Aktien sind unsicher und die Welt ist eine Scheibe

Ja ich weiss liebe Leser, die Überschrift ist so provokant, dass sie schon wieder platt ist. Und eigentlich bin ich hier ja nicht für kurze Plattheiten bekannt, sonderen für eher zu lange, differenzierte Texte zum Markt.

Aber heute hole ich mal testweise den Holzhammer heraus. Mir ist bewusst, dass die, die ich damit eigentlich aus ihrem gedankenlosen Phlegma aufrütten will, hier potentiell gar nicht mitlesen. Weil Aktien sind doch "Teufelszeug" und Charts sind "Hokuspokus". Und sicher ist nur Festgeld - schon klar, die Welt ist eben doch eine Scheibe. 😉

Sie werden als treue Leser nun also vielleicht grinsen, aber dieser Holzhammer muss einfach mal sein. Und damit er überhaupt bei den Jüngern des Festgeldes wahrgenommen wird, muss der Schlag kurz, hart aber eindrucksvoll sein. Zu viele Worte schaden nur.

Also liebe Jünger des Festgeldes, für Sie, die Sie Aktien "Teufelszeug" und "zu unsicher" finden, zeige ich Ihnen nun mal eine tolle Anlage, die Sie bestimmt mögen werden:

Seit 1984 (schon viel länger davor, nur dafür habe ich keine Charts mehr) geht es immer nur hoch. Manchmal seitwärts, aber im Kern immer nur hoch. Schwere Krisen wie 2000 oder 2008 fallen im grossen Bild bestenfalls als "Schlagloch" auf, ändern aber nichts am grossen Trend.

Ist so eine Geldanlage "sicher"? Wenn ich ihnen nun sage, dass man damit im Mittel zwischen 5 und 10% Rendite pro Jahr machen konnte und das in dieser Ruhe und Stabilität, dann wollen Sie doch vielleicht Ihr Festgeld mit Nullzinsen, das unter der Inflation nun fällt, doch vielleicht mal in Frage stellen?

Aber halt, das geht ja nicht. Denn das ist natürlich eine Aktie und Aktien sind ja "unsicher". Und es nicht "irgendeine" Aktie. Es ist das Chart eines der grössten Konzerne der Welt, eines der bekanntesten Dividenden-Aristokraten der Welt und eines der stabilsten Unternehmen der Welt. Es ist der Gesundheitskonzern mit unzähligen bekannten Marken und einer Marktkapitalisierung von 336 Milliarden US Dollar.

Und wissen Sie was, ich habe noch ein Zückerchen für Sie. Dividenden sind hier gar nicht im Chart. Die kommen "oben darauf", so ca. 2-3% pro Jahr bei Johnson&Johnson. 😀

Und noch etwas muss ich nachlegen, das ist eine bewusst logarithmische Darstellung des Kursverlaufes, die damit die Dynamik des Anstiegs im Depot kaschiert. Objektiv ist Johnson&Johnson von 1,75USD in 1984 auf 124,46USD in 2017 gestiegen. Den Faktor dürfen Sie mit dem Taschenrechner selber ausrechnen, als Chart wäre er nicht mehr darstellbar. Autsch. 😉

Das ist also so ein "Teufelswerk", so eine "böse" Aktie, die so furchtbar riskant ist. 😉

Und wissen Sie noch etwas? Stellen wir uns mal vor, Ihre schlimmsten Albträume würden tatsächlich wahr und wir bekämen bald den Zusammenbruch des Euros, eine schwere Wirtschaftskrise, Bankenkrise, politische Unruhen, temporärer Zusammenbruch der staatlichen Ordnung. Was immer Ihnen an maximalen Horrorszenarien einfällt.

Was glauben Sie, was es 10 Jahre später noch geben wird, wenn sich der Nebel über dem traurigen Schlachtfeld verzogen hat? Hmmm?

Ihre Immobilie? Ja vielleicht, aber vielleicht auch schon mit einer Zwangshypothek belastet. Trotzdem im Kern Ja.
Ihr Gold? Ja vielleicht, aber nur wenn Sie es vergraben haben, denn es ist vielleicht verboten. Trotzdem im Kern Ja.
Ihr landwirtschaftlicher Grund oder Wald? Ja bestimmt.

Ihr Festgeld in Euro als Schuldverschreibung in Form einer elektronischen Zahl gegenüber einer Bank? Hahaha!
Ihre Lebensversicherung in Euro als Schuldverschreibung einer Versicherung gegenüber? Hahaha!
Ihre Rentenzusage des Staates? Muss ich nun noch einmal lachen? Aber gut kein Problem, die Riester-Rente wird Sie retten und ich sagte ja schon, die Welt ist eine Scheibe. 😉

Ich sage Ihnen, was dann in meinen Augen auch noch da ist, weil international aufgestellt und weltweit agierend und nicht von einem Land und einer Währung abhängig:

Johnson & Johnson. Die verkaufen dann immer noch Babypflege, Sonnenmilch und Tampons. In welcher Währung auch immer und immer noch weltweit.

Zwischenzeitlich in der Krise, wird auch der Kurs von Johnson & Johnson um 70% gefallen sein, sie sind aber danach noch da und erholen sich wieder, in welcher Währung auch immer. Und dass Johnson & Johnson nur ein Beispiel ist, dürfte hoffentlich klar sein, es gibt sehr viele solche Aktien!

Da haben Sie also Ihre "unsicheren" Aktien. War das nun genug Holzhammer? Wollen Sie in Zeiten der Inflation vielleicht nicht doch mal die Kraft aufbringen, sich aus der gedanklichen Sicherheitsfalle zu lösen und ihr Bargeld auf Konten in Frage stellen? Sind Sie in der Lage sich mal offen mit der Frage zu befassen, was genau "sicher" denn nun bedeutet?

Wenn ja, wissen Sie, wohin Sie sich wenden können. Wenn nein, winke ich Ihnen nach und wünsche ich Ihnen hiermit alles Gute. 😀

Und klar, der Markt ist aktuell überdehnt und kurzfristig korrekturreif. Mit dem prinzipiellen Bild oben hat das aber gar nichts zu tun, schauen Sie einfach, was solche Korrekturen im grossen Bild über Jahrzehnte sind: ein Fliegenschiss. 😉

Ihr Hari

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