FED QE3 – 11.11.12 – Warum es erst ab 14.11. seine Wirkung entfaltet. Rally ahead ?

Bevor die neue Woche startet, möchte ich am Sonntag Abend noch eine wichtige Information rund um die FED mit Ihnen teilen, die ich schon länger kenne, die ich aber bisher für mich behalten und still verfolgt habe. Das ist sozusagen das Mr. Market "Überraschungs-Ei" für meine treuen Leser für kommende Woche. Es wird spannend sein zu verfolgen, wie sich diese Information nun verbreitet. 😉

Viel ist ja über QE3 geredet worden. Und das QE3 mehr oder weniger die Jahresendrally und die Rally in den Edelmetallen garantieren würde. Und dann ist was passiert ? Nichts ! Keiner redet mehr über QE3. Und die Indizes sind nicht höher, als zum Zeitpunkt der QE3 Bekanntgabe.

Haben Sie in Deutschland Artikel gesehen, die mal die Frage gestellt haben was mit QE3 passiert ist ? Ich habe keine gesehen und wenn es doch welche gab, waren es wenige. Liest man Fachanalysen der Banken, taucht das Thema durchaus auf und natürlich wird da verstanden, was konkret passiert. Die private Öffentlichkeit hat es aber nicht wirklich erreicht, weil die wenigsten die Implikationen verstehen oder sich dafür interessieren.

Denn alles was wir bisher in Form der "POMO Operations" verfolgen, ist nichts weiter als die Fortführung des QE2 Programs "Operation Twist". QE3 hat seine Wirkung noch gar nicht entfaltet ! Überrascht ? 😉

Aber zumindest in den US stellen sich kluge Trader diese Frage, schauen Sie zum Beispiel mal hier:

Und es gibt ebenso kluge Marktteilnehmer, die schon Mitte Oktober die richtigen Antworten gerochen haben, schauen Sie .

Also nun eine kurze Erklärung. Hinter QE3 verbirgt sich nichts weiter, als der Aufkauf von Hypothekenpapieren (Mortgage Backed Securities MBS). Also sozusagen trivialisiert: "Frisch gedrucktes Papier-Geld gegen Hypothek". Und indem diese Papiere aufgekauft werden, wird dem Markt freie Liquidität zugeführt. Und zwar Liquidität bei denen, die diese Papiere in den Büchern haben, vor allem also Banken - wen wundert es ? 😉

Der Beschluss der FED am 13. September das Volumen drastisch zu erhöhen, ist aber nur die eine Seite der Medaille, man muss auch die Kanäle dafür haben, es zu tun. Die FED kann sich ja nicht einfach vor die Wallstreet stellen und "gebt uns die Hypotheken" schreien. Ich kann Ihnen nun nicht den exakten Ablauf beschreiben, dazu bin ich zu wenig Fachmann in diesem Thema und es ist auch für mich nicht entscheidend es im Detail zu verstehen. Aber diese Käufe müssen über Händler als Intermediäre abgewickelt werden und zwischen dem rechtlichen Kauf und dem Tausch "Geld gegen Hypothekenpapier" liegt eine Phase von zum Teil 60 oder 90 Tagen. Ich vermute dahinter rechtliche Gründe, denn es handelt sich ja letztlich um Hypotheken, also reale Immobilien.

Aber was auch immer der Grund ist, es bedeutet konkret, dass die erhöhten Käufe der FED ab Mitte September den Markt erst ab Mitte November so richtig in Form von Liquidität erreichen ! Sie glauben das nicht, schauen Sie bei der FED und ihren MBS Käufen selber nach und achten Sie auf die Settlement-Periode !

Wird jetzt exakt am 14.11. die Rally starten ? Ich kann Ihnen das nicht sagen, weil ich nicht präzise weiss, wann die Liquidität genau die "Street" erreicht. Das hängt einfach von technischen Details ab, die ich nicht kenne. Vor dem 14.11. wird es wohl nicht sein, aber es kann wahrscheinlich auch etwas später werden. Aber die "Big Boys" der Wallstreet wissen es sicher. Denn in deren Büros sitzen die Händler, die die MBS Geschäfte abwickeln.

Nach den mir vorliegenden Informationen, sollen über 25 Milliarden USD am 14.11. über den Weg der primären Händler beim ersten grossen "Settlement" den Markt erreichen. Ob diese Information stimmt, vermag ich aber nicht zu kontrollieren, insofern grösste Vorsicht damit.

Aber letztlich ist es egal ob am 14., 15. oder 16. und wieviel Milliarden USD exakt. Wichtig ist die Information, dass die additive FED Liquidität des QE3 Programms wohl erst in der zweiten November-Hälfte so richtig den Markt erreicht !

Und ja, 40 Milliarden USD pro Monat additive Injektion sind nun nicht die Welt, es ist aber auch mehr als nichts, denn es kommt ja auf die anderen Aktivitäten oben drauf. Es dürfte den Markt daher stützen und das nicht nur real, sondern auch psychologisch. Der entscheidende Parameter der über den Start der Jahresendrally entscheidet, dürfte weiter der "Fiscal Cliff" sein.

Aber machen wir uns nichts vor. Wenn "Big Money" sich die Indizes richtig zurecht gelegt hat und sich durch die den Markt erreichenden FED Milliarden unterstützt sieht, dann dürfte es auch nicht schwer fallen, das richtige Gerücht zum richtigen Zeitpunkt über Kompromisssignale an der politischen Front in die Welt zu setzen. Mit genügend Politikern dürfte die Wallstreet dafür verbandelt sein. Und dann macht es schlicht *Bumm" und die Herde setzt sich in Bewegung.

Insofern werde ich nun ganz genau den MoneyFlow verfolgen. Sobald es "Buying on Weakness" Signale gibt, dass "Big Money" nun kauft, werde ich nicht lange zögern. Und mit der Schulter-Kopf-Schulter Formation und dem sich öffnenden Keil im DAX, die ich in den letzten Artikeln besprochen habe, passt das auch gut zusammen. Ein paar Tage Schwäche am Beginn der Woche könnten die Indizes weiter drücken und für "Big Money" attraktive Setups bereit stellen. Und dann - ich rechne damit ab Mitte der Woche - könnten möglicherweise die Markt-Elefanten in die Börsen stampfen.

Bitte denken Sie daran: Liquidity Rules ! Das ist eine der Grundregeln, die immer gültig ist. Dewegen vermute ich auch, dass die Bären nun noch ein paar Tage ihre "feuchten Träume" geniessen können, bevor ihnen bald eine böse Überraschung bevor steht.

Ach ja und noch etwas. All die, die in den US jetzt möglicherweise ihre Aktiengewinne realiseren um höheren Steuern in 2013 zu entgehen, was machen die wohl mit der freien Liquidität, wenn sie demnächst vielleicht hören, dass sich die Politik in Sachen "Fiscal Cliff" auf den für mich persönlich wahrscheinlichsten Kompromiss geeinigt hat: einfach die Deadline der Erhöhungen weiter hinaus zu schieben ?

Ich wünsche Ihnen einen guten Wochenstart !

Ihr Hari

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Marktupdate – 07.11.12 – Gedanken zum Markt nach der US Wahl

Zum Handelsstart in Europa, ein Marktupdate im Nachgang der US Präsidentenwahl:

(1)

Der Sieg Obamas hat den Status Quo einfach fortgeführt, denn im Repräsentantenhaus haben sich die Mehrheitsverhältnisse nicht geändert. Damit bleibt das Blockadepotential der Republikaner erhalten. Echte Klarheit sieht anders aus. Trotzdem dürfte das für die Märkte zunächst eine Erleichterung sein, weil zumindest die Angst vor unklarem Gewürge nach der Wahl nun weggefallen ist.

(2)

Die Rally die gestern an der Wallstreet schon vor der Wahl einsetze, war offensichtlich der Versuch diverser Hedgefonds (Hot Money) diese absehbare Entwicklung schon vorher mitzunehmen. Offensichtlich hatte auch das "Hot Money" die Erwartung, die ich gestern im Artikel formulierte, dass jede Form von Klarheit für eine Rally sorgen würde.

(3)

Ob diese Rally - die seit gestern läuft und heute weiter zu gehen scheint - dann nachhaltig wird und auch den heutigen Nachmittag überlebt, ist aber noch nicht zu beantworten. Denn nun richtet sich der Blick spätestens heute Nachmittag auf das "Fiscal Cliff".

Und durch die weiter gegensätzlichen Mehrheitsverhältnisse in Senat und Repräsentantenhaus, wird das Geschacher nun weiter gehen. Allerdings kann man nun hoffen, dass die Republikaner nun etwas gemässigter auftreten, denn die Blockade-Politik der Tea-Party hat ja nun nicht zum Sieg verholfen. Und hätte Romney auf diese Extremisten weniger Rücksicht nehmen müssen, hätte er wohl eine Chance zum Sieg gehabt, denn auch in den US werden die Wahlen in der Mitte entschieden und Obama war mehr als angeschlagen.

Es ist allerdings auch gut möglich, dass die Republikaner daher erst einmal in interne Richtungskämpfe geraten. Denn obige Analyse wird die Tea-Party-Fraktion sicher nicht teilen wollen. Ob die absehbaren internen Probleme der Republikaner einer schnellen Klärung der mit dem "Fiscal Cliff" verbundenen Fragen helfen oder diese eher verhindern, vermag ich nicht zu prognostizieren.

Aber das wird definitiv nun das Hauptthema sein, um das sich die Wallstreet gedanklich drehen wird. Und von dieser Einschätzung wird nach meiner Erwartung abhängen, ob wir nun nur eine kurze Erleichterungsrally oder den Beginn der umfangreichen Jahresendrally sehen. In diesem Zusammenhang erinnere ich noch einmal an die Übersicht von gestern, die die Sorgen der Wallstreet aufzeigt:

(4)

Mit dem Sieg Obamas bleibt auch "Helikopter-Ben" weiter auf seinem Posten und wird die bisherige Politik der Geldschwemme fortsetzen. Die Reaktion bei Gold liess nicht lange auf sich warten. Nun spricht sehr viel dafür, dass der Absturz vom 02.11. eine üble Bärenfalle war, in der "Smart Money" die Stops der schon auf die Wende setzenden Trader überrannte. Jetzt sind wir technisch in einer ganz einfachen Ausgangslage. Regelmässigen Lesern von surveybuilder.info.de dürfte nun sonnenklar sein, wo Stops bei Gold hinzulegen sind. Darüber hinaus kann man nun gelassen abwarten. Wenn sich das Szenario realisiert, dass ich immer noch für das deutlich wahrscheinlichste halte, steht uns nun eine schöne Rally zum Jahresende bevor, die das Potential hat Gold bis 1900 USD zu treiben. Und wenn nicht, dann halt nicht. Dann kann man mit den nun definierten Tiefs aber auch nicht viel verlieren. Gelassenheit und Geduld ist nun also in meinen Augen im Sektor gefragt.

(5)

Bei den Silberminen, insbesondere bei Hecla Mining (WKN 854693) und Coeur dAlene (WKN A0RNL2), gab es gestern üble Enttäuschungsreaktionen auf die Quartalszahlen, die auch den ETF SIL unter Druck gesetzt haben. In beiden Fällen waren Vergangenheitszahlen zum abgelaufenen Quartal der Auslöser und in beiden Fällen gebe ich der negativen Reaktion persönlich nur eine geringe Halbwertzeit. Denn es könnte gut sein, dass wir hier eine Parallelität zu den Ereignissen bei Salzgitter vorgestern haben.

Denn der Markt hat die ganze Zeit nur auf die zukünftigen Gewinne der Minen gestarrt, weswegen die Titel trotz vorangegangener Rally auch nicht abgegeben haben, obwohl der Silberpreis seit über einem Monat fällt und konsolidiert. Nun wurde die Vergangenheit mit einem Schlag in Erinnerung gerufen und der Markt reagiert "erstaunt", wie jemand der aus einem langen Schlaf aufwacht. Schon bald wird aber nach meiner Erfahrung wieder nur die zukünftige Entwicklung zählen.

Insofern kommt es für mich nun einfach darauf an, wie sich der Silberpreis zum Jahresende entwickelt. Und der wird sich erfahrungsgemäss ähnlich wie Gold entwickeln, siehe Punkt (4). Wenn Silber nun also weiter nach oben dreht, könnte die aktuelle Korrektur eine hervorragende Kaufgelegenheit sein. Insbesondere bei Hecla ist positiv zu vermerken, dass nun auch offiziell der erneute Produkionsanlauf der "Lucky Friday" Mine für das erste Quartal 2013 absehbar ist.

Vergessen sollte aber niemand, dass Silber-Minen extrem volatil sind und zwar in beide Richtungen. Erst gestern konnten wir das beobachten. Wenn man da mit Stops operiert, müssen diese sehr weit sein und man muss bereit sein auch signifikante Verluste in Kauf zu nehmen. Im Zweifel ist in meinen Augen der ETF SIL vorzuziehen, der sozusagen das Analog zum GDX bei Goldminen ist und einen von den volatilen Bewegungen der einzelnen Titel unabhängig macht.

(6)

Auch die Sektoren Stahl und Kohle, wenn Sie so wollen darüber hinaus die ganze Schwer- und Grundstoffindustrie, produziert nun Charts die auf eine Trendwende hindeuten. Eine Trendwende die nicht nur von der Geldpolitik der Notenbanken, sondern auch von China befeuert werden könnte. Aktienmärkte sind bekanntlich Vorlauf-Indikatoren und die chinesischen Bluechips sind seit September in Bewegung geraten, leicht zu erkennen an ETFs wie dem "iShares China Offshore 50" (WKN A0F5UE).

Ein perfektes Beispiel ist dafür sicher auch die Kursentwicklung bei Salzgitter (WKN 620200) mit einem klaren Aufwärtstrend, aber auch die Zahlen von Klöckner (WKN KC0100) von heute empfinde ich als konstruktiv. Es scheint als ob das Unternehmen die Lage im Griff hat und sogar von seiner Akquisition in den US profitiert. Damit könnte nun möglicherweise ein Kursniveau erreicht sein, von dem aus die Chancen deutlich grösser als die Risiken sind.

Um sich den Kohlesektor vorzunehmen, hat eine Aktie wie Peabody Energy (WKN 675266) als Beispiel, nun auch einen klaren, neuen Aufwärtstrend definiert, auch wenn kurzfristig ein Rücksetzer zur 200-Tage-Linie nicht ungewöhnlich wäre.

Die oben genannten Sektoren sind sicher nicht ohne Risiken und Stops sind nach wie vor zwingend. Aber ähnlich wie bei Gold hat die Abwärtsbewegung für mich nun klare Stopniveaus definiert, von denen ausgehend ich durchaus bereit bin, eine Spekulation auf den Turnaround zu wagen. Sie wissen wie sehr ich davor warne, einfach so ins fallende Messer hinein auf einen Turnaround zu wetten. Hier haben wir nun aber neu etablierte Aufwärtstrends und einen klaren Bruch der alten Abwärtstrends. Es spricht also viel dafür, dass das Messer nun schon so tief gefallen ist, wie es fallen konnte. Und bei der immer vorhandenen Restunsicherheit, dass es eben doch anders kommt, schützen mich Stops vor zu starken Schmerzen und monetären Wunden.

Ich wünsche Ihnen viel Erfolg !

Ihr Hari

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Kurzkommentar – 02.11.12 – Gold schwächelt wg QE3 Ausstiegsszenarien.

13:40 Uhr

Endlich habe ich die gestrige und heutige Schwäche von Gold verstanden. Es hat etwas gedauert, aber nun passt das Bild wieder.

Auslöser dürfte Thematik sein, in der FED Mitglieder anfangen, konkrete Arbeitslosenquoten zu nennen, ab denen die FED ihr QE einstellen könnte.

Damit wird der Goldpreis natürlich auch direkt an die Arbeitslosenzahlen geknüpft und zwar invers. Dass das offensichtlich der Auslöser der plötzlichen Schwäche heute Nacht und am heutigen Tag war, konnten wir dann gerade um 13.30 Uhr bei den US Arbeitsmarktdaten beobachten. Die Daten waren gut, die Märkte steigen und Gold fällt unter 1700 USD und generiert ein neues Tief. Der SwingLow vom 24.10.12 ist damit leider invalidiert. Schade, aber nicht zu ändern, thats life.

Ich habe insofern Glück gehabt, als ich in Erwartung der Volatilität der Arbeitsmarktdaten, meine Stops heute früh wieder weiter nach unten gezogen habe. Nun habe ich sie ganz aus dem Markt genommen und werde sie erst in ein paar Stunden wieder setzen, wenn sich der Rauch etwas verzogen und der Markt sich wieder sortiert hat. In solchen Phasen muss man den Positionen halt etwas Luft zum Atmen geben.

Trotzdem stellt sich nun natürlich die Frage wie es weiter geht. Dazu sind konkrete Aussagen im Moment nicht möglich. Ich muss den Tag abwarten und möglicherweise ein erneutes SwingLow abwarten. Wann das kommt ist nicht vorher zu sehen.

Grundsätzlich ist die analytische Lage bei Gold für mich nach wie vor so eindeutig Long, dass ich nicht glaube, dass die Rally bis 1900 USD nun ausser Kraft gesetzt wurde, sie wurde wahrscheinlich nur etwas verschoben. Eine dynamische Bewegung bis ca. 1650 USD ist nun aber allemal drin !

Ich wünsche einen schönen Tag.

Ihr Hari

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Marktupdate – 16.10.12 – Warum der DAX nun unbedingt 7410 übersteigen sollte !

15.30 Uhr

Ein paar kurze Worte zur Lage parallel zur Handelseröffnung der Wallstreet.

Der am Sonntag schon antizipierte Bounce ist in voller Kraft im Gange. "The Bulls have returned". Die "Buying on Weekness" Zahlen von Freitag für den SPY waren also mal wieder ein guter Lead-Indikator.

Nun wird es spannend, ob der Markt Kraft hat wirklich zu neuen Höchstständen aufzubrechen, oder ob das Szenario vom Sonntag aktiv wird und wir in der zweiten Wochenhälfte erst einmal dynamisch nach unten laufen. Und als Folge das Heulen und Zähneklappern einsetzt. 😉

Der morgige Mittwoch wäre prädestiniert für so eine üble Wende, da die FED Morgen mit einer grossen POMO Sell Operation über 8 Milliarden USD im Markt ist.

Deswegen ist es nun von ungeheurer Bedeutung, was in der gerade begonnenen, heutigen Session der Wallstreet passiert. Insbesondere, was das Late Money = Smart Money in der zweiten Handelshälfte machen wird.

Auch aus Sicht des DAX sind wir nun bei DAX 7360 an einer entscheidenden Wegsscheide. Wenn diese Bewegung mehr sein soll als ein Intermezzo vor dem nächsten Rückfall, sollten wir nun unbedingt das Hoch vom 05.10. bei 7410 nachhaltig überschreiten und uns darüber halten.

Warum das so wichtig ist, zeigt Ihnen sofort das Stundenchart des DAX:

Sie sehen, wenn wir hier jetzt wieder drehen würden, hätten wir ein erneutes tieferes Hoch etabliert und damit einen klaren Abwärtstrend begründet. Und hätten dann eine ganz hohe Wahrscheinlichkeit, dass der Markt schon diese Woche bis Freitag nach unten läuft und mindestens die 7150 testet, möglicherweise sogar weiter bis knapp unter 7000 abstürzt.

Es ist deshalb sehr wichtig, dass die Bullen nun nachlegen und der DAX so schnell wie möglich die 7410 nimmt. Positiv stimmt, das im Leitindex S&P500 die Lage besser aussieht und wir gestern eine klare Umkehrformation vollzogen haben. Aber auch im S&P500 wäre mir wohler, wenn wir die 1450 sicher hinter uns lassen würden.

In diesem Sinne rate ich heute zu sehr grosser Aufmerksamkeit und wünsche Ihnen gute Entscheidungen. Und falls Sie es noch nicht getan haben, sollten Sie vielleicht das Gedankenszenario im Artikel vom Sonntag -> hier <- lesen. Nur so, um gedanklich für alle Eventualitäten vorbereitet zu sein. 😉

Ihr Hari !

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Marktupdate – 04.10.12 – Ausbruch oder Einbruch im S&P500 ?

08:30 Uhr

Ein spannender Tag liegt vor uns. Wir haben heute:

13:00 Uhr Bank of England Zinssatz
13:45 Uhr EZB Zinssatz
14:30 Uhr EZB Pressekonferenz (die Märkte dürften sehr volatil auf Details zur Anleihen-Ankaufpolitik reagieren)
14:30 Uhr US Arbeitsmarktdaten
20:00 Uhr FOMC Sitzungsprotokoll (FED)

In den letzten Tagen und Wochen hat der Markt konsolidiert, ohne signifikant von den Gewinnen der Sommerrally abzugeben. In einzelnen Aktien sieht es schlechter aus, wichtig war halt in den letzten Wochen immer, die Aktien bzw Sektoren im Depot zu haben, die von dem Draghi/Bernanke Put profitieren.

Im Stundenchart des S&P500 kann man die Konsolidierung seit dem 21.09.12 gut nachvollziehen, die nun zur Entscheidung ansteht. Eine Entscheidung die durchaus heute fallen könnte, aber nicht muss.

Wohin die Reise geht ? Statitisch gesehen, hat ein derart zulaufendes Dreieck eine etwas höhere Wahrscheinlichkeit eine Trend-Fortsetzung auszulösen als das Gegenteil. Das bedeutet einen leichten Vorteil für die Bullen. Auch von der Sentimentseite liegt der Vorteil immer noch bei den Bullen.

Letztlich weiss ich aber nicht, wie sich die Konsolidierung auflösen wird, da auch ich keine Glaskugel besitze. Meine Grundtendenz ist aber unverändert bullisch und ich räume dem Weg nach oben nach wie vor eine höhere Wahrscheinlichkeit ein. Aber ich bin jederzeit bereit auf die Gegenseite zu wechseln, wenn der Markt die Konsolidierung nun nach unten verlassen sollte.

Warten wir heute also gespannt ab.

Ein paar Worte noch zu den "Mr. Market Gurkenaktien". Eine sehr schöne Auswahl, für die ich mich bei Ihnen bedanke. Besonders habe ich mich darüber gefreut, dass Sie sehr viele Aktien ausgewählt haben, die sich in etablierten Abwärtstrends befinden und nicht der Versuchung erlegen sind, bei starken Aktien wie Apple nun die "Trendwende" auszurufen. Das spricht dafür, dass meine permanente Erinnerung an den Sinn der Trendfolge ihre Früchte trägt. Um so mehr bin ich auf die Entwicklung dieser Auswahl zum Jahresende gespannt.

Beruhigend finde ich auch, dass ich bis auf ganz wenige Aktien nichts davon im Depot habe. 😉 Ausnahme sind nur die Salzgitter, die ich im Moment nicht ganz so finster sehe und deren Pullback bis fast zur 30€ Marke mir eher nach einem Rücksetzer in einer neu begonnenen Aufwärtsbewegung aussieht. Wenn Salzgitter die nächsten Tage wieder nach oben dreht, haben wir nämlich das erste Mal eine Folge von 2 höheren Hochs und 2 höheren Tiefs, seit dem absoluten Tief vom 26.07.12 bei ca. 27€. Und auch die Daimler Aktie, sehe ich vom derzeitigen Niveau aus nicht so negativ. Ausnahme ist weiterhin Tesla, die ich einfach als sehr kleine "Spassposition" so lange halte, solange die Story für mich intakt ist.

Viele Ihrer ausgewählten Gurkenaktien kann ich aber sehr gut nachvollziehen. Ich wünsche Ihnen heute viel Erfolg !

Ihr Hari

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Marktanalyse – 21.09.12 – Wie wird das vierte Quartal für DAX, S&P500 und Co. ?

09:30 Uhr

Heute - am "Hexensabbat" in Deutschland und nahe am Quartalsende - möchte ich mit Ihnen einen ausführlicheren Blick auf das 4. Quartal richten.

Schauen wir als erstes Mal auf das langfristige Wochenchart des Leitindex S&P500:

Wir sehen, wie der Index seit dem Tief Anfang 2009 einen klassischen Aufwärtstrend hingelegt hat, der sich durch immer höhere Tiefs und immer höhere Hochs auszeichnete. Im Nachhinein dürfte sich da mancher fragen, warum er nicht Anfang 2009 "All In" eingestiegen ist und danach all das Durcheinander rund um Fukujima, Flash Crash und Eurokrise verschlafen hat. Eine Verdoppelung des Einsatzes wäre so ohne Mühen möglich gewesen. Aber hinterher ist man halt immer klüger. 😉

Sie sehen aber auch die roten Pfeile, die eine besondere Bedeutung haben. Der von mir sehr geschätzte Service misst regelmässig den "Smart Money / Dumb Money Confidence Spread". Dieser misst in Kurzform die Marktsicht der Marktprofis (Smart Money) im Verhältnis zu den privaten Anlegern (Dumb Money). Wenn dieser zu Gunsten des "Dumb Money" sehr hoch ist, bedeutet das, dass "Dumb Money" euphorisch und positiv gestimmt ist, während bei "Smart Money" schon (wieder) die Skepsis überwiegt.

Genau das ist der aktuelle Zustand des US Marktes und dieser Indikator hat nun den höchsten Wert seit März diesen Jahres erreicht. Die roten Pfeile auf dem Chart zeigen Ihnen nun die Zeitpunkte seit 2010, an denen dieser Indikator einen ebenso hohen - oder noch höheren - Wert hatte. In allen Fällen war nach oben nicht mehr viel zu holen.

Die Werte zum Sentiment bestätigen die Entwicklung, liefern aber ein differenzierteres Bild. Wir haben nicht mehr die "einfache" Situation von Mitte Juli, wo der Markt fast nur noch steigen konnte, weil niemand da war, der daran glaubte. Aber wie haben auch noch keine überzogene Euphorie.

Auch wenn man auf das Chart oben schaut, sieht man auch, dass ein derartiger Wert nicht zwingend ein sofortiges Top bedeutet. Im Gegenteil, eine Topbildung die 6 Monate dauert wie in der ersten Jahreshälfte 2011, ist durchaus typisch. Insofern ist es eher unwahrscheinlich, dass der Markt heute auf dem Fuss wendet und sofort nach unten läuft.

Noch besser, es gibt eine Ausnahme in dem Bild, den grünen Pfeil. Und genau diese Ausnahme entspricht am Besten der aktuellen Situation. Denn im September 2010 - vor genau 2 Jahren - wurde das erste QE angekündigt. Auch dort erreichte der Smart Money/Dumb Money Spread einen hohen Wert, bevor eine kleine Korrektur einsetzte. Dann aber begann die Geldflut zu wirken und wir bekamen ein hervorragendes 4. Quartal.

Von allen Möglichkeiten erscheint mir daher die Wiederholung des 4. Quartals 2010 immer noch als die, mit der grössten Wahrscheinlichkeit. Insofern signalisiert das Chart oben, dass man nun mit mehr Vorsicht zu Werk gehen muss. Die Zeit des bullischen "All In" von Juli ist vorbei. Zuviel Pessimismus könnte aber auch verfrüht sein und einem schöne Gewinne im 4. Quartal verbauen. Es bricht also wieder die Zeit der Stops und des taktischen Tradens an.

Und sollten wir nun doch vor einem bedeutenden Top stehen, dürfte das von nun an ein Prozess sein, den man in Ruhe beobachten kann. Im Moment wird jeder "Dip" im Markt sofort gekauft. Typisch für langfristige Tops ist, dass sich dieses Verhalten langsam ändert, die Käufer "trocknen" sozusagen aus. Sollten wir dergleichen beobachten, sollten Dips nicht mehr sofort gekauft werden, dann und nur dann sollten wir wesentlich vorsichtiger und skeptischer werden und ein bedeutendes Top ernsthaft in Erwägung ziehen. Da sind wir im Moment aber noch nicht. Und wenn die Kurse demnächst nach oben ausbrechen, würde das Gegenteil und eher das Analog zum Herbst 2010 damit indiziert.

Schauen wir im gleichen Massstab, als Wochenchart, auf den DAX seit 2008, sehen wir ein anderes Bild:

Es ist eindeutig zu erkennen, dass der Aufwärtstrend seit 2008 durch die Eurokrise gebrochen wurde. Und der DAX hat das noch nicht vollständig aufholen können und hat im Vergleich zum S&P500 nach wie vor erhebliches Nachholpotential.

Deutlich unterstrichen wird das erneut durch die Sentimentdaten von , die ich erneut zum Studium empfehle. Die Skepsis sitzt in Deutschland und auch in Europa nach wie vor tief. Vor diesem Hintergrund und während gleichzeitig alle Notenbanken "All In" gehen, besteht im DAX nach wie vor erhebliches Aufwärtspotential und auch ein Short-Squeeze zum Quartalsende ist im Rahmen des Möglichen.

Diese Analyse dürfte nicht nur für den DAX, sondern für die europäischen Aktienmärkte generell gelten. Gerade in Spanien und Italien findet man schwer verprügelte Indizes vor, die nun aber durch Mario Draghi Unterstützung bekommen. Sollte es der EZB gelingen die Probleme der Eurozone temporär mit frischem Geld zuzudecken, könnten diese Aktienmärkte vor einer bedeutenden Erholung stehen.

Fazit: Die Lage ist nicht mehr so eindeutig bullisch wie Mitte Juli, zu weit sind wir - insbesondere im S&P500 - gelaufen. Trotz aller Sentimentdaten ist aber die reale "Price-Action" der bedeutendste Faktor für Entscheidungen. Und die ist nach wie vor eindeutig bullisch. Auch die Seitwärtskonsolidierung seit Anfang dieser Woche ist bullisch zu werten, insbesondere da nun das Quartalsende bevor steht. Insofern bestehen nach wie vor gute Chancen auf ein starkes 4. Quartal. Wenn es den Notenbanken gelingt, die Eurokrise nachhaltig in den Hintergrund zu drücken, dürften die höchsten Gewinne dann in den europäischen Aktienmärkten zu finden sein.

Ich wünsche Ihnen gute Entscheidungen und viel Erfolg,

Ihr Hari

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Marktupdate – 17.09.12 – Konsolidierung oder Korrektur ?

11:00 Uhr

Nach den massiven Anstiegen rund um EZB, BVG und FED der letzten Wochen, ist der Markt in dieser Woche in jeder Hinsicht reif für eine technische Korrektur. Das zu erkennen, ist nun wirklich keine besondere Leistung, sondern offensichtlich.

Genau darin liegt aber auch das Problem. Es gibt so viele - gerade auch institutionelle - Marktteilnehmer, die in diesem Jahr die Indizes unterperformen und nicht ausreichend im Markt sind. Und die daher massiven Performancedruck haben und nach jeder Korrektur geradezu lechzen, um endlich einsteigen zu können. Und zu allem Überfluss nähert sich das Quartalsende mit Macht, das die "Performance-Anxiety" noch erhöhen dürfte.

Und deshalb kann es uns passieren, dass dieser Performance-Druck dazu führt, dass es zu keiner gesunden Korrektur kommt, sondern es bei einer mehr oder weniger volatilen Seitwärtsbewegung bleibt. Das ist auch das Modell, das ich persönlich mit Wahrscheinlichkeit präferiere, ein paar Tage der Seitwärts-Konsolidierung diese Woche, bevor der Markt zum Quartalsende noch einmal Fahrt nach oben aufnimmt und der DAX die 7500 knacken könnte.

Aber selbst wenn es zu einer Korrektur kommt, wäre ein Rückgang auf 7200 im DAX mehr als gesund und mittelfristig nur zu begrüssen. Ein derartiger Rückgang wäre eher als Geschenk zu werten, denn denken Sie daran, dass echte Bullenmärkte einen typischerweise nicht mehr aufsatteln lassen, wenn man einmal abgeworfen wurde. Die Kurse tendieren dazu einfach wegzulaufen. Und im Moment sieht für mich alles nach einem echten Bullenmarkt aus.

Für meine Aufstellung bedeutet das, dass ich meinen Long-Positionen weitgehend treu bleibe, diese Rally hat noch viel Luft und gerade im von mir mehrfach thematisierten Bereich Edelmetalle/Rohstoffe - also den Assets die Geldersatz darstellen - stehen wir bei vielen Aktien wohl erst am Anfang einer massiven Bewegung und nicht am Ende. Gleichzeitig erhöhe ich temporär für ein paar Tage nun mein "Hedging" durch entsprechend gegenläufige, selektive Short-Positionen.

In Summe wird damit meine Aufstellung etwas defensiver als die letzten Wochen und so beabsichtige ich die erwartete Konsolidierung dieser Woche gelassen auszusitzen.

Meine Grundeinstellung mit Blick zum Jahresende bleibt aber weiter klar bullisch, der Markt hat mir bisher keinerlei Signal gegeben, das eine Abkehr von dieser Haltung rechtfertigen würde.

Ich wünsche Ihnen viel Erfolg, Ihr Hari !

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Die Notenbanken machen Ernst – 14.09.12 – DAX & Co. mit historischen Höchstständen ?

09:00

Wir erleben an den Finanzmärkten gerade Historisches. Denn wir betreten geldpolitisches Gebiet, dass noch nie zuvor betreten wurde. Nachdem die EZB den unbegrenzten Ankauf von Staatsanleihen in die Wege geleitet hat und auch Chinas Notenbank wohl kurz vor neuem Stimulus steht, legt nun die FED nach.

Und was die FED macht, hat den Charakter eines "Game Changers".

Denn die FED erklärt unmissverständlich, dass Sie in Zeit und Höhe unbegrenzt und solange im Markt interveniert, bis sich der Arbeitsmarkt in den US gebessert hat.

Alle bisherigen Programme hatten zeitliche und volumenmässige Begrenzungen. Nun also ist die FED "all in". Damit macht die FED defacto Arbeitsmarktpolitik und übernimmt Aufgaben, die eigentlich der Regierung zufallen.

Die Reaktion der Finanzmärkte ist eindeutig. Und ich warne davor, das jetzt nicht ernst zu nehmen und sich bei der Geldanlage von berechtigten Sorgen um die langfristigen Folgen dieser Politik leiten zu lassen. Natürlich kennt niemand die Nebenwirkungen der Medikamente die nun verabreicht werden. Und ich bin sicher, dass uns in den nächsten Jahren massive Währungskrisen und schlimme Verwerfungen bevor stehen. Ebenso wie ich sicher bin, dass das Gerede um "Sterilisierung" letztlich Unfug ist und wir früher oder später vor einer massiven Assetprice-Inflation stehen. In den Ballungszentren Deutschlands ist diese auf dem Immobilienmarkt ja schon zu beobachten. Der Aktienmarkt dürfte der nächste Ort werden, an dem die Liquidität zu massiven Anstiegen führt.

Um an der Börse zu gewinnen muss man aber nicht nur richtig liegen, sondern das auch genau zum richtigen Zeitpunkt. Es nützt also nichts, sich über die absehbaren Folgen dieser gigantischen weltweiten Gelddruckmaschine im Klaren zu sein. Im Gegenteil, wenn man zu früh diesen Sorgen folgt, wird man überrollt. Man muss vielmehr geduldig warten und erst dann - wenn auch die anderen Marktteilnehmer skeptisch werden - dann ist die Zeit die eigenen Überzeugungen zu Gewinn zu machen.

Wichtig wird in dieser Phase der monetären Expansion sein, in den richtigen Segmenten des Marktes investiert zu sein. Denn ich erwarte nicht, dass alle Boote des Marktes gleichermassen gehoben werden. Im Lichte der Politik der FED bieten sich zwei Bereiche an:

1. Die Assets die direkter Geldersatz sind - die also letztlich Währung sind. Darunter fallen primär Gold, Silber und Öl sowie alle Aktien die direkt davon profitieren. Sekundär dann auch Platin, Palladium und alle sonstigen begrenzten Rohstoffe. Das frische Geld dürfte seinen Weg in diese Assets finden, da sich jeder darüber im Klaren ist, dass die Papierwährungen durch diese Politik weiter entwertet werden. Es geht also primär um Geldersatz und dabei hat Gold ganz klar die Führungsrolle. Um den Goldpreis ist mir nicht bange, solange die monetäre Expansion der Notenbanken anhält. Und laut Bernanke wird das über den Zeitraum hinaus andauern, an dem die US Wirtschaft wieder Fahrt aufgenommen hat. Also voraussichtlich bis 2014 oder länger.

2. Die gross kapitalisierten Aktien mit hohem Cashflow. Also die Aktien die man gemeinhin als "Bluechips" charakterisiert. Das ist nicht mit "defensiv" zu verwechseln, auch Apple fällt darunter und ist sicher keine defensive Aktie. Denn diese werden für die multimilliarden an institutionellem Geld, dass nun aus Bonds heraus fliesst, als Bond-Ersatz dienen. Die Tendenz, dass die grossen Indizes besser laufen als die breite Menge der Nebentitel, dürfte also anhalten. Wer sich zu stark auf Nebentitel konzentriert, dürfte also erneut eine Unterperformance erleben und mitansehen müssen, wie sich seine Aktie dürftig entwickelt, während die Indizes zu neuen Höchstständen steigen.

Ab heute befinden wir uns also in "Uncharted Waters". Denn eine zeitlich und mengenmässig unbegrenzte Intervention der Notenbank hatten wir noch nie. Und wie sich das mittelfristig auf die Psychologie der Märkte auswirkt ist unvorhersehbar. Bisher war es zum Beispiel immer so, dass in einer Korrektur die Spekulation auf ein Eingreifen der Notenbanken psychologisch stabilisierend wirkte. Was wird nun aber passieren, wenn es trotz dieser Notenbank-Interventionen zu einer starken Abwärtsbewegung kommt ? Wie wird sich das auf die Psychologie der Märkte auswirken ? Keiner weiss es, weil wir dieses Szenario historisch noch nie erlebt haben.

Um einzuschätzen, was das für die Geldanlage bedeuten könnte, muss man die unterschiedlichen Zeithorizonte betrachten:

Kurzfristig

Kurzfristig im Sinne der nächsten Tage, haben wir das Potential, dass sich die Rally nach einer Phase der Begeisterung erst einmal erschöpft. Jeder Markt muss mal Luft holen. Ganz typisch für Mr. Market wäre auch, dass er genau dann wenn alle aufatmen weil nun FED, EZB, BVG etc. hinter uns liegen, zur Korrektur ansetzt. Genau dann, wenn niemand mit einer Korrektur rechnet. Dieser Zeitpunkt könnte vielleicht Anfang kommender Woche sein.

Ich rechne aber damit, dass in diesem Umfeld jede Korrektur nur flach sein wird und eine Kaufgelegenheit ist.

Mittelfristig

Mittelfristig zum Jahresende und darüber hinaus, stehen alle Ampeln nun auf Grün. Nur überraschende, exogene Ereignisse wie Krieg oder Katastrophen, dürften dieses Bild verändern können.

Wie ich hier schon mehrfach schrieb, rechne ich mit Wahrscheinlichkeit mit historischen Höchstständen in DAX, S&P500 und Co. zum Jahresende. DAX 8500 und S&P500 1600 sind durchaus denkbar und für mich persönlich wahrscheinlicher als entsprechende Abstürze.

Die Assets die man dafür spielen muss, habe ich oben genannt. Wir haben nun die Chance, ein paar Monate des ruhigen, wenig volatilen Hochschiebens vor uns zu haben. Denn die Notenbanken haben dem Markt nun einen Boden eingezogen und wie wir alles wissen, tendieren Märkte dazu zu übertreiben - auch nach oben.

Ich persönlich bin ja, wie Sie als Leser wissen, schon seit Juli Long&Strong im Markt, werde aber Korrekturen nutzen um nachzulegen. Ich versuche so viel wie möglich von diesem einmaligen Marktumfeld mitzunehmen. Wer weiss, wann wir wieder mit so einem Sicherungsnetz der Notenbanken wie aktuell operieren dürfen.

Langfristig

Langfristig, mit Blick auf Jahre, tauchen in meiner Erwartung nun bittere Worte wie "Währungskrise" oder "Währungsreform" auf. Ich bin sicher, diese Medizin der Notenbanken wird massive, ungewollte und bittere Nebenwirkungen haben. Aber diese Brücke überqueren wir erst, wenn wir vor ihr stehen. Ich kann daher nur dazu raten, solche Gedanken oder Artikel im Moment zu verdrängen und sich ganz darauf zu konzentrieren, aus dem mittelfristigen Horizont das Maximum an Ertrag zu holen. Langfristig werden wir es brauchen und davon zehren müssen.

Und noch eine Lehre sollten wir alle mitnehmen. Erinnern Sie sich an Mitte Juli, als der Markt zum Sprung ansetzte und ich hier mehrfach schrieb, dass ich dieser Rally Bedeutung zumesse und sich hier Grosses zusammen braut ? Nun wissen wir warum der Markt zum Sprung ansetzte und wieder hat uns Mr. Market bewiesen, dass er mehr weiss als wir und niemand einen besseren Riecher für die Zukunft hat. Deshalb sollte es uns eine Lehre sein dem Markt zu folgen, statt zu glauben wir könnten zukünftige Entwicklungen besser einschätzen. Mr. Market hat lange vor den meisten hier im Blog das "All In" der Notenbanken gerochen. Und wer ihm einfach gefolgt ist, sitzt nun schon auf dickem Plus. Machen Sie den selben Fehler jetzt also nicht noch einmal. Folgen Sie dem Markt und seiner Price-Action. Nur so wird Erfolg an den Börsen gemacht. Die Wallstreet ist übersät mit den Leichen derjenigen, die klüger als Mr. Market sein wollten.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen viel Erfolg und ein gutes Händchen. Und vergessen Sie bei aller positiven Sicht die Absicherung nicht ! Denn egal wie klar etwas aussieht, die Zukunft ist unbestimmt und es kann immer anders kommen. Und auch Mr. Market hat eine Historie darin, auf dem Absatz umzudrehen und in die Gegenrichtung zu marschieren. Mr. Market zu folgen, erfordert gedankliche Flexibilität und Wachsamkeit !

Ihr Hari

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