie noch? <-

Ihr Hari

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Die EZB Rally oder: Der beste DAX heisst MDAX

In den letzten beiden Jahren gab es eine feste Grösse, auf die wir uns bei einer strategischen Asset Allokation zuverlässig verlassen konnten. Und das war die Tatsache, dass die US Indizes besser laufen, als die europäischen.

Das war ja auch kein Wunder, denn während die Konjunktur in den USA wieder Tritt fasste, woran billiges Gas seinen Anteil hatte, dümpelte Europa anämisch vor sich hin.

Verstärkt wurde der Effekt durch die Stärke des US Dollar, die die grossen Kapitalströme in die US Märkte zog. Denn wenn ich ein weltweit agierender Asset-Manager bin, dann wähle ich doch bevorzugt Märkte, bei denen schon alleine die Währungsentwicklung für Gewinne sorgen wird, völlig unabhängig von einer Kursentwicklung.

Wobei der Dollar und die Stärke der US Märkte ja ein bisschen wie das "Henne und Ei" Problem ist. Einerseits spielt die Zinserwartung an die Notenbank natürlich auch eine Rolle und die FED signalisiert ja, dass sie in 2015 die Zinsen wieder erhöhen will. Anderseits sorgt aber gerade eine starke Wirtschaft für eine harte Währung, Deutschland hat das ja in den Zeiten der Bundesbank (sie ruhe in Frieden - ich trauere ihr nach) immer wieder vorgemacht.

Insofern ist der starke Dollar nicht nur Auslöser für Kapitalströme, sondern er ist auch Folge der starken US Wirtschaft und letztlich haben wir es hier mit einer sich gegenseitig verstärkenden Wirkung wie in kommunizierenden Röhren zu tun.

Nun aber, mit dem Beginn von 2015, scheint sich eine Änderung dieser Überperformance der US Märkte anzudeuten. Zumindest ist das in den Charts klar zu sehen, die ich Ihnen nun zeigen will.

Schauen wir erst einmal auf den S&P500, der in 2015 wild schwingt und relativ richtungslos ist, mit der Gefahr eine Topbildung zu vollziehen:

S&P500 15.01.15 2

Zum Vergleich schauen wir auf den DAX, der das Dreieck schon nach oben verlassen hat und eine klar bullische Grundstruktur besitzt:

DAX 15.01.15 2

Wir sehen deutlich, wie viel besser der S&P500 in ganz 2014 gelaufen ist. Dort war ein klarer Aufwärtstrend, während der DAX richtungslos vor sich hin eierte.

Deutlich wird aber auch, ab wann sich ein Unterschied zu dieser Entwicklung andeutete: eigentlich erst ab Anfang 2015, nachdem klar wurde, dass die EZB tatsächlich ein Anleihenkaufprogramm starten wird.

Damit wird die EZB Sitzung am kommenden Donnerstag 22.01.15 zum extrem wichtigen Faktor für die Märkte. Denn der Markt hat offensichtlich schon einen "Buy the Rumor" Trade aufgelegt, der derzeit im vollen Gange ist.

Abhängig davon, was die EZB real macht, wird dieser Trade wieder in sich zusammen fallen oder, wir erleben den Start einer grundlegenden Änderung der Kapitalströme, dieses mal aus den US Indizes in die europäischen Märkte.

Die Chancen für Letzteres sind gar nicht schlecht, denn der starke Dollar entfaltet zunehmend seine Wirkung und macht der US Industrie das Leben nicht leichter, zumal nun durch den einbrechenden Ölpreis auch Sorgen um die Fracking-Industrie hinzu kommen.

Und der Fracking-Boom hat natürlich in der Vergangenheit massive Investitionen ausgelöst, von denen viele Industrieunternehmen wie General Electric (851144, GE) profitiert haben. Der absehbare Zusammenbruch dieser Industrie, hinterlässt nun eine Schleifspur bei den Zulieferern und Dienstleistern, auch die schwache Kursentwicklung von GE hat genau mit dieser Erwartung des Marktes zu tun.

Gleichzeitig sollte der schwache Euro die europäische Exportwirtschaft zunehmend stützen. Das ist sicher nur ein kurzfristiger Effekt, Währungsabwertungen haben noch nie zu einer starken Wirtschaft geführt und die US Industrie wird langfristig unter dem Druck des Dollar nur noch stärker und wettbewerbsfähiger werden. Mittelfristig, mit der Sicht auf Monate, ist das aber ein positiver Faktor für die europäischen Unternehmen und die Sicht auf die kommenden Monate ist ja die, die uns beim Handel an den Märkten besonders interessiert. Langfristig sind wir sowieso alle tot. 😉

Auf jeden Fall haben die europäischen Aktienmärkte sowieso eine Menge nachzuholen, die Erwartungen an eine positive Überraschung sind gering und gleichzeitig deuten aber makroökonomische Entwicklungen und die Politik der Notenbanken dahin, dass Europa die Chance hat zu überraschen.

Nun ist Mr. Market ja der beste Frühindikator den man sich vorstellen kann und deshalb ist es besonders interessant zu sehen, wo nun die stärksten Gewinne im "Buy the Rumor" Trade in die EZB hinein sind.

Da fällt mir einerseits der spanische Aktienindex IBEX35 ein, was kein Wunder ist, denn hier treffen die positiven Effekte eines möglichen Anleihenkaufprogramms auf schon vollzogene Strukturreformen, die im Gegensatz zum erstarrten Italien schon für sich alleine leichte Hoffnung für das Land machen.

Auffällig ist aber auch, dass der MDAX nun seit kurzer Zeit noch viel besser als der DAX aussieht und schon den Ausbruch zu neuen Hochs vollzogen hat. Schauen wir auf das Chart und vergleichen wir das mit S&P500 und DAX oben, der Unterschied ist augenfällig!

MDAX 15.01.15

Die Gründe dafür sind offensichtlich. Der MDAX ist industrielastiger als der DAX, Maschinenbau ist hier ein wichtiger Faktor. Damit schlägt hier der schwache Euro besonders stark zu und auch die niedrigen Ölpreise sind ein positiver Katalysator.

Es könnte für die kommenden Monate also Sinn machen, auf Europas Exportindustrie zu setzen. Und wenn man das tut, führt kein Weg am MDAX und seinen Unternehmen vorbei.

Damit das Wirklichkeit wird, muss die EZB aber nächsten Donnerstag erst einmal liefern. Ich glaube übrigens kein bisschen daran, dass die Notenbank mit ihrer Geldpolitik die prinzipiellen Erstarrungen in Europa überwinden kann. Das könnte nur eine andere Politik, als wir sie haben und langfristig macht es daher jede Menge Sinn, weiter auf die US Industrie zu setzen, die ungleich bessere Voraussetzungen hat.

Aber für eine ein paar Monate andauernde Hoffnungsrally an den europäischen Märkten, ist die aktuelle Ausgangslage auf jeden Fall gut und wenn die EZB liefert, wird es der Markt wie ein Drogensüchtiger erst einmal goutieren. Was danach kommt, ist eine ganz andere Geschichte.

Achja .... und dann war da ja noch Griechenland. Aber "Who cares"? Die Schulden liegen mittlerweile bei der öffentlichen Hand, also uns, den Steuerzahlern. Und wir werden dafür blechen, das war schon immer klar, allen Beteuerungen unserer politischen "Elite" zum Trotz. Den Markt interessiert das aber nur noch am Rande, wenn es nicht zu völlig unkontrolliertem Chaos, bei einem möglichen "Grexit" kommen sollte.

Aber selbst der "Grexit" wird wohl ein schöner Traum bleiben, die absurde Logik des "Zusammenhaltens um jeden Preis" feiert in der Eurozone immer noch Urstände. Und solange die, die das bezahlen müssen, nicht die sind, die die Entscheidungen treffen, wird das auch so bleiben. Mit dem Geld Dritter lässt sich immer besonders freigebig um sich werfen.

Vielleicht sollte die Eurozone sich aber mal an der Medizin orientieren, in der sogar wichtige Körperteile wie Finger und sogar ein Bein bei einer unkontrollierbaren Infektion amputiert werden, um den Hauptkörper zu retten. Und auch der Körper ist ein komplexes System, dessen Reaktionen nur schwer vorher zu sehen und bestenfalls mit Wahrscheinlichkeiten zu fassen sind. Man macht es aber trotzdem, zum Wohl des grossen Ganzen.

Ihr Hari

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Finanzielle Repression und Aktien – was wirklich alternativlos ist !

Wenn man sich wie ich jeden Tag mit den Finanzmärkten beschäftigt, läuft man auch Gefahr, so etwas wie einen Tunnelblick zu entwickeln. Man grübelt über Lippenbewegungen weisshaariger FED-Frauen, interpretiert die Markttechnik, verfolgt die Nachrichten und passt seine Aufstellung permanent der eigenen Strategie und dem Risikomanagement an. Es gibt immer etwas zu tun, der Markt lässt einem keine Ruhe.

Wenn man so in den Details vergraben ist wie ich, tut es manchmal gut, wenn man durch eine dritte Person mal wieder an das grosse Ganze erinnert wird. Und das ist bei mir Anfang dieser Woche passiert.

Da rief mich eine sehr, sehr gute, alte Freundin an. Wir hatten uns etwas aus den Augen verloren, wie das Leben halt so spielt, wenn man weit entfernt (Berlin <–> Südbayern) wohnt und sein eigenes Leben und seine eigene Familie hat.

Nachdem wir uns in über einer Stunde erst einmal wieder auf den neuesten Stand unseres Lebens gebracht haben, begannen wir intensiv über ihren eigentlichen Wunsch zu sprechen. Sie suchte Rat zur Geldanlage.

Nun arbeite ich nicht als Vermögensberater, aber gegenüber wirklich guten Freunden, zu denen man hohes Vertrauen hat, macht man mal eine Ausnahme und gibt einen privaten Rat. Zumal Ihre Ausgangslage so klassisch war für viele wohlhabende Bürger, die schon eine Karriere hinter sich haben.

Sie hatte eine nicht unerhebliche Menge freien Kapitals auf den Konten rumliegen und suchte nun nach einer profitablen Anlageform, die einerseits „sicher“ sei und um die sie sich andererseits nicht intensiv kümmern müsste. Wer will das nicht, in diesen Tagen der finanziellen Repression ? 😉

Natürlich konnte ich ihr die Frage nicht ersparen, warum Sie diesen Wunsch nicht 2009 geäussert hatte. Und nicht 2010. Nicht 2011, nicht 2012 und nicht 2013. Aber so geht es derzeit vielen Bürgern, die erst jetzt anfangen sich für die Geldanlage zu interessieren, wo die Märkte halt wieder nahe der Höchststände notieren.

Nachdem sie mir Ihre Rahmenparameter nannte, hatten wir schnell Einigkeit über das Thema Diversifizierung und gingen durch alle möglichen Anlageformen durch.

Immobilien ? Eine selbst bewohnte hat sie und das ist gut so. Von weiteren vermieteten Immobilien habe ich aber eher abgeraten. Die Preise sind im Verhältnis zu den Mieten an vielen Standorten zu hoch und die finanziellen Risiken durch Mietnomaden, gesetzliche Pflichten und ähnlichem werden nicht angemessen bezahlt. Von so einem Ungetüm wie der „Mietpreisbremse“ ganz zu schweigen. Ausserdem würde das neben der selbst bewohnte Immobilie ein Klumpenrisiko im Vermögen erzeugen.

Ackerland oder Wald ? Kann Sinn machen, aber nur bei grösseren Vermögen, bei denen man dann auch gleich die Bewirtschaftung einer grösseren Fläche mitorganisieren kann. Oder wenn man selber aus der Agrarbranche kommt. Denn um Land das man besitzt, muss man sich auch kümmern.

Edelmetalle ? Als Notgelt in begrenztem Umfang sinnvoll und notwendig. Aber über diesen begrenzten Umfang hinaus, sind Gold und Silber keine „Investments“. Diese werfen nichts ab und produzieren nichts. Es ist „totes Metall“, das auch langfristig keinen Wertgewinn erzielt. Aber es erzielt auch keinen Wertverlust, es erhält einfach den Wert über lange Zeit. Diese Eigenschaft macht es als Notgeld sehr sinnvoll. Aber das ist keine Grundlage für eine Anlagestrategie. Das ist nur ein Grund für eine beschränkte Beimischung.

Ausserbörsliche Beteiligungen ? Eigentlich die beste Anlageform, wenn man sich am Produktivkapital beteiligen will. Aber nur dann, wenn es die eigene Firma ist oder man zumindest den Inhaber sehr gut kennt und ein Vertrauensverhältnis hat. Ich bin fest davon überzeugt, wer „reich“ werden will, schafft das am ehesten mit dem eigenen Unternehmen und da ist Kapital auch unbedingt gut investiert. Unternehmertum bewegt die Welt und schafft auch privaten Reichtum. Aber eine eigene Firma hatte Sie schon, insofern war diese Möglichkeit abgedeckt.

Und sonstige ausserbörsliche Beteiligungen über Fonds wie Solar, Flugzeuge etc. sind nach meiner Erfahrung zu oft das Geld nicht wert. Daran verdienen vor allem die Emittenten und Vertriebskanäle und der Anleger muss mehr oder weniger rechtlos zuschauen, wie eine Fehlentscheidung nach der anderen im Fond getroffen wird. Klar kann man auch hier mit einem Fond Glück haben, aber ich habe schon zu viel „Mist“ in diesem Segment erlebt – von Immobilien bis Schiffen - als das ich jemandem zu Investitionen in geschlossene Fonds raten könnte.

Anleihen und sonstige Schuldverschreibungen ? Das ich nicht lache ! Deutsche Staatsanleihen mit effektiver Negativrendite ? Griechenland mit 5% ? Tut mir leid – nein Danke ! Das ist nicht risikoloser Ertrag, sondern ertragloses Risiko !

Rentenversicherungen und Lebensversicherungen ? Wie die Staatsanleihen zu sehen – kein Wunder, denn die liegen ja in den Büchern der Versicherungen. Die Renditen sind mickerig und warum soll man für so mickrige Renditen sein Kapital langfristig binden ? Wenn man noch eine alte Lebensversicherung mit Garantiezins 3 oder 4% hat: unbedingt halten und auf keinen Fall vorzeitig aussteigen ! Aber heute eine Neue abschliessen ? Eher nein.

Riester ? *Hust* *Hust* Nächste Frage bitte !

Tagesgeld ? Vergessen wir das mal - von in der Höhe begrenzten Lockvogelangeboten abgesehen, ist das nur mit negativer Rendite nach Inflation und Steuern versehen. Garantiert ist da nur der Wertverlust !

Diverse Garantie-Zertifikate mit blumigen Namen die Sicherheit vorgaukeln ? Ebenso vergessen. Was als Finanzprodukt beworben werden muss, ist in der Regel Mist, den die Profis selber nicht anfassen würden. Gute Geldanlage braucht keine Werbung, sondern geht unter der Hand bei den Wissenden weg. Diese Produkte dienen eher den Emittenten und sind doch nur aus den Basics wie Anleihen, Aktien und Optionen aufgebaut, die man sich billiger und ohne marketingtechnische Girlanden, auch selber ins Depot legen kann.

Kunst, Oldtimer und Co. ? Macht jede Menge Sinn. Aber erstens ist das Segment schon extrem gut gelaufen und zweitens macht es nur Sinn, wenn man sich auch wirklich sehr gut auskennt, so dass man nicht über den Tisch gezogen werden kann. Da sie kein derartiges Hobby hat, kommen diese Bereiche nicht in Frage.

So und nun ? Was bleibt ?

Alles was bleibt sind Aktien - also Anteile am Produktivvermögen, die liquide an Börsen handelbar sind. Und zwar gleichermassen direkt, wie in einem replizierenden ETF oder in einem gut gemanagten Fond.

Hier findet man noch Weltunternehmen, wie die von mir zuletzt erwähnte General Electric, die einem 3-4% Dividende zahlen und trotzdem noch Chancen auf Kuteigerungen haben. Das hört sich doch besser an, als renditeloses Risiko, oder ?

Womit wir bei der „sicheren“ Geldanlage sind. Viele Bürger assoziieren mit Aktien Unsicherheit, weil diese kurzfristig stark schwanken können. Das ist aber für ein Investment eine verfehlte Risikowahrnehmung. Denn was gibt es langfristig „sichereres“, als eine General Electric, eine Nestle, eine Berkshire Hathaway ?

Wenn ich heute gezwungen wäre, mein Vermögen 50 Jahre in die Zukunft zu schicken, damit meine Enkel davon profitieren können. Was würde ich schicken, wenn es auch in 50 Jahren noch guten Wert haben und bis dahin vielleicht sogar im Wert gestiegen sein soll ?

Von allen obigen Punkten wäre es eindeutig eine Aktie, die ich als erstes schicken würde. Wie zum Beispiel General Electric oder Nestle. Und danach vielleicht ein wenig Gold.

Und deshalb – der finanziellen Repression „sei Dank“ – sind Aktien heute einfach alternativlos. Und so habe ich meiner guten Freundin geholfen, ein sinnvolles ETF und Fonds-Depot zusammen zu stellen, das sie relativ ruhig laufen lassen kann. Und das obwohl nun auch Sie weiss, dass es 2014 ist und nicht 2009 und die Risiken einer bevorstehenden Korrektur an den Aktienmärkten ganz real vorhanden sind. Aber das kann man überwinden, in dem man nicht alles gleich auf einen Schlag investiert, sondern sich zwingt, bei jeder Korrektur Stück für Stück nachzukaufen.

Wichtig ist aber, das grosse Bild nicht zu übersehen. Denn weil die Anlage in Produktivkapital so alternativlos ist, können wir auch davon ausgehen, dass eine längst überfällige Korrektur von 10-20% auch wieder aggressiv gekauft werden wird.

Denn wohin will man denn ansonsten sinnvoll mit seinem Kapital ? Dieses Problem haben nicht nur wir Privatanleger, sondern die grossen institutionellen Anleger ganz genau so. Und deshalb dürften die Aktienmärkte gut unterstützt bleiben, solange die finanzielle Repression andauert.

Aktien sind derzeit alternativlos. Bei allen Schwankungen sollte man das nie vergessen.

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General Electric – Ruhige Trendfolge mit grossen Chancen

Der Markt ist schon weit gelaufen und es wird immer schwerer, noch Bluechips mit attraktiver Bewertung und Potential zu finden. Viele fangen dann an, bei den Nebenwerten zu graben und da findet sich ja manchmal auch ein unerkanntes Juwel. Dummerweise kann es gerade bei Nebenwerten aber auch immer sein, dass sich das vermeintliche Juwel als Absturzkandidat herausstellt - wenige Tage vor einer katastrophalen Adhoc-Meldung. Je kleiner die Unternehmen, desto grösser sind diese unwägbaren Risiken.

Da wäre es doch schön, wenn es noch klassische Bluechips gäbe, die faire Bewertung mit langfristigem Potential verbinden. Und ich glaube, so ein Aktie könnte man vielleicht mit dem US Industrieriesen General Electric (WKN: 851144, GE) finden.

Über GE viel zu erzählen, wäre Eulen nach Athen zu tragen. Klar ist auf jeden Fall, dass man damit eine Wette auf die amerikanische Konjunktur kauft und nebenbei bei unzähligen Infrastruktur-Projekten in der Welt verdient. Seine Abhängigkeit von den Finanzgeschäften bei GE Capital - die GE 2008 in das tiefe Loch zogen - hat der Konzern auf jeden Fall konsequent verringert. Und die Bewertung ist weiterhion nicht übertrieben und bietet eine Menge Potential nach oben.

Besonders attraktiv ist aber auch das Chart, das ich Ihnen hier mit Wochenkerzen zeige:

GE 17.03.14

Sie sehen perfekte Aufwärtstrends seit 2009 bzw 2011 und ein Trade im Sinne der Trendfolge, könnte bei GE vielleicht nun mittelfristig schöne Chancen ins sich bergen.

Das OBV Volumen bestätigt den Trend auf jeden Fall und im Chart ist kein Indiz dafür zu sehen, dass der Trend nun gerade jetzt brechen wird. Im Gegenteil, die Chancen, dass die aktuelle Konsolidierung eine Kaufgelegenheit ist, sind klar vorhanden.

Wer davon ausgeht, dass die Weltwirtschaft keinen grossen Einbruch erleidet, sondern sich eher langsam wieder nach oben bewegt, findet in GE eine Gelegenheit, diesem Trend mit ruhiger Hand zu folgen.

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Sind Industrieaktien – am Beispiel General Electric – nun billig oder teuer ?

Ich möchte heute mal ein Gedankenexperiment mit Ihnen machen und die plakative Frage stellen, ist General Electric (WKN 851144, GE) nun billig oder schon zu teuer ?

GE wähle ich aus zwei Gründen. Erstens weil es nur wenige Aktien gibt, bei denen man so schöne Vergleichsdaten in die Vergangenheit hinein bekommen kann. Und zweitens, weil GE immer noch, der Benchmark für die US, aber auch für die weltweite Industrie ist.

Und wenn die US Industrie nun auf die Beine kommen sollte - wonach es ja aussieht - wird die breit aufgestellte GE profitieren. Insofern ist die Frage doch spannend, ob GE heute schon überbewertet ist.

Jetzt könnte man diese Frage natürlich anhand der populären Parametern wie KGV und KBV beantworten wollen, aber das führt für langfristige Betrachtungen nicht wirklich weiter. Denn das KGV ist ein Wert, der sich an den Gewinnerwartungen orientiert, dummerweise ändern diese sich im Laufe der Zeit massiv.

Und das KGV ist entgegen der landläufigen Annahme auch ein ziemlich mieser Indikator, um Unter- oder Überbewertungen aufzuspüren, bei Zyklikern ist das KGV an den Wendepunkten sogar ein Kontraindikator. Ich habe diese Problematik ausführlich im Artikel -> Warum billige Zykliker teuer sind und umgekehrt <- ausgeführt und kann jedem, der diesen Zusammenhang nicht kennt, nur wärmstens empfehlen, den Artikel noch einmal zu lesen.

Aber auch das vermeintlich so objektive KBV ist in Zeiten des IFRS auch nicht mehr das , was es mal war, weil auch der Buchwert zyklischen Schwankungen unterliegt, von Verzerrungen durch Goodwill ganz zu schweigen. Denken Sie alleine mal an die Bewertung von Lagerstätten bei Rohstoffen, die natürlich auch vom langfristigen Rohstoffpreis abhängt. Auch diese Problematik habe ich in dem Artikel -> Vom Irrsinn des IFRS oder warum einfache Kennziffern wie das KBV kaum Aussagekraft haben <- ausgearbeitet.

Was uns also sinnvoll bleibt um das Bewertungspotential, der GE Aktie zu vergleichen, ist der Kursverlauf im sehr langfristigen Chart, den man - wenn man es ganz genau machen wollte - um die Inflation diskontieren müsste. Letzteres ist schwierig und habe ich hier nicht vollzogen, aber auch ohne die Anpassung bekommt man ein Gefühl dafür, welche Bewertungen bei einer Aktie wie GE im Maximum wie Minimum möglich sind, wenn die Gewinnsituation und Konjunktur die entsprechenden Voraussetzungen schaffen.

Schauen wir also auf das GE-Chart mit Wochenkerzen, das bis 1996 zurück reicht. Und was sehen wir ?

GE 09.01.14

Wir sehen eine phantastische Chance Ende 2008, diese Ikone zu Ausverkaufspreisen auf dem "Grabbeltisch" ins Depot zu legen und sich dann bis heute schlafen zu legen - genau da, wo auch Warren Buffet zugeschlagen hat.

Und wir sehen auch, dass sich für GE bald die Frage stellt, ob die Aktie aus der jahrzehntelangen Konsolidierung ausbrechen kann. Diese Konsolidierung ist gleichbedeutend mit dem säkularen Bärenmarkt an den Aktienmärkten, der 2000 begann.

Das es sich nur um eine Konsolidierung handelt wird klarer, wenn wir das Bild bis 1984 expandieren:

GE 09.01.14 842

Ich betrachte GE als das Musterbeispiel für die übergeordnete Lage der weltweiten Industrie-Märkte. Wir sehen anhand GE, dass die Industriesektoren immer noch in einem säkularen Bärenmarkt gefangen sind, der 2000 begann.

Aber wir sehen auch, dass GE im langfristigen Massstab aktuell zwar nicht mehr billig, aber auch keineswegs zwingend zu teuer ist. Wenn die US Industrie wirklich anziehen sollte, gibt es keinen Grund, warum GE nicht auch doppelt so hoch notieren könnte wie heute. Und damit würde das Ende dieses säkularen Bärenmarktes eingeleitet.

Das sagt jetzt nichts darüber aus, ob wir in 2014 eine 20% Korrektur erleben oder nicht. Das ist sehr gut möglich. Es eröffnet aber den Blick für die sehr langfristige Perspektive. Denn irgendwann wird dieser Bärenmarkt enden und eigentlich ist die Zeit bald reif dafür. Und dann beginnt der Spass an den Aktienmärkten erst so richtig.

Lassen wir uns also von den Zahlen der hohen Indexstände nicht blenden. Es gibt noch Bluechips mit Potential. Und diese dürften unter anderem im Industriebereich zu finden sein.

Ziehen Sie aus diesen Aussagen aber keine Schlussfolgerungen für die Kursentwicklung morgen oder nächste Woche. Das sind zwei verschiedene paar Schuhe. Ich will mit dem Beispiel GE eigentlich nur erneut klarmachen, dass die hohen Zahlen der Indizes genau nichts bedeuten. Die langfristige Frage ist eher, ob die Weltwirtschaft wieder Katalysatoren oder innovative, technologische Durchbrüche erlebt, die den nächsten grossen Bullenmarkt einleiten. Denn bei aller Begeisterung über die aktuelle Kursentwicklung, im ganz grossen Bild befinden wir uns immer noch in einem säkularen Bärenmarkt. Vielleicht am Ende desselben, aber immer noch nicht endgültig raus.

In diesem Zusammenhang möchte ich auch noch einmal an den Artikel
-> Aktienmärkte von 1896 bis heute – Steht ein neuer, säkularer Bullenmarkt bevor ? <- erinnern.
Ein Artikel, der aus einer anderen Warte, zu einer sehr ähnlichen Schlussfolgerung kommt.

Bleiben wir also offen für die Möglichkeiten. Alle hacken auf den Notenbanken herum und ich gehöre da ja auch dazu, weil ich weiss auf welcher Rasierklinge wir da gerade balancieren. Und die Vernunft gebietet, nun von einer baldigen, scharfen Korrektur an den Märkten auszugehen.

Aber kurzfristige Korrektur hin oder her, stellen wir uns nur mal theoretisch vor, es gelänge den Notenbanken doch das Kamel durchs Nadelöhr zu bugsieren und einen selbst tragenden, weltweiten Aufschwung zu initiieren, der dann durch neue Technologien wie 3D Druck oder Biotech massiv befeuert wird.

Wo stehen wir denn 2020 dann an den Aktienmärkten ? Hat sich 1981, bei einem Stand des Dow Jones Index von 1000, als der letzte grosse säkulare Bärenmarkt zu Ende ging, jemand ernsthaft vorstellen oder glauben können, dass der gleiche Index 1999 bei rund 11.000 notieren würde ?

Lassen Sie uns einfach offen für die Möglichkeiten bleiben. Die Zukunft ist und bleibt unbestimmt und hat jede Menge Überraschungen für uns parat. Und lassen Sie uns auf den menschlichen Erfindergeist setzen. Auch wenn in Deutschland gerade "bewahren" und das Festhalten am Status Quo en vogue ist, Deutschland ist nicht die Welt ! Und der Wandel ist gut, unsere ganze menschliche Existenz beruht auf dem evolutionären Erfolgsmodell Wandel. Früher nannte man das auch hier im positiven Sinne "Fortschritt" !

Ihr Hari

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Verwobene Schicksale: Kleinfeld zu Linde ? Reitzle zu Siemens ? Cromme ?

Vielleicht liegt es daran, dass ich selber mal Chef eines - wenn auch nur mittelgrossen - Unternehmens war. Vielleicht liegt es daran, dass mir bewusst ist, welchen Unterschied eine einzelne Person an der richtigen Stelle machen kann.

Aber was auch immer der Grund ist, ich schaue bei meinen langfristigen Investments ganz genau auf das Topmanagement in Vorstand und Aufsichtsrat. Genau genommen ist das neben dem Geschäftsmodell sogar mein Hauptkriterium, nachdem ich die für mich "guten" von den "schlechten" Unternehmen trenne, wenn ich über ein längeres Investment abseits von reiner Markttechnik nachdenke.

Um so ärgerlicher finde ich es immer wieder - und auch das wissen Sie aus diversen Wutreden hier im Blog - wenn den Anlegern das sture Starren auf so zweifelhafte Indikatoren wie Kurs-Buchwert-Verhältnis (KBV) oder Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) als "Value Investing" verkauft wird. Ich erinnere insbesondere an den Artikel -> Vom Irrsinn des IFRS oder warum der Buchwert kaum Aussagekraft mehr hat <- den Sie unbedingt mal lesen sollten, falls Sie das noch nicht getan haben.

Und richtig sauer werde ich, wenn dann immer wieder der ehrenwerte Warren Buffet als Testimonial für diese intellektuell äusserst dürftige Indikatorenlogik vereinnahmt wird, obwohl der sich gar nicht dagegen wehren kann. Der Verdacht, dass hier Menschen etwas verkauft werden soll ist für mich naheliegend.

Denn eines ist klar, wer sich mit Buffet beschäftigt hat weiss, welche immense Bedeutung er immer dem Management beigemessen hat. Es ist nicht übertrieben zu sagen, Buffet hat bei all seinen grossen Investments eigentlich immer eine persönliche Beziehung und persönliche Eindrücke vom Management aufgebaut. Und nur wenn er zutiefst von deren Fähigkeiten überzeugt war, setzte er seine Gelder in Gang. Es gibt wohl nur wenige Investoren, die dem Management so hohe Bedeutung zumessen wie Buffet.

Womit wir auch für unsere Investments bei dem zentralen Thema Management sind. Und nun wissen Sie ja, dass es da in Form der Linde (WKN 648300) ein Unternehmen gibt, dass ich hinsichtlich seines Geschäftsmodells für eine Perle halte und dem noch einiges zuzutrauen ist. Zu verdanken ist diese tolle Entwicklung unter anderem dem CEO Wolfgang Reitzle. Ich möchte zu ihm einfach aus einem ein Jahr alten Artikel hier auf surveybuilder.info.de zitieren:

"Seit 2003 verantwortet Wolfgang Reitzle das Geschäft als CEO. Er ist der lebende Beweis, dass man kein Fachmann sein muss, um als Top-Manager Erfolg zu haben. Denn als Reitzle von Jaguar, Aston Martin & Co. 2002 zu Linde kam, wusste er von Industriegasen vermutlich auch nicht sehr viel mehr als ich jetzt – nämlich fast nichts. Was er aber danach aus Linde gemacht hat, nötigt mir allerhöchsten Respekt ab. Und “nebenher” hat er seit 2009 als Aufsichtsratchef massgeblichen Anteil daran, dass das Desaster rund um Schaeffler und Continental geräuschlos bereinigt wurde. Einer der heissesten Jobs die Deutschland damals zu vergeben hatte. Bravo kann ich da nur sagen !"

Und wir wissen, dass es in Form von Siemens (WKN 723610) da ein Unternehmen gibt, dass man als Urgestein der deutschen Unternehmen bezeichnen kann, fast ein Synonym für Deutschland. Und diese Siemens schwankt jetzt seit Jahrzehnten zwischen schweren Krise - wie zuletzt in der Korruptionsaffäre - und einer eher grauen Realität, in der es gerade mal so einigermassen läuft. Nur eine Phase des Aufbruchs, eine Phase in der Siemens von Erfolg zu Erfolg eilt wie nun Linde seit Jahren, so eine Phase hat es bei Siemens schon sehr, sehr lange nicht mehr gegeben.

Und auch die Börse sieht das natürlich so, vergleichen Sie mal die Kurse von Siemens und Linde in den letzten 10 Jahren. Und dann fragen Sie sich, was - oder genauer gesagt wer - da den Unterschied macht. Oder will jemand ernsthaft behaupten, die Mitarbeiter bei Siemens seien perse dümmer oder weniger engagiert als bei Linde ? Wohl kaum, das sind sie bestimmt nicht ! Auch wenn das Geschäftsmodell unterschiedlich ist, ist der Vergleich trotzdem frappierend und beides sind klassische Industrieunternehmen. Und auch gegenüber den direkten Mitbewerbern General Electric und ABB sieht Siemens für mich nicht mehr überzeugend aus.

Und dann haben wir da noch Klaus Kleinfeld und den Aluminium Konzern Alcoa (WKN 850206), um das Triumvirat der verwobenen Schicksale zu vollenden. Klaus Kleinfeld hat sich in den USA nun grosse Reputation erworben, denn unter ihm kommt Alcoa besser durch die Krise als viele der Mitbewerber. Und Klaus Kleinfeld ist nach meiner persönlichen Einschätzung wohl nur aus einem Grund bei Alcoa, weil er damals als Siemens Chef von Gerhard Cromme heraus gedrängt wurde, obwohl Kleinfeld mit der Korruptionsaffäre nichts zu tun hatte und ihm auch bis heute nie jemand etwas Konkretes vorwerfen konnte. Lesen Sie auch einen alten Artikel aus der Zeit bevor Kleinfeld zu Alcoa wechselte. In meinen Augen war Klaus Kleinfeld der beste Siemens CEO, den das Unternehmen seit langem hatte und vieles was sein Nachfolger Löscher als Erfolg verbuchen konnte, basierte auf grundlegenden Entscheidungen, die noch Kleinfeld veranlasst hatte.

Irgendwie sind diese drei Schicksale also miteinander verwoben. Und um den Kreis zu schliessen, seien die lange wabernden Gerüchte erwähnt, nach denen Reitzle 2007 auf dem Höhepunkt der Krise Chef bei Siemens werden sollte. An solchen Gerüchten ist oft etwas dran, denn wenn es Unsinn ist, könnte es auch sofort hart dementiert werden. Es ist also zu vermuten, dass es damals Sondierungsgespräche gegeben hatte. Lesen Sie . Reitzle sagte ab, warum überlasse ich Ihrer Phantasie.

Nun wird der heute 64-jährige Reitzle im Frühjahr 2014 als Linde CEO abtreten. Nach dem was man liest, wäre er wohl auf den Chefposten im Aufsichtsrat gewechselt, alleine die "Abkühlphase" des Corporate Governance Kodex verhindert das, ein Kodex an dem der "Meister" sauberer , Gerhard Cromme, in der Vergangenheit als Chef der Kommission massgeblich mitgewirkt hat.

Womit sich zwei wichtige Fragen stellen: erstens wer folgt Wolfgang Reitzle nach und zweitens wo engagiert sich Reitzle in der Zukunft ?

Vielleicht ahnen Sie jetzt worauf ich hinaus will. Deutschland sollte ein Interesse daran haben, seine besten Manager an der Spitze seiner Topunternehmen zu haben. Und ein Klaus Kleinfeld als Nachfolger von Wolfgang Reitzle bei Linde wäre in meinen Augen eine Idealbesetzung. Ob der in Amerika angekommene - und von seinem jugendlichen Drang her dort auch viel besser hinpassende - Kleinfeld das will, weiss ich nicht. Aber ein Ortswechsel wäre vielleicht gar nicht mal nötig, denn Linde hat durch die Lincare Übernahme ja nun auch in den US ein dickes Standbein und verdient abgesehen davon auch massiv am "Shale Gas" Boom mit.

Und Reitzle ? Nun ich bin mir ziemlich sicher - ohne das ich das belegen kann - dass ihn der Aufsichtsratsvorsitz bei Siemens reizen würde, wenn ihm das angedient würde. Denn wen würde das nicht reizen ? Mit Reitzle würde bei Siemens auch frischer Wind wehen und die Chance bestehen, einen neuen, dynamischen "Kleinfeld" an die Spitze des Unternehmens zu bekommen.

Nur steht dem ein Mann im Weg, Gerhard Cromme. Verwobene Schicksale - wissen Sie jetzt was ich meine ? Nach seinem Abgang bei Thyssenkrupp dürfte Gerhard Cromme in meinen Augen nur schwer von Siemens zu lösen sein, zumal der aktuelle Siemens CEO Peter Löscher ihm ja wohl seinen Posten verdankt. Ich vermute so ist auch die Nachricht zu werten, dass Wolfgang Reitzle nun Verwaltungsratpräsident beim schweizer Zementhersteller Holcim wird - sehen Sie .

Einer unserer besten Manager Verwaltungsrat in Zement ? Nichts gegen Zement, aber ich finde Wolfgang Reitzle kann an anderer Stelle von grösserer Bedeutung für unsere industrielle Basis sein. Ich finde es zutiefst schade, um nicht zu sagen traurig, dass wir unsere besten Manager nicht auf die wirklich wichtigen Rollen hieven können.

Und welchen Unterschied ein gutes oder schlechtes Management macht, kann man nicht nur am Chart von Linde, sondern auch an dem 10-Jahres-Chart von Siemens und Thyssenkrupp bewundern. Und ich frage erneut: sind die Mitarbeiter in diesen Unternehmen unfähiger oder weniger engagiert ? Wohl kaum.

So bleibt mir nur, ein bisschen zu träumen. Kleinfeld zu Linde, Reitzle zu Siemens und Cromme weg .... das wäre für mich ein Paket, das ich lieben würde. Und dann könnte ich auch der Siemens Aktie mal wieder näher treten, was im Moment für mich kein Thema ist.

It´s the management stupid ! 😉

Ihr Hari

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